INFORMATION TECHNOLOGY M&A OUTLOOK 2014

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1 INFORMATION TECHNOLOGY M&A OUTLOOK 204 M&A-Trends im Schweizer ICT-Markt

2 Geschätzte Leser Nach der Lancierung unseres Information Technology M&A Outlook im letzten Jahr freuen wir uns, Ihnen auch 204 unsere Einschätzung des M&A-Marktes in dieser dynamischen Branche vorzulegen. Wir analysieren das Geschehen in der Schweiz im letzten Jahr und werfen einen Blick auf die kommenden zwölf Monate. Dabei gehen wir auch auf die aktuellen Trends im M&A-Markt ein und beleuchten die Bewertungen im Markt. Wir wünschen eine interessante Lektüre und freuen uns über Ihre Kommentare. Dr. Roberto Tracia Partner Juraj Janos Senior Consultant Die M&A-Aktivität innerhalb der Schweizer ICT-Branche steigt Die Schweizer ICT-Branche blieb auch 203 auf dem Wachstumspfad. Die Segmente Software und IT-Services legten wie schon im Vorjahr am stärksten zu. Die Zahl der M&A-Transaktionen in der ICT-Branche mit Schweizer Beteiligung hat hingegen abgenommen. Dies betraf jedoch ausschliesslich grenzüberschreitende Übernahmen. Im Inland nahm die Aktivität sogar zu. Software war bezüglich M&A-Transaktionen auch 203 das aktivste Segment, mit erheblichem Abstand gefolgt von IT-Services und E-Commerce. Die ICT geniesst weiterhin grosse Aufmerksamkeit seitens von Finanzinvestoren. 203 haben, im Vergleich zum Vorjahr, vermehrt auch kleinere Unternehmen eine Wachstumsfinanzierung erhalten. Dies ist ein gutes Zeichen für die Innovationstätigkeit in der ICT. Ausblick auf 204 Nach einem Tiefpunkt im Herbst 203 rechnen wir im laufenden Jahr mit einem leichten Anstieg der M&A-Aktivität in der Schweizer ICT-Branche. Entscheidend wird sein, ob Schweizer Unternehmen wieder vermehrt im Ausland zukaufen und ob das Interesse ausländischer Käufer anhält. Wir gehen davon aus, dass die inländische M&A-Aktivität stabil bleibt. Ein wesentlicher strategischer Treiber für M&A sind Neuentwicklungen im Bereich Software und E-Commerce. In den IT- Services werden die Themen Volumen und Angebotsumfang bei den meisten Transaktionen im Vordergrund stehen. Aufgrund der Entwicklung der bezahlten Unternehmenspreise gehen wir für 204 von einer leichten Erholung der Bewertungen aus.

3 Software und Services sorgen für Dynamik im Schweizer ICT-Markt Die Schweizer ICT-Branche setzte ihr moderates Wachstum gemäss Swico auch 203 fort (+,4%). Während die Umsätze im Telecom-Bereich um 0,5% auf CHF 2,3 Mrd. nachgaben, verzeichnete die IT ein erfreuliches Wachstum von 2,7% auf CHF 7,6 Mrd. Der Software-Markt wuchs mit 5,7% wieder am stärksten und erreichte 203 ein Volumen von CHF 5, Mrd. Der in Bezug auf das Volumen grössere Teilmarkt für IT-Services legte um 2,% auf CHF 9,4 Mrd. zu. Im Bereich IT-Hardware war 203 dank der starken Tablet-Verkäufe eine Stabilisierung des Marktvolumens zu beobachten jeder zweite verkaufte Computer ist mittlerweile ein Tablet. Die Verkäufe von Kommunikationsausrüstungen stagnierten vor allem wegen der zunehmenden Sättigung des Smartphone-Markts. Der Marktanteil von IT-Services und Software am gesamten ICT-Markt ist in der Schweiz mit 48,5% deutlich grösser als im Durchschnitt der EU-Länder. Ausserdem ist das Marktwachstum der ICT in der EU mit nur gerade 0,8% schwächer als in der Schweiz. In Vergleich zur EU entwickelt sich der Schweizer ICT-Markt in allen Segmenten besser. Dass die Ausgaben für ICT pro Kopf in der Schweiz am höchsten sind, untermauert die Attraktivität unseres Heimmarktes. Dazu trägt auch der hohe Anteil von Software und Dienstleistungen bei. In der Schweiz werden häufiger Spezialentwicklungen der Standardsoftware vorgezogen. Kurz- und mittelfristige Schwerpunkte der ICT-Branche Vor dem Hintergrund von Datendiebstählen und Abhörskandalen hat das Thema IT-Sicherheit nochmals an Bedeutung gewonnen. Weiterhin gehören Effizienzsteigerungen und Prozessoptimierungen zu den Prioritäten in der ICT. Dementsprechend wird vor allem in IT- Sicherheit, Netzwerk- und Datacenterinfrastruktur sowie Software investiert. Diese Prioritäten werden sich auch 204 positiv auf die Softwarebranche auswirken. Interessanterweise sind die Themen Cloud Computing, Social Media und Big Data auf den hinteren Rängen zu finden. Kein neues Thema in der ICT-Branche ist der Fachkräftemangel. Die von der Masseneinwanderungsinitiative geforderten Kontingente würden ihn jedoch nochmals verschärfen und besonders die ICT-Branche treffen. Outsourcing könnte dadurch vermehrt zum Thema werden. Wachstum im Schweizer IT-Markt 5.8% 2.3% 3.2%.6% 2.% 0.5% 0.3% -5.2% 5.8% 5.7% 5.4%.4%.0% -.2% 2.% 0.% 3.0%.5% -0.5% -0.8% Software IT-Services Telecom Hardware Quelle: SWICO 2

