RUNDSCHREIBEN INHALT. Nr. 7 vom 4. September Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege!

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1 KASSENZAHNÄRZTLICHE VEREINIGUNG BERLIN (KdöR) RUNDSCHREIBEN INHALT Nr. 7 vom 4. September 2009 Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege! Mit diesem Rundschreiben informieren wir Sie über: 1. Selektivvertrag der DAK 2. Ergänzung zum QM-Fragebogen der KZBV 3. Bundestagswahlen 2009 hier: Positionen der Parteien zur Gesundheitspolitik 4. Rückzahlung von HVM-Einbehalten Verordnung von Fluoridierungsmitteln 6. Welche Originalbelege von Sonstigen Kostenträgern müssen zur KCH Abrechnung eingereicht werden? 7. Leistungsspiegel der KCH-Abrechnung 8. Hotline zur Abrechnung III/09 bzw. September a) Berichtigung der Bema-Nr. 04 (PSI) b) Berichtigung der Bema-Nr. 107 (Zst) 10. Punktwertübersichten 4. Quartal Kassenänderungen 12. Fortbildung der KZV Berlin: Ripititorium der Mundschleimhauterkrankung 13. Information für das Praxisteam 6/ Fortbildungsveranstaltungen des Philipp-Pfaff-Institutes 15. Festveranstaltung 125 Jahre Universitäts-Zahnmedizin in Berlin und Herbst-Weiterbildung

2 Anlage 1. Selektivvertrag der DAK In der Anlage finden Sie die Beurteilung des Vorstandes der KZV Berlin zu diesem Vertrag zu Ihrer Kenntnisnahme. RS-Nr. 7/2009 KZV Berlin 2. Ergänzung zum QM-Fragebogen der KZBV Mit unserem Rundschreiben Nr. 6 vom hatten wir Ihnen den QM- Fragebogen übermittelt. Aus gegebenem Anlass möchten wir noch ergänzen: Die QM-Richtlinie ist eine Richtlinie über grundsätzliche Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement für die an der vertragszahnärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte, Psychotherapeuten und medizinischen Versorgungszentren. Diese sind nach 135 a Abs. 2 Nr. 2 SGB V verpflichtet, ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement einzuführen und weiterzuentwickeln. Der Gesetzgeber verdeutlicht, dass hierbei eine Orientierung nicht so sehr an den individuellen Erfordernissen des jeweiligen Behandlungsfalles zu erfolgen hat, sondern an standardisierten Verfahren. Wenige Themen haben die Kollegenschaft in letzter Zeit so sehr in zwei Lager gespalten und verunsichert wie diese Diskussion um Qualitätsmanagement in der Zahnarztpraxis. Denn die zahnärztliche Berufsausübung ist auch mit ihrem starken biologischen Bezug nur in begrenztem Maße technischen Regelwerken zu unterwerfen, die für rein technische Berufe selbstverständlich sind. Wenn wir dazu noch zusätzlich davon ausgehen, dass die Einzelpraxen mit einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt und einer relativ kleinen Zahl von Mitarbeitern überwiegen, wirkt zum Beispiel das ganze Getue um Hygiene-, Sicherheits-, Datenschutz- oder sonst wie Beauftragte bei genauem Hinsehen einfach lächerlich. Dennoch werden die KZVen ab dem jährlich lediglich 2 % der Kollegenschaft, die durch einen Zufallsgenerator ausgesucht werden, auf die Einführung eines QMs in ihren Praxen zu überprüfen haben. Zur Vereinfachung dieses Verfahrens dient der Ihnen im letzten Rundschreiben vorgestellte Fragebogen. Allein dieser Fragebogen ist als Nachweis zunächst einzureichen. Erst im Falle einer konkreten Nachfrage muss das QM-Handbuch vorgelegt werden. Insofern können bis dahin die Unterlagen auch EDV-technisch gespeichert sein. 3. Bundestagswahlen 2009 hier: Positionen der Parteien zur Gesundheitspolitik Als Anlage erhalten Sie die Aussagen der Parteien zur Gesundheitspolitik. Ergänzend dazu weisen wir auf die letzte Ausgabe der zm Nr. 17 vom , Seite 26 ff., zu Antworten der Parteien auf die Fragen der KZBV zur Bundestagswahl 2009 hin. 4. Rückzahlung von HVM- Einbehalten 2008 Das Jahr 2008 hat sich nach Abschluss der Abrechnung mit den Krankenkassen insofern positiv entwickelt, als die 1. HVM-Kürzungsstufe voll und die 2. HVM-Kürzungsstufe anteilmäßig zurückgezahlt werden können. Sie finden die Rückzahlung unter der Schlüsselnummer 114 in der Schlussrechnung des II. Quartals Verordnung von Fluoridierungsmitteln Aus gegebenem Anlass möchten wir die Verordnung von Fluoridierungsmitteln als Sprechstundenbedarf und Einzelverordnung im Rahmen der Individualprophylaxe und Früherkennungsuntersuchung erläutern: Sprechstundenbedarf von Fluoridierungsmitteln zur IP4 Im Rahmen der Individualprophylaxe bzw. der FU können bei Patienten bis zum vollendeten 18. Lebensjahr Mittel zur Intensivfluoridierung (Lack, Gel o. Ä.) in der Praxis angewendet und dementsprechend auch als Sprechstundenbedarf bei den Primärkassen verordnet werden. GKV-Rezept über die AOK Berlin erstellen, mit entsprechendem Hinweis Sprechstundenbedarf und Angabe des jeweiligen Quartals 1 Anlage

