Ein Blick in die Schweiz

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1 Ein Blick in die Schweiz Im Glattal (eine Region nördlich der Stadt Zürich) wurde im vergangenen Dezember der dritte und vorläufig letzte Abschnitt der Glattalbahn eröffnet, die neue Tangentiallinie 12 verbindet den Bahnhof Stettbach mit Wallisellen, Glattbrugg und dem Flughafen Zürich. Die Strecke führt zum Teil noch durch unbebautes Gebiet, zahlreiche Bauarbeiten entlang der Strecke (Betriebsansiedelungen) waren zu vernehmen.

2 Entlang der neuen Linie 12 bieten verschiedene ÖV-Drehscheiben praktische Anschlüsse an Orts- und Regionalbusse, S-Bahnen und Tramlinien. Imposant wirkt die 1,2 km lange Viaduktstrecke, im Hintergrund ist die Rampe ersichtlich. Teilansicht des Viadukt Wallisellen.

3 Die Linie 12 verläuft komplett auf Eigentrassee, im Bild parallel zu S-Bahn-Gleisen. An der Endstation Bahnhof Stettbach endet zugleich die Stadtzürcher Linie 7. Zum nächsten Fahrplanwechsel wird die Neubaustrecke Tram Zürich West in Betrieb genommen, Anfang Juni wurde noch an der Montage der Fahrleitung gearbeitet.

4 Bern: Die Hauptstadt wird zur Tramstadt hieß es anlässlich der Eröffnung der Neubaustrecken Tram Bern West zum Fahrplanwechsel im vergangenen Dezember. Seither verkehrt die Linie 7 in den Stadtteil Bümpliz, die Linie 8 ins Stadtentwicklungsgebiet Brünnen Westside (S-Bahn-Anschluss), wo zurzeit rund Menschen leben und mehr als ihrer Arbeit nachgehen. Das Tram ersetzt zwei Buslinien, die im 90-Sekunden- Takt verkehrten und mit gegen Passagieren pro Tag an die Grenzen ihrer Kapazität stießen. Die gesamte Neubaustrecke ist 6,8 Kilometer lang; davon verlaufen nur zwei Kilometer auf Eigentrassee. Mehr darüber siehe

5 Bewährte Raumaufteilung in der Schweiz: Die Tramgleise verlaufen in Straßenmitte, es bleibt Platz für einen Radfahrstreifen. An den Haltestellen werden die Gleise zu den Bordsteinen verschwenkt. Eine Verkehrsinsel verhindert ein Vorbeifahren des MIV, Schutzwege vor und nach der Haltestelle bieten den Fahrgästen einen geschützteren Zugang. Im Mischverkehr wird die Bümplizer Dorfdurchfahrt passiert und scheint reibungslos zu funktionieren. Mit ausschlaggebend dürfte auch sein, dass zugleich mit dem ÖPNV-Ausbau der Motorisierungsgrad in Bern zuletzt auf unter 400 Personenwagen pro 1000 Einwohner gesunken ist. Planungen sehen einen weiteren Tram-Ausbau in die Region vor.

6 Der Dienst-Motorwagen Xe 2/2 501, Baujahr 1910, aus dem Besitz des Tram-Museums Bern erinnert anlässlich einer Ausstellung über den in Bern geborenen Künstler Olivier Mosset bzw. dessen Kindheitserinnerungen, an den am 17. Mai 1950 am Helvetiaplatz verunfallten VBW Güter-TW Fe 4/4 25. Die Gemeinde Worb (im Bildhintergrund, Einwohner) und Bern sind mit der S-Bahn verbunden, zudem verkehrt die Linie 6 (RegioTram) im 10-Minuten-Takt von Worb Dorf direkt ins Zentrum von Bern. Die Triebwagen wurden im vergangenen Jahr durch den Einbau von Niederflur-Mittelteilen erweitert.

7 Heute verkehrt die Trogenerbahn in St.Gallen als Straßenbahn durch die Innenstadt und endet am Bahnhof neben den Zügen der Appenzeller Bahnen, die aus der Gegenrichtung kommen. Künftig wird die Trogenerbahn durchgebunden und verkehrt auf den Gleisen der Appenzeller Bahnen weiter in die 5800 Einwohner zählende Gemeinde Teufen (Bild oben). Von Teufen wird man künftig (in umgekehrter Richtung) direkt das Stadtzentrum von St.Gallen erreichen. 90 Millionen Euro sind für die Durchmesserlinie (Verknüpfung der beiden Bahnen) veranschlagt. Hierfür wird zur Umgehung eines Zahnradstreckenabschnitts ein 700 Meter langer Tunnel errichtet, weitere Hürden wie unterschiedliche Fahrleitungsspannung und Rad-Schiene-Systeme sind noch zu bewältigen. Für Einschubfahrten verfügt die Trogenerbahn neben modernen Niederflur-Triebwagen noch über zwei BDe 4/8, aufgenommen am Bahnhofplatz in St. Gallen.