4 Abkühlung am M&A-Markt weniger Übernahmen im Ausland Der Schweizer M&A-Markt war 203 von einem Rückgang geprägt. Die Abkühlung war im ICT-Markt besonders deutlich zu spüren. Der Wachstumstrend der Jahre 200 bis 202 hat sich nicht fortgesetzt. ICT-Transaktionen mit Schweizer Beteiligung Anteil inländischer Transaktionen steigt Datenquelle: Mergermarket Die M&A-Aktivitäten in der ICT waren in den letzten Jahren vorwiegend grenzüberschreitend. Interessanterweise war 203 die Zahl von Übernahmen in der Schweiz durch ausländische Käufer (inbound) höher als jene der Schweizer Übernahmen im Ausland (outbound). Im letzten Jahr hat die Kauflust von Schweizer ICT-Unternehmen im Ausland deutlich nachgelassen und es wurden vermehrt Projekte im Inland realisiert. Die Abnahme von Deals im Schweizer M&A-Markt 203 betraf also primär die Übernahmen von Firmen im Ausland. Zusammen mit dem weiterhin stabilen Interesse ausländischer Käufer spricht die Zunahme inländischer Transaktionen für ein gutes Klima für Schweizer ICT- Unternehmer mit Verkaufsabsichten domestic inbound outbound Stabiles Interesse seitens Private Equity an der ICT-Branche Finanzinvestoren beteiligen sich mit Vorliebe an Firmen der ICT-Branche. Dank der zumeist guten Skalierbarkeit von Produkten und Dienstleistungen locken vielversprechende Wachstumsaussichten und ein internationales Käuferspektrum beim zukünftigen Weiterverkauf, was dem Finanzinvestor attraktive Renditen verspricht. Die interessanten Perspektiven der ICT- Firmen spiegeln sich auch in der Finanzierung. Ein Drittel der Firmen, die 203 Gründungs- bzw. Wachstumskapital erhielten, stammen aus der ICT-Branche. Der Mittelzufluss war aber mit CHF 92 Mio. deutlich tiefer als im Vorjahr. Schwerpunkte für Private Equity in der ICT Hoch im Kurs bei Finanzinvestoren sind nach wie vor die Themen Software und E-Commerce. Das Internet verspricht die schnellsten Möglichkeiten zur Skalierung der Produkte im In- und Ausland. Diese Schwerpunkte der Private-Equity- Aktivität bestätigt auch die Aufteilung der Transaktionen auf die ICT-Segmente. Private-Equity-Deals nach Segmenten Hardware* IT-Services Telecom E-Commerce Software * inkl. Halbleiter Datenquelle: Mergermarket 3

