Die Versicherung ist weiblich

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1 DIE OFFIZIELLE ZEITSCHRIFT DES FACHVERBANDES DER VERSICHERUNGSMAKLER UND BERATER IN VERSICHERUNGSANGELEGENHEITEN Österreichische Post AG/P.b.b. Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf 07Z M Die Versicherung ist weiblich Frauen gewinnen für die Branche an Bedeutung KFZ-VERSICHERUNG Fülle von Innovationen FACHVERBAND Klarstellung zu Agenten-Vollmacht RS-VERSICHERER ARAG: Herbert Kittinger D.A.S.: Johannes Loinger Roland: Helmut Strobl

2 Allianz Krankenversicherung Gesundheitsvorsorge. Gesundheit kann man nicht kaufen. Aber wir können gemeinsam dafür sorgen, dass Ihre Kunden im Falle eines Falles in den besten Händen sind. Wenn's drauf ankommt, hoffentlich Allianz.

3 VerMittelt 3 Makler als Vertrauensträger G eschätzte Kolleginnen und Kollegen! Vermutlich geht es Ihnen wie mir ich kann von der Krise nichts mehr hören. Aber gerade durch die Negativmeldungen und die dauernde Jammerei der Medien wird gerade unser Geschäft massiv beeinträchtigt. In der Lebensversicherung höre ich von Rückgängen in der Produktion zwischen 25 und 50 %, auch in der Schaden/Unfallversicherung gibt es leichte Produktionsrückgänge besonders im Firmengeschäft wird es sich noch in weiterer Folge auswirken. Es wird aber ein morgen und auch ein übermorgen geben und das Wachstum wird sich ganz sicher wieder einstellen erste Meldungen kommen aus dem Fernen Osten und auch die österreichische Industrie sieht angeblich schon wider Licht am Horizont. Ich bin auch der Ansicht, dass die Maßnahmen der Regierung und das Budget mit richtigem Augenmaß und zur richtigen Zeit beschlossen wurden. Meine Ansicht von der Richtigkeit der großen Koalition hat sich dadurch verfestigt. Ich bin der Meinung, dass wir als Versicherungsmakler die Chance haben, gut durch diese Zeit zu kommen oder sogar zu profitieren. Dies aus folgenden Gründen: 1. Es ist natürlich völlig richtig, die Beratung hin auf besten Versicherungsschutz auszurichten. Besonders in Zeiten wie diesen sollten wir jedoch im Marketing auch unseren in aller Regel vorliegenden Preisvorteil besonders hervorheben. Scheuen wir uns nicht, es zu kommunizieren, dass wir die Billigsten sind und zugleich den besten Versicherungsschutz anbieten können der Markt macht es möglich. Ich bin also der Ansicht, wir sollten den Prämienvergleich derzeit am Point of Sale verstärkt einsetzen. 2. Wir sind die Experten in Versicherungsfragen. Besonders in Krisenzeiten sind Experten gefragt und keine Stammtischpolizzenverkäufer. Wir haben die Argumente auf unserer Seite - es ist wirtschaftlich (Prämie!) und rechtlich (Haftung!) völlig unvernünftig, nicht einen Makler zu beauftragen. Das werden wir beim Internationalen Versicherungsmaklersymposion in Velden am 25. und 26.Juni beweisen. Ich zitiere aus einem der Vortragsmanuskripte: Die Rolle des Versicherungsmaklers in dieser risikopolitischen Entscheidungsfindung nimmt eine zentrale Stellung ein. Er ist zur Risikoermittlung und -analyse hinsichtlich der Versicherungsvermittlung als Teil des Gesamt-Risikomanagements beauftragt und dem Prinzip best advice verpflichtet. Seine Verpflichtung, den Kunden den bestmöglichen Versicherungsschutz zu verschaffen korreliert mit der unternehmerischen Verpflichtung, für adäquaten und notwendigen Versicherungsschutz als Teil des gesamten Risikomanagementsystems zu sorgen. Angesichts dieser engen Verknüpfung zwischen den Aufgaben des Versicherungsmaklers und den Risikomanagementaufgaben des Unternehmens bzw. Unternehmensleiters ist es wenig verwunderlich, dass sich im Schrifttum zum unternehmensbezogenen das heisst zum notwendigen und adäquaten Versicherungsschutz ebenso wie zur D&O- Versicherung regelmäßig die Anregung wieder findet, einen Versicherungsmakler zu involvieren. Dies gilt nicht nur für das Firmengeschäft, sondern selbstverständlich auch für das Konsumentengeschäft! Sagen wir das unseren potentiellen Kunden. Es ist nicht mehr in, nicht bei einem Versicherungsmakler versichert zu sein. Weitere Themen, die Ihre Standesvertretung derzeit bewegen: W Agentenvollmachten: Wir sind auf gutem Wege, diese abzustellen. Je mehr Fälle wir von Ihnen bekommen, desto schneller wird es gehen. Die völlig eindeutige Ansicht der Rp Community dort sind die Gewerbereferenten aller Wirtschaftskammern Österreichs vertreten und dieses Gremium gilt als DIE Expertengruppe zu gewerberechtlichen Fragen innerhalb und außerhalb der WKO - kann unter abgerufen werden. Sagen wir den Kunden auch, dass Agenten das nicht dürfen und sie dadurch eine unberechtigte Gewerbeausübung zu verantworten haben. W Neues Vermittlungsrecht: Auch hier bin ich zuversichtlich, den Prozess der Gesetzwerdung im 1. Halbjahr 2009 noch starten zu können, um das Inkrafttreten mit 1. Jänner 2010 zu gewährleisten. Mit dem neuen Wirtschaftsminister haben wir jedenfalls ein sehr gutes und konstruktives Gesprächsklima. W RSS: Unsere Schlichtungsstelle konnte wieder zahlreiche Fälle lösen und wir können uns nicht oft genug bei unserem Präsidenten Dr. Ekkehard Schalich für seine sehr umfangreiche Tätigkeit bedanken. Alles Gute und viel Erfolg wünscht W Ihr Bundesobmann Gunther Riedlsperger Der Versicherungsmakler April 09

