20 JAHRE FRANZISKUSTREFF

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1 20 JAHRE FRANZISKUSTREFF JAHRESBRIEF 2012/2013 BRUDER WENDELIN Ein Frühstücksraum für viele Gäste UND VIELE KAMEN Jubiläumslied MITHELFEN Für viele eine Selbstverständlichkeit

2 INHALT 2012/2013 FRANZISKUSTREFF JAHRESBRIEF Grußworte Sich angenommen wissen Rückblick So hat Bruder Wendelin den Franziskustreff gegründet in der Zeit, nicht im Zeitgeist Erinnerungen von Dr. Raban Tilmann Wie bei der Hochzeit zu Kana Erfahrungen von Josefina Oppermann, Ehrenamtliche Mehr als ein Besuch Besser als ein Ferienjob Bericht von Praktikant Maximilian Fritz Die tägliche Brotvermehrung Gespräch mit Regina und Gregor Merckle, hauswirtschaftliche Leitung Für den guten Zweck Briefe und Beispiele von Wohltätern Aus Gästen werden Brüder Projektbericht Franziskustreff-Stiftung Der Franziskustreff bleibt, wie Bruder Wendelin ihn gründete Wie hältst du es mit Faust im Franziskustreff? Bericht von einem besonderen Erkundungsgang Meditation Danke mit Flügeln 45 So helfen Sie Hinweise zum Spenden Überweisungsträger Wohltäter Reinhild Fassler erinnert sich an ihre Begegnungen mit Bruder Wendelin Hier darf ich sein! Herr Z. wagt erste Schritte 46 Impressum 47 Augenblick 48 Das Wort der Bibel 2 Kor. 9,7 30 Kreative Quellen Eine gut geerdete Utopie Gespräch mit Birgitta Spiller, Sozialberaterin 2

3 20 Jahre Franziskustreff GRUSSWORTE 20 Jahre sind es nun her, dass Bruder Wendelin den Franziskustreff gründete. Er wollte einen offenen Raum für arme und obdachlose Menschen im Herzen der Wirtschaftsmetropole. Seither wird dieses Werk durch viele Menschen unterstützt. Um den Franziskustreff dauerhaft noch mehr abzusichern, hat die Deutsche Kapuzinerprovinz am 13. März 2013 die Franziskustreff-Stiftung gegründet. Dass am Abend desselben Tages ein neuer Papst mit Namen Franziskus gewählt wurde, dürfte Bruder Wendelin in besonderer Weise erfreut haben. Franziskus von Assisi war von Haus aus reich, wählte aber um Christi willen ein Leben in Armut und bei den Armen. Bettelarm und doch reich, mit diesen Attributen wird das Leben des hl. Franziskus bisweilen umschrieben. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Ehrenamtlichen und Wohltäterinnen und Wohltätern ein herzliches Vergelt's Gott dafür, dass sie mit ihrem Einsatz das Leben vieler Menschen bereichern. Der Franziskustreff bietet Menschen weit mehr als ein Frühstücksbrot. Mögen Papst Franziskus und Bruder Franziskus die Arbeit des Franziskustreffs auch weiterhin inspirieren. Ihr Bruder Christophorus Goedereis, Provinzialminister der Deutschen Kapuzinerprovinz Als Bruder Wendelin 1992 dem Pfarrgemeinderat Liebfrauen vorschlug, an der Liebfrauenkirche einen Frühstücksraum für wohnungslose und arme Menschen einzurichten, stieß diese Idee nicht bei allen sofort auf Verständnis. Man war an die Ausgabe von geschmierten Butterbroten an der in den 1980-er Jahren noch eigenen kleinen Klosterpforte gewöhnt und akzeptierte diese Armenspeisung, doch ein eigener Frühstücksraum stieß auf Skepsis. Es war seiner Persönlichkeit und dem brennendem Optimismus zu verdanken, wenn es um die Armen ging, die letztlich auch die letzten Kritiker rasch überzeugte. Alle Menschen an Liebfrauen erfuhren in Bruder Wendelin einen Kapuziner, der nicht über die Armen sprach, sondern mit ihnen. Authentisch und glaubwürdig lebte er, was er sprach und seine Sprache war franziskanisch geprägt: Dem Armen Bruder sein. Dem Wirken von Bruder Wendelin verdanken wir es, dass die Liebfrauenkirche ein Ort ist, an dem die bedürftigen Menschen Rücksicht nehmen auf die Betenden, und die Betenden die Bedürftigen als Brüder und Schwestern annehmen. Die von Bruder Wendelin gewollte und gelebte Ehrlichkeit und das Miteinander von Bedürftigen und Gläubigen ist an Liebfrauen täglich zu sehen und zu spüren. Wir gratulieren zum Jubiläum des Franziskustreffs, danken allen engagierten Helferinnen und Helfern, Wohltäterinnen und Wohltätern, die für die tägliche Gastfreundschaft im Franziskustreff Sorge tragen. Möge der Franziskustreff vielen Menschen ein Raum der Geschwisterlichkeit und Gastfreundschaft sein. P. Norbert Schlenker, Pfarrer der Pfarrgemeinde Liebfrauen Christian Noll, Vorsitzender Pfarrgemeinderat Liebfrauen 3

