Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg

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1 Nr. 5/Mai A Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg Rauchen verboten! Das Nichtraucherschutzgesetz in der Gastronomie Nationalpark Siebengebirge: Ein Gewinn für die Region Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg. Postfach Bonn Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg Industrie als Teil des Ganzen

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3 2 Kommentar 5 IHK-Industriereport 2008: Industrie als Teil des Ganzen 12 IHK-Jahresthema 2008: Weiterbildung lohnt sich! 6 Erfolg mit Weiterbildung: Christoph Flöck 6 Worauf müssen sich die Unternehmen einstellen? Das neue elektronische Abfallnachweisverfahren 8 Sachverstand mit Brief und Siegel: Dem Radon auf der Spur 18 Geprüfter Versicherungsfachmann IHK: Keine Vermittlung ohne Prüfung 20 Das Nichtraucherschutzgesetz in der Gastronomie: Rauchen Verboten! 22 Nationalpark Siebengebirge: Ein Gewinn für die Region 24 Energie: Gehen im Energieland Nr. 1 die Lichter aus? 26 Wirtschaft in der Region 28 Arbeitsjubiläen 28 Wirtschaftsstatistik 49 Arbeitsmarkt 49 Tourismus 49 Berufsbildung 49 Lehrgänge und Seminare 50 Steuern 51 Recht 51 Wettbewerbsrecht 51 Multimedia 52 Technologieforum 53 Wissenschaft vor Ort 53 EU-Info 54 Außenwirtschaft 54 Neues aus Berlin und Brüssel IHK-Industriereport 2008: Industrie als Teil des Ganzen Die Industrie ist wichtiger Bestandteil der Wirtschaftsregion Bonn/Rhein-Sieg Industrieunternehmen stellen Arbeitsplätze für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Darüber hinaus profitieren viele regionale Dienstleistungsunternehmen direkt oder indirekt von der Industrie. Die IHK Bonn/Rhein- Sieg geht in ihrem aktuellen Industriereport auf die Bedeutung des Sektors ein. Wir stellen Ergebnisse daraus vor. Seite 12 Sachverstand mit Brief und Siegel: Dem Radon auf der Spur Zu den hoheitlichen Aufgaben einer Industrieund Handelskammer zählen die Überprüfungder Sachkunde und die Vereidigung von Sachverständigen. Wir stellen - beginnend mit dieser Ausgabe - Sachverständige aus ausgewählten Fachgebieten vor. Den Anfang machen Ralf Klingel und Joachim Kemski, die zu den äußerst seltene Sachverständigen für Radon zählen. Seite 18 Das Nichtraucherschutzgesetz in der Gastronomie: Rauchen verboten! Nach der Fußball-EM ist Schluß: Dann darf in Gaststätten nicht mehr geraucht werden. Die Regelungen des Nichtraucherschutzgesetzes treten am 1. Juli 2008 endgültig in Kraft. Wir haben uns in Gaststätten, Cafés und Hotels umgehört, wie sich die Gastronomie darauf einstellt. Seite 22 Nationalpark Siebengebirge: Ein Gewinn für die Region Herbert Krämer, Vorsitzender des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge, geht in seinem Autorenbeitrag auf den geplanten Nationalpark Siebengebirge ein. Der Nationalpark wäre der 15. seiner Art in Deutschland und soll neben dem Schutz von Tier- und Pflanzenwelt auch Impulse für den naturnahen Tourismus liefern. Seite 24 DIE WIRTSCHAFT Mai

4 CSR-Engagement wird ausgezeichnet Kinder bewegen... Unternehmen World Vision ruft in Kooperation mit der Medienarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Unternehmen dazu auf, sich um den Deutschen Kinderpreis 2008 zu bewerben. Damit sollen Menschen und Projekte aus ganz Deutschland geehrt werden, die sich im besonderen Maße für Kinder engagieren. Gesucht werden Menschen, die miteinander Ideen umsetzen, um Kindern Vertrauen in die Zukunft zu geben, sie ernst nehmen und mit ihnen gemeinsam nach Wegen suchen, ihnen eine aktive Rolle in der Gesellschaft zu ermöglichen. In der Kategorie Kinder bewegen...unternehmen zeichnet der Deutsche Kinderpreis Unternehmen aus, die sich dafür einsetzen, dass Unternehmen, aber auch die Gesellschaft kinderfreundlicher werden und selber mit gutem Beispiel voran gehen. Eine World Vision Kinderstudie hat gezeigt, dass in Familien mit einem Kind in 61 Prozent der Fälle beide Eltern erwerbstätig sind, in Familien mit zwei Kindern 50 Prozent. Unternehmen sollen ermutigt werden, die Rahmenbedingungen bei sich zu schaffen, in denen Eltern Beruf und Kinder besser vereinbaren können. Nähere Informationen gibt es im Internet unter per an Kultur 2. Bonner Theaternacht Die Bonner Theaternacht 2008 steht unter dem Motto art n vielfalt und findet im Rahmenprogramm der Vertragsstaatenkonferenzen zum Thema Biodiversität in Bonn am Samstag, 17. Mai 2008, ab Uhr, statt. Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann und der Bonner Kabarettistin Anka Zink beteiligen sich Junge Bühne bis einer weint neben Oper und Schauspiel alle Bonner Privattheater und freien Theaterensembles. Das Motto vermittelt, dass die kulturelle Vielfalt ebenso wie die (Theater-)Kunst ein schützenswertes Gut ist. Zwischen und 24 Uhr zeigen 17 Theater und sechs freie Ensembles an 21 Spielorten in rund 70 Vorstellungen und Kurzprogrammen das breite Spektrum des Bonner Theaterangebots. Bei der Tour durch die Theaternacht ist der Blick hinter die Kulissen genauso erlaubt und erwünscht wie das Hineinschnuppern in aktuelle Inszenierungen. Mit einem Starterticket kommt man in alle Theater, mit Shuttle- Bussen zu allen Spielstätten, und zum Abschluss lädt das Bonner Opernhaus zur Theaternacht-Party mit Live-Konzert. Weitere Informationen unter Städteranking zum Börsenwert der Unternehmen Bonn liegt auf Platz drei Bonn ist nach München und Düsseldorf die drittwertvollste Stadt Deutschlands - gemessen am Börsenwert der dort vertretenen Unternehmen. Für das Städteranking hat die Bonner Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners die Börsenwerte der in Dax 30, M- Dax und TecDax gelisteten Aktiengesellschaften berücksichtigt. München hält die Spitzenposition vor allem mit den Börsenschwergewichten Siemens, Allianz und Münchener Rück. Düsseldorf verdankt den zweiten Platz zum größten Teil EON mit einem Börsenwert von 80,6 Milliarden Euro. In Bonn schlagen vor allem die Deutsche Telekom und die Deutsche Post durch. Die deutsche Finanzmetropole Frankfurt liegt auf dem vierten Rang. Sonderausgabe der Wirtschaft zu Ausbildung und Bewerbung Auszubildende machen Junge Wirtschaft Die Junge Wirtschaft wird zur Zeit an die Schulen in der Region verteilt. Die Auszubildenden der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/ Rhein-Sieg, Doris Hohmann, Anna Kunz, Monika Ludwig und Stephanie Vreden, sowie die ehemalige Auszubildende Rebekka Griepp hatten pünktlich zur Lehrstellenbörse in der Bonner Beethovenhalle ein Sonderheft zu Ausbildung und Bewerbung erstellt und dies dort an interessierte Schülerinnen und Schüler verteilt. Auf 64 Seiten gibt es viel Wissenswertes zu Praktikum, Bewerbung, Eignungstest, Vorstellungsgespräch, Berufsschulen und Alternativen zur dualen Ausbildung. Interviews mit Ausbildungsverantwortlichen sowie Tipps zur Berufswahl runden die Sonderausgabe der IHK-Zeitschrift ab, bei der auch Karsten Fischer und Anna Lange (Azubis bei der Agentur für Arbeit) und Sebastian Schmitz (Azubi bei der Deutschen Telekom AG) mitgearbeitet haben. Das Besondere daran: Alle Texte, aber auch das Layout wurde von den Auszubildenden selbst erstellt. Umgesetzt wurde das Layout von der Siegburger Agentur Patrick Schaab PR GmbH. Das Heft erscheint in einer Auflage von Exemplaren. Nach der ersten Verteilaktion auf der Ausbildungsbörse in der Bonner Beethovenhalle haben die Schulämter der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises nunmehr Exemplare erhalten, die von dort aus an die Schulen verteilt werden. Schulen, die noch keine Exemplare für ihre Abschlussklassen erhalten haben, können die benötigten Exemplare auch bei der IHK Sebastian Schmitz, Rebekka Griepp, Stephanie Vreden, Anna Kunz, Doris Hohmann, Monika Kunz und IHK-Ausbildungsberater Michael Gerlach (v.l.) präsentieren ihre Junge Wirtschaft. Bonn/Rhein-Sieg, Gertrud Auf der Mauer, Telefon 0228/ , anfordern. Dieses bundesweit einmalige Projekt von unseren Auszubildenden für angehende Auszubildende ist bei der Beethovenbörse auf große Resonanz gestoßen. Das freut mich für die Auszubildenden, die sehr viel Arbeit in ihr Projekt gesteckt haben, sagt Jürgen Hindenberg, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Bonn/Rhein-Sieg. Die Ausbildungsbereitschaft in der Region Bonn/Rhein-Sieg mit Ausbildungsunternehmen und Auszubildenden sei sehr hoch, doch sei auch die Konkurrenz auf dem Ausbildungsmarkt sehr groß. Deshalb sollten sich die Schülerinnen und Schüler möglichst frühzeitig informieren unter anderem auch mit dieser Sonderausgabe. 2 DIE WIRTSCHAFT Mai 2008