3 Aus wirtschaftlichen Gründen sollten diese Mittel in entsprechenden Packungsgrößen bezogen werden. Bei vdek Patienten erhalten Sie den Sprechstundenbedarf automatisch über die KCH-Abrechnung. Sie erhalten für jede abgerechnete IP4 0,76 (12 Bema-Punkte x SSB Punktwert 0,063 = 0,76 ). Die Auszahlung des gesamten Sprechstundenbedarfs vdek erfolgt mit der Quartalsabrechnung. Einzelverordnung von lokalen Fluoridierungsmitteln für den häuslichen Gebrauch Es besteht die Möglichkeit lokale Fluoridierungsmittel für den häuslichen Gebrauch direkt auf den Namen des Patienten zu verordnen. Bei der personenbezogenen Verordnung von lokalen Fluoridierungsmitteln für den häuslichen Gebrauch ist ab dem zu berücksichtigen, dass prinzipiell nur noch verordnungspflichtige Arzneimittel (im Unterschied zu apothekenpflichtigen) zu Lasten der GKV verordnet werden dürfen. Hiervon sind allerdings Leistungen zur Verhütung von Krankheiten (IP/FU) nach 20 ff. SGB V nicht betroffen. Somit hat die Neuregelung keine Auswirkung auf Verordnungen zahnärztlicher Arzneimittel zur Individualprophylaxe. Dies bedeutet z. B., dass das häufig verwendete elmex-gelee nach wie vor in allen Packungsgrößen (N1 oder N2) im Rahmen der Individualprophylaxe-Richtlinien (von 6 bis 18 Jahren) zu Lasten der GKV verschrieben werden kann. Ihre Ansprechpartnerinnen: Frau Sommer Frau Fehlner Welche Originalbelege von Sonstigen Kostenträgern müssen zur KCH-Abrechnung eingereicht werden? Zur KCH Disketten- oder Onlineabrechnung müssen die Originalbelege (Anspruchsberechtigungsscheine) nur noch für: RS-Nr. 7/2009 KZV Berlin Polizeipräsident in Berlin, AOK Berlin U + J, AOK Berlin Asy/Asa, Fremde Sozialämter und Gesetzliche Krankenkassen mit Statusergänzung 5 eingereicht werden. Alle anderen Originalbelege, wie die für Bundeswehr, Zivildienst, Bundespolizei, Auslandsabkommen - Statusergänzung 7, bewahren Sie bitte für 4 Jahre (lt. 5 Abs. 2 BMV-Z und 7 Abs. 3 EKV-Z) in der Karteikarte auf. Kopien der Muster 80/81 müssen 2 Jahre in der Karteikarte aufbewahrt werden. Im Rundschreiben Nr. 10/2008 hatten wir eine Übersicht zur Einreichung von Originalbelegen von Sonstigen Kostenträgern als Anlage veröffentlicht. Diese Übersicht finden Sie auch unter: Ihre Ansprechpartnerinnen: Frau Schröder Frau Petzold Leistungsspiegel der KCH- Abrechnung Vom KCH-Sendemodul wird bei der Erstellung der Abrechnungsdatei ein Leistungsspiegel erstellt. Dieser wird erzeugt, damit Sie einen Überblick Ihrer abgerechneten Positionen erhalten und ist ausschließlich für Ihre Unterlagen bestimmt. Da die KZV Berlin für die Bearbeitung Ihrer Abrechnung diesen Leistungsspiegel nicht benötigt, bitten wir, bei der Einreichung Ihrer KCH-Abrechnung diesen nicht beizufügen. Ihre Ansprechpartnerinnen: Frau Schröder Frau Petzold

4 Anlage 8. Hotline zur Abrechnung III/09 bzw. September 2009 Wie zu jedem Quartalswechsel haben wir auch zur Abrechnung des 3. Quartals 2009 als besonderen Service eine Hotline eingerichtet. Einzelheiten entnehmen Sie bitte der beigefügten Übersicht. 9a. Berichtigung der Bema- Nr. 04 (PSI) Die KZV Berlin hat bei einer Prüfung Fehlinterpretationen zur Bema Nr. 04 im Bereich der konservierend-chirurgischen Abrechnung festgestellt. Eine Korrektur ist daher nicht zu vermeiden. In den vorliegenden Berichtigungsfällen zur Bema-Nr. 04 (Erhebung des PSI-Codes) ab dem Jahr 2005 wird auf eine vorherige Anhörung der Zahnärzte verzichtet und die betroffenen Praxen sofort belastet, da die Abrechnungsbestimmung ( Eine Leistung nach Nr. 04 kann einmal in zwei Jahren abgerechnet werden. ) eindeutig im Bema formuliert ist. Die Berichtigungen werden voraussichtlich ab Oktober 2009 erfolgen und den betroffenen Praxen schriftlich zugesandt. Ihre Ansprechpartnerinnen: Frau Noffke Frau Behrend b. Berichtigung der Bema- Nr. 107 (Zst) Das Gleiche gilt für die Bema Nr. 107 (Entfernen harter Zahnbeläge). In den vorliegenden Berichtigungsfällen zur Bema-Nr. 107 (Entfernung harter Zahnbeläge) ab dem Jahr 2006 wird auf eine vorherige Anhörung der Zahnärzte verzichtet und die betroffenen Praxen werden sofort belastet, da die Abrechnungsbestimmung ( Das Entfernen harter Zahnbeläge ist einmal pro Jahr abrechnungsfähig. ) eindeutig im Bema formuliert ist. Die Berichtigungen werden voraussichtlich ab Oktober 2009 erfolgen und den betroffenen Praxen schriftlich zugesandt. Ihre Ansprechpartnerinnen: Frau Hofemeister Frau Schulz Punktwertübersichten 4. Quartal 2009 Die beigefügten Punktwertübersichten geben Auskunft über die aktuellen Punktwerte der KZV Berlin sowie der fremden Ersatzkassen für das 4. Quartal Ihre Ansprechpartnerinnen: Frau Kretschmann Frau Rost Frau Franke Kassenänderungen In der Anlage übersenden wir Ihnen aktuelle Informationen zu Kassen- und Adressenänderungen. Ihre Ansprechpartnerinnen: Frau Kretschmann Frau Rost Frau Franke Fortbildung der KZV Berlin: Ripititorium der Mundschleimhauterkrankungen Die KZV Berlin bietet zum Thema "Ripititorium der Mundschleimhauterkrankungen" am Samstag, von 10:00 bis 16:00 Uhr eine Fortbildung an (Referent: Prof. Dr. Torsten Reichert). Der Veranstaltungsort wird Ihnen nach der Anmeldung gesondert mitgeteilt. Bitte benutzen Sie das anliegende Anmeldeformular. Die Teilnahmegebühr beträgt pro Person 85,00 Euro. Anlage Anlage Anlage RS-Nr. 7/2009 KZV Berlin 3

