51. Jahrgang Ausgabe 2 / Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter

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1 51. Jahrgang Ausgabe 2 / 2004 Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter

2 Seite 2 Wiener Straßenbahner 2/2004 WAHL 2004 Bei den Arbeiterkammerwahlen 2004 gab es bei den Wiener Linien eine Wahlbeteiligung von 79,59% (2000: 79,15%). Von 180 Mandaten entfielen auf die FSG 128, das ist ein Plus von 10 Mandaten und gewährleistet weiterhin in der gesetzlichen Interessensvertretung kein Abgehen vom sozialen Gedanken. Wahlbeteiligung FSG ÖAAB FA GLB Brg 75,71 88,11 75,32 75,14 3,24 1,15 18,18 18,49 2,59 1,15 Es 77,38 89,25 91,56 93,92 2,95 2,78 3,79 1,51 0,00 0,25 Dion 78,98 74,88 82,56 87,20 4,84 3,86 10,28 4,30 0,73 1,32 Erdberg 81,42 66,84 69,69 84,08 2,42 4,89 24,84 7,34 0,00 1,63 Fav/Sim 74,94 76,65 74,68 79,16 2,50 1,82 13,12 3,38 7,81 10,67 Flor/Kag 76,47 70,14 70,71 90,90 5,71 0,41 17,14 3,71 4,28 2,47 Gtl 75,75 84,69 78,35 85,83 5,15 3,00 15,46 4,29 0,51 3,86 Gzg 79,46 86,78 62,92 62,88 1,46 1,03 32,19 29,38 0,97 1,03 HIs 65,25 88,12 72,36 81,91 1,31 1,59 24,34 13,29 0,00 0,53 Mich 71,82 75,46 85,15 89,00 3,90 2,00 8,59 6,00 0,00 2,00 Otg/Bts 89,86 68,56 75,00 79,66 3,03 0,00 12,87 5,08 6,81 14,12 Rax 86,69 86,66 70,78 78,15 7,89 4,85 17,36 12,53 3,42 3,06 Rdh 81,22 82,07 67,61 83,25 5,11 3,52 23,29 5,28 2,27 5,72 Spb 91,16 94,22 91,04 86,04 1,49 1,77 5,97 5,07 0,93 5,32 Speis 79,09 90,50 78,98 76,10 3,62 1,25 3,62 1,88 12,31 20,12 Vrg 68,66 65,54 65,57 81,21 3,85 4,97 21,06 6,35 9,19 5,80 Wlw 64,22 61,86 79,68 86,66 3,01 2,71 15,49 8,64 0,20 0,98 HW 90,20 90,80 87,29 94,90 3,15 1,79 10,78 1,32 2,78 0,19 BKK 80,89 97,10 1,44 0,00 0,00 gesamt 79,15 79,59 79,43 86,26 3,83 2,62 12,83 5,75 2,48 3,10 +0,44 +6,83-1,21-7,08 +0,62 Durch dieses Wahlergebnis wurden zwei unserer Kollegen, Christan Meidlinger und Johann Thier in die Arbeiterkammervollversammlung gewählt. Die Sozialdemokratischen GewerkschafterInnen bedanken sich bei allen Ihren WählerInnen für das in sie gesetzte Vertrauen.

