Schichtmodelle nach schweizerischem Arbeitsrecht

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1 Universität Bern Rechtswissenschaftliche Fakultät Zivilistisches Seminar Prof. Dr. iur. Roland Müller Masterarbeit nach Art. 23 RSL RW Schichtmodelle nach schweizerischem Arbeitsrecht Eingereicht am 03. Juli 2013 Tina Marina Heim Allmend 265 CH-3814 Gsteigwiler Masterstudium (10. Semester)

2 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis... I Literaturverzeichnis... VI Materialverzeichnis... IX Abkürzungsverzeichnis... X Abbildungsverzeichnis... XIII 1 Einleitung... 1 I. Problemstellung... 1 II. Zielsetzung... 2 III. Methodik... 2 IV. Begriffsbestimmungen... 3 A. Allgemeines... 3 B. Begriffe Schichtarbeit Schichtmodelle Einschicht Zweischicht Dreischicht Vierschicht Schichtzuschlag... 6 V. Abgrenzungen Theoretischer Teil... 8 I. Einleitung... 8 II. Bausteine zur Gestaltung von Schichtmodellen... 8 A. Schichtfolge... 8 B. Schichtlänge und Schichtwechselzeitpunkt... 9 C. Schichtwechselrhythmus... 9 I

3 Inhaltsverzeichnis D. Schichtwechselrichtung III. Ökonomische Überlegungen IV. Gestaltung von Schichtarbeit A. Arbeitsmedizinische Empfehlungen B. Exkurs: Alleinarbeit C. Flexibilität in Schichtmodellen V. Entwicklung eines Schichtmodells A. Ermittlung des Besetzungsbedarfs und Festlegung der Schichtarten B. Reserveplanung C. Bestimmung des Personalbedarfs D. Konstruktion des Schichtplans Einleitung Klassische Pläne Gruppenkombinationen Übergrosse Gruppen Auswahl der entsprechenden Planstruktur E. Mitwirkungsrechte der Arbeitnehmer F. Bewilligungsverfahren für Arbeitszeitbewilligung VI. Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz A. Geltungsbereich Arbeitsgesetz In betrieblicher Hinsicht In persönlicher Hinsicht B. Bewilligungsfreie Schichtarbeit Einleitung Arbeitszeitvorschriften a) Definition Arbeitszeit b) Wöchentliche Höchstarbeitszeit c) Tages- und Abendarbeit II

4 Inhaltsverzeichnis aa) Grundsatz bb) Abendarbeit cc) Verschiebung der Tages- und Abendgrenze d) Überzeitarbeit bei Schichtbetrieb Ruhezeit a) Grundsatz b) Pausen c) Tägliche Ruhezeit d) Wöchentlicher Ruhezeit e) Jährliche Ruhezeit Schichtenwechsel Gestaltungsmöglichkeiten a) Einschicht b) Zweischichtbetrieb C. Bewilligungspflichtiger Zwei- und Dreischichtbetrieb Einleitung Ausnahmen von der Bewilligungspflicht Nacht- und Sonntagsarbeit a) Einleitung b) Dauernde Nacht- und Sonntagsarbeit c) Vorübergehende Nacht- und Sonntagsarbeit d) Ausnahme: Nachtarbeit in Randstunden Tägliche Arbeitszeit a) Grundsatz b) Ausnahme: Verlängerte Dauer der Nachtarbeit c) Ausnahme: Dauernachtarbeit Medizinische Untersuchung Überzeitarbeit III

5 Inhaltsverzeichnis 7. Lohn- und Zeitzuschlag a) Einleitung b) Lohnzuschlag c) Zeitzuschlag d) Ersatzruhetag für Sonntags- und Feiertagsarbeit Gestaltungsmöglichkeiten D. Vierschicht Definition Ausnahmen von der Bewilligungspflicht Ruhezeit Arbeitszeit Weitere Vorschriften E. Fünfschicht VII. Schlussfolgerungen Theorieteil Praktischer Teil I. Einleitung II. Empirische Studie A. Einleitung Untersuchungsziel Datengrundlage Methodik Rücklauf B. Auswertung Schichtmodelle Herausforderungen Rechtsprobleme Reserveplanung Flexibilität in der Schichtarbeit IV

6 Inhaltsverzeichnis 6. Übergabezeit Mitwirkung Schichtwechselrichtung Pausenregelung III. Schlussfolgerungen Praktischer Teil Zusammenfassung und Empfehlungen I. Gegenüberstellung theoretischer Studie mit praktischen Studie A. Schichtmodelle B. Mitwirkung C. Reserveplanung D. Flexibilität E. Übergabezeit F. Pausenregelung II. Empfehlungen für die Praxis Anhang 1: Chronologisches Vorgehen für Schichtarbeit Anhang 2: Legende Workflow Anhang 3: Checkliste Zweischicht (Workflow) Anhang 4: Checkliste Drei- oder Mehrschicht (Workflow) Anhang 5: Checkliste Vierschicht (Workflow) Anhang 6: Checkliste Fünfschicht (Workflow) Anhang 7: Checkliste Bewilligungsverfahren Anhang 8: Verzeichnis der Gesprächspartner Anhang 9: Interviewleitfaden Anhang 10: Interviewleitfaden Bewilligungsbehörden Anhang 11: Begleitschreiben Umfrage Anhang 12: Umfrage Anhang 13: Rohdaten Umfrage V

7 Literaturverzeichnis Literaturverzeichnis Zitierweise Falls nicht anders vermerkt, werden die Zitate im Text mit dem Nachnamen des Autors sowie der Fundstelle innerhalb des Werkes (durch Seitenzahl oder Randziffer) genannt. BAILLOD, JÜRG/DAVATZ, FELIX/LUCHSINGER, CHRISTINE/STAMATIADIS, MARTIN/ULICH, EBERHARD. Zeitenwende Arbeitszeit. Wie Unternehmen die Arbeitszeit flexibilisieren. Zürich BAILLOD, JÜRG/HOLENWEGER, TONI/LEY, KATHARINA/SAXENHOFER, PETER. Handbuch Arbeitszeit. Perspektiven. Probleme. Praxisbeispiele. 2. Aufl., Zürich BEERMANN, BEATE. Nacht- und Schichtarbeit ein Problem der Vergangenheit? Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Dortmund 2008, abgerufen am 30. März 2013 unter < >. BLUM, ADRIAN. Integriertes Arbeitszeitmanagement. Ausgewählte personalwirtschaftliche Massnahmen zur Entwicklung und Umsetzung flexibler Arbeitszeitsysteme. Bern, Stuttgart, Wien BLUM, ADRIAN/ZAUGG, ROBERT J. Praxishandbuch Arbeitszeitmanagement. Chur, Zürich BUNDESANSTALT FÜR ARBEITSSCHUTZ UND ARBEITSMEDIZIN (Hrsg.). Leitfaden zur Einführung und Gestaltung von Nacht- und Schichtarbeit. 9. Aufl., Dortmund, Berlin 2005, abgerufen am 12. März 2013 unter <www.baua.de/de/publikationen/broschueren/a23. pdf? blob> (zit.: BAUA). GÄRTNER, JOHANNES/KUNDI, MICHAEL/WAHL, SABINE/SIGLÄR, RUTH/BOONSTRA-HÖRWEIN, KARIN/HERBER, GREGOR/CARLBERG, INGMAR/JANKE, MICHAEL/VOSS, JÜR- GEN/CONRAD, HANSPETER. Handbuch Schichtpläne. 2. Aufl., Zürich (zit.: GÄRT- NER et al.). GEISER, THOMAS/MÜLLER, ROLAND. Arbeitsrecht in der Schweiz. 2. Aufl., Bern GEISER, THOMAS/VON KAENEL, ADRIAN/WYLER, RÉMY. (Hrsg.) Arbeitsgesetz. Stämpflis Handkommentar. Bern VI

8 Literaturverzeichnis HERRMANN, LARS. Zeitgemässe Schichtpläne. Massgeschneiderte Arbeitszeitsysteme für die Produktion. Renningen-Malmsheim HOLENWEGER, TONI. Schichtarbeit und Nachtarbeit. Neue Gestaltungstendenzen. Zürich 2002, abgerufen am 22. März 2013 unter <http://www.corso.ch/pdf/schichtnacht.pdf>. HÖLTING, UTA. Flexible Arbeitszeitgestaltung. Voraussetzungen. Modelle. Individualrechtliche Probleme. Diss. Köln KNAUTH, PETER/HORNBERGER, SONIA. Schichtarbeit und Nachtarbeit. Probleme. Formen. Empfehlungen. 4. Aufl., München 1997, abgerufen am 23. März 2013 unter <inqa.gawo-ev.de/cms/uploads/knauth.pdf?phpmyadmin>. KUTSCHER, JAN/WEIDINGER, MICHAEL/HOFF, ANDREAS. Flexible Arbeitszeitgestaltung. Praxis-Handbuch zur Einführung innovativer Arbeitszeitmodelle. Wiesbaden MÜLLER, ROLAND A. Arbeitsgesetz. 7. Aufl., Zürich MÜLLER-SEITZ, PETER. Erfolgsfaktor Schichtarbeit? Optimale Gestaltung der Schichtarbeit. Wirtschaftlichkeitsanalyse. Auswirkungen auf Mensch und Betrieb. Köln PARIDON, HILTRAUT/ERNST, SABINE/HARTH, VOLKER/NICKEL, PETER/NOLD, ANNET- TE/PALLAPIES, DIRK. Schichtarbeit. Rechtslage, gesundheitliche Risiken und Präventionsmöglichkeiten. Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Berlin 2012, abgerufen am 22. März 2013 unter <publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/iag-schicht pdf> (zit.: PARIDON et al.). REHBINDER, MANFRED. Schweizerisches Arbeitsrecht. 15. Aufl., Bern RUTENFRANZ, JOSEPH/COLQUHOUN, WILLIAM P./KNAUTH, PETER/GHATA, JN, Biomedical and psychosocial aspects of shift work. In: Scandinavian Journal of Work, Environment & Health. Heft 3. S (zit.: RUTENFRANZ et al.). SCHARDT, LOTHAR P. Schichtarbeit. In: L. ZIMMERMANN (Hrsg.). Organisation der Arbeit. Arbeitsteilung. Qualifikation. Schichtarbeit. Reinbek 1982.(zit.: SCHARDT). SCHLICK, CHRISTOPHER/BRUDER, RALPH/LUCZAK, HOLGER. Arbeitswissenschaft. 3. Aufl., Berlin SCHÖNFELDER, EVA. Entwicklung eines Verfahrens zur Bewertung von Schichtsystemen nach arbeitswissenschaftlichen Kriterien. Frankfurt am Main, Bern, New York, Paris VII

9 Literaturverzeichnis SECO (Hrsg.). Musterschichtpläne und Merkblätter, abgerufen am 22. März 2013 unter <http://www.seco.admin.ch/arbeitszeitbewilligungen/04713/index.html?lang=de>. SECO (Hrsg.). Wegleitung zum Arbeitsgesetz und zu den Verordnungen 1 und 2, abgerufen am 20. April 2013 unter <http://www.seco.admin.ch/dokumentation/publikation/00009/ 00027/01569/index.html?lang=de> (zit.: Wegleitung). SECO (Hrsg.). Wegleitung zu den Verordnungen 3 und 4 zum Arbeitsgesetz, abgerufen am 25. März 2013 unter <http://www.seco.admin.ch/dokumentation/publikation/00009/000 27/01625/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn 4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCEe4J,fGym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A> (zit.: Wegleitung 3-4). SOLTERMANN, DANIEL. Die Nacht aus arbeitsrechtlicher Sicht. Diss. Basel, Bern SUVA (Hrsg.). Allein arbeitende Personen, Anleitung für Arbeitgeber und Sicherheitsbeauftragte, abgerufen am 28. Juni 2013 unter <https://extra.suva.ch/suva/b2c/download/(lay out= _1_71_124_6_121_1&uiarea=1&carea=50328d134da837e0e a &citem=50328D134DA837E0E A B1EE271DC1B495CE A63034B)/.do;jsessionid=9OUPXzeOyv6m4k1hfmqJuKWZG--KPwFWdT4e_SA PQt1EVdTVrHPBwHuavulvBuwx;saplb_*=(J2EE ) ?doctype=pdf &docid= &file=sba x20_150_d.pdf> (zit.: SUVA). VILLIGER, ARMIN. Entwicklung und soziale Probleme der industriellen Schichtarbeit insbesondere in der Schweiz. Diss. St. Gallen, Winterthur WÜTHRICH, PETER. Studie über die gesundheitlichen, sozialen und psychischen Auswirkungen der Nacht- und Schichtarbeit. Literaturanalyse, Vergleich verschiedener Schichtsysteme, Beurteilung der Corso-Studie und Handlungsempfehlungen. Bern VIII

10 Materialverzeichnis Materialverzeichnis Botschaft über die Änderung des Bundesgesetzes über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel vom 2. Februar BBl 1994 II, S. 157 ff. (zit.: BBl 1994). Parlamentarische Initiative zur Revision des Arbeitsgesetztes. Bericht der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats vom 17. November BBl 1998 II, S ff. (zit.: BBl 1998). Amtliches Bulletin. Wortprotokoll des Nationalrats. Wintersession Sitzung Parlamentarische Initiative (WAK-NR) Revision des Arbeitsgesetztes. Amt.Bull. N 1997, S ff. (zit. NR 1997). IX

11 Abkürzungsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis Abs. Absatz Amt.Bull. Amtliches Bulletin. Die Wortprotokolle von National- und Ständerat AN Arbeitnehmer ArG Bundesgesetz vom 13. März 1964 über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel. (Arbeitsgesetz) [SR ] ArGV 1 Verordnung 1 vom 10. Mai 2000 zum Arbeitsgesetz. [SR ] ArGV 2 Verordnung 2 vom 10. Mai 2000 zum Arbeitsgesetz. (Sonderbestimmungen für bestimmte Gruppen von Betrieben oder Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen) [SR ] Art. Artikel ARV 1 Verordnung über die Arbeits- und Ruhezeit der berufsmässigen Motorfahrzeugführer und führerinnen. (Chauffeurverordnung) [SR ] ASA Beizug von Arbeitsärzten und anderen Spezialisten der Arbeitssicherheit Aufl. Auflage AZG Bundesgesetz über die Arbeit in Unternehmen des öffentlichen Verkehrs. (Arbeitszeitgesetz) [SR ] AZGV Verordnung vom 26. Januar 1972 über die Arbeit in Unternehmen des öffentlichen Verkehrs. (Verordnung zum Arbeitszeitgesetz) [SR ] BBl Bundesblatt BECO Arbeitszeitbewilligungsbehörde des Kantons Bern. Volkswirtschaftsdirektion BFS Bundesamt für Statistik. Bundesbehörde der Schweizerischen Eidgenossenschaft BGE Entscheidung des Schweizerischen Bundesgerichts BGer Schweizerisches Bundesgericht BPG Bundespersonalgesetz vom 24. März [SR ] BPV Bundespersonalverordnung vom 3. Juli [SR ] bspw. beispielsweise Bst. Buchstabe bzgl. bezüglich bzw. beziehungsweise Corso Forschungs- und Beratungsgemeinschaft mit Sitz in Zürich X

12 Abkürzungsverzeichnis DGUV Deutsche gesetzliche Unfallversicherung. Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand d. h. das heisst Diss. Dissertation E. Erwägung Et al. Et alii/et aliae f./ff. folgend/fortfolgend Fn. Fussnote GAV Gesamtarbeitsvertrag h Stunde Hrsg. Herausgeber i.d.r. in der Regel insb. insbesondere i. S. v. im Sinne von i. V. m. in Verbindung mit JAR Jahrbuch des Schweizerischen Arbeitsrechts lit. littera max. maximal mind. mindestens N Randnote NR Nationalrat Nr. Nummer OR Bundesgesetz vom 30. März 1911 betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches. (Fünfter Teil: Obligationenrecht) [SR 220] Pers. Personen Pra Die Praxis. Juristische Fachzeitschrift. Basel Rz. Randziffer S. Seite SAKE Schweizerische Arbeitskräfteerhebung. Bundesamt für Statistik SECO Staatssekretariat für Wirtschaft. Bundesbehörde der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Zugehörig dem eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung SUVA Schweizerische Unfallversicherungsanstalt XI

13 Abkürzungsverzeichnis u.a. usw. u_u Betrieb UVG vgl. VRPG VwVG WAK-NR z.b. ZH zit. z_u_u Betrieb zzgl. unter anderem und so weiter ununterbrochener Betrieb Bundesgesetz vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung. (UVG) [SR ] vergleiche Kantonales Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege. Kanton Bern [BSG ] Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren. (Verwaltungsverfahrensgesetz) [SR ] Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats zum Beispiel Zürich zitiert zusammengesetzter ununterbrochener Betrieb zuzüglich XII

14 Abbildungsverzeichnis Abbildungsverzeichnis Abb. 1: Schichtplan... 8 Abb. 2: Bewilligungsvoraussetzungen Randstunden Abb. 3: Rücklauf elektronische Umfrage Abb. 4: Praktizierte Schichtmodelle Abb. 5: Herausforderungen Schichtarbeit Abb. 6: Rechtsprobleme Schichtarbeit Abb. 7: Reserveplanung Abb. 8: Flexibilisierungsinstrumente Abb. 9: Übergabezeit bei Schichtwechsel Abb. 10: Mitwirkung der Arbeitnehmer Abb. 11: Schichtwechselrichtung Abb. 12: Pausen als Arbeitszeit XIII

15 Einleitung Problemstellung 1 Einleitung I. Problemstellung In der Schweiz leisteten im Jahre 2012 gemäss den Zahlen der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung SAKE vom Bundesamt für Statistik 16 Prozent der Arbeitnehmer 1 ohne Lehrlinge Schichtarbeit. 2 Schichtarbeit ist insbesondere aus wirtschaftlichen Überlegungen interessant, um die teuren Anlagen optimal zu nutzen. Durch eine Auslastung von 24 Stunden und 7 Tage die Woche können die hohen Investitionskosten bspw. schneller amortisiert werden. 3 Neben den ökonomischen Überlegungen treten häufig auch technologische hinzu. In Fabrikationsbetrieben dauern Fertigungsprozesse oft mehrere Tage. Diese Prozesse können nicht unterbrochen werden und die entsprechenden Temperaturen müssen konstant aufrechterhalten werden. So kann bspw. ein Hochofen in der Stahlindustrie nicht nur für neun Stunden eingeheizt und anschliessend über Nacht wieder abgestellt werden. Dies ist technisch schlicht nicht möglich. 4 Gänzlich unverzichtbar ist Schichtarbeit im öffentlichen Dienst. Eine Begrenzung auf die normale Tagesarbeitszeit für die Dienste der Polizei, Feuerwehr, Spitäler oder auch des Verkehrs (Bahn, Flughäfen u.a.) ist nicht möglich. 5 In der wissenschaftlichen Bearbeitung wird das Thema Schichtarbeit vorwiegend aus arbeitswissenschaftlicher und medizinischer Seite aufgegriffen. Zahlreiche Studien über die Auswirkungen von Schicht- und Nachtarbeit gekoppelt mit einer ganzen Reihe von Massnahmenempfehlungen wurden veröffentlicht. Dabei besteht in den Fachkreisen weitestgehend Übereinstimmung bezüglich der Empfehlungen zur optimalen Schichtplangestaltung. 6 Unklarheiten sind allerdings in Bezug auf die Verträglichkeit von Dauernachtarbeit vorhanden. 7 Es wird sich zeigen, welche Auswirkungen die Empfehlungen auf Gesetz und Praxis haben. Die Schichtarbeit ist im Gesetz sehr unübersichtlich geregelt und es sind zahlreiche Ausnahmebestimmungen zu beachten sind. 8 Es sollen daher die gesetzlichen Vorschriften für die einzelnen Schichtmodelle dargestellt werden. Das revidierte Arbeitsgesetz, welches auf den Für Personen wird der Einfachheit halber jeweils nur die männliche Form verwendet, sie gilt selbstverständlich für beide Geschlechter. BFS, Atypischer Stundenplan nach Geschlecht. Kann unter folgender Adresse abgerufen werden: <http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/03/02/blank/key/erwerbstaetige0/arbeit_auf_abruf.htm l>, besucht am 17. Juni 2013; Nachtarbeit ist für Personen in Ausbildung mit wenigen Ausnahmen verboten, vgl. Art. 31 Abs. 2 ArG; Für eine ausführliche Definition des Begriffs Schichtarbeit siehe hinten, S. 3. BAILLOD/HOLENWEGER/LEY/SAXENHOFER, S. 238; SOLTERMANN, S. 86. KNAUTH/HORNBERGER, S. 13; BAILLOD/HOLENWEGER/LEY/SAXENHOFER, S. 205; VILLIGER, S. 27 ff. MÜLLER-SEITZ, S. 7; KNAUTH/HORNBERGER, S. 14; BEERMANN, S. 1. SCHARDT, S. 182; PARIDON et al., S. 66; So bspw. die Massnahmenempfehlungen von BAUA, S. 12 ff.; KNAUTH/HORNBERGER, S. 58 ff.; WÜTHRICH, S. 46 ff. Vgl. hinten, S. 36 f. Vgl. SOLTERMANN, S

16 Einleitung Zielsetzung August 2000 in Kraft trat, brachte neue Gestaltungsmöglichkeiten für die Schichtarbeit, welche in der Literatur noch kaum thematisiert wurden. 9 Im Zusammenhang mit der Schichtarbeit stellen sich konkrete Fragen bzgl. der Entwicklung von Schichtmodellen. So ist u.a. zu klären in welchen Fällen eine Bewilligung für Schichtarbeit notwendig ist und welchen Anforderungen das Gesuch entsprechen muss. Das SECO stellt rechtskonforme Musterschichtpläne zur Verfügung, da das Arbeitsgesetz in Bezug auf die Schichtarbeit sehr komplex ist. 10 Gewisse Fragen stellen sich auch bzgl. der Reserveplanung. Wie kann durch Planung der Ausfall von Arbeitnehmern bestmöglich aufgefangen werden. Es wird zu zeigen sein, wie die Mitarbeiter in den Prozess der Schichtplanung mit einzubeziehen sind. Hierzu stellen sich Fragen bzgl. des genauen Ablaufs. Kann bspw. Schichtarbeit ohne die Zustimmung der Arbeitnehmenden eingeführt werden oder in welchem Umfang hat die Partizipation zu erfolgen. II. Zielsetzung Drei Hauptziele liegen der vorliegenden Arbeit zugrunde: Darstellung der Rechtslage für Schichtbetrieb anhand Literatur und Rechtsprechung. Aufzeigen der Probleme von Schichtmodellen in der Praxis. Erarbeitung einer Empfehlung mittels Checklisten zur Gestaltung rechtskonformer Schichtmodelle für den Arbeitgeber. Es soll aufgezeigt werden, wie der Ablauf bei der Einführung von Schichtarbeit zu erfolgen hat und auf was konkret geachtet werden muss. III. Methodik In einem ersten Schritt Th m Schichtmodelle nach schweizerischem Arbeitsrecht anhand der Literatur mittels Einbezug von Wegleitungen und Botschaften zu den einschlägigen Gesetzestexten und der Judikatur erarbeitet. Unerlässlich ist eine allgemeine Begriffsdefinition für Schichtmodelle und die Darstellung der rechtlichen Bestimmungen mit der Vielzahl von Ausnahmen. Das Ergebnis dieser Analyse soll Auskunft darüber geben, was für individuelle Gestaltungsmöglichkeiten unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften möglich sind. Sind die Grundlagen erarbeitet, so erfolgt in einem zweiten Schritt die praktische Untersuchung. Die Untersuchung soll aus zwei Teilen bestehen. Zum einen wird anhand von Interviews mit Bewilligungsbehörden und Personalverantwortlichen für die Schichtplangestaltung eine qualitative Umfrage durchgeführt. Damit genügend Raum für abschweifende Erkenntnis Vgl. HOLENWEGER, S. 3. Musterpläne des SECO sind abrufbar unter: <http://www.seco.admin.ch/dokumentation/publikation/00010/ 00029/02375/index.html?lang=de>, zuletzt besucht am 28. Juni

17 Einleitung Begriffsbestimmungen se und Empfehlungen der Befragten bleibt, wird die Form eines halbstrukturierten Interviews angewendet. Sodann wird eine quantitative Untersuchung, ebenfalls bei Verantwortlichen für die Schichtplangestaltung realisiert. Die Untersuchung beschränkt sich auf Betriebe aus der Deutschschweiz, die im Besitz einer Arbeitszeitbewilligung sind. In einem dritten Schritt werden die Erkenntnisse des theoretischen Teils den Ergebnissen des praktischen Teils gegenüber gestellt und Empfehlungen für die Praxis hergeleitet. Die zahlreichen gesetzlichen Regelungen sollen anhand einer Checkliste übersichtlich dargestellt werden. IV. Begriffsbestimmungen A. Allgemeines Zum besseren Verständnis werden die wichtigsten Begriffe der vorliegenden Arbeit kurz definiert. Eine ausführlichere Definition verschiedener Schichtmodelle erfolgt später im theoretischen Teil. B. Begriffe 1. Schichtarbeit Aus arbeitsrechtlicher Sicht liegt Schichtarbeit nach Art. 34 Abs. 1 ArGV 1 vor, "wenn zwei oder mehrere Gruppen von Arbeitnehmenden nach einem bestimmten Zeitplan gestaffelt arbeiten, und der Einsatz wechselweise am gleichen Arbeitsplatz erfolgt." 11 Werden verschiedene Arbeitsplätze zeitlich gestaffelt bedient, ohne dass die Arbeitnehmer die Arbeitsplätze untereinander wechseln, so liegt keine Schichtarbeit im Sinne des Gesetzes vor. Dies ist der Fall, wenn bspw. die Frühgruppe in der Produktion und zeitlich gestaffelt die Spätgruppe im Verpackungsbereich arbeitet. 12 Ziel von Schichtarbeit ist eine längere Betriebszeit über die Arbeitszeit der einzelnen Arbeitnehmer hinaus. 13 Die Schichten müssen allerdings nicht zeitlich nacheinander liegen, sondern können sich auch überschneiden Schichtmodelle Als Schichtmodell wird ein Arbeitszeitsystem bezeichnet, welches die Arbeitszeit für einen bestimmten Arbeitszeitabschnitt vollständig regelt. Erfasst sind u.a. Lage und Dauer der indi JAR 2011, S Wegleitung, S HÖLTING, S. 87; SOLTERMANN, S. 87: Er spricht von einer sogenannten Entkoppelung der Arbeitszeit von der Betriebszeit. HÖLTING, S

18 Einleitung Begriffsbestimmungen viduellen Arbeitszeit, Ruhepausen und der Ferienanspruch. 15 Die schematische Darstellung eines Schichtmodells erfolgt im Schichtplan. Basiselemente des Plans sind die verschiedenen Arten von Schichten (Früh-, Spät- und Nachtschicht). 16 Im Schichtplan ist u. a. ersichtlich, wie die Schichten verteilt sind, wann der Schichtwechsel erfolgt und in welche Richtung die Schichten rotieren. 17 Dauer, Lage, Verteilung und Rhythmus der einzelnen Schichten sind Merkmale, die in den Schichtmodellen variiert werden können. 18 Grundsätzlich kann unterschieden werden in permanente und in Wechselschichtmodelle. 19 Bei einem permanenten Modell leistet der Arbeitnehmer immer die gleiche Schicht. Entsprechend der Lage der Schichten, wird von Dauerfrüh, -spät oder nachtschicht gesprochen. 20 Im Gegensatz dazu rotieren die Schichten im Wechselmodell. Die Arbeitnehmenden durchlaufen alle Schichten. 21 Der Wechsel in eine andere Schicht erfolgt nach einer bestimmten Anzahl von Tagen. In der Regel wird der Wechsel wöchentlich vorgenommen Einschicht Die Qualifikation in Einschicht- oder Mehrschichtsysteme erfolgt nach der Anzahl der Schichten. 23 Ein Einschichtsystem besteht folglich aus einer Arbeitsschicht von bspw. acht bis neun Stunden pro Tag. 24 Soll von Montag bis Samstag jeweils mit einer täglichen Arbeitszeit von 8.5 Stunden gearbeitet werden, so ergäbe dies für einen einzelnen Arbeitnehmer eine wöchentliche Arbeitszeit von 51 Stunden. 25 Charakteristisch für Schichtarbeit ist die abwechselnde Nutzung des gleichen Arbeitsplatzes durch zwei Arbeitnehmer. 26 Beim Einschichtmodell sind daher mehr Arbeitnehmer auf weniger Arbeitsplätze zu verteilen. Fünf Arbeitnehmer stehen bspw. für vier Arbeitsplätze zur Verfügung und werden abwechselnd an den verschiedenen Tagen eingesetzt SCHLICK/BRUDER/LUCZAK, S. 592; GÄRTNER et al., S. 11. SCHÖNFELDER, S. 21 f. SCHÖNFELDER, S. 22 f.; VILLIGER, S. 2. WÜTHRICH, S. 30. RUTENFRANZ et al., S KNAUTH/HORNBERGER, S. 11. KNAUTH/HORNBERGER, S. 9 ff. BAILLOD/HOLENWEGER/LEY/SAXENHOFER, S. 203 sowie S KNAUTH/HORNBERGER, S. 11. Vgl. KUTSCHER/WEIDINGER/HOFF, S. 55 ff. Vgl. Einschichtmodelle von KUTSCHER/WEIDINGER/HOFF, S. 59 f. Vgl. Wegleitung, S HERRMANN, S. 103 ff.; KUTSCHER/WEIDINGER/HOFF, S. 56 f.; Zu den verschiedenen Planungsmöglichkeiten auch hinten, S

19 Einleitung Begriffsbestimmungen 4. Zweischicht Unter Zweischicht wird ein System verstanden, welches aus zwei Schichten besteht. 28 Beim Zweischichtmodell kann die betriebliche Arbeitszeit auf die doppelte individuelle Arbeitszeit ausgedehnt werden. So kann bspw. mit einer Frühschicht von 6:00 Uhr bis 14:00 Uhr und einer Spätschicht von 14:00 Uhr bis 22:00 Uhr die betriebliche Arbeitszeit auf 16 Stunden ausgedehnt werden. Dies anstelle einer Einschicht von acht Stunden. 29 Die Ausgestaltung eines Zweischichtmodells kann aber auch mit Schichten von 12 Stunden erfolgen. Bei dieser Variante beträgt die Betriebszeit 24 Stunden und es wird dabei mit einer Tages- und einer Nachtschicht gearbeitet Dreischicht Die Dreischicht besteht entsprechend dem Begriff aus drei Schichten. Im Gegensatz zum Zweischichtmodell tritt neben die Früh- und Spätschicht noch die Nachtschicht hinzu. Die tägliche Betriebszeit wird dadurch über die normale Tagesarbeitszeit auf 24 Stunden ausgedehnt. Bei einem Dreischichtmodell wird i. d. R. von Montag bis Freitag ohne Unterbrechung gearbeitet. 31 Wird Montagmorgen um sechs Uhr mit der Frühschicht gestartet und am Samstagmorgen um sechs Uhr mit Nachtschichtende die Arbeit über das Wochenende unterbrochen, so beträgt die wöchentliche Betriebszeit 120 Stunden. 32 Möglich ist auch die Ausdehnung der Früh- und Spätschicht auf den Samstag, solange die Betriebszeit durch die Wochenarbeitszeit der Arbeitnehmer abgedeckt werden kann Vierschicht Beim Vierschichtmodell werden vier Schichtgruppen 34 auf die Früh-, Spät- und Nachtschichten verteilt. Wird von Montag bis Sonntag durchgearbeitet, so handelt es sich nach Arbeitsgesetz um einen ununterbrochenen Betrieb. 35 Dazu ist eine vierte Schichtgruppe notwendig. Durch die Einführung einer vierten Schichtbelegschaft hat immer eine der vier Gruppen einen freien Tag. An den drei Schichten (Früh-, Spät- und Nachtschicht) ändert sich dabei nichts KNAUTH/HORNBERGER, S. 11. Vgl. VILLIGER, S. 4; GÄRTNER et al., S. 21. RUTENFRANZ et al. S BAILLOD/HOLENWEGER/LEY/SAXENHOFER, S Pausen sind hier mitgerechnet. Bei einer Wochenarbeitszeit von bspw. 42h pro Arbeitnehmer, kann vereinfacht eine Betriebszeit von 126h abgedeckt werden. Soll die Betriebszeit mehr als 126h betragen, so wird eine vierte Schichtgruppe notwendig; GÄRTNER et al., S. 31 ff. GÄRTNER et al., S. 11: Schichtgruppen sind Gruppen von Beschäftigten, die nach Schichtplan gemeinsame Schichten zu leisten haben; So auch VILLIGER, S. 2; Je nach Anzahl der Schichtgruppen wird von Drei-, Vier- oder Fünfschicht gesprochen, siehe dazu KNAUTH/HORNBERGER, S. 11. Vgl. Art. 36 ArgV 1; Bei solchen Modellen beträgt die wöchentliche Betriebszeit 168 Stunden. BAILLOD/HOLENWEGER/LEY/SAXENHOFER, S