5 Für die Teilnahme werden entsprechend des Beirates Fortbildung der BZÄK und DGZMK 6 Fortbildungspunkte vergeben. Ihre Ansprechpartnerin: Frau Vehabovic Mit freundlichen kollegialen Grüßen Dr. Jörg-Peter Husemann Dr. Karl-Georg Pochhammer Peter Herzog Anlage Anlage 13. Informationen für das Praxisteam - 6/2009 Als Beilage für Ihr Praxisteam haben wir die abrechnungsrelevanten Themen aus diesem Rundschreiben nochmals als Arbeitsgrundlage gesondert zusammengefasst. 14. Fortbildungsveranstaltungen des Philipp-Pfaff-Instituts Zu Ihrer Information übermitteln wir Ihnen aktuelle Kursangebote. Bei Interesse bitten wir Sie, sich schriftlich beim Philipp-Pfaff- Institut anzumelden: Fax: Telefonisch erreichen Sie das Team des Instituts montags bis freitags von 8:00 bis 18:00 Uhr Anlagen zu: Pkt. 1: - Beurteilung des Vorstandes zum Selektivvertrag Pkt. 3: - Aussagen der Parteien zur Gesundheitspolitik Pkt. 8: - Hotline Pkt. 10: - Punktwertübersichten Pkt. 11: - Kassenänderungen Pkt. 12: - Fortbildung der KZV Berlin Pkt. 13: - Informationen für das Praxisteam Pkt. 14: - Kursangebote PPI Pkt. 15: - Einladungen des Berliner Medizinhistorischen Museums Anlage 15. Festveranstaltung 125 Jahre Universitäts-Zahnmedizin in Berlin und Herbst-Weiterbildung Anliegend übersenden wir Ihnen Einladungen des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité. RS-Nr. 7/2009 KZV Berlin 4

6 Anlage zum Rundschreiben Nr. 7/2009 Selektivvertrag der DAK Die DAK hat mit der Management-Gesellschaft Indento/Dent-net GmbH, die zur Imex Dental + Technik GmbH, Essen, gehört, den ersten bundesweit geltenden Selektivvertrag im Bereich der vertragszahnärztlichen Versorgung abgeschlossen. Nach diesem Vertrag, der seit dem Wettbewerbsstärkungsgesetz gem. 73 c SGB V möglich ist, können Versicherte der DAK Zahnersatz zum Nulltarif erhalten, wenn es sich um eine Regelversorgung handelt und die Bonusvoraussetzungen mit einem Anspruch von 30 % bestehen. Die Gewährleistungsfrist beträgt fünf Jahre! Zusätzlich wird für Implantatversorgungen mit einem Festpreis von Euro und die professionelle Zahnreinigung für 50 Euro geworben. Bislang gab es solche Selektivverträge mit Krankenkassen in der vertragszahnärztlichen Versorgung nur vereinzelt, regional oder mit kleineren Betriebskrankenkassen. Dies beurteilt der Vorstand der KZV Berlin wie folgt: Dieses Netzwerk stellt nicht nur eine unzumutbare Einschränkung der zahnärztlichen Entscheidungsfreiheit dar, sondern ist auch eine unangemessene Begünstigung eines einzelnen Zahntechnikanbieters. Unter Berücksichtigung aller Fakten können wir keinen triftigen Grund für einen Zahnarzt erkennen, solch einem Knebelvertrag beizutreten. Qualität spielt eine besondere Rolle gerade beim Zahnersatz. Das ist bereits heute ein ganz wesentlicher Wettbewerbsparameter unter den Zahnärzten und damit auch ein Grundstein für Patientenbindung, erfolgreiche Praxisführung und unternehmerischen Erfolg. Dazu brauchen wir keine Selektivverträge. Die Verwendung von (chinesischem) Auslandzahnersatz halten wir aber für eine zweifelhafte Basis für ein Qualitätsversprechen. Kann ein Versicherer eine fachlich untadelige professionelle Zahnreinigung für ein (Dumping-) Honorar von 50 Euro einfordern? Es ist nicht nachvollziehbar, eine Leistung unabhängig von der Anzahl der vorhandenen Zähne für einen Festpreis von 50 Euro anzubieten! In einem vollbezahnten Gebiss kann das nur zu Lasten der Qualität der Arbeit gehen! Ist es darüber hinaus angebracht, individuelle implantatchirurgische Leistungen in einem Pauschalpreissystem zu vergüten? Die Verpflichtung, die Patienten gut zu versorgen, trägt in solchen Verträgen regelmäßig alleine der Zahnarzt, im Zahnersatzbereich sogar über eine deutlich verlängerte Garantie -Zusage. Er zahlt die Zeche für das Qualitäts- und Leistungsversprechen der Kasse gegenüber deren Versicherten.

7 Vorteile bestehen in diesen Verträgen also allein für die Krankenkasse, für das an einem solchen Vertrag beteiligte Labor und die Handelsgesellschaft. Der Zahnarzt bezahlt für das Versprechen, eventuell mehr Patienten zu bekommen, mit seiner Unabhängigkeit und Freiheit, muss sich an eine Krankenkasse verdingen, an ein ihm fremdes Labor binden, chinesischen Zahnersatz eingliedern, Prophylaxeleistungen zu nicht marktgerechten und nicht kostendeckenden Preisen erbringen und Implantatversorgungen zu betriebswirtschaftlich fragwürdigen Komplexpreisen verantworten. Zudem zahlt der Zahnarzt in der Regel für die Abrechnung von Heil- und Kostenplänen im Selektivvertrag auch noch entsprechende Gebühren an eine Managementgesellschaft, da solche Verträge die Abrechnung über die KZVen ausschließen. Für die Zahnärzteschaft ist das sicher kein Durchbruch zu einer besseren Patientenversorgung. Das bestehende kollektivvertraglich organisierte System der vertragszahnärztlichen Versorgung funktioniert den Umständen entsprechend gut. Der Patient kann nach wie vor seinen Zahnarzt frei wählen, er hat die Wahl zwischen verschiedenen Versorgungsangeboten mit unterschiedlichen Preis-/Leistungsverhältnissen. Dabei ist es schon für die KZVen im Kollektivvertrag nicht einfach, sich gegen die zunehmende Marktmacht der Kassen zu behaupten und für die Kollegen betriebswirtschaftlich akzeptable Honorare und vertragliche Rahmenbedingungen zu verhandeln, da der Gesetzgeber die Interessen der Kassen deutlich stärker berücksichtigt als die der Zahnärzteschaft. Wie soll da der einzelne Zahnarzt gegen die Marktübermacht und den Vertragsapparat einer Kasse bestehen, die von einer Fusion zur nächsten immer größer wird und den Praxen die Daumenschrauben anlegen kann? Von den bis heute einsehbaren Selektivverträgen, die von Managementgesellschaften angeboten werden, weist aus unserer Sicht kein einziger wirkliche Vorteile für den Zahnarzt auf. Es zeigt sich vielmehr eine Abwärtsspirale, die man schon nach kurzer Zeit feststellen kann. Sah beispielsweise ein erster Selektivvertrag einen Zuschuss an den Patienten in einer festgelegten Höhe zur professionellen Zahnreinigung vor bei freier Preisgestaltung durch den Zahnarzt muss jetzt der Zahnarzt als Vertragspartner im Folgevertrag die PZR bereits zum Festpreis erbringen. Beim dritten Vertrag werden dann möglicherweise der Festpreis gesenkt und die Gewährleistungsforderungen erhöht. Da liegt es auf der Hand, dass der Zahnarzt in solchen Vertragskonstrukten schnell zum schlecht bezahlten Kassenhandlanger mutiert. Nur ein geschlossener Berufsstand und dafür steht der Vorstand der KZV Berlin kann das verhindern. Der Vorstand