5 Konstante M&A-Aktivität bei Software und IT-Services Der Bereich Software hatte auch 203 den grössten Anteil an M&A-Transaktionen in der ICT-Branche. Der Anteil der inländischen Deals nahm in diesem Segment deutlich zu. Weiterhin sehr stabil ist die Aktivität in den IT-Services. Sie war vom allgemeinen Rückgang 203 kaum betroffen. Transaktionen nach Segmenten Rückläufige Tendenz bei E-Commerce und Hardware 3 3 * inkl. Halbleiter Datenquelle: Mergermarket Gesunken ist der Anteil der Deals im E-Commerce. Er liegt nun fast gleichauf mit dem Bereich Telecom, der in den letzten Jahren zulegte. Der Grund für diese Entwicklung ist die rückläufige Zahl von grenzüberschreitenden Transaktionen, die im E-Commerce eine grössere Rolle spielen als in der Telecom. Stark abgenommen hat die M&A-Aktivität im Segment Hardware, das in unserer Analyse die Halbleiterbranche einschliesst. Auch hier wirkte sich die geringere Anzahl internationaler Transaktionen negativ aus Hardware* IT-Services Telecom E-Commerce Software Swisscom und upc Cablecom als wichtigste Akteure im Inland Im Inland treten vor allem Swisscom und upc Cablecom als Käufer auf. Der breit aufgestellte «blaue Riese» hat sich in den Bereichen IT-Services und Software durch Übernahmen gestärkt. 203 wurde u. a. Entris Operations akquiriert. upc Cablecom fokussierte sich hingegen auch bei Firmenkäufen auf das Kerngeschäft Telecom. Tamedia und Ringier, die in den Vorjahren mit Übernahmen im E-Commerce Schlagzeilen gemacht hatten, traten 203 nicht am M&A-Markt auf. Die Post machte mit der Übernahme von Scalaris in der Dokumentenverarbeitung einen grossen Schritt nach vorn. Andere akquisitive Schweizer Unternehmen wie ABB, u-blox oder Ascom vollzogen fast ausschliesslich Übernahmen im Ausland. USA und Deutschland als wichtigste Zielmärkte Gut die Hälfte der Zukäufe im Ausland tätigten Schweizer ICT-Unternehmen in den USA oder in Deutschland. Die meisten dieser Transaktionen betrafen Softwareunternehmen. Ausländische Käufer kamen vorwiegend aus den USA, Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Frankreich. Während die Amerikaner vor allem in Softwarefirmen investierten, lag der Schwerpunkt der Aktivität aus Deutschland bei den IT-Services. Die Briten zeigten eine leichte Präferenz für E-Commerce. Die Bereiche Hardware und Telecom waren für Ausländer von geringerem Interesse. 4

6 Attraktive Bewertung von ICT-Firmen Die Bewertungen von Firmen in der ICT sind regelmässig höher als in vielen anderen Branchen. Gründe dafür sind: höhere Wachstumsraten als in traditionellen Branchen; hohe Kundenbindung mit Wartungsverträgen, welche einen vergleichsweise stabilen Umsatz ermöglichen; einfache Multiplikation der Kunden mit geringen Zusatzinvestitionen, was zu attraktiven Margen führt. Diese Möglichkeiten lassen sich nicht in allen Segmenten der ICT gleich gut ausnutzen. Dies widerspiegelt sich in den unterschiedlichen Bewertungen innerhalb der ICT-Branche. Swisscom IT Services erwirbt Entris Operations Mit der Übernahme von Entris Operations baut Swisscom IT Services ihre Kompetenz im Business Process Outsourcing (BPO) aus und kann das für dieses Geschäftsmodell so wichtige Volumen steigern. Entris Operations betreut Geschäftsprozesse von Banken. Dazu gehören vor allem der Zahlungsverkehr und das Wertschriftengeschäft. Einige Monate zuvor hatte Swisscom IT Services bereits den Bereich IT-Outsourcing von Entris Banking akquiriert. Mit den beiden Transaktionen folgt Swisscom IT Services ihrer Strategie als umfassender Outsourcing-Partner der Finanzbranche, wo das Thema Outsourcing angesichts des Kostendrucks tendenziell an Bedeutung gewinnt. Nach der Übernahme tritt Entris Operations unter der Marke Swisscom IT Services auf. Unterschiedliche Bewertungen in den einzelnen Segmenten Für Unternehmen in den Segmenten E-Commerce und Software werden tendenziell höhere Preise bezahlt, als für Telecom-Firmen oder IT-Dienstleister. Dies lässt sich anhand von publizierten Transaktionsdaten aufzeigen. Hierbei ist zu beachten, dass diese Daten vor allem für grössere Deals verfügbar und die Bewertungen deshalb nur eingeschränkt auf Schweizer KMU übertragbar sind. Die Grafik rechts zeigt den Median der historisch ( ) bezahlten Preise für Unternehmen in Europa aus allen Branchen, in der ICT-Branche und in deren verschiedenen Segmenten, gemessen am EBITDA-Multiplikator. Quelle der Transaktionsdaten: Mergermarket Adello expandiert in die USA und fusioniert mit HStreaming HStreaming ist ein Start-up im Bereich Big Data und betreibt die weltweit schnellste Plattform für Echtzeit-Analysen. Adello ist ein führender Schweizer Anbieter mobiler Werbelösungen mit 35 Mitarbeitenden. Das Unternehmen ist stark international ausgerichtet und war vor der Fusion bereits an vier Standorten in Europa tätig. Schon vor dem Zusammenschluss pflegten die beiden Unternehmen enge Beziehungen und entwickelten Produkte gemeinsam. Beide Teams hatten erkannt, dass die Kombination von mobiler Werbung mit einer sekundenschnellen Echtzeit-Analyse eine noch präzisere Ausrichtung des Marketings erlaubt. Durch die Transaktion möchte Adello zudem die Marktposition in den USA ausbauen und Patente aus der gemeinsamen Entwicklung sichern. 5

