Lebenshilfe aktuell. Barbara Stamm erhält die Goldene Ehrennadel der Lebenshilfe Bundesvereinigung. Landesverband Lebenshilfe Bayern

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1 Lebenshilfe aktuell Nr. 9 03/2012 Stamm die Lebenshilfe Familie sowie Freunde, Förderer und Unterstützer aus Politik, Wohlfahrt und Gesellschaft ins Würzburger Vogel Convention Center geladen. Gut 300 Gäste waren zum Lebenshilfe Abend gekommen, bei dem Barbara Stamm für ihr langjähriges außerordentliches Engagement für Menschen mit Behinderung mit der Goldenen Ehrennadel der Lebenshilfe Bundesvereinigung ausgezeichnet wurde. Die Ehrung übernahm der Bundesvorsitzende Robert Antretter höchstpersönlich. Zahlreiche Vertreter der Wohlfahrt, der Förderer und Unterstützer sowie der Lebenshilfe Familie aus dem gesamten Bundesgebiet feierten zusammen mit der Lebenshilfe Bayern 50 Jahre Gemeinsam stark durchs Leben. 50 Jahre Lebenshilfe Bayern Jubiläumswochenende in Würzburg Unter dem Motto Gemeinsam stark durchs Leben feierte die Lebenshilfe Bayern am 11. und 12. Mai ihr 50 jähriges Jubiläum mit zwei großen Veranstaltungen in Würzburg. Schirmherr der Feierlichkeiten war Ministerpräsident Horst Seehofer. Mit dem öffentlichen Jubiläumstag am Samstag, 12. Mai 2012, wurde der eigentliche Gründungstag der Lebenshilfe Bayern von bis Uhr auf dem Unteren Marktplatz und in der Fußgängerzone in Würzburg gefeiert. Der Jubiläumstag, zu dem tausende interessierter Menschen mit und ohne Behinderung kamen, stand unter dem besonderen Motto 7 Stationen, 7 Paten, 7 Chancen. Die Vorsitzende der Lebenshilfe Bayern, Landtagspräsidentin Barbara Stamm, eröffnete den Jubiläumstag auf dem Unteren Marktplatz. Es ist einfach schön, dass die Lebenshilfe Familie aus ganz Bayern heute hier in Würzburg gemeinsam das 50 jährige Jubiläum des Lebenshilfe Landesverbandes feiert, so die Vorsitzende Stamm bei der Eröffnung. Auf dem Unteren Markt präsentierten sich die Lebenshilfe Bayern und ihre Unterstützer in verschiedenen Infoständen. Das Programm auf der großen Showbühne bestritten neun Musikbands und Tanzgruppen bayerischer Lebenshilfen unterstützt von der Bayern 1 Band und dem Künstler Kay Scheffel. An den 7 Stationen in der Fußgängerzone informierten weitere Lebenshilfen zu Frühförderung, Kitas, Schule, Wohnen, Arbeit, Freizeit und Sport sowie Leben im Alter. An diesen Pavillons engagierten sich für die Lebenshilfe prominente Paten wie die Sänger Roberto Blanco und Marianne & Michael sowie die Schauspielerin Monika Baumgartner und die B1 Moderatoren Bernhard Ziegler und Tilmann Schöberl, der auch durch das Bühnenprogramm auf dem Unteren Markt führte. Barbara Stamm erhält die Goldene Ehrennadel der Lebenshilfe Bundesvereinigung von Robert Antretter. Foto: Landesverband Lebenshilfe Bayern Bereits am Vorabend des Gründungstages, am Freitag, 11. Mai 2012, hatte Barbara Für Unterhaltung auf dem Lebenshilfe Abend im Vogel Convention Center sorgten unter anderem die Lebenshilfeband Flic Flac Flop sowie der Bauchredner Pierre Ruby mit seiner Nilpferdpuppe Amanda. Das Buffet servierte der Kochverein Frankonia Würzburg, beim Service halfen Teams aus den Moritzberg Werkstätten der Lebenshilfe Nürnberger Land und vom Café Plinganser der Lebenshilfe Werkstatt München. Durch den Abend führte Moderator Eberhard Schellenberger vom Bayerischen Rundfunk. Freia Kuhlmann, Ehrenvorsitzende der Lebenshilfe Augsburg, wird vom Moderator zu ihren Erfahrungen mit der Lebenshilfe und ihrer Mitarbeit im Landesverband befragt. Foto: Landesverband Lebenshilfe Bayern Quelle: Pressemitteilung LVB

