Aus- und Fortbildungen zum Thema Gewalt gegen Frauen und Kinder in Wiener Krankenanstalten

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1 Aus- und Fortbildungen zum Thema Gewalt gegen Frauen und Kinder in Wiener Krankenanstalten Ein Programm gemeinsam mit dem Frauenbüro der Stadt Wien, 24-Stunden-Frauennotruf und der MAG ELF

2 Ausgangsüberlegungen Gesundheitliche Folgen von Gewalt Krankenhäuser als Gate Keeper der Prävention

3 Gender Violence und Lebensphasen Vor der Geburt geschlechts-selektive Abtreibung (China, Indien,Korea) Gewalterfahrungen der Mutter während der Schwangerschaft (emotionale und physische Effekte auf die Mutter; Effekte auf den Geburtsausgang) erzwungene Schwangerschaft (z.b. Massenvergewaltigungen im Krieg) Kleinkindalter Tötung weiblicher Babys; emotionaler und körperlicher Missbrauch unterschiedlicher Zugang für Mädchen und Burschen zu Nahrung und medizinischer Versorgung Mädchenalter Kinderehen Genitalbeschneidung sexueller Missbrauch durch Familienmitglieder und Fremde unterschiedlicher Zugang zu Nahrung und medizinischer Versorgung Kinderprostitution Quelle: World Bank (1994): Violence Against Women

4 Gender Violence und Lebensphasen Jugendliche erzwungene Partnerschaften und Ehen Sex aus ökonomischen Zwängen ( sugar daddies afrikanischer Schulmädchen, die Schulgeld bezahlen) sexueller Missbrauch am Arbeitsplatz sexuelle Belästigung erzwungene Prostitution Frauenhandel Reproduktive Phase sexueller Missbrauch von Frauen durch den eigenen Partner Vergewaltigung in der Ehe Tötung des Partners psychischer Missbrauch sexueller Missbrauch am Arbeitsplatz sexuelle Belästigung Vergewaltigung Missbrauch von Frauen mit Behinderung Alter Missbrauch von Witwen; Missbrauch von alten Frauen Quelle: World Bank (1994): Violence Against Women

5 Folgen von sexuellem Missbrauch Der Schweregrad der Folgen ist abhängig von der Form des Missbrauchs der Häufigkeit des sexuellen Missbrauchs der Dauer des Zeitraumes des sexuellen Missbrauchs dem Vorhandensein zusätzlicher körperliche Gewaltausübung und/oder der Androhung körperlicher Gewalt dem Alter des Kindes zu Beginn des sexuelle Missbrauchs der emotionalen Bindung des Kindes an den Täter / die Täterin den familiären und sozialen Reaktionen auf das Bekannt- werden des sexuellen Missbrauchs

6 Unmittelbare psychische Folgen des sexuellen Missbrauchs plötzliche Verhaltensänderungen des betroffenen Kindes Angst, Schlafstörungen, Albträume Schuld- und Schamgefühle depressive Verstimmungen aggressives und sexualisiertes Verhalten Verschlechterungen der Schulleistungen Weglaufen von zu Hause

7 Langzeitfolgen des sexuellen Missbrauchs Depression Panikattacken, Angststörungen Schlafstörungen dissoziative Symptome (Absenzen, Verlust des Realitätssinns, Depersonalisation) Suizidalität Selbstverletzungen post-traumatic stress disorder (PTSD)

8 Gynäkologische Langzeitfolgen von sexuellem Missbrauch in Kindheit/Jugend Eine multi-center-studie an 11 gynäkologischen Abteilungen in Österreich (n=1.378 Frauen) Ergebnisse: Erfahrungen von sexuellem Missbrauch n % von sexueller Missbrauch ohne Körperkontakt ,3 sexueller Missbrauch mit Körperkontakt 92 6,7 sexueller Missbrauch mit Penetration 53 3,8 sexueller Missbrauch und körperliche Gewalt 29 2,1 sexueller Missbrauch und Androhung von Gewalt 27 2,0 Durchschnittsalter beim ersten Missbrauchserlebnis: 12 Jahre Ludwig Boltzmann Institut für Frauengesundheitsforschung, Wien, 1997

9 Gynäkologische Langzeitfolgen von sexuellem Missbrauch in Kindheit/Jugend Eine multi-center-studie an 11 gynäkologischen Abteilungen in Österreich (n=1.378 Frauen) Ergebnisse: gynäkologische Langzeitfolgen Auftreten von Beschwerden über einen signifikant längeren Zeitraum bei Frauen mit vs. ohne sexuellem Missbrauchserlebnis Störungen des Menstruationszyklus 0,077 Menstruationsbeschweren 0,009 Unterbauchschmerzen 0,001 vaginaler Ausfluss 0,002 Eierstockentzündung 0,006 Blasenentzündung 0,000 vaginale Infektionen 0,006 * Tendenz, ** signifikant, *** hoch signifikant Ludwig Boltzmann Institut für Frauengesundheitsforschung, Wien, 1997 prob * ** *** *** ** *** **

10 Ziele Sensibilisierung des Personals Verbesserung der Früherkennung Erleichterung des Behandlungsprocederes Leichtere interne Kommunikationsabläufe Erstellung eines Notfallbehandlungsplanes Kenntnisse der extramuralen Betreuungsressourcen

11 Basiserhebung MitarbeiterInnenbefragung zum Thema körperliche und sexuelle Gewalt gegen Kinder und Frauen Ziel: Ermittlung der persönlichen Befassung mit dem Thema, der Betroffenheit und des Bedarfs an Weiterbildung. Methode: Fragebogenerhebung an 209 MitarbeiterInnen des Medizinischen und Pflegepersonals 30 persönliche Interviews

12 Hauptergebnisse 41% aller Befragten waren im letzten Jahr mit Kindern und Jugendlichen, 56% mit Frauen als Opfer körperlicher Gewalt befasst. Davon im Schnitt pro Befragten mit 10 Kindern, 7,7 Frauen als Opfer körperlicher und 5,3 von sexueller Gewalt. Mehrheit der Befragten meinte, dass der Verdacht der Verschleierung der Verletzungsursachen sehr gross ist.

13 Informationsstand, -bedürfnisse ca. 1/4: gut ca. die Hälfte: eher gering ca. 15%: sehr gering 11% besuchten spezielle Aus- und Weiterbildung 80% wünschen sich mehr Information zum Thema Betreuung von Opfern körperlicher und sexueller Gewalt 80% Broschüren zu Beratungseinrichtungen

14 Schulung von Krankenhauspersonal zu Gewalt gegen Frauen und Kindern Kooperationsstrategien MA 11 Jugendamt Frauenbüro Notruf Frauengesundheitsbüro KAV Krankenanstaltenverbund Pilotprojekt in 2 öffentlichen Spitälern (SMZ Ost, KFJ) Implementierung von 5 Schulungsmodulen für ÄrztInnen, Pflegepersonal, SozialarbeiterInnen Gynäkologie Interne Abteilung Urologie Notfallsambulanz Dermatologie Psychiatrie HNO Kinderheilkunde

15

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