3 2/2004 Wiener Straßenbahner Seite 3 Die neue Dienst- und Betriebsvorschrift! Von Hauptgruppen-Vorsitzenden Karl KAISER. Eine neue Definition der Arbeitszeit, Durchrechnung der Normalarbeitszeit über einen Zeitraum von vier Wochen, Festlegung von Mindest- bzw. Höchstgrenzen der täglichen Normalarbeitszeit, Definition von Schichtrahmenzeiten, Pausenregelungen etc. bringen für die Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich des Fahrdienstes ab September 2004 grundlegende Änderungen. Die Fahrdienstzulage wird auf eine Rolldienstzulage umgelegt. Konkret wird der Rolldienst in der Normalarbeitszeit und bei Mehrdienstleistungen monatlich summiert und auf die nächste volle halbe Stunde aufgerundet. Dieser Wert wird mit 2,86 2 je halber Stunde multipliziert und zur Verrechnung gebracht. Diese, und noch einige Punkte werden bei den Kolleginnen und Kollegen im Fahrdienst nicht immer auf Verständnis stoßen, das ist mir bewusst. Bewusst ist mir aber auch eines, dass wir mit der Neugestaltung der DBV einen, für die Zukunft, durchaus vertretbaren Kompromiss geschaffen haben. Ausgangspunkt der Verhandlungen, die mit einigen Unterbrechungen der Gespräche über 2 Jahre gedauert haben, war die Forderung des Unternehmens auf einen Einkommensverzicht von ca ,- pro Monat. Ein Einkommensverlust war für die Personalvertretung nicht vorstellbar; also gab es um die Auflagen des Finanzierungsvertrages zu erfüllen sowie in Vorbereitung für einen möglich kommenden Wettbewerb nur einen Ausweg um im Kostenrahmen zu bleiben: eine Produktivitätssteigerung ohne negative finanzielle Auswirkung für die Fahrbediensteten. Dieses Ziel wurde erreicht. Zusätzlich wurde erreicht, dass es bei einer eventuellen Dienstleistung in einem anderen Unternehmen (Änderung des Zuweisungsgesetzes) zu keinen finanziellen Einbußen kommt. Als Vorsitzender der Bedienstetenvertretung ist mir klar, dass das Verhandlungsergebnis ein Kompromiss ist und den einzelnen Fraktionen in der Bedienstetenvertretung eine Angriffsfläche bietet. Kritik zu üben ist eine leichte Sache - schwieriger ist es, konstruktive Vorschläge auszuarbeiten damit Arbeitsplätze und Einkommen langfristig abgesichert werden. Aber erst die gelebte neue Dienst- und Betriebsvorschrift mit allen Vor- und Nachteilen wird eine abschließende Beurteilung zulassen. Mit dem Dank für Ihr Vertrauen, verbunden mit der Bitte, dieses auch in Zukunft der Bedienstetenvertretung auszusprechen, werden wir gemeinsam die Herausforderungen der nächsten Jahre, im Sinne der Kollegenschaft meistern. KV-News / / / KV-News / / / KV-News / / / KV-News Im Aufsichtsrat der Wiener Stadtwerke Holding AG wurde am 4. Juni 2004 eine Bezugserhöhung ab für alle Kollektivvertragsmitarbeiterlnnen in der Höhe von 1,85 % beschlossen. Diese Erhöhung bezieht sich auf alle IST- und Mindestlöhne, gleichzeitig werden die in der Anlage 3 des Kollektivvertrages enthaltenen Zulagen ebenfalls um 1,85% erhöht. Weiters wurde seitens der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten folgende Verbesserung für die Kollektivvertragsmitarbeiterlnnen erzielt: Bedienstete der Hauptabteilung Bau- und Anlagenmanagement in nichtmanueller Verwendung erhalten ab anstelle der Infrastrukturzulage die Büromanagementzulage verrechnet. Fahrbedienstete bekommen für Reservedienstzeiten sowie bei Dienstleistungen als Lehrfahrer, Expeditor, Verkehrsführer, Außenstellenaufsicht, Betriebsmeister in den Zentralen Leitstellen oder Diensteinteiler, als Fahrscheinprüfer sowie bei unverschuldeter Vorstellung zum Direktionsarzt, Zeugenladung vor Gericht bzw. Sicherheitsbehörden oder unverschuldetem Bahnhofsdienst die Rolldienstzulage im Ausmaß von 80 Prozent der Anwesenheit bezahlt. Ab wird die Arbeitszeit der MitarbeiterInnen im Fahrdienst nur mehr über einen Zeitraum von 4 Wochen durchgerechnet und es entfallen an Sonn- und Feiertagen die Unterbrecherdienste! AB SOFORT IST DIE BEDIENSTETENVERTRETUNG AUCH UNTER ERREICHBAR