20 Einleitung Abgrenzungen Ebenfalls als Vierschichtmodell bezeichnet werden Modelle mit vier Schichten. Dies ist der Fall bei jeweils vier Sechsstunden-Schichten Schichtzuschlag Als Schichtzuschlag werden Zuschläge für bestimmte Tage und Schichtarten bezeichnet. So können bspw. Zuschläge für Nachtschichten oder für Arbeit an Sonn- und Feiertagen anfallen. 38 Das Arbeitsgesetz unterscheidet in Lohn- und Zeitzuschläge. 39 Der Lohnzuschlag ist zusätzlich zum Grundlohn zu gewähren. Zeitzuschläge erfolgen in der Form eines bezahlten Freizeitausgleichs und sollen die negativen Auswirkungen der ungewöhnlichen Arbeitszeit kompensieren. 40 Neben den gesetzlichen Zuschlägen können weitere Schichtzulagen vertraglich vereinbart werden. V. Abgrenzungen Aufgrund der notwendigen Schwerpunktsetzung werden gesamtarbeitsvertragliche Regelungen bzgl. Schichtarbeit nicht behandelt. Ebenso wenig finden Normalarbeitsverträge Eingang. Grundsätzlich wird nicht auf Betriebe, welche nach Art. 2 ArG vom betrieblichen Geltungsbereich des Arbeitsgesetzes ausgenommen sind, eingegangen. Insbesondere nicht berücksichtigt werden das Bundespersonalgesetz (BPG), die Rahmenverordnung BPG sowie die Bundespersonalverordnung (BPV). Ausführungen zur Verordnung über die Arbeits- und Ruhezeit der berufsmässigen Motorfahrzeugführer und führerinnen (ARV 1) werden keine gemacht. Ebenfalls keine Berücksichtigung gefunden hat das Bundesgesetz über die Arbeit in Unternehmen des öffentlichen Verkehrs (Arbeitszeitgesetz, AZG) und der dazugehörenden Verordnung zum Arbeitszeitgesetz (AZGV). Auf Ausführungen zum Mitwirkungsgesetz 41 wird verzichtet. Es wird einzig im Rahmen vom Arbeitsgesetz auf die Mitwirkung eingegangen. Nicht einbezogen ist das Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG). Es erfolgt auch kein historischer Rückblick oder ein Rechtsvergleich mit anderen Ländern. Nicht behandelt werden Blickpunkte aus der Soziologie, Arbeitsmedizin, Wirtschaftswissenschaften und Arbeitspsychologie, soweit nicht erforderlich. Sonderschutzbestimmungen für Jugendliche sowie schwangere Frauen und stillende Mütter werden ebenso wenig einbezogen wie das internationale Recht. Ausführungen zu Regelungen in Betriebsordnungen werden keine gemacht Vgl. SCHÖNFELDER, S. 32. Vgl. GÄRTNER et al., S Vgl. Art. 17b ArG. Wegleitung, S. 017b-1. Bundesgesetz vom 17. Dezember 1993 über die Information und Mitsprache der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Betrieben. (Mitwirkungsgesetz) [SR ]. 6

21 Einleitung Abgrenzungen Gegenstand dieser Arbeit bilden einschlägige Normen des Schweizerischen Arbeitsgesetzes. Nebengesetze sowie kantonale Regelungen und Polizeivorschriften werden nicht einbezogen. So finden bspw. die Lärmschutzverordnungen keinen Eingang. Auf die Sonderregelungen in der Verordnung 2 zum Arbeitsgesetz wird nur am Rande bzgl. Befreiung der Bewilligungspflicht eingegangen. Weitere Ausführungen zu den Sonderregelungen werden nicht gemacht. Die Sonntagsarbeit wird nur am Rande abgehandelt. Insbesondere auf Sonderprobleme wird in diesem Zusammenhang nicht eingegangen. Auch auf die medizinischen Untersuchungen wird nur oberflächlich hingewiesen. Ausführungen zur optimalen Arbeitsplatzgestaltung bei Schichtarbeit erfolgen keine. 7

22 Theoretischer Teil Einleitung 2 Theoretischer Teil I. Einleitung Im Theoretischen Teil sollen die gesetzlichen Grundlagen für die Schichtplangestaltung dargestellt werden. Dabei werden zunächst die Grundelemente eines Schichtplans erläutert. Im Anschluss soll aufgezeigt werden, auf was alles bei der Einführung von Schichtarbeit geachtet werden muss und wie die Planung von Schichtmodellen erfolgt. Abgeschlossen wird der Theoretische Teil mit einer Zusammenfassung und Würdigung der theoretischen Erkenntnisse. II. Bausteine zur Gestaltung von Schichtmodellen A. Schichtfolge Die Schichtfolgen zeigen graphisch dargestellt in einem Schichtplan nach welchem Ablauf in den Früh-, Spät- und Nachtschichten zu arbeiten ist. Eine Schichtfolge von FFFFF- - bedeutet, dass der Arbeitnehmer oder die entsprechende Schichtgruppe fünf Tage in der Frühschicht arbeitet und anschliessend zwei Tage frei hat. Die zweite Schichtgruppe hat dagegen fünf Tage in der Spätschicht zu arbeiten, während die dritte Schichtgruppe in vier Nachtschichten hintereinander zum Einsatz gelangt. Nach einer Woche werden die Schichten gewechselt. 42 Der Zyklus beträgt folglich drei Wochen. D. h. nach drei Wochen wiederholen sich die Schichtfolgen für alle Schichtgruppen von neuem. 43 Abb. 1: Schichtplan Abb. 1: Schichtplan Mo Di Mi Do Fr Sa So AN 1 AN 2 AN 3 F F F F F - - S S S S S - - N N N N Quelle: In Anlehnung an Gärtner et al., S. 52. Bei der Schichtplangestaltung wird häufig mit Basisfolgen gearbeitet. Eine kurze Schichtfolge wird als Bauelement genommen und durch Wiederholung immer wieder eingesetzt. 44 Ist der Arbeitsanfall nicht gleichmässig verteilt über den Tag, so kann dies bei der Planung mittels überlappender Schichten und unterschiedlicher Personalbesetzung gesteuert werden. Zu Stosszeiten werden mehr Arbeitnehmer eingeteilt, als beispielsweise in der Nachtschicht. Solche Pläne werden als unregelmässige Schichtmodelle bezeichnet und sind insbesondere im GÄRTNER et al., S. 10. GÄRTNER et al., S. 13. GÄRTNER et al., S

23 Theoretischer Teil Bausteine zur Gestaltung von Schichtmodellen Dienstleistungssektor vorzufinden. 45 Ebenfalls als unregelmässige Modelle bezeichnet werden Pläne, welche keine festen Schichten kennen, sondern Schichtbeginn und Schichtende sich jeden Tag ändern. Dies ist häufig der Fall für Arbeitnehmer im Luftverkehr. 46 Aufgrund der Unregelmässigkeit kann bei solchen Modellen die Wochenstundenzahl häufig erst im mehrwöchigen Durchschnitt ausgeglichen werden. 47 B. Schichtlänge und Schichtwechselzeitpunkt Die Schichtlänge ist der Zeitraum zwischen Anfang und Ende der jeweiligen Schicht. Sie entspricht grundsätzlich der Dauer der Arbeitszeit. 48 Dadurch sind unterschiedliche wöchentliche Arbeitszeiten möglich. 49 Mit Schichtwechselzeit ist der Zeitpunkt zu verstehen, wonach die jeweiligen Schichten beginnen und enden. 50 Wird bspw. mit drei Schichten ununterbrochen gearbeitet, so sind mögliche Schichtwechselzeitpunkte 6 Uhr, 14 Uhr und 22 Uhr. Die jeweilige Schichtlänge beträgt so jeweils acht Stunden. 51 Durch die Variation von Dauer und Verteilung der Arbeitszeit sind verschiedene Schichtmodelle möglich. Damit kann die Schichtlänge und die Ruhezeit zwischen den Schichten modifiziert werden. Gestaltungsmöglichkeit besteht auch bzgl. der Lage der Schichten. Die Schichtwechselzeitpunkte sowie Beginn und Ende der jeweiligen Schichten sind individuell bestimmbar. 52 C. Schichtwechselrhythmus Mit Schichtwechselrhythmus ist die Anzahl der aufeinanderfolgenden gleichartigen Schichten gemeint, bevor ein Wechsel in eine andere Schicht erfolgt. 53 Durch die Anzahl der aufeinanderfolgenden Schichten und ihrer Rotationsgeschwindigkeit können die Schichtmodelle variiert werden. 54 Der Schichtwechselrhythmus ist regelmässig, wenn der Wechsel immer nach konstanter Anzahl von gleichartigen Schichten erfolgt. Bspw. im Wechsel 2 Frühschichten, 2 Spätschichten und 2 Nachtschichten, wobei sich diese Reihenfolge konstant wiederholt. Unregelmässig ist der Turnus dagegen, wenn die Schichtgruppen jeweils nach einer unregelmässigen Anzahl die Schichten wechseln. Dies ist der Fall, wenn 3 Früh-, 1-Spät- und 2 Nacht KNAUTH/HORNBERGER, S. 12. SCHARDT, S KNAUTH/HORNBERGER, S. 12. SCHÖNFELDER, S. 22 f.; Werden die Pausen nicht vergütet, so müssen sie von der Schichtdauer abgezogen werden. Von Gesetzes wegen gehören sie nicht zur Arbeitszeit, vgl. dazu MÜLLER, Art. 9 ArG, N 1. BAILLOD/HOLENWEGER/LEY/SAXENHOFER, S SCHÖNFELDER, S. 22. Vgl. KNAUTH/HORNBERGER, S. 10. WÜTHRICH, S. 30. MÜLLER-SEITZ, S. 17. WÜTHRICH, S

24 Theoretischer Teil Ökonomische Überlegungen schichten usw. zu leisten sind. 55 Empfohlen werden möglichst kurze Schichtperioden. Insbesondere längere Nachtschichten hintereinander sind zu vermeiden. 56 Die empfohlene Höchstgrenze aus arbeitsmedizinischer Sicht liegt bei fünf bis sieben aufeinanderfolgenden Tagen in der Nachtschicht. 57 Empfohlen werden Wechsel nach max. zwei bis drei Tagen. 58 Der 7 Tage Schichtplan ist aus arbeitsmedizinischer Sicht einer der schlechtesten Arbeitsformen. Der Körper beginnt sich genau in diesem Zeitpunkt an den veränderten Rhythmus anzupassen, wo jeweils der Wechsel vorgenommen wird. 59 D. Schichtwechselrichtung Unter Vorwärtswechsel wird der Wechsel von der Früh-, zur Spät- und Nachtschicht verstanden. Wechseln die Schichten im Schichtplan dagegen in die umgekehrte Richtung, so liegt ein Rückwärtswechsel vor. 60 Aus arbeitsmedizinischer Sicht wird dem Vorwärtswechsel den Vorzug gegeben. 61 Diese Sicht ist in Art. 34 Abs. 4 Bst. b ArGV 1 für drei- und mehrschichtige Arbeitszeitmodelle umgesetzt. 62 III. Ökonomische Überlegungen Unabhängig von der entsprechenden Betriebszeit entstehen für den Betrieb Fixkosten. Es handelt sich bspw. um Gebäudekosten, welche unabhängig von der Nutzung anfallen. 63 Durch eine bessere Auslastung der Maschinen mittels Erhöhung der Betriebszeit wird daher versucht, den Fixkostenanteil so gering wie möglich zu halten. 64 Durch die bessere Auslastung der Anlagen mittels Anpassung der Arbeitszeit an die Auftragsmenge sind geringere Stückkosten möglich. 65 Aufgrund der schnellen technischen Entwicklung sind die Produktionsanlagen rasch veraltet. Neuinvestitionen sind in kurzen Abständen notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Durch die intensivere Nutzung der Anlagen mittels Schichtarbeit können die Anlagen schneller amortisiert werden. 66 Die Amortisation von hohen nicht vermeidbaren In MÜLLER-SEITZ, S. 17. WÜTHRICH, S. 32. BAILLOD/HOLENWEGER/LEY/SAXENHOFER, S SOLTERMANN, S. 61; KNAUTH/HORNBERGER, S. 59; PARIDON et al., S.134. SOLTERMANN, S. 62. SCHÖNFELDER, S. 23. BAILLOD/HOLENWEGER/LEY/SAXENHOFER, S. 227; KNAUTH/HORNBERGER, S. 60; MÜLLER-SEITZ, S. 71 f. Wegleitung, S : Eine Rückwärtsrotation ist nur zulässig, wenn die betroffenen Arbeitnehmer schriftlich darum ersuchen. SOLTERMANN, S. 87; In direkter Abhängigkeit zur produzierten Stückzahl stehen dagegen die variablen Kosten, vgl. dazu MÜLLER-SEITZ, S. 34; Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf Fabrikationsbetriebe. SOLTERMANN, S. 87; BLUM/ZAUGG, S. 20. BLUM/ZAUGG, S. 20. SOLTERMANN, S

25 Theoretischer Teil Ökonomische Überlegungen vestitionskosten ist im Gesetz ein anerkannter Bewilligungsgrund für Nacht- und Sonntagsarbeit. 67 Wird anstelle eines Zweischicht- ein Dreischichtmodell notwendig, so hat dies aus ökonomischer Sicht einen Vorteil bzgl. Anlaufzeiten der Maschinen. Noch grösser wird der Vorteil beim ununterbrochenen Betrieb. Die Maschinen müssen über das Wochenende nicht heruntergefahren und am Montag wieder gestartet werden. Die entsprechende Zeit, die zum Abstellen und Hochfahren der Maschinen nötig ist, kann so zur Produktion benutzt werden. Dadurch sind geringere Stückkosten möglich. 68 Nachfrageschwankungen kann der Betrieb mit Einführung bzw. Abbau einer Schichtbelegschaft relativ flexibel ausgleichen. Bei erhöhter Nachfrage kann eine zusätzliche Schicht bzw. Schichtgruppe eingeführt werden, ohne dass zusätzliche Investitionen in Maschinen nötig sind. Bei einem Absatzrückgang entfällt entsprechend die Veräusserung oder Stilllegung von Maschinen. 69 Aus betriebswirtschaftlichen Aspekten geht es vorwiegend um die Beurteilung der Kosten, welche durch die entsprechenden Schichtmodelle verursacht werden. 70 So sind bei der Auswahl der Schichtmodelle die erhöhten Lohnkosten in die Abwägung mit einzubeziehen. Insbesondere die Zuschläge für die Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit sind zu beachten. 71 Zudem können zusätzliche indirekte Kosten zur Einführung und Verwaltung des Schichtmodells entstehen. Daneben sind weitere Aspekte in die Überlegungen einzubeziehen. Darunter fallen u. a. Auswirkungen der Produktivität, Kosten für Unfälle sowie für die Personalrekrutierung. 72 Die Nachtschicht ist jene Schicht mit der tiefsten Produktivität, wodurch im Vergleich die Stückkosten in der Nacht höher liegen als am Tag. 73 In der Nacht herrscht zudem ein erhöhtes Unfallrisiko. 74 Ein weiterer Kostenfaktor kann die erschwerte Personalbeschaffung sein. 75 Mit einzukalkulieren ist auch der erhöhte Energiebedarf in der Nacht. Im Gegensatz zu Tagesarbeiten wird in der Nacht auf künstliches Licht zurückzugreifen sein Wirtschaftliche Unentbehrlichkeit nach Art. 28 Abs. 2 lit. b ArGV 1; SOLTERMANN, S. 88. MÜLLER-SEITZ, S. 38 f. MÜLLER-SEITZ, S. 41. Vgl. GÄRTNER et al., S GÄRTNER et al., S. 111 ff.; Erfolgt der Zuschlag in Form eines Zeitzuschlags so müssen zusätzliche Arbeitnehmer eingestellt werden, die den jährlichen Arbeitsausfall übernehmen. Ansonsten hat der Betrieb eine Einbusse der erzielbaren Jahresproduktion durch den Ausfall von Arbeitsstunden, so MÜLLER-SEITZ, S. 42 f. GÄRTNER et al., S MÜLLER-SEITZ, S. 53. KNAUTH/HORNBERGER, S. 42 ff.; Betriebsunfälle können diverse Mehrkosten verursachen. Zu denken sind an Lohnfortzahlungen, Konventionalstrafen bei Lieferverzug, Prozesskosten oder auch an die Reparatur von Maschinen, nach MÜLLER-SEITZ, S. 54; Guter Überblick zum Thema Auswirkungen von Schichtarbeit auf Arbeitsunfälle liefert PARIDON et al., S. 103 ff. MÜLLER-SEITZ, S. 62 f.: Die Anwerbung und Einarbeitung verursachen Kosten. MÜLLER-SEITZ, S

26 Theoretischer Teil Gestaltung von Schichtarbeit Aufgrund des Gesagten kann nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass Dreischichtarbeit ökonomisch besser ist als bspw. Zweischichtarbeit. Vielmehr muss im Einzelfall unter Bezugnahme aller Einflussmöglichkeiten genau abgewogen werden. 77 IV. Gestaltung von Schichtarbeit A. Arbeitsmedizinische Empfehlungen Nach Art. 6 Abs. 2 ArG i. V. m. Art. 34 Abs. 2 ArGV 1 ist bei der Planung von Schichtarbeit darauf zu achten, dass Gesundheitsgefährdungen und Überbeanspruchungen möglichst vermieden werden. Es ist dabei auf die gesicherten arbeitsmedizinischen und -wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Schichtplangestaltung abzustützen. Es sind dies die folgenden Empfehlungen 78 : Frühzeitige Bekanntgabe des Schichtplans. Regelmässige Schichtfolge. Empfehlenswert sind kurze und schnelle Schichtwechsel. Insbesondere kurze Abfolge von Nachschichten. Max. vier in Folge. Möglichst keine Dauernachtschichten. Keine verkürzten Ruhezeiten zwischen zwei Schichten. Freie Wochenenden einplanen. Lange Arbeitsperioden vermeiden und genügend Erholungstage einstreuen. Schichtlänge der Arbeitsbelastung anpassen. Kürzere Schichten oder Kurzpausen vorsehen. Vorwärtswechsel, damit verkürzte Ruhezeiten vermieden werden können. Frühschicht nicht vor fünf Uhr beginnen. Besser ist möglichst spät. Flexibilität bzgl. Schichtbeginn und ende. Schichtabtausch ermöglichen. Vermeiden von kurzfristigen Änderungen. Einige der hier vertretenen Empfehlungen haben Eingang in Gesetzesvorschriften gefunden. So bspw. der Grundsatz der Vorwärtsrotation nach Art. 34 Abs. 4 Bst. b ArGV 1 oder die erhöhten Anforderungen an die Dauernachtarbeit nach Art. 30 ArGV 1. Obwohl die Wegleitung max. vier aufeinanderfolgende Nachtschichten empfiehlt, sind in einem Musterschichtplan vom SECO für ein Vierschichtmodell sieben aufeinanderfolgende Nachtschichten vorgesehen. 79 Der wöchentliche Zyklus bietet sich aus Praktikabilitätsgründen bei der Planung an MÜLLER-SEITZ, S Empfehlungen nach der Wegleitung zur Verordnung 1 vom SECO, siehe Wegleitung, S Abrufbar unter: <http://www.seco.admin.ch/dokumentation/publikation/00010/00029/02375/index.html?lang =de>, zuletzt besucht am 28. Juni

27 Theoretischer Teil Gestaltung von Schichtarbeit B. Exkurs: Alleinarbeit Als Alleinarbeiter gilt, wer ausserhalb der Sichtweite und Rufdistanz von anderen Arbeitnehmern arbeitet. Im Falle eines Unfalles kann so die Ersthilfe nicht gewährleistet werden. Es ist daher wichtig, dass durch Funk oder Telefonvorrichtungen die Hilfe sichergestellt wird. Dabei muss garantiert werden, dass die Verbindung auf der Gegenseite entsprechend besetzt ist. 80 Häufig sind die Schichtgruppen in verschiedenen Besetzungsstärken über den Tag und die Nacht verteilt. Durch ausgedünnte Schichten ist es möglich, dass allein arbeitende Personen in der Nacht vorgesehen sind. Wird dies in Relation mit dem grundsätzlich erhöhten Unfallrisiko für Nachtarbeiter gebracht, so ist eine funktionierende Erstversorgung umso wichtiger. 81 Im Arbeitsgesetz finden sich neben der allgemeinen Regelung zum Gesundheitsschutz nach Art. 6 Abs. 1 ArG keine Regelungen dazu. Gemäss der SUVA muss für Arbeiten an Maschinen, wo die Gefahr besteht, dass Körperteile von der Maschine erfasst werden, immer eine zweite Person in Rufdistanz anwesend sein. 82 C. Flexibilität in Schichtmodellen Entsprechend dem Bedürfnis können die Dauer und Lage der Schichten verändert werden. 83 Durch Verkürzung der Arbeitszeit kann bspw. die Belastung für Schichtarbeiter durch mehr Ferien abgebaut werden. Die Verkürzung kann über kürzere tägliche Schichtlängen oder über zusätzliche Freitage erreicht werden. Die Verkürzung der Jahresarbeitszeit ist durch zusätzliche Freischichten oder Ferien realisierbar. 84 Durch vorzeitige oder gleitende Pensionierung ist eine Verkürzung der Lebensarbeitszeit umsetzbar. 85 Diese Massnahme ändert aber nichts an der Belastung von Schichtarbeitern während dem Berufsleben. 86 Durch flexible Schichtwechselzeiten oder durch die Möglichkeit des Schichtabtauschs haben die Arbeitnehmer die Möglichkeit kurzfristig vom Plan abzuweichen. 87 Bei Gleitzeit müssen die Arbeitnehmer die gleitenden Schichtwechselzeiten untereinander absprechen. 88 Anstelle einer eingeplanten generellen Übergabezeit zwischen den nachfolgenden Schichten, kann die Übergabezeit auch nur erfolgen, wenn sie tatsächlich notwendig ist. In diesem Fall wird die Merkblatt für allein arbeitende Personen des SECO: <http://www.seco.admin.ch/dokumentation/publikation /00009/00027/02075/index.html?lang=de>, zuletzt besucht am 28. Juni SCHARDT, S. 220 f.; MÜLLER-SEITZ, S. 93. SUVA, S. 25. BLUM/ZAUGG, S. 38. BAILLOD/HOLENWEGER/LEY/SAXENHOFER, S. 226; SCHARDT, S BAILLOD/HOLENWEGER/LEY/SAXENHOFER, S. 226; BLUM, S. 42 f.: Wobei der Arbeitnehmer bei der gleitenden Pensionierung seine Beschäftigung schrittweise und über einen längeren Zeitraum hin reduziert. BAILLOD/HOLENWEGER/LEY/SAXENHOFER, S WÜTHRICH, S. 36. KNAUTH/HORNBERGER, S. 9; BLUM, S. 39: Bei der Gleitzeit wird die Arbeitszeit in eine Zeitspanne mit allgemeiner Anwesenheitspflicht und in einen Zeitraum zur individuellen Verfügung vorgegeben. 13

28 Theoretischer Teil Entwicklung eines Schichtmodells zusätzliche Arbeitszeit auf einem Zeitkonto verrechnet. Ist die Übergabezeit dagegen nicht notwendig, so laufen die Schichten entsprechend dem Schichtplan ohne Übergabezeit. 89 Ein weiteres Flexibilisierungsinstrument ist die unterschiedliche Personalbesetzung, welche nicht konstant über den Tag gleich verteilt sein muss. 90 Auch die Einführung von Teilzeitschichten stellt ein Instrument zur Flexibilisierung dar. 91 Eine andere Möglichkeit besteht in zeitautonomen Arbeitsgruppen. Es handelt sich hierbei um selbstverwaltete Schichtsysteme. Die einzelne Arbeitsgruppe kann frei über die Verteilung der Schichten entscheiden. 92 Die Arbeitnehmer sind selbst verantwortlich von der Einhaltung der individuellen Arbeitszeit über die Pausen und Ruhezeitordnung bis hin zu der Ferienplanung. 93 Bei Modellen mit einer Betriebszeit von 24 Stunden am Tag und sieben Mal die Woche, kann durch die Einführung eines Fünfschichtsystems anstelle eines Vierschichtmodells Flexibilität geschaffen werden. Damit die Arbeitnehmer trotz Fünfschicht auf ihre Anzahl Wochenarbeitszeit kommen, sind Zusatzschichten zu leisten. Diese Zusatzschichten sind flexibel und können den Bedürfnissen des Betriebes und der Arbeitnehmer angepasst werden. 94 V. Entwicklung eines Schichtmodells A. Ermittlung des Besetzungsbedarfs und Festlegung der Schichtarten Ausgangspunkt für die Gestaltung eines Schichtmodells ist die Ermittlung des Besetzungsbedarfs im Wechselspiel mit der Festlegung der Schichtarten. 95 Für den Besetzungsbedarf müssen die Besetzungszeit und Besetzungsstärke bestimmt werden. 96 Die Besetzungsstärke entspricht der Anzahl der gleichzeitig zu besetzenden Arbeitsplätze. Die Besetzungsstärke muss über den Tag nicht konstant verteilt sein. Es ist durchaus HERRMANN, S. 29. KNAUTH/HORNBERGER, S. 68 f.: Bspw. In der Früh- und Spätschicht jeweils doppelte Besetzung. In der Nachtschicht dagegen nur einfache Besetzung, oder ausgedünnte Besetzungsstärke am Wochenende. Vgl. KNAUTH/HORNBERGER, S. 67 f. KNAUTH/HORNBERGER, S. 9. KUTSCHER/WEIDINGER/HOFF, S. 26. HOLENWEGER, S. 12 f.: Bei einer Betriebszeit von 168h pro Woche ergibt dies 33.6 Wochenstunden für den einzelnen Arbeitnehmer in einem Fünfschichtmodell. Im Gegensatz zu einem Vierschichtmodell, wo es genau 42h sind. Die Differenz zur Wochenarbeitszeit (bspw. 42h) ist daher durch Zusatzschichten zu erreichen. Dies ist gleichzeitig eine mögliche Form der Reserveplanung, siehe Gärtner et al., S HERRMANN, S. 24 f. sowie KUTSCHER/WEIDINGER/HOFF, S. 38 ff.: Sie starten mit der Ermittlung der Besetzungszeit und Besetzungsstärke, anders GÄRTNER et al., S. 18: Sie empfehlen zunächst die Schichtarten zu ermitteln und erst in einem zweiten Schritt die Bruttobetriebszeit und den Besetzungsbedarf. KUTSCHER/WEIDINGER/HOFF, S. 39; GÄRTNER et al., S. 15: Sie sprechen von Bruttobetriebszeit anstelle der Besetzungszeit. 14

29 Theoretischer Teil Entwicklung eines Schichtmodells möglich, dass in der Frühschicht mehr Arbeitsplätze als in der Spätschicht zu besetzen sind. 97 Die Besetzungszeit entspricht der Dauer der Besetzung des Arbeitsplatzes. 98 In der Literatur wird anstelle der Besetzungszeit auch von der Bruttobetriebszeit gesprochen. Diese umfasst die Anzahl der bezahlten Arbeitsstunden pro Woche. Nicht mitgerechnet werden unbeaufsichtigte Schichten, in welchen die Maschinen ohne Arbeitnehmer laufen, sowie unbezahlte Pausen. Übergabezeiten und Schulungsschichten sind dagegen mitzurechnen. 99 Bei der Festlegung der Schichtarten ist darauf zu achten, dass die Bruttobetriebszeit abgedeckt wird. 100 Der Betrieb hat zu entscheiden, wie die Dauer und Lage der Schichten, sowie die Anzahl der Schichtbelegschaften auszusehen haben. Die Anzahl der nötigen Schichtbelegschaften ist rechnerisch feststellbar. Dazu sind die Bruttobetriebszeit und die individuelle wöchentliche Arbeitszeit erforderlich. 101 Ist eine Bruttobetriebszeit von 24 Stunden täglich vorgesehen, so ergeben sich verschiedene Möglichkeiten für die Lage und Dauer der Schichten. Denkbar sind zwei Schichten mit einer jeweiligen Dauer von 12 Stunden. Eine zweite Möglichkeit ist die Aufteilung in drei achtstündige Schichten. Ferner sind auch vier Schichten mit einer jeweiligen Schichtdauer von sechs Stunden möglich. Durchaus denkbar sind aber auch Schichten von verschiedener Schichtdauer. Neben der Schichtdauer ist zusätzlich die Lage der Schichten zu bestimmen. Es müssen die Anfangs- und Endzeiten der jeweiligen Schichten festgelegt werden. Hierfür spielt die Anzahl der Schichtbelegschaften eine Rolle. Sind mehr als drei Schichtbelegschaften notwendig, so ist ein Mehrschichtmodell mit Früh-, Spät- und Nachtschicht in Betracht zu ziehen. Häufig entspricht die Anzahl der Schichtbelegschaften auch dem Schichtzyklus, da für gewöhnlich ein wöchentlicher Schichtwechsel erfolgt. 102 B. Reserveplanung Es besteht die Möglichkeit in diesem Stadium der Planung die Reserven zu berücksichtigen. Für den Betrieb stellt sich die Frage, ob er mit Abwesenheiten und Ausfällen von Arbeitnehmern umgehen kann. Dies ist der Fall, wenn zusätzliches Personal über die erforderliche Besetzungsstärke hinaus vorhanden ist. Eine weitere Möglichkeit ist das Vorhandensein einer 97 HERRMANN, S. 28 f. 98 KUTSCHER/WEIDINGER/HOFF, S GÄRTNER et al., S. 15 f.: Bruttobetriebszeit = Arbeitsstunden pro Woche gesamt / Besetzungsstärke; GÄRT- NER et al., S. 33: Bspw. werden fünf Früh- und Spätschichten mit einer Dauer von 8h und einer unbezahlten Pause von ½h gefahren. Die Besetzungsstärke pro Schicht beträgt 2 Pers. Die Bruttobetriebszeit beträgt somit 75 Stunden; SCHÖNFELDER, S. 29: Sie spricht von Betriebszeit. 100 GÄRTNER et al., S SCHÖNFELDER, S. 31: Formel zur Ausrechnung der Schichtbelegschaften: Anzahl Schichtbelegschaften = Betriebszeit / individuelle Wochenarbeitszeit. Demnach sind also bspw. bei einem ununterbrochenen Betrieb mit einer Bruttobetriebszeit von 168 Stunden (Pausen bezahlt) genau vier Schichtbelegschaften notwendig, wenn die vertragliche Wochenarbeitszeit 42h beträgt. 102 SCHÖNFELDER, S

30 Theoretischer Teil Entwicklung eines Schichtmodells Reservegruppe. Sie kann kurzfristig und je nach Bedarf eingeteilt werden. Eine weitere Variante ist die Planung mit einer geringeren Wochenarbeitszeit, wie dies bspw. der Fall ist bei einem Fünfschichtsystem. Die Differenz zur Wochenarbeitszeit können als Reserveschichten genutzt werden. 103 Können die benötigten Arbeitnehmer aus anderen Bereichen herangezogen werden, so ist eine Planung der Reserven nicht notwendig. 104 Der Einsatz zusätzlicher Schichtgruppen oder die erhöhte Mindestbesetzungen dienen als Entlastungsmassnahme. Konkret können bspw. auch Teilzeitkräfte beigezogen werden. Somit sind auch bei Absenzen genügend Reserven vorhanden. 105 Für die Reserveplanung werden die Abwesenheiten rechnerisch bestimmt. Neben den Ferientagen wird ein Prozentsatz aus der Erfahrung für Krankheitstage und andere Absenzen mitgerechnet. Allerdings wird der Personalbestand nicht einfach um den Prozentsatz der Abwesenheit erhöht. Bei den Reserven ist wiederum von einer Abwesenheit auszugehen. 106 C. Bestimmung des Personalbedarfs In einem weiteren Schritt ist der Personalbedarf zu berechnen. 107 Ziel ist die Berechnung der Anzahl Personen, die für den bestimmten Schichtplan insgesamt notwendig sind. Werden alle Arbeitsstunden gesamthaft pro Woche durch die individuelle wöchentliche Arbeitszeit geteilt, so ergibt dies den Personalbedarf. Häufig ergeben sich bei der Berechnung keine ganzen Zahlen. Wird der Personalbedarf mit einer Kommastelle also bspw. 15,06 Personen angegeben, so ist in einem ersten Schritt die wöchentliche Arbeitszeit zum Rechnen auf- oder abzurunden. Resultiert noch immer keine ganze Zahl, so kann die Besetzungsstärke, die Schichtlänge oder die Bruttobetriebszeit entsprechend angepasst werden. 108 D. Konstruktion des Schichtplans 1. Einleitung Sind die Grundlagen geschaffen, so erfolgt die Planerstellung. Hierzu ist eine Auswahl der Planstruktur erforderlich. Die Planstrukturen unterscheiden sich durch die Art ihrer Gruppenbildung. Nachfolgend sollen drei Planstrukturen kurz erläutert werden. Auf Ausführungen zu komplexen Planstruktur wird verzichtet GÄRTNER et al., S. 157 ff. 104 GÄRTNER et al., S BAILLOD/HOLENWEGER/LEY/SAXENHOFER, S GÄRTNER et al., S. 150 ff.: Wobei die korrekte Formel lautet: Personalbedarf = Personalbedarf ohne Reserven / (1 Prozentsatz der Abwesenheit). 107 HERRMANN, S GÄRTNER et al., S Planstrukturen nach GÄRTNER et al., S. 36 ff. 16