4 Grußworte Gerne ergreife ich die frohe Gelegenheit des 20-jährigen Bestehens des Franziskustreffs am Kapuzinerkloster Liebfrauen in Frankfurt am Main, Ihnen meine herzlichen Glückund Segenswünsche auszusprechen! Vor 20 Jahren hat Bruder Wendelin den Franziskustreff, einen Gastraum für arme und obdachlose Menschen, an der Liebfrauenkirche gegründet. Seither werden an jedem Werktag und an den Feiertagen den Hilfsbedürftigen in der Innenstadt der Mainmetropole Essen und menschliche Nähe angeboten. Als Bischof von Limburg schaue ich mit Ihnen dankbar auf die vergangenen Jahre zurück, in denen sich aus den kleinen Anfängen der Obdachlosenarbeit von Bruder Wendelin ein Ort entwickelt hat, an dem sich fast täglich 160 Personen treffen und dankbar die ihnen dort angebotene Unterstützung annehmen. Bei meinem diesjährigen Besuch des Franziskustreffs habe ich erlebt, wie sehr das treue Zeugnis für Christus, das Sie durch Ihr vielfältiges Engagement geben, eine Bereicherung für unsere Diözese ist. In diesem Sinne hat Bruder Wendelin einmal gesagt: Wenn Gott uns die Armen schickt, dann sorgt er auch für sie. Für all Ihr engagiertes und solidarisches Wirken danke ich Ihnen und verbleibe mit allen guten Segenswünschen zu Ihrem Jubiläum! Ihr Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst, Bischof von Limburg Bruder Wendelin sehe ich noch vor mir. Im Hof von Liebfrauen bei der Arbeit. Er hat mir Eindruck gemacht. Ich denke mal: weil er keinen Eindruck machen wollte. Er war offenbar nicht mit sich selber beschäftigt. Er war ganz bei der Sache. Die Sache, das sind im Franziskustreff die Armen. Unser Alt- Bischof Franz Kamphaus hat einmal gesagt: Wir können uns viel leisten. Und wir leisten uns auch manches. Eines können wir uns nicht leisten: dass uns die Armen verachten. Wohl wahr! Wenn der Dienst im Franziskustreff gut geleistet wird, dann wirkt er dahin, dass sich die Kirche in Frankfurt bei den Armen sehen lassen kann. Und daran liegt vieles. Denn vielleicht sehen die Armen dann den Herrn in der dienenden Kirche und schöpfen Hoffnung. Ebenso wie die Diener der Kirche den Herrn in den Armen erkennen können und ihres Dienstes froh werden. Papst Franziskus hat eine Kirche, die sich selbstverliebt um sich selber dreht, die sich selbst beweihräuchert und sich selbst befriedigt, als Synagoge des Satans gebrandmarkt. Die echte Kirche Jesu darf über sich selbst hinauswachsen. Sie muss aus sich herausgehen. Sie wird, sagt der Papst, mutig an die Ränder gehen. Nicht nur horizontal sich ausbreiten bis an die Grenzen der Erde, sondern vertikal mit dem Segen, der von oben kommt, bis an den unteren Rand gehen, tief hinein in die Niederungen und Niederlagen der menschlichen Existenz. Nicht nur gute Werke, hat C. S. Lewis einmal gesagt, sondern auch: gute Arbeit! Auf 20 Jahre gute Arbeit an den Armen der Stadt und mit ihnen kann der Franziskustreff heute froh zurückschauen. Die Franziskustreff-Stiftung will ein Fundament dafür legen, dass es damit gut weitergehen kann. Dank für das Getane sagt und Gottes Segen für das Geplante wünscht herzlich Johannes zu Eltz, Stadtdekan in Frankfurt am Main 4