4 Seite 4 Wiener Straßenbahner 2/2004 MITGLIED SEIN ZAHLT SICH AUS! Die neue Mitgliedskarte kommt - mit sensationellen neuen Leistungen! Werte Kollegin! Werter Kollege! Die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG) setzt sich ständig für die Vorteile ihrer Mitglieder ein. Gemeinsam mit der easybank und der Vorsorge der Österreichischen Gemeindebediensteten haben wir weitere sensationelle Angebote verhandelt. Die neue Mitgliedskarte wird ab Juni 2004 an alle GdG-Mitglieder in ganz Österreich versandt. Nach Erhalt der neuen Mitgliedskarte kann diese um zwei wesentliche Funktionen erweitert werden: Bargeldlos zahlen mit der Mitgliedskarte als Kreditkarte Mit der neuen Mitgliedskarte wird gleichzeitig ein lnfo-folder inklusive Antrag für die Kreditkartenfunktion verschickt. Einfach ausfüllen und in einer BAWAG-Filiale oder einem Postamt (PSK-Schalter) abgeben. Bitte unbedingt einen amtlichen Lichtbildausweis mitbringen. Kein Kontowechsel erforderlich Kreditrahmen Euro, für Lehrlinge oder auf Wunsch Euro Bargeldlos zahlen bei 31 Millionen Vertragspartnern Kosten pro Jahr 7,27 Euro - das erste Jahr ist GRATIS Konkurrenzlose Auslandsreiseversicherung mit Rückholdienst Ebenfalls auf dem mitgesandten Antragsformular ist auf Wunsch diese zweite exklusive Serviceleistung der Vorsorge zu bestellen. Wahlweise als Einzel- oder als Familienversicherung. Weltweit unbegrenzter Versicherungsschutz: Abgesichert sind die ersten 6 Wochen einer Urlaubsreise, und zwar beliebig oft im Jahr. Ersatz für sämtliche Behandlungskosten (kein Selbstbehalt): Die Wiener Städtische übernimmt die vollen Kosten ambulanter und stationär unaufschiebbarer Behandlungen operativer und nicht operativer Art einschließlich der Transportkosten in die nächstgelegene Krankenanstalt bei Unfall oder Krankheit. Rücktransport: Kostenersatz für den Heimflug in medizinisch notwendigen Fällen durch Tyrol Air Ambulance. Entstehen Ihnen für die Heimreise (wegen Krankheit oder Unfall) höhere Fahrtkosten, werden die Mehrkosten für die Heimreise zum Wohnort mit dem billigsten vom behandelnden Arzt empfohlenen Verkehrsmittel ersetzt. Bergungskosten: Hubschrauberrettungskosten bis zu Euro. Rückreise versicherter Familienmitglieder und Verständigung von Angehörigen. Medikamentennachsendung. Kosten für die Wiederbeschaffung von Reisedokumenten: bis 200 Euro. Begleitkosten für Kinder (bis 12 Jahre) in ein ausländisches Krankenhaus. Die Familienversicherung schließt Ihren Ehepartner oder Lebensgefährten und Ihre Kinder (auch Stief-, Adoptiv- und Enkelkinder) bis zur Vollendung des 19. (bei Kindern in Ausbildung im gemeinsamen Haushalt des 26.) Lebensjahres mit ein. Der Versicherungsschutz beginnt sofort mit derausstellung der GdG-Kreditkarte und ist unabhängig von der Verwendung der GdG-Kreditkarte. Die Versicherung ist auf unbestimmte Zeit abgeschlossen und kann vom Versicherungsnehmer zum Ende des Versicherungsjahres gekündigt werden. Der Versicherungsschutz ist im ersten Jahr gratis! Ab dem 2. Jahr nur 2 1,45 (Einzelversicherung) oder 2 2,9 (für die gesamte Familie) monatlich. Die Versicherungsprämie wird jährlich über die GdG-Kreditkarte verrechnet (abgebucht). Der Versicherungsschutz gilt nur in Verbindung mit der GdG-Kreditkarte. Wenn eine stationäre Heilbehandlung im Ausland oder ein Heimtransport notwendig ist, informieren Sie bitte so rasch wie möglich auf direktem Weg: Tag oder Nacht: Tyrolean Air Ambulance Ges.m.b.H. zu den Bürozeiten: Wiener Städtische Versicherung A-6026 Innsbruck, Innsbruck-Flughafen A-1010 Wien, Schottenring 30 Telefon: +43 (512) , Telefax: +43 (512) Telefon: +43 (1) /1645 oder 1668 Telex: TYJETA Telefax: +43 (1) /3137 oder 3172