4 KFZ-VERSICHERUNG Fülle von Innovationen FACHVERBAND Klarstellung zu Agenten-Vollmacht RS-VERSICHERER ARAG: Herbert Kittinger D.A.S.: Johannes Loinger Roland: Helmut Strobl 4 VM Editorial Vertrauen ist noch Mangelware b am Bankschalter, im Systemvertrieb oder als Freiberufler O und als Vermögensberater habe man derzeit so raunt es auch am Stammtisch nichts zu lachen. Man müsse schon froh sein, wenn der Tag ohne handfeste Beschimpfungen vorübergehe Das Misstrauen ist unter den Staatsbürgern generell derzeit weit verbreitet. Waren früher nur Politiker, politische Meinungsforscher und Journalisten von der Skepsis betroffen, so hat es jetzt sehr viele Beratungsberufe erwischt. Am Bank- und Beratungsschalter der Kreditwirtschaft werden mehr und bohrendere Fragen denn je gestellt. Auch der Außendienst der Versicherungswirtschaft, die ja vom krisenbedingten Imageverlust weit weniger betroffen ist als die Banken, sieht sich mit einer Kundschaft konfrontiert, die es jetzt viel genauer wissen will. Auch die Sehnsucht nach Wiedergewinnung von Vertrauen ist auf beiden Seiten nach wie vor groß. Das merken die Assekuranzen, die jetzt in fast allen Altersgruppen ein gewachsenes Risikobewusstsein feststellen können. Der Bedarf an möglichst unabhängiger, glaubwürdiger Beratung steigt. Im Supermarkt ebenso wie im Möbelhaus, in der Bildungsberatung wie im persönlichen Risiko-Management. Die aktuelle Finanzkrise, die in ihren p s y c h o l o g i s c h e n Das Neugeschäft unterstreicht Vertrauensbonus für Makler. Milan Frühbauer Folgewirkungen eine Vertrauenskrise ist, hat also auch positive Wirkungen. Kompetenz und professionelle Orientierung haben wieder einen hohen Stellenwert. Heißluftverkäufer und Dampfplauderer haben ausgedient. Wen wundert es also, wenn die Versicherungsgesellschaften quer durch Österreich bei ihren Bilanzpräsentationen und Vorstellungen von Produktinnovationen derzeit eine Einheitsaussage treffen. Der Anteil jenes Neugeschäftes, das über Makler kommt, wächst überdurchschnittlich an. In nicht wenigen Gesellschaften macht der Vertriebsweg Versicherungsmakler bereits 50 Prozent der Neuprämie aus, Tendenz steigend. Noch ist Vertrauen in weiten Teilen der Finanzdienstleistungen Mangelware. Umso erfreulicher für die selbstständigen Versicherungsmakler, dass ein zunehmender Anteil Sicherheit suchender Kunden diesem Berufstand vertraut. Auch das Maklergeschäft ist strukturell siehe etwa den Konditionenwettkampf in der KFZ- Versicherung nicht einfacher geworden. Kaufzurückhaltung und der Trend zu kleineren Fahrzeugen verschärfen den Druck. Aber das Berufsbild des Maklers erfährt eine beachtliche Aufwertung, wenn immer mehr Versicherungsnehmer nach dem vertrauenswürdigsten Angebot suchen. Diese Entwicklung ist nicht nur für den Versicherungsvertrieb von Bedeutung, das wäre zu eng gesehen. Vielmehr sind die Versicherungsmakler drauf und dran, die Reputation der Beratung insgesamt wieder aufzumöbeln. Milan Frühbauer VerMittelt Makler als Vertrauensträger 3 Kommentar von Fachverbandsobmann Gunther Riedlsperger VM Titelgeschichte Frauen und die Versicherungsbranche 6 7. Informationstag der Makler im Zeichen der Frauen VerbandsManagement Ambitioniertes Programm 10 Klarstellung zu Agenten-Vollmacht 14 Lehrgang an der Donau-Universität 18 VersicherungsMärkte KFZ-Prämien im Check 20 RS-Versicherer im Gespräch 22 Bilanzen CEE-Märkte 34 Versicherungsmärkte 36 VM Interview Das beste Produkt 27 VM-Gespräch mit Christian Brandstätter von der Continentale Mehr Flexibilität möglich machen 42 VM-Gespräch mit Louis Norman-Audenhove VM Schlichtungsstelle Jahresbericht VM Rechtspanorama 16 VerMischtes 46 IMPRESSUM DIE OFFIZIELLE ZEITSCHRIFT DES FACHVERBANDES DER VERSICHERUNGSMAKLER UND BERATER IN VERSICHERUNGSANGELEGENHEITEN Die Versicherung ist weiblich Österreichische Post AG/P.b.b. Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf 07Z M Frauen gewinnen für die Branche an Bedeutung Medium: Manstein Zeitschriftenverlagsges.m.b.H Brunner Feldstraße 45, 2380 Perchtoldsdorf Internet: Tel: +43/1/ , Fax: +43/1/ ISDN: +43/1/ Gründer: Hans-Jörgen Manstein, Geschäftsführerin: Mag. Dagmar Lang, MBA Aufsichtsrat: Hans-Jörgen Manstein (Vorsitz), Klaus Kottmeier, Peter Ruß und Peter Kley Herausgeber: Fachverband der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten Chefredakteur: Dkfm. Milan Frühbauer Chefin vom Dienst: Mag. Claudia Stückler Redaktionelle Mitarbeiter dieser Ausgabe: Dkfm. Milan Frühbauer, Mag. Gerald Katzensteiner, Dr. Kurt Markaritzer, Mag. Jörg Ollinger, Vkfm. Gunther Riedlsperger, Dr. Ekkehard Schalich, Mag. Claudia Stückler, Elisabeth Weiler Anzeigen: Karin Hasenhütl / Key Account Beratung und Projektleitung Sekretariat: Brigitte Rohrer / Anzeigen Lektorat: Martina Bauer Grafisches Konzept: Martin Walther COVER: fotolia FOTO: Peter Svec April 09 Der Versicherungsmakler

5 Na toll. Ich bin im Minus. Gibt s nur bei HDI: Kfz Bonusstufe -7 * Hotline: ** *) Weil Null nicht reicht: nochmal bis zu minus sieben Bonusstufen extra. **) zum Ortstarif

6 6 VM Titelgeschichte Frauen sind die besseren Sicherheitsmanager Frauen gewinnen für die Versicherungswirtschaft in dreifacher Hinsicht immer mehr an Bedeutung: als Mitarbeiterinnen, als Kundinnen und als produktgestaltende Kräfte. Zum bereits siebten Mal luden die Wiener Versicherungsmakler zu ihrem Informationstag. Grundgedanke der Veranstaltungen ist es, anhand eines Fachpodiums zu aktuellen Themen der europäischen Markt-Entwicklung, speziell im Bereich Vorsorge + Mensch, zur Diskussion zu laden, um Ideen und Dialoge anzuregen und zu entwickeln diesmal stand die Veranstaltung ganz im Zeichen der Frauen. D ie zeitliche Nähe zum internationalen Frauentag sei reiner Zufall, so der Wiener Fachgruppenobmann Rudolf Mittendorfer in seiner Eröffnungsrede im ehrwürdigen Palais Ferstel. Vielmehr habe die Branche die Zeichen der Zeit erkannt. Gut ein Drittel der Firmen in Österreich stünden unter weiblicher Leitung, wie WKO-Präsidentin Brigitte Jank in ihrer Begrüßung betonte, ebenso würden bereits 38 Prozent aller neuen Firmen von Frauen gegründet. Zudem treffen Frauen bereits 70 Prozent aller Kaufentscheidungen. Neben der wachsenden Bedeutung als Kundin machen auch veränderte Gesellschaftsstrukturen ein Umdenken in der Vorsorgeindustrie notwendig. Patchworkfamilien, die steigende Anzahl an Alleinerziehern und somit -verdienern und der Anstieg des Pflegebedarfs in einer überalteten Gesellschaft erfordern zum einen neue Produkte, zum anderen müsse in Verkauf und Marketing Kommunikationsprofi Gertrude Höhler analysierte und gab praktische Tipps stärker auf Frauen als Zielgruppe eingegangen werden. Zudem stellt die spezielle nungsfeld zwischen Gesellschaft und Wirt- diese Sonderstellung der Frau im Span- Situation von weiblichen Verdienern geringere Gehälter und kürzere Beitragsperischaft nach. Sie sieht die Bildung als wichoden auf Grund von Karenz- und Kinderbetreuungszeiten eine besondere Herausforderung für die Pensionsvorsorge dar. Zentrale Forderung der Branche: Die Zukunftsvorsorge für Frauen müsse speziell gefördert werden, um sie attraktiver und gleichzeitig leistbar zu machen. Mittendorfer: Im Versicherungswesen wird die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung zu wenig berücksichtigt. Man müsse gerade für Frauen spezielle Produkte entwickeln, die ihnen in ihrer Lebensplanung nutzen. Fachverbandsobmann Gunther Riedlsperger und Nürnberger-Vorstandsdirektor Helmut Horeth Nicht auf Potenzial verzichten In ihrem Eröffnungsreferat zeichnete Infineon-Austria Chefin Monika Kirchner-Kohl Die hochkarätige Runde am Podium diskutierte zum Thema April 09 Der Versicherungsmakler

