Klare Regeln sind wichtig

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1 rss$.ei' -tgäffifii,fiü*es AUSSCHUSS SCHULMITWIRKUNG/SCHULRECHT WU Klare Regeln sind wichtig Die Neuen Medien und das weltweite Netz bieten Enruachsenen wie Schülern viele Vorteile. Sie stellen aber auch Eltern und jugendliche Nutzer vor große Herausforderungen. Risiken sind vor allem Urheberrechtsverletzungen und Missbrauch von Bildern und persönlicher Daten. Martin Müsgens, Landesanstalt für Medien NRW, referierte in den Ausschüssen,,Gesundheit und Jugendschutz" und,,schulmitwirkung und Schulrecht" über das Thema. Seinen Vortrag drucken wir hier ab. oziale Netzwerke, MP3-Player, internetfähige Smartphones oder portable Spielkonsolen sind fester Besrandteil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Um diese Geräte möglichst sicher zu nutzen, ist neben reinen Bedienkompetenzen auch ein kritisch-reflexiver Umgang mit Medien und Anwendungen von zentraler Bedeutung. Nicht immer ftihlen sich Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen hier ausreichend vorbereitet und sind unsicher, wie die immer wichtiger werdende Medienkompetenz in Schule und Elternhaus vermittelt werden kann. Dies aufgreifend, stellt der folgende Artikel aktuelle Trends und Entwicklungen der Medienwelt vor, beschreibt Chancen und Herausforderungen,,Neuer Medien" mit einer Schwerpunktsetzung aufdem Internet und er- Iäutert sich daraus ergebende Konsequenzen für die (außer)schulische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und das Elternhaus. Im Anschluss werden ausgewählte Unterstützungsangebote der Landesanstalt für Medien Nordrhein-\Testfalen (LfM) vorgestellt (www.lfm-nrw.de). zum Digitalen, zur zunehmenden Mobilität und zur Medienkonvergenz. Etwas ausführlicher erläutert bedeutet dies, dass ehemals analog,e Geräte immer häufiger digital funktionieren bzw. sich digitaler Technik bedienen und nicht mehr nur stationär zu Hause betrieben werden können, sondern - auch aufgrund geringerer Größe - portabel sind und im Grunde überall genutzt werden können. Dies gilt für Spielkonsolen genauso wie für Computer oder denzrgriff auf das Internet. Unter dem Stichwort lvledienkonvergenz wird verkürzt versranden, dass ehemals unterschiedliche Geräte (zum Beispiel Fernseher, Radio. Internet- PC, Film- und Fotokamera) in nur einem Gerät mireinander verschmelzen. Das beste Beispiel für die Aufnahme verschiedenster Geräte ist das Smartphone als mobiler Alleskönner für die Hosentasche. Die vielfachen Möglichkeiten dieses Geräts werden schnell offensichtlich, wenn man sich einmal vorstellt, man wollte von unterwegs die gleichen im Smartphone vereinten Funktionen nutzen, müsste aber die ehemals notwendigen Einzelgeräte mit sich tragen - ein eher umständliches, im Grunde sogar schon unmögliches Unterfangen. Auch die jährlich erscheinende repräsentative JIM-Studie (Jugend, Information, (Multi-)Media-Basisuntersuchung zum Medienumgang i2- bis L9-Jähriger) des Medienpädagogischen Forschungsverbands Südwest (www.mpfs.de) zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig deutsche Haushalte, in denen Jugendliche leben, mit Medien ausgestattet sind (siehe Abbildung 1). Medienausstattung von Jugendlichen Jahre, Haushalt und eigene Geräte 100 % Die Digitalisierung der Gesellschaft: Medien im Alltag von Kindern und Jugendlichen Schaut man sich die Medienentwicklung der letzten Jahre an, wird schnell klar, dass Kinder undjugendliche heute in einer rvek aufvvachsen, in der Medien in verschiedensten Formen allgegenwärtig sind. Hierbei kennzeichnen vor allem drei große Trends die Entwicklung der letzten Jahre: der Trend rer Jb reffi ffii rct*ffiffi*ä M-R Quelie: in Anlehnung an JIM-Studie 2012 (vurvrv.mpfs.de), Basis: alle Befragten, n=1.201 (HH steht für Haushalt) Abbildung ffiii LANDESELTERNSCHAFT DER GYMNASIEN NRW JUNI 2013

