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1 THE FALCON HOUSE VIEW Juni 2015 Phone Fax

2 THE FALCON HOUSE VIEW MARKTKOMMENTAR VON CIO DAVID B. PINKERTON Im Rahmen unserer Vermögensaufteilung bleiben wir dabei, in den wichtigsten Industrieländern weiterhin Aktien gegenüber Cash und Anleihen überzugewichten. Natürlich haben wir innerhalb des Aktienuniversums Präferenzen. Momentan bevorzugen wir japanische Dividendenpapiere am meisten, gefolgt von Aktien aus dem Euroraum, aus dem Vereinigten Königreich sowie aus den USA. Längerfristig beurteilen wir auch die asiatischen Aktien positiv. Wir sind allerdings der Meinung, dass die starken Kursgewinne im Bereich der chinesischen Aktien durch Spekulationen begünstigt worden sind. Deshalb dürfte es am chinesischen Markt kurzfristig zu einer Korrektur kommen, bevor die Kurse wieder anziehen. Was die anderen Schwellenländer betrifft, weisen die lateinamerikanischen Indizes eine sehr hohe Gewichtung an brasilianischen Titeln auf. Vor diesem Hintergrund beurteilen wir dieses Segment kurz- und längerfristig negativ. Dies wird sich erst ändern, wenn die Inflation vor Ort durch Zinserhöhungen eingedämmt wird und der Arbeitsmarkt anzieht. In Bezug auf die wichtigsten Anleihenmärkte sind wir weltweit neutral eingestellt, denn die Kurskorrektur des letzten Monats trägt zu einem neuen Kurs- und Renditegleichgewicht bei. In dieser Anlageklasse schätzen wir renditestarke Komponenten wie High- Yield-Papiere aus Schwellenländern und Kreditprodukte aus Industriestaaten besonders positiv ein. Diese beiden Segmente stellen die einzigen zwei Bereiche dar, in denen sich noch eine ordentliche Rendite erwirtschaften lässt, zumal die Fixed-Income-Anleger ihre Renditejagd auf diesen Spreadmärkten fortsetzen dürften. ÄNDERUNGEN DER VERMÖGENSAUFTEILUNG Unsere Empfehlungen hinsichtlich der Vermögensaufteilung haben sich gegenüber dem vergangenen Monat nicht verändert. Das heisst, dass wir für ein ausgewogenes Portfolio, ein übergewichtetes Engagement in Aktien, eine Untergewichtung von Anleihen sowie eine untergewichtete Cash-Position im Vergleich zu den Benchmarks plädieren. AUSBLICK FÜR US-AKTIEN Wir sind zu unserer kurzfristig neutralen Positionierung auf dem US-Markt zurückgekehrt. Längerfristig halten wir unsere Übergewichtung jedoch aufrecht, erwarten wir doch, dass Aktien im Gesamtjahr eine höhere absolute Performance abwerfen werden als Anleihen. Der US-Markt wird nach wie vor durch niedrige Zinsen, Aktienrückkäufe und ein moderates BIP-Wachstum gestützt. Die Andeutungen der US-Notenbank über mögliche Zinserhöhungen ziehen den Markt und die Medien weiter in ihren Bann. Unserer Meinung nach sind die Befürchtungen jedoch grösstenteils übertrieben. Schliesslich ist der US-Unternehmenssektor nicht überschuldet. Und wenngleich sich die Aktienbewertungen am oberen Ende der historischen Bandbreite bewegen, haben sie doch anders als in der Vergangenheit insgesamt nicht das Niveau einer Spekulationsblase erreicht. Die Zeiten, da der US-Markt durch die Anreizmassnahmen der US-Notenbank angekurbelt wurde und diese Massnahmen sämtlichen Titeln am Markt Auftrieb gaben, dürften der Vergangenheit angehören. Künftig dürften Kursgewinne eher durch die zugrunde liegenden Fundamentaldaten (Unternehmensgewinne) sowie durch Aktienrückkäufe