7 VM Titelgeschichte 7 tigsten Faktor in der Frauenförderung und die Bildungsgeschichte Österreichs als Schlüssel zum derzeitigen Zustand. Nur so sei zu erklären, dass die Republik die zweitgrößte Einkommensschere in der EU habe und den letzten Platz bei den Frauenanteilen in technischen Berufen besetze. Bitteres Resümee: In Österreich habe man gelernt, mit unbefriedigenden Situationen umzugehen, indem man sie permanent analysiere, aber nichts ändere. Frauen und Männer seien gleichermaßen gefordert, die Differenzen zu beseitigen, denn: Wir können nicht auf 52 Prozent des Potenzials, sei es nun Kreativität oder Know-how, verzichten. Frauen verfügen bereits heute über ein besseres Ausbildungsniveau, 60 Prozent aller Hochschulabsolventen sind Frauen. Frauenerwerbstätigkeit ist einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren, ein Mangel stelle den größten Hemmschuh jeder Wirtschaft dar. Daher sind innovative Arbeitszeitmodelle ein Muss für jeden Betrieb. Firmen wäre auch gut beraten, auf individuelle Lebensläufe, sowohl von männlichen, als auch weiblichen Mitarbeitern Rücksicht zu nehmen, Sensibilität gegenüber Diversity zu zeigen und in der Konsequenz attraktive Rahmenbedingungen zu bieten. Ungesunder Mix In der anschließenden Podiumsdiskussion vertieften UNIQA-Vorstand Elisabeth Stadler, eine der höchstrangigen Frauen in der österreichischen Versicherungswirtschaft, Fachgruppenobmann Mittendorfer, MA- DONNA-Herausgeberin Uschi Fellner und Infineon-Vorstand Kirchner-Kohl das Thema weiter. So forderte Stadler ein aktives Angehen der Themen in einer sich ständig ändernden Gesellschaft. Frauen bräuchten aus Versicherungssicht zwar keine anderen Produkte, aber spezielle Zusatzleistungen, die ihrer Lebenssituation Rechnung tragen. Auf Grund der statistischen Verteilung der Risiken ergäbe sich bereits die Prämiengestaltung. Studien hätten ergeben, dass Frauen in der Regel sicherheits- und risikobewusster seien als Männer. So hätten weibliche Versicherungsnehmer etwa weniger KFZ-Schäden als Männer, ebenso wie sie seltener bei Sport oder in der Freizeit verunfallten. Auf der anderen Seite wären Frauen öfter durch Unfälle im Haushalt betroffen. Frauen beziehen weniger Leistungen aus der Krankenversicherung, was diese wiederum günstiger machen würde. Sorgen macht Stadler allerdings die private Pensionsvorsorge für Frauen: geringere Beträge, kürzere Einzahlungsperioden mit kinderbedingten Unterbrechungen, dazu eine statistisch höhere Lebenserwartung ergäben einen ungesunden Mix. Auch die Tatsache, dass 95 Prozent aller Pflegedienste Gastgeber Rudolf Mittendorfer im Gespräch mit UNIQA-Chef Konstantin Klien von weiblichen Angehörigen geleistet würden, findet sie bedenklich. Für die Absicherung all dieser spezifischen Lebensumstände biete die Versicherungswirtschaft eine breite Palette an Zusatzprodukten und Features. Die klare Forderung an die Makler lautet daher: Top-Beratung und das richtige Package für die Kundin schnüren. Uschi Fellner strich die Bedeutung der Medien in der Meinungsbildung hervor. Man müsse über die Frauen Bescheid wissen und Hilfe anbieten. Das Leben sei für Frauen durchaus allein zu bewältigen, oft seien die Rahmenbedingungen aber demütigend. Kirchner-Kohl sprach sich für eine Förderung von Technikerinnen aus und forderte eine menschlichere Gestaltung von Gesellschaft und Unternehmen. Fachgruppenobmann Mittendorfer skizzierte Frauen und Versicherungen SPEZIFISCHE FRAUENVORSORGE Einige Versicherer haben bereits spezielle Produkte für Frauen in ihrem Portfolio. Das Sicherheitsstreben der Frauen ist vor allem für die Familie stark ausgeprägt, die eigene finanzielle Absicherung wird jedoch meist vernachlässigt, erklärt Dr. Christian Seldnitzky, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Versicherung. Dabei sind Frauen besonders gefährdet, in die Vorsorgefalle zu geraten. Vor sechs Jahren wurde von der Raiffeisen Versicherung die Initiative Womanlife ins Leben gerufen. Eigens für Frauen geltende und schrittweise erweiterte Produktvorteile gehören ebenso zum Aktivitätenplan wie Workshops zur Verkaufsberatung, Unterstützung von Kundinnenveranstaltungen und Frauenvertriebsaktivitäten für die Beraterinnen der Raiffeisenbanken. Auch die Skandia biete eine neue Vorsorgeoption: Frauen erhalten im Schnitt nach wie vor rund 45 Prozent weniger Pension als Männer und brauchen besonders viel Flexibilität, weil ihre Lebensläufe und damit ihre Einkommenskurve stark variieren. Stichworte sind Studium, Kinder und Karenzzeiten, oftmals Teilzeitjobs und Ähnliches, schildert Vorstand Mag. Hermann Schrögenauer die Situation. Lady s First bietet spezielle Features für die Frau: zum Beispiel ein zwischenzeitliches Aussetzen der Prämienzahlung oder eine Teilentnahme des gesparten Kapitals noch während der Laufzeit. Außerdem bieten wir Frauen, wenn sie ein Baby bekommen, nach Ablauf von 18 Monaten ab Vertragsbeginn ein Geburtengeld in der Höhe von vier durchschnittlichen Monatsprämien und das garantiert für jedes Kind, so Schrögenauer. Der Versicherungsmakler April 09

8 8 VM Titelgeschichte FRAUEN IN DER ÖSTERR. VERSICHERUNGSWIRTSCHAFT Frauen sind im österreichischen Versicherungswesen nach wie vor unterrepräsentiert. Laut WKO waren 2007 von aktiven Mitgliedern des Makler-Fachverbandes Einzelunternehmer. Von diesen sind österreichweit nur 227 Frauen, was einem Anteil von 10,64 Prozent entspricht. Bei den Versicherungsagenten stellen die Frauen mit 25 Prozent der Einzelunternehmer einen wesentlich höheren Anteil. Offensichtlich ist für die Frauen ein Angestelltenverhältnis bei einer Versicherung die attraktivere Option: Unter den rund Angestellten im Außendienst einer Versicherung sind 2000 Frauen, was wiederum 16,5 Prozent entspricht. Im Innendienst gibt es mit Frauen gegenüber Männern sogar eine weibliche Mehrheit. Neun von zehn Teilzeitjobs in der Versicherungsbranche sind von Frauen besetzt ein bedenklicher Umstand, der auch schon im EU-Genderbericht aufgezeigt wurde, der in Österreich einen Anteil bei weiblichen Teilzeitkräften festgestellt hat, der weit über EU-Schnitt liegt. die Situation der Maklerinnen in Wien: von 650 Maklern sind gerade einmal 80 weiblich. Das sind 15 Prozent. Versicherungsprodukte, egal ob spezifisch männlich oder weiblich, funktionieren nicht ohne Nachfrage. Produkte könnten daher nur dann wirtschaftlich rentabel sein, wenn auch danach verlangt würde. Hier sei ein Umdenken in Politik und Gesellschaft nötig, die Frauenprodukte fordern und fördern müssten. Dann würde auch die Branche nachziehen. Der Versicherungswirtschaft müsse es gelingen, das Problem zu transportieren, denn wo kein Problembewusstsein sei, da gäbe es auch keine Nachfrage. Und: Kundenberater tun gut daran, sich auf die Bedürfnisse von Frauen einzustellen. In den meisten Familien wären Frauen die Entscheider. Frauen als Versicherungspartner Genau diese Forderung unterstütze die Kommunikations- und Unternehmensberaterin Gertrude Höhler in ihrem anschließenden Referat, in dem sie auch praktische Lösungsansätze bot. Es seien viel zu wenige Frauen auf Entscheider-Ebene ein Umstand, über den Unternehmen nicht glücklich sind. Frauen bedeuten eine Anreicherung der Produktwelt. Besonders in der Versicherungswirtschaft, die sehr viel mit Vertrauen zu tun habe, seien Frauen von großer Bedeutung, sowohl als Kundinnen, als Produkt schaffende Kräfte, als auch als Anbieterinnen. Frauen seien sicherheitsbewusster und verließen sich auf ihr Bauchgefühl. Ein Umstand, der in einer ethisch aufgeladenen Sphäre wie dem Versicherungswesen sehr wichtig sei. Vertrauen und Vertrauensmanagement seien der Schlüssel für langfristige Kundenbindung. Eben dies gelingt besser mit Frauen, denn Frauen hätten feinere Antennen. Sie wissen, wem sie vertrauen können und wo sie Hilfe bekommen. Sie wollen sich selbst und nahestehende Menschen optimal schützen und sind daher viel eher zur Absicherung von Risiken bereit als Männer. Makler wie auch alle anderen Verkäufer sind im Vorteil, wenn sie sich das bewusst machen. In einem Zehn-Punkte Plan skizzierte sie die Faktoren, auf die Berater achten sollen. So verlangen Frauen mehr individuelle Beratung, Wertschätzung und ein Eingehen auf ihre Lebensumstände und sie wollen sich nicht an typischen Männerspielchen beteiligen. Durch ihr erhöhtes Sicherheitsbewusstsein sind sie die bessere Ansprech- HAMMURABI-PREIS person in Fragen Versicherungen. Auch konstatiert Höhler den Frauen höhere emotionale Intelligenz. Ohne strategische Nutzung von Emotionen mache gerade die Versicherungswirtschaft kein Geschäft. Versicherungen haben daher schlicht keine Wahl: Sie müssen Frauen besser verstehen lernen, um dieses Potenzial für sich gewinnen zu können. Höhlers Forderung daher: Die Versicherungswirtschaft braucht Frauen als Kundinnen wie auch als Beraterinnen. Eine weitere Schlussfolgerung, die wohl auf die Gesamtwirtschaft zutrifft: Frauen sind maßvoller in Finanzdingen. Hätten wir früher begonnen, uns zu vermischen, vielleicht hätte die Krise uns dann nicht im derzeitigen Ausmaß erwischt. W von Claudia Stückler Einer der Höhepunkte der Veranstaltung war die Verleihung der Hammurabi-Preise Passend zur Veranstaltung war die Mehrheit der PreisträgerInnen weiblich. Ausgezeichnet wurden Mag. Sandra Klein, Mag. Patrycja Swietek gemeinsam mit Mag. Robin Rohr sowie Mag. Gerda Lechner. Der Versicherungmakler wird die preisgekrönten Arbeiten in den nächsten Ausgaben vorstellen. Die Verbandsspitze Louis Norman-Audenhove, Günther Geyer und Konstantin Klien Mag. Gerda Lechner war eine der diesjährigen Preisträgerinnen April 09 Der Versicherungsmakler