5 Grußworte In Frankfurt am Main wird auf vielfältige Weise dafür Sorge getragen, dass sich täglich viele Menschen in sozialen Einrichtungen der obdachlosen und bedürftigen Frauen und Männer am Rande der Gesellschaft annehmen und versuchen, auch ihnen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Dabei hat christliches Engagement für wohnungslose und verarmte Menschen eine lange Tradition in Frankfurt am Main, auch durch die vielen hiesigen Stiftungen. Die Idee von Bruder Wendelin, armen und obdachlosen Menschen in Frankfurt ein Frühstücksangebot zu ermöglichen, ist im November 1992 entstanden. Bruder Wendelin, die stadtbekannte Persönlichkeit, verstarb bedauerlicherweise viel zu früh bereits im Jahr Sein enormer Einsatz und der von vielen Helferinnen und Helfern haben nicht nur das Angebot für die Bedürftigen in Frankfurt bereichert, sondern auch viele Nachahmer gefunden. Heute ist der Franziskustreff eine Institution und mehr als ein lebendiger Frühstückstreff. Hier ist der Raum für Ansprache und Gespräche. Jeder Mensch wird mit seiner Persönlichkeit und seinen Lebenserfahrungen ernst genommen. Wenn er möchte, erhält er durch professionelle Sozialberatung Unterstützung. Mein Dank gilt deshalb den verantwortlichen Kapuzinern und allen, die aktiv den Franziskustreff unterstützen und durch ihr Engagement die Einrichtung mittragen. Ich bedanke mich auch im Namen der bedürftigen Menschen in unserer Stadt. Armut und Obdachlosigkeit werden uns in Frankfurt auch in den kommenden Jahren begleiten, und ich bin froh und zuversichtlich, auf den Franziskustreff als wichtigen Partner zählen zu können. Es ist mir persönlich sehr wichtig, die gute Arbeit der Wohnsitzlosenhilfe Franziskustreff zu unterstützen. Mit freundlichen Grüßen Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main Zum 20-jährigen Bestehen gratuliere ich dem Franziskustreff von Herzen! 20 Jahre im Dienst der Menschlichkeit und Nächstenliebe sind ein stolzes Jubiläum und ein schöner Anlass zum Feiern. Der Gastraum im Herzen der Stadt hat sich seit seiner Gründung durch Bruder Wendelin zu einem festen Bestandteil unseres sozialen Netzes entwickelt. Hier finden bedürftige Menschen einen Ort der Geborgenheit und des Trostes, hier erfahren sie Zuspruch und spürbare Hilfe. Neben dem tatkräftigen Einsatz von Bruder Paulus und seinem ehrenamtlich arbeitenden Team tragen auch viele Sponsoren zum Erfolg des Projektes bei. Allen, die sich für den Franziskustreff engagieren, danke ich persönlich wie auch namens der Stadtverordnetenversammlung aufrichtig für ihre Unterstützung. Es freut mich, dass das gut angenommene Wohnsitzlosenfrühstück durch die Franziskustreff-Stiftung auch finanziell dauerhaft auf feste Füße gestellt wurde. Ich wünsche dieser segensreichen Einrichtung weiterhin alles Gute. Mögen sich stets viele Helferinnen und Helfer finden. Sie alle machen anderen mit ihrem guten Beispiel Mut, ihnen zu folgen! Ihre Dr. Bernadette Weyland, Stadtverordnetenvorsteherin der Stadt Frankfurt am Main 5

6 Grußworte Ihre Arbeit ist ein wunderbares Zeichen für das Evangelium von Jesus Christus in unserer Stadt. Hier ist ein Raum für die, die sonst ausgeschlossen sind. Die Menschen, die zu ihnen kommen, erhalten nicht nur Nahrung für den Leib, sondern auch eine Perspektive. An diesem Ort wird der Gesellschaft in Erinnerung gerufen, dass wir alle letztlich von Gottes Barmherzigkeit leben, und dass das Erbarmen mit den Schwachen und Hilflosen die Essenz unseres Gemeinwesens ist. Und alle, die Bedürftigen, die Helfenden und die Unterstützer, werden zu einem Zeichen für den Segenskreislauf Gottes. Der Segen, der von Gott kommt, wird nicht knapp, wenn er weitergegeben wird. Im Franziskustreff sehen wir: Der Segen reichert sich an, wenn er weitergegeben wird. Und im Dank derer, die gestärkt werden, kehrt er zu Gott zurück. Ihr christliches Zeugnis strahlt auf dem ganzen Liebfrauenberg. Es berührt und erfreut mich auf meinen Wegen durch die Stadt. Und ich bin mir sicher, dass es dem Vater im Himmel genauso geht. Ihre Pfarrerin Gabriele Scherle, Pröpstin für Rhein Main Der Caritasverband Frankfurt freut sich außerordentlich über 20 Jahre Franziskustreff und beglückwünscht die Pfarrei Liebfrauen und den Orden der Kapuziner für ihr segensreiches Wirken für Menschen in Wohnungsnot. Wenn Gott uns die Armen schickt, dann sorgt er auch für sie. So umschrieb Bruder Wendelin Gerigk seine Motivation, als er 1992 den Franziskustreff gründete. Diese Haltung hat uns überzeugt, und von Anfang an war der Caritasverband unterstützend an seiner Seite. Bruder Wendelins Tatkraft und Zuversicht waren beeindruckend und wirkten ansteckend, da fiel die Kooperation nicht schwer. Es war ihm immer ein Anliegen, dass der Franziskustreff nicht nur Symptome der Armut lindern, sondern auch nachhaltige Hilfe leisten sollte. Viele der Menschen, die sich bis heute im Franziskustreff einfinden, haben Rechte, die sie oft nicht einlösen können. Deshalb gehörte von Anfang an zum innersten Kern des Konzepts die Beratung der Gäste durch Sozialarbeiter der Caritas, die für diese besondere Aufgabe fachlich geschult und gut vorbereitet waren. Eine Herzensangelegenheit war Bruder Wendelin auch, den Aufbau der Elisabeth-Straßenambulanz zu unterstützen. In der Aufbauphase stellte er im Kloster einen Behandlungsraum zur Verfügung, der dringend gebraucht wurde. Die Sorge für die Menschen ohne Wohnung oder in anderen Notlagen ist bis heute geblieben. Die Menschen, die den Weg zum Franziskustreff gefunden haben, bekommen hier die Chance, ihr Leben zu verändern, ihm eine neue Richtung zu geben und es wieder in den Griff zu bekommen. Dabei leisten neben der fachlichen Beratung auch die verschiedenen Caritas-Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe ihren Beitrag. Der Caritasverband blickt froh und dankbar auf 20 Jahre guter Zusammenarbeit mit dem Franziskustreff zurück. Die Einrichtung ist ein wichtiger Baustein im Verbund der Wohnungsloseneinrichtungen und nicht mehr wegzudenken aus Frankfurt. Er ist vor allem auch ein Ort tätiger Nächstenliebe, der konkreten, gelebten Caritas. Das verbindet uns, und diese gemeinsame Grundhaltung wird uns auch in Zukunft begleiten. Hartmut Fritz, Caritasdirektor im Caritasverband Frankfurt e.v. 6

