Personalentwicklung Berufsbegleitendes Studium

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1 Gefördert durch: Modul: Instrument: Entwickler: Personalentwicklung Berufsbegleitendes Studium IW Köln Gliederung Kurzbeschreibung... 2 Zielgruppe... 2 Ziele des Instruments Berufsbegleitendes Studium... 3 Voraussetzungen im Unternehmen... 3 Kosten-Nutzen-Analyse... 4 Ansprechpartner und mögliche Kooperationen... 5 Bezug zu anderen Instrumenten... 6 Vorgehensweise... 6 Erfolgsmessung... 8 Praxistipps... 8 Praxisbeispiele... 8 Anhang... 9 Linkliste Literatur... 20

2 Instrument berufsbegleitendes Studium 1 Förderung Diese Instrumentenbeschreibung ist im Rahmen des Projekts Handlungsoptionen für die betriebliche Personalpolitik insbesondere von KMU zur Lösung spezifischer Probleme bei der Sicherung des Fachkräftebedarfs in den MINT-Qualifikationen (KMU-MINT) entstanden, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert wird. Autoren: Christian Hollmann, Dr. Julia Moser, Dirk Werner Kontakt: Institut der deutschen Wirtschaft Köln Postfach Köln RKW Kompetenzzentrum Düsseldorfer Straße Eschborn Bildnachweis Photocase/himberry Weitere Informationen zur Fachkräftesicherung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) finden Sie auf der Internetseite oder

3 Instrument berufsbegleitendes Studium 2 Kurzbeschreibung Der MINT-Fachkräftemangel führt dazu, dass die Rekrutierung von MINT-Akademikern über den externen Arbeitsmarkt immer schwieriger wird. Die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter über berufsbegleitende MINT-Studiengänge bietet daher eine gute Möglichkeit, hochqualifizierte Fachkräfte aus der eigenen Belegschaft zu gewinnen. Ihren Mitarbeitern ermöglicht ein berufsbegleitendes Studium, ihre analytischen Kompetenzen und ihr Theorieverständnis auszubauen. Das berufsbegleitende Bachelorstudium richtet sich vor allem an Facharbeiter, die eine berufliche Aus- oder Weiterbildung absolviert haben. Berufsbegleitende Masterstudiengänge richten sich hingegen an Mitarbeiter, welche bereits einen Bachelorabschluss erworben haben. Mit Hilfe dieses Instrument bereiten Sie Mitarbeiter auf eine Fach- oder Führungskarriere vor und binden gleichzeitig hochqualifiziertes Personal an Ihr Unternehmen. Eine Förderung Ihrerseits kann sowohl durch finanzielle Unterstützung als auch durch Arbeitsfreistellungen erfolgen. Zielgruppe Dieses Instrument richtet sich an: Facharbeiter mit Potenzial für und Interesse an einer akademischen Fachausbildung sowie Mitarbeiter mit Bachelorabschluss mit Potenzial und Interesse an einer akademischen Weiterbildung Die Arbeitnehmer sollten eine hohe Lernbereitschaft, Disziplin sowie Selbstständigkeit aufweisen und neben ihren betrieblichen Arbeitsstunden eine zusätzliche Wochenarbeitsleistung von 15 bis 20 Stunden bewältigen können. Zudem bestehen formale Voraussetzungen zur Aufnahme eines Studiums (weitere Informationen).