2 Info: Lebenshilfe Landesverband Bayern Der Lebenshilfe Landesverband Bayern setzt sich als Dachorganisation der bayerischen Lebenshilfen für die Interessen von Menschen mit geistiger Behinderung und ihren Familien in ganz Bayern ein. Der Verband wurde am 12. Mai 1962 bei einem Treffen in Ingolstadt von den ersten sechs bayerischen Lebenshilfen (u.a. die Lebenshilfe Augsburg) gegründet. Heute hat der Lebenshilfe Landesverband Bayern gut 170 Mitgliedsorganisationen, mit denen er gemeinsam in den vergangenen 50 Jahren ein umfassendes Netz der Lebenshilfe in Bayern aufgebaut hat. So unterstützt, fördert und begleitet die Lebenshilfe gut Menschen mit Behinderung und deren Familien mit rund 900 Einrichtungen und Diensten in Bayern. Besonderes Augenmerk der Lebenshilfe Bayern gilt dem satzungsgemäßen Ziel, das Verständnis für die besonderen Probleme der Menschen mit geistiger Behinderung in der Öffentlichkeit ständig zu verbessern. Deshalb veranstaltet der Lebenshilfe Landesverband landesweite Aktionstage, Kunstausstellungen und Sportfestivals an verschiedenen Orten in Bayern. Darüber hinaus präsentiert sich der Verband seit vielen Jahren auf Fachmessen wie der ConSozial und der Werkstättenmesse. Mit all diesen öffentlichen Aktionen will die Lebenshilfe Bayern immer wieder ungezwungene und respektvolle Begegnungen von Menschen mit und ohne Behinderungen ermöglichen und das gegenseitige Verständnis und Miteinander im Sinne einer inklusiven Gesellschaft fördern. Auch die Lebenshilfe Augsburg war beim Jubiläumsabend und auf dem Unteren Markplatz vertreten: Gabrielle Sinowetz und Freia Kuhlmann. Foto: Daniel Speinle. Der Lebenshilfe Landesverband unterstützt und berät seine Mitglieder in konzeptionellen, organisatorischen, rechtlichen und finanziellen Fragen und verhandelt mit Politik, Kostenträgern und Behörden die Rahmenbedingungen für Leistung und Qualität sowie die Grundlagen für die Finanzierung. Das Fortbildungsinstitut des Lebenshilfe Landesverbandes bietet jährlich rund 250 praxisbezogene Kurse für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Behindertenhilfe, für Führungskräfte der Sozialwirtschaft und für Menschen mit geistiger Behinderung sowie deren Angehörige. Der Lebenshilfe Landesverband ist außerdem Träger des Freiwilligen Sozialen Jahres mit Einsatzstellen für junge Menschen in ganz Bayern und bietet ebenso Plätze für den Bundesfreiwilligendienst für alle Altersgruppen. Lebenshilfe feiert Geburtstag ( ) Ein Leben mit Behinderung ist in den vergangenen 50 Jahren in vielerlei Hinsicht einfacher geworden. Früher seien geistig Behinderte oft als kriminell oder gefährlich abgestempelt worden, heute dagegen seien die meisten Leute aufgeklärt und tolerant, erzählt der Gründer der Lebenshilfe Regensburg, Wolfgang Feiler, anlässlich des 50. Geburtstages des Lebenshilfe Landesverbandes in Bayern am 12. Mai. Doch eine hundertprozentige Integration behinderter Menschen gebe es auch heute nicht, sagt Feiler. Vielerorts wurden