7 Bewertungen in den einzelnen Segmenten der ICT Langjähriger EBITDA-Multiplikator E-Commerce Software ICT gesamt Telekom-Ausrüster IT-Services Hardware Alle Branchen* Halbleiter Telekom-Anbieter Die Tabelle rechts zeigt den Jahresmedian der bezahlten EBITDA-Multiplikatoren in der ICT-Branche und ausgewählten Segmenten. Die Übernahmepreise in der ICT-Branche haben 203 stagniert. Im Gegensatz dazu stiegen die Börsenbewertungen von ICT-Unternehmen deutlich. Der Höhenflug der Börsen hat demnach nicht auf den M&A-Markt abgefärbt. EBITDA-Multiplikator in der ICT-Branche Bewertungsniveau alle Branchen Langjähriger Median ICT Jahresmedian ICT Datenquelle: Mergermarket Der langjährige Median (über den Zeitraum 2000 bis 203) der Unternehmenspreise bei Übernahmen in allen Sektoren* beträgt 9,4x EBITDA (vgl. Grafik links). Für Firmen in der ICT lag der Multiplikator hingegen bei 0,x EBITDA. Mit Ausnahme der Segmente Telekom- Anbieter und Halbleiter lagen die historisch bezahlten Preise in der ICT über jenen in den übrigen Branchen. * Ohne die Branchen Immobilien, Finanzdienstleistungen und ICT EBITDA- Multiplikator Median 20 Median 202 Median 203 Langjähriger Median ICT gesamt 0.5x 8.6x 8.7x 0.x E-Commerce 2.9x 0.2x.6x 2.3x Software 2.0x.6x.5x 2.0x IT-Services 9.4x 9.2x 6.9x 9.6x Börsenbewertungen EBITDA- Multiplikator Index 8.x 9.9x.3x STOXX Europe Technology Die Grafik links zeigt den Medianwert des EBITDA-Multiplikators im Zeitraum (rote Linie) sowie den Jahresmedian (blaue Linie). Die Bewertungen bei Firmentransaktionen im Sektor ICT unterliegen stärkeren Schwankungen als der Durchschnitt aller Branchen (blaue Fläche). Sie sind in den letzten Jahren gesunken. Nur 20 lag der Jahresmedian über dem langjährigen Median. Mit der zunehmenden Reife der Branche scheinen sich die Bewertungen in der ICT trotz leicht stärkerer Schwankungen an das allgemeine Bewertungsniveau anzunähern. 6