7 Grußworte Zu 20 Jahren im Dienste des Menschen gratuliere ich von Herzen und spreche diesem würdevollen und heiligen Dienst meine Hochachtung aus. Dem Menschen als einem gleichwertigen und ebenbürtigen Menschen zu begegnen, ist die abrahamitische Lehre seither. So heißt es im Koran 2:215: Sie fragen dich, was sie spenden sollen. Sprich: Ihr sollt vom wohlverdienten Gut den Eltern, den Angehörigen, den Waisen, den Bedürftigen und den mittellosen Wanderern geben. Und was ihr an Gutem tut, weiß Gott genau. Dem Menschen als edelstes Geschöpf Gottes beizustehen, charakterisiert den Habitus des guten Menschen. Dementsprechend stimmt der Beruf des Dienstes im Franziskustreff mit der Berufung zum Dienste des Menschen, egal welcher Herkunft und welchen Standes, ganz überein. Ich danke Bruder Paulus und allen Mitwirkenden an diesem ehrwürdigen Projekt, wünsche Ihnen in Zukunft segensreiche Dienste und viel Erfolg. Lass dem Verwandten sein Recht zukommen, ebenso dem Bedürftigen und dem Reisenden. Das ist besser für die, die das Antlitz Gottes suchen. Das sind die Erfolgreichen. Koran 30:38 Brüderlich Ihr Selçuk Doğruer DITIB Hessen, Landesbeauftragter für interreligiöse und interkulturelle Zusammenarbeit Der Franziskustreff leistet seit über 20 Jahren soziale Arbeit im Sinne eines christlichen Humanismus. Indem täglich Obdachlosen und Armen für 50 Cent ein Frühstück bereitet wird, kümmert er sich um das Wohlergehen von Menschen, die in unserer Gesellschaft zu häufig ignoriert werden. Durch das Ziel, die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit der Gäste zu fördern, und durch eine professionelle Sozialberatung soll ihre Menschenwürde respektiert werden. Im Gegensatz zu anderen caritativen Einrichtungen ist der Franziskustreff vollständig durch Spenden getragen und kommt ohne Steuergelder aus. Es hat uns als Atheisten und Vertreter eines säkularen Humanismus besonders gefreut zu hören, dass im Franziskustreff auch Menschen, die nicht an einen Gott glauben, ihren Beitrag leisten dürfen. Sie zeigen mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit, dass es keines religösen Glaubens bedarf, um Gutes zu tun, und dass in einer toleranten Umgebung auch unterschiedliche Weltanschauungen und Religionen auf gemeinsame humanistische Ziele hinarbeiten können. Dr. Florian Dort Vorstandsmitglied des Humanistischen Verbands Deutschland - Landesverband Hessen 7