31 Theoretischer Teil Entwicklung eines Schichtmodells 2. Klassische Pläne Die einfachste Variante ist die Planstruktur von klassischen Gruppen. Dabei wird jede Schicht jeweils durch eine ganze Schichtgruppe abgedeckt. Die Gruppengrösse entspricht der Besetzungsstärke. So wird bspw. in Früh- und Spätschicht mit einer jeweiligen Besetzungsstärke von vier Personen gearbeitet. Alle vier Personen einer Gruppe sind in der gleichen Schicht anwesend. Klassische Gruppen zeichnen sich durch ihre konstante Besetzungsstärke in jeder Schicht aus. Daher sind klassische Pläne nur möglich, wenn die Bruttobetriebszeit einem Vielfachen der wöchentlichen Arbeitszeit entspricht. Die Anpassung an die Bruttobetriebszeit erfolgt über Überstunden, Anpassung der Schichtlänge, Wegfall einzelner Schichten oder durch Sonderschichten Gruppenkombinationen Bei der Gruppenkombination bestehen viele kleine Gruppen bzw. Einzelpersonen, welche alleine die Besetzungsstärke nicht erfüllen. Nur durch die Kombination der verschiedenen Gruppen kann die gewünschte Besetzungsstärke erreicht werden. Die Gruppen können beliebig untereinander kombiniert werden. Im Gegensatz zu den klassischen Gruppen ist durch die Kombination vieler kleiner Gruppen eine andere Bruttobetriebszeit möglich. Zudem sind feste Teilzeitgruppen umsetzbar Übergrosse Gruppen Charakteristisch für übergrosse Gruppen ist, dass die Gruppengrösse die Besetzungsstärke übersteigt. Auch hier sind andere Bruttobetriebszeiten möglich. Dies soll an folgendem Beispiel verdeutlicht werden. Für ein Zweischichtsystem muss mit mindestens zwei Schichtbelegschaften geplant werden. Die Besetzungsstärke soll vier Personen betragen. Daher müssen die beiden Gruppen aus jeweils fünf Arbeitnehmern bestehen. Einem Arbeitnehmer pro Schicht und Belegschaft wird freigegeben. Die Gruppen werden nicht gemischt, d. h. es ist zeitgleich immer nur eine Schichtbelegschaft im Betrieb anwesend. Durch die Planstruktur der Übergrossen Gruppe können unterschiedliche Besetzungsstärken berücksichtigt werden. Dies ist der Fall, wenn am Wochenende reduziert gearbeitet werden soll Auswahl der entsprechenden Planstruktur Welche Planstruktur am besten auf die entsprechenden Bedürfnisse passt, hängt insbesondere von der Auswahl der Bruttobetriebszeit und der wöchentlichen Arbeitszeit ab. Die Bruttobe- 110 GÄRTNER et al., S. 42 ff. 111 GÄRTNER et al., S. 59 ff. 112 GÄRTNER et al., S. 76 ff. 17

32 Theoretischer Teil Entwicklung eines Schichtmodells triebszeit muss durch die Auswahl der Planstruktur genügend genau abgedeckt werden. Ist die Abweichung von der Wochenarbeitszeit zu hoch, so muss eine andere Planstruktur gewählt werden. Wird eine Gruppenmischung angestrebt, so bietet sich einzig die Gruppenkombination an. Ist dagegen eine Schwankung der Besetzungsstärke vorhanden, bspw. durch Grossaufträge oder saisonale Schwankungen, so ist es vorteilhaft mit übergrossen Gruppen zu planen. Durch die Berechnung der kürzest möglichen Zykluslänge können frühzeitig bestimmte Planvarianten ausgeschieden werden. Die Berechnung der Zykluslänge erfolgt mithilfe des kleinsten gemeinsamen Vielfachen. Dadurch kann eine faire Verteilung der Schichten erfolgen. Jeder Arbeitnehmer soll gleichviel Nacht- und Wochenendschichten leisten müssen. 113 E. Mitwirkungsrechte der Arbeitnehmer Bevor die Arbeitnehmer in der Nacht oder an Sonn- und Feiertagen zum Einsatz gelangen ist ihr Einverständnis einzuholen. 114 Diese Bestimmung gilt auch für den ununterbrochenen Betrieb, da auf die Regelungen der Nacht- und Sonntagsarbeit verwiesen wird. 115 Neben dem benötigten Einverständnis stehen den Arbeitnehmern gewisse Mitwirkungsrechte zu. Dies ist insbesondere der Fall bei der Gestaltung von Schichtplänen und der Organisation der Arbeitszeit. Der Anspruch auf Mitsprache umfasst zudem die vorgesehenen Massnahmen für Nachtarbeit i. S. v. Art. 17e ArG. 116 Bzgl. bewilligungstechnischer Fragen stehen den Arbeitnehmern dagegen keine Mitspracherechte zu. Ob ein ausreichendes Bedürfnis oder die Unentbehrlichkeit vorliegt, ist allein Sache des Gesuchstellers. Die Arbeitnehmer müssen hierzu nicht konsultiert werden. 117 Die Mitwirkungsbestimmungen von Art. 48 ArG gewähren den Arbeitnehmenden oder deren Vertretung im Betrieb einen Anhörungs-, Beratungs- und Begründungsanspruch. Die Arbeitnehmer oder deren Vertretung haben demnach ein Recht auf Information und Mitsprache bei der Gestaltung der Schichtpläne. 118 In der Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz wird weiter konkretisiert, dass die Arbeitnehmer bei bewilligungspflichtigen Schichtplänen beizuziehen sind. Die Alternative, dass auch die Arbeitnehmervertretung angehört werden kann, ist in Art GÄRTNER et al., S. 90 ff.; Eine gleichmässige Verteilung der Schichten wird auch von Gesetzes wegen gefordert, vgl. Art. 25 Abs. 2 ArG. 114 Art. 17 Abs. 6 und Art. 19 Abs. 5 ArG; Wegleitung, S : Die Einwilligung kann auch schriftlich im Arbeitsvertrag eingeholt werden. 115 Art. 24 Abs. 6 ArG. 116 Art. 48 ArG. 117 Wegleitung, S Wegleitung, S ; Wegleitung 3-4, S ff.: Der Begriff Beratung ist im Gesetz nicht näher definiert. Durch die französische und italienische Version kommt aber zum Ausdruck, dass damit gemeinsames überlegen und besprechen gemeint ist. Der Arbeitgeber hat die Anliegen der Arbeitnehmenden nicht bloss zur Kenntnis zu nehmen, sondern muss sich konkret damit auseinandersetzen. 18

33 Theoretischer Teil Entwicklung eines Schichtmodells Abs. 1 ArGV 1 nicht vorgesehen. Die einzelnen Arbeitnehmer sind also in jedem Fall individuell anzuhören, wenn es sich um bewilligungspflichtige Sonderformen der Arbeitszeitbewilligung handelt. Darunter fällt die bewilligungspflichtige Schichtarbeit, während bei bewilligungsfreier Schichtarbeit der Beizug der Arbeitnehmervertretung im Betrieb ausreicht. 119 Die Mitwirkung hat während der Arbeitszeit zu erfolgen und muss vor der zweiwöchigen Frist, die zwischen der Information über den neuen Schichtplan und dessen Einführung liegt, stattfinden. 120 Der Arbeitgeber hat die Arbeitnehmer über den Schichtplan zu Informieren. Ist der Schichtplan bewilligungspflichtig, so ist die entsprechend erteilte Arbeitszeitbewilligung ebenfalls anzuzeigen. Die Pflicht zur Bekanntgabe kann mittels Anschlag oder auf andere geeignete Weise erfolgen. 121 Die Frist von zwei Wochen darf nicht ohne zwingende Gründe verkürzt werden. 122 F. Bewilligungsverfahren für Arbeitszeitbewilligung Schichtarbeit an sich ist bewilligungsfrei möglich. Eine Bewilligung wird erst notwendig, sobald Schichtarbeit in den bewilligungspflichtigen Nacht- oder Sonntagszeitraum fällt. 123 Eine Bewilligung wird also grundsätzlich für den ununterbrochenen Betrieb und für Schichtmodelle mit Nachtschicht verlangt. 124 Hierzu ist ein schriftliches Gesuch nach den Anforderungen von Art. 41 ArGV 1 bei der zuständigen Behörde einzureichen. 125 In diesem Gesuch muss durch den Betrieb die Anzahl der betroffenen Arbeitnehmer sowie die geforderte Dauer der Bewilligung bezeichnet werden. Ferner sind die Schichtpläne einzureichen. Dabei muss der Schichtwechselzeitpunkt wie auch die Verteilung der Arbeitszeit mit den Pausen und Ruhezeiten ersichtlich sein. Für den Nachweis, dass ein dringendes Bedürfnis oder eine Unentbehrlichkeit vorliegt, ist der Gesuchsteller zuständig. Die Begründung kann durch den Fragebogen, welcher vom SECO zur Verfügung gestellt wird oder eigenständig davon erfolgen. 126 Wird von Gesetzes wegen eine medizinische Untersuchung verlangt, so ist auch das Resultat hierüber dem Bewilligungsgesuch beizu- 119 GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 47 ArG, N Wegleitung, S MÜLLER, Art. 47 ArG. 122 Wegleitung, S SOLTERMANN, S Vgl. GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 47 ArG, N Bewilligungsbehörde für Dauerbewilligungen ist das Bundesamt. Für vorübergehende Bewilligungen sind die kantonalen Behörden zuständig, vgl. dazu Art. 24 Abs. 4; Art. 17 Abs. 5; Art. 19 Abs. 4 ArG. 126 Fragebogen abrufbar unter: <http://www.seco.admin.ch/dokumentation/publikation/00010/00029/02097/>, zuletzt besucht am 29. Juni

34 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz legen. 127 Schliesslich ist im Gesuch zu bestätigen, dass das Einverständnis der betroffenen Arbeitnehmer eingeholt wurde. 128 VI. Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz A. Geltungsbereich Arbeitsgesetz 1. In betrieblicher Hinsicht Dem Arbeitsgesetz unterstehen grundsätzlich alle öffentlichen und privaten Betriebe. Das Gesetz findet insbesondere auch Anwendung auf Dienstleistungsbetriebe. 129 Bestimmte Betriebe werden in Art. 2 ArG explizit vom Anwendungsbereich ausgeschlossen. So sind für die Verwaltungen von Bund, Kantonen und Gemeinden die Arbeits- und Ruhezeitvorschriften im Arbeitsgesetz nicht anwendbar. 130 Ausgenommen sind auch die Landwirtschaft, die Gärtnerei, die Fischerei sowie private Haushaltungen. 131 Ebenfalls vom betrieblichen Anwendungsbereich ausgenommen sind Betriebe, die dem Arbeitszeitgesetz unterstehen In persönlicher Hinsicht Das Arbeitsgesetz gilt grundsätzlich für alle Arbeitnehmer, die in einem dem Arbeitsgesetz unterstellten Betrieb beschäftigt sind. Bestimmte Personengruppen sind aber in persönlicher Hinsicht vom Anwendungsbereich ausgenommen. 133 So unterstehen bspw. Personen des geistlichen Standes, die Besatzung von Flugbetriebsunternehmen, Heimarbeitnehmer und Handelsreisende nicht den Arbeits- und Ruhezeitvorschriften im Arbeitsgesetz. Ebenfalls ausgenommen sind Aufseher in Anstalten sowie Lehrer und Erzieher. Weiter ausgenommen sind Arbeitnehmer mit wissenschaftlicher oder künstlerischer Tätigkeit oder solche in höher leitender Tätigkeit GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 49 ArG, N 4; Die Eignung des Arbeitnehmers ist nach Art. 29 Abs. 1 Bst. d ArGV 1 für Arbeitnehmer mit verlängerter Dauer der Nachtarbeit (12h Schicht inkl. 2h Pause) durch eine medizinische Untersuchung festzustellen, sofern es sich um dauernde und regelmässig wiederkehrende Nachtarbeit handelt. Ebenso bei Nachtarbeit von mehr als 12 Wochen ohne Wechsel mit Tagesarbeit, vgl. dazu Art. 30 Abs. 2 Bst. c i. V. m. Art. 29 Abs. 1 Bst. d ArGV Art. 41 Bst. e ArGV Wegleitung, S : Im Sinne des Arbeitsgesetzes erfordert der Begriff des Betriebes die Anstellung mindestens eines Arbeitnehmers. 130 Wegleitung, S : Die Verwaltung erstreckt sich auch auf ausgegliederte Verwaltung in öffentlichen Anstalten wie Spitäler, soweit sie öffentlich-rechtlich organisiert sind. 131 REHBINDER, Rz Wegleitung, S : Es handelt sich dabei um Betriebe wie die Schweizerischen Bundesbahnen, die Schweizerische Post, Unternehmen für öffentlichen Linienverkehr sowie Schifffahrts- und Luftseilbahnunternehmen. 133 REHBINDER, Rz Art. 3 ArG; Wegleitung, S ff. 20

35 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz B. Bewilligungsfreie Schichtarbeit 1. Einleitung Grundsätzlich ist Schichtarbeit bewilligungsfrei möglich. Entsprechende Bewilligungen sind erst einzuholen, wenn die Schichtarbeit in der Nacht und an Sonn- und Feiertagen stattfinden soll. 135 Die ein- und zweischichtige Arbeit ist also ohne Bewilligung möglich, solange nicht in der Nacht und an Sonn- und Feiertagen gearbeitet wird. Nachfolgend sollen die Voraussetzungen für die Ein- und Zweischicht erläutert werden. 2. Arbeitszeitvorschriften a) Definition Arbeitszeit Unter Arbeitszeit ist die Zeit, während der sich der Arbeitnehmer zur Verfügung des Arbeitgebers halten muss, zu verstehen. Nicht unter Arbeitszeit fallen Pausen. Auch Pausen die der Arbeitnehmer im Betrieb verbringen muss, fallen nicht unter Arbeitszeit, solange er sie als Freizeit verbringen kann. Muss die Pause aber zwingend im Betrieb erfolgen und der Arbeitnehmer darf den Arbeitsplatz nicht verlassen, damit er jederzeit eingreifen könnte, so wird die Pause an die Arbeitszeit angerechnet. 136 Die Schichtdauer entspricht der Arbeitszeit inklusive Pausen. Dies im Gegensatz zur Berechnung der täglichen Arbeitszeit, wo die Pausen i. d. R. nicht mit eingerechnet werden. Ausnahmsweise geleistete Überstunden werden der Schichtdauer nicht zugerechnet. Wird dagegen die Schicht vorübergehend verlängert und entsprechend ein Zuschlag vergütet, so gehört dies zur Schichtdauer dazu. 137 Vom Schichtdienst zu unterscheiden ist der Pikettdienst. Pikettdienst liegt vor, wenn sich der Arbeitnehmer neben seiner normalen Arbeit für allfällige Störungen, Notsituationen, Kontrollgänge oder ähnliche Sonderereignisse bereithält. Wird der Pikettdienst im Betrieb selber geleistet, so stellt dies Arbeitszeit dar. 138 Wird der Arbeitnehmer beigezogen und muss daher nicht direkt im Betrieb anwesend sein, so gilt als Arbeitszeit nur jene Zeit, wofür er auch tatsächlich herangezogen wurde SOLTERMANN, S MÜLLER, Art. 9 ArG, N 1; Vgl. auch BGer, Urteil vom 6. Oktober 2010, 4A_343/2010 E. 4.4; Art. 18 Abs. 5 ArGV 1: Als Arbeitsplatz wird jeder Ort, wo sich der Arbeitnehmer zur Ausführung der ihm zugewiesenen Arbeit aufzuhalten hat, verstanden. 137 HÖLTING, S. 86 f. 138 Entscheid des Verwaltungsgerichts ZH vom , PB E REHBINDER, Rz. 437; MÜLLER, Art. 9 ArG, N 1: Piketteinsätze in der Nacht, am Wochenende oder an Feiertagen benötigen eine Arbeitszeitbewilligung. Ausgenommen von der Bewilligungspflicht sind die Betriebe, die den Sondervorschriften von ArGV 2 unterstehen, sofern in diesen Betrieben bewilligungsfrei Nacht- und Sonntagsarbeit geleistet werden darf. Ausgenommen von der Arbeitszeitbewilligung sind zudem Einsätze bei Sonderfällen nach Art. 26 ArGV 1. 21

36 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz b) Wöchentliche Höchstarbeitszeit Die wöchentliche Höchstarbeitszeit beträgt nach Art. 9 Abs. 1 Bst. a ArG für Arbeitnehmer in Industrie, Büropersonal, technische und andere Angestellte mit Einschluss des Verkaufspersonals in Grossbetrieben des Detailhandels grundsätzlich 45 Stunden. 140 Für alle übrigen Arbeitnehmer beträgt die wöchentliche Höchstarbeitszeit 50 Stunden (Bst. b). Die wöchentliche Höchstarbeitszeit kann gemäss Art. 9 Abs. 3 ArG durch Verordnung zeitweise um höchstens vier Stunden verlängert werden, falls die Höchstarbeitszeit im Jahresdurchschnitt nicht überschritten wird. 141 Eine Verlängerung ohne Ausgleich ist nur durch die Bewilligung des SECO und sofern zwingende Gründe vorliegen gestattet (Abs. 4). Darüber hinaus ist eine dauernde oder zeitweise Verlängerung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit von mehr als vier Stunden nach Art. 27 ArG durch Verordnung möglich. 142 Die wöchentliche Arbeitszeit kann auf die einzelnen Tage unter Beachtung der Arbeits- und Ruhezeitvorschriften frei verteilt werden. 143 Zu Unterscheiden ist die wöchentliche Höchstarbeitszeit von der zeitweisen Überschreitung aufgrund Überzeitarbeit (Art. 12 ArG) oder vom Ausgleich ausfallender Arbeitszeit (Art. 11 ArG). 144 c) Tages- und Abendarbeit aa) Grundsatz Das Arbeitsgesetz unterteilt den Arbeitstag in Tages-, Abend- und Nachtarbeit. 145 Von Tagesarbeit wird innerhalb des Zeitraums von 6 Uhr bis 20 Uhr gesprochen. Als Abendarbeit gilt die Zeit zwischen 20 Uhr und 23 Uhr. Innerhalb des Zeitraums von 6 Uhr bis 23 Uhr muss die Arbeitszeit des einzelnen Arbeitnehmers unter Einschluss der Pausen und Überzeit innerhalb von 14 Stunden liegen. 146 Über den Gesetzeswortlaut hinaus, muss auch der Ausgleich ausfal- 140 Wegleitung, S : Der Begriff technische und andere Angestellte umfasst sämtliche Arbeitnehmenden, welche im Büro und büroähnlichen Berufen tätig sind. Nicht unter diesen Begriff fallen Arbeitnehmer im Gesundheitsbereich, Krankenastalten und Heimen. Ein Betrieb im Detailhandel gilt als Grossbetrieb, wenn mindestens 50 Arbeitnehmer tätig sind. 141 REHBINDER, Rz. 438: Dies ist insbesondere möglich für Betriebe mit erheblichen saisonalen Schwankungen des Arbeitsanfalls. Die Verlängerung kann ohne Bewilligung angeordnet werden, wenn der Schichtplan nicht bewilligungspflichtig ist, vgl. dazu Art. 22 ArGV MÜLLER, Art. 9 ArG, N REHBINDER, Rz REHBINDER, Rz. 439: Die Überzeitarbeit beginnt sobald die wöchentliche Höchstarbeitszeit überschritten wird. Täglich dürfen höchstens 2 Stunden Überzeit geleistet werden und im Jahr nicht mehr als 170 Stunden bei einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit von 45 Stunden bzw. 140 Stunden bei einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit von 50 Stunden, vgl. dazu Art. 12 Abs. 2 ArG; Die Überzeitarbeit nach Art. 12 f. ArG ist zwingend von der Überstundenarbeit nach Art. 321c OR zu Unterscheiden; Vgl. dazu auch die Ausführungen von GEISER/MÜLLER, Rz. 313 ff. 145 Art. 16 ArG; Vgl. auch MÜLLER, Art. 10 ArG. 146 Art. 10 Abs. 3 ArG. 22

37 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz lender Arbeitszeit innerhalb dieser 14 Stunden eingeschlossen sein. 147 Innerhalb dieser Zeit kann die Lage der Arbeitszeit vertraglich frei vereinbart werden zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. 148 Bei Zweischichtarbeit, die nicht in den Nachtzeitraum fällt, dürfen die einzelnen Schichten inklusive Pausen nicht länger als 11 Stunden betragen nach Art. 34 Abs. 3 ArGV 1. Im Gesetz ist ausdrücklich nur die Zweischichtarbeit erwähnt. Es stellt sich daher die Frage, ob für die Einschichtarbeit diese Sonderregelung ebenfalls zur Anwendung gelangt, oder ob die allgemeine Regelung von Art. 10 Abs. 3 ArG mit den 14 Stunden, Anwendung findet. Weder in den Materialien noch in der Literatur lässt sich dazu etwas finden. Die Sonderbestimmungen für Schichtarbeit haben zum Ziel die Belastung von Schichtarbeit nicht noch zusätzlich zu erhöhen. 149 Die Einschicht stellt aber m. E. keine erhöhte Belastung dar im Vergleich zu Arbeitern, welche nicht in Schicht arbeiten. Es erfolgt insbesondere kein Schichtwechsel von der Früh- in die Spätschicht. Die Schicht bleibt konstant, einzig die Arbeitnehmer wechseln sich tageweise ab. Dafür spricht auch die fehlende Erwähnung der Einschicht in Art. 34 Abs. 3 ArGV 1, vielmehr ist sogar ausdrücklich nur die zweischichtige Tagesarbeit erwähnt. Daher ist m. E. die Regelung von Art. 10 Abs. 3 ArG mit der längeren Arbeitszeit auf die Einschicht anwendbar. bb) Abendarbeit 150 In der Revision des Arbeitsgesetzes auf den 1. August 2000 wurde die Abendarbeit eingeführt. Die Beschäftigung von Arbeitnehmern im Zeitraum von 6 Uhr bis 23 Uhr ist seither bewilligungsfrei möglich. 151 Um trotzdem eine Kontrollmöglichkeit zu wahren, wurde in Art. 47 Abs. 2 ArG die Möglichkeit geschaffen, für bestimmte Arbeitszeitsysteme durch Verordnung eine Meldepflicht für die Schichtpläne einzuführen. 152 Ein Zuschlag für die Abendarbeit ist im Gesetz nicht vorgesehen. Ob und wie Zuschläge für die Abendarbeit bezahlt werden, muss daher in den einzelnen Arbeitsverträgen geregelt werden. 153 Die Einführung von Abendarbeit benötigt die Anhörung der betroffenen Arbeitnehmer oder deren Vertretung. Der Begriff Anhörung wird im Gesetz nicht definiert. Nach der Lehre wird 147 GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 10 ArG, N MÜLLER, Art. 10 ArG, N Vgl. Wegleitung, S Ausnahmen gelten für bestimmte Personengruppen. Jugendliche bis zum 16. Altersjahr sowie schwangere Frauen ab der 8. Woche vor der Niederkunft dürfen keine Abend- und Nachtarbeit leisten. Für ältere Jugendliche ist Abendarbeit bis 22 Uhr zulässig, Art. 31 Abs. 2 ArG sowie bzgl. schwangere Frauen Art. 35a ArG. 151 BBl 1994, S. 178; BBl 1998, S. 1401; BGer, Urteil vom 7. November 2005, 2A.640/2004 E. 2.2, in: JAR 2006, S BBl 1994, S. 178; Nach MÜLLER, Art. 47 Abs. 2 ArG wurde von diesem Instrument bisher kein Gebrauch gemacht. 153 NR 1997, S. 2798: Wonach das Parlament kein Signal zum Abbau von bestehenden Zuschlägen für die Abendarbeit geben wollte. 23

38 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz das Recht auf Meinungsäusserung darunter verstanden. 154 Aus den Materialien ist ersichtlich, dass unter Anhörung primär Information und nicht Mitbestimmung gemeint ist. Die Anhörung umfasst lediglich das minimale Recht informiert zu werden und die Möglichkeit auf Kundgabe der eigenen Meinung gegenüber dem Arbeitgeber. 155 Gemäss der Wegleitung zum Arbeitsgesetz hat das Anhörungsverfahren nach den Grundsätzen der Mitwirkungsbestimmungen von Art. 48 ArG zu erfolgen. 156 In Art. 48 Abs. 2 ArG ist die Anhörung als Teil der Mitsprache explizit erwähnt. Da die Anhörung als Teil der Mitsprache definiert ist, ist anzunehmen, dass die anderen erwähnten Teilaspekte wie die Beratung und Begründung im Begriff der Anhörung nicht enthalten sind. 157 Gemäss MÜLLER handelt es sich bei der Anhörung nicht um ein gemeinsames Erörtern und Abwägen von Gründen. Es bestehe daher auch keine Pflicht, eine abweichende Entscheidung zu begründen. 158 Sowohl die Anhörung als auch der Entscheid des Arbeitgebers sind jedoch zu dokumentierten. 159 Abendarbeit benötigt nicht die Zustimmung der Arbeitnehmer und kann gegen ihren Willen eingeführt werden. 160 Die Einführung der Abendarbeit wird i. d. R. zusammen mit der Organisation der Arbeitszeit und der Gestaltung der Schichtpläne erfolgen (Art. 48 Abs. 1 lit. b ArG). Daher ist in der Praxis eine Trennung zwischen den beiden Mitwirkungsrechten Anhörung und Beratung wohl nicht nötig. 161 Entsprechend der Rechtsprechung zur Massenentlassung 162 ist der Zeitpunkt der Anhörung so zu wählen, dass ein minimaler Einfluss auf die Entscheidung des Arbeitgebers noch möglich ist. Dies ist nur der Fall, wenn die Anhörung nicht direkt vor der Einführung der Abendarbeit erfolgt, sondern bereits vor der Entscheidung über die Einführung von Abendarbeit an sich. 163 Mit der Einführung von Abendarbeit stellen sich gewisse Fragen. Unklar nach Gesetzestext ist bspw. ob jedes Mal wenn Abendarbeit geleistet werden soll eine Anhörung erfolgen muss. Denkbar wäre auch, dass die Anhörung nur bei erstmaliger Abendarbeit notwendig ist. Den Materialien lässt sich entnehmen, dass die Anhörung nur einmal für den ganzen Zeitraum 154 MÜLLER, Art. 10 ArG, N NR 1997, S. 2798; Vgl. auch MÜLLER, Art. 10 ArG, N Wegleitung, S ; Vgl. dazu die Ausführungen zur Mitwirkung vorne, S GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 10 ArG, N MÜLLER, Art. 10 ArG, N GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 10 ArG, N 13: Die Dokumentationspflicht von Art. 46 ArG erstreckt sich auf die Anhörung. 160 GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 10 ArG, N 9: Nach ihnen ist dies aus privatrechtlicher Sicht allerdings zu relativieren. Hat der Arbeitnehmer im Arbeitsvertrag eine Arbeitszeit bis 18 Uhr, so könne er nicht einseitig ohne seine Zustimmung zu Abendarbeit gezwungen werden. 161 MÜLLER, Art. 10 ArG, N BGE 130 III 102 E.4 = Pra 2004 Nr. 143, in: JAR 2004, S GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 10 ArG, N

39 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz notwendig ist. Soll jedoch zusätzliche Abendarbeit oder sonst eine Änderung erfolgen, so ist eine weitere Anhörung notwendig. 164 Nach Gesetz ist ebenfalls unklar, ob die Anhörung nur bei regelmässiger Abendarbeit oder auch bei ausserordentlicher Abendarbeit im Rahmen von Überzeit- oder Ausgleichsarbeit erfolgen muss. 165 GEISER/VON KAENEL/WYLER verneinen dies. Das Arbeitsgesetz spreche von Einführung der Abendarbeit, was eher auf Regelmässigkeit schliessen lasse und daher auf ein Arbeitszeitmodell. Zur Unterstützung dieser Aussage verweisen sie auf die Regelungen der Überzeit in Art. 25 und Art. 26 ArGV 1, welche nur Beschränkungen bzgl. Nacht- und Sonntagsarbeit enthalten, nicht aber über die Abendarbeit. Weiter argumentieren sie mit dem Zusammenhang zwischen Art. 10 und Art. 47 ArG, wobei die Publikationspflichten auf den regelmässigen Schichtplan bezogen sind. 166 Die Materialien äussern sich zu diesem Thema nicht. Weiter ist unklar, ob die Anhörung nur mündlich oder auch auf schriftlichem Wege erfolgen kann. Es stellt sich die Frage, ob es ausreicht, die entsprechende Information am Anschlagbrett anzubringen und die Meinungen der Arbeitnehmenden entgegenzunehmen. Wer sich dazu äussern will, müsste in diesem Fall von sich aus zum Arbeitgeber gehen. Wobei sich hier wiederum die Frage stellt, ob die Stellungnahme ebenfalls mündlich oder schriftlich zu erfolgen hat. 167 Strikt nach dem Wortsinn des Gesetzestextes ist die mündliche Stellungnahme vorgesehen. GEISER/VON KAENEL/WYLER sprechen sich dennoch für die Zulässigkeit von schriftlichen Stellungnahmen aus, sofern die Kenntnisnahme des Arbeitnehmers sichergestellt ist. 168 Dem steht nichts entgegen. Warum sollte nicht auch die schriftliche Stellungnahme zulässig sein, wenn es die mündliche sowieso ist. Der umgekehrte Fall wäre problematischer. Offen bleibt, was für Sanktionen bei fehlender Anhörung drohen. Insbesondere, ob bloss die nachträgliche Anhörung angeordnet wird, oder ob allenfalls die Abendarbeit verboten werden kann, solange die Anhörung nicht ordnungsgemäss durchgeführt wird. 169 Das Gesetz sieht Verwaltungsmassnahmen vor, wonach die Behörde die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften verlangen kann. 170 In der Literatur wird neben der Anordnung der Anhörung auch ein Verbot der Abendarbeit für zulässig erachtet, solange die Anhörung ausbleibt. Allerdings hat eine Interessenabwägung nach Art. 53 ArG zu erfolgen, wodurch Zurückhaltung im Um- 164 NR 1997, S Vgl. GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 10 ArG, N GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 10 ArG, N GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 10 ArG, N GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 10 ArG, N GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 10 ArG, N Art. 51 f. ArG. 25

40 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz gang mit dem Verbot geboten ist. Keine Anwendung finden die strafrechtliche Sanktion von Art. 59 ArG. Die Abendarbeit ist zwar eine Vorschrift über die Arbeits- und Ruhezeit, sie ist aber bewilligungsfrei möglich. Es erfolgt allein eine Verletzung der Anhörungsrechte, daher ist eine strafrechtliche Sanktion zu weit gegriffen. 171 cc) Verschiebung der Tages- und Abendgrenze Der Tageszeitraum von 17 Stunden kann maximal eine Stunde vor- oder nachverschoben werden. Hierzu benötigt es die Zustimmung der Arbeitnehmervertretung im Betrieb oder wenn es keine solche gibt, die Mehrheit der betroffenen Arbeitnehmer. Die betriebliche Tagesarbeit darf allerdings nicht auf 19 Stunden ausgedehnt werden, sondern bleibt unverändert bei 17 Stunden. 172 Es ist einzig eine Verschiebung der Lage möglich. Die Lage der Arbeitszeit kann entweder von 7 Uhr bis 24 Uhr oder aber von 5 Uhr bis 22 Uhr verschoben werden. Hierfür ist keine Bewilligung notwendig. 173 Im Gegensatz zur Einführung von Abendarbeit ist bei der Verschiebung der Tages- und Abendarbeit die Zustimmung der Arbeitnehmervertretung oder der Mehrzahl der betroffenen Arbeitnehmer erforderlich. Es kommt ihnen ein echtes Mitbestimmungsrecht zu. Verweigern sie die Zustimmung, so ist eine Verschiebung nicht möglich und kann auch nicht einseitig vom Arbeitgeber angeordnet werden. 174 Bei Arbeitnehmern, welche später in den Betrieb eintreten, ist davon auszugehen, dass sie ihre Zustimmung durch Eintritt in dieses Arbeitszeitsystem gegeben haben. 175 Es ist immer nur die Rede von der Verschiebung der Tages- und Abendarbeit in einem Block zusammen. Eine blosse Verschiebung der Tagesarbeit in den Abendzeitraum von 20 Uhr auf 21 Uhr ist daher wohl nicht erfasst. Wäre dies der Fall, so könnte die Anhörung umgangen werden, welche für die Einführung von Abendarbeit vorgeschrieben ist. 176 Bei fehlender Zustimmung der Arbeitnehmer liegt Nachtarbeit für den Zeitraum, indem die Tages- und Abendarbeitszeit überschritten wird, vor. Dies hat zur Folge, dass die entsprechenden Vorschriften der Nachtarbeit eingehalten werden müssen und Lohn- oder Zeitzuschläge geschuldet sind. 177 Da in den meisten Fällen auch eine Bewilligung für die Nachtarbeit fehlen dürfte, hat die Behörde entsprechende Verwaltungsmassnahmen nach Art. 51 f. ArG zu treffen. Darüber hinaus macht sich der Arbeitgeber strafbar, wenn er Arbeitnehmer 171 GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 10 ArG, N 14 f. 172 Art. 10 Abs. 2 ArG; Wegleitung, S f. 173 MÜLLER, Art. 10 Abs. 2 ArG, N Wegleitung, S f. 175 BBl 1994, S. 178: Wobei die Zustimmung ausdrücklich oder stillschweigend sein kann. 176 GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 10 Abs. 2 ArG, N 18; So bspw. MÜLLER, Art. 10 Abs. 2, N 1; BBl 1994, S. 162; Wegleitung, S f. 177 GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 10 Abs. 2 ArG, N