8 Auf der Meterspurlinie Aare Seeland mobil ASm (Solothurn Wiedlisbach Niederbipp Langenthal verkehren STAR genannte Triebwagen (Schmalspur Triebzug für Attraktiven Regionalverkehr), abgebildet in Solothurn. Eine Verbindung von Niederbipp nach Oensingen ist in Bau, ab Dezember 2012 verkehren die Triebzüge dann zwischen Solothurn bzw. Langenthal über Niederbipp nach Oensingen. Einige der zwischen 1966 und 1978 beschafften vierachsigen Trieb- und Steuerwagen werden gegenwärtig durch weitere neue Stadler-Triebwagen ersetzt.

9 Noch in Betrieb ist die älteste Rollschemelanlage der Schweiz in Langenthal für die Beförderung normalspuriger Güterwagen auf der Meterspurstrecke. Die Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) beschaffte elf Niederflur-Steuerwagen, die mit älteren Triebwagen zum Einsatz kommen. Nobel wirkt der 1.Klasse Abteil der Steuerwagen.

10 Die WSB könnte als Vorbild für das Projekt Mühlkreisbahn neu gelten. Für die Eigentrassierung, also die Verlegung des Bahntrassees von der Straße weg, fanden eingestellte SBB-Normalspurbahntrassen Weiterverwendung. Zuletzt wurde der 3,6 km lange Abschnitt Aarau Suhr von Normal- auf Meterspur umgespurt. Seit dem 22. November 2010 verkehren die Züge der Wynentalbahn auf dem neuen Trassee. Interessantes über die Vorteile der meterspurigen Schmalspurbahnen fasste die Vereinigung RAILplus zusammen, siehe Die beiden Bilder zeigen die Zwischenstation Buchs AG, hier einer der fünf von der BDWM übernommenen Be 4/8 Niederflurtriebwagen.

11 Die BDWM Transport AG verbindet Bremgarten (6300 Einwohner) im 15-Minuten-Takt mit Dietikon, wo Anschluss an die S-Bahn nach Zürich besteht. Jeder zweite Wagen verkehrt von Bremgarten weiter nach Wohlen (14000 EW), wo eine Verknüpfung mit der S-Bahn Zug besteht. Eingesetzt werden 14 neue Stadler-Triebwagen vom Typ ABe 4/8 "Diamant" (Dynamischer, Innovativer, Attraktiver, Moderner, Agiler Nahverkehrstriebzug), in der HVZ sogar in Doppeltraktion. Die Raumaufteilung der neuen Mariazellerbahn-Triebwagen werden diesen gleichen. Durch Dietikon fährt die BDWM als Straßenbahn, also auch eine RegioTram.

12 Ein ALLEGRA Triebzug (samt Güterwagen) der Rhätischen Bahn verlässt Chur auf der Fahrt nach Arosa. Wie überall in der Schweiz verläuft auch hier die Bahntrasse durch die Stadt. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor, wie auch der Integrale Takt; immer gleiche Zeiten, gleiche Linien, gleiche Anschlüsse, symmetrisches Angebot. Die Vernetzung mit dem übrigen ÖPNV-Netz (kurze Umsteige-Relationen in alle Richtungen) ist allerorts beeindruckend. Ein Tango der Baselland Transport AG (BLT) fährt auf der Birsigtalbahn von Rodersdorf (1300 EW) in die Basler Innenstadt (alle 7,5 Minuten). Die luftgefederten Drehgestelle verleihen dem Fahrzeug auch noch bei 80 km/h eine beeindruckende Laufruhe.

13 Ein (kleiner) Blick in das Stadler-Werk Bussnang: Links ist ein Tango-Tram für die BLT in der Endmontage, in der Mitte ein GTW für Denton County / Dallas (Texas), rechts ein SPATZ (Schmalspur Panorama Triebzug) für die SNCF (Region Rhône-Alpes). Die ersten beiden von 32 Zweirichtungstriebwagen vom Typ Tango für die Genfer Verkehrsbetriebe TPG befinden sich in der Endmontage. Die Fahrzeuge werden für die Erweiterung der Genfer Straßenbahn in das Umland benötigt, drei Linien werden sogar grenzüberschreitend nach Frankreich verlängert.

14 Für die neue elektrifizierte Zahnradbahn auf den Puy-de-Dôme im französischen Zentralmassiv sind vier Gelenktriebwagen in Bau. Im Stadler-Werk Altenrhein sind KISS-Triebzüge (komfortabler innovativer spurtstarker S- Bahn-Zug) für die SBB (S-Bahn Zürich) und für die BLS (S-Bahn Bern) sowie in der Ausführung als Fernverkehrszug (Intercity- und Interregio- Verkehr) für die WESTbahn (Bild oben) in Bau.

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