5 3. GmbH-Geschäftsführer-Tag in Bonn/Rhein-Sieg Nicht nur für Geschäftsführer Das Wirtschaftsmagazin gmbhchef und der VSRW-Verlag richten am 24. Juni 2008, 9 bis 18 Uhr, im Hotel Maritim in Bonn ihren dritten GmbH-Geschäftsführer-Tag für Bonn/Rhein-Sieg aus. Dabei können sich GmbH-Geschäftsführer und Interessenten im Rahmen von Vorträgen über aktuelle Themen in den Bereichen GmbH-Recht, Steuern, Finanzierung und Marketing informieren und so praktische Tipps für ihren Geschäftsalltag zu gewinnen. In den Pausen zwischen den Vorträgen haben die Teilnehmer Gelegenheit, sich an den Infoständen regionaler Betriebe, Anregungen für die eigene Praxis zu holen und Kontakte zu Manfred Gronemeier, BVMW Köln, und Dr. Hagen Prühs, Geschäftsführer des VSRW-Verlags (v.l.) knüpfen. Auch die IHK Bonn/Rhein-Sieg ist mit einem eigenen Stand vertreten. Dr. Hagen Prühs, Geschäftsführer des VSRW-Verlags und Chefredakteur des gmbhchef, sagt dazu: Mit dieser Kombination aus Fortbildung und Messecharakter heben wir uns von klassischen Seminaren ab. Wie bieten ein Plus an Information, von dem Aussteller wie Teilnehmer gleichermaßen profitieren und das gerne wahrgenommen wird. Nähere Informationen gibt es unter Kostenfreie Informationsveranstaltung Das Geheimnis der erfolgreichen Unternehmerpersönlichkeit Bei Fragen nach den Gründen des Unternehmenserfolgs, fallen oft die Antworten das beste Produkt, die perfekte Strategie oder der blühende Markt. Eines wird dabei oft vergessen: die Persönlichkeit des Unternehmers oder der Unternehmerin mit all seinen / ihren Eigenschaften, Einstellungen und Fähigkeiten. Sie oder er ist der Motor des Unternehmens, beschleunigt, steuert, entscheidet oder korrigiert. Hat sie / er eine Vision, motiviert die Mitarbeiter, ist konsequent und trifft auch unangenehme Entscheidungen rasch? Der Bonner Meinolph Engels beschäftigt sich als Spezialist für kleine und mittelständische, inhabergeführte Unternehmen seit mehr als einem Jahrzehnt mit der Frage, welche persönlichen Eigenschaften eines Unternehmers für den Firmenerfolg entscheidend sind. In Seminaren speziell für Unternehmer und Unternehmerinnen zeigt er diese Faktoren auf und hat sein Wissen nun in dem neuen Buch Das Geheimnis der erfolgreichen Unternehmerpersönlichkeit zusammengefasst. Bei einer kostenfreien Informations- und Diskussionsveranstaltung referiert Engels über ausgewählte Erfolgseigenschaften, aber auch über typische Stolpersteine, die Unternehmererfolg verhindern können. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 3. Juni, bis ca Uhr, im Sitzungssaal der IHK Bonn/Rhein-Sieg, Bonner Talweg 17, Bonn, statt. Der Vortrag richtet sich an Inhaber kleiner und mittelständischer Unternehmen. Verbindliche Anmeldungen können bei Claudia Engmann, IHK Bonn/Rhein-Sieg, per Telefon unter 0228/ , per Fax an 0228/ oder per an erfolgen. Informationsveranstaltung: Versammlungsstättenverordnung Vielen Veranstaltern sind die Anforderungen der Versammlungsstättenverordnung noch unbekannt. Besonders betroffen sind Hotel- und Gastronomiebetriebe, Eventveranstalter, Zelteaufsteller, Hallenbetreiber, Groß-Caterer, Bürgerhäuser, Schulen, Betriebskantinen, Kommunen, Bauaufsicht, Kongressveranstalter, Feuerwehr und auch technische Dienstleister. Überall wo an Orten viele Menschen zusammenkommen, ob Karneval oder große Vereinsfeste, Rockkonzerte oder kulturelle Events, entstehen zwangsläufig Gefahren für Gäste und Beschäftigte. Um der Entstehung dieser Gefahren weitestgehend vorzubeugen, wurden nicht nur technische Regeln wie VDE Normen und Unfallverhütungsvorschriften geschaffen, sondern auch baurechtliche Verordnungen erlassen. Für NRW gilt die Versammlungsstättenverordnung (VsättVO) des Landes Nordrhein-Westfalen, die im November 2006 novelliert wurde. Vor allem die Anforderungen an die Anwesenheitspflichten und die notwendige Qualifikation der Verantwortlichen für Veranstaltungstechnik an die Praxis angepasst. Über die Änderungen zum Versammlungsstättenrecht informiert die IHK Bonn/Rhein-Sieg am DIE WIRTSCHAFT Mai 2008 Freitag, , 9 bis 13 Uhr, Rechtliche Aspekte, Haftung und Haftungskette, Prozessablauf und Ausnahmeregelungen, Lösungsansätze in der Praxis bis hin zu einem Erfahrungsaustausch werden in der Informationsveranstaltung, mit Referenten der Gesellschaft für veranstaltungsbezogene Weiterbildung und Dienstleistungen (GWD), behandelt. Anmeldungen zur kostenfreien Veranstaltung an: Hannelore Grengros, Tel.: 0228/ , Veranstaltungsort: IHK Bonn/Rhein-Sieg, Bonner Talweg 17, Bonn Michael Obler, Tobias Hövelborn, Sven Schräder, Stephan Jürgenliemk, Sascha Piprek und Dr. Stephan Dornbusch (v.l.) Tobias Hövelborn bleibt Vorstandssprecher Wirtschaftsjunioren Bonn haben einen neuen Vorstand gewählt Tobias Hövelborn, Geschäftsführer der Bonner Internet-Agentur Simple- Things, ist für weitere zwei Jahre zum Vorstandssprecher der Wirtschaftsjunioren (WJ) Bonn gewählt worden. Bei der Mitgliederversammlung in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg wurden ferner Rechtsanwalt Stephan Jürgenliemk (Kanzlei Jürgenliemk, Bonn) als Arbeitskreisleiter Bildung/Wirtschaft, Sascha Piprek (Inhaber SP Medienservice, Bonn) für das Ressort Öffentlichkeitsarbeit und Marketing sowie Rechtsanwalt Dr. Stephan Dornbusch (Kanzlei Meyer Köring v.danwitz Privat, Bonn) für das Ressort Mitglieder auf zwei Jahre in den Vorstand gewählt. Dieser wird komplettiert durch Schatzmeister Sven Schräder (Leitung Finanzen bei der MBB Gelma GmbH, Bonn) und Michael Obler (Inhaber O.F.C. Obler Finanz-Coaching, Wachtberg) als Arbeitskreisleiter Existenzgründung/-sicherung. Die WJ Bonn sind Unternehmer und Führungskräfte aus allen Bereichen der Wirtschaft bis zu einem Alter von 40 Jahren, die sich aktiv und ehrenamtlich engagieren. Sie zählen zur Zeit rund 70 Mitglieder und bieten eine Plattform für den fachlichen und persönlichen Erfahrungs- und Gedankenaustausch. Nähere Informationen gibt es bei WJ-Geschäftsführer Fabian Göttlich, IHK Bonn/Rhein-Sieg, Bonner Talweg 17, Bonn, Tel.: , E- Mail: oder im Internet unter 3