8 CDU/CSU Mehr Sicherheit und Verlässlichkeit durch den Gesundheitsfonds Die Union will aus ihrem christlichem Selbstverständnis heraus, dass auch in Zukunft jeder in Deutschland unabhängig von Einkommen, Alter, sozialer Herkunft oder gesundheitlichem Risiko eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe medizinische Versorgung, auch im ländlichen Raum, erhält und alle am medizinischen Fortschritt teilhaben können. Wir fordern mehr Transparenz und Wettbewerb und weniger Bürokratie im Gesundheitswesen, damit die Qualität in der Versorgung weiter steigt und die Mittel effizienter eingesetzt werden können. Der Erhalt der Freiberuflichkeit, wie beispielsweise mit niedergelassenen Haus-, Fach- und Zahnärzten oder Apothekern, sowie Gesundheitsberufen ist für uns unabdingbar. Die Union schätzt die Kompetenz und Leistung dieser Berufsgruppen und will, dass diese mit verlässlichen und leistungsgerechten Rahmenbedingungen in einem selbstverwalteten, freiheitlichen Gesundheitswesen ihre Verantwortung für die Patienten wahrnehmen können. Die freie Arzt- und Krankenhauswahl für die Patienten und die Therapiefreiheit für die Ärzte gilt es zu wahren. Zur Bewältigung des demografischen Wandels und der Weiterermöglichung der Teilhabe am medizinischen und medizinisch-technischen Fortschritt sind sowohl die gesetzliche als auch die private Krankenversicherung hinsichtlich der Struktur, Organisation und Finanzierung weiter zu entwickeln. Der Sicherung einer wohnortnahen Versorgung vor allem in ländlichen Regionen werden wir besondere Aufmerksamkeit widmen. Daher stehen wir für mehr vertragliche Spielräume, die den jeweiligen Versorgungserfordernissen und Besonderheiten Rechnung tragen. Wir wollen, dass Leistungserbringer und Kassen mehr Möglichkeiten für passgenaue und einzelvertragliche Regelungen erhalten. Für den stationären Bereich wurde die Grundlage für einen neuen ordnungspolitischen Rahmen geschaffen. Diesen Rahmen werden wir insbesondere im Hinblick auf die regionalen Besonderheiten weiterentwickeln. Die bestehende Krankenhausfinanzierung hat sich bewährt. Einen bundesweiten Einheitspreis lehnen wir ab. Es gilt für die Finanzierung der Krankenhäuser mehr Planbarkeit und Verlässlichkeit durch einen Einstieg in die Pauschalierung von Investitionsmitteln zu schaffen.

9 Ganz zentral für die zukunftsfähige Gestaltung des deutschen Gesundheitswesens ist eine solide Finanzierung der gesundheitlichen Versorgung. Die im Gesundheitsfonds vorgesehene Festschreibung des Arbeitgeberbeitrages ist ein erster Schritt zu einer Abkoppelung der Sozial- von den Arbeitskosten. Der Finanzierung versicherungsfremder Leistungen über Steuern und kassenindividuelle Wettbewerbsbeiträge kommt dabei eine wachsende Bedeutung zu. Durch den Gesundheitsfonds haben die Krankenkassen in konjunkturellen Krisen bezogen auf Ihre Einnahmen mehr Sicherheit und mehr Verlässlichkeit als heute. Unterjährige Einnahmeschwankungen werden von der Liquiditätsreserve im Fonds und in letzter Konsequenz, wenn diese nicht ausreicht, vorübergehend über den Bundeshaushalt getragen. CDU und CSU bekennen sich nachdrücklich zu einer Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung im deutschen Gesundheitswesen. Prävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deshalb wollen wir die Prävention aufwerten, ohne dabei eine neue Bürokratie zu schaffen. Die von der Union eingeführte Pflegeversicherung hat sich bewährt. Die Pflegeversicherung muss auch in Zukunft einen verlässlichen Beitrag zur Absicherung des Pflegerisikos leisten und eine hohe Qualität von Betreuung und Pflege bieten. Die Union hat dafür gesorgt, dass erstmalig finanzielle Hilfen für Demenzkranke und ihre Angehörigen in die Pflegeversicherung einbezogen sind. Wir wollen eine neue, differenziertere Definition der Pflegebedürftigkeit und mehr Leistungsgerechtigkeit in der Pflegeversicherung. Die Pflegebedürftigen sollen die sie betreffenden Entscheidungen soweit wie möglich selbst treffen können. Die daraus folgenden notwendigen Maßnahmen werden von uns am Beginn der Legislaturperiode in Angriff genommen. Annette Widmann-Mauz MdB, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU- Bundestagsfraktion