4 Instrument berufsbegleitendes Studium 3 Ziele des Instruments Berufsbegleitendes Studium Fachkräftesicherung: In immer mehr Regionen Deutschlands sind hochqualifzierte MINT-Akademiker kaum noch über den externen Arbeitsmarkt zu rekrutieren. Verschärft wird diese Situation durch die demographische Entwicklung. Berufsbegleitende Studiengänge bieten Ihnen die Möglichkeit, MINT-Akademiker aus Ihrem eigenen Mitarbeiterstamm zu entwickeln. Damit steigt Ihre Unabhängigkeit vom externen Arbeitsmarkt. Fachkräftebindung: Die Förderung von berufsbegleitenden Studiengängen signalisiert Ihrem Arbeitnehmer, dass Sie als Arbeitgeber bereit sind, in ihn zu investieren. Sie drücken Ihrem Mitarbeiter Ihr Vertrauen und Ihre Wertschätzung aus. Das Angebot von berufsbegleitenden Studiengängen zeigt zudem, dass bei einem entsprechenden Eigenengagement sowohl Facharbeitern als auch Bachelorabsolventen alle Bildungs- und Karrierewege innerhalb Ihres Unternehmens offen stehen. Damit schaffen Sie gute Voraussetzungen für eine langfristige Bindung an Ihr Unternehmen. Höherqualifizierung: Ihr Mitarbeiter lernt im Studium, komplexe Prozesse zügig zu erfassen, zu analysieren und zu optimieren. Sie können ihm im Anschluss anspruchsvollere und verantwortungsvollere Aufgaben übertragen. Es bietet sich die Möglichkeit, ihn sowohl in Fach- als auch Führungslaufbahnen einzusetzen. Gesteigerte Arbeitsleistung, Geschäftserfolg: Je höher Ihre Mitarbeiter qualifiziert sind, desto leistungsfähiger und produktiver können sie auch in Ihrem Unternehmen agieren. Zudem erhöht sich durch eine umfangreichere Expertise die Innovationskraft Ihres Unternehmens. Geringere Fehlbesetzungsquote: Wenn Sie bewährte Mitarbeiter aus Ihren eigenen Reihen fortbilden, verringern Sie die Wahrscheinlichkeit, später eine Stelle mit unbekannten Nachwuchskräften fehlzubesetzen. Multiplikatoreffekt: Durch internen Wissenstransfer kann weiteren Mitarbeiter neues technisches Wissen vermittelt werden. Dies spart im Vergleich zu externen Schulungen Zeit und Kosten. Voraussetzungen im Unternehmen Dem Mitarbeiter sollten bei entsprechender Leistungserbringung eine Entwicklungsperspektive und ein adäquates Betätigungsfeld im Anschluss an das Studium geboten werden, damit er sein neues Wissen und Können produktiv einsetzen kann. Andernfalls ist

5 Instrument berufsbegleitendes Studium 4 die Gefahr der Abwanderung hoch. Sowohl ein anspruchsvolleres Aufgabenfeld als auch höhere (Personal-)Verantwortung kommen hier in Frage. Eine Karrieregarantie ist mit der Absolvierung eines berufsbegleitenden Studiums hingegen nicht verbunden. Auch nach einem erfolgreichen Studium gilt: der Mitarbeiter muss sich für einen weiteren Karriereschritt beweisen. Zur Vermeidung von Missverständnissen ist der Mitarbeiter über diese Situation aufzuklären. Eine erfolgreiche Anwendung des Instruments setzt zusätzlich voraus, dass der Mitarbeiter (zumindest teilweise) während des Studiums freigestellt werden kann und die Finanzierung seiner Weiterbildung mit ihm einvernehmlich geregelt wird. Formale Voraussetzungen seitens des Mitarbeiters betreffen vor allem die Hochschulzugangsberechtigung und bisherige Abschlüsse (weitere Informationen) Kosten-Nutzen-Analyse Analysieren Sie anhand der folgenden Kriterien, ob eine Weiterbildung in Form von berufsbegleitenden Studiengängen im MINT-Bereich für Sie rentabel ist: Kosten Nutzen Übernahme der Weiterbildungskosten in Form von Semester- und Studiengebühren, Lernmaterial, Prüfungsgebühren (Kostenbeispiel, Kalkulationstabelle) Vertretungskraft für Freistellung während der Präsenz- und Prüfungsphasen an der Hochschule Lohnfortzahlung während der Freistellung (optional) Kosten für Neubesetzung der Stelle bei Arbeitsplatzwechsel nach der Weiterbildung Ggf. Lohnerhöhung nach Abschluss Qualitativ und quantitativ wachsende Arbeitsleistung, Produktivitätsanstieg Offene Stellen, Fehlbesetzungen sowie Einarbeitungszeiten und -kosten werden vermieden Stärkung der Innovationskraft durch Import von neuem technischem Wissen aus dem Hochschulsektor in das Unternehmen Mehr Einsatzmöglichkeiten, auch in Führungspositionen Personalbindung durch Motivation, Mitarbeiterzufriedenheit Über Gleitzeitkonto/Arbeitszeitverschiebung Ausgleich der Arbeitszeit Arbeitgeberattraktivität steigt nach innen und außen