6 Veranstaltungshinweis Expertenforum Familienunternehmen 2008 in Köln Am 30. Mai 2008 veranstaltet das PICOT Expertenforum für Familienunternehmen im Kölner Hotel Hyatt Regency das Expertenforum Familienunternehmen Kooperationspartner sind die Industrie- und Handelskammern Bonn/Rhein-Sieg und Köln, das Institut für Mittelstandsforschung Bonn, die PICOT Rechtsanwaltsgesellschaft, das Strategie Finance Institute der European Business School (EBS), die UBS, die brainguide AG und Kienbaum Consultants International sowie das Unternehmermagazin als Medienpartner. Unter dem Motto Das Familienunternehmen der Zukunft - Der Tag nach der Globalisierung informieren Unternehmer und Experten über Perspektiven der Unternehmensnachfolge, der Unternehmensfinanzierung sowie der Internationalisierung und diskutieren über demographische Herausforderungen im Zeitalter der Globalisierung. Namhafte Referenten berichten aus der Praxis und informieren Kunstausstellung in der IHK Bonn/Rhein-Sieg Neue Sichtfelder werden eröffnet durch Christoph Dahlhausens Kreuzungen und andere Dinge Christoph Dahlhausens besonderes Interesse liegt seit Jahren in der Erforschung der Farbe des Lichts, der uns ständig umgebenden Energie, sowie deren Wirkung und Möglichkeiten. Seit 1993 verwendete er vor allem die Fotografie als Möglichkeit, farbiges Licht festzuhalten bzw. einzufangen fand er für sich das Material Glas als Medium, das kongenial mit Fotografie das Licht reflektierend und brechend Bilder hervorbringt. Die Ergebnisse sind zumeist der Malerei nahe kommende farbige Flächen. Seit einigen Jahren gestaltet der Künstler weltweit großflächige Glasfassaden. Er bestückt diese mit transluzenten farbigen Folien, so dass die Innenräume durch die Sonneneinstrahlung nicht nur lichtsondern besonders farbdurchflutet werden. Glas und Licht, als natürliches Licht aber auch künstlich erzeugtes Licht, werden gemeinsam zum gestalterischen Element von Dahlhausens Arbeiten. Er gestaltete bereits weltweit Bauten und Objekte im Rahmen von Projekten Bonner Bandagen und Ausstellungen. Christoph Dahlhausen erhielt bisher verschiedene Stipendien und Auszeichnungen, u.a. den Bonner Kunstpreis Im Jahr 2005 war der 1960 in Bonn geborene Künstler Gastdozent an der RMIT University in Melbourne (AUS). Seine Werke wurden in zahlreichen Museumsausstellungen gezeigt und sind in vielen internationalen Sammlungen und Kunstmessen vertreten. Im Rahmen der Ausstellung in der IHK Bonn/Rhein-Sieg entwickelt der Künstler für den großen Sitzungssaal eine raumgreifende Installation, die die Fenster- und Wandflächen des Raumes einbezieht. Das große Fenster wird zum Bildträger, die Wand zum Bild selbst. Erweiternd zu dieser zentralen Arbeit zeigt der Künstler neu entstandene Glas- und Pergaminarbeiten. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Textbeitrag von Prof. Dr. Dieter Ronte. Vernissage: Mittwoch, 28. Mai 2008, Uhr, über Chancen und Risiken für Familienunternehmen im Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft. Am Nachmittag findet eine Podiumsdiskussion statt. Etwa 95 Prozent der drei Millionen Unternehmen in Deutschland sind mittelständische Familienunternehmen. Diese Unternehmen müssen bei der Bewältigung der aktuellen globalen Herausforderungen nach besten Kräften unterstützt werden, sagt Prof. Dr. Gerhard Picot, Vorsitzender des Vorstandes des PICOT Expertenforums. Begrüßung durch Michael Swoboda, Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg, Einführungsvortrag: Schnittstelle Kultur Wirtschaft, Bernd Fesel, Büro für Kulturpolitik und Kulturwirtschaft, Bonn und Berlin, sowie Geschäftsführer der Galerie Fesel, Düsseldorf. Ausstellungsdauer: 28. Mai 29. August 2008 Öffnungszeiten: Mo.-Do.: Uhr und Fr.: Uhr. Die Ausstellung findet auch in Sitzungsräumen statt, die während des Geschäftsbetriebes nicht ständig zugänglich sind, daher ist Anmeldung erforderlich, bei IHK-Ausstellungskoordinatorin Gerlinde Waering, Telefon: 0228/ , Mail: IHK Bonn/Rhein-Sieg, Bonner Talweg 17, Bonn. Ausgesprochener Dank gilt der Initiatorin dieser Ausstellung, der Kunstvermittlerin Claudia Pfefferkorn-Schreiber, artpromotion Bonn. Frau Pfefferkorn- Schreiber ist Ansprechpartnerin für die Ausstellung und Kunstvermittlung, Tel.: 0228 / , Das Expertenforum setzt einen Impuls für die Zukunftsfähigkeit deutscher Familienunternehmen und gibt Antwort auf folgende Fragestellungen: Wie lassen sich familieninterne und familienexterne Unternehmensnachfolgen gestalten und finanzieren? Wie prägen Familienunternehmen die deutsche Unternehmenskultur? Welche Wettbewerbsvorteile haben sie und welche Globalisierungsstrategien verfolgen sie? Welche Möglichkeiten und Risiken bietet die Internationalisierung? Weitere Informationen: Dr. Sabine Kamp, Tel.: 0221 / Neuer City Report Wohnen Stabile Immobilienpreise in Bonn Die Wohnimmobilienpreise in Bonn bleiben stabil. Das geht aus dem City Report Wohnen der Kölner Corpus Sireo Makler GmbH hervor, der in Kooperation mit der Universität zu Köln entstanden ist. Der Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen gab in 2007 leicht um 0,7 Prozent auf (Vorjahr: 1.671) Euro pro Quadratmeter nach. Einfamilienhäuser wurden im Durchschnitt mit einem Preisabschlag von 5,5 Prozent ( Euro) angeboten. Das Preisniveau auf dem Bonner Markt liegt für Bestandsobjekte mit Euro pro Quadratmeter unter dem von Köln (1.721). Die Angebotspreise für Eigentumswohnungen lagen in Köln (2.354 Euro pro Quadratmeter) gleichauf mit Bonn (2.356), während neu errichtete Einfamilienhäuser in Köln mit Euro etwas teurer angeboten wurden als in der Bundesstadt ( Euro). Wie in den Vorjahren übersteigt die Nachfrage nach Wohnraum das Angebot. Das Umland der beiden Städte Köln und Bonn sei weiterhin durch starke Suburbanisierungsbewegungen gekennzeichnet. Niedrigere Bodenpreise und größere Flächenverfügbarkeit sorgten hier für eine rege Bautätigkeit und Bevölkerungszuwächse. Der vollständige City Report Wohnen ist unter abrufbar. 4 DIE WIRTSCHAFT Mai 2008

7 Industrie schafft Arbeitsplätze - auch in anderen Branchen! Industrie schafft Arbeitsplätze eine für manche vielleicht überraschende Erkenntnis, ist man doch eher Schlagworte wie Entindustrialisierung und Verlagerung von Arbeitsplätzen gewohnt. Indes ist die Zahl der Arbeitsplätze alleine in der Metall und Elektroindustrie auf einen historischen Höchststand geklettert. Seit Anfang 2007 wurden bundesweit fast neue Stellen geschaffen. Auch die über 500 neuen Industriearbeitsplätze im Kammerbezirk sind ein deutliches Signal, dass der Standort Deutschland für das produzierende Gewerbe nach wie vor attraktiv ist. Die zweite gute Nachricht: Industrie schafft auch in anderen Branchen Arbeitsplätze. Industrieller Vorleistungsverbund ist dabei das Schlüsselwort. Gemeint sind kompetente Dienstleistungsunternehmen vor Ort, die Teilschritte aus dem industriellen Gesamtprozess übernehmen und der Industrie zuarbeiten. Zu Kooperationspartnern werden Industrie und Dienstleistung aber nicht nur im Entstehungsprozess, sondern auch an der Verkaufsfront. Produzent und Dienstleister bieten dem Kunden inzwischen ein Gesamtpaket an, das nicht nur aus dem eigentlichen Produkt besteht, sondern z.b. auch den technischen Support oder Finanzierungsfragen berücksichtigt. Industrie ist und bleibt deshalb einer der wichtigsten Eckpfeiler für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region Bonn/Rhein-Sieg. Davon profitieren viele andere Branchen wie unternehmensnahe Dienstleister, aber auch z. B. der Einzelhandel und sonstige konsumnahe Dienstleistungsunternehmen, denn Industrie schafft mit den Arbeitsplätzen auch zusätzliche Kaufkraft. Kurt Schmitz-Temming stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg DIE WIRTSCHAFT Mai