und Fusionen bzw. Übernahmen ausgelöst werden. Tendenziell kommt dieses Umfeld dem Technologiebereich, dem Gesundheitswesen, einigen Basiskonsumgütertiteln und anderen kapitalintensiven Branchen zugute, die von den extrem tiefen Zinssätzen profitieren. AUSBLICK FÜR EUROPÄISCHE AKTIEN In den letzten beiden Monaten schrieben wir: Eine kurzfristige Pause in der Kursentwicklung ist durchaus möglich, dürfte diese erste Aufwertungswelle auf kurze Sicht doch durch Gewinnmitnahmen beantwortet werden. Kurskorrekturen gehören ( ) als normale Entwicklungen dazu.. Diese Verschnaufpause dauert nach wie vor an. Weitere kurzfristig mögliche Verkaufswellen, die zum Beispiel durch Meldungen aus Griechenland ausgelöst werden könnten, sollten als Kaufgelegenheiten an diesen Märkten genutzt werden. Um das längerfristige Potenzial der europäischen Aktien einzuschätzen, ist es aufschlussreich, sich die Entwicklung des US-Marktes nach der ersten quantitativen Lockerungsphase (QE1) vor Augen zu führen. Alle Hausse-Märkte legten etappenweise zu. Das heisst, dass es im Rahmen einer stetigen Aufwärtsentwicklung immer wieder normale Pausen gibt. Unserer Ansicht nach haben wir in Europa gerade die erste Etappe dieser Aufwärtsentwicklung hinter uns gebracht. Analog zum US-Aktienmarkt, der im Rahmen seines fünfjährigen Aufwärtstrends viele Etappen zurückgelegt hat, gehen wir auch an den europäischen Aktienmärkten von weiterem längerfristigen Aufwärtspotenzial aus. Entscheidend dabei ist weniger die Frage ob EZB-Präsident Mario Draghis Programm der quantitativen Phone Fax

3 Lockerung den Arbeitsmarkt, die Inflation oder das Gewinnwachstum ankurbelt. Ausschlaggebend ist vielmehr das Liquiditätsargument. Denn letztlich hebt die reichlich vorhandene Liquidität die Aktienkurse, was Wohlstandseffekte schafft, die Zinsen dämpft und die Lebensgeister in den Chefetagen weckt. AUSBLICK FÜR EUROPÄISCHE AKTIEN Im Moment haben die europäischen Märkte eine vorübergehende Pause eingelegt. Die Marktteilnehmer warten auf mehr Klarheit in der Schuldenkrise Griechenlands, die nach wie vor auf dem Anlegervertrauen lastet und weiteren Kursgewinnen im Weg steht. Vielleicht liegt es daran oder aber einfach an der Tatsache, dass die breit gefassten Aktienmärkte des Euroraums im bisherigen Jahresverlauf bereits 10 bis 17% zugelegt haben. In letzterem Fall haben wir es nun mit einer normalen Verschnaufpause zu tun. Wir sind der Meinung, dass die mögliche Entwicklung in Griechenland finanzieller Beistand von aussen (Bail-out) / Inanspruchnahme der Gelder von Eigentümern, Gläubigern und Sparern (Bail-in) letztlich durch das grosse Potenzial weiterer quantitativer Lockerungsmassnahmen durch die EZB überlagert werden wird. Diese Ansicht hatten wir bereits im letzten Monat dargelegt. Das Problem im Zusammenhang mit der Griechenland-Krise besteht weniger im grossen Liquiditätsbedarf des Mittelmeerstaats. Schwerer wiegt vielmehr die Sorge, dass jegliche Zugeständnisse gegenüber diesem Schuldnerland ähnliche Forderungen anderer verschuldeter Länder aus dem Euroraum nach sich ziehen werden. Es geht also kurz gesagt um die Angst, dass sich Staaten aufgrund mangelnder Konsequenzen fahrlässig überschulden könnten und ein Präzedenzfall Schule macht. Ironischerweise verzögern diese Ängste und das politische