5 2/2004 Wiener Straßenbahner Seite 5 Die Betriebskrankenkasse informiert! Nach langem politischen Geplänkel seitens der ÖVP wurde der Kassenvertrag zwischen den Wiener Kassen und der Ärztekammer unterzeichnet. Es wurde hier auf dem Rücken der Patienten versucht, der Selbstverwaltung weiteren Schaden zuzufügen. Auf Druck der Öffentlichkeit und der Gewerkschaft ist dies gescheitert. Die Liste der in der Gesundheitspolitik von der Bundesregierung produzierten Flops wird immer länger. Von den Ambulanzgebühren bis zum Postenschacher beim Hauptverband, dessen ungesetzliche Zusammensetzung ja bis zum Jahresende geändert werden sollte. Jedes dieser Projekte hat die Situation im Gesundheitsbereich nur weiter verschlimmert. Es ist zu hoffen, dass die Bundesregierung die Gesundheitspolitik nicht als politischen Spielball sieht, sondern endlich zum Wohle der Patienten agiert. Nun zu etwas erfreulicherem - die Zeckenschutzimpfung - ein gemeinsames Projekt der Bedienstetenvertretung und der Betriebskrankenkasse wurde von der Kollegenschaft großartig angenommen. Es wurden bis Ende Mai ca Impfungen durchgeführt! Weiters wurden auch die Änderungen der Öffnungszeiten im Physikalischen Ambulatorium in der Leebgasse - Dienstag und Donnerstag bis Uhr geöffnet - von den Patienten äußerst positiv bewertet. Am 19. Juni 2004 findet wieder der alljährliche Tramwaytag heuer in der Hauptwerkstätte Simmering statt. Auch wir als Betriebskrankenkasse sind in Form einer Gesundheitsstraße - Blutzucker-, Blutdruck-, Cholesterinwerte- und Lungenfunktionsmessung - daran beteiligt. Unser bewährtes Team aus Schwestern und Ärzten steht ihnen gerne an diesem Tag zur Beratung zur Verfügung. Wir hoffen auf ihren zahlreichen Besuch. Krankenversicherung im Ausland Für plötzlich auftretende Erkrankungen im Ausland ist der Schutz der sozialen Krankenversicherung in folgenden Staaten gegeben, wenn vor Antritt der Reise ein Betreuungsschein gelöst wurde. Belgien, Bosnien-Herzegowina, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Mazedonien, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Serbien und Montenegro, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Türkei, Ungarn, Zypern (griechischer Teil). In Großbritannien genügt die Vorlage des gültigen Reisepasses bei den staatlichen Gesundheitseinrichtungen. Die Betreuungsscheine werden in der Leebgasse (Schalter 10) ausgestellt und können persönlich oder telefonisch ca. 14 Tage vor Reiseantritt angefordert werden (Tel.-Nr bis 23105). Bei einem Urlaub in einem Land mit dem kein Abkommen über Soziale Sicherheit besteht müssen die Kosten der notwendigen Krankenbehandlung zunächst selbst bezahlt werden. Auf Grund der saldierten Originalrechnungen erfolgt durch die BKK eine Kostenerstattung nach dem für eine gleichwertige Behandlung in Österreich gültigen Kassentarif. Die BKK empfiehlt für Aufenthalte in Staaten ohne Sozialversicherungsabkommen mit Österreich eine private Krankenversicherung abzuschließen. Abschließend wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie einen erholsamen Urlaub und denken Sie daran, Ihre Gesundheit liegt uns am en! Ihr Obmann der Betriebskrankenkasse Hans THIER