6 Instrument berufsbegleitendes Studium 5 Ansprechpartner und mögliche Kooperationen Wichtigster Ansprechpartner ist die gewählte Hochschule für einen MINT-Studiengang. Sie sollte nach folgenden Aspekten ausgewählt werden: Studienangebot: Nach einer Entscheidungsfindung, welcher Mitarbeiter sich in welcher Fachrichtung weiterbildet, beginnt die Suche nach einer passenden Hochschule. Die Internetseiten von Studieren-berufsbegleitend und Hochschulkompass bieten hierfür eine umfangreiche Übersicht. Hochschulform: Fachhochschulen zeichnen sich in der Regel durch ihre hohe Praxisnähe aus. Universitäten vermitteln hingegen in besonderem Maße analytische Kompetenzen. Studienform: In Präsenzstudiengängen wird abends und/ oder am Wochenende unterrichtet. Im Fernstudium dagegen ist eine weitestgehend freie Zeiteinteilung möglich. (weitere Vor- und Nachteile) Räumliche Nähe: Ist die Hochschule räumlich nah gelegen, verringern sich Zeit- und Kostenaufwand im Präsenzstudium. Mitarbeiter können geneigter sein, einem berufsbegleitenden Studium zuzustimmen, wenn keine großen Distanzen zurückzulegen sind. Reputation in Lehre und Forschung: Durch Rankings kann das Unternehmen in Erfahrung bringen, wie gut eine Hochschule im Vergleich zu anderen abschneidet. Auch Aspekte wie Internationalität oder Praxisnähe können eine Rolle spielen. Das Angebot an Rankings ist sehr umfangreich, interessante Beispiele sind das CHE- Hochschulranking (hauptsächlich Beurteilung durch die Studierenden selbst) oder das Uni-Ranking der Wirtschaftswoche (aus der Sicht von Personalern). Trägerschaft (staatlich oder privat): Hochschulen in privater Trägerschaft (auf staatliche Anerkennung achten!) verlangen häufig höhere Studiengebühren, bieten dagegen aber oftmals auch eine bessere Betreuung. Kooperationsmöglichkeit: Im Rahmen eines berufsintegrierten Studiengangs (BIS) ist es möglich, Kooperationen mit Hochschulen zu etablieren und so Einfluss auf Studienform, -inhalt und -ablauf zu nehmen. Weitere Informationen sind im Instrument uales Studium zu finden. Tauschen Sie sich zudem mit anderen regionalen Unternehmen über Erfahrungen mit berufsbegleitenden Studiengängen aus. Möglicherweise besteht auch die Chance, im Verbund mit weiteren Unternehmen an einer nahe gelegenen Hochschule einen passenden berufsbegleitenden MINT-Studiengang zu etablieren.

7 Instrument berufsbegleitendes Studium 6 Bezug zu anderen Instrumenten Das hier beschriebene Instrument kann ein sinnvoller Bestandteil einer ganzheitlichen Karriere- und Stellenbesetzungsplanung sein. Das Instrument Laufbahnplanung gibt hilfreiche Anregungen zur Implementierung einer solchen Planung. Eine akademische Ausbildung in berufsbegleitender Form ist ferner über duale Studiengänge an Hochschulen oder Berufsakademien zu erreichen. Dieses Instrument richtet sich vor allem an Berufseinsteiger. Sollen vorrangig betriebswirtschaftliche und organisatorische Kenntnisse der MINT-Fachkräfte ausgebaut werden, bieten sich Bachelor bzw. Master (MBA) Kurse in Business Administration an. Wollen Sie dagegen Arbeitnehmer eher praxisnah höherqualifizieren, stellt die Förderung von Meister- oder Technikerfortbildungen eine interessante Personalentwicklungsmöglichkeit dar. (eine Gegenüberstellung von Vor- und Nachteile unterschiedlicher Fortbildungsarten (berufliche vs. akademische Weiterbildung) findet sich hier) Vorgehensweise Arbeitsschritte Erledigt? Bestands- und Bedarfsanalyse bezüglich Mitarbeiterqualifizierung mit mittel- und langfristiger Perspektive (Basis Laufbahnplanung) Entscheidung über Form der Förderung: monetär und/ oder Freistellung Klärung des Budgets Auswahl der Mitarbeiter: Wer hat das Potenzial und Interesse? (Vorlage Mitarbeiterbeurteilung) Werden die Voraussetzungen erfüllt? Ist eine Vertretungskraft vorhanden oder eine Aufgabenumverteilung möglich? Informationsbeschaffung bezüglich (Ansprechpartner und mögliche Kooperationen): Studiengang