Gehabe zwischen Griechenland und seinen Gläubigern die Ergreifung der erforderlichen Massnahmen. Diese bestehen erstens in einer Restrukturierung der Schulden des Landes unter Gewährung von Konzessionen, Schuldenschnitten und Zahlungsaufschüben und zweitens in Strukturreformen. Letztere müssen darauf abzielen, die Steuererhebung und die Glaubwürdigkeit der Regierung zu verbessern. Wie stets in solchen Fällen ist die Restrukturierung kompliziert. Denn es geht nicht nur darum, die Bilanz zu sanieren, sondern um die Reparatur operativer Aspekte des griechischen Eintreibungssystems und letztlich um das zentrale Einnahmenmodell des Landes. Schlussendlich sind wir optimistisch, dass es zu einer Lösung kommt. Damit würden die nervenaufreibenden Schlagzeilen aus den Medien verschwinden und jene Faktoren die Oberhand gewinnen, die weitere Aktienkursgewinne ermöglichen. AUSBLICK FÜR UK AKTIEN Die Aktienmärkte des Vereinigten Königreichs bewegen sich einmal mehr auf neue Höchststände zu. Damit bestätigt sich unsere seit Langem bestehende Empfehlung, Aktien gegenüber Anleihen überzugewichten. Die Konsumausgaben und das Wirtschaftswachstum ziehen an jedoch nicht in dem Masse, dass hieraus ein Inflationsrisiko entstünde. Die Befürchtungen drehen sich vielmehr um eine mögliche Deflation. Unserer Meinung nach handelt es sich dabei aber um ein vorübergehendes und kein strukturelles Problem. Analog zu den meisten anderen grossen und stark diversifizierten Aktienmärkten bewegen sich auch die Bewertungen der Aktien im Vereinigten Königreich am oberen Ende der 10-Jahres-Durchschnittswerte. Allerdings fielen in diesen Zehnjahreszeitraum sowohl die Finanzkrise als auch Phasen, die von grosser Risikoscheu geprägt waren. Die aktuell hohen Bewertungen lassen sich vor diesem Hintergrund durch die Fundamentaldaten und die aussergewöhnlich niedrigen Zinsen rechtfertigen. Aus technischer Sicht ist es am Aktienmarkt nach den Gewinnen der Vergangenheit zu einer Konsolidierung gekommen. Somit erscheinen zum jetzigen Zeitpunkt weitere Kursgewinne möglich. AUSBLICK FÜR SCHWEIZER AKTIEN Wie in unserem jüngsten Länderbericht über die Schweiz beschrieben, empfehlen wir auch weiterhin eine Übergewichtung von Schweizer Aktien gegenüber den lokalen Anleihen. Der Grund hierfür liegt in der Differenz zwischen der Dividendenrendite und der Rendite Schweizer Anleihen. Diese Empfehlung hängt natürlich von der potenziellen Haltefrist des jeweiligen Anlegers ab. Das heisst: Für Kapital, das lange Zeit nicht benötigt wird, empfehlen wir eine stärkere Allokation in Aktien als in Anleihen. Der starke Schweizer Franken verhindert nach wie vor eine Wachstumsbeschleunigung. In einigen Wirtschafts- und Marktsektoren sind die Bedrohungen durch die Währungsstärke akuter als in anderen. Andererseits dürften kapitalintensive Branchen auch weiterhin von den extrem niedrigen Zinsen in der Schweiz profitieren. Vor diesem Hintergrund haben wir an der längerfristigen Übergewichtung von Schweizer Aktien gegenüber Anleihen festgehalten, die so bereits im Vormonat bestanden hatte. Ausserdem blieben wir wie schon im vorhergehenden Monat bei unserem neutralen Standpunkt. AUSBLICK FÜR AKTIEN DER SCHWELLENLÄNDERN Asiatische Schwellenländer Längerfristig sind wir nach wie vor optimistisch eingestellt, beurteilen