41 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz ohne Bewilligung in der Nacht arbeiten lässt. Im Gegensatz zur fehlenden Anhörung wird hier eine materielle Gesetzesbestimmung verletzt, wodurch die strafrechtlichen Sanktionen zum Zuge kommen. 178 d) Überzeitarbeit bei Schichtbetrieb Überzeit darf unter Vorbehalt von Art. 26 ArGV 1 grundsätzlich nur als Tages- und Abendarbeit getätigt werden. Zulässig ist dies im Zeitraum von 6 Uhr bis 23 Uhr. Durch Verschiebung der Tages- und Abendarbeit um eine Stunde kann sich der Zeitraum um eine Stunde vor- oder nachverschieben. Die Überzeitarbeit muss dabei zusammen mit der Normalarbeitszeit innerhalb dieses Zeitraums liegen und darf nur an Werktagen geleistet werden. 179 Bei Zweischichtarbeit ist Überzeitarbeit nur an arbeitsfreien Werktagen gestattet, sofern an diesen Tagen keine gesetzlichen Ruhe- oder Ausgleichsruhezeiten bezogen werden. 180 Überzeit stellt eine zusätzliche Belastung zur Schichtarbeit dar. Zudem wird davon ausgegangen, dass ein Schichtbetrieb bei richtigem Personaleinsatz auch genügend Arbeitnehmer zur Verfügung hat. Die betroffenen Arbeitnehmer müssen ihr Einverständnis geben, weil es sich i. d. R. um eine Vertragsänderung handelt. 181 Wie bereits bei der Arbeitszeit stellt sich die Frage, welche Regelung für die einschichtige Arbeit gilt. Aus den gleichen Überlegungen sollte m. E. die Grundregel nach Art. 12 ArG zur Anwendung gelangen. 3. Ruhezeit a) Grundsatz Das Arbeitsgesetz unterscheidet in Pausen, tägliche Ruhezeit und in wöchentliche Ruhezeit. 182 Diese drei Arten sollen nachfolgend erläutert werden. b) Pausen Bei einer täglichen Arbeitszeit von mehr als fünfeinhalb Stunden ist nach Art. 15 Abs. 1 ArG eine Pause von 15 Minuten einzulegen. Bei einer Arbeitszeit von mehr als sieben Stunden eine Pause von 30 Minuten und bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden eine Pause von einer Stunde. Das Gesetz spricht zwar von täglicher Arbeitszeit, gemeint sind aber die einzelnen Arbeitsperioden. Wird die tägliche Arbeitszeit bspw. durch die Mittagspause unterbrochen, so muss eine zusätzliche Pause nur gewährt werden, wenn eine der beiden Arbeits- 178 GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 10 Abs. 2 ArG, N 24: Es handelt sich um eine Verletzung von Art. 16 ArG. 179 MÜLLER, Art. 12 Abs. 2, N. 1; Zulässig sind max. 2h Überzeit pro Tag, ausser an arbeitsfreien Werktagen nach Art. 12 Abs. 2 ArG, vgl. dazu auch die Ausführungen zur wöchentlichen Arbeitszeit vorne, S Art. 34 Abs. 3 ArGV Wegleitung, S REHBINDER, Rz

42 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz perioden fünfeinhalb Stunden übersteigt. Die Arbeitsperiode berechnet sich also nach der tatsächlichen Arbeitszeit, wobei die Pausen grundsätzlich nicht mitgerechnet werden. 183 Dürfen die Arbeitnehmer den Arbeitsplatz nicht verlassen, so gilt die Pause als Arbeitszeit. Die betreffende Pausenzeit wird hier einerseits als Mindestpause angerechnet, andererseits gilt sie gleichzeitig als volle Arbeitszeit. Dadurch wird auf diese Zeit wiederum ein Pausenanteil fällig, falls diese Zeit zusammen mit der Arbeitszeit einen erneuten Pausenanspruch erfüllt. 184 Voraussehbare Überzeit muss in die Länge der Arbeitszeit eingerechnet werden und kann daher Einfluss auf die Mindestpause haben. Bei Überzeitarbeit im Anschluss an die ordentliche Arbeitszeit, welche nicht vorhersehbar war, muss der Rest der Pause später nachgewährt werden. 185 Die Dauer der Pausen können jederzeit länger vereinbart werden. Es handelt sich bei den gesetzlichen Bestimmungen lediglich um Mindestwerte. 186 c) Tägliche Ruhezeit Die tägliche Ruhezeit muss gemäss Art. 15a Abs. 1 ArG mindestens 11 aufeinander folgende Stunden betragen. 187 Liegt die Berechtigung zur Nachtarbeit nicht vor, so muss die tägliche Ruhezeit zwingend den Nachtzeitraum umfassen. 188 Einmal in der Woche kann die Ruhezeit für erwachsene Arbeitnehmer bis auf acht Stunden herabgesetzt werden, sofern im Durchschnitt von zwei Wochen die Dauer von 11 Stunden eingehalten wird (Abs. 2). Eine solche Abweichung kann beim Schichtwechsel in bestimmten Schichtsystemen nötig sein. Eine weitere Verkürzung der täglichen Ruhezeit in der gleichen Woche ist nicht zulässig. 189 Wird die tägliche Ruhezeit verkürzt, so muss sie innerhalb von zwei Wochen wieder ausgeglichen werden und der Arbeitnehmer darf beim darauffolgenden Einsatz nicht zu Überzeiteinsätzen nach Art. 19 Abs. 2 i. V. m. Art. 25 ArGV 1 beigezogen werden. 190 d) Wöchentlicher Ruhezeit Der wöchentliche Ruhetag ist grundsätzlich der Sonntag. Bei einer 6-Tage Woche wird er durch einen weiteren freien Halbtag ergänzt. 191 Das Sonntagsverbot gilt für den Zeitraum von Samstag 23 Uhr bis Sonntag 23 Uhr. Der wöchentliche Ruhetag muss neben diesen 24 Stun- 183 MÜLLER, Art. 15, N. 2; Art. 18 Abs. 2 ArGV 1: Die Pausen werden in der Mitte der Arbeitszeit angesetzt. 184 MÜLLER, Art. 15 Abs. 2 ArG. 185 MÜLLER, Art. 15, N Wegleitung, S Art. 31 Abs. 2 ArG; Art. 10 f. ArGV 5: Für jugendliche Arbeitnehmer beträgt die tägliche Ruhezeit 12 Stunden. 188 Wegleitung, S. 015a-1: Wobei die Berechtigung zur Nachtarbeit entweder durch Arbeitszeitbewilligung oder durch Sonderbestimmung nach ArGV 2 vorliegt. 189 Wegleitung, S. 015a MÜLLER, Art. 15a Abs. 2 ArG. 191 MÜLLER, Art. 18 Abs. 1 ArG.; Vgl. auch Art. 18 ff. ArG. 28

43 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz den auch die 11 Stunden der täglichen Ruhezeit umfassen, wodurch insgesamt 35 Stunden Ruhezeit zu gewähren sind. 192 e) Jährliche Ruhezeit Die jährliche Ruhezeit ist als Anspruch auf Ferien im Obligationenrecht geregelt. Die Arbeitnehmer haben Anspruch auf vier Wochen Ferien jährlich Schichtenwechsel Bei Schichtarbeit ist auf eine ausgewogene Verteilung der Schichten zu achten. Grundsätzlich darf der einzelne Arbeitnehmer nicht länger als sechs Wochen in der gleichen Schicht verbringen. 194 Mit Einverständnis der betroffenen Arbeitnehmer darf nach Art. 25 Abs. 3 ArG auf den Schichtwechsel verzichtet werden. Dazu muss der Arbeitnehmer seine Gründe für den Verzicht auf den Wechsel dem Arbeitgeber mitteilen. Ein Verzicht auf den Wechsel ist zudem möglich bei Teilzeitarbeit. Dazu muss einer der Schichten wesentlich kürzer sein und darf nicht mehr als fünf Stunden betragen. Die Tagesschicht dauert bspw. fünf Stunden, nämlich von 7 Uhr bis 12 Uhr und die Abendschicht von 12 Uhr bis 23 Uhr. In diesem Fall kann auf den Schichtwechsel verzichtet werden. Die maximale Schichtdauer von 11 Stunden, Pausen inbegriffen, ist im vorliegenden Beispiel gewahrt. Die Betriebszeit beträgt 16 Stunden und ist bewilligungsfrei möglich Gestaltungsmöglichkeiten a) Einschicht Bei Einschichtmodellen werden die Arbeitsplätze mehrfach besetzt. Dies hat zur Folge, dass nicht mehr jeder einzelne Arbeitnehmer während der gesamten Betriebszeit anwesend ist. 196 Verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten sind denkbar. Bei der Springerorganisation können bspw. vier Arbeitnehmer an ihrem Stammarbeitsplatz arbeiten, während der fünfte Arbeitnehmer die Springerfunktion übernimmt. Er gelangt so auf allen vier Arbeitsplätzen abwechselnd zum Einsatz. Ist er eingeteilt, so hat der jeweilige Stammarbeiter einen freien Tag. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Form der Stellvertretung. Die Arbeitnehmer Eins und Fünf arbeiten an ihrem Stammarbeitsplatz, während die restlichen Arbeitnehmer abwechselnd an den zwei anderen Arbeitsplätzen eingeteilt werden. Denkbar ist auch eine vollständige Job 192 Wegleitung, S Art. 329a OR: Bis zum vollendeten 20. Lebensjahr besteht ein Anspruch auf fünf Wochen Ferien. Für weitergehende Ausführungen vgl. GEISER/MÜLLER, Rz. 488 ff. 194 Wegleitung, S Wegleitung, S KUTSCHER/WEIDINGER/HOFF, S

44 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz Rotation, wobei alle Arbeitnehmer auf sämtlichen Arbeitsplätzen eingesetzt werden. 197 Durch die Einschicht kann die Fünf-Tage-Woche auf den Samstag ausgedehnt werden. Dafür sind keine Zuschläge notwendig. 198 Möglich ist auch die Ausdehnung auf den Sonntag, allerdings ist dazu eine Bewilligung für Sonntagsarbeit einzuholen. Mit zwei Gruppen könnte ein Einschichtmodell bspw. wie folgt aussehen. Die beiden Gruppen arbeiten im Wechsel jeweils für vier Tage nacheinander zu zehn Stunden. Anschliessend haben sie vier Tage frei. Durch die Regelmässigkeit ist bereits anfangs Jahr für die Arbeitnehmer ersichtlich, wie sie zur Arbeit eingeteilt sind. 199 Die Sonderregelungen zur Schichtarbeit, wie etwa über den Schichtenwechsel, finden keine Anwendung. Es sind stattdessen die allgemeinen Arbeits- und Ruhezeitvorschriften zu beachten. b) Zweischichtbetrieb Die Zweischicht ist bewilligungsfrei, solange sie innerhalb des Zeitraums von 6 Uhr bis 23 Uhr bzw. um eine Stunde vor- oder nachverschoben stattfindet. 200 Denkbar sind bspw. eine Frühschicht von 6 Uhr bis 15 Uhr und eine Spätschicht von 14 Uhr bis 23 Uhr. Bei diesem Beispiel bestehen die beiden Schichten aus neun Stunden, wobei eine Stunde Übergabezeit eingerechnet ist. Bei einer Arbeitszeit von neun Stunden haben die Arbeitnehmer Anrecht auf eine Stunde Pause. 201 Für die Pause am Morgen sowie am früheren Abend sind daher Springer notwendig, sofern die Maschinen bzw. der Arbeitsplatz nicht unbeaufsichtigt gelassen werden kann, welche die Pausenablösung übernehmen. Soll die Betriebszeit auf 18 Stunden ausgedehnt werden, so ist eine Bewilligung notwendig. Dies ist der Fall, wenn in zwei Schichten mit einer jeweiligen Dauer von neun Stunden ohne Übergabezeit geplant wird. 202 C. Bewilligungspflichtiger Zwei- und Dreischichtbetrieb 1. Einleitung Der Zwei- und Dreischichtbetrieb mit Nacht- und Feiertagsarbeit von Montag bis Samstag ist bewilligungspflichtig, sofern es sich nicht um einen Betrieb handelt, der gemäss der Verordnung 2 zum Arbeitsgesetz von der Bewilligungspflicht für Nachtarbeit ausgenommen ist. 203 Reicht die Nachtarbeit in den Zeitraum des Sonntags rein, so muss zusätzlich eine Bewilli- 197 HERRMANN, S. 103 ff.; KUTSCHER/WEIDINGER/HOFF, S. 56 f. 198 KUTSCHER/WEIDINGER/HOFF, S. 59 f. 199 Vgl. BAILLOD/DAVATZ/LUCHSINGER/STAMATIADIS/ULICH, S. 184 ff. 200 Wegleitung, S Vgl. Art. 15 ArG. 202 Dazu sogleich unter Nachtarbeit in der Randstunde, S Vgl. Merkblatt für den 2- und 3-Schichtbetrieb mit Nacht- und Feiertagsarbeit des SECO; abrufbar unter <http://www.seco.admin.ch/dokumentation/publikation/00009/00027/02083/index.html?lang=de>, besucht am 28. Juni

45 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz gung für die Sonntagsarbeit vorliegen. 204 Bei Schichtarbeit von Montag bis Sonntag während 24 Stunden am Tag kann alternativ eine Bewilligung für den ununterbrochenen Betrieb eingeholt werden. 205 Nachtarbeit ist nur zulässig, wenn die betroffenen Arbeitnehmer ihr Einverständnis ausdrücklich gegeben haben Ausnahmen von der Bewilligungspflicht Nach Art. 27 ArG können bestimmte Betriebe von den Vorschriften über die Arbeits- und Ruhezeitvorschriften durch Verordnung befreit werden. Ihre Umsetzung erfolgt in der Verordnung 2. Es handelt sich dabei um Branchen, in denen die Unentbehrlichkeit von Nachtund Sonntagsarbeit bereits aus der Natur der Sache angenommen werden muss. 207 Es wird lediglich von der Bewilligungspflicht abgesehen. Die anderen gesetzlichen Bestimmungen sind uneingeschränkt anwendbar. 208 Ausgenommen von der Bewilligungspflicht für Nachtarbeit werden bspw. Spitäler (Art. 15 ArGV 2), Gastbetriebe (Art. 23 ArGV 2), Zeitungsredaktionen (Art. 30 ArGV 2) sowie Radio- und Fernsehbetriebe (Art. 31 ArGV 2). 3. Nacht- und Sonntagsarbeit a) Einleitung Als Nachtzeit gilt der Zeitraum zwischen 23 Uhr und 6 Uhr. Sie umfasst somit sieben Stunden. Die Nachtzeit kann durch die Verschiebung der Tages- und Abendarbeit auch von 22 Uhr bis 5 Uhr oder aber von 24 Uhr bis 7 Uhr dauern. Die Nachtzeit umfasst aber in jedem Fall sieben Stunden unabhängig davon, wann sie beginnt. 209 Im Ein- und Zweischichtmodell darf die Arbeit frühestens um 5 Uhr aufgenommen werden. Ein früherer Beginn stellt Nachtarbeit dar und ist nur bei Vorliegen von zwingenden Gründen möglich. Die Betriebe haben hierfür die Unentbehrlichkeit zu beweisen. Bei Dreischichtmodellen darf die Frühschicht ebenfalls nicht vor 5 Uhr beginnen. Ausser es liegen zwingende betriebliche Gründe vor. 210 Nachtarbeit ist grundsätzlich verboten und bedarf daher einer behördlichen Ausnahmebewilli- 204 MÜLLER, Art. 17 Abs. 1 ArG; Wegleitung, S : Die Sonntagsarbeit wird noch restriktiver bewilligt als die Nachtarbeit. 205 Art. 24 Abs. 1 ArG. 206 MÜLLER, Art. 17 Abs. 6 ArG; Wegleitung, S : Auf dem Gesuchsformular ist durch entsprechendes Kreuz die erfolgte Einholung des Einverständnisses zu bestätigen. Auf Verlangen der Behörde muss der Betrieb dies belegen können. 207 Wegleitung, S f.; Für Einzelfälle besteht ein gewisser Spielraum im Rahmen der Arbeitszeitbewilligung nach Art. 28 ArG. 208 Wegleitung, S Art. 16 i. V. m. Art. 10 ArG; Vgl. dazu MÜLLER, Art. 16 ArG, N 2; Von der Nachtzeit zu unterscheiden ist die zulässige Dauer der Nachtarbeit für den einzelnen Arbeitnehmer gemäss SOLTERMANN, S Wegleitung, S

46 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz gung, sofern das Gesetz den Ausnahmetatbestand nicht selbst bezeichnet. 211 Der Sonntagszeitraum umfasst die Stunden zwischen Samstag 23 Uhr und Sonntag 23 Uhr, wobei der Zeitraum von 24 Stunden um eine Stunde vor- oder nachverschoben werden kann. 212 Bewilligungspflichtig ist jede Tätigkeit, die ganz oder teilweise im Sonntagszeitraum stattfindet. 213 Nicht unter die Bewilligungspflicht fällt das blosse Laufenlassen der Maschinen ohne Beizug von Arbeitnehmern. Bewilligungspflichtig ist nur die Tätigkeit von Arbeitnehmern. 214 b) Dauernde Nacht- und Sonntagsarbeit Damit dauernde oder regelmässig wiederkehrende Nachtarbeit bewilligt wird, müssen nach Art. 17 Abs. 2 ArG unentbehrliche technische oder wirtschaftliche Gründe vorliegen. Es handelt sich dabei um die gleichen Voraussetzungen wie bei der Bewilligung von dauernder oder regelmässig wiederkehrender Sonntagsarbeit nach Art. 19 Abs. 2 ArG. Nach Art. 28 Abs. 1 ArGV 1 liegt eine technische Unentbehrlichkeit vor, wenn der Arbeitsoder Produktionsprozess nicht unterbrochen werden kann, ohne dass erhebliche Nachteile eintreten. Technische Unentbehrlichkeit liegt auch vor, wenn durch den Unterbruch die Gesundheit der Arbeitnehmer oder die Betriebsumgebung gefährdet wird. Eine technische Unentbehrlichkeit kann bspw. auf Glasöfen zutreffen. Werden solche Öfen abgeschaltet, so könnten sie am nächsten Tag nicht wieder in Betrieb genommen werden. Unentbehrlichkeit ist auch gegeben, wenn der Produktionsprozess die Grenze der Tages- und Abendarbeitszeit überdauert. Dadurch ist zwingend Nacht- oder Sonntagsarbeit erforderlich. 215 Eine wirtschaftliche Unentbehrlichkeit der Nacht- und Sonntagsarbeit liegt dann vor, wenn durch die Unterbrechung hohe Zusatzkosten entstehen würden. Eine Unterbrechung ist hier zwar aus technischen Gründen grundsätzlich möglich, würde aber zu sehr hohen Verlusten führen. Die Verluste müssen allerdings so hoch sein, dass sie die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Betrieben schmälern. Die wirtschaftliche Unentbehrlichkeit kann sich auch durch sehr hohe Investitionskosten ergeben, die ohne Nachtarbeit nicht amortisiert werden können. 216 Eine Unentbehrlichkeit liegt ferner bei Konkurrenzdruck aus dem Ausland vor. Sind die Wettbewerbsvorteile des Auslands nicht allgemein bekannt, so muss sie der Betrieb 211 Art. 16 f. ArG; GEISER/MÜLLER, Rz Art. 18 ArG. 213 Wegleitung, S Wegleitung, S Wegleitung, S ; Vgl. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 15. Oktober 2010, B-2257/2010 E. 5.2, in: JAR 2011, S. 407 f. 216 Wegleitung, S : Gemäss der Wegleitung liegen die Investitionskosten pro Arbeitsplatz je nach Branche zwischen CHF 300'000 bis 500'000 pro gleichzeitig besetzten Arbeitsplatz, die die Nacht- und Sonntagsarbeit rechtfertigen. 32

47 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz nachweisen können. Zu denken sind an günstigere Produkte aufgrund tieferer Löhne, geringeren Sozialkosten, längeren Arbeitszeiten etc. 217 Für die Beurteilung der wirtschaftlichen Unentbehrlichkeit ist nach Bundesgericht nicht die wirtschaftliche Lage des einzelnen Betriebes, sondern das Arbeitsverfahren massgebend. 218 Gleichgestellt der wirtschaftlichen Unentbehrlichkeit sind die besonderen Konsumbedürfnisse (Art. 28 Abs. 3 ArGV 1). Dabei muss es sich um Waren oder Dienstleistungen handeln, die täglich notwendig und unentbehrlich sind. Kumulativ muss ein Bedürfnis für Nacht- und Sonntagsarbeit besonders hervortreten. 219 Der Betrieb hat im Rahmen der Gesuchsbegründung die Unentbehrlichkeit von Nacht- und Sonntagsarbeit darzulegen (Art. 41 Bst. g ArGV 1). Die technische oder wirtschaftliche Notwendigkeit muss nur dann nicht gesondert begründet werden, wenn es sich um Arbeiten handelt, die im Anhang zur Verordnung 1 aufgeführt sind. Für diese Arbeiten wird die Notwendigkeit von Nacht- und Sonntagsarbeit vermutet. 220 Bewilligungsbehörde ist das SECO. 221 Nach der Rechtsprechung ist für die Erteilung einer Nacht- und Sonntagsarbeitsbewilligung ein restriktiver Massstab anzuwenden. 222 c) Vorübergehende Nacht- und Sonntagsarbeit Für eine vorübergehende Bewilligung muss der Betrieb keine Unentbehrlichkeit, sondern ein dringendes Bedürfnis nachweisen (Art. 17 Abs. 3 ArG und Art. 19 Abs. 3 ArG). Bewilligungsbehörde für die vorübergehende Nacht- und Sonntagsarbeit ist die kantonale Behörde (Abs. 5). 223 Nach Art. 40 Abs. 1 ArGV 1 handelt es sich um vorübergehende Nachtarbeit, wenn eine der beiden Varianten auftritt: Nachteinsätze von nicht mehr als drei Monaten pro Kalenderjahr und Betrieb: Die drei Monate müssen nicht zusammenhängend an einem Stück beansprucht werden. Sie können aufgeteilt werden. Bis 90 Nächte pro Kalenderjahr können für den Betrieb bewilligt werden. Die einzelnen Arbeitnehmer dürfen aber lediglich maximal 30 Nächte 217 Wegleitung, S ; BGer, Urteil vom 28. September 1990 (Aufhebung des Entscheids des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements vom 18. September 1989), E. 5, in: JAR 1991, S. 339 ff. sowie S. 350 ff.: Nach der Rspr. Können nicht alle Länder zum Vergleich herangezogen werden. Gegenübergestellt werden nur Länder mit ähnlichen sozialen Standards und mit welchen eine Konkurrenzsituation besteht. 218 BGE 116 1b 270, E. 4 S. 277; sowie Urteil vom Bundesverwaltungsgericht vom 22. Januar 2010, B- 2841/2009 E Wegleitung, S f. 220 MÜLLER, Art. 17 Abs. 2 ArG, N 2; Der Nachweis gilt bspw. als vermutet für die Metall- und Textilindustrie sowie chemische Arbeitsverfahren, vgl. Anhang zur Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz. 221 MÜLLER, Art. 17 Abs. 5 ArG. 222 BGE 131 II 200, E. 6.3 S. 209 ff.; Urteil vom Bundesverwaltungsgericht vom 22. Januar 2010, B-2841/2009 E Im Kanton Bern das BECO. Eine Liste der entsprechenden kantonalen Behörden ist abrufbar unter: <http://www.seco.admin.ch/arbeitszeitbewilligungen/04712/index.html?lang=de&download=nhzlpzeg7t,ln p6i0ntu042l2z6ln1acy4zn4z2qzpno2yuq2z6gpjcddn1_hgym162epybg2c_jjkbnoksn6a>, besucht am 30. Juni zuletzt 33

48 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz im Dreischicht-, 45 Nächte im Zweischichtbetrieb und 60 Nächte bei Dauernachtarbeit eingesetzt werden, damit es als vorübergehende Nachtarbeit beurteilt wird. 224 Zeitlich befristete Einsätze von bis zu sechs Monaten: Die sechs Monate dürfen einmalig durch weitere sechs Monate verlängert werden. Erst dann ist die Unentbehrlichkeit nachzuweisen und die kantonale Behörde hat das Gesuch an das Bundesamt weiterzuleiten. 225 Sonntagsarbeit ist vorübergehend, wenn sie an höchstens sechs Sonntagen oder gesetzlichen Feiertagen pro Kalenderjahr erfolgt. Bei zeitlich befristeten Einsätzen bis drei Monate mit einmaligem Charakter dürfen bis zu 12 Sonntage bewilligt werden. Aufgrund der Einmaligkeit soll dies nicht jedes Jahr geltend gemacht werden können. 226 Das Bedürfnis für Nacht- und Sonntagsarbeit ist dringend, wenn es die Voraussetzungen von Art. 27 Abs. 1 ArGV 1 erfüllt. Demnach liegt ein dringendes Bedürfnis vor, wenn zusätzliche Arbeit kurzfristig anfällt, die nicht aufgeschoben oder durch andere Massnahmen bewältigt werden kann. Ein dringendes Bedürfnis kann geltend gemacht werden, wenn Produktionsrückstände infolge von Pannen bestehen. Ein dringendes Bedürfnis wird auch bejaht bei drohenden Konventionalstrafen, falls der Betrieb die Lieferfrist nicht einhalten kann. Arbeiten, die aus Sicherheitsgründen nicht während des Tages und an Wochentagen vorgenommen werden können, stellen ebenfalls ein dringendes Bedürfnis dar. Es kann sich dabei bspw. um Unterhaltsarbeiten in Tunneln etc. handeln. Ferner liegt ein dringendes Bedürfnis vor, wenn gesellschaftliche Anlässe und Gebräuche den Nacht- oder Sonntagszeitraum erfordern. 227 d) Ausnahme: Nachtarbeit in Randstunden Der bewilligungsfreie Tages- und Abendzeitraum beträgt 17 Stunden. Ein Zweischichtsystem mit Schichtlängen von jeweils neun Stunden hat eine Betriebszeit von 18 Stunden, wodurch eine Stunde in den Nachtzeitraum fällt. 228 Für dauernde Nachtarbeit ist eine Bewilligung einzuholen. Dabei ist eine technische oder wirtschaftliche Unentbehrlichkeit nachzuweisen. Dieser Nachweis wäre wohl für bloss eine Stunde Nachtarbeit schwierig zu erbringen. 229 In Art. 17 Abs. 4 ArG wird daher für Randstunden zwischen 5 und 6 Uhr sowie zwischen 23 und 24 Uhr vorgesehen, dass für die Bewilligung lediglich ein dringendes Bedürfnis dargelegt wer- 224 Wegleitung, S MÜLLER, Art. 17 Abs. 2 ArG, N Wegleitung, S Wegleitung, S f. 228 MÜLLER, Art. 17 Abs. 4 ArG. 229 Wegleitung, S

49 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz den muss. Dies obwohl es sich nicht um vorübergehende Nachtarbeit handelt. Das dringende Bedürfnis gilt als nachgewiesen unter den folgenden drei Voraussetzungen: 230 Der Betrieb muss auf eine regelmässige Betriebszeit von 18 Stunden angewiesen sein Durch die Inanspruchnahme von einer Stunde Nachtarbeit muss weitere Nachtarbeit im Betrieb vermieden werden können, und es darf nur eine Randstunde in Anspruch genommen werden. Der Betrieb kann im Rahmen von Art. 10 ArG die Grenzen der Tages- und Abendarbeit anders festlegen. Wird der betriebliche Tages- und Abendzeitraum bspw. auf 7 Uhr bis 24 Uhr verschoben, so kann eine Erweiterung auf 18 Stunden Betriebszeit nur erfolgen, indem bereits um 6 Uhr gestartet wird. Eine weitere Ausdehnung auf 5 Uhr müsste dagegen mit der Unentbehrlichkeit begründet werden. Abb. 2: Bewilligungsvoraussetzungen Randstunden 2: Bewilligungsvoraussetzungen Unentbehrlichkeit dringendes Bedürfnis Tag Abend Quelle: In Anlehnung an Abbildung in Wegleitung, S Analog verhält es sich mit einer Verschiebung der Tages- und Abendarbeit auf den Zeitraum von 5 Uhr bis 22 Uhr. Hier ist eine Ausdehnung unter erleichterten Bewilligungsvoraussetzungen nur zwischen 22 Uhr und 23 Uhr möglich Tägliche Arbeitszeit a) Grundsatz Von der Nachtzeit zu unterscheiden ist die zulässige Dauer der Nachtarbeit für den einzelnen Arbeitnehmer. 232 Sobald ein Arbeitnehmer ganz oder teilweise im Nachtzeitraum beschäftigt ist, darf er nach Art. 17a Abs. 1 ArG max. in einer täglichen Arbeitszeit von höchstens neun Stunden innerhalb eines Zeitraums von 10 Stunden beschäftigt werden. Bei einem Arbeitsbeginn vor sechs Uhr ist daher nur noch eine tägliche Arbeitszeit von neun Stunden möglich. 230 Voraussetzungen nach Art. 27 Abs. 2 ArGV Wegleitung, S SOLTERMANN, S. 177, Fn

50 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz Für den Schichtbetrieb sind zudem die Vorschriften von Art. 25 ArG und Art. 34 ArGV 1 zu beachten. 233 Demnach darf der einzelne Arbeitnehmer nicht länger als sechs aufeinanderfolgende Wochen in der gleichen Schicht beschäftigt sein. 234 Es ist auf einen ausgeglichenen Anteil an den verschiedenen Schichten zu achten. Die Anzahl der Schichten mit Anteilen an der Nachtarbeit müssen gleich gross sein, wie die Anzahl der Schichten ohne Nachtarbeit. Bei Dreischichtmodellen gilt dies als noch gewährt, wenn die Früh- und Spätschicht innerhalb 5 Uhr und 24 Uhr mit einer Randstunde Nachtarbeit verteilt liegt und die Nachtschicht deshalb nicht mehr als 7 Stunden inkl. Pausen beträgt. 235 Bei Modellen mit drei oder mehr Schichten hat der Schichtwechsel vorwärts zu rotieren. Damit ist der Wechsel von der Früh- zur Spätund Nachtschicht gemeint. Eine Rückwärtsrotation ist nur zulässig, wenn die Mehrheit der betroffenen Arbeitnehmer dies schriftlich verlangt. 236 Nach Art. 34 Abs. 4 ArGV 1 gilt für Dreischichtmodelle, wo die Arbeitnehmer alle Schichten durchlaufen, dass die einzelnen Schichten 10 Stunden inklusive Pausen nicht überschreiten dürfen. Dies entspricht der Regelung in Art. 17a Abs. 1 ArG. Davon ausgenommen sind einzig die Bestimmungen über die verlängerte Dauer der Nachtarbeit nach Art. 17a Abs. 2 ArG und Art. 29 ArGV b) Ausnahme: Verlängerte Dauer der Nachtarbeit Ausnahmsweise kann die Arbeitszeit von neun auf zehn Stunden verlängert werden. Mit Einschluss der Pausen muss die Arbeitszeit innerhalb eines Zeitraums von 12 Stunden liegen (Art. 17a Abs. 2 ArG). Der Arbeitnehmer darf dabei in höchstens drei aufeinanderfolgenden Nächten beschäftig sein. Weitere Voraussetzungen sind in Art. 29 ArGV 1 enthalten. Die Verordnung nimmt eine Einteilung in vorübergehende und in dauernde oder regelmässig wiederkehrende Nachtarbeit vor. Für letztere gelten folgende Voraussetzungen: 238 Es dürfen keine erhöhten Risiken sowie ausserordentliche physische, psychische und mentale Belastungen für den Arbeitnehmer entstehen. Die Arbeit muss optimal organisiert sein. Die Leistungsfähigkeit soll erhalten bleiben und Gefahrensituationen möglichst vermieden werden. Die Eignung des Arbeitnehmers muss medizinisch festgestellt worden sein und die Arbeitszeit von 10 Stunden innerhalb eines Zeitraums von 12 Stunden darf nicht überschritten werden. Eine Ruhezeit von 12 Stunden ist zwingend einzuhalten. 233 Wegleitung, S. 017a Art. 25 Abs. 1 ArG; Zur Ausnahme sogleich unter Dauernachtarbeit, S Wegleitung, S Wegleitung, S Wegleitung, S Vgl. Wegleitung, S f. 36