8 E-Commerce hohe Bewertungen aber starke Schwankungen Das Segment E-Commerce verzeichnet die höchsten Unternehmensbewertungen bei Übernahmen in der ICT. Der langjährige EBITDA-Multiplikator dieses Segments beträgt 2,3x und liegt damit deutlich über dem Branchenmedian von 0,x EBITDA. Allerdings unterliegen die Bewertungen stärkeren Schwankungen als die ICT insgesamt, wie in der Grafik rechts gut erkennbar ist. Dies liegt zum Teil auch an der geringen Anzahl Transaktionen in diesem Bereich. Interessanterweise scheinen die Bewertungen im E-Commerce die Entwicklung der Bewertungen in der ICT vorwegzunehmen. Der gestiegene Jahresmedian 203 für E-Commerce-Firmen könnte deshalb als positives Zeichen für die gesamte ICT-Branche gedeutet werden. EBITDA-Multiplikator für E-Commerce Jahresmedian ICT Langjähriger Median E-Commerce Jahresmedian E-Commerce Datenquelle: Mergermarket Die Bewertungen von Software- Unternehmen bleiben attraktiv EBITDA-Multiplikator im Segment Software Jahresmedian ICT Langjähriger Median Software Jahresmedian Software Datenquelle: Mergermarket Software-Firmen bilden das zweite Segment innerhalb der ICT-Branche, das im langjährigen Vergleich überdurchschnittlich bewertet wird. Nachdem ihre Bewertungen in den Jahren nach der Finanzkrise deutlich unter dem langjährigen Wert lagen, kehrten sie 20 auf dieses Niveau zurück. Der Rückgang der Bewertungen in der ICT im Jahr 202 hatte nur geringe Auswirkungen auf das Segment Software. Produktentwicklung und fortschreitende Globalisierung treiben die Entwicklung und damit auch die Bewertungen im Bereich Software trotz der wirtschaftlichen Schwäche in wichtigen Märkten wie der EU weiterhin an. 7

9 Abnehmende Bewertungen für Firmen im Segment IT-Services EBITDA-Multiplikator für IT-Services Jahresmedian ICT Langjähriger Median IT-Services Jahresmedian IT-Services Datenquelle: Mergermarket Die Bewertungen für Unternehmen im Segment IT-Services verhalten sich gegenüber dem Bewertungsniveau in der ICT insgesamt leicht antizyklisch. Ein Grund dafür kann die geringere Anfälligkeit ihrer Erträge auf die Entwicklung der Konjunktur sein. Dies macht diese Unternehmen in Perioden der Unsicherheit attraktiver. Andererseits ist der Wettbewerb in den IT-Services intensiver geworden, was die Margen belastet. Der Einbruch der Bewertungen im Jahr 203 könnte u. a. mit dem starken Rückgang der M&A-Aktivität in diesem Segment zusammenhängen. Es wird deshalb spannend sein, wie sich die Bewertungen im Jahr 204 entwickeln. SAP kauft Hybris und baut seine E-Commerce-Lösungen aus Der deutsche Softwarehersteller SAP stärkt sein Produktportfolio durch den Zukauf des in Zug beheimateten Softwareentwicklers Hybris. Das Unternehmen entwickelt Lösungen im Bereich E-Commerce für Kunden wie Starbucks, Lufthansa oder H&M. Hybris wurde 997 in einer Münchner Wohngemeinschaft gegründet und stand nach dem Platzen der Dotcom-Blase vor dem Aus. Dennoch gelang es, das Unternehmen wieder auf Erfolgskurs zu führen. Seit 2009 arbeitet es profitabel und beschäftigt über 800 Mitarbeitende. Dem zunächst angepeilten Börsengang wurde die Übernahme durch SAP vorgezogen. Gemäss Hybris gab es noch eine Reihe weiterer Interessenten. Mit dieser Akquisition will SAP das bislang brach liegende Potenzial für die Integration von E-Commerce in seine Unternehmenssoftware erschliessen. US-amerikanische Accelrys übernimmt Vialis AG Vialis, ein langjähriger Partner von Accelrys, ist auf Datenmanagement-Software u. a. für Labore spezialisiert. Das Unternehmen aus Liestal wurde 2003 gegründet. Accelrys entwickelt Software für das Management von Forschungsprojekten und Innovationsabteilungen. Das Unternehmen ist in San Diego, USA, beheimatet. Mit dieser Übernahme konnte Accelrys seine bereits starke Marktposition im Laborbereich weiter ausbauen. Zudem ist sie eine Reaktion auf das stagnierende Umsatzwachstum des Unternehmens. Diese Transaktion ist ein weiterer Beweis für die hohe Attraktivität auch kleinerer, spezialisierter Schweizer Softwareentwickler auf dem globalen M&A-Markt. Im Februar 204 wurde Accelrys selbst von Dassault Systèmes übernommen. 8