9 ES GIBT NUR EINEN TESTSIEGER. VM Titelgeschichte 9 KONSUMENT 04/2009: KFZ-HAFTPFLICHT vav.at Der Verein für Konsumenteninformation bestätigt im Konsument 04/2009: Die KFZ-Haftpflichtversicherungen der VAV sind Testsieger Bewertung sehr gut in den Bonusstufen 00 und 09. Bereits zum vierten Mal in Folge erhält die VAV damit Bestwertungen für die KFZ-Haftpflichtversicherung. Welche Vorteile der TYPTOP -Tarif bietet, erfahren Sie bei Ihrem Regionalleiter oder unter Berechnen Sie die Siegerprämien für Ihre Kunden unter Der Versicherungsmakler April 09

10 10 VerbandsManagement Fachverband: Ambitioniertes Programm für die Makler Der Fachverband der Versicherungsmakler beschäftigt sich im Jahr 2009 mit einer Reihe wichtiger standespolitischer Probleme. Ende Juni stehen die Ergebnisse der groß angelegten Maklerumfrage auf der Agenda. I n Zeiten, in denen man jeden Euro zweimal umdreht, bevor man ihn ausgibt, fragen sich die zahlenden Pflicht -Mitglieder des Fachverbandes der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten naturgemäß wohl auch öfter als sonst: Was geschieht eigentlich mit unserem Geld? Was setzt die Berufsorganisation an konkreten Aktivitäten neben dem Verwalten ihrer Mitglieder? Aus diesem Grund hat Elisabeth Weiler sowohl dem Fachverbandsobmann Akad. Vkfm. Gunter Riedelsperger als auch seinen beiden Stellvertretern, Dr. Gerald Holzer und Mag. Thomas Tiefenbrunner, auf den Zahn gefühlt. Mit dem möglichen Ende des Versicherungsmaklers als Berufsbild in Österreich hat sich Fachverbandsobmann Riedelsperger vor zwei Jahren in dem Buch Die Zukunft des Versicherungsmaklers auseinandergesetzt. Damit es nicht so weit kommt, hat er bereits 2005 dem Fachverband ein Aufgabenprogramm verschrieben, das zum Teil erfolgreich abge- Riedlsperger: Es gilt zu kämpfen. arbeitet werden konnte. So stellt heutzutage niemand mehr die Lebensfähigkeit und die auf Kompetenz basierende Selbstständigkeit der Berufsgruppe der Versicherungsmakler infrage. Reform des Versicherungsmaklerrechts Doch noch gilt es zu kämpfen, gibt sich Riedelsperger kämpferisch. Einige Maßnahmen auf gesetzlichem Gebiet sind dringend erforderlich: Die Trennung von Versicherungsmakler und Versicherungsagent steht ganz oben auf seiner Liste. Der Rechtsbegriff des Versicherungsvermittlers gehört wieder beseitigt und in der Folge sind dann zwei eigene Gewerberechte Versicherungsmakler und Versicherungsagent legistisch zu verankern. In diesem Zusammenhang sollte, wie früher, das Doppelbetätigungsverbot wieder eingeführt werden. Riedelsperger: Das ist eine konsumentenschutzpolitische Notwendigkeit! Das nächste Problem ist der Mehrfachagent. Der Versicherungsagent sollte nur mehr pro Versicherungssparte für ein Versicherungsunternehmen tätig sein dürfen. Hier eine klare Grenze zu ziehen ist gerade in der heutigen Zeit der nicht unbeträchtlichen Vertrauenskrise in diverse Berater eine Notwendigkeit. Mit Vehemenz tritt Riedlsperger für eine Aufhebung der unzumutbaren Solvenzprüfung der Versicherungen durch die Versicherungsmakler ein und damit auch für eine Erleichterung ihrer Haftung zumindest in diesem Punkt. Prinzipiell gehört jedoch auch das Nebengewerbe abge- schafft! Seiner Ansicht nach soll das Nebengewerbe einem Nebenrecht als Versicherungsagent weichen. Die Folge wäre, dass solche Nebenrechte nur einen geringfügigen Umfang im Verhältnis zum Hauptgewerbe haben dürfen. Außerdem muss auch ein wirtschaftlicher Zusammenhang bestehen. Damit soll etwa ein Autohändler im Nebenrecht als Versicherungsagent weiterhin Autohaftpflichtversicherungen für die von ihm verkauften Autos abschließen können. In der Gewerbeordnung ist festgehalten, dass nicht nur der Gewerbeinhaber über die nötige Ausbildung verfügen muss, sondern auch alle direkt bei der Versicherungsvermittlung mitwirkenden Beschäftigten. Dies wird von der Gewerbebehörde bereits kontrolliert und es gibt mittlerweile die ersten Strafen bei Nichteinhaltung dieser Bestimmung. Doch nicht nur deswegen werden die Fachgruppen des Fachverbandes quer durch Österreich auch die Bildungsoffensive für die Mitarbeiter der Mitgliedsbetriebe ausbauen. Der Makler als unverzichtbarer Berater Eine sehr wichtige Aktivität des Fachverbandes ist das alle zwei jahre stattfindende Symposium in Velden für Versicherungsmakler und Führungskräfte von Versicherungsunternehmen. Diesmal steht es unter dem Motto Zukunftschancen aktiv nutzen. Den Vorsitz führt unter anderem Dr. Gerald Holzer, Fachgruppenobmann in Oberösterreich. Hinter dem Tagungsmotto verbirgt sich die schlichte, doch eminent wichtige Frage: Warum soll April 09 Der Versicherungsmakler