10 SPD Die Bürgersozialversicherung Wir brauchen eine umfassende Solidargemeinschaft, deshalb wollen wir die Bürgersozialversicherung, die alle bei der Absicherung von Gesundheit und Pflege in die Solidarität einbezieht. Mit der Versicherungspflicht für alle, einem gerechten Ausgleich der sozialen Risiken, der Krankheitsrisiken und dem Einstieg in die Steuerfinanzierung haben wir wichtige Schritte zu einem solidarischen Gesundheitswesen getan. Jetzt geht es darum, alle Einkommen zur Finanzierung heranzuziehen und den Steueranteil für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zu erhöhen. Der GKV-Beitrag soll wieder paritätisch von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen werden. Den Sonderbeitrag von 0,9 Beitragssatzpunkten wollen wir abschaffen. Wir wollen den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich weiterentwickeln und die private Krankenversicherung einbeziehen. In der Pflegeversicherung wollen wir einen Risikoausgleich zwischen gesetzlicher und privater Pflegeversicherung einführen. Beteiligen sich alle zu gleichen Bedingungen, ist die Finanzierung ohne Beitragsanhebung längerfristig gesichert. Medizinischer Fortschritt Alle sollen am medizinischen Fortschritt teilhaben. Wir wollen keine Zwei-Klassen- Medizin. Es gibt keinen Grund für zwei getrennte Krankenversicherungsmärkte, die nach unterschiedlichen Regeln funktionieren. Wir brauchen faire, einheitliche Bedingungen für alle Versicherungen, egal ob privat oder gesetzlich. Alle Menschen in allen Regionen sollen Zugang zu einer guten Versorgung haben. Dazu brauchen wir weitere Flexibilisierungen im Vertragsgeschehen. Kollektiv- und Einzelverträge gewährleisten eine ausreichende flächendeckende Versorgung. Die Krankenhäuser müssen weiter für die ambulante Versorgung geöffnet werden. Für gleiche Leistung soll es gleiches Geld geben. Wir wollen die wohnortnahe ambulante Versorgung und die freie Arztwahl erhalten und die Zusammenarbeit der ambulant tätigen Ärzte mit Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen stärken. In dünn besiedelten Regionen brauchen wir mehr arztentlastende Versorgungsangebote.

11 Wir wollen die integrierte Versorgung ausbauen und deren Finanzierung sichern. Gleiches gilt für die Versorgung chronisch Kranker durch entsprechende Behandlungsprogramme. Flache Hierarchien, Entlastung der Ärzte von Bürokratie, mehr Kompetenzen für pflegerische Berufe sind der Weg der Zukunft. Der demografische Wandel ist eine besondere Herausforderung: Für alle Gesundheitsberufe müssen Geriatrie und Palliativversorgung wichtige Schwerpunkte in Ausbildung, Forschung und Arbeit werden. Prävention und Patientenrechte Die Gesundheitschancen sind in der Bevölkerung ungleich verteilt. Die Gesellschaft altert, chronische Erkrankungen nehmen zu, die medizinisch technischen Möglichkeiten für ihre Behandlung wachsen. Die Gesundheitsversorgung bleibt nur finanzierbar, wenn es durch Prävention gelingt, Krankheiten zu vermeiden, hinauszuzögern oder zu mildern. Wir brauchen ein Präventionsgesetz, um die Primärprävention zu stärken und Gesundheitsziele zu definieren. Es muss bei sozialen Lebenswelten ansetzen. Bund, Länder, Kommunen, Sozialversicherungsträger sowie die private Krankenversicherung müssen bei der Finanzierung einbezogen werden. Die zersplitterten und undurchsichtigen Patientenrechte müssen in einem Gesetz zusammengeführt sowie besser und transparenterer werden. Gerade bei Fehlervermeidung, Risikomanagement und Regulierung von Schäden sollen die Patientenrechte gestärkt werden. Unabhängige Patientenberatungsstellen werden wir auf eine dauerhaft sichere finanzielle Basis stellen. Gesundheitswirtschaft als Wachstumsbereich Die Gesundheitswirtschaft sichert als Wachstumsbereich Millionen von Arbeitplätzen. Unser Gesundheitssystem ist eines der innovationsfreundlichsten der Welt. Neue Diagnoseverfahren oder Therapien stehen allen zur Verfügung. Kern und Motor unserer Gesundheitswirtschaft ist die soziale Krankenversicherung. Wir stehen dafür, dass dies so bleibt. Dr. Carola Reimann, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD Bundestagsfraktion

12 FDP Für ein einfaches, transparentes und leistungsgerechtes Gesundheitswesen Viele Menschen verstehen nicht mehr, was im Gesundheitswesen vor sich geht: In ihrer Apotheke erhalten sie einmal dieses und einmal jenes Arzneimittel, je nachdem mit welchen Firmen Rabattverträge abgeschlossen worden sind. In den Krankenhäusern müssen sie zum Teil lange warten. Bei Hilfsmitteln dürfen sie nicht mehr zum Belieferer ihrer Wahl gehen, sondern die Krankenkassen bestimmen, auf wen sie zurückgreifen dürfen. Die Patienten werden gegängelt und zunehmend in standardisierte Schablonen gepresst. Daneben müssen sie feststellen, dass der Beitragssatz zum Jahreswechsel auf das Rekordniveau von 15,5 Prozent gestiegen ist und nun nur auf Pump wieder absenkt wird. Die Versorgung ist teurer, aber nicht besser geworden. Das deutsche Krankenversicherungssystem ist durch die letzten Reformen deutlich in Richtung eines zentralistischen, staatsgesteuerten Einheitskassensystems verschoben worden. Die FDP will einen Kurswechsel: Wir wollen den weiteren Weg in Richtung Staatsmedizin und Einheitskasse verhindern. Der Gesundheitsfonds muss schnellstmöglich abgeschafft und die Beitragsautonomie der Kassen wieder hergestellt werden. Benötigt wird mehr Wettbewerb zu klaren und fairen rechtlichen Bedingungen, damit Qualität zu günstigen Preisen gesichert wird und gute Ideen sich durchsetzen können. Die Menschen sollen ihren Versicherungsschutz weitgehend selbst gestalten können und gleichzeitig im Hinblick auf den demografischen Wandel vorsorgen. Vielfalt und Gestaltungsmöglichkeiten statt einer Einheitsversicherung bieten für eine an den Bedürfnissen der Menschen orientierte Versorgung die besten Voraussetzungen. Die staatliche Regulierung muss auf eine Rahmensetzung begrenzt werden, die sicherstellt, dass jeder Bürger im Krankheitsfall eine qualitativ gute medizinische Versorgung hat, auch wenn er über wenig Geld verfügt. Die FDP will die Krankenversicherung nicht abschaffen. Im Gegenteil: Durch unseren Vorschlag wollen wir gewährleisten, dass auch künftig noch alle durch ihre Krankenversicherung Zugang zu einer guten Gesundheitsversorgung haben. Wir sprechen uns deshalb für eine Finanzierung aus, die auf leistungsgerechten Prämien mit Altersrückstellungen beruht. Damit geben wir als einzige Partei Antworten auf die Herausforderungen einer alternden Bevölkerung und des medizinischtechnischen Fortschritts. 1