6 Seite 6 Wiener Straßenbahner 2/ PENSIONSREFORM PENSIONSREFORM Am 17. Mai 2004 akzeptierte der Wiener Vorstand der Landesgruppe Wien, Gewerkschaft der Gemeindebediensteten mehrheitlich das Verhandlungsergebnis zur Pensionsreform. Gleichzeitig mit dem Beschluss forderte die GdG folgende Punkte vor Beschlussfassung im Wiener Landtag am 1. Juli 2004: Vereinbarung zur Pensionskasse zwischen Politik und Gewerkschaft Ein Grundsatzpapier zu einer weiteren Reform des Besoldungssystems mit den Inhalten Verteilung der Lebensverdienstsumme; Finanzielle Anreize im Aktiveinkommen für jene die über das 60. Lebensjahr hinaus arbeiten müssen. Weiters sind zum Thema Altersgerechte Arbeitsplätze insbesondere folgende Punkte in Angriff zu nehmen Schaffung altersgerechter Arbeitsplätze Rasche Umsetzung der Schwerarbeiterverordnung inkl. Neudefinition der Nachtdienstregelungen Anpassen der Erholungszeiten an die Gegebenheiten von älteren Dienstnehmerlnnen. Natürlich kann man jetzt gegen die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten und die sozialdemokratische Stadtregierung wettern, dass es nun in Wien für Beamte zu dieser Pensionsreform kommt - nur was wären die Alternativen gewesen? ASVG-Pensionsrecht, Bundesbeamtenpensionsrecht oder eine Harmonisierung der beiden Pensionsrechte hätten, eine für Wien zugeschnittene Pensionsreform, nicht zugelassen. Reduzierung der Abschlagsprozente bei besonderen Erschwernissen (Anhebung der derzeitigen Nachtdienstregelung von 0,28% auf 0,42% - der Stadtsenat kann für körperliche und/oder psychisch besonders belastende Tätigkeiten weitere Prozentzuschläge bis zu 0,42 festlegen), sodass ein früheres abschlagsfreies Pensionsantrittsalter erreicht werden kann; Nachkauf von Studien- und Ausbildungszeiten Lehrzeiten können mit den ASVG-Aufwertungsfaktoren nachgekauft werden, Studienzeiten mit 66% der Einstiegsbezüge für die Mindeststudiendauer; Einführung einer Pensionskasse für Beamte/Beamtinnen, die nach dem 30. November 1959 geboren sind sowie für Vertragsbedienstete (für Frauen die nach dem 30. Juni 1953 geboren sind, für Männer, die nach dem 30. Juni 1948 geboren sind) zahlt der Dienstgeber 1% in die Pensionskasse ein, mindestens jedoch 18,21 2 (dieser Betrag erhöht sich um den Prozentsatz der jeweiligen Besoldungsverhandlungen). Bemessungsgrundlage ist der Monatsbezug gemäß der Besoldungsordnung (Gehalt und allgemeine Dienstzulage). Weiters gibt es eine Ausbaustufe für Beamte/Beamtinnen die zwischen 1960 und 1970 geboren sind sowie für Vertragsbedienstete (Frauen - bis 30. Juni 1963 geboren und Männer - bis 30. Juni 1958 geboren). Bei einem Eigenbeitrag von 1% des Bediensteten erhöht sich der Dienstgeberbeitrag auf 2%, mindestens 29,14 2; Automatische Hinzurechnung für alle Dienstnehmerlnnen bei dauernder Dienstunfähigkeit Den Beamten/Beamtinnen, die wegen dauernder Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt werden, kann bei Fehlen des vollen Ausmaßes der Ruhegenussbemessungsgrundlage, eine ruhegenussfähige Dienstzeit bis zu zehn Jahren angerechnet werden; sind nur einige der Punkte die unser Pensionsrecht von anderen Pensionsrechten unterscheiden. Eine Erhöhung der Pensionsbeiträge der Aktiven um 0,8% (12,55% für vor dem Geborene, 11,05% für nach dem Geborene) und der Pensionisten, längere Durchrechnungszeiten (im Gegensatz zu Bund und ASVG Restlebensarbeitszeitdurchrechnung - Zeiten vor 2003 werden nicht berücksichtigt!) und das Regelpensionsalter 65 ab (bis 2009 bleibt das 60. Lebensjahr, Einschleifregelung von 2010 bis 2014) finden sich ähnlich im Bundesbeamtenpensionsgesetz.