51 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz Für die vorübergehende Nachtarbeit gelten die optimale Arbeitsorganisation und die Einhaltung der Arbeitszeit unverändert. Zusätzlich muss das Einverständnis der Arbeitnehmer vorliegen. 239 Aus den Materialien ist ersichtlich, dass insbesondere an Arbeiten mit einem hohen Anteil an reiner Präsenzzeit gedacht wurde. Also bspw. Arbeit mit vorwiegend Kontroll- und Überwachungstätigkeiten. 240 c) Ausnahme: Dauernachtarbeit Von Gesetzes wegen werden als Grundform Wechselschichtsysteme verlangt. 241 Im Normalfall muss nach spätestens sechs Wochen in der gleichen Schicht ein Wechsel erfolgen. 242 Die Nachtarbeit ohne Wechsel mit Tagesarbeit stellt daher eine Sonderform dar. Sie ist in Art. 25 Abs. 3 ArG und Art. 30 ArGV 1 geregelt. Auf den Wechsel kann verzichtet werden, wenn die betroffenen Arbeitnehmer einverstanden sind und nachfolgende Auflagen der Verordnung gewahrt werden. Die Verordnung unterscheidet dabei in Dauernachtschicht und in Nachtarbeit ohne Wechsel von sechs bis zu 12 Wochen. 243 Nachtarbeit ohne Wechsel mit Tagesarbeit von höchstens 12 Wochen kann eingeführt werden, wenn die Mehrheit der betroffenen Arbeitnehmer einen Verzicht auf den Wechsel verlangt. Möglich ist der Verzicht aber auch, wenn es aus betrieblichen Gründen notwendig ist. 244 Dies ist dann der Fall, wenn nicht genügend Personal für die Wechselschichten rekrutiert werden konnte. Entsprechende Bemühungen des Betriebes sind zu dokumentieren. 245 Eine betriebliche Unentbehrlichkeit liegt weiter vor, wenn es sich um Nachtarbeit handelt, für die es keine entsprechende Arbeit im Tages- oder Abendzeitraum gibt. 246 Die Wegleitung zur Verordnung 1 nennt als Beispiel eine Zeitungsdruckerei für Tageszeitungen. Die Hauptarbeit liegt für einen solchen Betrieb in der Nacht. Eine adäquate Gegenschicht am Tag ist nicht vorhanden, weil am Tag schlicht zu wenig Arbeit anliegt. 247 Das Einverständnis der betroffenen Arbeitnehmer ist in jedem Fall schriftlich einzuholen. 248 Als dritte Voraussetzung muss die Periode, in der nur Tagesarbeit geleistet wird, innert 24 Wochen gleich lang sein wie die 239 MÜLLER, Art. 17a Abs. 2 ArG. 240 BBl 1994, S Vgl. Art. 25 Abs. 1 ArG; Art. 34 Abs. 4 ArGV 1; SOLTERMANN, S. 39: Er spricht von einem Primat der Wechselschichten. 242 Art. 25 Abs. 1 ArG. 243 Vgl. Wegleitung, S f. 244 Art. 30 Abs. 1 Bst. a ArGV Wegleitung, S Art. 30 Abs. 2bis Bst. a ArGV Wegleitung, S Wegleitung, S ; Art. 41 Bst. e ArGV 1. 37

52 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz Periode mit Dauernachtarbeit. Deshalb ist Dauernachtarbeit während höchstens 12 Wochen zulässig. 249 Dauernachtarbeit von mehr als 12 Wochen ist unter noch strengeren Voraussetzungen möglich. Die zuvor erwähnten Voraussetzungen für die Dauernachtarbeit bis zu 12 Wochen gelten unverändert auch hier, abgesehen von der letzten Voraussetzung bzgl. der Begrenzung der Dauer. Zusätzlich kommt die Voraussetzung hinzu, dass der Arbeitnehmer keinen erhöhten Risiken und ausserordentlichen Belastungen ausgesetzt sein darf. Es muss zudem eine optimale Arbeitsorganisation zur Vermeidung von Gefährdungen erfolgen. Die Eignung der betroffenen Arbeitnehmer ist durch eine medizinische Untersuchung festzustellen. Bei Dauernachtarbeit wird die Anzahl der Nächte, während denen gearbeitet werden darf, begrenzt. Nach fünf bzw. sechs aufeinanderfolgenden Nachtschichten müssen zwei bzw. drei freie Tage folgen. 250 Der Arbeitnehmer darf von Gesetzes wegen in höchstens fünf von sieben aufeinanderfolgenden Nächten bzw. in sechs von neun aufeinander folgenden Nächten eingesetzt werden. In der freien Zeit darf keine Überzeitarbeit geleistet werden. 251 Nicht anwendbar sind die Vorschriften über die Dauernachtarbeit auf Arbeitnehmer, die lediglich in einer Randstunde Nachtarbeit ohne Wechsel leisten. 252 In einem Gutachten der Gruppe Corso 253 wurde im Jahre 2002 untersucht, ob Nachtschichten in Wechselmodellen tatsächlich den Dauernachtschichten vorzuziehen sind. Sie kamen zum Schluss, dass dies nicht der Fall sei. 254 Da aber weitere Untersuchungen zum Thema fehlen, kann die Schlussfolgerung noch nicht als gefestigt gelten. 255 WÜTHRICH kritisiert zudem die Methode der Untersuchung. Das Gutachten sei nicht repräsentativ. Auch seien die Arbeitnehmer von ihren Arbeitgebern befragt worden und nicht durch unabhängige Personen. 256 SOLTERMANN bedauert, dass keine ehemaligen Nachtarbeiter in die Untersuchung mit einbezogen wurden. 257 Bestätigt sich das Resultat dieser Studie in Zukunft, so müsste das Gesetz entsprechend angepasst und die strengeren Gesetzesvorschriften aufgehoben werden Wegleitung, S GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 17 ArG, N Art. 30 Abs. 3 ArGV Art. 30 Abs. 4 ArGV 1; Wegleitung, S Forschungs- und Beratungsgemeinschaft mit Sitz in Zürich. 254 SOLTERMANN, S. 62 ff.: Die Studie war zuhanden des SECO und hatte die Lockerung der restriktiven Bewilligungspraxis für Dauernachtarbeit zum Ziel. Verglichen wurde die Nachtarbeit ohne Wechsel mit Tagesarbeit (i. S. v. Art. 25 Abs. 3 ArG i. V. m. Art. 30 Abs. 1 ArGV 1) sowie die dauernde oder regelmässig wiederkehrende Nachtarbeit (i. S. v. Art. 17 Abs. 2 ArG) im Wechselschichtmodell. 255 GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 17, Fn WÜTHRICH, S. 39 ff. 257 SOLTERMANN, S. 67 f. 258 Vgl. SOLTERMANN, S

53 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz 5. Medizinische Untersuchung Anspruch auf eine medizinische Untersuchung und Beratung haben Arbeitnehmer, welche dauernde oder regelmässig wiederkehrende Nachtarbeit verrichten. Obligatorisch ist die Untersuchung dagegen bei verlängerter Dauer der Nachtschicht nach Art. 29 ArGV 1 sowie bei Nachtarbeit ohne Wechsel mit Tagesarbeit nach Art. 30 ArGV 1. Die Kosten gehen zu Lasten des Arbeitgebers. 259 Ebenfalls obligatorisch ist die Untersuchung für Arbeitnehmer, die dauernd oder regelmässig wiederkehrend Nachtarbeit verrichten und dabei einer belastenden oder gefährdenden Umgebung ausgesetzt sind Überzeitarbeit Entsprechend der Zweischichtarbeit ist Überzeitarbeit für Schichtarbeiter grundsätzlich nicht zulässig bzw. nur an arbeitsfreien Werktagen. Es kann daher auf die Ausführungen vorne verwiesen werden Lohn- und Zeitzuschlag a) Einleitung Bei Nacht- und Sonntagsarbeit sind Zuschläge zu gewähren. Bei vorübergehender Nachtarbeit erfolgt der Zuschlag in Form von Lohn, bei dauernder Nachtarbeit dagegen als Zeitzuschlag. 262 Die Zulagen betreffen den Zeitraum von 23 Uhr bis 6 Uhr. 263 Für Sonntagsarbeit ist dagegen ein Freizeitausgleich oder ein Ersatzruhetag geschuldet. 264 Dies unabhängig davon, ob es sich um vorübergehende oder dauernde Sonntagsarbeit handelt. Für vorübergehende Sonntagsarbeit ist aber zusätzlich noch ein Lohnzuschlag geschuldet. Eine Regelung analog der Nachtarbeit bezüglich eines Zeitzuschlags ist dagegen nicht vorgesehen im Gesetz. 265 b) Lohnzuschlag Nach Art. 17b Abs. 1 ArG ist für vorübergehende Nachtarbeit ein Lohnzuschlag von 25 Prozent zu gewähren. In Bezug auf den Arbeitnehmer wird die vorübergehende Nachtarbeit anders definiert, als zuvor beim Betrieb. 266 Für den Arbeitnehmer handelt es sich um vorübergehende Nachtarbeit nach Art. 31 Abs. 1 ArGV 1, wenn er in weniger als 25 Nachteinsätzen pro Kalenderjahr eingesetzt wird. Der Lohnzuschlag ist zusätzlich zum Grundlohn zu entrichten. 259 Wegleitung, S. 017c-1 f. 260 Wegleitung, S : Weitere Ausführungen sind der Wegleitung zu entnehmen. 261 Art. 34 Abs. 4 Bst. c ArGV 1; Vgl. Ausführungen vorne, S Vgl. Wegleitung, S. 017b-1; 263 HOLENWEGER, S Dazu sogleich, S SOLTERMANN, S Vgl. SOLTERMANN, S

54 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz Sind vertraglich tiefere Zuschläge vereinbart, so muss die Differenz bis auf 25 Prozent dennoch bezahlt werden. Sind vertraglich dagegen höhere Zuschläge abgemacht worden, so geht die vertragliche Abmachung vor, weil das gesetzliche Minimum erfüllt ist. Der öffentlichrechtliche Lohnzuschlag ist auch zu bezahlen, wenn die Einholung der Bewilligung für Nachtarbeit rechtswidrig unterlassen wurde. 267 Für die Berechnung des Lohnzuschlags sind die Vorschriften in Art. 33 ArGV 1 zu beachten, wonach die Grundsätze für die verschiedenen Lohnformen festgehalten sind. 268 Sind verschiedene Vorschriften für den gleichen Zeitraum anwendbar, so ist der Zuschlag mit dem grössten Vorteil für den Arbeitnehmer zu entrichten. 269 Für vorübergehende Sonntagsarbeit ist ein Lohnzuschlag von 50 % zu bezahlen. 270 Nach Art. 40 Abs. 3 ArGV 1 wird vorübergehende Sonntagsarbeit als befristete Einsätze von max. 3 Monaten mit einmaligen Charakter oder als Einsätze an max. 6 Sonntagen inkl. Feiertage pro Kalenderjahr bezeichnet. 271 c) Zeitzuschlag Bei dauernder oder regelmässig wiederkehrender Nachtarbeit ist ein Zeitzuschlag erforderlich. Dies ist nach Art. 31 Abs. 1 ArGV 1 der Fall, sobald der Arbeitnehmer in 25 und mehr Nächten pro Kalenderjahr zum Einsatz gelangt. Geschuldet ist der Zeitzuschlag ab dem ersten Nachteinsatz. Berechnet wird er nach der tatsächlichen Arbeitszeit (Abs. 2). 272 Beim Zeitzuschlag handelt es sich um einen bezahlten Freizeitausgleich. Die negativen Auswirkungen von Nachtarbeit sollen so kompensiert werden. 273 Von der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit in der Nacht wird ein Zeitzuschlag von 10 Prozent fällig. Dieser Ausgleich muss innerhalb eines Jahres gewährt werden. Es handelt sich dabei um eine Ordnungsvorschrift. Der Anspruch geht bei Nichtbezug innerhalb dieser Frist nicht verloren. 274 Abzüglich der Pause ist der Zeitzuschlag für 6.5 Stunden geschuldet. 275 Der Zeitzuschlag stellt eine gesetzliche Ausgleichsruhezeit und darf nicht als ausfallende Arbeitszeit betrachtet werden. Er kann daher nicht vor- oder nachgeholt werden. Den Zeitzu- 267 MÜLLER, Art. 17b Abs. 1 ArG. 268 Für weiterführende Ausführungen, vgl. Wegleitung, S f. 269 GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 17b Abs. 1 ArG, N 1: Bei Nachtarbeit am Sonntag ist daher nur der Sonntagszuschlag von 50 Prozent entsprechend dem Günstigkeitsprinzip fällig. 270 Vgl. Art. 19 Abs. 3 ArG. 271 SOLTERMANN, S Wegleitung, S : Stellt sich erst im Verlauf des Kalenderjahres heraus, dass der Arbeitnehmer wider Erwarten doch mehr als in 25 Nächte arbeiten muss, so wird der bereits bezahlte Lohnzuschlag nicht nachträglich in einen Zeitzuschlag umgewandelt. 273 BBl 1994, S BBl 1994, S. 181 f. 275 HOLENWEGER, S

55 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz schlag bei der Vorholzeit einzurechnen wäre unzulässig. 276 Der Zeitzuschlag muss von Gesetzes wegen in drei Fällen nicht gewährt werden (Art. 17b Abs. 3 ArG). Und zwar 277 : Wenn die betriebliche Schichtdauer im Durchschnitt sieben Stunden nicht übersteigt (Bst. a). Der Durchschnitt ist über alle geleisteten Schichten, Früh-, Spät- und Nachtschicht verteilt zu berechnen. Es handelt sich um Modelle mit wöchentlicher Arbeitszeit von 35 Stunden inkl. Pausen bei einer Fünftagewoche. 278 Der Arbeitnehmer ist nur in vier Nächten pro Woche beschäftigt (Bst. b). Der einzelne Arbeitnehmer muss bei einer Vollzeitbeschäftigung eine Viertagewoche haben. Für Teilzeitarbeit muss der Anteil in Bezug auf die Vollzeitstelle ausgerechnet werden. Eine 50 Prozent Stelle darf daher nur in zwei Nächten zum Einsatz gelangen, damit kein Zeitzuschlag geschuldet wird. Im Gegensatz zu Bst. a. kann die gesetzliche maximale Einsatzzeit in jeder Nacht voll ausgenützt werden und neun Stunden innerhalb 10 Stunden gearbeitet werden. 279 Der Zeitzuschlag muss sodann nicht gewährt werden, sofern andere gleichwertige Ausgleichsruhezeiten innerhalb eines Jahres gewährt werden. Sei es durch Vorschriften in Gesamtarbeitsverträgen oder durch analoge Anwendung öffentlich-rechtlicher Vorschriften (Bst. c). Die Ausgleichsregelungen sind dem SECO zur Genehmigung zuzustellen. Solange keine Genehmigung vorliegt, ist der gesetzliche Zeitzuschlag zu gewähren (Abs. 4). Die Genehmigung erfolgt im Zusammenhang mit der Arbeitszeitbewilligung für die Nachtarbeit. Es ist dabei lediglich auf die Vorschriften des GAV zu verweisen. 280 Die ersten beiden Ausnahmen sind direkt auf Betriebsstufe anwendbar, während die dritte Ausnahme auf der Stufe des Gesamtarbeitsvertrages geregelt wird. 281 Einen Sonderfall stellen die Arbeitnehmer dar, die zwar regelmässig Nachtarbeit leisten, jedoch nur in einer Randstunde. Für sie besteht eine Wahlmöglichkeit zwischen dem Lohnoder Zeitzuschlag. Wählen sie den Lohnzuschlag so erhalten sie aber anstelle der 25 Prozent für dauernde Nachtarbeit lediglich 10 Prozent Wegleitung, S. 017b-2; Vgl. Art. 24 Abs. 3 ArGV Vgl. BGer, Urteil vom 5. März 2009 (Aufhebung des Urteils des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug vom 26. Februar 2008), 2C_308/2008 E. 3.1, in: JAR 2010, S Wegleitung, S f. 279 Wegleitung, S ; Vgl. auch Wegleitung, S. 017b Wegleitung, S. 017b-3; Wegleitung, S Wegleitung, S. 017b Art. 17b Abs. 2 ArG; Wegleitung, S. 017b-2. 41

56 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz d) Ersatzruhetag für Sonntags- und Feiertagsarbeit Wird an einem Sonntag oder einem Feiertag bis zu 5 Stunden gearbeitet, so ist diese Zeit innert vier Wochen durch Freizeit von gleicher Dauer zu kompensieren. Dauert die Sonn- oder Feiertagsarbeit dagegen länger als fünf Stunden, so muss ein Ersatzruhetag von mind. 35 Stunden gewährt werden. Dieser Ersatzruhetag hat den Zeitraum von 6 Uhr bis 20 Uhr zu umfassen. 283 Der Ersatzruhetag hat entweder in der Woche vor oder nach der Leistung von Sonn- oder Feiertagsarbeit zu erfolgen. Nach Art. 20 Abs. 1 ArG muss zudem mindestens ein Sonntag innert zwei Wochen als wöchentlicher Ruhetag zusammen mit der täglichen Ruhezeit freigegeben werden. Vorbehalten bleiben die Sonderbestimmungen für den ununterbrochenen Betrieb nach Art. 24 ArG Gestaltungsmöglichkeiten Ist es notwendig, dass mehr als 17 Stunden am Tag gearbeitet wird, so stellt sich für den Betrieb die Frage, ob er von Montag bis Samstag einen Dreischichtbetrieb einführen will. In diesem Fall sind durch den verlangten Wechsel des Gesetzes alle Arbeitnehmer in die Nachtschicht eingebunden. 285 Die Besetzungsstärke in einem solchen Modell ist i. d. R. über alle drei Schichten konstant. Eine Alternative stellt die Dauernachtarbeit dar. Hier kann die Besetzungsstärke in der Nacht planerisch einfach verringert werden, falls dies betrieblich gewünscht wird. Die bisherigen Arbeitnehmer können in den Tagschichten bleiben, während für die Dauernachtschicht speziell Arbeitnehmer rekrutiert werden können, die lieber in der Nacht arbeiten. Diese Variante ist aber wie gesehen an erhöhte gesetzliche Anforderung geknüpft. 286 Soll auch am Sonntag gearbeitet werden, so ist eine Bewilligung für die Sonntagsarbeit zusätzlich notwendig nach Art. 19 ArG. Handelt es sich um einen Durchlaufbetrieb, so kann anstelle der Kombination der zwei Bewilligungen eine Bewilligung für den ununterbrochenen Betrieb eingeholt werden. 287 D. Vierschicht 1. Definition Soll von Montag bis Sonntag durchgearbeitet werden und somit eine Betriebszeit von 168 Stunden pro Woche erreicht werden so werden rechnerisch mindestens vier Arbeitnehmer bzw. vier Schichtbelegschaften notwendig bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 42 Stun- 283 Art. 20 ArG i. V. m. Art. 21 ArGV SOLTERMANN, S Schichtenwechsel nach Art. 25 Abs. 2 ArG. 286 Vgl. HOLENWEGER, S. 7 f. 287 Vgl. Art. 24 ArG. 42

57 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz den. Die gängigste Ausgestaltung ist ein Schichtmodell mit einer Früh-, einer Spät- und einer Nachtschicht, sowie vier Schichtbelegschaften. Pro Tag setzt eine Schichtbelegschaft aus, wodurch die Arbeits- und Ruhezeitvorschriften eingehalten werden können. 288 Möglich ist mit vier Schichtbelegschaften auch die Variante, dass am Wochenende mit zwei Zwölfstündigen- Schichten und unter der Woche mit drei Schichten gearbeitet wird. Die Arbeitnehmer haben dadurch ein Wochenende mehr frei. 289 Denkbar wären auch vier Schichten, wobei es dann schwieriger wird auf die entsprechende Wochenarbeitszeit zu gelangen und gleichzeitig die Arbeits- und Ruhezeitvorschriften einzuhalten. 290 Das Gesetz stellt für die Vierschicht die Regelungen über den ununterbrochenen Betrieb nach Art. 24 ArG zur Verfügung. Alternativ besteht aber auch die Möglichkeit mittels Bewilligungen zur Nacht- und Sonntagsarbeit ein Vierschichtmodell ohne Anwendung der Regelungen über den ununterbrochenen Betrieb anzuwenden. 291 Nach Art. 24 ArG wird unter einem ununterbrochenen Betrieb ein Arbeitszeitsystem bezeichnet, das aus mind. vier Schichten besteht und bei dem während 24 Stunden an sieben Tagen die Woche Schichtarbeit geleistet wird. Der einzelne Arbeitnehmer durchläuft grundsätzlich alle Schichten. Dieses Arbeitszeitsystem deckt sowohl den Tages-, Nacht- sowie Sonntagszeitraum ab. 292 Jeder Arbeitsplatz ist "Rund-um-die-Uhr" von einem Arbeitnehmer besetzt. Entscheidend ist nicht ob der Betrieb ununterbrochen läuft, sondern dass zu jeder Zeit ein Arbeitnehmer vor Ort ist. Die Arbeitnehmer durchlaufen die Schichten von der Früh-, zur Spät- und Nachtschicht. 293 Für diese Arbeitszeitform ist eine Bewilligung nötig. Es handelt sich beim ununterbrochenen Betrieb häufig um komplexe Schichtplangestaltung mit verlängerten wöchentlichen Arbeitszeiten, langen Schichtzyklen und unregelmässigen Schichtfolgen. 294 Das Gesetz unterscheidet wie bei der Nacht- und Sonntagsarbeit in dauernden und wiederkehrenden ununterbrochenen Betrieb einerseits, andererseits in vorübergehenden ununterbrochenen Betrieb. 295 Voraussetzung für dauernden und wiederkehrenden ununterbrochenen Betrieb ist der Nachweis von technischer oder wirtschaftlicher Unentbehrlichkeit nach Art. 28 ArGV 1 und dem 288 BAILLOD/HOLENWEGER/LEY/SAXENHOFER, S Vgl. Schichtplan Nr. 472 mit Schichtplan Nr. 404 vom SECO zum Vierschichtbetrieb. 290 Vgl. SCHÖNFELDER, S Es sind dann die Regelungen vorne zur Dreischicht zu beachten, vgl. die Ausführungen vorne, S. 30 ff. 292 Art. 36 ArGV 1; Wegleitung, S ; Wegleitung, S GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 24 ArG, N Wegleitung, S Art. 24 ArG; Wegleitung, S

58 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz Anhang zu ArGV 1. Dies entspricht den Regelungen bzgl. Nacht- und Sonntagsarbeit. 296 Eine Bewilligung zum dauernden oder regelmässig wiederkehrenden ununterbrochenen Betrieb ist beim SECO zu stellen, sobald die Bewilligung für länger als 16 Wochen erteilt werden soll. 297 Für vorübergehenden ununterbrochenen Betrieb wird ein dringendes Bedürfnis verlangt. 298 Ergänzend dazu ist ein dringendes Bedürfnis für den vorübergehenden ununterbrochenen Betrieb gegeben, wenn ein aussergewöhnlicher Anlass, wie bspw. eine Messe durchzuführen ist oder ein unverschuldeter Produktionsrückstand aufgeholt werden muss. 299 Voraussetzung für die Bewilligung ist, dass ein durchgehender Betrieb für mindestens vier Wochen und höchstens 16 Wochen aufrechterhalten werden soll. Die vier Wochen ergeben sich daraus, dass mindestens vier Schichtbelegschaften zum Einsatz gelangen. Sind weniger als vier Wochen vorgesehen, so ist der ununterbrochene Betrieb nicht notwendig. In diesem Falle wäre ein Schichtbetrieb mit Unterstützung von Sonntagsarbeit zu prüfen. 300 Bewilligungsbehörde für den vorübergehenden ununterbrochenen Betrieb sind die kantonalen Behörden Ausnahmen von der Bewilligungspflicht In Art. 4 ArGV 2 werden gewissen Branchen von der Bewilligungspflicht für den ununterbrochenen Betrieb sowie die Nacht- und Sonntagsarbeit befreit. Die Bewilligungspflicht für den ununterbrochenen Betrieb entfällt für Telefonzentralen (Art 33 ArGV 2), Bewachungs- und Überwachungspersonal (Art. 45 ArGV 2), Bodenpersonal der Luftfahrt (Art. 47 ArGV 2), Betriebe der Energie- und Wasserversorgung (Art. 49 ArGV 2) sowie für Betriebe der Kehricht- und Abwasserentsorgung (Art. 50 ArGV 2) Ruhezeit Für die tägliche Ruhezeit sind die Bestimmungen von Art. 15a ArG anwendbar. 303 Sonderregelungen gelten für den ununterbrochenen Betrieb bzgl. Anzahl Ruhetage pro Kalenderjahr. 304 Die nachfolgenden Ausführungen sind nicht anwendbar auf Arbeitnehmer, welche nur in einzelnen Schichten oder an bestimmten Tagen eingesetzt werden Wegleitung, S ; Vgl. dazu die Ausführungen vorne, S Wegleitung, S Wegleitung, S : Der Begriff des dringenden Bedürfnisses richtet sich nach Art. 27 ArGV1. Es handelt sich dabei um die gleiche Vorschrift wie für die Nacht- und Sonntagsarbeit. Es kann daher auf die entsprechenden Ausführungen vorne verwiesen werden, vgl. S GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 24 ArG, N 4; Wegleitung, S ff. 300 Wegleitung, S ; Wegleitung, S : Sonntagsarbeit ist restriktiver zu bewilligen als Nachtarbeit. 301 Wegleitung, S Wegleitung, S Wegleitung, S ; Es wird auf die Ausführungen zur täglichen Ruhezeit vorne verwiesen; S Art. 37 Abs. 1 ArGV Wegleitung, S

59 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz Im ununterbrochenen Betrieb haben die Arbeitnehmer Anspruch auf 61 wöchentliche Ruhetage pro Kalenderjahr. Die einzelnen Ruhetage müssen aus mind. 35 aufeinanderfolgenden Stunden bestehen. 306 Von den 61 wöchentlichen Ruhetagen müssen mind. 26 Ruhetage auf einen Sonntag fallen. Dabei muss zwingend die Zeit von 6 Uhr bis 16 Uhr umfasst sein. 307 Nach Art. 37 Abs. 2 ArGV 1 kann die Anzahl Ruhetage, welche auf einen Sonntag fallen, auf mindestens 17 heruntergesetzt werden. Die tägliche Arbeitszeit des einzelnen Arbeitnehmers darf in diesem Fall nie mehr als acht Stunden betragen. Zudem muss der Ruhetag zwingend den Zeitraum von Samstag 23 Uhr bis Sonntag 23 Uhr umfassen. 308 Die Anzahl freier Sonntage kann sogar auf mindestens 13 heruntergesetzt werden, wenn zusätzlich noch die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit einschliesslich Pausen nicht mehr als 42 Stunden beträgt. 309 Sonntage, die in die Ferienzeit der Arbeitnehmer fallen, dürfen nicht an die gesetzlich vorgeschriebenen freien Sonntage angerechnet werden. 310 Nach dem Merkblatt zum ununterbrochenen Betrieb können die Anzahl Ruhetag in Bezug auf die Dauer der Ferien pro rata gekürzt werden. 311 Es ist nicht immer möglich in jeder Woche den wöchentlichen Ruhetag von 35 Stunden zu gewähren. Dies ist zulässig, solange innerhalb max. drei Wochen der nichtgewährte Ruhetag nachgewährt wird (Abs. 3). Nach spätestens sieben Tagen Einsatz muss dem Arbeitnehmer aber mindestens eine 24-Stündige tägliche Ruhezeit gewährt werden (Abs. 4) Arbeitszeit Für Arbeitnehmer, welche nicht in allen Schichten eingesetzt werden, sondern nur an bestimmten Tagen oder in bestimmten Schichten sind die nachfolgenden Ausführungen nicht anwendbar. 313 Für den ununterbrochenen Betrieb darf die wöchentliche Höchstarbeitszeit von 306 Wegleitung, S : Die 61 Ruhetage entsprechen den 52 Sonntagen im Jahr zuzüglich der 8 Feiertage und des 1. Augusts. Die 35h ergeben sich aus den 24h des Sonntags zzgl. Der täglichen Ruhezeit von 11h, vgl. Art. 21 ArGV Art. 37 Abs. 1 ArG 1; Wegleitung, S f.: Zwischen dem Spektrum von Samstag 5 Uhr bis Sonntagabend 16 Uhr und von Sonntag 6 Uhr bis Montagabend 17 Uhr ist also alles möglich. 308 Die Dauer der wöchentlichen Ruhezeit von 35 Stunden ist gewahrt, wenn sie zwischen Samstag 12 Uhr und Sonntag 23 Uhr oder zwischen Samstag 23 Uhr und Montag 10 Uhr liegt. Die Lage des Sonntags kann entsprechend der Abgrenzung zwischen Abend- und Nachtarbeit um eine Stunde vor- oder nachverschoben werden. Ist dies der Fall, so verschieben sich auch die entsprechenden Zeiten für die Ruhetage, siehe Wegleitung, S f. 309 Art. 37 Abs. 2 Bst. b ArGV 1; Wegleitung, S Art. 21 Abs. 4 ArGV 1; Wegleitung, S Bsp. mit 4 Wochen Ferien. Die Formel lautet: 61 Ruhetage x 48 Arbeitswochen / 52 Kalenderwochen. Dies ergibt 56 Ruhetage, welche zu gewähren sind. Merkblatt vom SECO unter: <http://www.seco.admin.ch/doku mentation/publikation/00009/00027/02089/index.html?lang=de>, zuletzt besucht am 30. Juni Vgl. Wegleitung, S f. 313 Wegleitung, S ; Es kommen die Regelungen zur Schichtarbeit sowie Nacht- und Sonntagsarbeit zum Tragen, vgl. Wegleitung, S

60 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz 45 bzw. 50 Stunden überschritten werden, solange sie im Durchschnitt von 16 Wochen eingehalten wird. Ausnahmsweise kann der Zeitraum auf 20 Wochen verlängert werden. 314 Für höchstens sieben aufeinanderfolgende Arbeitseinsätze kann beim ununterbrochenen Betrieb die wöchentliche Höchstarbeitszeit auf 52 Stunden erhöht werden. Besteht ein grosser Teil der Arbeitszeit aus einer reinen Präsenzzeit, so ist sogar eine Maximaldauer von 60 Stunden zulässig. 315 In einem solchen Fall muss die wöchentliche Höchstarbeitszeit im Durchschnitt von 16 Wochen eingehalten werden. Eine Ausdehnung auf ausnahmsweise 20 Wochen ist im Gesetzestext von Absatz 2 nicht erwähnt. 316 Die tägliche Arbeitszeit pro Schicht darf für den einzelnen Arbeitnehmer nicht mehr als neun Stunden betragen. Mit Einschluss der Pausen darf der Zeitraum 10 Stunden nicht übersteigen. Am Wochenende dürfen zwei zwölfstündige Schichten gefahren werden, wobei zwei Stunden Pause zu gewähren sind pro Schicht Weitere Vorschriften Auf den ununterbrochenen Betrieb sind die Regelungen über die Nacht- und Sonntagsarbeit ergänzend anwendbar gemäss Art. 24 Abs. 6 ArG. 318 Zur Anwendung gelangen insbesondere die Vorschriften über die Dauer der Pausen und die Regelungen über die Lohn- und Zeitzuschläge. Ebenfalls Anwendung finden die medizinischen Vorschriften. Beim ununterbrochenen Betrieb darf die Ruhezeit wie bei der Nacht-und Sonntagsarbeit nicht durch andere Leistungen ersetzt werden. 319 Die Bestimmungen über den Schichtwechsel und deren Reihenfolge sind nach Art. 38 Abs. 4 ArGV 1 anwendbar, sofern nichts speziell für den ununterbrochenen Betrieb anders geregelt ist. 320 Aufgrund der Regelung von Art. 38 Abs. 1 ArGV 1 hat sich der Schichtplan nach vier bis 16 Wochen wieder von vorne zu wiederholen. Spätestens aber nach 20 Wochen. 321 Will der Betrieb sich nicht an die starren Vorschriften des ununterbrochenen Betriebs halten, so besteht die Möglichkeit der Kombination von Nacht- und Sonntagsbewil- 314 Art. 24 Abs. 5 ArG sowie Art. 38 Abs. 1 ArGV 1; Für die tägliche Arbeitszeit innerhalb 24 Stunden für jede Schicht gilt das Gleiche, siehe Wegleitung, S Art. 38 Abs. 2 ArGV 1; GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 24 ArG, N 7; Es sind die Bestimmungen von Art. 29 ArGV 1 über die verlängerte Dauer der Nachtarbeit zu beachten. Nur wenn diese Regelungen erfüllt sind, ist die Maximaldauer von 60 Stunden möglich, nach Wegleitung, S f. 316 Nach GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 24 ArG, N 7 ist die Ausdehnung auf 20 Wochen nicht zulässig. Im Gegensatz zur Wegleitung zur Verordnung 1, wo die Rede davon ist, dass die maximale wöchentliche Arbeitszeit im Durchschnitt von 16 bzw. 20 Wochen einzuhalten sei, siehe Wegleitung, S Wegleitung, S ; GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 24 ArG, N 8: Die 2 Stunden Pause in der Wochenendschicht können hälftig aufgeteilt und über die Schicht verstreut werden. 318 So auch in der Verordnung mit Art. 38 Abs. 4 ArGV 1 zum ununterbrochenen Betrieb. Zum zusammengesetzten ununterbrochenen Betrieb fehlt eine entsprechende gesetzliche Regelung. Gemäss der Wegleitung zur Verordnung 1 ist aber die Bestimmung analog anwendbar, siehe Wegleitung, S Wegleitung, S Wegleitung, S Vgl. Wegleitung, S