den chinesischen Aktienmarkt mit seinen rasanten Kursgewinnen kurzfristig jedoch negativ. Unserer Meinung nach verfügt dieser Markt im Vergleich zu den internationalen Aktienmärkten über langfristiges Nachholpotenzial. Das hohe Tempo, mit dem die Kurse an den chinesischen Aktienmärkten kurzfristig gestiegen sind, halten wir jedoch für nicht mehr nachhaltig. Es ist ein typischer Hinweis auf fremdfinanzierte Spekulationen. Anlagen, die eben noch gefragt waren, können schnell abgestraft werden. Es ist immer schwierig, bei durch kurzfristige Spekulationen geprägten Anlagen das richtige Timing zu erwischen. Vor diesem Hintergrund halten wir es insbesondere auf diesem Markt für besser, eine Kurskorrektur abzuwarten. Der chinesische Markt kann durch behördliche Kommentare, etwa über eine mögliche Erhöhung der Mindestreservesätze, schnell erschüttert werden. Eine derartige Äusserung eines geldpolitischen Entscheiders kann im Handumdrehen zu einer negativen Marktstimmung führen. In einer unserer nächsten wöchentlichen CIO-Veröffentlichungen werden wir die verschiedenen chinesischen Aktienmärkte beleuchten, um detaillierter auf die lokalen Marktbedingungen einzugehen. Phone Fax

4 Osteuropa/Russland Unsere Einschätzung dieses Marktes hat sich gegenüber dem letzten Monat nicht verändert. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass eine strategische Übergewichtung dieses Markts auf lange Sicht schwierig ist. Deshalb haben wir an unserer neutralen Positionierung festgehalten. Diese erlaubt es bestimmten angeleiteten und besonders sachkundigen Kunden, von den extrem niedrigen Bewertungen auf diesem Markt zu profitieren. Die Erholung des Erdölpreises hat den russischen Märkten Auftrieb gegeben. Gleichzeitig hat der Rubel seine Talfahrt beendet und zugelegt, obwohl die unsäglichen Kämpfe in der Ukraine hartnäckig fortgesetzt werden. Naher Osten und Nordafrika (MENA) / Golf-Kooperationsrat (GCC) Unsere Einschätzung dieser Märkte wird primär durch die Erwartung geprägt, dass die bevorstehenden saisonalen und religiösen Feiertage an den Aktienmärkten zu einem niedrigen Handelsvolumen und relativ geringer Aktivität führen werden. Lateinamerika Die von Brasilien dominierten Indizes gehören zu den turbulenten Segmenten des globalen Aktienmarkts. Brasilien befindet sich in einer Phase des Konjunkturzyklus, in der die Inflation nach wie vor ein Problem darstellt. Dem Problem wird durch eine Reihe von potenziellen Zinserhöhungen begegnet. Damit sind die Rahmenbedingungen für volatile Aktienmärkte geschaffen, die mit einigem Abwärtsdruck konfrontiert sind. Der brasilianische Aktienmarkt hat in den letzten 12 Monaten bereits um 24% nachgegeben und reagiert mittlerweile selbst auf minimale Veränderungen der geldpolitischen Erwartungen. Unserer Meinung nach testet dieser Einzelmarkt innerhalb des lateinamerikanischen Segments trotz sehr ungewisser Fundamentaldaten und einer anormal hohen Volatilität nach und nach die Talsohle aus. Eine solche Marktsituation ist immer durch extreme Unsicherheit geprägt. AUSBLICK FÜR ANLEIHEN ENTWICKELTER MÄRKTE Seit unserem letzten Bericht kam es am Markt für deutsche Bundesanleihen zu einem drastischen Ausverkauf. In der Folge sanken die Kurse (bei einem gleichzeitigen Renditeanstieg) vom Höchst- bis zum Tiefststand um 18%. Parallel