10 Finanzierung von Transaktionen durch Banken oder Earn-outs Bei den vergleichsweise hohen Bewertungen von ICT-Unternehmen stellt sich bei Übernahmen unweigerlich die Frage nach der Finanzierung. Da die Schweizer Unternehmen in der Regel solide finanziert sind, lässt sich meistens ein Teil des Kaufpreises mit Hilfe einer Bankfinanzierung stemmen. Banken finanzieren Übernahmen mittels Akquisitionsdarlehen regelmässig bis zu einer Gesamtverschuldung von rund dem 2,5-fachen des EBITDA, wenn die Aussichten stabil bzw. positiv sind. Gleichzeitig erwarten sie, dass der Käufer gut die Hälfte des Preises aus eigenen Mitteln beisteuert. Zudem sollte die Bankfinanzierung üblicherweise nach 5 bis 7 Jahren zurückbezahlt sein. Diese Art der Finanzierung ist wegen des tiefen Zinsniveaus nach wie vor sehr attraktiv. Eine weitere Art der Finanzierung der hohen Übernahmepreise in der ICT sind Earn-out-Preismechanismen, die den definitiven Kaufpreis vom Erreichen vereinbarter Kennzahlen in den Jahren nach der Transaktion abhängig machen. Auf diese Weise können auch unterschiedliche Erwartungen von Käufer und Verkäufer in Bezug auf das zukünftige Wachstum im Preis (und damit auch in der Finanzierung) berücksichtigt werden. Wachstumsfinanzierung bleibt herausfordernd Die Anzahl von Wachstumsfinanzierungen in der ICT blieb 203 auf Vorjahresniveau. Wie der Swiss Venture Capital Report zeigt, ging allerdings das Volumen gegenüber 202 um einen Viertel zurück, weil die Transaktionen kleiner ausfielen. Die ICT ist aber weiterhin mit einem Anteil von 22% am gesamten Investitionsvolumen eine wichtige Zielbranche für Wachstumskapital. Im Schnitt sind die Wachstumsfinanzierungen in der ICT-Branche kleiner als in den Life Sciences. Dass im letzten Jahr 6% mehr Finanzierungsrunden von weniger als CHF 0 Mio. durchgeführt wurden als 202, ist deshalb ein ermutigendes Zeichen für die ICT. Die grössten Wachstumsfinanzierungen im abgelaufenen Jahr konnten der App- Entwickler Coresystems, das Social Media Portal Urturn, die Reiseplattform GetYourGide und Numbrs, eine App zur mobilen Verwaltung von Bankkonten, abschliessen. Auf diese vier Ventures entfiel gut die Hälfte des in den ICT- Markt geflossenen Wachstumskapitals. Aufteilung der Wachstumsfinanzierungen nach Volumen, 202 gegenüber 203 8% 35% 0% 2% 22% 2% 54% 47% 203 aussen 202 innen <2 Mio. 2-0 Mio Mio. >20 Mio. Quelle: SWICO 9