8 . Sich angenommen wissen. So hat Bruder Wendelin den Franziskustreff gegründet. Er wird unterstützt von ehrenamtlichen Helfern, und bald kommt von den Aachener Franziskanerinu Wenn wir am 19. November Jahre Franziskustreff feiern - zu allererst ein Tag der Dankbarkeit -, dann habe ich mein Zehnjähriges" schon ein paar Wochen hinter mir. Es war im Oktober 1992, als mich die Leitung der rheinisch-west fälischen Kapuzinerprovinz nach Frank furt versetzte. Eine meiner Aufgaben sollte es sein, die Obdachlosenarbeit in geordnete Bahnen zu überführen. Auf diesem Gebiet hatte ich etliche Jahre in Münster Erfahrungen sammeln können. Nun ist Frankfurt sicher ein ganz anderes Pflaster als Münster, aber ich traute mich, den Auftrag zu über nehmen. (Diese und alle weiteren Zitate aus der Festschrift: 10 Jahre Franziskustreff, 2002) Gottvertrauen und demütiges Selbstbewusstsein öffneten Bruder Wendelin vom ersten Tag seines Ordenslebens in Frankfurt am Main die Herzen der Menschen. Er war für die Aufgabe in der Großstadt bestens zugerüstet. Frankfurt sollte für ihn zum Höhepunkt seines Ordenslebens werden. Und vor allem: sein Franziskustreff. Ob er sich das so vorgestellt hatte, als er mit 17 in den Orden eintrat und zunächst als Schneider seinen Weg ging? Und dem später dann viele Renovierungmaßnahmen in der Ordensprovinz anvertraut wurden? Als Bruder Wendelin nach Frankfurt kommt, wird an der Klosterpforte die obligatorische Stulle ausgegeben. Bruder Wendelin findet das würdelos. In einer Stadt, in der unmittelbar neben Liebfrauen die Zeil und die Banken glänzen, sollen die Armen auch einen Glanzpunkt erhalten, freilich nicht aus Stahl und Glas, sondern aus gediegener Gastraumgestaltung und aufmerksamer Bedienung von Herz zu Herz: Einen Willkommenspunkt ohne Wenn und Aber. Meine Ideen wurden mit Skepsis aufgenommen. Das konnte mich allerdings nicht irritieren. Nach einem kurzem Praktikum in Stuttgart begann ich am 24. November 1992, meinen Auftrag umzusetzen. Als Start kapital hatte man mir den nicht gerade atemberaubenden Betrag von 1500 Mark zur Verfügung gestellt. Anfangs bekam ich öfter die Frage gestellt, wie ich dieses Projekt eigentlich finanzieren wolle. Ich habe damals gesagt (und tue es heute noch genauso): Da hilft der liebe Gott mit. Ich darf sagen, mit großem Gottvertrauen habe ich diesen Dienst für die Armen begonnen. Und nie wurde ich enttäuscht. Es war immer alles Not wendige da. FFOTO: A. GOTTSELIG 8

9 Bruder Wendelin nen, die einen Konvent an der Liebfrauenkirche gegründet haben, Schwester Veronika nach Liebfrauen. Es ist nicht leicht für sie, in das schon gewachsene erste Helferteam hineinzukommen. Aber sie wird schließlich für die hauswirtschaftliche Organisation unentbehrlich. Parallel zum Franziskustreff gibt es als Einrichtung für Obdachlose bei unserer Nachbargemeinde den Domtreff. Dort fehlt eine Führungskraft. Deshalb wird im November 1993 Schwester Veronika die Verantwortung im Domtreff übertragen. Ihr Dienst beginnt dort um Uhr vormittags, zuvor kümmert sie sich schon mehrere Stunden lang bei uns um das Frühstück für die Gäste. Dieser auf zwei Einrichtungen verteilte Dienst ist keine leichte Zeit. Als 1996 der Umbau des Klosters geplant wird, bleibt Bruder Wendelin freundlich, aber bestimmt, bei seinem Plan, den Armen eine gehörige Portion Platz zu ermöglichen in den beengten Verhältnissen der Grundfläche, die das Kapuzinerkloster in der Stadt zur Verfügung hatte. Es beginnen Aushubarbeiten, für die Bruder Wendelin seine Männer mit einspannt, die auf diese Weise von Anfang an eine Beziehung zum Franziskustreff entwickeln. Mit den Architekten vereinbart er, dass die Armen und Obdachlosen die allerbeste Raumgestaltung bekommen sollen, die Möbel sollen solide und schlicht und schön, und die Technik für die Maschinen im Hintergrund soll praktisch und von bester Qualität sein. Mit Hetty Krist findet er eine Künstlerin, die die sieben Werke der Barmherzigkeit für die Eingangstür gestaltet. Am 24. Juni 1998 weihte dann Bischof Dr. Franz Kamphaus den heutigen Franzis kustreff ein - für uns ein unvergessliches Fest. Eine Woche später konnten wir die Arbeit in unseren Räumen wieder aufnehmen, in den ersten Tagen be dankten sich einige Gäste für die schöne neue Einrichtung. Zwar ist der Gastraum mit seinen nur 32 Sitzplätzen begrenzt, aber unsere Gäste fühlen sich wohl. Genau zuhören, dem Nächsten aufmerksame Liebe schenken: Nachdenklich und mitfühlend ging Bruder Wendelin auf die Menschen ein, die ihm ihre Nöte offenbarten. Vor dem Umbau führt Bruder Wendelin eine wichtige Neuerung im Franziskustreff ein, die wesentlich zum Dienst an den Tischen dazu gehören wird. Aus seinen Worten klingt auch heraus, dass sich der Franziskustreff weiterentwickelt und im Hilfsnetz der Stadt Frankfurt akzeptiert wird: Das erste Blatt aus dem Spendeneinnahmebuch von Bruder Wendelin. Er erhielt es, versehen mit dem Schriftzug mit Gott von Elisabeth Auer, der langjährigen Mitarbeiterin in der Buchhaltung von Pfarrei und Kloster Liebfrauen. 9