7 2/2004 Wiener Straßenbahner Seite PENSIONSREFORM PENSIONSREFORM Der bittere Beigeschmack, dass für Frauen ebenfalls das Regelpensionsalter ab Jahre beträgt (im Gegensatz zur ASVG-Pension erst ab 2034), hat verfassungsrechtliche Gründe (Beamtenstatus) und es wurde in Wien durch eine Reihe von Maßnahmen - höhere Kinderhinzurechnungsbeiträge, Einführung eines Kinderhinzurechnungsprozentsatzes, Durchrechnungsbonus (36 Monate je Kind), Möglichkeit des höheren Pensionsbeitrages bei Teilzeit und Familienhospiz - versucht, diese Regelung zu entschärfen. Die individuelle Regelung, entweder mit dem 60. Lebensjahr unabhängig von seiner Dienstzeit oder nach 45 Jahren/540 Monaten Gesamtdienstzeit in den Ruhestand zu gehen, ermöglicht für die Betroffenen, eigenständig ihren Pensionsstichtag festzulegen. Wenn der Beamte/die Beamtin 540 Monate Gesamtdienstzeit erreicht hat, kann eine Ruhestandsversetzung beantragt werden, es werden aber 0,28% für jedes Monat, das zum Regelpensionsalter (ab das 65. Lebensjahr) fehlt, von der Ruhegenussbemessungsgrundlage (80%) in Abzug gebracht, maximal 18%. Beamte die mehr als 540 Monate Gesamtdienstzeit erreichen, bekommen für jedes weitere Monat bis zum 65. Lebensjahr einen 0,28%igen Bonus, maximal 16,8%. Somit kann theoretisch die Ruhegenussbemessungsgrundlage mit dem 65. Lebensjahr 96,8% betragen. Unabhängig von der Gesamtdienstzeit kann der Beamte/die Beamtin ab dem 60. Lebensjahr freiwillig die Ruhestandsversetzung beantragen, es werden aber 0,33 % für jedes Monat, das zum Regelpensionsalter fehlt, von der Ruhegenussbemessungsgrundlage in Abzug gebracht. Die Ruhestandsversetzung auf Grund von Organisationsänderungen ohne Altersgrenze wurde aus dem Gesetz gestrichen. In Zukunft gibt es diese Ruhestandsversetzung nur mehr ab dem 55. Lebensjahr unter Beibehaltung aller zusätzlichen Sozialleistungen (keine Abschläge, Jubiläumsgeld und Treuegeldanspruch wie bei Ruhestandsversetzung mit dem jeweiligen Regelpensionsalter). Von Amts wegen sind Beamte/Beamtinnen in den Ruhestand zu versetzen, wenn infolge körperlicher oder geistiger Verfassung keine dienstlichen Aufgaben mehr erfüllt werden können und sie auf keinem anderen mindestens gleichwertigen Arbeitsplatz Verwendung finden. Ebenfalls können Beamte/Beamtinnen in den Ruhestand versetzt werden, wenn sie länger als ein Jahr dienstunfähig waren. Bei der Berechnung der einjährigen Dauer gelten dazwischenliegende, im Urlaub zugebrachte Zeiten oder Zeiten erbrachter Dienstleistungen im Ausmaß von weniger als vier zusammenhängenden Wochen nicht als Unterbrechung. Die Einführung eines 10%-Verlustdeckels ab 2020 für die längere Durchrechnung entschärft die Situation für die Jahrgänge 1971 und jünger wesentlich. Für die Jahrgänge 1960 bis 1970 wurden auf Grund der Möglichkeit, durch Eigenerlag die Dienstgeberbeiträge zur Pensionskassa zu verdoppeln, ebenfalls Abfederungsmaßnahmen getroffen. Schlussendlich ist die Aufwertung der Speicherwerte