zu diesem Kurseinbruch wurden auch die Aktienmärkte von einer Verkaufswelle eingeholt, die aber nicht annähernd dasselbe Ausmass erreichte. Somit haben wir eine grosse und abrupte Marktverschiebung erlebt. Einer der Risikofaktoren, der weltweit immer wieder im Zusammenhang mit Staatsanleihen angeführt wird, hat mit der abnehmenden Liquidität zu tun. Die Zentralbanken nutzen frisch gedrucktes Geld, um Anleihen aus ihrem Land bzw. ihrer Region aufzukaufen. Deshalb wird das restliche Angebot an handelbaren Anleihen, das sich im Besitz von Händlern und privaten Marktteilnehmern befindet, immer kleiner. In einer solchen Situation ist es unausweichlich, dass die Liquidität am privaten Markt austrocknet, die Volatilität steigt und vergleichsweise unbedeutende (negative wie positive) Nachrichten sich umfassender und stärker auf die Kurse auswirken. Die meisten Beobachter hielten Bundesanleihen vor dem Hintergrund der grossen Nachfrage sicherheitsorientierter Anleger für überteuert (die zehnjährige Bundesanleihe wurde zum Kurs von gehandelt und wies eine negative Rendite auf). Die Verkaufswelle resultierte aus dem extremen Arbitragehandel im Bereich der sicheren Anleihen (Unterbewertung von US-Anleihen und Überbewertung deutscher Papiere) und der sukzessiven Glattstellung dieser Geschäfte. Mittlerweile notieren deutsche Bundesanleihen wieder bei einem Kurs von , womit sie fast 20% an Wert verloren haben. Das zeigt, wie hoch das Bewertungsrisiko im Zusammenhang mit bestimmten sicheren Anleihen generell sein kann. Dies gilt jedoch ganz besonders für Bundesanleihen, die einen exzessiven Sicherheitsaufschlag aufgewiesen haben und noch immer aufweisen. Wir haben in der Vergangenheit mehrfach betont, generell von keinen erheblichen Zinssteigerungen etwa am US-Markt auszugehen. Offensichtlich haben wir, wie auch andere Beobachter, einen Faktor nicht genügend beachtet namentlich die Auswirkungen der durch die Angebotsverknappung verursachten Volatilität auf dem Anleihenmarkt insbesondere im Euroraum. Diese Situation hat einmal mehr nichts mit den noch immer deflationären Fundamentaldaten zu tun. Ausschlaggebend sind vielmehr die Transaktionspipeline, das sinkende Angebot an frei gehandelten Instrumenten UND die Tatsache, dass die 10-jährige Bundesanleihe (genau wie die lang laufende Schweizer Anleihe) den Anlegern auf lange Sicht eine extrem schlechte risikobereinigte Rendite bietet. Wir haben immer wieder darauf hingewiesen, dass das Risiko-Ertrags-Verhältnis bei sicheren Anlagen in einigen Segmenten des Anleihenmarkts weniger attraktiv ist als bei längerfristigen Engagements in Aktien. Unsere Einschätzung des Markts für Unternehmensanleihen hat sich gegenüber dem vergangenen Monat generell nicht verändert. Interessant ist, dass die Kreditspreads nicht sofort negativ auf den kurzfristigen Renditeanstieg bei den deutschen Bundesanleihen reagiert haben. Dies deutet unserer Meinung nach darauf hin, dass die Verkaufswelle im Bereich der Bundesanleihen letztlich nur den künstlich auf hohem Niveau gehaltenen Sicherheitsaufschlag beseitigt hat. Für eine anhaltend hohe Nachfrage nach Unternehmensanleihen sprechen auch die Fundamentaldaten, welche die Renditejagd im Bereich der Spreadprodukte befeuern. Analog zu unserer Einschätzung der Unternehmensanleihen beurteilen