11 Ausblick 204: Der ICT-Markt wird weiter wachsen Für 204 geht Swico von einer stärkeren Dynamik des ICT-Gesamtmarkts aus. Die Prognosen sprechen von einem Anstieg um,7% (ggü.,4% im Vorjahr). Software und IT-Services werden auch 204 das Wachstum tragen, während der Telecom-Markt unter Sättigungseffekten bei Smartphones leiden wird. Zunahme der M&A-Transaktionen in der ICT zum Jahresende 203 Auf Grundlage der Entwicklung der M&A- Aktivität im Verlauf des Jahres 203 lässt sich nur schwer eine Voraussage für das laufende Jahr treffen. Die Zunahme der Transaktionen im Dezember 203 und Januar 204 deutet auf eine Erholung der M&A-Tätigkeit in der ICT- Branche hin. Dieser Trend lässt sich auch aus der Quartalsstatistik der Transaktionen erkennen. Wie das Jahr 204 bzgl. M&A-Transaktionen für die ICT ausfällt, hängt massgeblich davon ab, wie sich die grenzüberschreitenden Aktivitäten entwickeln. Transaktionen in der Schweizer ICT. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal Anzahl Datenquelle: Mergermarket Schwerpunkte der M&A-Aktivität im laufenden Jahr Auch 204 dürfte das Segment Software innerhalb der ICT-Branche am meisten M&A-Deals verzeichnen. Die wesentlichen Treiber sind der Zugang zu neuer Technologie und die Internationalisierung, zunehmend auch in Schwellenländer. Begünstigt wird dies durch die Fortschritte bei Cloud Computing und SaaS. Das Augenmerk der Käufer in den IT- Services liegt auf dem Aufbau eines umfassenden Angebots zur Auslagerung von Geschäftsprozessen sowie auf der Erzielung von Grössen- und damit von Kostenvorteilen. Die Entwicklung im E-Commerce hängt davon ab, wie sich Schweizer Start-ups in diesem Segment entwickeln. Entwicklung der Unternehmensbewertungen 204 Die steigenden Unternehmensbewertungen im E-Commerce und das stabile Bewertungsniveau für Software-Firmen deuten auf eine Erholung der Unternehmenspreise hin. Für die erneute Abkopplung der Bewertungen von ICT-Unternehmen von den übrigen Branchen und Rückkehr zum langjährigen Bewertungsniveau fehlen vorerst noch die gesamtwirtschaftlichen Impulse. Wir gehen deshalb von einem Anstieg des Medians auf 9x EBITDA aus, getrieben von steigenden Preisen in den Segmenten Software und E-Commerce. Angesichts der historisch niedrigen Bewertungen für IT-Services ist dort 204 mit einer Erholung zu rechnen. 0

12 M&A International Global vernetzt Weltweit führend für M&A im Mittelstand Als exklusives Schweizer Mitglied von M&A International Inc., einer weltweit führenden Organisation von unabhängigen M&A-Beratungsunternehmen für den Mittelstand, bieten wir unseren Kunden Zugang zu einem einzigartigen internationalen Netzwerk. Sie profitieren von den weltweit verfügbaren Ressourcen des Netzwerkes und der Möglichkeit, überall mit lokalen M&A- Spezialisten zusammenzuarbeiten. Alle Mitglieder orientieren sich an gemeinsamen Best Practice Standards. Damit stellen wir weltweit die professionelle und erfolgreiche Umsetzung von Transaktionen sicher. Unsere Erfahrung M&A International Inc. wurde 985 gegründet und bietet unseren Kunden den Zugang zu mittlerweile über 600 M&A-Spezialisten in 39 Ländern. In den letzten fünf Jahren haben die Allianzmitglieder über 300 Transaktionen mit einem Gesamtwert von mehr als USD 75 Mrd. erfolgreich abgeschlossen. Im Jahr 203 zählten die Mitglieder von M&A International 336 erfolgreich durchgeführte Transaktionen. Unsere Mitglieder haben weltweit lokalen Zugang zu den führenden Unternehmen der ICT-Branche. Dies ermöglicht es uns, für unsere Kunden den idealen Partner für die beabsichtigte M&A-Transaktion zu finden. WE CLOSE DEALS IN YOUR INDUSTRY

13 Ausgewählte Referenzen von M&A International in der ICT-Branche Die Swiss Post Solutions übernahm Scalaris, einen führenden Anbieter von leistungsfähigen Scanningplattformen und Softwarelösungen für die Dokumentenverarbeitung. Binder Corporate Finance unterstützte Swiss Post Solutions bei der finanziellen Due Diligence. YP (abgeleitet von Yellow Pages) ist der grösste nordamerikanische Such- und Werbeanbieter für lokale Suchanfragen. Mit der Übernahme von Sense Networks baut YP seine Position im mobilen Werbemarkt aus. M&A International beriet Sense Networks im Verkaufsprozess. M&A International beriet Fujitsu beim Verkauf der Sparte Semiconductor Wireless Products an Intel. Der Chip-Riese konnte auf diese Weise sein Produktangebot im Bereich der Übertragungstechnologie LTE stärken. TriTek, ein führender Anbieter von Enterprise Content Management und BPM-Lösungen wurde an die IT-Beratungsfirma Perficient verkauft. M&A International begleitete die Verkäuferseite bei dieser Transaktion. 2