2 rer ryffi AUSSCHUSS SCHULMITWRKUNG/SCHULRECHT ffi - Auch der mobile Zugriff aluf das Internet (vor allem über Handy/Smartphone) etabliert sich zunehmend als Standard - auch bei Kindern und Jugendlichen. \Tegbereiter sind hier der Ausbau mobiler Datennetze, fallende Preise bei mobilen Internet-Pauschaltarifen (Flatrates) und ein immer breiteres und anwenderfreundlicheres Angebot mobiler Anwendungen (den sogenannten Apps). Nach der JIM-Studie nutzten 2012 bereits 40 % derjtgendlichen regelmäßig mobil das Internet; 2OI0 lag der entsprechende rü(/ert noch bei 8 Prozent,20II waren es 22 Prozent (vgl. JIM-Studie 2012,5.5r. Ein anderer noch relativ neuer Trend sind standortbezogene Dienste. Mittels GPS-Signal oder über den bei der Netzeinwahl verwendeten nächstgelegenen Mobilfunk-Mast wird der aktuelle Standort des Nutzers ermittelt. Dieser kann dann ftir verschiedene Anwendungen genutzt werden, beispielsweise auf dem eigenen Facebook-Profil als Status-Update angezeigt werden oder auf besondere Angebote im näheren Umfeld hinweisen. Auch ist es über verschiedene Anwendungen möglich, sich Kontakte aus dem eigenen Netzwerk anzeigenzu lassen, die sich gerade in der Nähe befinden (so diese die gleiche Anwendung nutzen und einer entsprechenden Nutzung zugestimmr haben). Das Mitmach-Netz,,\ü/eb 2.0" ist ein weiteres Phänomen der Zeit, begleitet uns allerdings schon ein paar Jahre. Vereinfacht gesagt, steht diese Entwicklung dafür, dass die Unternehmen in weiten Teilen nur noch den,,programmiertechnischen" Rahmen liefern und die Nutzer selbst die eigentlichen Inhalte (Texte, Fotos, Filme, etc.) einstellen. Bestes Beispiel für diesen Trend sind Videoportale wie YouTube und Soziale Netzwerke. Vor allem das Soziale Netzwerk Facebook kann dabei auf eine unglaubliche Erfolgsgeschichte zurückblicken. Allein in Deutschland nutzen aktuell über 25 Millionen Menschen Facebook (vgl. z. B. wwwallfacebook.de). Ehemals erfolgreiche Netzwerke wie schueleryz, studiyz oder Schueler.CC spielen über alle Altersgruppen hinweg aktuell keine große Rolle mehr oder sind gänzlich vom Markt verschwunden. Gerade bei Kindern und Jugendlichen sind Soziale Netzwerke überaus beliebt, schaffen sie es doch perfekt, wichtige Bedürfnisse nach Eigenständigkeit, Sozialer ljnterstützung, Orientierung und Identitätsbildung zu bedienen (vgl. hierzu auch mekonet kompakt (2010): Intimität im Netz auf einen Blick, S. 2, Aktuell sind knapp vier von fünf Jugendlichen täglich oder mehrmals pro -'J7oche in Sozialen Netzwerken unterwegs, schon bei den l2-l3-jähägen liegt der Wert bei über 60 Prozent (vgl. JIM-Studie 2012, S. 40). Auch die LfM-Studie,,Heranwachsen mit dem Social $7eb" untersuchte die Faszination des Mitmach-Netzes aufjugendliche und ermittelte hierbei die in Abbildung 2 dargestellten Praktiken und E ntwicklungsaufgaben. Herausforderungen von lnternet und Neuen Medien Viele Erwachsene fühlen sich von der zunehmend beschleunigten Entwicklung im Bereich,,Neuer Medien" überfordert. Auch die über die Initiative Eltern + Medien (www.elternundmedien.de) angebotenen Elternabende machen diese Unsicherheiten immer wieder deutlich: \Vie lange soll mein Kind am Computer sitzen? \7as ist so toll an Computerspielen? \Wie schütze ich mein Kind vor problematischen Angeboten im Internet? Mit wie viel Jahren soll mein Kind ein eigenes Handy bekornmen? All