8 Die sechste IHK-Weiterbildungserfolgsumfrage bestätigt: Weiterbildung rentiert sich sowohl für den Einzelnen als auch für die Betriebe. Der Bedarf an Fach- und Führungskräften steigt, derzeit noch vor allem wegen des wirtschaftlichen Aufschwungs. In den nächsten Jahren wächst die Lücke zwischen Arbeitsangebot und -nachfrage noch weiter. Grund: die demografische Entwicklung. Damit müssen immer weniger Menschen immer mehr leisten, die Lebensarbeitszeiten werden steigen. Gleichzeitig muss wegen des technologischen Fortschritts das für die Arbeit benötigte Wissen permanent auf den neuesten Stand gebracht werden. Keiner lernt mehr aus, ständige Qualifizierungsanstrengungen sind gefordert sowohl bei den Unternehmen als auch bei den Arbeitnehmern. Während Betriebe in die Qualifikation ihrer Mitarbeiter investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Arbeitnehmer eigenverantwortlich handeln, damit sie ihre Beschäftigungsfähigkeit erhalten. Positive Resonanz Die IHK-Organisation hat bei den Absolventen der Weiterbildungsprüfungen der letzten fünf Jahre nachgehakt: Lohnt es, sich weiterzubilden? Nach der Umfrage profitieren zwei Drittel der Antwortenden in ihrer beruflichen Entwicklung von den Bildungsanstrengungen. Von diesen Personen gaben 70 Prozent an, eine höhere Position und einem größeren Verantwortungsbereich erreicht zu haben, 61 Prozent erhalten ein höheres Gehalt und jeder Fünfte findet, dass er die gestellten Aufgaben Daten und Fakten: Zielgruppe der Aufstiegsfortbildung nach Berufsbildungsgesetz (BBiG) sind in erster Linie dual Ausgebildete, die sich zumeist berufsbegleitend zum Beispiel zu Fachwirten und Fachkaufleuten, Bilanzbuchhaltern, Industriemeistern und Betriebswirten weiterbilden. Jährlich stellen sich rund Personen einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer, bestehen sie. Mit der IHK-Weiterbildungserfolgsumfrage werden Absolventen der Aufstiegsfortbildung alle fünf Jahre nach ihrem beruflichen Werdegang vor und nach der Weiterbildung befragt. Befragt wurden rund Absolventen aus 50 IHKs. Das entspricht rund 35 Prozent aller Absolventen der letzten fünf Jahre. Mit den knapp Antworten wurde eine Rücklaufquote von 14,5 Prozent erreicht. 6 DIE WIRTSCHAFT 5/2008

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10 besser bewältigen kann. Für 31 Prozent sicherte die Weiterbildung den Arbeitsplatz und sieben Prozent fanden einen neuen Arbeitsplatz. Mit zunehmendem Abstand von der Prüfung steigt der Anteil derer, die von der Weiterbildung profitieren. Fünf Jahre nach der Prüfung waren es 72 Prozent der Absolventen, die angaben, sich beruflich verbessert zu haben. Dieser Erfolg ist weitgehend unabhängig vom Alter. Auch jenseits der 40 liegt der Anteil derer, denen die Prüfung nützlich ist, bei knapp zwei Dritteln. Allerdings wirkt sich die Weiterbildung bei Älteren anders aus. Sie machen seltener einen Karrieresprung, geben dafür aber häufiger an, die gestellten Aufgaben besser bewältigen zu können und einen sichereren Arbeitsplatz zu haben. Interessant auch: Der Anteil derer, die nach der Weiterbildung eine Beschäftigung gefunden haben, steigt von 2,5 Prozent bei den 25jährigen auf über zehn Prozent bei den über 45jährigen. Karriere mit Aufstiegsbildung Dass sich die Weiterbildung für einen Großteil der Befragten lohnt, zeigt sich auch an den beruflichen Positionen der Absolventen vor und nach der Prüfung. Rund Personen gaben an, vor der Weiterbildung Sachbearbeiter gewesen zu sein. Nach der Weiterbildung waren das nur noch Personen. Ähnlich war es bei den Facharbeitern, deren Zahl sich mehr als halbierte. Gleichzeitig vervierfachte sich die Zahl der Meister auf fast 1.200, die Zahl der Abteilungsleiter verdoppelte sich ebenfalls auf 1.200, es gib mit 210 Personen drei mal so viele Betriebsleiter und die Zahl der Geschäftsführer erhöhte sich von 75 auf 175. Der Name Aufstiegsbildung ist also gerechtfertigt. In den meisten Fällen konnte die neue Position sogar im gleichen Betrieb erreicht werden. Nur ein knappes Drittel gab an, das für die berufliche Verbesserung ein Betriebswechsel notwendig war. Aufgrund dieser Ergebnisse ist es wenig verwunderlich, dass 81,5 Prozent der Absolventen angeben, sie würden sich wieder für das gleiche Weiterbildungsziel entscheiden. Und die Absolventen sind auf den Geschmack gekommen. Vier von fünf geben an, dass sie weitere Weiterbildung anstreben, ein gutes Drittel beim eigenen Arbeitgeber, die Hälfte über externe Anbieter und immerhin jeder Siebte auf Hochschulniveau. Jan Kuper, DIHK Berlin Das neue elektronische Abfallnachweisverfahren Mit Inkrafttreten der novellierten Nachweisverordnung zum 1. Februar 2007 wurden die Voraussetzungen für die Einrichtung des papierlosen elektronischen Abfallnachweisverfahrens (eanv) geschaffen. Spätestens in zwei Jahren haben die bisher verwendeten Formulare ausgedient und das elektronische Verfahren ist Pflicht. Im Hinblick auf eine rechtzeitige Umsetzung sollten die Planungen für die Einführung des elektronischen Nachweisverfahrens im Unternehmen jetzt beginnen. Verbindliche Einführung der elektronischen Nachweisführung Ab dem 1. April 2010 müssen Erzeuger, Beförderer, Einsammler und Entsorger von gefährlichen Abfällen sämtliche Entsorgungsnachweise, Begleitscheine und Register in elektronischer Form führen. Die papiergebundenen Formulare werden durch elektronische Dokumente ersetzt. Vergleichbar dem heutigen Nachweis- und Begleitscheinwesen haben diese elektronischen Dokumente verschiedene Durchschläge, die durch eine geeignete Software verwaltet werden. Diese Durchschläge werden dann durch die qualifizierte elektronische Signatur unterschrieben, elektronisch gespeichert und elektronisch übermittelt. Wie funktioniert die qualifizierte elektronische Signatur? Was die Unterschrift unter einem Brief bedeutet, ist die elektronische Signatur bei einem elektronischen Dokument. Soll sie die gleiche Rechtsverbindlichkeit wie im Schriftverkehr besitzen, muss sie zwingend einer bestimmten Person zugeordnet werden. Man spricht in diesem Fall von einer qualifizierten digitalen Signatur. Für diese benötigt der Unterzeichner eine persönliche Chip-Karte mit den codierten persönlichen Daten und einer Code-Nummer. Beim Signieren werden die Chip-Daten über ein Kartenlesegerät mit dem Dokument verbunden. 8 DIE WIRTSCHAFT 5/2008

11 Dabei kann jede Karte, die den Anforderungen des Signaturgesetzes entspricht, verwendet werden. Wichtige Voraussetzung ist, dass die eingesetzte Software die Karte unterstützt. Die Signaturkarte kann von einem der akkreditierten Zertifizierungsdiensteanbieter bezogen werden. Eine Übersicht zu diesen Anbietern kann auf der Homepage (www.bundes netzagentur.de) der Bundesnetzagentur abgerufen werden. Um einen Karten- Missbrauch auszuschließen, kann die Signaturkarte nur persönlich beantragt und erworben werden. Was geschieht beim elektronischen Nachweisverfahren? Sowohl beim Begleitschein als auch beim Entsorgungsnachweis werden die Formulare als elektronische Dateien erstellt, bearbeitet und überprüft. Nach Abschluss der jeweiligen Prozedur werden sie dann von dem verantwortlichen Verfahrensbeteiligten qualifiziert elektronisch signiert und anschließend versandt beziehungsweise archiviert. Dabei muss die Signierreihenfolge immer eingehalten werden (z. B. beim Begleitschein: Erzeuger - Beförderer Entsorger). Wie erfolgt die Datenübermittlung? Die zu übermittelnden elektronischen Formulare sind bundeseinheitlich definiert, so dass sie für alle Bundesländer und jeden Teilnehmer am Verfahren identisch sind. Im Anhang 3 der Nachweisverordnung werden die grundlegenden technischen Anforderungen an die elektronische Form geregelt. Die Definition des Schnittstellenformates wurde im März 2007 vom Bundesumweltministerium im Internet (www.bmu.de) veröffentlicht. Für den Datenaustausch im elektronischen Nachweisverfahren wurden bundeseinheitliche Regelungen festgelegt und eine zentrale Koordinierungsstelle (ZKS) eingerichtet. Die zentrale Koordinierungsstelle (ZKS) Die ZKS ist eine DV-technische Einrichtung, die zukünftig von den Ländern Käthe Mops DIE WIRTSCHAFT 5/2008 9