14 Ausgewählte Referenzen von M&A International in der ICT-Branche M&A International beriet den Open Source Entwickler Laszlo beim Verkauf an Critical Path. Beide Unternehmen sind im Bereich Messaging Services und deren Sicherheit tätig. In der Zwischenzeit wurde CP selbst durch Openwave Messaging übernommen. DecisionPoint Systems verschafft Aussendienstmitarbeitenden mobilen Zugang auf die Unternehmensdaten. Mit der Übernahme von Apex, eines Anbieters von mobilen Lösungen für Aussendienst mitarbeitende, expandiert Decision- Point Systems nach Kanada. PowerSteering bietet Cloud-basierte Software für Projektportfoliomanagement an. Silverback investiert in führende Softwareentwickler. Im Rahmen eines umfassenden Verkaufsprozesses strukturierte und verhandelte M&A International die Transaktion im Auftrag von PowerSteering. Die Software-Gruppe GMT Holding verkaufte ihre Tochtergesellschaft GMT Europe, die spezielle ERP-Software für die Abfallbewirtschaftung entwickelt und vertreibt, an Nedvest, einen niederländischen Finanzinvestor. M&A International unterstützte GMT bei diesem Verkauf. 3

15 Binder Corporate Finance AG Ein profiliertes Team von Experten Die Binder Corporate Finance AG verfügt über ein professionelles Expertenteam mit Mehrfachausbildungen. Es zeichnet sich durch Kompetenz, Professionalität, Effizienz und Schnelligkeit aus. Wir entwickeln individuelle Lösungen für unsere Kunden und setzen sie um. In allem, was wir tun, orientieren wir uns an den Anliegen und spezifischen Bedürfnissen unserer Kunden. Wir betrachten jeden Auftrag individuell und garantieren damit eine Bearbeitung, die Besonderheiten berücksichtigt und in die Umsetzung einbezieht. Umfassende Beratung und eine enge Begleitung bilden die Grundlagen, um komplexe Veränderungsprozesse eines Unternehmens erfolgreich zu realisieren. Fachwissen und langjährige Projekterfahrung sind dabei unentbehrlich. OUR EXPERTISE YOUR SUCCESS Wir setzen unser Know-how, unsere Erfahrungen und unser persönliches Engagement gezielt für unsere Kunden und ihr Unternehmen ein. Wir begleiten unsere Kunden zielführend und kompetent bei: Mergers & Acquisitions Integrierte Beratung bei der Planung und der Durchführung von Veränderungen Kauf und Verkauf von Unternehmen Nachfolgeregelungen Spin-offs Management-Buy-outs Kooperationen Integrierte Beratung (strategisch, betriebswirtschaftlich, finanziell, rechtlich, steuerrechtlich) bei der Planung und der Durchführung Corporate Finance Beurteilung von Unternehmenswerten und Unterstützung bei deren Realisierung Due-Diligence-Prüfungen Unternehmensbewertungen Fairness Opinions Kapitalbeschaffungen Restrukturierungen Purchase Price Allocation Financial Modeling Realistische Beurteilung von Unternehmenswerten und Unterstützung bei der zeitlich optimalen Umsetzung Management Coaching Beurteilung und Umsetzung von Veränderungsprozessen Langfristige Vorbereitung von Nachfolgelösungen Turnarounds und Sanierungen Verwaltungsratsmandate Vor-Ort-Unterstützung bei der finanziellen Unternehmensführung Führen und Unterstützen bei der Vorbereitung und der Umsetzung 4

16 Adelaide Amsterdam Atlanta Bangkok Belgrad Bern Bogotá Boston Bratislava Brüssel Budapest Buenos Aires Bukarest Chicago Cleveland Dallas Dschidda Dublin Frankfurt Göteborg Hamburg Helsinki Hongkong Jacksonville Johannesburg Kopenhagen Ljubljana London Los Angeles Madrid Mailand Mexico City Montreal Moskau Mumbai New York Oslo Palo Alto Paris Peking Prag Riad Santiago de Chile São Paulo Schanghai Seattle Singapur Sofia Stockholm Stuttgart Sydney Tallinn Tel Aviv Tokio Toronto Turin Vilnius Warschau Zürich Spitalgasse 32 Postfach Bern Tel Fax Tödistrasse Zürich Tel Fax Exclusive Swiss member of

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