11 VerbandsManagement 11 Holzer: Die Ratio spricht für den Makler. ein Kunde einen Versicherungsmakler beschäftigen? Dr. Holzer dazu: Die Beauftragung eines Versicherungsmaklers ist die Folge einer rationalen Überlegung, denn der Versicherungsmakler unterliegt der strengen Sachverständigenhaftung und er steht im Schadenfall auf Seiten des Konsumenten. In Velden wird im Vorfeld der Tagung am 24. Juni 2009 ein erstes, internationales Treffen der Versicherungsmaklerverbände stattfinden. Eingeladen wurden dazu die Verbände aus den Anrainerstaaten. Dr. Holzer: Der Zweck dieses Treffens ist nicht nur ein Erfahrungsaustausch, sondern auch geschlossenes Auftreten bei der EU in Brüssel. Im Rahmen des Symposiums wird über Die Rechtsservice- und Schlichtungsstelle der Versicherungsmakler informiert. Dr. Holzer ist mit diesem Service sehr zufrieden. Damit haben wir ein Marketinginstrument zur Vermeidung von Streitigkeiten zwischen Versicherungsmakler und Konsumenten als auch eine kostengünstige beschleunigte Abwicklung von Streitfällen zwischen Versicherungsnehmern und Versicherungsunternehmen. Vertrauen ist notwendig Als Folge des bereits traditionelle internationale Symposium in Velden konnten die Versicherungsmakler nicht nur ihr Image innerhalb der Branche aufpolieren. Auch in der Öffentlichkeit findet die Veranstaltung immer mehr Beachtung. Als ein besonderer Imagefaktor für den Berufsstand erweist sich die Teilnahme an der viel beachteten Studienveranstaltung der Versicherungsmakler in Alpbach. Dazu Mag. Tiefenbrunner, Fachgruppenobmann in Tirol und gleichsam Genius Loci im schönen Tiroler Bergdorf: Diesmal hat der Fachverband seine Teilnahme unter das Generalthema Vertrauen gestellt. Es geht dabei darum herauszuarbeiten, welche Faktoren für das Vertrauen in zwischenmenschlichen Beziehungen notwendig sind und was der Versicherungsmakler in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation tun kann, um das Vertrauen beim Versicherungsnehmer zu festigen und auszubauen. Es geht auch um die konkrete Frage der Risikoanalyse: Worauf sollte der Versicherungsmakler im Kundengespräch besonderen Wert legen? Behandelt wird dabei gleichfalls der gesamte Problemkomplex des Vertrauens in die Zukunft. Zentraler Problembereich ist dabei die Altersvorsorge, ein Zukunftsthema, das durch die Finanzkrise nicht an Bedeutung verloren, sondern eher gewonnen hat. Eine Zukunft, die nicht gerade rosig aussieht, wenn man sich sowohl die Tiefenbrunner: Vertrauen ist das zentrale Thema unsere Zeit. demografische Entwicklung als auch die Wirtschaftslage ansieht, doch man muss eben möglichst früh an die Altersvorsorge denken. Beleuchtet wird dieser Themenkomplex aus der Sicht der staatlichen, betrieblichen und privaten Vorsorge. Anreize, für eine Zusatzpension vorzusorgen, gibt es außer der immer größeren Sorge um die Zukunft noch viel zu wenig. Der Fachverband wird hier eine Reform bzw. Ausweitung der Förderungen durch entsprechende steuerliche Rahmenbedingungen fordern. W von Elisabeth Weiler In Velden werden wichtige Studienergebnisse präsentiert Der Versicherungsmakler April 09

12 12 VM Schlichtungsstelle Kompetent, fair und ausgewogen Die Rechtsservice- und Schlichtungsstelle der Versicherungsmakler hat sich als anerkanntes Serviceangebot des Fachverbandes etabliert. I - 5-mal Betriebshaftpflicht, - 5-mal Unfall, - 4-mal Rechtsschutz, - 2-mal Berufsunfähigkeit, - 2-mal Krankenversicherung, - 2-mal Makler-Haftpflicht, - 2-mal andere und - 5-mal Provisionsstreitigkeiten. Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer betrug 80 Tage vom Einlangen des Antrages bis zur Ausfertigung der Empfehlung. Spitzenwert war ein Fall, der nach sieben Monaten zurückgezogen wurde. Häufig werden allerdings Fälle vom Antragsteller nach dem ersten Einschreiten der Schlichtungsstelle nicht mit entsprechendem Einsatz weiter verfolgt und notwendige ergänzende Inforhre Tätigkeit aufgenommen hat die von Präs. i.r. Dr. Ekkehard Schalich geleitete Institution am 15. März Das Jahr 2008 ist deshalb das erste vollständige Berichtsjahr, das einen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten gibt. Im Jahr 2008 wurden 60 Anträge eingebracht, fünf Fälle wurden aus dem Jahr 2007 übernommen. Das Bestreben der Schlichtungsstelle war und ist es, die Antragsteller nicht lange warten zu lassen, das Ziel wurde auch erreicht: Von diesen 65 Fällen wurden bis 31.Dezember des Vorjahres 56 abgeschlossen. Insgesamt 36 Fälle wurden in den acht Sitzungen der Schlichtungskommission behandelt. Das Ergebnis der Beratungen: Es ergingen 18 formelle Empfehlungen, in 17 Fällen wurde von der Schlichtungskommission ein Zurückweisungsbeschluss gefasst, 21-mal wurde der Antrag zurückgezogen. Wie sind die Entscheidungen der Rechtsservice- und Schlichtungsstelle ausgefallen? Die Statistik verschafft Klarheit: In den 18 Empfehlungen wurde siebenmal pro und zehnmal kontra Antragsgegner entschieden. In einem Fall wurde festgestellt, dass der Anspruch des Antragstellers zwar dem Grunde nach, jedoch nicht in der geforderten Höhe besteht. Die Gründe für die 17 Zurückweisungsbeschlüsse verteilen sich wie folgt: - Neumal gab es keine Beteiligung des Antragsgegners, - dreimal ist die Verbesserungsfrist für» Das Ergebnis der Beratungen: Es ergingen 18 formelle Empfehlungen, in 17 Fällen wurde von der Schlichtungskommission ein Zurückweisungsbeschluss gefasst, 21 Mal wurde der Antrag zurückgezogen. den Antragsteller abgelaufen, - ebenfalls dreimal war kein ausrei- Die Anliegen, die an die Rechtsserviceund Schlichtungsstelle 2008 herangetragen chender Sachverhalt feststellbar wurden, erfassen nahezu die gesam- (Sachverständigengutachten oder Zeugenaussagen nötig), und/ te Bandbreite an Versicherungen. Im Einzelnen betrafen die Anträge - einmal war ein gerichtliches Verfahren anhängig und - einmal handelte es sich um keinen von einem Versicherungsmakler vermittelten Versicherungsvertrag. In fünf Zurückweisungsbeschlüssen finden sich Argumente für den Anspruch des Antragstellers, in zwei Fällen wurden - 10-mal eine Eigenheimversicherung (Haushalt, Feuer, Sturm, Leitungswasser), - 8-mal Leben, - 5-mal Kfz-Haftpflicht, - 5-mal Kfz-Kasko, - 5-mal Betriebliche Bündelversicherung,» Auf der Homepage des Fachverbandes (www.ihrversicherungsmakler.at) können alle Empfehlungen der Schlichtungsstelle in anonymisierter Form, geordnet nach betroffenen Versicherungssparten abgerufen werden. vorwiegend Gründe für eine Abweisung des Anspruches genannt. Bei neun Zurückweisungsbeschlüssen gab die Schlichtungskommission keinen weiteren Kommentar ab. In den 21 Fällen, die zurückgezogen wurden, gab es verschiedene Begründungen. Die häufigste, nämlich elfmal, war die offenbare Aussichtslosigkeit des Antrags im Schlichtungsverfahren, die eine Aboder Zurückweisung befürchten ließ. Immerhin zehnmal wurden die Ansprüche nach Einschreiten der Schlichtungsstelle erfüllt.» Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer betrug 80 Tage vom Einlangen des Antrages bis zur Ausfertigung der Empfehlung. April 09 Der Versicherungsmakler