12 betrieben wird. Sie ist das zentrale Element der elektronischen abfallrechtlichen Überwachung und stellt die Verbindung zwischen Unternehmen und Behörden her. Sie hat folgende Aufgaben: Betrieb von elektronischen Postfächern für alle Beteiligten, Einrichtung eines Adressbuchs zur Abfrage der elektronischen Adressen der Erzeuger, Beförderer und Entsorger, Betrieb eines Web-Portals zur Registrierung, Bearbeitung und Signatur von abfallwirtschaftlichen Dokumenten (sogenanntes Länder-eANV ), zentrale Annahmestelle der elektronischen Dokumente für alle Behörden, Vergabe von Begleitscheinnummern. Unternehmen können nach der Registrierung entweder allein oder gemeinsam mit anderen ein elektronisches Postfach eröffnen. Darüber hinaus können Dienstleister oder Provider mit dem Empfang und Versand der elektronischen Dokumente beauftragt werden. Damit die Zustellung der elektronischen Post auch an den richtigen Adressaten erfolgt, sind alle Adressen im Adressbuch der ZKS gespeichert und können dort abgefragt werden. Alle Behörden haben ein gemeinsames elektronisches Postfach. Von dort aus erfolgt eine Verteilung an die zuständigen Behörden in den Ländern. Nur der rechtmäßige Inhaber des Postfachschlüssels kann die Dokumente aus dem Briefkasten abholen, entschlüsseln und lesen. Weitere Informationen können auf der Homepage der ZKS (www.zks-abfall.de) abgerufen werden. Weitere Fragen zum Thema beantwortet Ihnen in der IHK Bonn/ Rhein-Sieg: Dr. Rainer Neuerbourg, Tel.: 0228/ , Wie können Unternehmen am Nachweisverfahren teilnehmen? Um den individuellen Rahmenbedingungen und Anforderungen aller Beteiligten Sorge zu tragen, bietet das elektronischen Abfallnachweisverfahren verschiedene Möglichkeiten der Nutzung und der Anbindung an die hauseigene EDV. Unternehmen können das Länder-eANV benutzen, sich einem Provider anschließen, die eigene operative Software erweitern, die Nutzungsrechte von speziell für das elektronische Nachweisverfahren entwickelten Lösungen erwerben. Welcher Weg am sinnvollsten für das Unternehmen ist, hängt von der Anzahl elektronischer Vorgänge und den technischen Rahmenbedingungen ab. Je höher die Zahl der Vorgänge ist, desto eher lohnt sich die Investition in eine Lösung, die optimal in die eigenen Abläufe integriert ist. Welche organisatorischen und technischen Maßnahmen sind jetzt zu treffen? Alle Unternehmen, die derzeit am formulargebundenen Nachweis- und Begleitscheinverfahren teilnehmen bzw. zur Führung eines Abfallregisters verpflichtet sind, sollten umgehend folgende Maßnahmen planen bzw. umsetzen: Durchleuchtung der eigenen Geschäftsprozesse und Verantwortlichkeiten im Hinblick auf die betriebliche Abfallwirtschaft, Festlegung, bei welchen Arbeitsschritten und an welchen Orten eine qualifizierte elektronische Signatur notwenig ist, Analyse des Software- und Hardware-Bedarfs im Hinblick auf intern vorhandene EDV-Lösungen unter Einbindung des/der internen EDV- Verantwortlichen, Einplanung finanzieller Mittel, Anpassung der betrieblichen Unterschriftenregelungen im Hinblick auf die qualifizierte elektronische Signatur, Ausrüstung der zuständigen Mitarbeiter mit der persönlichen Signaturkarte, Implementierung des elektronischen Nachweisverfahrens. Die Übergangszeit bis zur verbindlich vorgeschriebenen Nutzung des elektronischen Abfallnachweisverfahrens erscheint zwar noch lang, dennoch sollte dieses Thema insbesondere im Hinblick auf die Bereitstellung entsprechender finanzieller Mittel jetzt angegangen werden. Stephan Pawlytsch, 4waste GmbH; Dr. Rainer Neuerbourg, IHK Bonn/Rhein-Sieg Workshop: Die neue Nachweisverordnung Unterstützung bei der Umsetzung des elektronischen Abfallnachweisverfahrens Durch die neue Anfallnachweisverordnung wurden nicht nur neuen Begrifflichkeiten und Pflichten, sondern auch die verbindliche Nutzung der elektronischen Nachweisführung spätestens zum 1. April 2010 eingeführt. Im Hinblick auf die hierzu notwendigen Investitionen und eventuelle Änderungen der betriebliche Abläufe sollte eine Beschäftigung mit diesem Thema zeitnah erfolgen. Im Rahmen des Workshops, der am Dienstag, 27. Mai 2008, 9.30 Uhr bis Uhr, in der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg, Bonner Talweg 17, Bonn, stattfindet, werden neben den grundlegenden rechtlichen Informationen die Entscheidungshilfen vermittelt, um für das elektronische Nachweis- verfahren alle notwendigen innerbetrieblichen Maßnahmen rechtzeitig planen zu können. Teilnahmegebühr: 110,- Euro inkl. Getränken, Mittagsimbiss, Unterlagen Information und Anmeldung: Umweltberatung der IHK Bonn/Rhein-Sieg, Dr. Rainer Neuerbourg, Tel , Das Programm kann abgerufen werden auf der Homepage der IHK Bonn/Rhein-Sieg (www.ihk-bonn.de) unter Veranstaltungen. 10 DIE WIRTSCHAFT 5/2008

13 Version Copyright BM S Consulting GmbH, 2006 Kosten einsparen, Risiken minimieren, Erfolg optimieren. Unternehmer sein heißt, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen treffen. Meine Bank unterstützt mich dabei. Bernd Maurer, Unternehmer, eines unserer 16 Millionen Mitglieder. MinD.unternehmer Wer alle Fakten kennt, kann schneller die richtigen Entscheidungen treffen: Deshalb haben wir für unsere Geschäftskunden MinD entwickelt, die innovative Software für die systematische und strukturierte Unternehmensanalyse. MinD geno kom Werbeagentur GmbH hinterfragt Unternehmensstrukturen und -prozesse und hilft diese zu optimieren deckt vorhandene Defizite durch Benchmarking auf liefert wertvolle Hinweise für die strategische Unternehmensführung MinD.unternehmer Software für Unternehmensanalyse und Ratingvorbereitung. hilft ein zufriedenstellendes Berichtswesen zu etablieren Die MinD-Basisversion erhalten Sie exklusiv und kostenlos bei uns oder unter DIE WIRTSCHAFT 5/2008 Volksbanken Raiffeisenbanken 11

14 Industrie als Teil des Ganzen Die Industrie im Kammerbezirk Bonn/Rhein-Sieg wächst wieder. Nach vielen Jahren deutlichem Stellenabbaus nimmt die Zahl der Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe wieder zu. Hat der Slogan Von der Industriezur Dienstleistungsgesellschaft damit ausgedient? Der IHK- Industriereport 2008 ist der Frage nachgegangen, welche aktuelle und zukünftige Bedeutung die Industrie in der Region hat und haben wird. Hier die wichtigsten Ergebnisse. Im Kammerbezirk sind über Unternehmen angesiedelt, davon Industrieunternehmen. Diese Industrieunternehmen stellen Arbeitsplätze für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zur Verfügung. Das bedeutet: Eine überschaubare Anzahl von Unternehmen schafft überdurchschnittlich viele Arbeitsplätze. Die Arbeitsplatzzahlen in der Industrie steigen im Kammerbezirk seit 2006 wieder an. Dies gilt jedenfalls für den Rhein-Sieg-Kreis, der drei Viertel aller Schrumpfschläuche aus Meckenheim Die DSG-CANUSA GmbH ist ein Hersteller von Wärmeschrumpfprodukten aus verschiedenen Kunststoffen und liefert Lösungen zur elektrischen und mechanischen Isolation von Bauteilen und Leitungen für die Bereiche Automotive, Energieversorgung, Elektronik und Telekommunikation. Thomas Schminke Kommt der Industriereport der IHK nach Ihrer Einschätzung zur rechten Zeit? Thomas Schminke: Ich freue mich sehr, dass sich die Industrie- und Handelskammer einmal grundsätzlich mit dem Thema Industrie beschäftigt. Seit vielen Jahren gilt inzwischen ja auch hierzulande das Schlagwort Weg von der Industriegesellschaft hin zur Dienstleistungsgesellschaft. Und der Wirtschaftszweig Industrie wird allzu oft mit dem Begriff Entindustrialisierung in Verbindung gebracht. Es ist deshalb gut und richtig, die Position und die Funktion des Produzierenden Gewerbes noch einmal genau zu definieren und gleichzeitig das Beziehungsgeflecht zwischen Industrie und Dienstleistung aufzuzeigen. Sie sind Geschäftsführer der DSG-CANUSA GmbH. Können Sie uns zu dem Unternehmen etwas sagen? Thomas Schminke: Unser Unternehmen, die DSG-CANUSA GmbH ist seit Anfang der 70er Jahre hier am Standort Meckenheim. Und hier möchten wir auch bleiben, obwohl wir inzwischen neben Meckenheim noch zusätzlich in Thüringen, in Po- In der Produktion 12 DIE WIRTSCHAFT 5/2008