13 Oft wird der Eindruck erweckt, dass die gesetzliche Krankenversicherung ohne Änderungen diesen Herausforderungen gewachsen sei. Das ist falsch! Ohne eine Reform, die auf Vorsorge und Nachhaltigkeit setzt, werden in der gesetzlichen Krankenversicherung erhebliche Beitragssatzsteigerungen und/oder Leistungskürzungen die Folge sein. Die FDP will eine Pflicht zur Versicherung der Regelleistungen. Die Wahl der Krankenversicherung steht jedem dabei frei. Ebenso soll jeder zwischen verschiedenen Versicherungstarifen, Therapeuten und Therapien nach seinen Bedürfnissen wählen können. Ist die gewünschte Therapie teurer als der Betrag, den die Krankenkasse übernimmt, soll diese Therapie nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Über eine Mehrkostenregelung kann hier Wahlfreiheit tatsächlich umgesetzt werden. Ältere Versicherte oder Versicherte mit Vorerkrankungen dürfen von einem Versicherungsschutz nicht ausgeschlossen werden. Eine Versicherung soll Interessierte bei der Absicherung der Grundversorgung deshalb nicht ablehnen können. Diejenigen, die die Finanzierung des Versicherungsschutzes aus eigenen Kräften nicht schultern können, müssen unterstützt werden. Das ist eine Selbstverständlichkeit. Dieser soziale Ausgleich soll jedoch nicht, wie bisher, in der gesetzlichen Krankenversicherung selbst erfolgen, sondern in das Steuer- und Transfersystem verlagert werden. Denn dort ist er transparenter und auch zielgenauer: Jeder wird nach seiner Leistungsfähigkeit herangezogen. Die Prämien für Kinder übernimmt nach unseren Vorstellungen der Staat. Daniel Bahr MdB, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion 2

14 Bündnis 90/Die Grünen Die Bürgerversicherung: ein ambitioniertes aber lohnenswertes Ziel Bisher geht es fast immer nur um die Krankheitsbehandlung, wenn von der Gesundheitsversorgung die Rede ist. Doch damit wird man den wachsenden Gesundheitsgefahren nicht gerecht. Viele Erkrankungen könnten durch Gesundheitsförderung und Prävention verhindert oder ihre Verschlimmerung zumindest vermieden werden. Wir wollen deshalb einen Richtungswechsel. Weg vom Gesundheitswesen als bloßen Reparaturbetrieb, hin zu einem Gesundheitswesen mit mehr Prävention und Gesundheitsförderung. Dabei wollen wir die Bedürfnisse und Lebenslagen von Kindern und sozial Benachteiligten besonders berücksichtigen. Diese erkranken im Durchschnitt häufiger und sterben früher. Deshalb wollen wir einen Schwerpunkt auf die Förderung und Weiterentwicklung solcher Präventionsangebote setzen, die die Menschen in ihrem Alltag in Betrieben, Kindertagesstätten und Schulen erreichen und dazu beitragen, Gesundheitskompetenz zu entwickeln und damit unabhängig von Einkommen und Herkunft gesundheitliche Chancengerechtigkeit herzustellen. Um die dafür notwendigen Strukturen und finanziellen Grundlagen zu schaffen, wollen wir ein Präventionsgesetz. Wir sprechen uns für eine konsequente Patientenorientierung in unserem Gesundheitswesen aus. Die Behandlungsabläufe und Versorgungsstrukturen sind an den Bedürfnissen und Interessen der Patientinnen und Patienten auszurichten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Patienten keine homogene Gruppe sind. Alte und junge Menschen, Frauen und Männer, Menschen mit unterschiedlichen Bildungsabschlüssen sowie Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unterscheiden sich und gehen unterschiedlich mit Gesundheit und Krankheit um. Dadurch ergeben sich andere Ansprüche an ihre Gesundheitsversorgung, aber auch unterschiedliche Bedürfnisse hinsichtlich Zuwendung und Beratung. Zu einem patientenorientierten Gesundheitswesen gehört auch, dass Gesundheitseinrichtungen und Heilberufe, die an der Behandlung eines Patienten beteiligt sind, Hand in Hand zusammenarbeiten. Auf solche eng miteinander verzahnten Behandlungsabläufe ist vor allem die wachsende Zahl chronisch und mehrfach erkrankter Menschen angewiesen. Doch bisher ist die integrierte Versorgung nur die Ausnahme. Wir wollen sie zur Regel machen.

15 Und Patientenorientierung heißt auch, Patientinnen und Patienten mehr gesundheitliche Selbstbestimmung zu ermöglichen. Durch unabhängige Beratungsstellen, bei denen sie Informationen und Ratschläge einholen können. Durch mehr Qualitätstransparenz, damit sie sich mit guten Gründen für oder gegen einen Arzt, ein Krankenhaus oder eine Pflegeeinrichtung entscheiden können. Durch ein Patientenrechte-Gesetz, das die bestehenden Regelungen übersichtlich zusammenfasst und weiterentwickelt. Und nicht zuletzt braucht ein patientenorientiertes Gesundheitswesen eine gute und gerechte Finanzierungsgrundlage. Bisher können sich ausgerechnet die wirtschaftlich leistungsstärksten und im Durchschnitt auch gesündesten Bevölkerungsgruppen dem Solidarausgleich entziehen. Zudem erfolgt die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung einseitig durch Beiträge auf Löhne, Renten und Arbeitslosengeld. Dagegen bleiben Vermögenseinkommen und Gewinne beitragsfrei. Das ist ungerecht, führt zu unnötig hohen Beiträgen und gefährdet die Fähigkeit der Krankenversicherung, die wachsenden Anforderungen bewältigen zu können. Wir wollen deshalb eine Bürgerversicherung einführen. In ihr werden alle Bürgerinnen und Bürger in den Solidarausgleich einbezogen. Vermögenseinkommen und Gewinne werden an der Finanzierung beteiligt. Den Gesundheitsfonds wollen wir abschaffen. Der Ausbau von Prävention und Gesundheitsförderung, die Patientenorientierung als wichtigstes Leitkriterium des Gesundheitswesens und die nachhaltige Finanzierung der solidarischen Krankenversicherung durch eine Bürgerversicherung das sind ambitionierte Ziele. Aber es lohnt, sich für sie einzusetzen. Biggi Bender MdB, gesundheitspolitsche Sprecherin der Bundestagfraktion von Bündnis 90/Die Grünen