10 Bruder Wendelin Die Sozialarbeit war eine wichtige Er gänzung unseres Angebots. Weil es uns darum geht, unseren obdachlosen Gästen nicht nur ein Frühstück zu verabreichen, sondern ihnen soweit wie möglich etwas von ihrer menschlichen Würde zurückzugeben, ist die Ver netzung mit anderen Einrichtungen der Obdachlosenhilfe wichtig. Zur Würde gehören auch saubere Kleidung, Hygiene und medizinische Versorgung. Wir arbeiten gut mit der ökumenischen Kleiderkammer zusammen und mit der Elisabeth-Straßenambulanz. Die hatte ihre Anfänge bei uns im Kloster. Ich denke zurück an einen Besuch von Herrn Schäferbarthold im Februar für uns der erste Kontakt mit der Caritas Frankfurt. Ihm ging es in dem Gespräch um Zusammenarbeit. Das Ergebnis war, dass einige Monate später bei uns in der Herrentoilette unseren Gästen medizinische Ver sorgung angeboten werden konnte. Nach und nach entwickelte sich diese Toilette zu einem ordentlichen Ambu lanzraum. Diese provisorische Ein richtung bestand bis zur Kloster - renovierung Heute befindet sich die Elisabeth- Straßenambulanz in der Allerheiligenstraße. Für diese viel in An spruch genommene Einrichtung sind wir sehr dankbar. Was Bruder Wendelin erfährt, das gibt er auch weiter. Seine Briefe an die Wohltäterinnen und Wohltäter teilen mit, was im Franziskustreff geschieht. So können alle etwas teilhaben an dem, was sie durch ihre Gaben bewirken. Nach jedem Gottesdienst abends setzt er sich auf die Bank im Innenhof von Liebfrauen, wird freundlich angesprochen und hört aufmerksam zu. Nie kommt er mit leeren Händen ins Kloster zurück... Als er am 5. Februar 2010 stirbt, ist die Bestürzung groß. Dank der treuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann die Tür weiter geöffnet bleiben. Bruder Romuald Hülsken übernimmt in dieser schweren Zeit die Leitung. Im November 2010 treffen Bruder Paulus Terwitte und Bruder Pirmin Zimmermann in Frankfurt ein, unter anderem mit dem Auftrag, das Lebenswerk von Bruder Wendelin, der es immer als Werk der Kapuziner gesehen hat, weiter zu begleiten und darin zu wirken. Sicher ändert sich viel, wenn der Initiator stirbt. Die Trauer ist bis heute bisweilen sehr präsent, weil sein Lachen nicht mehr erklingt, seine pragmatische Hilfestellung im Betrieb des Frankziskustreffs nicht mehr eingreift. Die ungebrochene Zuwendung der Wohltäterinnen und Wohltäter ist den armen und obdachlosen Gästen jedoch eine sichere Hoffnung, dass der Franziskustreff aber, der auf Bruder Wendelin zurückgeht, ein Ort bleibt, an dem Menschen Menschen helfen. Warum nehmen wir uns in Liebfrauen überhaupt der Obdachlosen an? Für uns ist dieser Dienst in mehrfacher Hinsicht eine wirkliche Herausforderung. Diese Menschen leben um uns herum in der City von Frankfurt, man muss nur vor die eigene Haustür treten und schon trifft man auf sie. Wir feiern täglich in der Liebfrauenkirche mehrere Gottesdienste, in denen die Botschaft 1998: Festgesellschaft nach der feierlichen Einweihung des Frühstücksraumes durch den Bischof von Limburg, Dr. Franz Kamphaus. 2004: Mit Freude nahm Bruder Wendelin Spenden für den Franziskustreff an. Hier eine Schülergruppe des Gagern-Gymnasiums. 10