15 Die Region Bonn/ Rhein Sieg wird leider als Industriestandort von den Verantwortlichen nicht ernst genommen. Ich persönlich halte es für wichtig, nicht einseitig ausgerichtet zu sein. Wir brauchen neben dem Dienstleistungsgewerbe auch die Industrie. Dabei schätze ich die Zukunft der Industrie als sehr positiv ein, denn wir sind gut im Markt verhaftet und haben ein ideales Umfeld. Unsere Strategie, auf hochkomplexe mit Patenten abgesicherte Produkte zu setzen, zahlt sich aus. GKN Bonn ist global ausgerichtet und eines der wichtigsten Entwicklungszentren in unserem weltweit agierenden Konzern. Die ausgezeichnete Infrastruktur vor Ort unterstützt unsere Entwicklung. Antonio Casellas, Das Problem des vielfach beklagten und prognostizierten Fachkräftemangels haben wir nicht. Wir verfügen über ein sehr inter- Vice President GPPC, GKN Sinter Metals GmbH, Bonn essantes und bewährtes Ausbildungsprogramm mit dem Namen Olympia. Zu unserer breiten Ausbildungstätigkeit kommt eine gezielte Zusammenarbeit mit Hochschulen. So ziehen wir, so weit wir können, unsere Fachkräfte aus eigenen Reihen heran. Anzeige BoFa Industrie-Arbeitsplätze stellt. Zwar verlor die Stadt Bonn von 2006 auf 2007 wiederum 363 Arbeitsplätze, dafür legte der Rhein-Sieg-Kreis aber um 528 Arbeitsplätze zu, insgesamt also ein positiver Saldo von 165 Arbeitsplätzen. Die Arbeitsmarkteffekte der Industrie werden auch daran deutlich, dass insbesondere in Zeiten konjunkturellen Aufschwungs Regionen mit starkem Industriebesatz Arbeitslosigkeit deutlich schneller abbauen als Regionen, die industrieschwach sind. Industrie wird damit zum Wachstumstreiber der Wirtschaft. Exportorientierte Industrie schafft Arbeitsplätze Verantwortlich dafür ist insbesondere die exportierende Industrie. Arbeits- plätze werden in der Industrie da geschaffen, wo die Exportquote sehr hoch ist. In Bonn/Rhein-Sieg ist das z. B. in den Bereichen Fahrzeug- und Maschinenbau, Metallindustrie und Kunststoffindustrie. Hier beträgt die Exportquote 46 Prozent. Im Durchschnitt beträgt sie lediglich 40 Prozent. Der industrielle Vorleistungsverbund Industrie und Dienstleistung, insbesondere unternehmensnahe Dienstleistung dürfen nicht isoliert betrachtet werden, es besteht zwischen ihnen vielmehr eine Wechselwirkung. Die Industrie bezieht inzwischen zahlreiche Vorleistungen von Dienstleistern. Zählt man diese Wertschöpfungsanteile hinzu, ergibt sich der sog. industrielle Vorleistungsverbund und der Anteil an der Gesamtbruttowertschöpfung beläuft sich dann auf 20 Prozent. len und in England Produktionsstätten aufgebaut haben. Wir sind Hersteller von Wärmeschrumpfprodukten aus verschiedenen Kunststoffen. Wir liefern Lösungen zur elektrischen und mechanischen Isolation von Bauteilen und Leitungen für die Bereiche Automotive, Energieversorgung, Elektronik und Telekommunikation. Die DSG- CANUSA GmbH ist eine Tochtergesellschaft der kanadischen Shawcor, einem global agierenden Unternehmen mit einem jährlichen Umsatz von nahezu 1 Mrd. Kanadischer Dollar. Wir, die DSG-CANUSA beschäftigen in Meckenheim 180 Mitarbeiter, in Polen 90, in Thüringen 15 und in Plymouth in England 20 Mitarbeiter. Stichwort Offshoring. Haben Sie schon einmal über eine Verlagerung des Produktionsstandorts nachgedacht? Thomas Schminke: Wir werden oft gefragt, ob wir nicht aus Kostengründen Produktionskapazitäten z.b. nach Polen verlagern wollen. Die Antwort lautet: Wir halten am Standort Meckenheim fest. Warum? Weil wir hier das notwendige Know-how finden, weil wir hier eine gut ausgebildete Mannschaft haben und weil wir hier nicht nur Produktion, sondern auch Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb an einem Standort bündeln können und weil alle einzelnen Sparten zusammen ein gut eingespieltes Team bilden. Dies gleiche etwaige Personalkostenvorteile in Polen aus. Um es auf einen Nenner zu bringen: Unsere hohe Produktivität hier sichert den Standort Meckenheim. Damit das so bleibt, brauchen wir auch zukünftig gut ausgebildete Mitarbeiter. Und noch etwas spricht für den Standort Meckenheim: Wir können hier auf kompetente Partner aus dem Bereich unternehmensnaher Dienstleister zurückgreifen. Damit bestätigen wir eine der wichtigsten Aussagen des Industriereports, nämlich, dass die Industrie häufig auf Dienstleister aus dem unmittelbaren Umfeld zurückgreift. DIE WIRTSCHAFT 5/

16 Japaner setzen auf Troisdorfer Sicherheitsfolien Die japanische Kuraray Co. Ltd. hat ihren Standort Troisdorf ausgebaut und in Menschen und Maschinen investiert. Für das europäische Tochterunternehmen Kuraray Europe GmbH werden unter der Marke Trosifol (Troisdorfer Sicherheits-Folie) PVB-(Polyvinylbutyral) Folien für Verbundsicherheitsglas produziert. Seit 2005 ist die Mitarbeiterzahl in Troisdorf um rund 20 Personen auf ca. 220 Mitarbeiter gestiegen. Zurzeit werden 13 Auszubildende in den Berufen Chemielaborant, Verfahrensmechaniker, Elektriker, Industriekauffrau, Industriemechaniker und Fachkraft für Lagerlogistik ausgebildet, die Ausbildungsquote beträgt fast sechs Prozent. Gerade die Nachwuchsförderung liegt Trosifol-Leiter Karl-Heinz Spieß am Herzen: Für uns beginnt die Nachwuchsförderung nicht erst im Berufsalltag. Deshalb arbeiten wir eng mit der Gemeinschafts-Hauptschule in der Lohmarer Straße in Troisdorf, dem Rhein-Sieg Gymnasium in Sankt Augustin und der Fachhochschule in Köln zusammen. Durch die neue Produktionsanlage für PVB-Folien soll die Jahreskapazität um Jahrestonnen erhöht werden. Hintergrund ist die steigende Nachfrage nach Folien in Europa, die aus Troisdorf bedient werden soll. Mit dieser vierten Anlage für Jumbo-Folienbreiten (3,21 Meter) hat Trosifol nach eigenen Angaben ihre weltweite Spitzenposition ausgebaut und verfügt damit über die größten Produktionskapazitäten in dieser Breite; aktuell weit über 50 Millionen Quadratmeter mögliche Jahresproduktion. Auch in den kommenden Jahren werde Trosifol ihre expansive Strategie fortführen. Neben der starken Marktposition im Architekturbereich soll das Geschäft mit PVB-Folien für die Automobilverglasung ausgebaut werden. Darüber hinaus würden bereits seit mehreren Jahren zusätzliche Anwendungsgebiete entwickelt, um Trosifol auch in neuen Geschäftsfeldern zu etablieren. 20 bis 30 Prozent Marktwachstum in der Photovoltaik etablieren neue, stark ausweitende Märkte. Gerade im Bereich der stark wachsenden Solarmodule auf Dünnschicht-Technologie möchten wir eine bedeutende Position Einnehmen, so Spieß. Im letzten Jahr eingeweiht - der Skywalk im Grand Canyon. Bis zu Meter fällt der Blick in die Tiefe. Der Blick nach unten durch das Glas der Brüstung ist absolut sicher, hergestellt mit Trosifol Spezialfolie. Outsourcing-Aktivitäten der Industrie Weit über 50 Millionen Quadratmeter PVB-Folien für Verbundsicherheitsglas können jährlich in Troisdorf produziert werden. Bis in die 70er und 80er Jahre hat die Industrie noch sämtliche Wertschöpfungsanteile, die insgesamt für die Erstellung eines Produktes notwendig sind, im eigenen Unternehmen dargestellt. Dies hat sich inzwischen geändert. Viele Teilschritte sind ausgelagert worden, beispielsweise Logistik, Einkauf, Materialwirtschaft, Kundenservice, Marketingbuchhaltung, Controlling und der EDV- Bereich. Diese Prozessschritte sind an die unternehmensnahen Dienstleister abgegeben worden. In vielen Fällen konzentriert sich das Industrieunternehmen heute auf den reinen Produktionsprozess. Unternehmensnahe Dienstleister mit stärkstem Wachstum Von diesen Outsourcingprozessen haben die Dienstleister profitiert und sie sind deshalb insbesondere im Kammerbezirk Bonn/Rhein-Sieg überdurchschnittlich stark gewachsen. Zusätzlich werden Industrieprodukte inzwischen mit Dienstleistungstätigkeiten (z.b. Finanzierungen, Wartungen oder F + E) ergänzt (after-sale-bereich). Diese Ergänzungen werden von Dienstleistern bereitgestellt und als Komplettangebote verkauft. Räumliche Nähe von Industrie und Dienstleistern Für das Outsourcing sind Industrieunternehmen in der Regel nicht weltweit auf der Suche nach geeigneten Dienstleistern, sie finden vielmehr ihren Dienstleister, ihren Vorlieferanten vor Ort, also in unmittelbarer Nähe. Bei knapp der Hälfte der Industrieunternehmen befindet sich der Standort der Dienstleister deshalb im Radius von 50 Kilometern. Selbstverständlich haben im Kammerbezirk Dienstleiter ihren Sitz, die weltweit tätig sind und für die 14 DIE WIRTSCHAFT 5/2008