61 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz ligung, wobei die entsprechenden Ausführungen zur Dreischicht vorerwähnt zu beachten sind. 322 E. Fünfschicht Bei einem Fünfschichtmodell handelt es sich um einen Durchlaufbetrieb mit fünf Schichtbelegschaften. Die wöchentliche Arbeitszeit von 42 Stunden ist im Vergleich zur Vierschicht deutlich reduziert. Ein Fünfschichtsystem kann mit drei Schichten unter der Woche und mit Zwölfstunden-Schichten am Wochenende ausgestaltet sein. 323 Alternativ besteht die Möglichkeit von Montag bis Sonntag durchgehend mit drei Schichten und fünf Schichtgruppen zu planen. Die Arbeitszeit für die Schichtarbeiter bleibt dabei gleich. Die Arbeitnehmer haben aber im Zyklus von fünf Wochen nur noch zwei anstelle von drei Wochenenden frei. Dafür fallen die Zwölfstunden-Schichten weg, welche ein erhöhtes Risiko darstellen und in bestimmten Produktionsbetrieben mit erhöhten Anforderungen und Belastungen nicht empfehlenswert sind. 324 Grundsätzlich sind auf die Fünfschicht die Regelungen des ununterbrochenen Betriebs anwendbar. 325 Ist die Voraussetzung des ununterbrochenen Betriebs dadurch nicht erfüllt, dass die Arbeitnehmer nicht alle Schichten durchlaufen, sondern nur an bestimmten Tagen bzw. nur in bestimmten Schichten arbeiten, so liegt ein zusammengesetzter ununterbrochener Betrieb nach Art. 39 ArGV 1 vor. Der zusammengesetzte ununterbrochene Betrieb ist ein kombiniertes Arbeitszeitsystem. 326 Dabei werden drei Schichtgruppen in Früh-, Spät- und Nachtschichten unter der Woche eingeteilt, während zwei Schichtgruppen nur am Wochenende in Zwölfstunden-Schichten zum Einsatz gelangen. 327 Die Arbeitnehmer, welche nur unter der Woche im Einsatz sind, dürfen nur in Schichten von Montag bis Samstag eingesetzt werden. 328 Arbeitnehmer in der Wochenendschicht dagegen im Zeitraum von Donnerstagabend 20 Uhr bis Montagmorgen, je nach Festlegung der betrieblichen Tages- und Abendarbeit zwischen 5 bis 7 Uhr. 329 Die Beschäftigung nur in Wochenendschichten ist nach Art. 39 Abs. 2 Bst. a-e ArGV 1 zulässig sofern folgende Voraussetzungen erfüllt sind: 322 Vgl. Ausführungen zur Dreischicht, S Vgl. BAILLOD/DAVATZ/LUCHSINGER/STAMATIADIS/ULICH, S BAILLOD/DAVATZ/LUCHSINGER/STAMATIADIS/ULICH, S Vgl. Wegleitung, S ; Vgl. Ausführungen vorne zur Vierschicht, S GEISER/VON KAENEL/WYLER, Art. 24 ArG, N Wegleitung, S Vgl. Merkblatt für den zusammengesetzten ununterbrochenen Betrieb des SECO: <http://www.seco.admin. ch/dokumentation/publikation/00009/00027/02091/index.html?lang=de>, zuletzt besucht am 30. Juni Wegleitung, S

62 Theoretischer Teil Schichtmodelle nach Arbeitsgesetz Am Wochenende beschäftigte Arbeitnehmer dürfen grundsätzlich unter der Woche keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Ausgenommen sind Ausnahmefälle wie die Ferienablöse oder wenn sie für ausfallende Arbeitnehmer einspringen müssen (Bst. a). 330 Ihre Schicht darf nicht länger als 10 Stunden innerhalb von 12 Stunden sein (Bst. b) Ferner muss die tägliche Ruhezeit mindestens 11 Stunden betragen und darf nicht verkürzt werden (Bst. c). 332 Zu Überzeitarbeit nach Art. 12 ArG i. V. m. Art. 25 ArGV 1 dürfen sie nicht beigezogen werden (Bst. d). Ausgenommen sind Sonderfällen nach Art. 26 ArGV Pro Kalenderjahr müssen für die Arbeitnehmer mindestens fünf Ruhetage gewährt werden, welche auf einen Sonntag fallen (Bst. e). 334 Die Vorschriften über die Ruhetage und die Arbeitszeit sind für Arbeitnehmer im zusammengesetzten ununterbrochenen Betrieb nach Art. 39 Abs. 1 ArGV 1 nicht anwendbar. Im Gegenzug sind die Bestimmungen für Nacht- und Sonntagsarbeit beizuziehen. 335 Während in den Wochenendschichten eine tägliche Arbeitszeit von 10 Stunden erlaubt ist, gilt für Schichten unter der Woche die Regelung von Art. 17a ArG, also eine tägliche Arbeitszeit von neun Stunden. 336 Für den zusammengesetzten ununterbrochenen Betrieb sind die Vorschriften über die Nacht- und Sonntagsarbeit sowie über die Schichtarbeit anwendbar, sofern nichts anderes geregelt ist. 337 Der zusammengesetzte ununterbrochene Betrieb ist in jedem Fall bewilligungspflichtig. Er wird nicht von der Bewilligungspflicht nach Art. 4 Abs. 3 ArGV 2 ausgenommen Wegleitung, S f. 331 Wegleitung, S : Die mind. zwei Stunden Pausen können aufgeteilt werden. 332 Im Gegensatz zu den Schichten unter der Woche, wo eine Kürzung auf 8h nach Art. 15a Abs. 2 ArG möglich ist, wenn im Durchschnitt von 2 Wochen die tägliche Ruhezeit von 11h eingehalten wird. 333 Wegleitung, S Wegleitung, S : Die freien Sonntage sind zusätzlich zu den Sonntagen in den Ferien zu gewähren. Entsprechend Art. 21 ArGV 1 müssen es 35 aufeinanderfolgende Stunden im Zeitraum von Samstag 23 Uhr und Sonntag 23 Uhr sein. Der Zeitraum kann um eine Stunde vor- oder nachverschoben werden. 335 Wegleitung, S : Wonach anstelle von Art. 37 und 38 ArGV 1 die Art. 17a Abs. 2 ArG und Art. 29 ArGV 1 über die verlängerte Dauer der Nachtarbeit sowie die Art. 19 f. ArG und Art. 21 ArGV 1 für die Sonntagsarbeit Anwendung finden. 336 Vgl. Ausführungen vorne zur verlängerten Dauer der Nachtarbeit, S. 36 ff. 337 Wegleitung, S : Wonach Art. 38 Abs. 4 ArGV 1 analog auf den zusammengesetzten ununterbrochenen Betrieb zur Anwendung gelangt. 338 Wegleitung, S

63 Theoretischer Teil Schlussfolgerungen Theorieteil VII. Schlussfolgerungen Theorieteil Grundsätzlich ist Schichtarbeit bewilligungsfrei möglich. Erst wenn sie in den Nacht- und Sonntagszeitraum reicht, sind entsprechende Bewilligungen notwendig. 339 Zahlreiche verschiedene Schichtmodelle sind nach Arbeitsgesetz möglich. Es handelt sich dabei um die Folgenden: Ein- und Zweischichtmodelle ohne Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit: Der bewilligungsfreie Tages- und Abendzeitraum umfasst nach Art. 10 Abs. 1 ArG 17 Stunden. Es handelt sich um den Zeitraum von 6 Uhr bis 23 Uhr. Für die Abendarbeit von 20 Uhr bis 23 Uhr muss eine Anhörung der Arbeitnehmer erfolgen. Zuschläge für die Abendarbeit sowie Samstagarbeit sind von Gesetzes wegen nicht vorgeschrieben. Der bewilligungsfreie Zeitraum kann um max. eine Stunde vor- oder nachverschoben werden. Hierzu ist die Zustimmung der Arbeitnehmer erforderlich, ansonsten liegt Nachtarbeit vor, was die entsprechenden Konsequenzen nach sich zieht. Durch die Verschiebung ist ein bewilligungsfreier Zeitraum von 7 Uhr bis 24 Uhr bzw. von 5 Uhr bis 22 Uhr möglich. Zweischicht mit einer Stunde Nachtarbeit nach Art. 17 Abs. 4 ArG: Bewilligung ist erforderlich und der Betrieb muss ein dringendes Bedürfnis nachweisen. Auf den Nachweis der Unentbehrlichkeit kann stattdessen verzichtet wird. Um Randstunden handelt es sich von 5 bis 6 Uhr bzw. von 23 bis 24 Uhr. Die erleichterte Bewilligung ist nur möglich, wenn es sich lediglich um eine Stunde Nachtarbeit handelt. Die Betriebszeit kann in diesem Modell auf 18 Stunden ausgedehnt werden. Zwei- und Dreischichtmodell mit Nachtarbeit: Bewilligung für Nachtarbeit ist nötig. Für vorübergehende Nachtarbeit von nicht mehr als 90 Nächten oder für befristetet Einsätze von höchstens sechs Monaten ist ein dringendes Bedürfnis nachzuweisen. Für dauernde oder regelmässig wiederkehrende Nachtarbeit muss die technische oder wirtschaftliche Unentbehrlichkeit dargelegt werden nach Art. 17 ArG. Für vorübergehende Nachtarbeit wird ein Lohnzuschlag von 25% notwendig. Für dauernde Nachtarbeit dagegen ein Zeitzuschlag von 10%. Beim Zuschlag definiert das Gesetz die Abgrenzung der vorübergehenden und dauernden Nachtschicht aus Sicht des individuellen Arbeitnehmers. Der Zeitzuschlag tritt an die Stelle des Lohnzuschlags, sobald der Arbeitnehmer in 25 und mehr Nächten pro Kalenderjahr in der Nacht zum Einsatz gelangt. Soll auch am Sonntag gearbeitet werden, so ist eine Sonntagsbewilligung einzuholen. Für Arbeit an Sonn- und Feiertagen muss ein Freizeitausgleich oder ein Ersatzruhetag 339 Vgl. SOLTERMANN, S

64 Theoretischer Teil Schlussfolgerungen Theorieteil gewährt werden nach Art. 20 ArG i. V. m. Art. 21 ArGV 1. Für vorübergehende Sonntagsarbeit ist zusätzlich ein Lohnzuschlag von 50% zu bezahlen. Dauernachtschicht (Art. 30 ArGV 1): Bewilligung für Nachtarbeit ist erforderlich. Nachtarbeit ohne Wechsel mit der Tagesarbeit von mehr als sechs Wochen bis höchstens 12 Wochen benötigt das Ersuchen der Mehrheit der betroffenen Arbeitnehmer oder unentbehrliche betriebliche Gründe. Für Dauernachtarbeit von mehr als 12 Wochen sind die zusätzlichen Anforderungen von Art. 29 Abs. 1 Bst. a-d ArGV 1 zu beachten. Zudem sind die Einschränkung nach Art. 30 Abs. 3 ArGV 1 anwendbar, wonach die Arbeitnehmer höchstens in fünf von sieben bzw. in sechs von neun aufeinanderfolgenden Nächten eingesetzt werden dürfen. Vierschicht bzw. ununterbrochener Betrieb (Art. 24 ArG und Art. 36 ff. ArGV 1): Bewilligung ist notwendig. Entsprechend der Nachtarbeit ist für den dauernden und wiederkehrenden ununterbrochenen Betrieb technische oder wirtschaftliche Unentbehrlichkeit nachzuweisen. Für vorübergehenden ununterbrochenen Betrieb ab vier Wochen bis max. 16 Wochen ist ein dringendes Bedürfnis nachzuweisen. Für Dreischichtbetrieb mit Sonntagsarbeit an weniger als vier Wochen ist eine vorübergehende Sonntagsbewilligung notwendig. Sonderregelungen sind zu beachten. Alternativ zu den Regelungen zum ununterbrochenen Betrieb kann mittels Kombination von Nachtund Sonntagsbewilligung Vierschicht gefahren werden. Fünfschicht: Regelungen zum zusammengesetzten ununterbrochenen Betrieb (Art. 39 ArGV 1) beachten, wenn die Arbeitnehmer nicht alle Schichten durchlaufen. Eine Gruppe von Arbeitnehmern ist nur in Wochenendschichten eingeteilt, während die andere Gruppe nur unter der Woche tätig ist. Für den zusammengesetzten ununterbrochenen Betrieb ist eine Bewilligung notwendig. Regelungen zur Schichtarbeit sowie über die Nacht- und Sonntagsarbeit sind subsidiär zu beachten. Bewilligungsbehörde ist für Dauerbewilligungen das SECO. Für vorübergehende Bewilligungen sind die kantonalen Behörden zuständig. Bei der Gestaltung von Schichtmodellen sind die arbeitsmedizinischen Empfehlungen zu berücksichtigen. Wichtig zur Einführung von Schichtarbeit ist die Mitarbeiterpartizipation. Die Arbeitnehmenden sind zu informieren und ihnen kommt ein Mitwirkungsrecht bzgl. der Gestaltung der Schichtpläne zu. Für den ununterbrochenen Betrieb sowie für Nacht- und Sonntagsarbeit ist das Einverständnis der betroffenen Arbeitnehmer notwendig. Für Zweischichtarbeit im bewilligungsfreien Zeitraum reicht die Anhörung vor der Einführung von Abendarbeit. Bei Verschiebung des Tages- und Abendzeitraums ist dagegen die Zustimmung der Arbeitnehmervertretung notwendig. 50

65 Praktischer Teil Einleitung 3 Praktischer Teil I. Einleitung Im Theoretischen Teil wurden die zahlreichen und komplexen Rechtsgrundlagen der Schichtarbeit dargelegt. Im Praktischen Teil folgt eine nicht repräsentative empirische Studie, welche einige Aspekte aus der Theorie in der praktischen Umsetzung aufzeigt. Abgeschlossen wird der Praktische Teil mit einer Zusammenfassung und Würdigung der Ergebnisse. II. Empirische Studie A. Einleitung 1. Untersuchungsziel Bei der empirischen Studie sollen die konkreten Probleme bei der Umsetzung von Schichtarbeit in der Praxis aufgezeigt werden. Daneben sollen konkrete Aspekte aus dem Theorieteil in der praktischen Umsetzung gezeigt werden. Gegenstand der Untersuchung ist bspw. ob die in der Literatur häufig aufgezeigten Flexibilisierungsmassnahmen auch tatsächlich in der Praxis umgesetzt werden. 2. Datengrundlage Die empirische Studie wurde auf die Arbeitgeberseite beschränkt. Es wurden nur Betriebe mit erhaltener Arbeitszeitbewilligung angeschrieben, welche im Bundesblatt publiziert wurden. Aufgrund der Schwerpunktsetzung im Theoretischen Teil, beschränkt sich die Untersuchung hauptsächlich auf Industriebetriebe. Zusätzlich erfolgten noch Gespräche mit der Bewilligungsbehörde. 3. Methodik Die empirische Studie umfasst sowohl eine qualitative Seite wie auch einen quantitative. Es wurden qualitative Interviews bei Betrieben, die eine Arbeitszeitbewilligung für den ununterbrochenen Betrieb oder für Nachtarbeit erhalten haben durchgeführt. In Ergänzung erfolgten Interviews mit der eidgenössischen Bewilligungsbehörde und der kantonalen bernischen Bewilligungsbehörde. Die Interviews erfolgten durch persönliche Treffen. In einem Fall erfolgte das Interview telefonisch. Zeitlich fanden die Interviews Ende Mai und im Monat Juni statt. Neben dem qualitativen Teil erfolgte zusätzlich eine quantitative Umfrage. Hierzu wurden insgesamt 118 elektronische Umfragen an Betriebe mit einer Arbeitszeitbewilligung verschickt. Davon wurde die elektronische Umfrage 49 Betrieben mit Arbeitszeitbewilligung für den ununterbrochenen Betrieb zugestellt. Angeschrieben wurden zudem 7 Betriebe mit Bewil- 51

66 Praktischer Teil Empirische Studie ligung für den zusammengesetzten ununterbrochenen Betrieb, sowie 7 mit Bewilligung für Nacht- ohne Wechsel mit Tagesarbeit und Feiertagsarbeit. Abschliessend wurden 54 Betriebe mit Bewilligung für Nachtarbeit zur Umfrage eingeladen. Die Fragen in den Interviews und in der quantitativen Umfrage sind ähnlich aufgebaut. Ziel war die Problematik von Schichtarbeit in der praktischen Umsetzung aufzuzeigen. Die elektronische Umfrage fand Ende Mai bis Anfangs Juni statt. Die Ergebnisse aus der elektronischen Umfrage und den Interviews werden im Folgenden zusammengefasst. Das Interviewverzeichnis ist dem Anhang 7 zu entnehmen. Im Anhang 8 und 9 befinden sich die Interviewleitfäden. Die Fragen zur elektronischen Umfrage sind in Anhang 11 dargestellt, die Rohdaten der Auswertung im Anhang Rücklauf Von den 118 verschickten Umfragen wurden 45 Umfragen vollständig ausgefüllt. Drei Teilnehmer begannen die Umfrage und haben sie vorzeitig nach der ersten bzw. in zwei Fällen nach der zweiten Frage verlassen. Abb. 3: Rücklauf elektronische Umfrage vollständig ausgefüllt vorzeitig abgebrochen aufgerufen, ohne Teilnahme nicht teilgenommen, Grund mitgeteilt keine Antwort, nicht teilgenommen Die Umfrage wurde zusätzlich von 9 weiteren Teilnehmern aufgerufen, ohne dass mit der Beantwortung der Umfrage begonnen wurde. Die 45 vollständig ausgefüllten Umfragen entsprechen einer Rücklaufquote von 38,14%. Drei eingeladene Betriebe teilten den Grund der Nichtteilnahme schriftlich mit. So wurde in einem Fall genannt, dass keine Anfragen von Privatpersonen entgegen genommen werden. Ein anderer Betrieb verzichtete auf die Teilnahme aus Kapazitätsgründen. Im dritten Fall praktiziert der Betrieb keine Schichtarbeit. Die folgenden Ausführungen basieren auf den 45 Teilnehmern der Umfrage. Bei Mehrfachnennungen wurden die Prozente in Relation zu den 45 Teilnehmern und nicht auf die Anzahl der totalen Nennungen pro Frage ausgeführt, wodurch in den Grafiken mehr als 100% möglich sind. 52

67 Praktischer Teil Empirische Studie B. Auswertung Schichtmodelle Der überwiegende Teil der Betriebe praktizieren mindestens zwei verschiedene Schichtmodelle im Betrieb. Am häufigsten verbreitet sind die Zwei- und Dreischicht. Zwei Teilnehmer der Umfrage praktizieren ausschliesslich die Zweischicht ohne Nachtarbeit. Für die Zweischicht ohne Nachtarbeit ist keine Bewilligung notwendig. 341 Da nur Betriebe angeschrieben wurden, welche eine Arbeitszeitbewilligung erhalten haben, ist in diesen Fällen davon auszugehen, dass die Bewilligung infolge Restrukturierung nicht mehr benötigt wird. Auch in den Interviews war der Fall vertreten, dass eine Bewilligung vorlag, welche in Zukunft wohl mangels Bedarf nicht mehr erneuert wird. Abb. 4: Praktizierte Schichtmodelle Anzahl Nennungen Prozentanteil % 13% 13% 4% % 69% 56% Quelle: Auswertung Frage Die Nachkommastellen wurden für die nachfolgenden Ausführungen auf die nächsthöhere oder tiefere Zahl auf- bzw. abgerundet. 341 Vgl. Ausführungen vorne, S. 21 ff. 53

68 Praktischer Teil Empirische Studie Die Zweischicht ist in der vorliegenden Untersuchung weit verbreitet. Die bewilligungsfreie Zweischicht oder jene mit einer Stunde Nachtarbeit werden in 69% der teilgenommenen Betriebe praktiziert. 342 Auch in den Interviews zeigte sich, dass jeder Betrieb in gewissen Betriebsbereichen die Zweischicht anwendet. Von den bewilligungspflichtigen Schichtmodellen ist die Dreischicht am stärksten verbreitet. Dies deckt sich mit der Aussage der Bewilligungsbehörden, wonach am häufigsten Gesuche für die Dreischicht erfolgen. Es handelt sich dabei in der Regel um ein Dreischichtmodell mit achtstündigen Schichten. 343 Die Dauernachtarbeit wird nach Aussage der Bewilligungsbehörde eher selten und mit Zurückhaltung bewilligt. Die Dauernachtarbeit ist entsprechend marginal vertreten, wobei darauf hingewiesen werden muss, dass die Umfrage explizit an sieben Betriebe mit Bewilligung zur Nachtarbeit ohne Wechsel mit Tagesarbeit versandt wurde, was 6% der total verschickten Umfragen entspricht. Von den Betrieben, welche in der Umfrage die Dauernachtarbeit angaben, praktizieren ausnahmslos alle noch andere bewilligungspflichtige Schichtmodelle im Betrieb. Als weitere Modelle neben den vorgegebenen Antworten wurden die Zweischicht mit Nachtarbeit von 2 x 12h sowie der einfache Betrieb genannt. Mehr als Dreiviertel der Unternehmen gaben an, dass sie mit den Musterplänen vom SECO arbeiten. 344 Seitens einer Bewilligungsbehörde wurde erwähnt, dass viele Betriebe zunächst selber versuchen würden Pläne zu gestalten, schlussendlich aber auf die Musterpläne zurückgreifen würden. Grund ist die sehr komplexe und schwierige Schichtplangestaltung. Ein grosser Vorteil der Musterpläne vom SECO ist denn auch die Gesetzeskonformität. Im Zusammenhang mit Problemen bei der Einreichung des Gesuchs zur Erteilung einer Arbeitszeitbewilligung treten in Bezug auf den Schichtplan auch die häufigsten Unklarheiten auf. Teilweise geht zudem die Begründung des Gesuchs vergessen und muss nachgeholt werden. Ansonsten treten bei der Einreichung des Gesuchs kaum Probleme auf. Als Gründe für den Vorzug eigener Pläne anstelle der Musterpläne wurden insbesondere die bessere Abdeckung der eigenen Bedürfnisse und die grössere Flexibilität genannt. Ein Betrieb erwähnte, dass sie mit eigenen Plänen arbeiten würden, da sie ca Schichtarbeiter beschäftigen. Auch im Interview wurde von einem Betrieb festgehalten, dass die Pläne des SECO zu theoretisch seien und nicht auf die Bedürfnisse der Praxis abgestimmt wären. Die eigenen Pläne seien wirtschaftlicher. Allerdings wurde bedauert, dass nicht mehr Unterstützung seitens der Behörden bei der Gestaltung eigener Pläne entgegengebracht werde. Ein anderer Interviewpartner hat dagegen 342 Teilweise wurden pro Betrieb beide Schichtmodelle angegeben, für die Berechnung der 69% wurden diese aber nur als einmal gewertet. Ohne Doppelnennungen sind es 78%. 343 Modell 3 x 8h während fünf Tagen von Montag bis Samstagmorgen. SECO Schichtplan Nr Es handelt sich um 76%. 54

69 Praktischer Teil Empirische Studie einen Arbeitszeitexperten von den Behörden in den Betrieb bestellt, welcher die Musterpläne auf die Bedürfnisse des Betriebes angepasst hat und beim Bewilligungsverfahren zur Seite stand. 2. Herausforderungen Aus den Interviews wurde ersichtlich, dass eine grosse Herausforderung von Schichtarbeit die Rekrutierung von geeigneten Schichtmitarbeitern ist. Insbesondere die Akzeptanz Schicht zu arbeiten sei bei Schweizer Arbeitnehmern im Vergleich zu Ausländischen gering. In der Umfrage bestätigte sich die Aussage, dass die Rekrutierung eine der grössten Herausforderungen im Zusammenhang mit Schichtarbeit darstellt. Die Rekrutierung wurde mit 56% am zweithäufigsten genannt. Spitzenreiter der grössten Herausforderung mit 58% ist die Schichtplangestaltung. Ebenfalls häufig genannt wurde die Einhaltung der zahlreichen gesetzlichen Vorschriften. Die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften ist ein Teilaspekt der Schichtplangestaltung und steht somit in einem gewissen Zusammenhang. 345 Die Einhaltung der Bewilligungsvoraussetzungen wurden vergleichsweise wenig genannt. Bis auf eine Ausnahme wurde die Bewilligungsvoraussetzung zusammen mit der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften genannt. Die Zuschläge für Schichtarbeit wurden lediglich von 16% der Betriebe angegeben. Ein Betrieb hielt jedoch ausdrücklich fest, dass das Verständnis der Arbeitnehmenden für den Zeitzuschlag eine Herausforderung darstelle. In den persönlichen Interviews zeigte sich, dass über die gesetzlichen Zuschläge hinaus weitere Schichtzulagen bezahlt werden, damit sich überhaupt genügend Schichtarbeiter finden lassen. Teilweise herrscht aber auch Unkenntnis darüber, welche Zuschläge von Gesetzes wegen erforderlich sind. Auch gemäss der Aussage einer Bewilligungsbehörde ist den Betrieben häufig unbekannt, dass am Samstag von Gesetzes wegen keine Zuschläge bezahlt werden müssen. Unkenntnis herrsche teilweise auch darüber, dass keine Bewilligung für Samstagsarbeit notwendig ist. In der Umfrage wurde als weitere Herausforderung die organisatorische Schwierigkeit angemerkt, weil nicht alle Mitarbeiter zur selben Zeit im Betrieb anwesend sind. Eine weitere Anmerkung war die Schwierigkeit eine Bewilligung für Dauernachtschichten zu erhalten. Einige Mitarbeiter bevorzugen anstelle der Wechselschicht die Nachtschicht. Eine entsprechende Bewilligung für Nachtarbeit ohne Wechsel mit Tagesarbeit sei aber schwierig zu erhalten. In den Anmerkungen wurde zudem explizit darauf hingewiesen, dass das interne Gewinnen der Mitarbeiter für ein Schichtwechselmodell eine Herausforderung darstelle. Ein 345 Im Anhang befinden sich Workflows als Hilfe zur Einhaltung der Gesetzesvorschriften. 55

70 Praktischer Teil Empirische Studie Betrieb vermerkte, dass sie keine Herausforderungen in Bezug auf Schichtarbeit sehen. Diese zeigte sich jedoch aufgrund der Angaben als Ausnahme. Abb. 5: Herausforderungen Schichtarbeit Anzahl Nennungen Prozentanteil % 58% 8 18% 25 56% % 13% Quelle: Auswertung Frage 3 In einem Interview wurde im Zusammenhang mit einem Dreischichtmodell erwähnt, dass die Arbeitnehmer wenig Verständnis dafür aufbringen, dass es nicht ohne weiteres möglich ist bereits am Sonntagabend mit der Nachtschicht zu beginnen. Die Arbeitnehmer würden es bevorzugen, wenn sie durch den früheren Start bereits am Freitagabend in das Wochenende gehen könnten und nicht erst am Samstagmorgen nach der Nachtschicht. 3. Rechtsprobleme Der überwiegende Teil der Betriebe hatte in der Vergangenheit marginale Rechtsprobleme im Zusammenhang mit Schichtarbeit. Auch die interviewten Betriebe hatten sich gegenwärtig noch nie mit Rechtsproblemen auseinanderzusetzen. Falls Probleme auftreten, dann allenfalls im Zusammenhang mit der Kündigung, wobei es sich hier nicht um ein ausschliessliches Problem der Schichtarbeit handelt. Gewisse Probleme wurden in der Umsetzung der 42 Stunden Woche in ein Schichtmodell festgestellt. Es sei schwierig unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften einen entsprechenden Schichtplan auszuarbeiten. Auch in der elektroni- 56

71 Praktischer Teil Empirische Studie schen Umfrage wurde darauf hingewiesen, dass die Planung einer 42,5h Woche eine grosse Herausforderung darstelle. Abb. 6: Rechtsprobleme Schichtarbeit Anzahl Nennungen Prozentanteil % 2 4% 0 0 0% 0% 2 4% % 0% 0% Quelle: Auswertung Frage 5 In der quantitativen Umfrage haben lediglich vier Betriebe angegeben, dass Sie in der Vergangenheit mit Rechtsproblemen zu tun hatten. Dies entspricht einem Prozentsatz von rund 9%. Signifikant ist allerdings, dass ausnahmslos jeder dieser vier Betriebe die Einhaltung der Ruhezeiten als Rechtsproblem angegeben hat. Die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften wurde zuvor von mehr als der Hälfte der Betriebe als einer der grössten Herausforderungen dargestellt. Die Probleme mit der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften über die Ruhe- und Arbeitszeit decken sich damit. Interessant ist die Nennung des Schichtwechsels. Damit sind einerseits die Rotation der Schichten und andererseits die Schichtwechselzeitpunkte gemeint. Ebenfalls darunter fällt die Verteilung der Schichten auf gleichmässige Anteile. Die Schichtwechselproblematik zusammen mit der Ein- 57

72 Praktischer Teil Empirische Studie haltung der Arbeits- und Ruhezeitvorschriften sind wesentliche Punkte der Schichtplangestaltung. Keine Probleme gab es bei den gesetzlichen Zuschlägen und der Nichteinhaltung der Mitwirkungsrechte. Seitens der Bewilligungsbehörde wurde in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass Probleme auftreten, weil das Zeiterfassungssystem in den Betrieben nicht richtig eingestellt sei. So fehlt bspw. der Zeitzuschlag oder die Pausen werden nicht oder ungenügend erfasst. So ist der Nachvollzug, ob die Arbeitnehmer ihre Pause bezogen haben, nicht möglich. Allerdings sei das Zeiterfassungssystem in grösseren Betrieben mit unterschiedlichen wöchentlichen Arbeitszeiten auch entsprechend schwierig richtig zu programmieren. Weiter wurde erwähnt, dass teilweise für Randstunden die Bewilligungen fehlen. Bei kleineren Betrieben komme zusätzlich die Unkenntnis des Arbeitsgesetztes hinzu. So sei häufig die Abgrenzung zwischen Überstunden und Überzeit oder auch die wöchentliche Höchstarbeitszeit nicht bekannt. 4. Reserveplanung Absenzen, Ferien und andere Ausfälle von Arbeitnehmern können einen Betrieb schnell vor grosse Probleme stellen, falls die Reserveplanung nicht genügend sichergestellt ist. Daher ist die Reserveplanung frühzeitig zu klären. Ergänzend zu den vorgegebenen Antworten in Frage 1 wurde von einem Betrieb ausdrücklich angemerkt, dass Absenzen eine grosse planerische Herausforderung darstellen. Im Theoretischen Teil wurden die verschiedenen Möglichkeiten im Umgang mit Reserven dargestellt. 346 In der praktischen Umsetzung sind alle diese Formen in unterschiedlichen Ausprägungen vertreten. Die Mehrheit der Betriebe praktizieren eine Kombination von mind. zwei verschiedenen Reservemöglichkeiten. Die Hälfte der Betriebe versucht die Absenzen mittels Verlängerung der Schichten durch Überstunden auszugleichen. Weit verbreitet ist auch der temporäre Beizug von externen Angestellten. Ebenfalls häufig genannt wurde der Beizug von Reservehilfen aus anderen Betriebsbereichen. Über eine eigene Reservegruppe im Betrieb verfügen 24%. Eine weitere Möglichkeit Absenzen auszugleichen ist die Erhöhung der Schichtgruppengrösse. Die Reserven sind bei dieser Variante ein Teil der Schichtgruppe. Diese Variante ist mit 27% vertreten. Kein Bedarf an Reserven gaben zwei Betriebe zur Antwort. Es handelt sich dabei um einen ununterbrochenen Betrieb und um einen Betrieb mit Zwei- und Dreischichtmodellen. Kaum verbreitet sind Reserveschichten. Darunter sind Schichten zu verstehen, welche die Arbeitnehmer fix leisten müssen, um überhaupt auf ihre vertragliche Wochenarbeitszeit zu gelangen. Es wird dabei im Voraus be- 346 Vgl. vorne, S. 15 ff. 58

73 Praktischer Teil Empirische Studie stimmt, wie viele Reserveschichten der einzelne Arbeitnehmer pro Kalenderjahr zu leisten hat. Abb. 7: Reserveplanung Anzahl Nennungen Prozentanteil % 24% 51% 42% 4% 49% 4% 7% -80 Quelle: Auswertung Frage 6 Ein Betrieb hat angemerkt, dass die Schichten nur ungerne verlängert werden, da die Konzentration nachlasse. Es handelt sich in diesem Fall um einen Zweischichtbetrieb, welcher die Arbeit durch die Ausdehnung auf die Samstagsarbeit auffangen kann. Ein weiterer Betrieb arbeitet mit Springern während beim dritten Betrieb die verbleibenden Arbeitnehmer Zusatzschichten bzw. Bringschichten leisten müssen. Diese Schichten sind notwendig, damit der Arbeitnehmer auf seine Arbeitszeit kommt. Es handelt sich erwartungsgemäss um ein Fünfschichtmodell. In den persönlichen Befragungen war der Beizug von internen Arbeitnehmern bei Absenzen im Betrieb am häufigsten vertreten. In einem Fall besteht ein interner Abrufpool. Ein anderer Betrieb hatte früher einen eigenen Reservepool, dieser wurde aber aufgrund der Kostenintensität aufgelöst. Heute werden bei Absenzen aus anderen Bereichen die Arbeitnehmer beigezo- 59

74 Praktischer Teil Empirische Studie gen. Ebenfalls vertreten bei den befragten Unternehmungen ist die Reserveabdeckung als Teil der Schichtgruppe. So haben zwei der vier Schichtgruppen eine höhere Besetzungsstärke, wodurch Absenzen aufgefangen werden können. Der Beizug von externen Angestellten ist in einem Betrieb nicht möglich, da die Einarbeitung in die komplexen Vorgänge nicht auf die Schnelle möglich ist. Daher werden interne Mitarbeiter teilweise als Springer eingesetzt, welche auf verschiedenen Maschinen ausgebildet sind. 5. Flexibilität in der Schichtarbeit Die Schichtarbeit wurde in den Interviews vorwiegend als starres System bezeichnet, indem kaum Flexibilität möglich ist. In der Literatur werden dagegen zahlreiche Flexibilisierungsansätze für die Schichtarbeit aufgezeigt. 347 In der elektronischen Umfrage zeigt sich deutlich, dass Flexibilisierungsinstrumente in der praktischen Umsetzung bei mehr als der Hälfte kein Thema sind. 58% der Betriebe praktizieren keine Flexibilisierungsinstrumente. In der Literatur wird als möglicher Flexibilisierungsansatz die zeitautonome Gruppe vorgebracht. Die Arbeitnehmer regeln dabei ihr Arbeitszeitmodell untereinander völlig selbständig. In der Praxis wird dieses Arbeitszeitmodell nicht praktiziert. Zeitautonome Gruppen sind m. E. umso schwieriger umsetzbar, je grösserer die Anzahl der Arbeitnehmenden ist, welche in ein Schichtmodell zu integrieren sind. Möglich ist ein solches Modell nur solange sich kein Mitarbeiter querulatorisch benimmt. Mit 24% ist die Flexibilisierungsform der unterschiedlichen Besetzungsstärken der Schichten am weitesten verbreitet. Unterschiedliche Besetzungsstärken können aus planungstechnischen Gründen notwendig sein, um auf die entsprechenden wöchentlichen Arbeitszeiten der Arbeitnehmer zu gelangen oder um Ausfälle von Schichtarbeitern besser auffangen zu können. Aus ökonomischen Gründen sind unterschiedliche Besetzungsstärken interessant, wenn bspw. am Wochenende oder in der Nacht mit weniger Arbeitnehmenden eine Schicht abgedeckt werden kann. Müssen über den Tag nicht immer konstant gleich viele Arbeitnehmer vor Ort sein, so wird dem durch unterschiedliche Besetzungsstärken Rechnung getragen. Eine weitere Form der Flexibilisierung ist die Teilzeit. Aus den persönlichen Interviews ergab sich, dass Teilzeitarbeit schwierig umsetzbar ist und sie vor organisatorische Herausforderungen stellt. Im Industriesektor können die Maschinen nicht einfach so abgestellt oder der Produktionsvorgang unterbrochen werden. Für einen Teilzeitarbeiter ist daher ein entsprechendes Pendant notwendig, damit eine vollwertige Schicht vorhanden ist. Solange keine Ferien und 347 Vgl. Ausführungen vorne, S. 13 ff. 60