8 Instrument berufsbegleitendes Studium 7 Hochschulart (Präsenz oder Fernstudium, entscheidend für die Dauer) Hochschulform (FH oder Universität) Dauer und Abschluss Kosten-Nutzen-Analyse Gespräch mit infrage kommenden Mitarbeitern suchen, Interesse klären, Entwicklungsperspektiven bieten Kontakt mit Bildungsstätte aufnehmen (Uni, FH, Fernhochschule) Achten Sie auf staatliche Anerkennung der Hochschule und akkreditierte Studiengänge Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten ermitteln und beantragen (Kalkulationshilfe) Konditionen mit Mitarbeiter (schriftlich) vereinbaren (z.b. Bindungsklausel, Rückzahlungspflicht bei vorzeitigem Austritt) (Muster) Vertretung für Zeit der Abwesenheit finden oder Aufgaben auf andere Mitarbeiter verteilen Während des Studiums: fachliche Unterstützung, Freistellung zur Prüfungsvorbereitung Zuständigkeitsbereich nach dem Studium entsprechend der gewonnen Fähigkeiten und Fertigkeiten anpassen Internen Wissensaustausch fördern (Job-Rotation, Vorträge, Teamarbeit, Weiterbildung durch Seminare) Attraktivität als Arbeitgeber intensivieren um Abwerben durch andere Unternehmen zu umgehen (weitere Instrumente der Module und )

9 Instrument berufsbegleitendes Studium 8 Erfolgsmessung Vorab definierte Weiterbildungsziele sollten anhand von Indikatoren überprüft und eventuelle Anpassungen vorgenommen werden: Weiterbildungsziel Höherqualifizierung Erfolgsmessung, Indikator Erfüllen des neuen/ erweiterten Aufgabenspektrums effektivere Arbeitsleistung Personalverantwortung übernehmen Innovationsmanagement ausweiten Fachkräftebindung Leistungsbeurteilung seitens des Vorgesetzen Ausmaß der Führungsverantwortung Beitrag zu Produkt- und Prozessinnovationen Verbleib im Unternehmen Modernes technisches Wissen im Unternehmen streuen Häufigkeit von Vorträgen/ Schulungen durch den Absolventen; Anzahl der Zuhörer (Abteilungsinterne und -externe) Praxistipps Werden im Rahmen der Pilotphase ergänzt. Praxisbeispiele Werden im Rahmen der Pilotphase ergänzt.

10 Instrument berufsbegleitendes Studium 9 Anhang Förderungsmöglichkeiten: Begabtenförderung: Das BMBF fördert begabte Absolventen einer dualen Berufsausbildung mit bis zu 5100 ; Voraussetzungen: max. 25 Jahre (bzw. bei Anrechnungszeit wie Zivildienst max. 28 Jahre) minimale Wochenarbeitszeit von 15 Stunden Studium baut auf Ausbildung und Berufstätigkeit auf Antrag ist vor Beginn des Studiums zu stellen Begabung ist nachzuweisen: > Berufsabschlussprüfung mind. mit einer Note von 1,9 bzw. 87 Punkten oder > bei einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb unter die ersten Drei gekommen oder > begründeter Vorschlag des Unternehmens Aufstiegsstipendium: Berufsbegleitendes Erststudium an einer staatlich (anerkannten) Hochschule wird mit jährlich 1700 vom BMBF gefördert; Voraussetzungen: Erfolgreich abgeschlossene Aus- oder Fortbildung mind. zweijährige Berufstätigkeit und > Berufsausbildung oder Aufstiegsfortbildung mind. mit einer Note von 1,9 bzw. 87 Punkten abgeschlossen oder > erfolgreiche Teilnahme an einem bundesweiten beruflichen Leistungswettbewerb oder > begründeter Vorschlag des Unternehmens Weisen Sie Ihren Arbeitnehmer darauf hin, dass Studiengebühren steuerlich absetzen kann.