wir auch Schwellenländeranleihen längerfristig positiv. Doch auch in diesem Bereich hängt die jeweilige Strategie stark vom geografischen und individuellen Anleihenengagement ab. ROHSTOFFE Erdöl und Gold sind die beiden wichtigsten Rohstoffe, deren Entwicklung wir verfolgen. Beim Gold können wir keine unmittelbaren Auslöser erkennen, die für ein Abflauen des negativ wirkenden Gegenwinds sprechen. Denn der US-Dollar ist nach wie vor stark, und Dividendenpapiere verfügen langfristig über höheres Wertpotenzial. Zu gegebenem Zeitpunkt könnten die Verschlechterung der Finanzsituation eines Landes und ein Verfall seiner Währung Gold als attraktives Absicherungsinstrument erscheinen lassen. Momentan sind die Voraussetzungen unserer Meinung nach aber nicht gegeben, um eine Long-Position in diesem wichtigen Rohstoff einzugehen. Im letzten Monat hatten wir unsere Ansicht dargelegt, wonach der Ölpreis bei der Marke von 45 US-Dollar pro Barrel die Talsohle Phone Fax

5 erreicht habe. Die Preisdynamik ist noch immer ungebrochen, sodass Erdöl mittlerweile bei knapp 60 US-Dollar gehandelt wird. Einige rational vorgehende erdölproduzierende Länder beginnen damit, ihre Produktion zurückzufahren. Gleichzeitig ist noch kein globaler Rückgang der Grenznachfrage zu beobachten. Da sich die Nachfrage aufgrund der Umstellung auf erneuerbare und alternative Energien jedoch permanent verändert, sind massiven Ölpreissteigerungen vom aktuellen Niveau aus Grenzen gesetzt es sei denn, es kommt zu einer extremen Erhöhung der geopolitischen Risiken. Hochachtungsvoll, David B. Pinkerton Chief Investment Officer (CIO) Falcon Private Bank Zürich, 03. Juni 2015 Phone Fax

6 GLOBALE ANLAGEALLOKATION AUSBLICK FÜR ANLAGEKLASSEN (PER ) 1. AKTIEN REGION WÄHRUNG AUSBLICK (1 Monate) ERW. ÄNDERUNG* IN % (1 Monat) AUSBLICK (3+ Monate) ERW. ÄNDERUNG* IN % (3+ Monate) Nordamerika USD innerhalb +/-2.00% innerhalb +/-3.50% Europa (ohne UK & CH) EUR >2.50% innerhalb +/-4.00% Japan JPY >2.00% >3.00% Pazifik (ohne Japan) AUD innerhalb +/-2.00% >3.00% Schweiz CHF >2.50% innerhalb +/-4.00% Grossbritannien GBP innerhalb +/-4.00% innerhalb +/-6.50% Emerging Markets Asien USD innerhalb +/-1.50% innerhalb +/-2.50% Emerging Markets Lateinamerika USD < -3.00% < -5.00% GCC & Afrika USD innerhalb +/-3.00% innerhalb +/-5.50% Emerging Markets Osteuropa & Russland USD < -3.50% < -5.50% 2. ANLEIHEN SEKTOR WÄHRUNG AUSBLICK (1 Monate) ERW. ÄNDERUNG* IN % (1 Monat) AUSBLICK (3+ Monate) ERW. ÄNDERUNG* IN % (3+ Monate) Anleihen in USD (Unternehmens- & Staatsanleihen) USD innerhalb +/-0.50% innerhalb +/-1.00% Anleihen in EUR (Unternehmens- & Staatsanleihen) EUR innerhalb +/-0.50% innerhalb +/-1.00% Anleihen in CHF (Unternehmens- & Staatsanleihen) CHF innerhalb +/-0.50% innerhalb +/-1.00% Anleihen in GBP (Unternehmens- & Staatsanleihen) GBP innerhalb +/-1.00% innerhalb +/-1.50% Globale Emerging Markets (Staatsanleihen) USD innerhalb +/-1.00% innerhalb +/-2.00% Globale hochverzinsliche Anleihen (HY Bonds) USD innerhalb +/-1.50% innerhalb +/-2.00% 3. ROHSTOFFE MATERIALE WÄHRUNG AUSBLICK (1 Monate) ERW. ÄNDERUNG* IN % (1 Monat) AUSBLICK (3+ Monate) ERW. ÄNDERUNG* IN % (3+ Monate) Energie (Brent Öl) USD innerhalb +/-3.00% innerhalb +/-5.50% Industriemetalle (Aluminium, Kupfer, Nickel, Zink) USD innerhalb +/-3.00% innerhalb +/-5.00% Edelmetalle (Gold, Silber) USD innerhalb +/-3.00% innerhalb +/-5.00% 4. WÄHRUNGEN SEKTOR WÄHRUNG AUSBLICK (1 Monate) ERW. ÄNDERUNG* IN % (1 Monat) AUSBLICK (3+ Monate) ERW. ÄNDERUNG* IN % (3+ Monate) EUR/USD innerhalb +/-2.00% innerhalb +/-3.00% GBP/USD innerhalb +/-1.50% innerhalb +/-2.00% USD/JPY >1.50% innerhalb +/-2.50% USD/CHF >2.00% innerhalb +/-3.00% * Die erwarteten Renditeveränderungen in % basieren auf 1- und 3-Monats Volatilitäten. Wir gehen von einer Normalverteilung aus, in welcher sich die Volatilität aus historischen 5-Jahresrenditen ergibt. Kaufen Halten Verkaufen Phone Fax

7 EMPFOHLENE VERMÖGENSAUFTEILUNG FALCON PRIVATE BANK GRUPPE FIXED INCOME STRATEGIE Aktien 0% 0% - Anleihen 87% 89% - Alternative Anlagen 8% 8% - Anleihen 89% Alternatives 8% KONSERVATIVE STRATEGIE Aktien 25% 28% - Anleihen 62% 62% - Alternative Anlagen 8% 8% - Anleihen 62% Alternatives 8% Aktien 28% AUSGEWOGENE STRATEGIE Aktien 50% 55% - Anleihen 37% 34% - Alternative Anlagen 8% 8% - Anleihen 34% Alternatives 8% Aktien 55% WACHSTUMSSTRATEGIE Aktien 75% 83% - Anleihen 12% 6% - Alternative Anlagen 8% 8% - Alternatives 8% Anleihen 6% Aktien 83% AKTIENSTRATEGIE Aktien 88% 97% - Anleihen 0% 0% - Alternative Anlagen 8% 0% - Aktien 97% Aufgrund von Rundungen können sich in diesen Tabellen bei Summenbildungen geringfügige Abweichungen ergeben und die Summe der Prozentzahlen nicht immer exakt 100 ergeben. Phone Fax

8 ANHANG ÜBERBLICK ÜBER DIE ANLAGEKLASSEN UND DIE AKTIENPERFORMANCE ANLAGEKLASSEN YTD Chinesische Aktien wurden abgestossen, nachdem sie in den zwei Wochen zuvor mehr als 15% an Wert gewonnen hatten. Die Verkaufswelle, die zu Kursverlusten von 6,5% führte, wurde durch die Verschärfung der Kreditbeschränkungen seitens der Brokerhäuser ausgelöst. Parallel dazu ist der Aufwärtstrend der russischen Aktien zum Erliegen gekommen, weil der zuletzt starke Rubel etwas an Wert gegenüber dem US-Dollar eingebüsst hat. Die Renditen der Staatsanleihen verharren trotz der starken Marktbewegung, die Ende April zu beobachten war, weiter auf historischen Tiefständen. Unserer Ansicht nach wird auch 2015 als Jahr mit historisch niedrigen Zinsen in die Geschichte eingehen, auch wenn in den USA wahrscheinlich der Startschuss zur Zinsnormalisierung gegeben wird. EQUITIES * FIXED INCOME COMMODITIES 60% 52.1% 50% 40% 30% 23.7% 20% 14.4% 12.5% 14.1% 10% 7.2% 5.9% 5.3% 4.1% 2.3% 0.9% 0.6% 1.9% 0.6% 0% -1.4% -3.5% -10% -5.5% -9.3% -7.6% -20% Quelle: Bloomberg. Stand 29. Mai, * In USD. Aufgrund von Befürchtungen, wonach die US-Lagerbestände an Rohöl wieder gestiegen sein könnten, gaben die Ölpreise in der letzten Maiwoche an drei aufeinanderfolgenden Tagen nach. Das Barrel kostet mittlerweile 63 USD, nachdem der Preis zuvor auf ein Fünfmonatshoch von USD gestiegen war. Nach dem Erreichen eines Dreimonatshochs gibt der Goldpreis wieder nach. Den Hintergrund hierfür bildet die Dollarstärke, die das Interesse der Anleger für das Edelmetall geschmälert hat. WICHTIGSTE AKTIENMÄRKTE Schwellenländeraktien haben noch immer mit Gegenwind zu kämpfen. Den Hintergrund hierfür bilden insbesondere der starke US-Dollar und die Erwartung steigender Zinsen in den USA sowie die fallenden Ölpreise, welche die rohstofforientierten Schwellenländer belasten. 