dies sind immer wiederkehrende Fragen von teilnehmenden Müttern und Vätern. Martin Müsgens (Jahrgang 1976) ist Diplom-Sozrologe und a u sg ebi I d ete r G ru nd sc h u I I eh re r. Nach einem Studium der Sozrologie an der Philipps-Universität Marburg, der Pennstate University (USA) und der Freien Universität Berlin studierte er in Köln Lehramt auf Primarstufe. Das Referendariat absolvierte er an einer Kölner Grundschule mit einer Schwerpunktsetzung tn den Neuen Medien. lm Ansch/uss war er als Lehrer an einer Grundschule und als Cnline-Forscher bei einem großen Medienunternehmen tätig. Seil Sepfember 2009 arbeitet Martin Müsgens als Referent für die EU-lnitiative klicksafe bei der Landesanstalt für Medien N o rd rh e i n-westfal e n (LfM) Doch bevor man sich mit möglichen Risiken und Herausforderungen des Internets und,,neuer Medien" auseinandersetzt, ist es sinnvoll, sich noch einmal die positiven Chancen und Annehmlichkeiten bewusst zu machen. So hat beispielsweise das Internet als weltweites Netzwerk viele Vorteile: Kein anderes Medium bietet eine vergleichbare Aktualität, Geschwindigkeit bei gleichzeitig zeitlicher und räumlicher Unabhängigkeit. Mit wenigen Klicks kann ganz bequem vom eigenen Sofa aus aufnationale und internationale Informationen zurückgegriffen und welt- reffiffi#i ffiffifi ffiffi #re# ffii LANDESELTERNSCHAFT DER GYI\4NASIEN NRW.2O3. JUNI 2013 WE 37 -#mil

3 Er:::,::il -:;::r::qtjl; /.,, AUSSCHUSS SCHULMITWIRKUNG/SCHULRECHT r:'il I...:.';:!i*lli:i:rr.: I: Praktiken und Entwicklungsaufgaben des Social Web (rrmitmach-netzesff),, Kümfrfgq.,'," 'l:: -, :.:l Identitätsmanagement Selbstauseinandersetzung Wer bin ich?. Ausfüllen einer Profilseite. Veröffentlichung eines eigenen Videos Beziehungs. maüagernent Sozialauseinandersetzung Welche Pcsition habe ich im sszialen Netzwerk?. Senden oder Ännehmen von Kontaktgesuchen o Kommentieren ei nes Weblogeintrags Informationsmanagement Sachauseinandersefzung \Vie orientiere ich mich ia der \flelt? r Recherchieren in $üikipedia o Bewerten eines YouTube-Videos Quelle: in Anlehnung an Landesanstalt für Medien NRW (LfM), Heranwachsen mit dem Social Web (2. unveränderte Auflage, April 2011, S. 27, Download unter: Abbildung 2 weite Vernetzung und Kommunikation betrieben werden. I'JTeitere Chancen und medienpädagogische Flerausforderungen des Internets werden in Abbildung 3 gegenüber gestellt. Vor allem die interaktiven Möglichkeiten des Social \üebs bergen gewisse Risiken. Neben der Verletzung von Urheberrechten (beispielsweise durch eine nicht genehmigte Veröffentlichung des geschützten Logos vom Lieblingsverein im eigenen Profil) ist hier auch der Missbrauch von persönlichen Daten zu nennen. \Vie eine Studie der Landesansrak für Medien NRSZ (LfM) ermittelte, unrerschätzen Jugendliche in vielen Fällen die Reichweite, Nachhaltigkeit und die (Eigen-)Dynamik von im Internet veröffentlichten Inhalten (siehe auch Abb. 4), so dass diese schnell außer Kontrolle geraten können. Die in vielen Fällen sehr hohe Anzahl von,,freunden" in Sozialen Netzwerken (die JIM-Studie 2OI2 errnittelte hier eine durchschnittliche Anzahl von 2J 2 Freunden/Kontakten in Sozialen Netzwerken) kann dazu führen, dass selbst strenge Privatsphäre-Einstellungen die unbefugte \Teitergabe persönlicher Daten durch Mitglieder des persönlichen Netzn'erks nicht verhindern können. Zudem sollte immer mit bedachr n-erden, dass auch der Anbieter Sozialer Netzwerke die eingestellten Intbrmationen analysiert, um sie beispielss-eise für personenbezogene (an den jen-eiiigen Interessen ausgerichtete) Werbung zv flutzen. Und auch