16 DIE LINKE Für ein demokratisches Gesundheitssystem Im derzeitigen Gesundheitssystem läuft vieles schief. Die drei wichtigsten Punkte sind: Finanzierung: Formal zahlt jeder und jede den gleichen Beitragssatz. Dies gilt jedoch in der Realität oft nicht. Denn Beiträge werden zum einen nur auf Lohn/Gehalt aus Erwerbsarbeit erhoben; Kapitalerträge sind beitragsfrei. Zum anderen hört die Solidarität in der gesetzlichen Krankenversicherung bei 3675 Euro auf. Wer mehr Einkommen hat, zahlt nicht mehr Beiträge. Ein Arbeitnehmer mit unter 3675 Euro zahlt 8,2 Prozent Beiträge, ein Bundestagsabgeordneter effektiv nur 3,9 Prozent. Weiterhin sind Angestellte mit hohem Einkommen, Beamte, Selbständige und Berufspolitiker nicht von der Versicherungspflicht erfasst. Die Koalition aus Union und SPD hat die Privatisierung und Kommerzialisierung weit vorangetrieben. Die Versicherten müssen immer mehr aus eigener Tasche zahlen, seien es Zuzahlungen oder aber komplette Leistungsausgrenzungen. Die Arbeitnehmer werden so belastet, die Arbeitgeber entlastet. Im Hilfsmittelbereich wurden die Kassen ermächtigt, Ausschreibungen für Leistungen durchzuführen. In der Regel erhält der billigste Anbieter den Zuschlag. Die Versorgung wurde durch dieses Kommerz-Element deutlich schlechter. Für die bisher selbstverständlich erbrachte Leistung muss jetzt der Versicherte draufzahlen. Ungebrochen ist der Privatisierungstrend bei den Krankenhäusern. Das vorrangige Ziel eines privaten Krankenhauses ist jedoch nicht mehr die bestmögliche Versorgung der Patienten, sondern die Erzielung von Profit. Dafür leiden die Beschäftigten wie auch die Patientinnen und Patienten unter der neuen Fließbandmentalität in den Krankenhäusern. Entscheidungen im Gesundheitswesen haben Defizite bezüglich Demokratie und Transparenz. Die Strukturen des Gesundheitssystems sind weit gehend nach den Interessen der mächtigen Akteure wie Ärzteschaft, Krankenkassen und Pharmakonzernen ausgerichtet. Die Interessen der Patientinnen und Patienten und ihre Mitwirkungsmöglichkeiten kommen zu kurz. Damit verliert die Gesundheitspolitik oft das eigentliche Ziel des Gesundheitssystems aus den Augen: die bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten.

17 Dementsprechend erhebt die Fraktion DIE LINKE im Bundestag drei Kernforderungen: Wir fordern die Einführung der solidarischen und sozialen Bürgerinnen- und Bürgerversicherung. Alle, auch Beamte, Selbständige und Politiker müssen darin versichert werden. Die private Krankenversicherung wird auf Zusatzversicherungen beschränkt. Die Beitragsbemessungsgrenze wird zunächst an-, später aufgehoben, wir wollen die Wiedereinführung der paritätischen Finanzierung der Beiträge. Dadurch, dass alle denselben prozentualen Anteil von ihrem gesamten Einkommen zahlen, kann der Beitragssatz auf etwa zehn Prozent gesenkt werden bei gleichzeitiger Abschaffung aller Zuzahlungen. Die zunehmende Privatisierung und Kommerzialisierung des Gesundheitswesens wird von uns abgelehnt, denn in diesem System geht es vorrangig um Rendite und weniger um Versorgungsqualität. Um nicht falsch verstanden zu werden: Die Mittel der Beitragszahler müssen effizient eingesetzt werden, deshalb sind wirtschaftlich sinnvolle und vertretbare Versorgungsangebote bereitzustellen. Eventuelle Gewinne müssen dem Versorgungsziel wieder zugeführt werden. Wir wollen das Gesundheitssystem demokratisieren. In regionalen oder kommunalen Gesundheitskonferenzen sollen alle Beteiligten also sämtliche Leistungserbringer: die Krankenkassen, der öffentliche Gesundheitsdienst, die Krankenversicherten, die Vereinigungen für Gesundheitsförderung und Prävention, aber auch die Selbsthilfe und Vertreterinnen und Vertreter der Patienten zusammenwirken. In diesen Gesundheitskonferenzen soll über regionale Gesundheitsversorgung entschieden werden, perspektivisch sollen die Beteiligten die Verantwortung für das Gesundheitsbudget einer Region übertragen bekommen. Frank Spieth MDB, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE.

18 Hotline zur Abrechnung III/09 bzw. September 2009 Während der Hotline sind wir für Sie unter folgenden Rufnummern (89004+App.) und Zeiträumen telefonisch erreichbar. Zu diesen Zeiten können Sie auch Ihre Abrechnungen persönlich im Hause der KZV Berlin abgeben. Außerhalb der Öffnungszeiten steht Ihnen jederzeit unser Posteinwurfschacht zur Verfügung. Montag von 9 bis 16:30 Uhr KB/PAR Fragen App. ZE-Fragen App. KCH-Fragen App. KFO-Fragen App. Fr. Dumke 263 Fr. Bauer 305 Fr. Schröder 284 Fr. Kasimir 309 Dienstag von 9 bis 18 Uhr KB/PAR Fragen App. ZE-Fragen App. KCH-Fragen App. KFO-Fragen App. Fr. Hansen 243 Fr. Gehnich 240 Fr. Lüderitz 245 Fr. Brandhofer 247 Fr. Hertzberg 218 Mittwoch von 9 bis 18 Uhr KB/PAR Fragen App. ZE-Fragen App. KCH-Fragen App. KFO-Fragen App. Fr. Thiel 286 Fr. Siegetta 255 Fr. Petzold 210 Fr. Eitner 227 Fr. Rodak 216 Donnerstag von 9 bis 18 Uhr KB/PAR Fragen App. ZE-Fragen App. KCH-Fragen App. KFO-Fragen App. Fr. Döhring 201 Fr. Conrad 307 Fr. Noffke 205 Fr. Danne 244 Fr. Petzold 210 Freitag von 9 bis 18 Uhr KB/PAR Fragen App. ZE-Fragen App. KCH-Fragen App. KFO-Fragen App. Fr. Terzic 223 Fr. Pritschow 306 Fr. Belling 251 Fr. Schust, M. 241 Fr. Marxen 258 Montag von 9 bis 18 Uhr KB/PAR Fragen App. ZE-Fragen App. KCH-Fragen App. KFO-Fragen App. Fr. Scarciglia 230 Fr. Kopplin 219 Fr. Bähring. 234 Fr. Cichowicz 278 Fr. Schmidt, R. 248 BKV Bei Fragen zum Kassenabgleich mit dem Bundeseinheitlichen Kassenverzeichnis wenden Sie sich bitte an folgende Rufnummern: , oder