11 Instrument berufsbegleitendes Studium 10 Kosten-Beispiele: Rheinische Fachhochschule Köln: privat und staatlich anerkannt Beispiel: Maschinenbau, Bachelor of Engineering (B. Eng.), Vorlesungen abends und am Wochenende, Dauer: acht Semester (pro Semester 500 Studiengebühren & 100 AStA Gebühren; Ingenieurstudiengänge an dieser FH werden vom Land NRW refinanziert) Fachhochschule für Oekonomie und Management (FOM) in Essen, privat und staatlich anerkannt, Beispiel: Maschinenbau, Bachelor of Engineering (B. Eng.), Studium abends und samstags, Dauer: sieben Semester (Studiengebühren & Einschreibegebühr & Prüfungsgebühr)

12 Instrument berufsbegleitendes Studium 11 Ihre Kalkulationstabelle: Berufsbegleitende Studiengänge Kostenbeispiel Rheinische FH Köln Ihre Anmerkungen: Annahme: Wohn- und Arbeitsort Köln, 5km Entfernung zur FH, 3x wöchentlich Anwesenheit, 8 Semester à 35 Wochen Studienkosten: Studienkosten: Studiengebühren 4800 Lernmaterial 300 Prüfungsgebühren 0 Dienstreisekosten 0,30 x 5km x 6Fahrten x 280Wochen= 2520 Lebenshaltungskosten 0 Personalkosten: Personalkosten: Suche und Einarbeitung einer Vertretungskraft Lohn für Vertretungskraft (Stunden pro Woche x Dauer in Wochen x Stundenlohn) Suche und Einarbeitung einer neuen Arbeitskraft bei internem Arbeitsplatzwechsel nach dem Studium Nicht nötig, da Arbeitsausgleich über Teilzeitkonto stattfindet Summe: 7620 Zurück zur Kosten-Nutzen-Analyse Zurück zur Vorgehensweise

13 Instrument berufsbegleitendes Studium 12 Info-Box: Formale Voraussetzungen zur Aufnahme eines berufsbegleitenden Studiums: Studium allgemein: o schulische (Fach)Hochschulzugangsberechtigung oder o Meister-/ Technikerabschluss, teilweise verbunden mit einem Eignungstest an der Hochschule oder o abgeschlossene Berufsausbildung und mehrjährige Berufserfahrung oder o Eignungstest. Da die Zulassung zum Hochschulstudium in den Kompetenzbereich der Bundesländer fällt, können die einzelnen Landesregelungen von diesen Angaben abweichen. Einen relativ aktuellen Überblick über die bestehenden Hochschulzugangsregelungen der einzelnen Bundesländer (auch ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung) findet sich in dem Artikel Welcher Handwerker darf was studieren? ( Link) der Onlineausgabe des Handwerksblatts. Ein Beschluss der Kultusministerkonferenz aus vom März 2009 strebt eine Annäherung bei den Hochschulzulassungsreglungen für beruflich qualifizierte Bewerber ohne Hochschulzugangsberechtigung zwischen den Bundesländern an (weitere Details können hier eingesehen werden). Es ist daher davon auszugehen, dass es im Zeitverlauf zu Abweichungen von den obigen Angaben kommt. Masterstudium: Formale Voraussetzung zur Aufnahme eines Masterstudiums ist in der Regel der Bachelor- oder Diplomabschluss. Weiterführende Informationen gibt Ihnen die Zielhochschule bzw. finden Sie in der jeweiligen Studienordnung des angestrebten Studiums. Zurück zur Zielgruppe Zurück zur Voraussetzungen im Unternehmen Zurück zur Vorgehensweise