ab nicht nach den ASVG-Aufwertungsfaktoren sondern nach den Gehaltserhöhungen der Dienstklasse V Gehaltsstufe 2 ebenfalls eine Verbesserung zum bestehenden Pensionsrecht. Auf Grund der besonderen Durchrechnung, der geänderten Aufwertungsfaktoren, dem Bonus/Malus- System, der Hinzurechnung von fehlenden Jahren bei dauernder Dienstunfähigkeit für alle Berufsgruppen, der Einführung einer Pensionskasse, des Kinderhinzurechnungsprozentsatzes, der Möglichkeit des günstigen Nachkaufes von Versicherungszeiten, dass Abschläge nur bis zum 60. Lebensjahr greifen (ab 2020) sowie der Einführung eines weiteren 10%-Verlustdeckels unterscheidet sich diese Pensionsreform in wesentlichen Punkten von der Pensionsreform der Bundesregierung - Wien ist eben anders. Nachdem es sich bei dieser Pensionsreform um ein sehr umfangreiches und individuelles Themengebiet handelt, bereitet die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten umfangreiche Detailinformationen vor. Weiters sind für den Herbst 2004 Infoveranstaltungen in Planung. Dringende Anfragen werden natürlich gerne mittels oder telefonisch (79 09/19012) jederzeit beantwortet. Michael Bauer

8 Seite 8 Wiener Straßenbahner 2/2004

9 2/2004 Wiener Straßenbahner Seite 9

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11 2/2004 Wiener Straßenbahner Seite 11 Ausgliederungen, Umstrukturierungen, unzählige Projektgruppen, Betriebsberatungsfirmen Das sind die Schlagworte der letzten Jahre. Das Ziel all dieser Maßnahmen ist es einen effizienteren (wirtschaftlicheren) Betrieb zu gestalten. Nur hat man als kleines Rad im Getriebe unseres Unternehmens all zu oft den Eindruck, dass hier agiert wird ohne auf die Eigenarten eines solchen Unternehmens Rücksicht zu nehmen. Oft kommen von Oben Anweisungen oder Vorschläge die dann in der Praxis, beim besten Willen, nicht umzusetzen sind. Dann kommen aber meist WIR ins Spiel. Von ganz Unten - von der Basis sozusagen - werden dann die Probleme beseitigt und der Betriebsablauf kann in gewohnt wirtschaftlicher Weise durchgeführt werden. Das geht natürlich nicht so ohne weiteres. In unzähligen Besprechungen und Telefonaten wird dann darauf hingewiesen, dass diese oder jene Änderung mit großen Nachteilen für den Betriebsablauf verbunden ist. Erst nachdem diese Umstände aufgezeigt wurden, setzt der so genannte Aha -Effekt ein und die Änderung wird wieder geändert, zeitweise werden diese geänderten Änderungen wieder geändert Ganz nebenbei fällt mir übrigens ein, dass wir ja auch ein DIENSTLEISTUNGSBETRIEB sind. Und für einen solchen sollten Sicherheit und Service am Kunden allemal Vorrang haben gegenüber etwaigen betriebswirtschaftlichen Überlegungen, meint Euer Beamter Änderungen! MITDENKEN UND GEWINNEN! Auch diesmal gab es viele Kolleginnen und Kollegen, die wussten, dass die jährliche Nutzkilometerleistung der Linie 65A km beträgt. Kollegin Michaela MENCLIK (Abteilung B68) ist diesmal die glückliche Gewinnerin eines