17 der regionale Markt eher unbedeutend ist. Tatsache ist und bleibt aber, dass Industrie und Dienstleistungsunternehmen räumliche Nähe wegen der Fühlungsvorteile suchen und dadurch in erheblichem Maße voneinander profitieren. Zukunftsfähigkeit des Industriestandortes Bonn/ Rhein-Sieg sichern Zwischen Industrieunternehmen und Dienstleistern besteht eine komplementäre Wechselbeziehung, eine autarke Existenz ist keinem der Wirtschaftsbereiche möglich. Dabei erhalten Dienstleistungsunternehmen in beträchtlichem Umfang Industrieaufträge aus der näheren Region. Das für den Wirtschaftsraum Bonn/Rhein-Sieg signifikante starke Wachstum im Dienstleistungssektor erfordert deshalb dringend, den vorhandenen Industriebesatz zu pflegen und wenn möglich auszubauen. Ohne örtliche Industrie verliert der Dienstleistungsbereich einen erheblichen Teil seines Auftrags- und Umsatzvolumens. Die Reduzierung des Industriebesatzes gefährdet deshalb automatisch auch den Bestand des Dienstleistungssektors (Abwanderungstendenzen). Der Verlust von Primärarbeitsplätzen im Ich schätze die Bedeutung der Industrie für die Region Bonn/ Rhein-Sieg als sehr wichtig ein. Die Zukunft der Industrie im Allgemeinen sowie die unseres Unternehmens Karlheinz Lewin GmbH sehe ich jedoch als nicht sehr rosig an, da durch immer mehr Abwanderungen und Schließungen hier ansässiger Großunternehmen immer weniger Arbeit am Ort bleibt. Unser metallverarbeitendes Unternehmen wurde 1968 in Bad Godesberg gegründet, 1980 sind wir dann nach Meckenheim gezogen. Anfangs haben wir noch Stanzteile für die manuelle Durchschreibbuchhaltung hergestellt, heute sind die Elektround die Automobilindustrie unsere Hauptabnehmer. Dafür stellen wir Press-, Zieh- und Stanzteile her. Dem Friedhelm Lewin Fachkräftemangel begegnen wir bei kurzfristigen Engpässen durch die vorübergehende Nutzung von Leiharbeitern. Ferner haben wir einen Lehrling als Maschinenund Anlagenführer eingestellt. industriellen Bereich hätte dann auch Arbeitsplatzverluste im Dienstleistungssektor zur Folge. Ausreichendes Flächenangebot für Erweiterungen und Neuansiedlungen Industrie benötigt zur Produktion entsprechend ausgewiesene Flächen. Die Kommunen im Wirtschaftsraum Bonn/ Rhein-Sieg als Träger der Planungshoheit haben deshalb dafür Sorge zu tragen, durch entsprechende Flächenbevorratung bestehenden Industrieunternehmen die Möglichkeit für notwendige Expansionen zu geben und industrielle Neuansiedlungen zu ermöglichen. Ausgewiesene Industrieflächen sollen grundsätzlich nicht zu Handels- oder sonstigen Gewerbeflächen umgewidmet werden. Viel Haben, wenig Soll. Business-Doppel-Flat-Paket DSL-6000-Flatrate Telefon-Flatrate ins gesamte deutsche Festnetz 29, 95 mtl. Perfekter Service Kostenlose Business-Hotline 24 Stunden 7 Tage die Woche für Sie erreichbar Persönlicher Ansprechpartner während der Umstellung auf Arcor Alle Preise zzgl. MwSt. Verfügbarkeit prüfen unter Hardware-Versand nur 8,36 Mobilfunknetze ab 13,5 Ct./Min., ins Ausland ab 3,9 Ct./Min. 24 Monate Mindestvertragslaufzeit Kündigungsfrist 1 Monat vor Vertragsende, ohne Kündigung automatische Verlängerung um 12 Monate Abrechnung sekundengenau (ab der 1. Sekunde) Wir beraten DIE WIRTSCHAFT Sie gern: 5/

18 Fachkräftebedarf durch Ausund Weiterbildung sichern Die Zukunftsfähigkeit des Industriestandortes hängt wesentlich davon ab, ein dem Nachfrageprofil der Industrie entsprechendes Bildungsangebot in den Schulen und Hochschulen vorzuhalten. Ebenso muss bei Schülern jeder Altersstufe sowie bei Studenten Interesse an natur- und ingenieurwissenschaftlichen Ausbildungsberufen und Studiengängen geweckt werden. Gerade Fertigungsberufe werden weiterhin von den Trends Miniaturisierung und Digitalisierung geprägt sein und ein steigendes Qualifikationsniveau des Personals erfordern. Daher gilt es, nicht nur Maßnahmen zu ergreifen, die Zahl der Hochschulabsolventen in den Ingenieurswissenschaften zu erhöhen, sondern auch die Aus- und Fortbildung von Facharbeitern zu fördern, denn diese bilden das Rückgrat der Produktion. Weitere Optimierung der Verkehrsinfrastruktur Den vollständigen IHK-Industriereport 2008 können Sie unter Standortpolitik, Untermenü Industriereport downloaden. Kurt Schmitz-Temming, Tel.: 0228/ , Für die Industrie ist die Qualität der Verkehrsinfrastruktur von zentraler Bedeutung. Dies betrifft sowohl den regionalen Verkehrsfluss als auch die Erreichbarkeit der weltweiten Absatzmärkte im Luft-, Schienen-, Wasser- und Straßenverkehr. Zur Sicherung des Industriestandortes Bonn/Rhein-Sieg gehört daher zwingend, den bereits jetzt vorhandenen hohen Ausbaustandard auch künftig zu garantieren sowie Engpässe zu beseitigen. Dazu gehören insbesondere: weitere Garantie eines 24-Stunden-Betriebs am Flughafen Köln/ Bonn und Optimierung der West-Ost-Straßen-Verbindung (Lückenschluss zwischen A 565 und A 3 bzw. Ausbau der A 565.) Sicherung der vorhandenen Standortqualität Die Region Bonn/Rhein-Sieg gehört u. a. deshalb zu den Wachstumsregionen, weil hier im Gegensatz zu anderen Teilregionen verstärkt Bevölkerung und Arbeitskräfte zuziehen (positiver Wanderungssaldo). Verantwortlich dafür ist auch die Stärke der Region im Bereich der weichen Standortfaktoren, die eine hohe Standortqualität garantiert. Dazu gehören das gut ausgebaute Schul- und Hochschulsystem, das große und breite kulturelle Angebot sowie die landschaftliche Einbindung. Besonderes Augenmerk muss dabei auf die Verfügbarkeit von Wohnraum gelegt werden. Dem sich abzeichnenden Wohnflächenengpass müssen die Kommunen mit einer verstärkten Ausweisung von Wohngebieten begegnen. Zur Zukunftssicherung des Industriestandortes Bonn/ Rhein-Sieg gehört deshalb, die bisherigen hohen Standards in den genannten Bereichen zu halten und wenn möglich weiter auszubauen. Kurt Schmitz-Temming Stellv. Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg Reifenhäuser spielt in der Im Vergleich zu Metall, Papier oder Glas ist Kunststoff ein Newcomer und eine weniger wahrgenommene Größe, räumt Ulrich Reifenhäuser, Geschäftsführer der Reifenhäuser GmbH & Co. KG Maschinenfabrik in Troisdorf, Informationsdefizite ein. In der öffentlichen Wahrnehmung spielt der Werkstoff oft, zu oft, eine untergeordnete Rolle. Das hat seine Wirkung. Denn gute Fachkräfte stehen nicht Schlange in der Branche und auch nicht bei Reifenhäuser, dem mit 370 Millionen Euro Umsatz und 850 Beschäftigten größten Maschinenbauer in der Region. Ulrich Reifenhäuser Der stellvertretende Vorsitzende des Fachverbandes Kunststoff- und Gummimaschinen im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) weiß um die geringere Attraktivität des deutschen Mittelstands im Vergleich zu den Großkonzernen bei Ingenieuren. Dabei ist dieser Werkstoff wirklich zukunftsträchtig. Wir haben hier erheblichen Nachhol-Bedarf und kümmern uns noch nicht genug, obwohl die Chancen bei uns doch deutlich größer sind. Kontakte zu den Fachhochschulen in Köln und Sankt Augustin sowie zur RWTH in Aachen könnten noch ausgebaut werden. Reifenhäuser STANDORTVORTEILE, DIE ÜBERZEUGEN: Gewerbepark Farmersheck in Vettelschoß der Technologie-Standort an der A3 (bei Bonn) Zwischen Köln/Bonn und Rhein/Main Grundstücke voll erschlossen Variable Grundstücksgrößen Preiswerte, stabile Hebesätze Gesundheits- und Sozialeinrichtungen in unmittelbarer Umgebung z.b. Kliniken, Ärzte, Schulen, Kindergärten Hervorragendes Freizeitangebot im Naturpark Rhein-Westerwald und Siebengebirge 29 E/m 2 ATTRAKTIVE GEWERBEFLÄCHEN Kontakt: Ortsgemeinde Vettelschoß Gemeindebüro Telefon: Telefon: Fax: Verbandsgemeinde Linz Telefon: DIE WIRTSCHAFT 5/2008