14 Instrument berufsbegleitendes Studium 13 Vor- und Nachteile verschiedener Fortbildungsformen Vollzeit-Lehrgang Teilzeit-Lehrgang (abends Fernlehrgang 1 und/ oder am Wochenende Vorteile Kürzere Fortbildungszeit kein/ kaum Arbeitsausfall, Kein Arbeitsausfall kompakt über Gleitzeit o.ä. aus- Keine Kosten für Fahrten & Nutzung von personellen zugleichen Unterkunft Überkapazitäten durch Weiterhin starke Betriebs- Zeit- und ortsunabhängige Auftragsrückgang o.ä. bindung des Arbeitneh- Fortbildung häufig kostengünstiger, mers flexible Gestaltung da an öffentlicher Berufs-/ keine anschließende Wie- Technikerschule angebo- dereingliederung nötig ten Gelerntes kann zeitnah im Unternehmen eingesetzt werden Nachteile Voller Arbeitsausfall, Längere Fortbildungszeit Längere Fortbildungszeit d.h.es muss eine Vertre- Zusätzliche zeitliche Belas- Zusätzliche zeitliche Belastung tung gefunden und einar- tung für Lehrgangsteil- für Lehrgangsteilnehmer beitet oder Aufgaben auf nehmer Vereinbarung von Beruf und andere Mitarbeiter verteilt Vereinbarung von Beruf Familie wird erschwert werden und Familie wird erschwert Weniger praxisnahe Ausbil- (-> größere Belastung) dung Lehrgangsteilnehmer Viel Selbstdisziplin beim Ar- verpasst aktuelle betrieb- beitnehmer erforderlich liche Entwicklung Meistens kostenintensiver Betriebsbindung kann verloren gehen Zurück zu Ansprechpartner und mögliche Kooperationen Zurück zu Bezug zu weiteren Instrumenten 1 Für Meister- und Technikerlehrgänge möglich, z.b. beim ILS

15 Instrument berufsbegleitendes Studium 14 Meister-/ Technikerabschluss Berufsbegleitendes Studium Vorteile Sehr praxisnah Handwerklich und technisch ausgerichtet Auch betriebswirtschaftliche Zusammenhänge werden gelehrt Falls in Teilzeit absolviert: zeitnahe Umsetzung des Gelernten Späteres Studium wird ermöglicht Häufig schneller absolviert als ein Studium Nachteile Abwesenheit bei Vollzeitweiterbildung Geringer Kompetenzaufbau im analytischen Bereich Zurück zu Bezug zu weiteren Instrumenten Großes Potenzial für Führungskarrieren Breit fundiertes Hintergrundwissen in der Fachrichtung wird vermittelt Vielfältigere Einsatzmöglichkeiten Zeitnahe Umsetzung des Gelernten im Unternehmen da berufsbegleitend Fördert die Selbstständigkeit Forschungsnah Ggf. weiterführendes Masterstudium möglich Höhere Lohnerwartung wahrscheinlicher Lernintensiver; mehr Disziplin und Ausdauer seitens des Arbeitnehmers erforderlich Teilweise höhere Qualifikationen vorausgesetzt Eingeschränkte Angebote im MINT- Bereich

16 Instrument berufsbegleitendes Studium 15 Beurteilungshilfe: Motive und Aufgeschlossenheit für Weiterbildungsmaßnahmen Die nachfolgenden zwei Tabellen sollen Sie dabei unterstützen, die Motivlage zur und die Aufgeschlossenheit für eine Weiterbildung bei Ihren Mitarbeitern näher zu ergründen. Lassen Sie sich durch Ihre Mitarbeiter eine Einschätzung geben und reflektieren Sie im Anschluss gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern die Antworten zu den einzelnen Kategorien. Auf Basis dieses Gesprächs und unter Abwägung Ihres Personalbedarfs können Sie anschließend eine Entscheidung über etwaige Weiterbildungsmaßnahmen treffen. Die Tabelle Analyse von Bedarf und Leistung soll Sie bei dieser Entscheidung unterstützen. Bitte markieren Sie jeweils eine Antwortmöglichkeit Stimme zu neutral Stimme nicht zu Mir macht meine derzeitige Arbeit Spaß. Ich komme gerne zur Arbeit. Ich bin stets bereit, etwas Neues dazu zu lernen. Ich habe ein fachliches Interesse darin, mich fortzubilden. Wenn mir ein Sprung auf der Karriereleiter versprochen wird, bilde ich mich gerne fort. Ich erwarte eine Gehaltssteigerung im Anschluss an die Fortbildung. Ich kann mir vorstellen, die nächsten zehn Jahre im Unternehmen tätig zu sein. Ich würde mich vertraglich an den Verbleib im Unternehmen binden.