25% 20% 15% 10% 5% 19.94% 17.32% 9.72% 9.49% 7.59% 6.63% 5.06% 3.80% 2.11% Europäische Aktien beurteilen wir vor allem aus Liquiditätsgründen positiv. Aktien aus dem Vereinigten Königreich erachten wir aufgrund des sich beschleunigenden binnenwirtschaftlichen Wachstums ebenfalls als attraktiv. 0% -5% -10% -7.14% Auch japanische Aktien beurteilen wir primär aufgrund von Liquiditätsgesichtspunkten sowie der unterschätzten Strukturreformen positiv. Folgt man den meisten Bewertungskennzahlen, ist der japanische Markt im Vergleich zu seinen Pendants in den USA und in Europa noch immer attraktiv. Quelle: Bloomberg. Stand 29. Mai, In lokaler Währung. WICHTIGSTE INDUSTRIESEKTOREN USA Das Gesundheitswesen lag im Mai erneut stark im Plus. Dasselbe gilt für den Finanzsektor. Die Bereiche Energie und Telekommunikation hinkten dagegen hinter der Entwicklung her. Bezogen auf den Zeitraum seit Jahresbeginn führt der Gesundheitssektor die Performance-Rangliste mit einem Plus von 10,3% weiter an, was der hohen Fusions- und Übernahmeaktivität zu verdanken ist. Der Sektor weist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 28 die höchste Bewertung aller US-Branchen auf und notiert über dem 10-Jahres-Durchschnitt (18,6%). YEAR-TO-DATE Year to Date 12% 9.8% 10% 8% 6.1% 6% 4.8% 4.4% 4% 3.1% 2% 0.5% 0.2% 0.2% 0.2% 0.7% 0.2% 0.1% 0% -2% -0.3% -0.3% -0.2% -0.3% -0.3% -2.0% -4% -6% -8% -10% Quelle: MSCI US IMI Indexe. Stand 29. Mai, MONTH-TO-DATE Month to Date -7.9% -1.6% Phone Fax

9 DISCLAIMER The Falcon House View wird durch die Falcon Private Bank AG, Zürich, publiziert. Dieses Dokument wurde nur zu Informationszwecken erstellt und ist ausschliesslich für die Verwendung durch den Empfänger bestimmt. Die in diesem Dokument wiedergegebenen Informationen und Meinungen stammen nach unserer Einschätzung aus verlässlichen Quellen, für die Vollständigkeit und Korrektheit der hierin enthaltenen Informationen wird aber keine Gewähr übernommen. Meinungen sind nicht als Empfehlungen zu verstehen. Bestimmte hierin enthaltene Aussagen können Vorhersagen, Prognosen und andere zukunftsorientierte Aussagen beinhalten; sie stellen somit keine tatsächlichen Resultate, sondern hauptsächlich hypothetische Annahmen dar, welche rückwirkend auf historischen Finanzinformationen basieren. Die Vorhersagen und Schätzungen entsprechen dem Stand zum Publikationsdatum dieses Dokuments, und können jederzeit ohne Ankündigung ändern. Die in diesem Dokument enthaltene Analyse basiert auf zahlreichen Annahmen. Unterschiedliche Annahmen können zu substantiell unterschiedlichen Einschätzungen führen. Eine Transaktion sollte nur in Erwägung gezogen werden, wenn Sie sich der involvierten Risiken voll und ganz bewusst sind, und in der Lage sind, die möglichen finanziellen Verluste zu tragen. Bevor Sie einen Anlageentscheid treffen, sollten Sie sich mit Ihren eigenen Beratern und insbesondere mit Ihren Finanz-, Rechts-, Geschäftsund Steuerberatern absprechen. Die in diesem Dokument beschriebenen Wertentwicklungen sind historischer Natur, und sind keine Garantie für zukünftige Erträge und Performance. Die Informationen in diesem Dokument stellen kein Angebot und keine Einladung zum Kauf oder Verkauf eines Produkts dar. Falcon Private Bank AG Alle Rechte vorbehalten. Phone Fax

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