11 10 Jahre Franziskustreff 2002: Gruppenbild mit Bruder Wendelin und Schwester Veronika. Rechts Bruder Paulus. vom Erbarmen Gottes mit den Men schen verkündet wird. Wenn wir auf Jesus hören, können uns die Armen vor der Tür nicht gleichgültig bleiben. Liturgie und Diakonie gehören zusammen, damit christliche Verkündigung glaub haft wird. Dazu kommt, dass sich die Gemeinschaften der Ordensleute in Liebfrauen auf Franz von Assisi berufen. Und der hatte in genau genommener Nachfolge wie Jesus ein Herz für die Armen. Schließlich: Wer sich der Armen annimmt, leistet auch einen aussöhnen den Friedensdienst. Das erlebe ich bei uns ganz praktisch. Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, als die Gottes dienste in Liebfrauen von Obdachlosen stark gestört wurden. Seit einigen Jahren ist das nicht mehr so. Warum? Ich denke, sie fühlen sich im Franzis - kustreff angenommen. Sich ange nommen wissen - tut das nicht jedem Menschen gut? t Bruder Wendelin als junger Kapuziner, 1961 nach seiner Ewigen Profess. Im Alter von 22 Jahren. Die Pflege der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lag Bruder Wendelin am Herzen. Jährlich lud er zum Ausflug ein. 11

12 Bruder Wendelin Detail aus dem Glasfenster des Eingangs des Franziskustreffs. Man erkennt in der Zuwendung zu den Armen und Bedürftigen. Bruder Wendelin (links), Schwester Veronika (darüber) und Pater Amandus (rechts), verstorben 2012, der mit Bruder Wendelin die Ordensausbildung erhielt und auf seine Weise die Menschenfreundlichkeit Gottes in Frankfurt lebte. Zeichnung Hetty Krist (1997) Bruder Wendelin: Portraitskizze von Maria Stülpnagel aus dem Jahr Auszug aus einem Spendendankbrief von Bruder Wendelin vom Juli

13 Zum 60. Geburtstag überbrachten die Gäste des Treffs 60 Rosen. Sichtlich gerührt nahm der Gründer des Franziskustreffs diese Gabe an und schenkte sie gleich weiter an die Mutter gottes - sprich: Er ließ sie aufstellen an der Lourdes-Grotte gegenüber dem Franziskustreff. Links: Bruder Wendelin war ein Frühaufsteher. Sonst komme ich nicht dazu, zu tun, was man als Ordensmann tun sollte." (Standfoto: aus dem Film von Prof. Dr. Martin Gertler über den Franziskus treff und Bruder Wendelin. Eine Kultur des Teilens; Rechts: 60. Geburtstag 1999, Feier im Refektorium des Klosters; rechts Pater Erich Purk, oben links Bruder Paulus. Sein Lachen: Wir werden es nicht vergessen. 13

14 Geschichtlicher Anfang In der Zeit, nicht im Zeitgeist Dr. Raban Tilmann, ehemaliger Dompfarrer und Stadtdekan in Frankfurt, im Gespräch über Bruder Wendelin. Dr. Raban Tilmann über die Anfänge und die Wirkung des Franziskustreffs u Dr. Raban Tilmann: Bevor wir mit dem Interview beginnen, möchte zunächst ich als Befragter eine Frage in den Raum stellen: Auf einer tieferen Ebene könnte man sich fragen, ob Bruder Wendelin mit seiner Obdachloseninitiative überhaupt in diese Gesellschaft hineingepasst hat. Es gibt ein heimliches Dogma unseres Zeitgeistes, das heißt: Für solche Menschen, Obdachlose, interessiert man sich nicht. Die bleiben am Rande liegen, da geht man vorbei, gibt vielleicht noch eine Spende, aber wirkliches Interesse daran, dass das Menschen sind, das hat man nicht. Gerade in Frankfurt ist das Leistungs- und Erfolgsdenken ganz dominant, so dass Leute, die da nicht mithalten können oder es auch nicht wollen, völlig draußen sind. Da ist Bruder Wendelin mit seinem Habit (Kutte), wenn er sich auf der Zeil bewegte, nicht nur ein Symbol gewesen, sondern auch ein Widerspruchssignal, bei dem andere vielleicht auch nur im Vorübergehen sagten Dass es sowas gibt. Das wurde dann vielleicht exotisch genommen wegen der Kutte. Bruder Wendelin hat unserer Leistungsgesellschaft vorgelebt, dass man mit solchen Leuten positiv umgeht. Frankfurt City ist der Kern unserer Finanz- und Leistungsgesellschaft, hier kulminiert dieses Leistungsdenken, das ja immer mit einer Bewertung des Menschen verbunden ist. Wer mithalten kann, ist drin und geschätzt und steigt auf, so weit es eben geht. Wer aber von vornherein nicht mithalten kann oder nicht mithalten will es wird ja bei den Obdachlosen oft übersehen, dass sie dieses Leistungsdenken nicht wollen dessen Menschenwürde wird entwertet. Das ist eine logische Konsequenz dieser Art, eine Leistungsgesellschaft aufzubauen. Bruder Wendelin mit seiner Kutte in dieser City lebte anders, dachte anders, handelte anders und zeigte die Widersprüche des Lebens. Erstaunlich ist auch heute, dass die Menschen, die sich Tag für Tag am Liebfrauenkloster vorbei zum Römer bewegen, diesen Widerspruch annehmen. Bruder Wendelin war wie auch Pater Amandus mit seinem Bart völlig exotisch, völlig draußen und anders. Diese Andersartigkeit wurde geschätzt. Die Kapuziner sind ein Teil der Gesellschaft in ihrem Widerspruch. Ist das ein Widerspruch auf zwei Ebenen? In dieser Gesellschaft passt es nicht in das gewohnte äußere Bild, und es ist außerdem ein Kontra zur Konzeption dieser Gesellschaft? Würde die Leistungsgesellschaft logisch denken, würde sie sich der Obdachlosen, die ja oft sichtbar in den Vorräumen und Eingängen zu Geschäften liegen, annehmen. Die vermeintliche Logik dieser Leistungsgesellschaft führt jedoch nicht nur dazu, diese Menschen zu entwerten, sondern sie als Störende zu beseitigen. Die frühere Obdachlosenarbeit der Stadt sah das Elend und versuchte es dann eher mit einer Symptombehandlung. Bruder Wendelin und Pater Amandus sind für mich Symbole für die ganze Stadtkirche Frankfurt, für die heutige Öffentlichkeit, in der die Obdachlosenarbeit seit Jahren lebt. Ist der Franziskustreff so etwas wie satt sein und gleichzeitig hungrig werden nach Veränderung, nach sozialer Integration? Alles muss vom Obdachlosen selbst ausgehen. Er wird nicht vereinnahmt, sondern respektiert. Es ist ähnlich wie die Elisabeth-Straßenambulanz bei Frost. Keiner wird gezwungen. Der Einsatz der Sozialhilfe hört da auf, wo es ein Mensch nicht will. 14