17 Instrument berufsbegleitendes Studium 16 Tabelle: Analyse von Bedarf und Leistung Bildungsbedarfsanalyse: Über welche Fähigkeiten und Qualifikation verfügt der Mitarbeiter? Welche Fähigkeiten und welches Wissen werden in 3 Jahren gefordert? Wo liegen Wissens- und Fähigkeitslücken? Verfügen andere Mitarbeiter über das geforderte Wissen und kann somit eine interne Schulung ausreichend sein? Wo sind Veränderungen in Aufgabenschwerpunkten sinnvoll? Mitarbeiterbeurteilung (vor und nach der Fortbildung): Welcher Aufgabenbereich wird von dem Mitarbeiter abgedeckt? Für wie viele Mitarbeiter ist er verantwortlich? Aufgaben: Anzahl: Ankreuzen Wie motiviert ist er? äußerst motiviert überhaupt nicht motiviert Wie selbstständig ist er? äußerst selbstständig überhaupt nicht selbstständig Wie zuverlässig ist er? äußerst zuverlässig überhaupt nicht zuverlässig Wie leistungsbereit ist er? stets selten Führt er Aufgaben präzise und schnell aus? Stets nie Ist er entsprechend seiner Stärken und Fähigkeiten eingesetzt? vollkommen überhaupt nicht Wie empfindet er seine Arbeitsbelastung? extrem hoch angemessen Wie zufrieden ist er mit seiner jetzigen Tätigkeit? äußerst zufrieden überhaupt nicht zufrieden Wie zufrieden sind Sie mit seiner Arbeitsleistung? äußerst zufrieden überhaupt nicht zufrieden

18 Instrument berufsbegleitendes Studium 17 Wie zufrieden ist er mit seiner Vergütung? äußerst zufrieden überhaupt nicht zufrieden Fühlt er sich unter- oder überfordert? stets überfordert stets unterfordert Wie ist das Betriebsklima mit den Kollegen? sehr zufrieden stellend, kollegial kaum Kontakt Wie ist die Beziehung zu Vorgesetzten? sehr gut abgestimmt problematisch Beurteilung von Fachwissen sehr gut mangelhaft Qualitätsverhalten sehr gut mangelhaft Teamverhalten sehr gut mangelhaft Eigeninitiative sehr gut mangelhaft Arbeitsproduktivität sehr gut mangelhaft Flexibilität sehr gut mangelhaft Beurteilung der Fortbildung: Was hat er in der Weiterbildung gelernt? Welcher Teil der Weiterbildung war für ihn nutzlos? Welche Herausforderung stellte der Abschluss der Fortbildung dar? überfordert keinerlei Herausforderung Wie empfand er die zeitliche Zusatzbelastung? sehr groß nicht erwähnenswert Ist eine Leistungssteigerung festzustellen? sehr große Steigerung keinerlei Steigerung Kann Gelerntes am Arbeitsplatz angewendet werden? in allen Tätigkeitsbereichen anwendbar keinerlei Umsetzungsmöglichkeit Quelle: eigene Überlegungen; CD-Rom zum Jahrbuch Personalentwicklung, Checklisten: Aufgaben der Bildungsbedarfsanalyse, Beurteilungsbogen, Transferevaluation 3 mit Nutzendatenerhebung Zurück zur Vorgehensweise