wenn im L-mgang mir eigenen Daten eine gewisse Sensibilität herrscht, so gilt dies in r.ielen Fällen nicht ftir das Einstellen fremder Daten. So attestiert die Ende 2012 veröffentlichte LfM-Studie Digitale PrivatsphäreJugendlichen ein nur geringes Problembewusstsein, Fotos auf denen andere Personen abgebildet sind, ohne Erlaubnis der abgebildeten Personen ins Netz zu stellen (vgl. Die Verletzung von Persönlichkeitsrechten (hier vor allem das,,recht am eigenen Bild") im Social \7eb ist also durchaus verbreitet. \farum aber reagieren Kinder und Jugendliche auf die gut gemeinten Appelle von Eltern und Pädagogen zum Schutz persönlicher Daten vielfach mit Unverständnis? Eine mögliche Antwort liegt in der Struktur Sozialer Netzwerke:,,Für externe Beobachter erscheint oft bereits das Offenlegen bestimmter persönlicher Merkmale (wie Beziehungsstatus oder persönlicher Vorlieben) auf Netzwerkplattformen als Preisgeben der eigenen Privatsphäre; dieses Verhalten ist jedoch aus der kommunikativen Situation heraus nachvollziehbar: Nur durch das Ausftillen eines eigenen Profils können Jugendliche an der Nutzergemeinschaft teilhaben, sich ihrer eigenen Identität und ihres Status innerhalb des Geflechts der online abgebildeten erweiterten Peer-Group bewusst werden und die Möglichkeit der Kommunikation mit den eigenen Freunden und Bekannten eröffnen" (Heranwachsen mit dem Social \7eb, 2., unver. Aufl. 2011, s.22r). Ein weiteres Problem im Social \feb isr Cybermobbing. Der Begriff steht für das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer mit Hilfe moderner Kommunikations- 3B -i.er:rilil f:i:..ir+ti1üili:i, n.+:-d,i:."::il lir:r*'i..1::.ji :!:Gü'.Jj': rrit:.1.::i'r:,.:iil li:i:.rj::;:,:i.r:5::,.e:::j: i-trä:'i LANDESELTERNSCHAFT DER GYMNASIEN NRW.2O3. JUNI 2013

4 -f,ä.p':i:f -Afi.:!e+.*$Xi**+j mittel (Internet, Handy), meisr über einen länger en Zeitraum. Beispiele wären hier Hass-Gruppen in Sozialen Netzwerken, in denen andere systematisch beleidigt und fertig gemacht werden oder das Änlegen von gefälschten Profilen (sogenannre Fake-Profile), in denen zum Beispiel im Namen eines Mitschülers gesellschaftlich nicht akzeptierte Meinungen verrreten werden. Im Vergleich zum klassischen Mobbing ist das Publikum beim Cybermobbing in vielen Fällen unüberschaubar groß, und die Ätracken laufen rund um die Uhr und reichen bis in die eigenen vier \ü7ände hinein, so dass es im Grunde keinen sicheren Rückzugsbereich mehr gibt. Zudem können sich die Inhalte sehr schnell im Internet verbreiten und sind im schlimmsten Fall auch noch Jahre später im Internet zu sehen. Besonders prekär für den Betroffenen oder die Betroffene ist zudem, dass die Beleidigungen anonym erfolgen können und so in vielen Fällen nichr klar wird, wer eigentlich hinter dem virtuellen Mobbing steckt. Die durch den Bildschirm gefiiterte, indirekte und AUSSCHUSS SCHULMITWIRKUNG/SCHULRECHT vielfach zeitversetzte Kommunikation kann zudem dazu führen, dass die Folgen und die Schwere der Beleidigungen im Vergleich zur Face-to-Face-Situation schlechter abgeschätzt werden können. Experten sprechen hier vom Onl i ne -E nthemmungseffekt. Auch eine Konfrontation mit kinderund jugendgefährdenden Inhalten (zum Beispiel alrs den Bereichen Rechtsextremismus, Gewalt und Verherrlichung von Gewalt, Pornografie und Sexismus) kann bei einer unbedarften Nutzung des Internets zum Problem werden. Ein Aufruf enrsprechender Angebote muss keinesfalls beabsichtigt erfolgen, denn hinter vielen auf den ersten Blick harmlosen Suchbegriffen können sich entsprechende Treffer verbergen. Der vorbeugende Einsatz von