13 VM Schlichtungsstelle 13» Die Empfehlungen der Schlichtungskommission entsprechen der herrschenden Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes im Versicherungsvertragsrecht. Sie werden durchwegs einstimmig getroffen. mationen bzw. Stellungnahmen nur Beschwerden ausgesprochen ausgewogen schleppend beigebracht. Die Verlängerung der durchschnittlichen Verfahrensdauer ist aber auch dadurch zu erklären, dass im Sommer 2008 keine Sitzungen es besteht also keine Gefahr, dass die Mitglieder der Schlichtungskommission in irgendeiner Weise politische Urteile träfen. Die Empfehlungen der durchgeführt wurden und einige wenige Schlichtungskommission entsprechen Fälle alleine dadurch nicht abgeschlossen der herrschenden Rechtsprechung des werden konnten. Da der Schlich- Obersten Gerichtshofes im Versiche- tungsstelle von ihrem Aufbau her die Aufnahme von Zeugen- und Sachverständigenbeweisen sowie Parteieneinvernahmen nicht möglich ist, führt dies dazu, dass ein Teil der an die Schlichtungsstelle gerichteten Anträge, die einer Beweiswürdigung bedürften, zurückgewiesen werden muss. rungsvertragsrecht. Die Empfehlungen werden durchwegs einstimmig getroffen und somit auch von den Vertretern, die von den Versicherern nominiert wurden, mitgetragen. In diesem Sinne hofft die Schlichtungsstelle auf Umsetzung folgender Maßnahmen, um die Rechtsservice- und Schlichtungsstelle als Streitbeilegungsmaßnahme für Versicherer, deren Kunden und die Versicherungsmakler zu etablieren: - Erstreitet der Antragsteller eine seinem Standpunkt entsprechende Empfehlung, sollte der Versicherer ihm die Fallpauschale ersetzen. - Versicherer sollten das Verfahren vor der Schlichtungsstelle als Streitbeilegungsinstrument ähnlich der Ärztekommission in ihre Versicherungsbedingungen einbauen. - Ergänzung um eine vorübergehende Streitbeilegungsklausel. - Ausweitung der Kompetenz nach Vorbild des deutschen Ombudsmanns für Versicherungsvertragsrecht: Verbindlichkeit der Entscheidungen für den Versicherer bis zu einer festgelegten Wertgrenze. W Positiv haben sich die Senkung der Fallpauschalen und des Mindeststreitwertes ausgewirkt. In der zweiten Jahreshälfte stieg das Fallaufkommen deutlich an. Aus diesem Anlass wurde auch das Antragsformular präzisiert und um einige Hinweise für die Antragsteller erweitert dies konnte die im Jahr 2007 relativ hohe Anzahl an Verbesserungsersuchen deutlich senken. Konsequent weiter verfolgt wurde der Auf- und Ausbau der Serviceleistung. So wurde ein Fallverzeichnis aufgebaut. Auf der Homepage des Fachverbandes (www. ihrversicherungsmakler.at) können alle Empfehlungen der Schlichtungsstelle in anonymisierter Form, geordnet nach betroffenen Versicherungssparten, abgerufen werden. Bedauerlich ist aus Sicht der Schlichtungsstelle die unzureichende Akzeptanz seitens einiger Versicherer. Neun von 35 Beschlüssen der Schlichtungskommission betrafen derartige Fälle. Wie sich aus der Gesamtbilanz der behandelten Fälle zeigt, ist das Verhältnis zwischen berechtigten und unberechtigten fotolia Der Versicherungsmakler April 09

14 14 VerbandsManagement Klarstellung zu Agenten-Vollmacht Die Vertretung von Versicherungskunden ist dem Versicherungsmakler vorbehalten, Agenten dürfen für ihre Kunden bei anderen Versicherungsunternehmen nicht aktiv werden. D iesen Standpunkt vertreten die Gewerbereferenten der Landeskammern und der Wirtschaftskammer, die sich intensiv mit der Materie auseinandergesetzt haben, in einer Stellungnahme an den Interessenverband der Versicherungsmakler IVO. Nachdem die Versicherungsagenten diese klaren Feststellungen nicht widerspruchslos hingenommen haben, hat nunmehr der Fachverband der Versicherungsmakler seinen Standpunkt präzisiert. Fachverbandsobmann Gunther Riedlsperger erinnert dabei daran, dass die Versicherungsagenten die Situation vielfach so darstellen, als ginge es vor allem um die Frage der Doppelvertretung, wenn ein Agent namens eines Versicherten einen Versicherungsvertrag bei dem von ihm vertretenen Unternehmen kündigt. Tatsächlich werden die umstrittenen Vollmachten aber sehr oft eingesetzt, um Verträge bei anderen Versicherern aufzukündigen, um die eigenen Versicherungen verkaufen zu können. In seiner an die Abteilung für Rechtspolitik der Wirtschaftskammer übermittelten Stellungnahme zeigt der Verband die Ungereimtheiten bei dieser Handlungsweise auf. Der Erteilung einer Vollmacht muss zwangsläufig eine Beratung vorausgehen, in der es um die Vorteile eines neuen Vertrages bei der vom Agenten vertretenen Versicherung gegenüber dem bisherigen Vertrag des Kunden bei einer anderen Versicherung geht. In diese Beratung wird der Agent also nicht nur die Produkte seiner Versicherung mit einbeziehen, sondern auch die Angebote anderer Versicherer. Damit liegt aber zweifellos eine Beratung in Versicherungsangelegenheiten vor, die dem Versicherungsagenten nicht zusteht. Völlig offen ist nach wie vor die Frage, warum ein Versicherungsagent von Versicherten eine uneingeschränkte Vollmacht einfordert bzw. wofür er diese im erlaubten Umfang seiner Gewerbeberechtigung benötigen könnte. Das Problem ist juristisch heikel. Wenn der Agent mit einer Vollmacht des Versicherten in seinem Namen Rechtserklärungen gegenüber der oder den von dem Agenten vertretenen Versicherungsunternehmen abgibt, findet er sich ganz rasch in der Falle einer unzulässigen Doppelvertretung wieder. Gemäß 43 Abs. 1 Versicherungsvertragsgesetz ist der Versicherungsagent nämlich der Bevollmächtigte der Versicherung und nur berechtigt, nach Maßgabe seines Agenturvertrages Versicherungsverträge für sein Versicherungsunternehmen abzuschließen bzw. zu kündigen. Eine privatrechtlich erteilte Vollmacht von Seiten des Versicherungskunden würde daher zu einer solchen Doppelvertretung führen. Die Vertretung des Versicherungskunden, die zu den Tätigkeiten gem. 26 ff MaklerG gehört, ist aber dem Versicherungsmakler vorbehalten. In der Stellungnahme geht der Fachverband der Versicherungsmakler auch auf die juristisch relevante Frage ein, ob diese im Zusammenhang mit der Kündigung von Versicherungsverträgen stehende Beratungs- und damit auch Vertretungstätigkeit nicht eine wirtschaftlich sinnvoll ergänzende Leistung geringen Umfangs der eigenen Vermittlungstätigkeit eines Agenten darstellt, wie sie im 32 Abs. 1 Z 1 GewO 1994 beschrieben wird. Sie wäre dann legal. Die Fachleute gehen darauf mit rechtlich relevanten Argumenten ein: Im Hinblick auf die als lex specialis zu 32 Abs. 1 anzusehende Regelung des 32 Abs. 6 ist dies aber wohl zu verneinen, da eine derartige Beratung an sich ebenfalls als Tätigkeit der Versicherungsvermittlung gilt, diese aber schon nach dem Gewerbewortlaut Versicherungsmakler und Beratung in Versicherungsangelegenheiten dem gebundenen Gewerbe gemäß 94 Z 76 GewO 1994 vorbehalten ist und daher eine eigene Berechtigung für dieses Gewerbe erfordert. Diese strikte Trennung lässt sich auch aus den Eintragungen im Versicherungsvermittlerregister nachvollziehen. Ohne gesetzliche Legitimation zu einer derartigen Beratung gelten Rechtsgeschäfte, die auf der Beratung des Kunden durch den Agenten beruhen wie die Kündigung einer fremden Versicherung durch den Agenten als Vertretung in privaten Angelegenheiten des Versicherungsnehmers, die grundsätzlich den Rechtsanwälten (s. 8 Abs. 1 RAO) vorbehalten ist. Bei den Versicherungsagenten liegt damit nicht nur eine Übertretung des Gewerbeumfangs, sondern auch ein Verstoß gegen das Vertretungsmonopol der Rechtsanwälte vor. Bei Maklern ist die Situation anders. Sie verfügen im Rahmen ihres reglementierten Gewerbes über die Befugnis zu derartigen Vertretungshandlungen und sind daher vom Vertretungsmonopol der Rechtsanwälte gemäß 8 Abs. 3 letzter Satz RAO ausgenommen. W April 09 Der Versicherungsmakler