75 Praktischer Teil Empirische Studie andere Absenzen anfallen ist dies organisatorisch noch machbar. Sobald ein Teilzeitmitarbeiter aber ausfällt bzw. seine Ferien bezieht, stellen sich weitere Probleme. Die Ferien müssen daher gut miteinander abgesprochen werden. Einfacher handzuhaben sei Teilzeit im Zweischichtmodell. Von jenen Betrieben, welche in der elektronischen Umfrage die Teilzeit angegeben haben, praktizieren bis auf einen Betrieb alle auch ein Zweischichtmodell. Abb. 8: Flexibilisierungsinstrumente Anzahl Nennungen Prozentanteil % 11% 24% 9% 22% 0% 9% % -80 Quelle: Auswertung Frage 7 Die Gleitzeit ist mit 22% vertreten. Bei der Schichtarbeit ist eine individuelle Absprache zwischen den Schichtarbeitern, welche sich gegenseitig ablösen unerlässlich, falls die Möglichkeit zur Gleitzeit gegeben ist. Kaum genannt wurde das Instrument der Wochenendgruppen. Es handelt sich insbesondere um Betriebe mit Fünfschicht. Angemerkt wurde von drei Betrieben die Anwendung des Jahresarbeitszeitmodells. Bei hoher Auslastung wird Überzeit erarbeitet und angesammelt, welche in Zeiten von niedriger Auslastung bezogen wird. In einer weiteren Anmerkung wurde vermerkt, dass die Arbeitnehmer 29 Tage pro Kalenderjahr Zusatzschichten bzw. Bringschichten leisten müssten. Diese Schichten können in Form von Reserven für ausfallende Arbeitnehmer oder aber bei hoher Auslastung geleistet werden. 61

76 Praktischer Teil Empirische Studie 6. Übergabezeit Der Arbeitsplatz kann häufig nicht ohne kurze Übergabezeit auf den nachfolgenden Arbeiter übergeben werden. Insbesondere bei der Bedienung von Maschinen sind korrekte Übergaben häufig notwendig. Die Musterpläne des SECO sehen keine fixen Übergabezeiten vor. Daher ist es interessant, wie die Übergabezeiten in der Praxis effektiv gehandhabt werden. In den Interviews war eine Tendenz zu maximal 15 Minuten Übergabezeit auszumachen. In einem Fall war die Übergabezeit in einem Betriebsbereich bis eine Stunde fix in den Schichten verankert, damit eine reibungslose Übergabe möglich ist. Ein anderer Betrieb arbeitet mit überlappenden Schichten von fünf Minuten. In diesen fünf Minuten erfolgt die Übergabe des vorangehenden Schichtarbeiters auf seinen Nachfolger. Die Schichtführer haben jeweils ein separates Arbeitszeitmodell, wodurch bei ihnen eine Übergabezeit von bis zu 15 Minuten möglich ist. Abb. 9: Übergabezeit bei Schichtwechsel Anzahl Nennungen Prozentsatz % 16% 11% 9% 11% % -80 Quelle: Auswertung Frage 8 Fast die Hälfte der Betriebe in der elektronischen Umfrage hat eine kurze Übergabezeit von maximal 15 Minuten zwischen den verschiedenen Schichten. Dies entspricht der Tendenz der 62

77 Praktischer Teil Empirische Studie interviewten Betriebe. Mit 18% vertreten ist die Regelung, dass keine Übergabezeit eingeplant ist. Die Ablösung erfolgt in diesen Fällen nebenbei. In den Anmerkungen wurde darauf hingewiesen, dass die Übergabe durch die Schichtführer bzw. die Schichtteamleiter erfolge. Für die Schichtführer sei daher eine längere Übergabezeit von bis zu 30 Minuten vorgesehen. 7. Mitwirkung Wie die Auswertung zur Frage 5 gezeigt hat, hatte kein Betrieb in der Vergangenheit Rechtsprobleme aufgrund der Nichteinhaltung von Mitwirkungsrechten. Daher müsste sich bei dieser Frage bestätigen, dass alle Betriebe die gesetzlichen Mitwirkungsrechte kennen und entsprechend bei der Planung von Schichtarbeit anwenden. Wie zuvor festgestellt kennt kein Betrieb das Instrument der zeitautonomen Gruppe. Daher ist unter den Antworten die Selbstverwaltung nicht vertreten. Am anderen Ende der Selbstverwaltung steht überhaupt kein Einbezug der Arbeitnehmer. Keinen Einbezug der Arbeitnehmer in die Schichtplanung kennen immerhin 18%. Zwischen diesen beiden Extremen kommen alle Mitwirkungsrechte vor. Am häufigsten vertreten ist die Information mit 69%. Die Information der Arbeitnehmer wurde oft im Rahmen von Mehrfachnennungen gemacht. Werden die Mehrfachnennungen nicht beachtet, so ist ersichtlich, dass einzig 9% der Betriebe ausschliesslich die Information der Arbeitnehmenden kennen. Alle anderen Betriebe haben noch weitere Antworten zu Protokoll gegeben. Bei den Betrieben, welche ausschliesslich nur die Information der Arbeitnehmer kennen, handelt es sich um jeweils einen Zwei- und Dreischichtbetrieb, sowie um zwei ununterbrochene Betriebe. Werden die Mehrfachnennungen nicht beachten und nur jene Betriebe angeschaut, welche ausschliesslich keinen Einbezug, die Anhörung oder die Information kennen, so handelt es sich um 17 Betriebe, was 38% entspricht. Der überwiegende Teil (62%) hat weitergehende Mitwirkungsrechte wie die Mitsprache oder Mitentscheidung. Die Mitsprache bedeutet, dass die Einsatzplaner die Schichtpläne mit den Arbeitnehmern absprechen. Falls es möglich ist, wird auf ihre Wünsche eingegangen. So kann bei der Planung darauf Rücksicht genommen werden, wenn bspw. ein Mitarbeiter bestimmte Termine wahrzunehmen hat und daher an diesem Tag nicht eingeteilt werden soll. Bei der Mitentscheidung werden die Arbeitnehmer dagegen aktiv mit einbezogen. Dies ist der Fall, wenn sie bspw. über verschiedene Modelle entscheiden können. Bei den Anmerkungen wurde darauf hingewiesen, dass die Arbeitnehmer nur im Rahmen eines neuen Schichtmodells mit einbezogen würden. In einem anderen Betrieb wird die Schichtplangestaltung anstelle der Arbeitnehmer mit den Schicht- 63

78 Praktischer Teil Empirische Studie führern abgesprochen. Vermerkt wurde zudem, dass eine individuelle Besprechung nur stattfinde, falls es nötig ist und die Schichtgruppen ansonsten starr seien. Ein Betrieb verwies darauf, dass alle Arbeitnehmer anfangs des Jahres wissen, wie sie das ganze Jahr zu arbeiten hätten. Dies ist möglich durch einen Schichtplan mit einem regelmässigen Rhythmus. Abb. 10: Mitwirkung der Arbeitnehmer % 0% 18% 9% % % 60% Quelle: Auswertung Frage 9 In der qualitativen Umfrage zeigte sich, dass alle Betriebe ihre Arbeitnehmer bei der Schichtplanung einbeziehen durch Mitsprache oder Mitentscheidung. So erwähnte ein Betrieb, dass beim Wechsel auf ein anderes Schichtmodell die Arbeitnehmer aktiv einbezogen wurden. Den betroffenen Schichtarbeitern wurden insgesamt drei neue Schichtpläne zur Abstimmung vorgelegt. Zudem wurden die Arbeitnehmer sowie deren Vertretung aufgefordert aktiv an der Planung teilzunehmen und selber Ideen vorzulegen. Von diesem Angebot wurde allerdings kein Gebrauch gemacht. Nach Aussage des Betriebes lag dies wohl an der hohen Komplexität der Sache. Zwei Betriebe wiesen darauf hin, dass die Pläne von den Abteilungs- bzw. Schichtleitern zusammen in Absprache mit den Arbeitnehmern gemacht werden. Die Mitwirkung der Arbeitnehmer wird in allen Betrieben der qualitativen Umfrage grossgeschrieben. Den Arbeitnehmern wird bei der Schichtplangestaltung gerne entgegengekommen, dafür wird von ihnen im Gegenzug auch eine gewisse Flexibilität verlangt. 64

79 Praktischer Teil Empirische Studie 8. Schichtwechselrichtung Unter Vorwärtsrotation ist der Schichtwechsel von der Früh-, über die Spät- zur Nachtschicht für den einzelnen Arbeitnehmer gemeint. Hat der Schichtarbeiter nach einer Nachtschicht den nächsten Einsatz in der Spätschicht, so wird von einem Rückwärtswechsel gesprochen. Leisten die Arbeitnehmer immer die gleiche Schicht, so erfolgt kein Schichtwechsel. Dies ist bspw. der Fall bei Nachtarbeit ohne Wechsel mit Tagesarbeit, wo der Arbeitnehmer regelmässig und ausschliesslich in der Nacht arbeitet. Abb. 11: Schichtwechselrichtung Anzahl Nennungen Prozentanteil % 7% % Quelle: Auswertung Frage 10 In der Umfrage zeigte sich, dass rund 67% der Betriebe die Vorwärtsrotation kennen. Der Rückwärtswechsel ist mit fast 30% vertreten. An den Verzicht auf den Schichtwechsel sind erhöhte gesetzliche Anforderungen gestellt, kein Wechsel ist daher eher selten anzutreffen. Unter den drei Nennungen, welche keinen Schichtwechsel kennen, befinden sich zwei Zweischichtbetriebe. Bei der qualitativen Studie entschied sich ein Betrieb ebenfalls für den Rückwärtswechsel. Der Rückwärtswechsel wurde in diesem konkreten Fall ausdrücklich von den betroffenen Schichtarbeitnehmern verlangt. Der Rückwärtswechsel hat für die Arbeitnehmer im Dreischichtmodell den Vorteil, dass ein verlängertes Wochenende möglich ist. Diese wäre beim Vorwärtswechsel nicht der Fall. Von den Schichtarbeitern wird das verlängerte Wochenende als sehr wichtig empfunden. Für sie ist ein geregelter Freizeitablauf mit Vereinsaktivitäten, 65

80 Praktischer Teil Empirische Studie Freunden und Familie aufgrund der unregelmässigen Arbeitszeiten schwierig. Daher hat das längere freie Wochenende einen umso grösseren Stellenwert. 9. Pausenregelung Thema der gestellten Frage war, ob Pausen der Arbeitszeit angerechnet werden und ob der Arbeitsplatz dazu verlassen werden darf oder nicht. Der Arbeitsplatz wird verlassen, wenn die Pausen in einem separaten Pausenraum oder sonst irgendwo im oder ausserhalb des Betriebs verbracht werden können. Muss der Arbeitnehmer dagegen direkt vor Ort sein, um gegebenenfalls eingreifen zu können, so wird der Arbeitsplatz nicht verlassen. Müssen die Pausen direkt am Arbeitsplatz bezogen werden, so werden gemäss der Umfrage die Pausen ausnahmslos vergütet und der Arbeitszeit angerechnet. In keinem der Betriebe, wo die Arbeitnehmer den Arbeitsplatz nicht verlassen dürfen, sind unbezahlte Pausen der Fall. Abb. 12: Pausen als Arbeitszeit Anzahl Nennungen Prozentanteil % % 27% 31% Quelle: Auswertung Frage 11 66

81 Praktischer Teil Empirische Studie Am häufigsten genannt wurde die erste Variante, welche für den Arbeitnehmer am günstigsten ist. Die Arbeitnehmer dürfen in diesem Fall den Arbeitsplatz verlassen und die Pause bspw. in einem separaten Raum verbringen. Diese Pausenzeit wird dennoch der Arbeitszeit angerechnet. Solche bezahlten Pausen sind in 42% der Betriebe der Fall. Der Arbeitsplatz kann für die Pausen in 73% der Betriebe verlassen werden. Da die Arbeitnehmer ihren Arbeitsort verlassen können, stellt sich die Frage der Pausenablösung. In der qualitativen Umfrage hat ein Betrieb explizit zwei Pausenablösung. Bei den anderen Betrieben müssen die Arbeitnehmer die Pausen selbständig untereinander absprechen. Da die einzelnen Schichten aus zweier Teams bestehen, ist immer eine Person vor Ort. Eine Pausenablösung ist bei diesen Betrieben daher nicht notwendig, weil die Besetzung mit nur einer Person für kurze Zeit kein Problem darstellt. Sofern es absolut notwendig ist, können allenfalls andere Arbeitnehmer aus anderen Bereichen beigezogen werden oder die entsprechenden Arbeitnehmer aus der Pause zurückgeholt werden. Die Pausen werden bei allen Betrieben in einem separaten Pausenraum bzw. in der Cafeteria verbracht. Die Pausen sind entsprechend auszustempeln und werden der Arbeitszeit nicht angerechnet. In einem Betrieb wird eine Pause von 30 Minuten bezahlt. Im Zusammenhang mit der Pausenfrage wurde am Schluss der elektronischen Umfrage von drei Betrieben ein Vermerk gemacht. - "Gemäss Bundesgerichtsentscheid von 2010 sind wir der Meinung, dass die Pause, sofern sie in einem sep. Pausenraum abgehalten werden kann, nicht zu vergüten ist." - "Anmerkung zu Pausen: eine Pause kann in der Kantine verbracht werden (= keine Arbeitszeit), weitere zusätzliche angeordnete Pausen sind Arbeitszeit." - "Schichtpausen klein finden am Arbeitsplatz statt. Grosse Pause von 30min findet in Cafeteria statt." 67

82 Praktischer Teil Schlussfolgerungen Praktischer Teil III. Schlussfolgerungen Praktischer Teil Eine Mehrheit der partizipierenden Betriebe arbeitet mit mehreren Schichtmodellen im Betrieb. Für die entsprechenden Betriebsbereiche sind verschiedene Schichtmodelle vorhanden. Am häufigsten verbreitet sind die Zwei- und Dreischichtmodelle. Dauernachtarbeit und Fünfschicht sind dagegen weniger verbreitet. Rechtsprobleme im Zusammenhang mit Schichtarbeit treten nur marginal auf. Signifikant ist jedoch, dass ausnahmslos jeder Betrieb, welcher Rechtsprobleme in der Vergangenheit hatte, die Einhaltung der Ruhezeitvorschriften als Ursache angab. Es zeigte sich, dass die grössten Herausforderungen im Bereich der Schichtplangestaltung und der Einhaltung der zahlreichen Gesetzesvorschriften besteht. Daneben stellt die Rekrutierung von Schichtarbeitern ebenfalls eine grosse Herausforderung dar. Da die Schichtplanung sehr komplex ist, wird häufig auf die Musterpläne des SECO zurückgegriffen. Als weitere Herausforderung stellt sich die Reserveplanung dar. Spitzenreiter ist der Beizug von externen, temporär Angestellten Schichtarbeitern. Dies ist aber nur bei Maschinen der Fall, wo keine lange Anlernung notwendig ist. Knapp dahinter kommt die Verlängerung der Schichten und Leistung von Überzeitarbeit. Ebenfalls weit verbreitet ist der Beizug von internen Arbeitnehmern, welche aus anderen Betriebsbereichen beigezogen werden. Sie werden auf verschiedenen Maschinen eingearbeitet, damit sie eine Springerfunktion übernehmen können. Eine eigene Reservegruppe im Betrieb ist dagegen wenig verbreitet. Diese ist auch sehr kostenintensiv. Die Schichtarbeit wird als starres System wahrgenommen. Flexibilisierungsinstrumente werden kaum umgesetzt. Unter den wenigen Betriebe, welche Flexibilisierungsansätze kennen, ist die häufigste Form die unterschiedliche Besetzung der Schichtgruppen. Die unterschiedliche Besetzungsstärke hat viele Vorteile. Zum einen kann sie ein Instrument der Reservenplanung sein, zum anderen können entsprechend dem betrieblichen Bedürfnis die Arbeitnehmer in unterschiedlicher Besetzungsstärke über den Tag verteilt werden. An zweiter Stelle der Flexibilisierungsinstrumente steht die Gleitzeit. Kaum ein Thema ist dagegen die Teilzeit. Teilzeitarbeit stellt den Betrieb denn auch vor organisatorische Herausforderungen, da immer ein entsprechendes Pendant benötigt wird um auf eine vollwertige Schicht zu gelangen. Bezüglich der Partizipation der Arbeitnehmer an der Gestaltung von Schichtarbeit zeigte sich, dass nach eigenen Angaben rund 18% der Betriebe ihre Schichtarbeiter nicht in die Planung mit einbeziehen. Mitsprache und Mitentscheidung bei der Planung von Schichtarbeit wurde dagegen von 82% genannt. Einige Betriebe haben beide Mitwirkungsrechte, also sowohl die 68

83 Praktischer Teil Schlussfolgerungen Praktischer Teil Mitsprache wie auch die Mitentscheidung genannt. Ohne Beachtung dieser Doppelnennungen handelt es sich um 62% der Betriebe, welche mindestens eines dieser beiden Mitwirkungsrechte praktizieren. Bei der Handhabung der Übergabe zwischen zwei ablösenden Schichten ist eine eindeutige Tendenz erkennbar. Hauptsächlich wird die Übergabe mit überlappenden Schichten von max. 15 Minuten geregelt. Längere Übergabezeiten kennen teilweise die Schichtführer. In 18% der Fälle ist keine Zeit für die Übergabe vorgesehen. In 73% der Fälle wird die Pause der Arbeitszeit angerechnet und entsprechend vergütet. Der überwiegende Teil kann dabei den Arbeitsplatz verlassen und die Pausen bspw. in einem Pausenraum verbringen. Solche vergütete Pausen machen einen Anteil von 42% aus. In keinem Fall muss die Pause direkt am Arbeitsplatz verbracht werden unter Nichtanrechnung an die Arbeitszeit. Abschliessend ist zu erwähnen, dass sich bei der Umfrage zeigte, dass die Schichtwechselrichtung hauptsächlich mittels Vorwärtsrotation erfolgt. Es handelt sich dabei um fast 70%. Keinen Wechsel ist dagegen nur marginal vertreten. 69

84 Zusammenfassung und Empfehlungen 4 Zusammenfassung und Empfehlungen I. Gegenüberstellung theoretischer Studie mit praktischen Studie A. Schichtmodelle In der praktischen Studie zeigte sich, dass die Zwei- und Dreischicht am häufigsten verbreitet sind. Das Arbeitsgesetz lässt verschiedene Schichtmodelle zu. Die Schichtarbeit ist grundsätzlich bewilligungsfrei möglich. Erst wenn die Schichtarbeit in den Nacht- oder Sonntagszeitraum fällt wird eine Bewilligung notwendig, sofern der Betrieb nicht durch ArGV 2 von der Bewilligungspflicht ausgenommen ist. Das Arbeitsgesetz teilt den Tag in drei Zeiträume. Es handelt sich dabei um den Tageszeitraum von 6 Uhr bis 20 Uhr, den Abendzeitraum von 20 Uhr bis 23 Uhr, sowie um den Nachtzeitraum von 23 Uhr bis 6 Uhr. Der Tages- und Abendzeitraum kann um eine Stunde vor- bzw. nachverschoben werden, wodurch auch der Nachtzeitraum variieren kann. Der Nachtzeitraum umfasst jedoch in jedem Fall sieben Stunden. Innerhalb des Tages- und Abendzeitraums von 17 Stunden ist die Schichtarbeit bewilligungsfrei möglich. Dadurch ist ein Zweischichtmodell in der Regel ohne Bewilligung unter Einhaltung der gesetzlichen Arbeits- und Ruhezeitvorschriften zulässig. Wird ein Zweischichtmodell mit einer Betriebszeit von 18 Stunden praktiziert, so ist für die Randstunde Nachtarbeit eine erleichtere Bewilligung einzuholen. Für die Zweischichtarbeit mit lediglich einer Stunde Nachtarbeit reicht der Nachweis eines dringenden Bedürfnisses, anstelle des Nachweises der Unentbehrlichkeit, welche bei dauernder Nachtarbeit notwendig ist. Für ein Dreischichtmodell ist eine Bewilligung für die Nachtarbeit und falls auch am Sonntag gearbeitet werden soll, eine Sonntagsbewilligung notwendig. Dabei wird grundsätzlich unterschieden in vorübergehende Bewilligungen und in solche von dauernder oder regelmässig wiederkehrender Struktur. Gesuche für vorübergehende Bewilligungen sind bei der kantonalen Behörde einzureichen, während Gesuche für dauernde Bewilligungen beim SECO einzureichen sind. Für die Bewilligung eines Dreischichtmodells ist die technische oder wirtschaftliche Unentbehrlichkeit nach Art. 28 ArGV 1 nachzuweisen. Dem Gesuch für die Bewilligungserteilung ist der entsprechende Schichtplan beizulegen, wobei die Pausen und Ruhezeitangaben ersichtlich sein müssen. Kommt der einzelne Arbeitnehmer in 25 und mehr Nächten pro Kalenderjahr zum Einsatz, so ist ein Zeitzuschlag für den Nachtzeitraum von 10% geschuldet. Für lediglich vorübergehende Nachtarbeit ist anstelle des Zeitzuschlags ein Lohnzuschlag von 25% zu bezahlen. Für Sonntagsarbeit ist die Ersatzruhe vorgesehen. Bei vorübergehender Sonntagsarbeit ist zusätzlich ein Lohzuschlag von 50% nebst der Ersatzruhe zu ge- 70

85 Zusammenfassung und Empfehlungen währen. In der Praxis werden über diese gesetzlichen Zuschläge noch weitere Schichtzulagen bezahlt. So wird bspw. für den Samstag eine Schichtzulage von 30% bezahlt und für Nachtarbeit eine Zulage von 25% zuzüglich zum gesetzlichen Zeitzuschlag. Es zeigte sich, dass teilweise Unklarheit über die gesetzlichen Zuschläge herrscht. Die Bewilligung für Sonntagsarbeit wird restriktiver bewilligt als eine Bewilligung für Nachtarbeit. Kann anstelle der Sonntagsarbeit, in der Nacht gearbeitet werden, so wird dies seitens der Bewilligungsbehörde bevorzugt. M. E. ist diese restriktive Sonntagsbewilligung nicht zielführend. Aus gesundheitlichen Aspekten ist die Sonntagsarbeit den Werktagen gleichgestellt. Eine Privilegierung des Sonntags entspricht weitestgehend nicht mehr dem Werteempfinden der Gesellschaft. Der Sonntag hat zusehends an Bedeutung verloren und sich weitestgehend einem normalen Werktag angenähert. Es fehlen fundierte Argumente, warum es nicht einfach möglich sein soll, in einem Dreischichtbetrieb bereits am Sonntagabend mit der Nachtschicht zu beginnen und dafür bereits am Freitag in das Wochenende gehen zu können. Insbesondere, wenn es explizit ein Wunsch der Arbeitnehmenden darstellt. Auch der höhere Lohnzuschlag für vorübergehende Sonntagsarbeit im Vergleich zur Nachtarbeit lässt sich nicht halten. 348 Wird am Sonntag im Rahmen eines ununterbrochenen Betriebs gearbeitet, so kann anstelle der Kombination von Bewilligung für Nacht- und Sonntagsarbeit eine Bewilligung für den ununterbrochenen Betrieb eingeholt werden. Die Ersatzruhe kommt im ununterbrochenen Betrieb nicht zur Anwendung, vielmehr sind die Spezialregelungen zu beachten. Um einen ununterbrochenen Betrieb handelt es sich, wenn an 24 Stunden und sieben Tagen die Woche der Betrieb läuft. Aus Betriebssicht handelt es sich um einen Durchlaufbetrieb. In der Regel sind dazu mindestens vier Schichten notwendig, damit die Arbeits- und Ruhezeitvorschriften eingehalten werden können. Für den ununterbrochenen Betrieb sind die Ausnahmeregelungen von Art. 37 f. ArGV 1 zu beachten. Das Gesetz lässt neben der Vierschicht unter bestimmten Voraussetzungen den zusammengesetzten ununterbrochenen Betrieb zu. Dafür ist die Fünfschicht i. d. R. notwendig. Aus Betriebssicht handelt es sich hier ebenfalls um einen Durchlaufbetrieb. Im Gegensatz zum ununterbrochenen Betrieb sind beim zusammengesetzten ununterbrochenen Betrieb Arbeitnehmer nur an bestimmten Tagen und in bestimmten Schichten im Einsatz. So sind drei Schichtgruppen unter der Woche im Einsatz, während eine zweite Schichtgruppe in mindestens zwei Schichten am Wochenende zum Einsatz gelangt. Auch hierzu ist eine spezielle Bewilligung notwendig. Es sind die Bestimmungen von Art. 39 ArGV 1 zu beachten. 348 Vgl. SOLTERMANN, S. 44 ff.: Er schlägt eine Umkehrung der geltenden Regelungen vor. 71

86 Zusammenfassung und Empfehlungen Kaum verbreitet in der Praxis ist die Dauernachtarbeit. Für die Nachtarbeit ohne Wechsel mit Tagesarbeit ist eine Ausnahmebewilligung erforderlich, wobei erhöhte Anforderungen nach Art. 30 ArGV 1 gelten. Grundsätzlich darf von Gesetzes wegen der einzelne Arbeitnehmer nicht länger als sechs Wochen in der gleichen Schicht verbringen. Entsprechend der höheren Hürde ist die Dauernachtarbeit wenig verbreitet, obwohl sich in den Interviews ergab, dass es durchaus ein Bedürfnis der Mitarbeiter gibt, welche lieber nur in der Nacht anstelle von Wechselschicht arbeiten würden. Wird zukünftig durch weitere Langzeitstudien belegt, dass die Dauernachtschicht entgegen der weitläufigen Meinung nicht schlechter als Wechselschicht für das körperliche Wohlbefinden ist, so wird eine Gesetzesänderung unumgänglich. Die Hürde der Bewilligungserteilung für Dauernachtschicht müsste in diesem Falle gesenkt werden. Von Gesetzes wegen wird neben dem gleichmässigen Anteil an den Schichten für drei- und mehrschichtige Modelle der Vorwärtswechsel verlangt nach Art. 34 Abs. 4 Bst. b ArG. Ein Rückwärtswechsel ist möglich, wenn die Mehrheit der betroffenen Arbeitnehmer schriftlich darum ersuchen. In der praktischen Umsetzung zeigte sich, dass 30% der Betriebe den Rückwärtswechsel eingeführt haben. Aus dem Interview zeigte sich, dass dadurch in einem Dreischichtmodell ein verlängertes Wochenende möglich ist. Dies wird von den Arbeitnehmern als sehr wichtig empfunden. B. Mitwirkung Die Mitarbeiter sollten möglichst von Anfang an in die Diskussionen über die Einführung von Schichtarbeit oder eines neuen Schichtmodells mit einbezogen werden. Bei Einführung von Abendarbeit, was bei einem Zweischichtsystem notwendig ist, sind von Gesetzes wegen die betroffenen Arbeitnehmer anzuhören. Die Anhörung verleiht im Gegensatz zur Mitsprache lediglich das Recht auf Information und das Recht seine Meinung dem Arbeitgeber mitzuteilen. Der Arbeitgeber kann aber auch gegen den Willen der Arbeitnehmer die Abendarbeit einführen. Steht dagegen ein Dreischichtmodell oder aber ein Zweischichtmodell mit einer Stunde Nachtarbeit zur Diskussion, so ist vor Einführung zwingend das Einverständnis der betroffenen Arbeitnehmer einzuholen. Eine Mitentscheidung steht den Arbeitnehmern von Gesetzes wegen bei der Festlegung des Tages- und Abendzeitraums nach Art. 10 ArG zu. Bei der Schichtplangestaltung steht den Arbeitnehmern ein Mitwirkungsrecht zu, welches einen Anhörungs-, Beratungs- und Begründungsanspruch beinhaltet. Den Arbeitnehmern wird von Gesetzes wegen eine Mitsprachebefugnis zugesprochen. Bei Abweichungen hat der Betrieb seine Entscheidung zu begründen. Vor der Einführung eines neuen Schichtplans sind die 72

87 Zusammenfassung und Empfehlungen Arbeitnehmer mindestens zwei Wochen im Voraus zu informieren. Die Arbeitszeitbewilligung ist ihnen bekanntzugeben. In der praktischen Umfrage zeigte sich, dass in 62% die gesetzliche Regelung eingehalten ist und den Mitarbeitern ein Mitspracherecht oder die Mitentscheidung zukommt. Gar keinen Einbezug der Arbeitnehmenden ist mit 18% vertreten, während am häufigsten die Information genannt wurde. Bzgl. der Mitwirkungsrechte besteht Handlungsbedarf. Rechtsprobleme aufgrund der Nichteinhaltung der Mitwirkungsrechte hatte in der Vergangenheit kein Betrieb. Die Nichteinhaltung der Mitwirkungsrechte hängt wohl im Zusammenhang mit der Unkenntnis über die gesetzliche Vorschrift. C. Reserveplanung Die Literatur zeigt für die Reserveplanung zahlreiche Möglichkeiten auf. Wichtig ist, dass die Reserveplanung bereits bei der Einführung von Schichtarbeit bzw. bei der Einführung eines neuen Schichtmodells in die Überlegungen mit einbezogen wird. Wird dies unterlassen, so können später hohe Zusatzkosten entstehen. Die Reserveplanung kann mittels Erhöhung der Schichtgruppen erfolgen. Sind beispielsweise pro Schicht zwei Arbeitnehmer notwendig, so können eine oder zwei Schichtgruppen mit einer weiteren Person verstärkt werden. Dadurch ist bei Absenzen sichergestellt, dass genügend Personal vorhanden ist. Eine weitere Möglichkeit ist das Vorhandensein eines eigenen Reservepools innerhalb des Betriebes. Dies kann allerdings kostenintensiv sein, da eigene Arbeiter aufgebaut und eingearbeitet werden, auf die dann bei Bedarf zurückgegriffen werden kann. In produktionsintensiveren Zeiten, oder wenn die meisten Ferien bezogen werden, kann der Ausfall auch durch den Beizug von externen Schichtarbeitern aufgefangen werden. Sie werden temporär angestellt. Diese Variante ist nur in Produktionsbereichen möglich, wo keine lange Einarbeitungsphase für den Ablauf notwendig ist. Im Gegensatz zum Beizug externer Mitarbeiter besteht auch die Möglichkeit bei Absenzen polyvalente Arbeitnehmer aus anderen Betriebsbereichen intern beizuziehen. Im Zuge der Schichtplangestaltung kann weiter festgelegt werden, dass die Schichtarbeiter eine entsprechende Anzahl von Reserveschichten zu leisten haben pro Kalenderjahr, damit sie auf ihre wöchentliche Arbeitszeit gelangen. Bei dieser Variante wird der normale Schichtplan mit einer geringeren wöchentlichen Arbeitszeit geplant. Dies ist häufig der Fall bei Fünfschichtmodellen. Als letzte Variante steht die Verlängerung der Schichten zur Verfügung. Die Arbeitnehmer haben Überstunden zu leisten. In diesem Zusammenhang ist es auch möglich, dass die Arbeitnehmer in produktionsstarken Monaten die Überstunden ansammeln, welche sie dann in der produktionsschwächeren Zeit als Ferien 73

