Welche Möglichkeiten haben Kanton und Gemeinden, um preisgünstigen Wohnraum zu schaffen?

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1 Welche Möglichkeiten haben Kanton und Gemeinden, um preisgünstigen Wohnraum zu schaffen? Philipp Kutter Stadtpräsident Wädenswil Kantonsrat CVP, Fraktionspräsident Stadt Wädenswil

2 Motivation eines Stadtpräsidenten Eine gute Durchmischung der Bevölkerung ist für ein Gemeinwesen wichtig! Nur eine Gemeinde mit Kindern hat Zukunft! Nur wo Handwerker wohnen können gibt es Gewerbe!

3 Was ist gute Durchmischung? = Senioren, Bankier, Akademiker, Familien, Arbeiter, Akademiker, Studierende, Künstler Nicht alle haben ein unerschöpfliches Budget. Gefährdeten Arten Sorge tragen!

4 Analyse für Wädenswil (I) Mietpreise seit 2005 spürbar gestiegen: Ø 4,5 Zi.-Wohnung, 100m2: 2400 Fr. / Mt. Ø EW, 120m2: Fr. Verfügbares Angebot viel teurer: 4,5 Zi.-Wohnung, 100m2: ab 3000 Fr. / Mt. EW, 120m2: 1,2 Mio. Fr. Neue Angebote teurer Gemeinnütziges Segment am günstigsten

5 Analyse (II) Parallel dazu (Seit 2005): hohe Bautätigkeit, v.a. Eigentumswohnungen Leerstandquote Wädenswil 0,8% (Stand 2010) = 50 Whg. Stadt Zürich 0,6% (2011) wenig Fluktuation

6 Analyse (III) Region Zimmerberg / Kanton Zürich mit vergleichbarer Entwicklung Spezialität Wädenswil: Stagnation bis 2005, anschl. Boom Heute Mietzins in der Region Zimmerberg überall auf ähnlichem Niveau

7 Trends Wohnungsmarkt 2020 Attraktivität Zürichsee-Raum ungebrochen Neubauten v.a. gehobenes Wohneigentum Mietwohnungen v.a. in Grossprojekten Sinkende Mieten nicht zu erwarten Veraltete Wohnungen (Anteil in Wädenswil relativ hoch) erneuert und verschwinden

8 A. Finanzielle Instrumente 1. Beiträge an Bauten oder Personen 2. Verbilligung von Wohnungen oder Überbauungen mit zinslosen Darlehen 3. Kauf von günstigen Wohnliegenschaften 4. Verkauf von Bauland zu reduziertem Preis mit Bedingungen (z.b. an Genossenschaft) 5. Stadteigene Grundstücke selbst überbauen 6. Stadt erwirbt Land 4., 5.

9 Aktuell in Wädenswil Volksinitiative CVP (hängig) Der Stadtrat wird aufgefordert, eine Vorlage auszuarbeiten für die Ausrichtung von Investitionsbeiträgen an Wohnbaugenossenschaften für die Sanierung oder Erstellung von günstigem, familienfreundlichem Wohnraum Stiftung einrichten Startkapital aus Liquidation Pro Wädenswil

10 Strategie Stadtrat Wädenswil (Auszug aus Antwort auf Interpellationen 2013) Der Stadtrat hat die Absicht, Vorhaben finanziell zu unterstützen mit dem Erlös aus der Liquidation Pro Wädenswil, städtische Grundstücke zur Verfügung zu stellen, bei Gestaltungsplänen dem Aspekt des günstigen Wohnraums Rechnung zu tragen sowie Land an strategisch günstiger Lage zu erwerben. Um diese Strategie umsetzen zu können, braucht es ein städtisches Regelwerk. ( )

11 B. Raumplanerische Instrumente HEUTE MÖGLICH: 1. Einzonung unter Bedingungen (betrifft nicht eingezonte Grundstücke) 2. Festlegungen in Gestaltungsplänen (betrifft Grossüberbauungen) NICHT MÖGLICH IM KANTON ZÜRICH: 3. Ausnützungsbonus für günstige Wohnungen 4. Zonen für günstige Wohnungen

12 Aktuell im Kantonsrat Zürich Volksinitiative SP + Parl. Initiative Kutter Gegenvorschlag RR Ziele: Günstigen Wohnraum fördern, Platz für Familien und Mittelstand sichern Ansatz: Im Planungs- und Baugesetz verankern, dass Gemeinden Anreize und Zonen für günstiges Bauen schaffen DÜRFEN.

13 Volksinitiative SP

14 Gegenvorschlag 4879b

15 Mechanismus Wird Boden wegen einer Umzonung (z.b. von Gewerbe in Wohnen), Aufzonung (z.b. max. 3 statt 2 Stockwerke sind möglich) oder Festlegung eines Gestaltungsplans (z.b. höhere Ausnützung bei grosser Überbauung) mehr wert als vorher, kann ein Anteil an preisgünstigen Wohnungen festgelegt werden.

16 Grundsätze Soziale Marktwirtschaft: geben und nehmen ; Rendite weiterhin möglich Keine materielle Enteignung, eher Mehrwertabschöpfung RPG! Förderalistisch: beachtet regionale Situation Gemeindeautonomie stärken Demokratische Abstützung gesichert: nötig ist Entscheid GV / Parlament

17 Mein Ziel Den Gemeinden ermöglichen, in ihrer Nutzungsplanung geeignete Gebiete für günstigen Wohnungsraum festzulegen, ohne dass jemand enteignet wird und unter Berücksichtigung der marktwirtschaftlichen Grundsätze, die die Basis sind für eine bauliche Entwicklung.

18 Fazit: Wo ansetzen? 1. Finanzielle Zuschüsse an Wohnbauträger, zum Beispiel über Einlagen in eine Stiftung 2. Aktive Landpolitik: Land (kaufen und) günstig an Wohnbauträger abgeben 3. Gemeinnützigen Wohnungsbau fördern 4. Bei Aufzonungen/Gestaltungsplänen Zonen für günstige Wohnungen festlegen

19 Philipp Kutter Stadtpräsident Wädenswil und Kantonsrat Zürich (CVP) Florhofstrasse 6, 8820 Wädenswil Tel. direkt: Mobile: Internet: Danke für Ihre Aufmerksamkeit

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