15 Geschichtlicher Anfang Welches Umdenken müsste in der Gesellschaft stattfinden? In Frankfurt ist die Frage nach der Obdachlosenfürsorge beantwortet. Das können wir mutig sagen. Gerade in meiner Zeit als Caritas-Vorsitzender habe ich erlebt, wie sehr auf die Obdachlosenarbeit geachtet wurde. Es geht aber nur mit vereinten Kräften und in der Weise, dass dem Betroffenen dabei geholfen wird, sich selbst zu helfen. Hilfe zur Selbsthilfe ist hier das Stichwort. Um hier eine Kleinigkeit zu nennen: Ich habe immer wieder darüber gestaunt, dass Bruder Wendelin für sein Obdachlosenfrühstück Eigenbeiträge verlangt hat. Dahinter steckt ein Hilfekonzept vor allem im Hinblick auf den Erhalt der Selbstachtung und der Würde dieser Menschen. So fühlen sie sich nicht zu 100 % ins Schlepptau der Gesellschaft genommen. Bruder Wendelin hat eine schwierige Frage gültig beantwortet: Was heißt eigentlich helfen? Da muss der Helfer viel Kreativität und Phantasie aufbringen. Selbstachtung erhalten Braucht es zum Helfen nicht immer zuerst einen Auftrag? Die Motivation zum Helfen liegt ja eher auf der Seite des Helfenden. Für Bruder Wendelin gehörte das Helfen zu seinem christlichen Glauben dazu. Es war ja bei ihm nicht nur das Soziale, sondern der Glaube an sich. Wie können jene Menschen, die nicht den Zugang zu Obdachlosen haben, zu dem Wort kommen: Was ihr den Geringsten unter euch getan habt...? Ein Motiv, das in unsere Gesellschaft hineinpasst, könnte lauten: Kann mir ja auch passieren. So ein Schicksal kann jeden treffen. Damit ist der Obdachlose nicht ganz draußen, nicht ganz fremd. Hier kommt dann die Solidarität ins Spiel. Ich helfe jetzt mit dem, was mir möglich ist. Die Firmen, die Bruder Wendelin unterstützt haben, die haben nicht nur Überschussware gegeben, sondern auch erstklassige Ware, die regelmäßig abgeholt wurde. Bruder Wendelin hat die Obdachlosenhilfe zur Institution gemacht. Was hat das auf der menschlichen Ebene bedeutet? Seine wahre Motivation steckt im Matthäus-Evangelium 25: Ich war nackt, und du hast mich bekleidet. Ich war obdachlos, und du hast mich aufgesucht. Das ist die Motivation christlicher Art. Bruder Wendelin erklärte sich gar nicht, er tat es, und damit trat er in die Öffentlichkeit der Stadt. Ob jetzt andere Menschen in diesem Tun eine Verkündigung 15

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