19 Kassenzahnärztliche Vereinigung Berlin Körperschaft des öffentlichen Rechts Punktwertübersicht Berlin IV. Quartal 2009 Stand ( 1 ) Kr./Ro./Fr. KCH PAR / KB IP / FU KFO ZE Abformmaterial KB / KFO ( ) AOK Berlin 0,8000 0,9063 0,7383 0,7454 3,50 BKK VBU BKK Thüringer Energieversorgung >Patient wohnt in Berlin 0,7887 0,8881 0,7385 0,7454 3,45 für alle anderen BKK WOP-Kassen >Patient wohnt in Berlin 0,8409 0,8881 0,7385 0,7454 3,45 IKK BIG direkt gesund Kassennummern >Patient wohnt in Berlin 0,8267 0,9452 0,7445 0,7454 3,50 für alle anderen IKK WOP-Kassen inklusive IKK Brandenburg u. Berlin >Patient wohnt in Berlin 0,8267 0,8952 0,7445 0,7454 3,50 LKK MOD 0,8152 0,8454 0,7347 0,7454 3,00 Knappschaft 0,7945 0,9025 0,7366 0,7454 3,40 KB 2,80 KFO * 2,60 vdek 0,7872 0,8628 0,7266 0,7454 AOK U/J,A62, EWG,Asy/Asa 0,8000 0,9063 0,7383 0,7454 3,50 KOV, V/Vf, BVFG, BEG > Bitte den Punktwert der ausstellenden Kasse ansetzen BW / Bundeswehr Heilfürsorge BPol (Bundespolizei / BGS) ZVD / Zivildienst 0,9528 0,9528 0,8181 0,8181 2,80 Polizeipräsident in Berlin 0,7872 0,8628 0,7266 0,7454 * einmalige Pauschale je Behandlungsfall Berufsgenossenschaft / Eigenunfallversicherung: 1,05 für alle Abrechnungsarten Die Abrechnung erfolgt über den jeweiligen Unfallversicherungsträger. Für Kfo Leistungen gilt bei allen Kassen der Punktwert am Sitz des Zahnarztes. Sachleistungspunktwerte ( KCH, IP, PAR, KB ) für Fremdkassen >unabhängig vom Wohnort des Patienten, sowie Punktwerte für WOP - Kassen >Patient wohnt außerhalb von Berlin, können Sie telefonisch erfragen. Versandgänge des Zahnarztes zum gewerblichen Labor sind vertraglich vereinbart. Sie betragen für: ZE PA/KB Kfo AOK 3,50 3,50 3,50 LKK 3,00 3,00 3,00 Knappschaft 3,40 3,40 3,40 BKK 3,45 3,45 3,45 IKK 3,50 3,50 3,50 vdek 3,90 3, KB 2,80 KFO * 2,60 Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Frau Kretschmann, Tel: 030/ , Frau Rost, Tel: 030/ , Frau Franke, Tel: 030/ ACHTUNG: Dieses Feld ist nur für den internen Gebrauch in der Praxis! Bestätigung der Eingabe der geänderten Punktwerte und Gültigkeitsdaten in den Praxis-Computer zu ändernde Punktwerte und Gültigkeitsdaten im Praxis-Computer geändert am geändert von Berlin 2009.xls.Kr./Ro./Fr.

20 Kassenzahnärztliche Vereinigung Berlin Körperschaft des öffentlichen Rechts Fremde Ersatzkassen Punktwerte IV. Quartal 2009 Regionalkennzeichen Die Punktwerte für fremde Ersatzkassen sind anzusetzen, wenn die Krankenversichertenkarte des Patienten das jeweilige Regionalkennzeichen der KZV an der 1. und 2. Stelle der 7-stelligen Kassennummer aufweist. Für KFO Leistungen gilt der Punktwert am Sitz des Zahnarztes 0, für ZE gilt der bundeseinheitliche Punktwert 0,7454. KZV KZV Nr. KCH/ PAR/KB vdek Techniker KK GEK IP/FU KCH/ PAR/KB IP/FU KCH/ PAR/KB IP/FU 01 Mecklenburg-Vorp. 52 0,8052 0,8085 0,8052 0,8085 0,8034 0, Brandenburg 53 0,8073 0,8230 0,8073 0,8230 0,8073 0, Sachsen-Anhalt 54 0,8100 0,8277 0,8100 0,8277 0,8100 0, Schleswig-Holstein 36 0,9072 0,9627 0,9072 0,9627 0,9072 0, Hamburg 32 0,9072 0,9202 0,9072 0,9202 0,9072 0, Niedersachsen 04 0,8559 0,8575 0,8559 0,8575 0,8475 0, Bremen 31 0,8616 0,8938 0,8616 0,8938 0,8315 0, Westfalen-Lippe 37 0,9134 0,9156 0,9134 0,9156 0,8856 0, , 49 Nordrhein 13 0,9131 0,9585 0,9102 0,9555 0,8745 0, Thüringen 55 0,8090 0,8090 0,8090 0,8090 0,8060 0, Hessen 20 0,9123 0,9237 0,9123 0,9237 0,8690 0, Rheinland-Pfalz 06 0,9213 0,9093 0,9153 0,9064 0,8928 0, Baden-Württemberg 02 0,9193 0,9262 0,9129 0,9228 0,8915 0, Sachsen 56 0,8152 0,8152 0,8152 0,8152 0,8152 0, , 78, 80 Baden-Württemberg 02 0,9193 0,9262 0,9129 0,9228 0,8915 0, Bayern 11 0,9153 0,9100 0,9153 0,9100 0,9153 0, Saarland 35 0,8957 0,9089 0,8957 0,9089 0,8745 0,8841 Stand: ( 1 ) Kr./Ro./Fr. Für die nach ihren Gesamtverträgen von den einzelnen KZV'en gemeldeten Punktwerte kann die KZV Berlin wegen Alle Änderungen sind ständiger Vergütungsverhandlungen in allen Bereichen keine Gewähr übernehmen. " f e t t " gedruckt Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Frau Kretschmann, Tel: 030/ , Frau Rost, Tel: 030/ , Frau Franke: Tel: 030/

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