88 Zusammenfassung und Empfehlungen und Freizeit beziehen können. In der praktischen Umsetzung zeigte sich als Spitzenreiter der Beizug von externen, temporär angestellten Arbeitnehmern. Ebenfalls ein beliebtes Mittel ist die Schichtverlängerung mittels Überstunden. Nicht minder vertreten ist der Beizug interner Reservehilfen. Die feste Einplanung von Reserveschichten scheint dagegen wenig verbreitet zu sein. D. Flexibilität Die Literatur zeigt zahlreiche Flexibilisierungsmassnahmen auf. Sie nennt die Schichtarbeit als solches bereits als Aspekt der flexiblen Arbeitszeitgestaltung. Diese Einschätzung deckt sich nicht mit der Praxis. Die Schichtarbeit wird als starres System wahrgenommen und Flexibilisierungsansätze sind kaum vorhanden. Die Mehrheit der Betriebe wendet keine Flexibilisierungsinstrumente an. Bei jenen Betrieben, welche solche Instrumente kennen, ist insbesondere die unterschiedliche Besetzungsstärke vorhanden. Im ähnlich geringen Umfang verbreitet ist die Gleitzeit. Flexible Schichtlängen sowie Teilzeit finden kaum Anwendung. E. Übergabezeit Bei der Schichtplangestaltung ist zu entscheiden, ob eine Übergabezeit fix eingeplant werden muss, oder ob darauf verzichtet werden kann. Ist eine Übergabezeit notwendig, so kann diese in der Planung mittels überlappender Schichten berücksichtigt werden. Möglich ist aber auch, dass keine Übergabezeiten notwendig sind. Durch die Anwendung eines flexiblen Zeitkontos besteht die Möglichkeit, dass die Übergabe nur erfolgt, wenn sie notwendig ist und sonst weggelassen wird. In der Umfrage zeigte sich, dass der vorwiegende Teil mit fixen Übergabezeiten plant. Diese Übergabezeit beträgt max. 15 Minuten. Bei den Schichtführern ist teilweise eine längere Übergabezeit eingeplant. F. Pausenregelung Pausen sind der Arbeitszeit anzurechnen, sofern die Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz nicht verlassen dürfen. Sobald aber die Möglichkeit besteht, die Pause in einem separaten Pausenraum oder anderweitig im Betrieb zu verbringen, muss die Pause von Gesetzes wegen nicht der Arbeitszeit angerechnet werden. Diese Regelung stellt m. E. in der Praxis keine Probleme dar. Bei allen befragten Betrieben wird diese Gesetzesregelung eingehalten. Die Betriebe gehen hauptsächlich sogar über die gesetzliche Regelung hinaus und gewähren den Arbeitnehmern bezahlte Pausen. 74

89 Zusammenfassung und Empfehlungen II. Empfehlungen für die Praxis Zu Beginn steht der Entscheid, ob Schichtarbeit eingeführt werden soll und wenn ja in welcher Form. Dazu ist eine genaue Voranalyse notwendig. In diese Abwägung sind alle Kostenfolgen in die Überlegungen mit einzubeziehen. Nach dem positiven Entscheid über die Einführung von Schichtarbeit, ist in einem zweiten Schritt zu entscheiden, in welcher Ausgestaltung die Schichtarbeit umgesetzt werden soll. 349 Bei der Ausarbeitung verschiedener Schichtmodelle sind jeweils auf die direkt folgenden Kosten zu achten. Wichtig ist der Einbezug der Mitarbeiter in einem möglichst frühen Stadium. Dadurch wird die bessere Akzeptanz der Belegschaft gefördert und Probleme werden frühzeitig erkannt. Das Einverständnis der Arbeitnehmer zur Nacht-, Sonntagsarbeit ist wenn möglich bereits mit Abschluss des Arbeitsvertrages einzuholen. Zudem sind bei der Planung von Schichtmodellen die Arbeitnehmer nicht bloss zu informieren, sondern aktiv mittels Mitsprache in die Planung einzubeziehen. Idealerweise werden den Arbeitnehmern verschiedene Schichtpläne zur Entscheidung vorgelegt. Bei einem Vierschichtmodell kann beispielsweise zwischen einem Modell mit durchgehend drei Schichten und vier Schichtgruppen sowie einem Modell mit Zwölfstunden-Schichten am Wochenende zur Diskussion stehen. Für den Arbeitgeber hat dies nur geringfügige Änderungen. Die Arbeitnehmer können hierbei selber entscheiden, was ihnen entgegen kommt. Ob sie lieber ein Wochenende mehr freihaben und dafür Zwölfstunden- Schichten in Kauf nehmen oder nicht. Allerdings ist darauf zu achten, dass Zwölfstunden- Schichten nur bei Arbeiten welche keine erhöhten Anforderungen an die Physis stellen möglich sind. Vielfach ist nicht klar, was von Gesetzes wegen genau erlaubt ist. Die Regelungen im Gesetz sind äusserst komplex. Dies zeigte sich im praktischen Teil, wo die Einhaltung der Gesetzesvorschriften als einer der grössten Herausforderung im Zusammenhang mit Schichtarbeit wahrgenommen wird. Im Anhang befinden sich daher konkrete Checklisten bzw. Workflows zur Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften. Sie sollen bei der Einführung eines neuen Schichtmodells als Unterstützung dienen und die komplexen gesetzlichen Vorschriften im Überblick abdecken. Da die zahlreichen Gesetzesvorschriften sehr unübersichtlich sind, ist es einfacher die Musterpläne vom SECO als Ausgangsgrundlage zu nehmen und kleine Anpassungen auf die eigenen Bedürfnisse zu machen. So wird sichergestellt, dass die Gesetzesvorschriften eingehalten werden. Allerdings kann mit eigenen Plänen besser auf die betriebseigenen Bedürfnisse ein- 349 Vgl. die Checkliste zur Implementierung von Schichtarbeit im Anhang 1. 75

90 Zusammenfassung und Empfehlungen gegangen werden und flexibler gehandhabt werden. Werden eigene Pläne gemacht so können die Checklisten im Anhang beigezogen werden. Um negative Überraschungen zu vermeiden sollte die Reserveplanung frühzeitig angegangen werden. Dafür stehen verschieden Instrumente zur Verfügung. Neben dem Beizug externer Arbeitnehmer kann die Reserveplanung bereits bei der Schichtplanung berücksichtigt werden. Dies ist der Fall, wenn die Besetzungsstärke erhöht wird. Damit ist sichergestellt, dass in Fällen von Absenzen genügend Arbeitnehmer zur Verfügung stehen. Ein weiterer Vorteil bei dieser Art der Reserveplanung ist, dass die entsprechenden Arbeitnehmer bereits eingearbeitet und mit den Abläufen vertraut sind. Eine Form der Flexibilisierung, welche sich zu prüfen lohnt, ist die unterschiedliche Besetzungsstärke. Damit können auf die Bedürfnisse des Betriebes zugeschnittene Pläne realisiert werden. Im praktischen Teil zeigte sich, dass durch die Einführung eines Jahresarbeitszeitmodells ein gewisser Spielraum umsetzbar ist. Die Arbeitnehmer können bei guter Auftragslage Überstunden leisten, welche sie dann in auftragsschwächeren Perioden beziehen und wieder abbauen können. Falls ein Durchlaufbetrieb die Vorschriften zum ununterbrochenen Betrieb nicht will, so besteht die Möglichkeit mittels Kombination von Nacht-, Sonntagsbewilligung mehrschichtig zu arbeiten. Wird diese Vorgehensweise gewählt, müssen die speziellen Vorschriften über den ununterbrochenen Betrieb nicht beachtet werden, sondern es kommen einzig die Vorschriften über die Nacht- und Sonntagsarbeit neben den allgemeinen Arbeits- und Ruhezeitvorschriften zur Anwendung. Hierzu benötigt es allerdings zwei Bewilligungen anstelle einer für den ununterbrochenen Betrieb. 76

91 Anhang 1: Chronologisches Vorgehen für Schichtarbeit Anhang 1: Chronologisches Vorgehen für Schichtarbeit Voranalyse Schichtarbeit: Schichtarbeit notwendig aus technologischen Gründen: Bsp.: Produktionsprozess kann nicht unterbrochen werden Schichtarbeit aus wirtschaftlichen Gründen notwendig: Bsp.: Wettbewerbsfähigkeit oder schnellere Amortisation der hohen nicht vermeidbaren Investitionskosten. Aufwand für Anfahren und Abstellen von Anlagen sowie damit verbundener Ausschuss berücksichtigen. Qualitätsmengen. Annahme: Einschichtige Arbeit mit 2 Anlagen. Durch Einführung Zweischicht kann eine Anlage verkauft werden. Umgekehrter Fall: Dreischicht anstelle eines Vierschichtbetriebs. Zusätzliche Anlage bzw. Maschine, im Gegenzug Verzicht auf vierte Schichtgruppe. In Abwägung mit einzubeziehen sind weiter Aspekte wie: Produktivität (In der Nacht geringer) Energiebedarf Erhöhtes Unfallrisiko in der Nacht Personalkosten, insbesondere Zuschläge für bestimmte Schichtarten (Nacht- und Sonntagsschicht) Entscheid Schichtarbeit Bestimmung des Umfangs von Schichtarbeit: Ermittlung Bruttobetriebszeit: Zunächst unabhängig von gängigen Schichtmodellen grob definieren. Ermittlung Besetzungsstärken Ermittlung Schichtarten: Müssen Bruttobetriebszeit abdecken. Sowie überprüfen ob an allen Tagen/Uhrzeit gleiche Besetzungsstärke notwendig ist Wochenarbeitszeit der individuellen Arbeitnehmer und Personalbedarf festlegen. Personalbedarf = Arbeitsstunden pro Woche gesamt/wochenarbeitszeit Reservefrage klären Musterpläne SECO bzw. Vorlagen zum selber ausfüllen 77

92 Anhang 1: Chronologisches Vorgehen für Schichtarbeit Konsequenzen: Arbeitnehmer müssen neu eingestellt oder abgebaut werden Reserveplanung: Gruppe enthält bereits Reserven, eigene Reservegruppe, Springer Wahl eines Schichtmodells: Umfeld Arbeitsplatz (Infrastruktur z. B. Garderoben usw.) Je nach Wahl der Bruttobetriebszeit und Besetzungsstärke: Zweischicht; Montag bis Freitag bzw. Samstag ohne Nachtarbeit Zweischicht mit Randstunde Nachtarbeit Zweischicht am Tag zzgl. Dauernachtarbeit Dreischicht: Montag bis Freitag, bzw. Samstag allenfalls Kombination mit Sonntagsarbeit Vierschicht: 24h, 7 Tage die Woche Fünfschicht: 24h, 7 Tage die Woche Fünfschicht mit zwei Schichtgruppen, eine im Dreischichtmodell unter der Woche, die zweite Schichtgruppe in 12h Schichten nur am Wochenende Mitarbeiter informieren und einbeziehen Entwicklung Schichtplan: Klassische Gruppen: Konstante Besetzungsstärken, nur Bruttobetriebszeiten mit einem Vielfachen der Wochenarbeitszeit möglich: Bspw. für Wochenarbeitszeit von 42h; Zweischicht: 84h Bruttobetriebszeit Dreischicht: 126h Bruttobetriebszeit Vier- und Fünfschicht: 168h Bruttobetriebszeit Gruppenkombinationen: Andere Bruttobetriebszeiten möglich im Gegensatz zu klassischen Gruppen Übergrosse Gruppen: Gruppengrösse übertrifft Besetzungsstärke. Teil der Gruppe wird freigegeben Andere Bruttobetriebszeiten möglich Ausgestaltung Schichtplan mittels Basisfolgen Arbeitsmedizinische Empfehlungen beachten Übergabezeit regeln 78

93 Anhang 1: Chronologisches Vorgehen für Schichtarbeit Kompatibilität mit Arbeitsgesetz prüfen Arbeits- und Ruhezeitvorschriften beachten Vgl. Checklisten (Workflow) Akzeptanz der Arbeitnehmer ermitteln Mitwirkungsrechte der AN bei der Schichtplangestaltung: Anhörungs-, Beratungs- und Begründungsanspruch. Mitwirkung hat während der Arbeitszeit zu erfolgen. Individuelle Mitwirkungsrechte bei bewilligungspflichtiger Schichtarbeit. Ist keine Nacht-, Sonn- oder Feiertagsarbeit geplant, so genügt Mitwirkung der Arbeitnehmervertretung im Betrieb Mitsprache bzgl. vorgesehener Massnahmen für die Nachtarbeit Allenfalls über verschiedene Schichtpläne abstimmen lassen Prüfen, ob Bewilligung notwendig Siehe Checkliste Bewilligungsverfahren Bearbeitungsfrist dauert mind. 8 Wochen beim SECO! SECO Bewilligungsbehörde für Dauerbewilligungen von max. 3 Jahren Information der Arbeitnehmer Information über neuen Schichtplan mind. 2 Wochen vor Einführung Pflicht zur Bekanntgabe der erhaltenen Arbeitszeitbewilligung gegenüber AN Einführung Schichtmodell 79

94 Anhang 2: Legende Workflow Anhang 2: Legende Workflow Start/Ende Entscheid Prozess Teilprozess Teilprozess mit Varianten Dokument 80

95 Anhang 3: Checkliste Zweischicht (Workflow) Anhang 3: Checkliste Zweischicht (Workflow) Start Bemerkungen Zweischichtarbeit nur zwischen 6 und 23 Uhr, ohne Sonntagsund Feiertagsarbeit Art. 10 ArG Schichtarbeit: Mind. zwei Gruppen von AN (mind. 1 AN pro Gruppe) gelangen gestaffelt nach Zeitplan wechselweise am gleichen Arbeitsplatz zum Einsatz. Art. 34 Abs. 1 ArGV 1 nein E Ja Bewilligungsfrei möglich Bei Einführung der Abendarbeit (20 23 Uhr) ist die Arbeitnehmervertretung anzuhören. Art. 10 ArG Schichtdauer von max. 11 Stunden inkl. Pause Art. 34 Abs. 3 ArGV1 Pausen: Art. 15 ArG 15 Min. bei >5.5h Arbeitszeit 30 Min. bei >7h Arbeitszeit 60 Min. bei >9h Arbeitszeit Pausen gelten nicht als tägliche Arbeitszeit, sofern Arbeitsplatz verlassen werden kann. (Bsp. Pausenraum) Mind. 11 aufeinanderfolgende Stunden tägliche Ruhezeit (zwischen zwei Arbeitseinsätzen). Art. 15a ArG Einmalige Verkürzung auf 8h pro Woche zulässig, sofern im Durchschnitt von zwei Wochen die tägliche Ruhezeit von 11h eingehalten wird. Art. 15a Abs. 2 ArG Überzeitarbeit nur an arbeitsfreien Werktagen, wo keine gesetzliche Ruheoder Ausgleichsruhezeit bezogen wird und in Form von Tages- und Abendarbeit. Art. 34 Abs. 3 i. V. m. Art. 25 ArGV1 Überzeit beginnt mit Überschreitung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit (45 bzw. 50h pro Woche). Art. 9 ArG Max. 6 Wochen in gleicher Schicht und gleichmässiger Anteil an beiden Schichten Art. 25 Abs. 1 und 2 ArG Verzicht auf Wechsel möglich: Art. 25 Abs. 3 ArG i. V. m. Art. 35 ArGV1 Pers. Gründe der Arbeitnehmer oder bei Teilzeit, wenn 1 Schicht kürzer als 5h Ist. nein Ja E Schichtarbeit nicht zulässig Zweischicht zulässig Alternativ zur Schichtarbeit flexible Gruppenarbeit. Bewilligungsfrei. Allg. Arbeits- und Ruhezeitvorschriften beachten. 2 Ende 81

96 Anhang 3: Checkliste Zweischicht (Workflow) 2 Bemerkungen Verschiebung Tages- und Abendzeitraum: Betriebszeit 7-24 Uhr oder 5-22 Uhr, ohne Sonntag und Feiertage Art. 10 ArG Betriebszeit max. 17h nein E Ja Mit Zustimmung der Arbeitnehmervertretung bewilligungsfrei zulässig. Art. 10 ArG Schichtdauer von max. 11 Stunden inkl. Pause Art. 34 Abs. 3 ArGV1 Pausen: Art. 15 ArG 15 Min. bei >5.5h Arbeitszeit 30 Min. bei >7h Arbeitszeit 60 Min. bei >9h Arbeitszeit Pausen gelten nicht als tägliche Arbeitszeit, sofern Arbeitsplatz verlassen werden kann. (Bsp. Pausenraum) Mind. 11 aufeinanderfolgende Stunden tägliche Ruhezeit (zwischen zwei Arbeitseinsätzen). Art. 15a ArG Einmalige Verkürzung auf 8h pro Woche zulässig, sofern im Durchschnitt von zwei Wochen die tägliche Ruhezeit von 11h eingehalten wird. Art. 15a Abs. 2 ArG Überzeitarbeit nur an arbeitsfreien Werktagen, wo keine gesetzliche Ruheoder Ausgleichsruhezeit bezogen wird und in Form von Tages- und Abendarbeit. Art. 34 Abs. 3 i. V. m. Art. 25 ArGV1 Überzeit beginnt mit Überschreitung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit (45 bzw. 50h pro Woche). Art. 9 ArG nein Max. 6 Wochen in gleicher Schicht und gleichmässiger Anteil an beiden Schichten Art. 25 Abs. 1 und 2 ArG Ja Verzicht auf Wechsel möglich: Art. 25 Abs. 3 ArG i. V. m. Art. 35 ArGV1 Pers. Gründe der Arbeitnehmer oder bei Teilzeit, wenn 1 Schicht kürzer als 5h Ist. E 3 Schichtarbeit nicht zulässig Ende Zweischicht zulässig Alternativ zur Schichtarbeit flexible Gruppenarbeit. Bewilligungsfrei. Allg. Arbeits- und Ruhezeitvorschriften beachten. 82

97 Anhang 3: Checkliste Zweischicht (Workflow) 3 Bemerkungen Zweischicht fällt ganz oder teilweise in Nachtarbeitszeitraum (23-6 Uhr bzw. bei Verschiebung des Tages- und Abendzeitraums von 22-5 Uhr oder 24-7 Uhr) Art. 16 i. V. m. Art. 10 ArG Betriebszeit beträgt mind. 18h Entscheid Ja Bewilligung für Nachtarbeit notwendig, sofern Betrieb nicht durch ArGV 2 von Bewilligungspflicht befreit ist. (Bsp. 2 x 12h Schichten) Auch notwendig bei 1 Randstunde Nachtarbeit: 18h Betriebszeit, von 5-23 Uhr bzw Uhr. (Bsp. 2 x 9h Schichten) Art. 17 ArG Verlängerte Dauer der Nachtarbeit auf 12h inkl. 2h Pause. Art. 17a Abs. 2 ArG i. V. m. Art. 29 ArGV1. Wahl zwischen 10 % Lohn- oder Zeitzuschlag für AN mit regelmässiger Nachtarbeit an Randstunde. Vgl. Ausführungen zur Nachtarbeit auf Workflow Dreischicht. Ende Gesuch an SECO für Dauerbewilligung Ende Nachweis dringendes Bedürfnis bei Randstunde: Art. 17 Abs. 4 ArG In den anderen Fällen Nachweis der technischen oder wirtschaftlichen Unentbehrlichkeit. Art. 17 Abs. 2 ArG. Bei vorübergehender Bewilligung Nachweis des dringenden Bedürfnisses und kantonale Bewilligungsbehörde. Art. 17 Abs. 3 ArG. (siehe Workflow Bewilligungsverfahren) 83

98 Anhang 4: Checkliste Drei- oder Mehrschicht (Workflow) Anhang 4: Checkliste Drei- oder Mehrschicht (Workflow) nein Start Betriebszeit umfasst Nachtzeitraum von 23-6 Uhr bzw. durch Verschiebung Tages- und Abendzeitraum 24-7 Uhr bzw Uhr (Nachtzeitraum umfasst immer 7h) E ja - Nachteinsätze bis 3 Monate (90 Tage) pro Kalenderjahr - Zeitlich befristete Einsätze bis 6 Monate. (Einmalige Verlängerung um weitere 6 Monate möglich) Bemerkungen Bewilligung für Nachtarbeit notwendig. Art. 17 ArG Ausnahme: Betrieb ist durch ArGV 2 von Bewilligungspflicht befreit. Falls auch am Sonntag gearbeitet werden soll, ist Bewilligung für Sonntagsarbeit einzuholen. Bei einem Durchlaufbetrieb ist Bewilligung für ununterbrochenen Betrieb zu prüfen. Art. 40 Abs. 1 ArGV 1 Bis max. 6 Sonntage pro Kalenderjahr oder zeitlich befristet bis max. 3 Monate (12 Sonn- oder Feiertage) mit einmaligem Charakter. Ende nein E ja Gesuch SECO Nachweis: technische oder wirtschaftliche Unentbehrlichkeit notwendig Gesuch Kantonale Behörde für vorübergehende Nachtarbeit: Nachweis: Dringendes Bedürfnis notwendig Workflow Bewilligungsverfahren beachten. Gleiche Voraussetzung für Sonntagsbewilligung. Schichtdauer 10h inkl. Pause, falls AN alle Schichten durchläuft Art. 34 Abs. 4 Bst. a ArGV 1 Pausenregelung nach Art. 15 ArG Art. 17a Abs. 2 ArG: Wird AN in höchstens drei von sieben aufeinanderfolgenden Nächten beschäftigt, so ist 12h Schicht inkl. 2h Pause zulässig, unter den Voraussetzungen von Art. 29 ArGV

99 Anhang 4: Checkliste Drei- oder Mehrschicht (Workflow) 2 Keine Leistung von Überzeitarbeit Nur an arbeitsfreien Werktagen, soweit es sich nicht um gesetzliche Ruhe- oder Ausgleichsruhezeiten handelt, zulässig. Art. 34 Abs. 4 Bst. c ArGV 1 i. V. m. Art. 25 ArG Überzeit beginnt mit Überschreitung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit von 45 bzw. 50h pro Woche (Art. 9 ArG) Vorwärtsrotation (Bsp.: von Früh-, zu Spät- und Nachtschicht) Rückwärtswechsel zulässig, sofern Mehrheit der betroffenen AN es schriftlich verlangt. Art. 34 Abs. 4 Bst. b ArGV 1 Schichtwechsel nach max. 6 Wochen und gleichmässiger Anteil an Tages- und Nachtarbeit Art. 25 Abs. 1 und 2 ArG Schichtwechsel nach max. 12 Wochen. Art. 30 Abs. 1 ArGV 1 kumulative Voraussetzungen: - Unentbehrliche betriebliche Gründe oder Mehrheit der betroffenen AN um Verzicht ersucht - Schriftliches Einverständnis AN - Innert 24 Wochen gleicher Anteil an Tages- und Nachtarbeitsperioden Verzicht auf Wechsel = Dauernachtschicht Art. 30 Abs. 2 ArGV 1 kumulative Voraussetzungen: - Unentbehrliche betriebliche Gründe oder auf Wunsch AN - Medizinische Untersuchung obligatorisch plus schriftliches Einverständnis AN - AN sind keinen erhöhten Risiken und Belastungen ausgesetzt - Optimale Arbeitsorganisation - Werden höchstens in fünf von sieben oder in sechs von neun aufeinanderfolgenden Nächten eingesetzt. - Keine Überzeitarbeit Mindestens 11h tägliche Ruhezeit Art. 15a ArG Einmalige Verkürzung auf 8h pro Woche, falls Ruhezeit von 11h im Durchschnitt von zwei Wochen eingehalten wird. 3 85

100 Anhang 4: Checkliste Drei- oder Mehrschicht (Workflow) 3 Ersatzruhetag für Sonnund Feiertagsarbeit Bis zu 5h Arbeit an einem Feiertag sind innert 4 Wochen durch Freizeit gleicher Dauer zu kompensieren. Bei mehr als 5h ist Ersatzruhetag von min. 35h zu gewähren. Dieser muss Zeitraum 6-20 Uhr umfassen. Art. 21 Abs. 5 und 7 ArGV 1 Zusätzlich 50 % Lohnzuschlag für vorübergehende Sonntagsarbeit. Arbeitnehmer in weniger als 25 Nächten pro Kalenderjahr in Nachtschicht tätig? nein E ja 10% Zeitzuschlag für regelmässige Nachtarbeit = 25 und mehr Nachtschichten pro Kalenderjahr für individuellen Arbeitnehmer. Bsp.: Nachtschicht 22-6 Uhr: 10 % für 6.5h pro Nachtschicht (7h abzüglich 30 Minuten Pause) Ausnahmen vom Zeitzuschlag: Wöchentliche Arbeitszeit von 35h inkl. Pausen und nicht mehr als 7h durchschnittliche Schichtdauer, oder 4-Tage-Woche mit wöchentlicher Höchstarbeitszeit von 36h exkl. Pausen (10h Schicht, 1h Pause) oder gleichwertige Ausgleichsruhezeit durch Vorschriften in GAV 25% Lohnzuschlag für vorübergehende Nachtarbeit = bis 24 Nachteinsätze pro Kalenderjahr für individ. Arbeitnehmer Bsp.: Nachtsicht von 22-6 Uhr: 25% für 6.5h pro Nachtschicht (7h effektive Nachtarbeit abzüglich 30 Minuten Pause) AN hat auf Verlangen Anspruch auf medizinische Untersuchung bei regelmässiger Nachtarbeit. Art. 44 ArGV 1 Ende Medizinische Untersuchung obligatorisch, sofern es sich um belastende oder gefährliche Tätigkeiten/Situationen handelt (Art. 45 ArGV 1). Sowie oblig. bei verlängerter Dauer der Nachtarbeit, wenn regelmässig 12h inkl. 2h Pause (Art. 29 Abs. 1 Bst. d ArGV 1). Ferner bei Nacharbeit ohne Wechsel mit Tagesarbeit von mehr als 12 Wochen. (Art. 30 Abs. 2 Bst. c i. V. m. 29 Abs. 1 Bst. d ArGV 1). 86

101 Anhang 5: Checkliste Vierschicht (Workflow) Anhang 5: Checkliste Vierschicht (Workflow) (Ununterbrochener Betrieb) Start Bemerkungen Durchlaufbetrieb: Betriebszeit 7 Tage à 24h und mind. vier oder mehr Schichten Anwesenheit der AN während der ganzen Betriebszeit Ja E nein Art. 36 ArGV 1: Bei kürzerer Betriebszeit (kein Durchlaufbetrieb) Bewilligung für Nacht- und Sonntagsarbeit prüfen Workflow Drei- und Mehrschicht beachten Ende Einzelner AN durchläuft grundsätzlich alle Schichten Art. 36 ArGV 1 Ja E nein Zusammengesetzter ununterbrochener Betrieb Art. 39 ArGV 1 Workflow zusammengesetzter ununterbrochener Betrieb (Fünfschicht) beachten. Ende Betrieb durch ArGV 2 von Betriebsbewilligung befreit? E nein Dauernder oder wiederkehrender ununterbrochener Betrieb (> 16 Wochen) Ja Ja E nein

102 Anhang 5: Checkliste Vierschicht (Workflow) vorübergehender ununterbrochener Betrieb = mind. 4 bis max. 16 Wochen. Art. 24 ArG Unter 4 Wochen: Nacht- und Sonntagsbewilligung. Workflow Drei- und Mehrschicht beachten Gesuch SECO Mind. 61 Ruhetage pro Kalenderjahr (mind. 35h). Davon fallen mind. 26 Ruhetage auf einen Sonntag (Zeitraum 6-16 Uhr). Art. 37 Abs.1 ArGV 1 Gesuch Kantonale Behörde Auch zulässig (Art. 37 ArGV 1): Mind. 17 freie Sonntage wenn: Zeitraum von Samstag 23 Uhr bis Sonntag 23 Uhr umfasst und tägl. Arbeitszeit max. 8h beträgt Mind. 13 freie Sonntage wenn: Gleiche Voraussetzungen wie bei 17 freien Sonntagen zuzüglich wöchentliche Arbeitszeit darf nicht mehr als 42h inkl. Pausen betragen Anteilsmässige Kürzung der Ruhetage bzw. Sonntage in Bezug auf Ferien. Bei 4 Wochen Ferien bspw. 56 Ruhetage. Formel: 61(Anzahl Ruhetage bzw. Sonntage) x Arbeitswochen / 52 (Kalenderwochen) Mindestens 11h tägliche Ruhezeit Einmalige Verkürzung auf 8h pro Woche, sofern im Durchschnitt von 2 Wochen tägliche Ruhezeit von 11h eingehalten wird. Art. 15a ArG Mind. 1 wöchentlicher Ruhetag (mind. 35h) Spätestens innert drei Wochen nach zu gewähren, wobei spätestens nach 7 Tagen Einsatz eine tägliche Ruhezeit von mind. 24h zu gewähren ist. Art. 37 Abs. 3 und 4 ArGV 1 Wöchentliche Höchstarbeitszeit max. 52 Stunden für 7 aufeinanderfolgende Tage Art. 38 ArGV 1 Wöchentliche Höchstarbeitszeit von max. 60h, falls grosser Teil aus reiner Präsenzzeit im Sinn von Art. 29 ArGV 1 besteht. 3 88

103 Anhang 5: Checkliste Vierschicht (Workflow) 3 Wöchentliche Höchstarbeitszeit von 45 bzw. 50h im Durchschnitt von 16 Wochen eingehalten Art. 9 ArG. Bei wöchentlicher Höchstarbeitszeit von max. 52h ausnahmsweise innert 20 Wochen möglich. Art. 38 Abs. 1 ArGV 1 Anders bei max. 60h, Durchschnitt ist innert 16 Wochen einzuhalten Tägliche Arbeitzeit max. 10h inkl. Pause Art. 38 Abs. 3 ArGV 1 Am Wochenende sind 12h Schichten zulässig inkl. 2h Pause Pausen nach Art. 15 ArG Schichtzyklus von vier bis 16 Wochen Art. 38 Abs. 1 ArGV1 Spätestens nach 20 Wochen Vorwärtsrotation Art. 34 Abs. 4 Bst. b ArGV1 Rückwärtswechsel zulässig, sofern Mehrheit der betroffenen AN es schriftlich verlangt Subsidiär: Regelungen über Nacht- und Sonntagsarbeit einhalten. Art. 38 Abs. 4 ArGV1 Insbesondere Regelungen über Lohnund Zeitzuschlag sowie medizinische Vorschriften. Hierzu Workflow Dreiund Mehrschicht beachten. Ende 89

104 Anhang 6: Checkliste Fünfschicht (Workflow) Anhang 6: Checkliste Fünfschicht (Workflow) Zusammengesetzter ununterbrochener Betrieb Start Bemerkungen Durchlaufbetrieb: Betriebszeit 7 Tage zu 24h. Anwesenheit der AN während ganzer Betriebszeit Art. 39 ArGV1 Bsp: Eine Schichtgruppe wird nur unter der Woche in 3 Schichten beschäftigt, während die zweite Schichtgruppe am Wochenende in mindestens zwei Schichten beschäftigt wird. Ja E nein Art. 36 ArGV 1: Bei kürzerer Betriebszeit (kein Durchlaufbetrieb) Bewilligung für Nacht- und Sonntagsarbeit prüfen Workflow Drei- und Mehrschicht beachten AN durchlaufen nicht alle Schichten, sondern werden nur in einzelnen Schichten oder an bestimmten Tagen eingesetzt. Ende Ja E nein Ununterbrochener Betrieb Art. 36 ff. ArGV 1 Workflow ununterbrochener Betrieb (Vierschicht) AN in Wochenendschicht nur am Wochenende von Donnerstag 20 Uhr bis Montagmorgen zwischen 5-7 Uhr (je nach Verschiebung Tages- und Abendarbeitszeit) eingeteilt Bewilligung für zusammengesetzten ununterbrochenen Betrieb notwendig Ende Art. 39 Abs. 2 ArGV 1 Ferienablöse unter der Woche und andere Ausnahmen sind zulässig. Ansonsten darf in der übrigen Zeit der Woche keiner weiteren Erwerbstätigkeit nachgegangen werden. Falls AN im Rahmen eines u_u Betriebs nur in einzelnen Schichten oder an bestimmten Tagen eingesetzt werden, gelten diese Regelungen von Art. 37 f. ArGV 1 nicht. Stattdessen Regelungen Drei- und Mehrschicht beachten. Gesuch SECO Workflow Bewilligungsverfahren 2 90

105 Anhang 6: Checkliste Fünfschicht (Workflow) 2 Max. 12h inkl. 2h Pause für Wochenendschichten Unter der Woche: 10h inkl. Pause Art. 39 Abs. 2 Bst. b ArGV 1 Art. 17a ArG Pausen nach Art. 15 ArG Mind. 11h tägliche Ruhezeit Art. 39 Abs. 2 Bst. c ArGV 1 Keine Verkürzung für Wochenendschichten. Unter der Woche ist einmalige Verkürzung auf 8h nach Art. 15a Abs. 2 ArG zulässig, sofern die tägliche Ruhezeit im Durchschnitt von zwei Wochen eingehalten wird. Keine Überzeitarbeit nach Art. 12 ArG i. V. m. Art. 25 ArGV 1 für AN in Wochenendschichten Art. 39 Abs. 2 Bst. d ArGV 1 Sonderfälle nach Art. 26 ArGV 1 zulässig Wöchentliche Höchstarbeitszeit max. 45 bzw. 50h Art. 9 ArG 45h = Industrielles Personal, Büropersonal, technische und andere Angestellte, Verkaufspersonal in Grossbetrieben des Detailhandels. 50h = alle übrigen AN Mind. 5 freie Sonntage pro Kalenderjahr neben den Ferien für die AN in Wochenendschichten. Art. 39 Abs. 2 Bst e ArGV 1 Muss mindestens 35h und Zeitraum von Samstag 23 Uhr bis Sonntag 23 Uhr umfassen. Bei Verschiebung des Tages- und Abendarbeitszeitraum auch von 22 bis 22 Uhr oder 0 bis 24 Uhr zulässig. Vorwärtsrotation Art. 34 Abs. 4 Bst. b ArGV 1 Rückwärtswechsel zulässig, sofern Mehrheit der betroffenen AN es schriftlich verlangt Subsidiär: Regelungen über Nacht- und Sonntagsarbeit einhalten. Ende Art. 38 Abs. 4 ArGV 1 Insbesondere Regelungen über Lohnund Zeitzuschlag sowie medizinische Vorschriften. Workflow Drei- und Mehrschicht beachten 91

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