19 ersten Maschinenbauliga investiert in die Ausbildung: Wir bilden in unserer Lehrwerkstatt über Bedarf aus, weil nur die eigene Ausbildung Substanz und Zukunft unseres Unternehmens sichert. Dabei sind die Voraussetzungen prächtig: Kunststoff ist der Werkstoff des vergangenen und dieses Jahrhunderts und hat enormes Wachstumspotenzial, glaubt Reifenhäuser an weitere Kapitel in der Erfolgsgeschichte Made in Germany: Der High Tech Kunststoffmaschinenbau wird auch in Zukunft weltweit eine deutsche Domäne sein. Es werde vielleicht Verlagerungen im Standardmaschinenbau nach China geben, aber eine Verlagerung des Spezialmaschinenbaus sieht Reifenhäuser nicht: Wir müssen auch in Zukunft schnell, flexibel und innovativ sein, wir müssen die Bedürfnisse des Marktes kennen und unsere Entwicklungsgeschwindigkeiten beibehalten aber da habe ich keine Angst, daß dies nicht gelingt. Das Troisdorfer Familienunternehmen setzt dabei auf gute Mitarbeiter, von Monteuren und Verfahrenstechnikern bis hin zu Ingenieuren. Sie können ohne Probleme eine Reifenhäuser-Maschine in Afrika betreiben, bauen können Sie sie dort nicht, kommt der Unternehmer aus Leidenschaft auf den Punkt. Im Spezialmaschinenbau nütze den Chinesen auch nicht der Kostenvorteil von 70 bis 80 Prozent. Deshalb werde die Kunststoffindustrie in der Region zukünftig noch an Bedeutung gewinnen und für weiteres Wachstum sorgen: Die Wertschöpfung in der Industrie ist unheimlich wichtig für unsere Region. Wobei es die einzelnen Unternehmen richten müssen: Was soll ich über Rahmenbedingungen klagen, ich muss mir als Unternehmer selber helfen. Und die Rahmenbedingungen sind auch gut: die zentral liegenden Hochschulen, die sehr gute Verkehrsanbindung und die hervorragende Infrastruktur. Und noch etwas kommt hinzu: Ein gut geführtes Familienunternehmen hat Vorteile gegenüber fremd bestimmten Unternehmen allein schon durch die Konstanz und die Identifikation der Mitarbeiter, sagt der Geschäftsführer. Trotz oder gerade wegen des hohen Exportanteils von rund 90 Prozent bekennt sich das Troisdorfer Familienunternehmen jedoch klar zum Standort Troisdorf. Zwar hat Reifenhäuser vor vier Jahren ein eigenes Unternehmen im Standardmaschinenbau in China gegründet, damit aber zugleich Arbeitsplätze in Troisdorf geschaffen. Das Know-how und die Ingenieurswiege waren und bleiben in Troisdorf. (mp) REIcofeed-Coextrusionsadapter Blasfolienwickler UFA III Wenn unter Palmen das Telefon klingelt sind viele genervt, denn Urlaub soll wirklich Urlaub sein. Da sind Anrufe von Kunden, Klienten oder Geschäftspartnern fehl am Platz. Doch gerade kleinere Unternehmen oder Freiberufler sehen häufig keine andere Möglichkeit, als das eigene Handy zum ständig erreichbaren Mini-Büro zu machen. Dabei gibt es die professionelle und kostengünstige Alternative, Anrufe auf einen Telefonservice umzuleiten. Dort nehmen ausgebildete Sekretärinnen das Gespräch entgegen, melden sich mit dem jeweiligen Firmennamen (zum Beispiel als Praxis Dr. Schröter oder Elektro Schmitz) und leiten auf Wunsch wichtige Information als SMS oder an den Urlaubsort weiter oder vereinbaren Termine für die Zeit nach den Ferien. Als Urlaubsvertretung für bis zu vier Wochen kostet der Telefonservice bei businesstelefon.de nur 50 Euro pro Woche inklusive aller eingehenden Telefonate. Das ist professioneller und langfristig günstiger als ein überfüllter Anrufbeantworter. Dank moderner Technik merken die Anrufer nicht, dass ein ausgelagertes Sekretariat das Gespräch annimmt sollen sie auch nicht. Professionell und erfolgreich ist der Telefonservice nämlich dann, wenn die Anrufer das Gefühl haben: hier bin ich richtig. Und das ist bei Telefon-Profis eher der Fall, als bei Kindergeschrei am Meeresstrand. Darum richtet sich businesstelefon.de nicht nur an große Firmen, sondern auch an kleine Unternehmen und Freiberufler wie Handwerker, Ärzte oder Anwälte: für sie ist der Telefonservice eine preiswerte und professionelle Alternative zum Handy unter Palmen. businesstelefon.de Ein Online-Angebot von DER THÜNKER Büroservice mit System Bundeskanzlerplatz Bonn Telefon ANZEIGE DIE WIRTSCHAFT 5/

20 Das Problem ist erkannt: Alle vier Stunden stirbt in Deutschland ein Mensch an Krebs, der durch Radon verursacht wurde. Das sind über Lungenkrebstote pro Jahr. Das radioaktive Edelgas Radon gilt als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs nach dem Rauchen. Radon kommt natürlich im Boden vor und kann durch unzureichend abgedichtete Boden- oder Kellerwände ins Haus gelangen. Seine radioaktiven Folgeprodukte lagern sich an Staubteilchen an und werden eingeatmet. Dem Radon auf der Spur Problem erkannt, Gefahr gebannt? Es gibt in Deutschland weder gesetzgeberische Initiativen noch angemessene Informationen durch Bund, Länder oder Behörden, stellt Ralf Klingel fest: So hat Deutschland eine europäische Empfehlung immer noch nicht umgesetzt, während es z. B. in der Schweiz bereits seit zehn Jahren ein Radonschutzgesetz gibt oder in Belgien Kampagnen zur systematischen Radon- Untersuchung in Schulen oder Kindergärten laufen. Ralf Klingel und Joachim Kemski von Kemski & Partner in Bonn sind kompetente Sachverständige für Radon, Experten für das unsichtbare Edelgas und fast desillusioniert durch die mangelnde Aufmerksamkeit, die dem Thema in Deutschland beigemessen wird. Das könnte damit zu tun haben - mutmaßen die Geologen - das eine Sanierung von öffentlichen Einrichtungen mit hohen Kosten verbunden sein können. Doch den Kopf in den Sand stecken hat wenig Erfolg: Radon macht nicht vor Stadt- oder Landesgrenzen halt, es wurden z. B. hohe Konzentrationen in Häusern in den belgischen Ardennen oder im Schweizer Jura gefunden aber ein paar Kilometer weiter auf deutschem Gebiet wird das Thema totgeschwiegen, sagt Kemski. Ihre Radonkonzentrationskarten zeigen klein- und großräumlich das Vorkommen hoher Radonbelastungen in Häusern, wobei insbesondere Kellerräume und das Erdgeschoss betroffen sind. Wird Radon eingeatmet, setzen sich die strahlenden Abbauprodukte in der Lunge fest. Das kann dann tödlich enden. Ausgründung aus der Universität Bonn Im Jahr 1997 haben die beiden Geologen ihr Unternehmen gegründet eine Ausgründung aus der Bonner Universität, wo sie am Geologischen Institut zu den Themen Radon und Umweltradioaktivität forschten. Heute zählen vor allem Unternehmen und Privatleute zu den Kunden von Kemski & Partner, nur noch untergeordnet werden Forschungsprojekte von Bund und Ländern beauftragt. Die beiden Gutachter beraten Firmen in Fragen des Arbeitsschutzes beim Umgang mit natürlich radioaktiven Stoffen oder bieten Messdienstleistungen an. Private Auftraggeber wollen vielfach die Belastung ihrer Wohnräume kennen oder holen bei größeren Bauvorhaben in radonbelasteten Gebieten die Expertise der Bonner ein. Ein wesentliches Informationsmittel ist mittlerweile das Internet. Mit ihrer Informationsseite die umfangreiche wissenschaftliche Information zum Radon bereitstellt und die im Schnitt ca mal im Monat angeklickt wird, erreichen die Geologen bundesweit ein breites Publikum. Neben ihrer Tätigkeit als Sachverständige in Sachen Radon bieten Kemski und Klingel auch herkömmliche Umweltberatungen an. Michael Pieck Radon tritt oft in Kellerräumen auf. Radon entsteht durch den radioaktiven Zerfall von Uran im Boden. Es diffundiert aus dem Erdreich und Baustoffen und sammelt sich in Wohn- und insbesondere Kellerräumen. Besonders in schlecht gelüfteten Räumen können Konzentrationen entstehen, die 100- fach oder gar 1000-fach über dem natürlichen Wert in der Außenluft liegen. Radonmessung in der Bodenluft 18 DIE WIRTSCHAFT 5/2008

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