15 VerbandsManagement 15 Jeder im HEROLD investierte Werbeeuro bringt in vielen Branchen mehr als 70 Euro Umsatz.* Wachsen auch Sie mit Ihren Umsätzen! Buchen Sie einfach eine Werbeeinschaltung in HEROLD s Gelben Seiten! Nähere Infos gibt s beim HEROLD Kundenservice unter Tel oder per an *) Quelle: TNS 2007/2008 HEROLD Der Versicherungsmakler April 09

16 16 VM Rechtspanorama Ist Sodawasser wirklich Wasser? Nach einem Wasserschaden in einem Gasthaus wollte die Versicherung nicht zahlen: Mit Kohlensäure versetztes Wasser sei nicht versichert. Der OGH sieht das anders. D ie Wirtin Sabine L. hat im Keller ihres Gasthauses eine Sodawasseraufbereitungsanlage, die das eingespeiste Leitungswasser mit Kohlensäure anreichert. Von dieser Anlage führt eine Sodawasserleitung nach oben zum Zapfhahn der Schankanlage. Das Pech der Gastronomin: Der Zapfhahn war defekt, in den Nachtstunden trat (Soda-)Wasser aus, das einen Schaden in der Höhe von ,70 Euro verursachte. Diesen Schaden wollte Sabine L. von der Versicherung abgegolten haben, bei der sie für ihren Gastronomiebetrieb und das Betriebsgebäude einen Bündelversicherungsvertrag abgeschlossen hatte. Die Versicherung verweigerte die Leistung und verwies auf die Allgemeinen Bedingungen für die Euro-Business- Schutz Sachversicherung All Inclusive (AEBS 1999) und die Besonderen Bedingungen BL 17 und BL 23, die Grundlage der Bündelversicherung waren. Die maßgebenden Klauseln lauten: Versicherte Gefahren und Schäden, nicht versicherte Schäden 4. Leitungswassergefahren (Leitungswasserversicherung): Leitungswasser ist Wasser, das aus wasserführenden Rohrleitungen, Armaturen oder angeschlossenen Einrichtungen austritt. Zu den angeschlossenen Einrichtungen zählen auch Fußbodenheizungen, Schwimmbecken, Solar- und Klimaanlagen, nicht jedoch Sprinkleranlagen. Nur bei besonderer Vereinbarung versichert sind: 4.1. Bruchschäden an wasserführenden Rohrleitungen durch Korrosion, Verschleiß oder Abnützung; 4.2. Bruchschäden an Armaturen oder angeschlossenen Einrichtungen, die im Zuge der Behebung eines Rohrgebrechens entstehen; Besondere Bedingung Bl 17 Erweiterung der Leitungswassergefahren für Betriebsgebäude Zu den Leitungswassergefahren (Artikel 1, Punkt 4 Aebs) ist folgende Erweiterung des Versicherungsschutzes vereinbart: - Bruchschäden an wasserführenden Rohrleitungen durch Korrosion, Verschleiss oder Abnützung - Bruchschäden an Armaturen oder angeschlossenen Einrichtungen, die im Zuge der Behebung eines Rohrgebrechens entstehen... Sinngemäß argumentierte die Versicherung so: Der Versicherungsschutz umfasse nur Schäden durch Austreten von Leitungswasser, nicht aber solche, die durch ein mit Kohlensäure angereichertes und daher wesentlich aggressiveres Sodawasser entstanden sind. In erster Instanz blieb das Versiche- rungsunternehmen erfolgreich, diese Entscheidung wurde aber im Berufungsverfahren aufgehoben. Der Fall landete schließlich vor dem Obersten Gerichtshof, der ihn in seiner Entscheidung 7Ob6/08w behandelte. Dabei ging er detailliert auf die Standpunkte der beiden Streitparteien ein. Die Versicherung hielt daran fest, in diesem Fall sei schon die Voraussetzung des Vorliegens von Wasser nicht erfüllt, weil Wasser, anders als Sodawasser, per Definition eine chemische Verbindung von zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom sei. Die Ver- KURZ & BÜNDIG Volltext der Entscheidung zum Download unter: - 7Ob6/08w DER AUTOR Mag. Gerald Katzensteiner VAV Versicherungs-Aktiengesellschaft Tel. (01) April 09 Der Versicherungsmakler

17 VM Rechtspanorama 17 sicherungsbedingungen stellten auf die besonderen Eigenschaften des Wassers ab. Nur seine typischen, dort bezeichneten Gefahren seien vom Versicherungsschutz umfasst. Nach dem Inhalt der zitierten Klausel sollte Leitungswasser, das aus Rohren oder ähnlichem austrete, versichert sein; eine erhöhte Gefahr durch versetztes Wasser solle jedoch vermieden werden: Auch die Beschaffenheit des Wassers sei nämlich relevant für seine Gefährlichkeit. Auch die Voraussetzung des Wasseraustritts aus wasserführenden Rohrleitungen, Armaturen oder angeschlossenen Einrichtungen sei nicht erfüllt. Alle diese Einrichtungen hätten nämlich gemeinsam, dass sie direkt an die Wasserleitung münden. Im konkreten Fall liege die schadhafte Stelle aber nicht dort, wo die Sodaanlage an die Wasserleitung angeschlossen sei also im Keller, sondern oben im Schankraum, beim Zapfhahn. Der OGH hielt dagegen den Standpunkt der Anwälte von Sabine L. für zutreffend. Demnach ergibt sich schon aus dem zweiten Satz der Klausel, wonach zu den angeschlossenen Einrichtungen auch Fußbodenheizungen, Schwimmbecken, Solar- und Klimaanlagen zählen, eindeutig, dass mit dem Begriff Leitungswasser keineswegs nur Trinkwasser in seiner reinen chemischen Formel gemeint sei. Es gehe in dem Fall um die typische Gefahr von Leitungswasser, die darin liege, dass es ständig nachlaufe und zu Überschwemmungsschäden führe. Diese Gefahr habe sich hier verwirklicht: Die Sodawasseraufbereitungsanlage sei nämlich unstrittig in den geschlossenen Wasserkreislauf eingebunden, also an die Wasserleitung angeschlossen gewesen, und derselbe Schaden hätte sich daher auch ohne vorgeschaltete Sodawasseranlage ereignet, weil das Wasser nicht aus diesem Gerät, sondern aus dem schadhaften Absperrhahn ausgetreten sei. Eine erhöhte Gefahr lag somit nach Ansicht der Höchstrichter nicht vor. Den zitierten Versicherungsbedingungen ist, so der OGH, aber auch nicht zu entnehmen, dass der Versicherungsschutz nach dieser Bestimmung beim Anschluss der Sodawasseranreicherungsanlage im Keller endet. In diesem Fall wären die in den Schankraum führende Leitung und der schadhafte Zapfhahn davon nicht mehr umfasst gewesen. Allerdings ist Leitungswasser im Rahmen der Leitungswassergefahren in der Leitungswasserversicherung ausdrücklich als solches definiert, das aus wasserführenden Rohrleitungen, Armaturen oder angeschlossenen Einrichtungen austritt. Deshalb entspricht der Wasserschaden im Gegensatz zur Ansicht der Versicherung auch dieser Voraussetzung. Schließlich ist die Flüssigkeit am Ende einer wasserführenden Rohrleitung ausgetreten, nämlich bei der Armatur einer an die Wasserleitung angeschlossenen Einrichtung, konkret: beim Zapfhahn der Sodawasseraufbereitungsanlage im Schankraum. Diese Stelle war entsprechend den besonderen Bedingungen BL 17 versichert. Fazit: Die Versicherung muss für den Schaden aufkommen. W startervorsorge Leistung Maxi - Beitrag Mini Die Berufsunfähigkeits-Vorsorge für junge Leute Leistungsstark und preiswert Die startervorsorge schützt optimal vor den finanziellen Folgen einer Erwerbsunfähigkeit. Dabei verbindet sie eine leistungsstarke Absicherung mit flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten. Günstige Einsteigerbeiträge Verschiedene Produktvarianten der startervorsorge für eine kundenorientierte Absicherung: - - Berufsunfähigkeit Premium Erwerbsunfähigkeit Umfassender Schutz für alle 15- bis 30-Jährigen von Anfang an Keine abstrakte Verweisung - versichert ist der ausgeübte Beruf Sorglos-Paket : - Automatische Vertragsverlängerung - Keine erneute Gesundheitsprüfung - Keine erneute Berufsrisikoprüfung - Verlängerung auch nach einer Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeitsleistung Continentale Lebensversicherung a. G. - Vertrieb Österreich - Versicherungsmakler April 09