Filtersoftware und Jugendschutzprogrammen ist vor aliem bei jüngeren Kindern sinnvoll, ailerdings können diese keinen vollständigen Schutz liefern und ersetzen keinesfalls die wichtigere Medienerziehung und Begleitung durch Eltern und Pädagogen (Informationen zu Filter- und Jugendschutzprogram- #:."ityr.'iirl -;!T':+.4i4.1ii-il11?..f men finden sich unter www. klicksafe.de/ j ugendschutzfilter). Konsequenzen für (außer)schulische Arbeit und Elternhaus \Vie gezeigt wurde, haben Medien einen großen Stellenwert im Leben von Kindern und Jugendlichen, zunehmend auch in mobiler Form. Und ob nun Tablet-Compurer, Smartphone, Spielkonsole, MP3- oder Blu-ray-Player: Für die kindlichen und jugendlichen Nutzer in der Familie sind diese Geräte in aller Regel,,einfach da" und selbstverständlicher Bestandteil ihres Alltags. Hiermit geht vielfach auch eine scheinbar spielerisch-leichte Bedienung dieser Geräte einher. Gerade dies kann zu der Annahme führen, Kinder und Jugendliche wären Erwachsenen in Sachen,,Medienkompetenz" überlegen. Entsprechend fällt es vielen Eltern, aber auch so manchen Pädagoginnen und Pädagogen schwer, mit Kindern und Jugendlichen über die Chancen und Flerausforderungen,,Neuer Medien" zu sprechen. Im schulischen Umfeld kann aber auch die in einigen Fällen suboptimale technische Ausstattung oder der ohnehin Ghancen und Herausforderungen des lnternets. Äktualität. Geschwindigkeit des Mediums. Zeitliche Unabhängigkeic (24 Srunden erreichbar). Globale Kommunikation und Vernetzung. Möglichkeit des Informationsaustausches. Verfügbarkeit von nationalen und internationalen Informationen. Einfache Recherchemöglichkeir ' Bequemlichkeit, Benutzerfreundlichkeit. Fehlerhafte Einordnung und Bewertung von Inhalten r Kontakt mir jugendgefährdenden Inhalten. Cyber-Mobbing und Cyber-Grooming (sexuelle Belästigung v. a. Mioderjähriger im Internet). \flerbung, Abzocke, Spam, Viren, Trojaner, Phishing r Datenschutzverletzungen. Urheberrechtsvedetzungen. Problematische Präsentarion der eigenen Person r Exzessive Medienn*rzung Abbildung 3 LANDESELTERNSCHAFT -.ji.rir'.+- ;eeit!!{:f;rl G,ä!ixi::+ll!:I!:*.1i t-r*-ffii+ -d.+-;:i.!bi#+rf.[nr DER GYMNASIEN NRW.2O3.JUNI 2013 :ätj+qi.-{]+ji!il -l-;e+lfriäiilil!.ie.!:.1#i.i1r*" :::J:i:.:!'l 39

5 rer rerffi n AUSSCHUSS SCHULMITWRKUNG/SCHULRECHT w Situationsübergreifende Risikobereiche des Social Web... der Reichweite... der Nachhaltigkeit... der (Eigen-)Dynamik von Interaktionen... der Datensammlung... der investierten Zeit Nutzer wähnen sich in geschlosseflen (privaten) Communities; Personalverantwortliche recherchieren in Onlineverzeichnissen nach Bewerbern oder Mitarbeitern,,VrtueLle Jugendsünden" w ie (peinliche) Fotosn unbedachte Außerungen der Beteiligungen an Gruppen bleiben auffindbar Fotos oder Videos werden über Platrformgrenzen hinweg an ungewoilte Öffentlichkeiten verbreitet oder dort verlinkt Fere(inliche Da:en werden rnissbräuchliehr wairergsleiret oder intranspafent erhcben \flachsendes Onlinenetzs'erk Beziehungspflege erhöht Zeitaufwand für die digitale Quelle: Landesanstalt für Medien NRW (LfM), Heranwachsen mit dem Social Web (2., unver. Aufl.2011, S.279) Abbildung 4 schon dichte Lehrplan (der sich durch die Einftihrung von G8 nicht gerade entzerrt hat) dazu führen, dass die Vermictlung von Medienkompetenz in einigen Fällen etwas kurz kommt. Dabei bedeutet die kompetente Bedienung technischer Geräte keineswegs, dass mögliche Risiken oder auch unbeabsichtigte Folgen im Sinne eines kritisch-reflexiven Umgangs mit Medien und Anwendungen verstanden oder auch nachvollzogen werden können. 