19 Instrument berufsbegleitendes Studium 18 Muster Rückzahlungsklausel: Fortbildungsvertrag mit Rückzahlungsklausel Rechtsstand Datum Zwischen... (Firma) und Frau/Herrn... (Mitarbeiter) werden folgende Vereinbarungen getroffen: 1 Art und Dauer der Fortbildung Der Mitarbeiter nimmt für die Zeit vom... bis... an einem Fortbildungslehrgang für... teil. Die Teilnahme erfolgt auf Wunsch des Mitarbeiters und dient seiner beruflichen Fort- und Weiterbildung. 2 Freistellung und Vergütung Die Firma stellt den Mitarbeiter für die Dauer des Lehrgangs unter/ohne Fortzahlung der Bezüge von der Arbeit frei. Die zu zahlende Vergütung wird nach dem Durchschnittsverdienst der letzten drei Monate berechnet. 3 Lehrgangskosten Die Kosten des Lehrgangs (Unterrichtskosten, Kosten der Unterbringung, Fahrtkosten) übernimmt die Firma in voller Höhe/bis zu einem Betrag von EUR.... Die Kosten sind vom Mitarbeiter vorzulegen und werden nach Abschluss des Lehrgangs gegen Vorlage der Belege erstattet. Soweit vom Arbeitsamt oder einer sonstigen dritten Stelle Lehrgangskosten übernommen werden, besteht kein Kostenerstattungsanspruch gegen die Firma. Der Mitarbeiter ist verpflichtet, sich nach möglichen Kostenbeteiligungen Dritter zu erkundigen und rechtzeitig die entsprechenden Anträge zu stellen. Kommt der Mitarbeiter dieser Verpflichtung nicht nach, entfällt der Kostenerstattungsanspruch gegen die Firma in Höhe der regelmäßigen Beteiligung der dritten Stelle. 4 Rückerstattung Kündigt der Arbeitnehmer innerhalb von drei Jahren nach Abschluss des Lehrgangs das Arbeitsverhältnis oder kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis fristlos aus wichtigem Grund, der von dem Arbeitnehmer zu vertreten ist, oder ordentlich aus verhaltensbedingten Gründen, so hat der Arbeitnehmer die vom Arbeitgeber getragenen Kosten des Fortbildungslehrgangs und die für die Zeit der Freistellung gezahlte Vergütung zurückzuerstatten. Die Rückzahlungsverpflichtung mindert sich dabei für jeden vollen Monat der Betriebszugehörigkeit nach Abschluss der Fortbildung um 1/36 der Gesamtkosten. 5 Abtretung Zur Sicherung des Rückforderungsanspruchs der Firma tritt der Mitarbeiter der Firma bis zur Höhe der Forderung den pfändbaren Teil seiner Vergütungsansprüche gegen sämtliche Arbeitgeber ab, bei denen er nach Beendigung des Studiums bzw. Ausscheiden bei der Firma tätig sein wird. Ort, Datum Arbeitgeber Arbeitnehmer Quelle:

20 Instrument berufsbegleitendes Studium 19 Anmerkungen zur Rückzahlungsklausel: Eine Rückzahlungsklausel ist grundsätzlich vor der entsprechenden Fortbildung abzuschließen Voraussetzung für die Wirksamkeit einer Rückzahlungsvereinbarung ist, dass eine vorzeitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses auf Gründe zurückzuführen ist, die dem Arbeitnehmer zuzuschreiben sind, bspw. im Fall einer Kündigung durch den Arbeitnehmer. Die Zulässigkeit einer Rückzahlungsvereinbarung ist im Wesentlichen auch abhängig von der Relation zwischen Weiterbildungsdauer und Bindungsdauer. Folgende Richtwerte haben sich in der Rechtssprechung herausgebildet: bis 2 Monate Qualifizierungsdauer -> Bindungsdauer bis 1 Jahr bis 4 Monate Qualifizierungsdauer -> Bindungsdauer bis 2 Jahre bis 6 Monate Qualifizierungsdauer -> Bindungsdauer bis 3 Jahre mehr als 2 Jahre Qualifizierungsdauer -> Bindungsdauer bis 5 Jahre Grundsätzlich sollten Sie vor Abschluss einer Rückzahlungsveinbarung fachkundigen Rat einholen! Weiter Informationen zur Rückzahlungsklausel finden sie auch hier Zurück zur Vorgehensweise

21 Instrument berufsbegleitendes Studium 20 Linkliste Angebote an berufsbegleitenden Studiengängen in Deutschland: Studieren.de -> erweiterte Suche -> Studium -> Erweitertes Suchformular Informationen zum Fernstudium: Studium & Berufswahl Literatursammlung rund um das Thema Studium: Deutscher Bildungsserver Informationen zum Studium ohne Abitur: Onlineausgabe Handwerksblatt Beschluss der KMK zum Hochschulzugang für beruflich qualifizierte Bewerber ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung Literatur Institut für angewandte Arbeitswissenschaften (2009): Der demografiefeste Betrieb Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg (2008): Fachkräfte für den baden-württembergischen Mittelstand ++ kostenpflichtig +++ kostenfrei +++ sehr gute ++ gute Informationen

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