18 18 VerbandsManagement Einzigartige Ausbildungsschiene: So wird man Master of Legal Studies (MLS) Versicherungsrecht Die Donau-Universität Krems bildet ab Herbst 2009 akademische Versicherungsrechtler aus. V ersicherungsrechtliche Fragestellungen und deren kompetente Lösung haben in den letzten Jahren für alle im Versicherungsbereich tätigen Personen zunehmend an Bedeutung gewonnen. Im Spannungsfeld zwischen rechtlichen Vereinheitlichungstendenzen auf europäischer Ebene, dem gleichzeitigen Auseinanderdriften nationaler Normen und der einzelfallbezogenen (oberst) gerichtlichen Rechtsentwicklung präsentiert sich das österreichische Versicherungsvertragsrecht heute zunehmend als äußerst komplexe Rechtsmaterie. Dieser aktuellen Bedeutung und Komplexität trägt eine neue, in Österreich in dieser Form einzigartige Ausbildung nun Rechnung. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Herrn Univ.-Prof. Dr. Manfred Straube bietet die Donau-Universität Krems ab Herbst 2009 einen neuen Studiengang an: Der Studiengang Master of Legal Studies (MLS) Versicherungsrecht ermöglicht allen, die im Berufsleben mit dieser Rechtsmaterie konfrontiert sind, eine umfassende versicherungsrechtliche Ausbildung mit akademischem Abschluss. Die Schwerpunkte bilden in den ersten beiden Semestern die notwendigen nationalen und internationalen Rechtsgrundlagen. Das zweite Studienjahr ist ausschließlich dem Versicherungsvertragsrecht gewidmet und beinhaltet u.a. folgende wesentliche Inhalte: Grundlagen des Versicherungsvertragsrechts Versicherungsvermittlung Aufklärungs- und Informationspflichten Abschluss des Versicherungsvertrages Mängel beim Zustandekommen des Vertrages Auslegung des Versicherungsvertrages Wechselseitige Rechte und Pflichten aus dem Vertrag Inhaltliche und personenbezogene Veränderungen im Vertragsverhältnis Beendigung des Versicherungsvertrages Allgemeine Bestimmungen zur Schadensversicherung Sach- und Vermögensversicherung Personenversicherung Der Studiengang wendet sich insb. an sämtliche im Versicherungswesen tätigen Personen, wie etwa Versicherungsmakler, aber auch an Rechtsanwälte und sonstige Juristen, die eine Spezialisierung im Versicherungsvertragsrecht auf akademischem Niveau anstreben. Nähere Informationen zum Studiengang Master of Legal Studies (MLS) Versicherungsrecht erhalten Interessierte unter: Donau-Universität Krems Departement für Europäische Integration und Wirtschaftsrecht Dr.-Karl-Dorrek-Straße 30, A-3500 Krems Mag.a Ulrike Haider-Moser, LL.M., MBA Dr. Johannes Kerschbaumer, M.E.S. (Lehrgangsleitung) Tel. +43 (0) Fax +43 (0) oder oder W DER AUTOR von Erwin Gisch Mag. Erwin Gisch ist mit der Fachkoordination Versicherungsrecht des Studienganges MLS-Versicherungsrecht an der Donau Uni in Krems betraut. April 09 Der Versicherungsmakler

19 VM Rechtspanorama 19 Play Monatlich Geld für die laufenden Ausgaben Play Leistung bei klar definierten Beeinträchtigungen Play Leistung auch bei Pflegebedürftigkeit LebensKasko Neu in Österreich und exklusiv bei der Donau! Das Leben hat oft Überraschungen, die nicht immer erfreulich sind. Wer mitten im Leben steht, denkt nicht daran, möglicherweise eines Tages mit einer Beeinträchtigung leben zu müssen und die Grundfähigkeiten zur Bewältigung des Alltags zu verlieren. Das soziale Netz schließt die finanzielle Lücke, die sich dabei ergibt, nur wenig. Die LebensKasko sorgt mit einer monatlichen Rente für Geld wenn als Folge einer gesundheitlichen Beeinträchtigung das Einkommen ausfällt. Zu erfreulich günstigen Prämienbeiträgen! Donau - flexibel wie das Leben Der Versicherungsmakler April 09

20 20 VersicherungsMärkte Verwirrende Vielfalt Im heiß umkämpften Kfz-Versicherungsmarkt werden die Prämien nicht teurer, die Produkte aber wesentlich vielfältiger. E in unerwartetes Kompliment haben die heimischen Versicherer von den Konsumentenschützern bekommen: Während ansonsten eher Kritik geübt wird, hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) vor Kurzem anerkennend festgestellt, dass die Tarife für Neuabschlüsse bei Kfz-Versicherungen gegenüber dem Vorjahr nicht gestiegen sind. Im Gegenteil: Bei einzelnen Versicherungsklassen und Prämienstufen gab es Reduzierungen um bis zu 3,5 Prozent. Allerdings hat der VKI bei den Prämien enorme Differenzen festgestellt. Im Extremfall zahlt man für ein und dasselbe Fahrzeug beim teuersten Anbieter doppelt so viel wie beim billigsten. Ein Vergleich zwischen den verschiedenen Versicherungsunternehmen zahlt sich deshalb unbedingt aus, ist allerdings nicht ganz einfach, weil die Prämiengestaltung zunehmend diversifiziert wird. Nur noch Profis sind in der Lage, Licht ins Tarif-Dunkel zu bringen. Makler haben allerdings dank der großen Auswahl unter verschiedensten Produkten gute Chancen, ihren Kunden exakt jene Versicherung zu vermitteln, die in der jeweiligen individuellen Situation am günstigsten ist. Das muss nicht unbedingt die Kfz-Versicherung mit den niedrigsten Prämien sein, schließlich gibt es neuerdings eine Reihe von Möglichkeiten, Vorkehrungen für verschiedenste Schadensfälle zu treffen. So bieten Uniqa Versicherungen und die Raiffeisen Versicherung nun einen Lenkerschutz an, der den Perso- nenschaden des Fahrzeuglenkers deckt, wenn dieser den Unfall selber verursacht hat. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wenn etwas passiert: In diesem Fall zahlt nämlich die gegnerische Haftpflichtversicherung nichts. Der neue Lenkerschutz ersetzt die tatsächlichen finanziellen Ausfälle. Uniqa bietet Autobesitzern jetzt auch einen erweiterten Schutz bei Einbrüchen in Autos und bei Autodiebstählen. Die beiden Delikte sind bereits in die kleinsten Kasko-Pakete mit eingeschlossen und zwar ohne Selbstbehalt. Neu mitversichert sind in diesen Produkten auch Hagel- und Wildschäden und andere Folgen von Naturkatastrophen. Wer als Uniqa-Kunde jahrelang unfallfrei unterwegs ist, wird in Zukunft bis in die Bonusstufe 3 vorgestuft und zahlt weniger Prämie. Sollte doch einmal ein Schaden passieren, sind diese Kunden immer noch in der Stufe 0. fotolia Mit einer neu gestalteten und erweiterten Kfz-Versicherung wartet die Wiener Städtische auf. In der erweiterten Kfz-Haftpflichtversicherung Large umfassen die Assistance-Leistungen nach Panne, Unfall oder Fahrzeugdiebstahl neuerdings auch die Kosten für einen Mietwagen bzw. etwaige Übernachtungskosten. Als Alternative dazu übernimmt die Städtische die Heimreise von Lenker und Mitreisenden mit einem öffentlichen Verkehrsmittel. Wer sein Auto im Freien parkt und womöglich am Stadtrand oder auf dem Land zu Hause ist, kennt das Risiko: Marder zerreißen Schläuche und Leitungen im Kfz und die Reparaturen sind April 09 Der Versicherungsmakler

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