'ü7ie gezeigt wurde, gibt es beispielsweise in den Bereichen Datenschutz, Einhaltung von Urheber- und Persönlichkeitsrechten bei Kindern und Jugendlichen vielfach Handlungsbedarf. Und auch das richtige Recherchieren im Internet will gelernt sein, denn keineswegs bedeutet eine vordere Platzierung bei einer Suchanfrage, dass die dahinter liegende Seite besser zur Suchanfrage passt oder qualitativ hochwertiger ist, als ein weiter hinten gelisteter Treffer (siehe auch die Broschüre,,Info- Kompass" unter Zodem kann eine unbedarfte Internetrecherche auch einen Kontakt mrt kinder- und jugendgeführdenden Inhalten nach sich ziehen. Der richtige Umgang mir Zitaten und Online-Quellen n'i11 ebenfalls gelernt sein. Durch den beschriebenen Trend zu mobilen Gerären fillt es zudem immer schwerer, Nutzungszeiten und aufgerufene Inhalte des Nachwuchses nachzuvollziehen. Festgehalten werden kann, dass die Bedeutung von Medienkomperenz und Medienerziehung in Schule, Familie sowie in der Kinder- und Jugendhilfe kontinuierlich ansteigt. Um Schulen und Eltern hierbei zu unterstützen, hat die Landesanstalt für Medien NR\üf (LfM) verschiedenste Projekte und Materialien im Angebot. Eine Auswahl kann der Auflistung,,Medienkomperenz io Schule und Elternhaus - Äusgewählte Angebote der Landesanstalt für Medien NR\f" im direkten Anschluss an diesen Artikel entnommen werden. Viel ist bereits erreicht, wenn Erwachsene sich für die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen interessieren und hier ein regelmäßiger Austausch und eine kontinuierliche Begleitung stattfindet. Klare Regeln mit klar formulierten Konsequenzen bei Nichteinhaltung helfen dem Kind, Grenzen und mögliche Gefahren zu erkennen. Diese Regeln können zum Beispiel in einem Mediennutzungsvertrag festgehalten werden, der im Austausch mit den Kindern entstehen sollte und fortlaufend überprüft und angepasst wird. Hier formulierte Einschränkungen sollten begründet werden, damit das Kind diese nachvollziehen kann. Mit zunehmenden Kompetenzen des Kindes können dann immer mehr Freiheiten an das Kind abgegeben werden. Zodem sollte dem Kind klar sein, dass es sich bei allen Fragen und Problemen an den zuständigen Erwachsenen wenden kann. Ansonsren droht die Gefahr, dass das Kind aus Angst vor einem möglichen Internetverbot versucht, medienbezogene Probleme alleine zu bewältigen, was in vielen Fällen zu einer unnötigen Überforderung führt. T 40 wntffi ffi$f#x mffiffi-ffi ffire ffif LANDESELTERNSCHAFT DER GYMNASIEN NRW.2O3. JUNI w-

6 r AUSSCHUSS SCHULMITWTRKUNG/SCHULRECHT n Internetsicherheit ffi -mausgewählte Angebote der Landesanstalt für Medien NRw Ob Handy, Computer oder Fernsehen - digitale Medien gehören heute für Kinder und Jugendliche zum Alltag. Doch wie können Schule und Elternhaus neben einer aktiven und kreativen Nutzung auch den kritisch-reflexiven Umgang mit Medien vermitteln? Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) unterstützt Lehrkräfte und Eltern dabei, die kritische Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen zu fördern. rlfmx LandesaIstatt für Medier Nordrhein-Westf aten (Lf lil) lm Rahmen der hier dargestellten Projektauswahl stellen wir umfangreiche Unterrichtsmaterialien und lnformationsbroschüren für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern bereit. Alle Materialien können kostenlos über unser Online-Bestel lsystem bezogen werden : www. lfm-n rw.de/pu b I i kationen klicksafe Mehr Sicherheit im Internet durch Mettucxffioe dienkompetenz: Nach diesem Motto stellt klicksafe Eltern, Jugendlichen und Pädagogen umfangreiche Informationen und Materialien zu Themen