Wochenendaufenthaltes für zwei Personen im Hochkogelhaus. Wir gratulieren herzlich! Diesmal lautet die Quizfrage: Welches gemeinsame Projekt führten die Bedienstetenvertretung und die Betriebskrankenkasse im Mai durch? Aufmerksamen Lesern dieser Straßenbahner-Ausgabe wird die Antwort sicherlich nicht schwer fallen! Als Preis gibt es wieder einen Wochenendaufenthalt für zwei Personen im Hochkogelhaus zu gewinnen! Senden Sie Ihre Antwort mit untenstehendem Kupon an die Redaktion von Wiener Straßenbahner, 1031 Wien, Erdbergstraße 202. Einsendeschluss ist diesmal der 27. August Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendungen können auch per Dienstpost erfolgen. Viel Glück beim Mitspielen! Name:... Benefizaktion 2004 des RSC Vienna Freitag, Sonntag, am Sportplatz Wienerberg, 1100 Wien, Computerstraße 3 Die Wölfe helfen Schmetterlingskindern Freitag, , von Uhr Live-Auftritte von: Stardust Babies, Starmaniacs (Verena, Niddl, Michi, Jasmin), Rob Davis Samstag, , von Uhr Frühschoppen mit Harald Prünster, Heereskapelle, Volksmusikgruppen Kinderwelt, Miniknabenturnier Fußballturnier für Mannschaften aus Sport, Wirtschaft und Politik Prominentenspiel (ORF - Club Niederösterreich) Live-Auftritte: Mat Schuh, Superfish, Günther Mo Mokesch, Don Juan & die Anderen, Christian Sperrer & Familie Sonntag, 1. 8., von Uhr Großes Fußballturnier mit ASK Kottingbrunn, Sportklub, ÖMV Stadlau, Fav AC, SV Wienerberger, LAC-Nettig, Reichsbundauswahl, RSC Vienna Kinderwelt und Damenmatch Um ca. 18 Uhr Siegerehrung und Scheckübergabe durch Stadtrat Mag. Reindl sowie Hauptverlosung des großen Gewinnspieles Spendenkonto: , BLZ: 32000, Empfänger: Schmetterlingskinder - T. Fronek. Nähere Informationen: Dienststelle:... Adresse: Die richtige Lösung lautet: Bitte ausschneiden und an untenstehende Adresse senden. DIE ADRESSE, an die Sie uns alle Ihre Anregungen, Leserbriefe und Beiträge schicken können, lautet: Redaktion Wiener Straßenbahner 1031 Wien, Erdbergstraße Offenlegung gemäß Mediengesetz, 25 Verantwortlich für Inhalt und Gestaltung: Hauptgruppen-Vorsitzender Karl Kaiser Hauptgruppe IV Wien, Erdbergstraße 202 / Eigenherstellung. Grundlegende Richtung des Mediums: Periodische Publikation der Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter der Gemeindebediensteten im ÖGB auf dem Boden des Parteiprogrammes der SPÖ Herstellung: Druck- und Copy-Center der WIENER LINIEN GmbH. & CO. KG, 1031 Wien, Erdbergstraße 202. P. b. b. Erscheinungsort Wien Verlagspostamt 1031 Wien Im Falle der Unzustellbarkeit zurücksenden!

12 Seite 12 Wiener Straßenbahner 2/2004 Wo: Damböckhaus am Schneeberg Preis E 36.- Inklusive: Fahrt Wien - Damböckhaus - Wien Menü und Musik (Egon u. Koarl - Schuhplattlergruppe Almrausch) Wann: Samstag, 11. September 2004 Treffpunkt: 7.15 Uhr Südbahnhof Abfahrt: 7.37 Uhr Südbahnhof Ankunft: Uhr Wien Meidling Karten erhältlich bei der Bedienstetenvertretung

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