wie Chatten, Abzocke im Internet oder Cybermobbing bereit. Für die konkrete schulische Arbeit können Unterrichtsmarerialien z. B. zu,,cybermobbing",,,sozialen Netzwerken",,,Datenschutz und Persönlichkeitsrechten" oder,,rechtsextremismus im Internet" bezogen werden. Auch für die Planung von medienbezogenen Elternabenden wurden Materialien entwickelt. Ausgewählte Broschüren liegen zudem in Arabisch, Türkisch und Russisch vor. klicksafe ist ein Projekt im Safer Internet Programme der Europäischen Union. Internet-ABC Das Portal Internet- ABC unterstützt Lehrkräfte und Eltern dabei, Kindern den Einstieg und den verantworrungsvollen Umgang mit dem Interner zu vermitteln. Im Erwachsenenbereich dient besonders die Rubrik,,In 10 Schritten sicher ins Netz" dazu, Kinder det zweiten bis sechsten Klassen bei ihren ersten Schritten im Internet zu begleiten. Zwölf vertonte,,\7issen, wie's geht!"- Module vermitteln Grundlagen zu Themen wie Suchmaschinen, sicher Surfen, Soziale Netzwerke oder Viren & Co. Für den Einsatz in der Schule können ein Lehrerhandbuch und eine CD-ROM füt den Offline-Bettieb kostenlos angefordert werden. Kindern zwischen fünf und zwölfjahren bietet d.ie wetbefreie Plattform auf eigenen Seiten zahlreiche Erklärungen, Tipps und Tricks zum Selberentdecken. Handysektor Handys sind längst h&ndqrchlnr i,!\:'5st' r.il n!.ii*r mehr als nur Telefone. Sie sind Unterhaltungsund Kommunikationsgeräte mit fast allen Möglichkeiten, die ein internetfähiger Computer auch hat. Dadurch bieten sie auch Ängriffsfläche: Kostenfallen, jugendgefährdende Inhalte oder Datenschutz sind häufige Problemfelder. Um diese im Unterricht zu diskurieren, stellt handysektor Lehrktälten themenspezifische Flyer im Comic-Stil zur Verfügung, die sich direkt anjugendliche richten. Auch für den praktischen Einsatz halt handysektor Unterrichtsmaterialien bereit. Auf det Internetseite des Projekts handysektor finden Jugendliche - aber auch Erwachsene - praktische und aktuelle Infos zur sicheren Nutzung von Handys. Medienscouts NRW Bei den Medienscouts NRrJT wer- ll4roifnscoutsx FP den junge,,medienscouts" an Schulen qualifiziert, die dann als Ansprechpartner zu Medienthemen für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler zur Verfügung stehen. Medienscouts so11en insbesondere ihre eigene Medienkomperenz erweitern, Wissen um den sicheren Medienumgang erwerben und dazu befahigt werden, ihr \Wissen und ihre Erfahrungen an Mitschüler und nachfolgende Medienscouts an der Schule weiterzugeben. lnitiative Eltern+Medien Tipps und Hin- TI.TTRN.MEDITN tergrund r ntormationen zilt ä:t:i:li:::i:.11:"lt':::..." Medienetziehung von Kindern erhalten E1- tern durch die Initiative Eltern+Medien. Sie unterstützt Kindergärten, Grundschulen und weiterführende Schulen bei der Organisation und Durchführung von Elternabenden zu Medienthemen. Dafür vermirtelt und linanziert sie von der LfM eigens qualifizierte Referenten und stellt Informationsmaterialien bereir. ndmedien.de Schulradio Ein spezielles Angebot für Schulen sind die von der LfM geförderten Radioprojekte. Radioarbeit schult das Ztthören und Erzählen, Verstehen und Darstellen als Gtundlagen von Medienkompetenz. Dutch die Produktion eigener Radiobeiträge sammeln die Schülerinnen und Schüler erste journalistische Erfahrungen. Die Fördermöglichkeiten der LfM reichen vom,,radio-schnupperkurs" über Produktionstechnik bis zu Trainerhonoraten. Gerne beraten wir bei Projektentwicklung und Antragstellung. nrv.de mmäe LANDESELTERNSCHAFT DER GYMNASIEN NRW.2O3. JUNI 2013 rufr 41

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