Einrichtungen der Lebenshilfe von betroffenen Eltern initiiert. Auch Feiler wollte nicht mehr hinnehmen, dass seine geistig behinderte Tochter tagtäglich benachteiligt wird. "Die Not war groß und wir begannen, die Rechte unserer Kinder einzufordern", sagt der heute 84 Jährige gründete er die Lebenshilfe in Regensburg. Sie habe der Familie geholfen, mit der Situation umzugehen. Denn die Lebenshilfe unterstütze Behinderte nicht nur bei der sozialen Eingliederung, sondern auch ihre Angehörigen, etwa durch den Austausch mit anderen Betroffenen. Das Geburtstagsmotto des Lebenshilfeverbandes "Gemeinsam stark durchs Leben" greift die soziale Eingliederung Behinderter auf. Der Verband begleitet als landesweites Netzwerk Menschen in rund 900 Einrichtungen. Dazu zählen Schulen, Kindertages, Wohn und Werkstätten. Finanziert wird die Lebenshilfe über Spenden und Mitgliederbeiträge. Mehr als Personen sind bei ihr angestellt, hinzu kommen Tausende Freiwillige und Eltern. ( ) "Die Lebenshilfe ist aus der behindertenpolitischen Arbeit in Bayern nicht mehr wegzudenken", sagt Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer. Der unermüdliche Einsatz habe dazu beigetragen, dass sich Behinderte in der Gesellschaft mit ihren Vorstellungen, aber auch ihren Sorgen und Wünschen Gehör verschaffen könnten. "Dieses beeindruckende Engagement verdient höchste Anerkennung", betont die CSU Politikerin. Zudem wolle Bayern noch 2012 als eines der ersten Bundesländer einen Aktionsplan einführen, wonach Behinderte in allen Lebensbereichen "Mittendrin statt nur dabei" sind. Trotz der politischen Unterstützung haben Behinderte und ihre Familien heute noch mit Vorurteilen zu kämpfen. Vor allem ältere Schwangere fühlen sich dem Lebenshilfeverband zufolge unter Druck gesetzt, sich auf eine mögliche Behinderung des Kindes untersuchen zu lassen. Und gegenüber Eltern behinderter Kinder werde oftmals der Satz fallen gelassen: 'Das hätte doch heute nicht mehr sein müssen'. Dies übe vor allem auf die betroffenen Eltern viel Druck aus. Feilers Tochter Sabine ist mittlerweile 55 Jahre alt und lebt in einer Wohngruppe, wo sie ein gutes Lebensumfeld gefunden habe. "Für mich und meine Frau bedeutet das eine absolute Sicherheit", sagt er. Auf die Frage nach seinen Wünschen für die Zukunft antwortet Feiler: "Integrieren, wo man integrieren kann, aber helfen, wo es nötig ist." Er halte nichts von Inklusion, wonach Behinderte in die Gesellschaft eingegliedert, die Einrichtungen für sie aber geschlossen werden. Auf diese Weise werde das Umfeld für die Hilfsbedürftigen zerstört. Die individuellen Bedürfnisse müssen akzeptiert und berücksichtigt werden, fordert er. "Denn Eins kann man nicht machen: aus behinderten Kindern gesunde Kinder." Quelle: news3/article /lebenshilfe feiert Geburtstag.html 2

3 Schwerbehindertenbeauftragte der Lebenshilfe Augsburg Elisabeth Hirt, Schwerbehindertenbeauftragte für die Mitarbeiter der Lebenshilfe Augsburg, stellt ihre Arbeit in einem Gespräch mit der Redaktion vor. Frau Hirt, was können wir uns unter dem Amt einer Schwerbehindertenbeauftragten vorstellen? Ich arbeite seit 1977 bei der Lebenshilfe. Zuerst war ich im Betriebsrat seit den 90er Jahren für die Belange von schwerbehinderten Mitarbeitern zuständig. Im Herbst 2010 wurde ich dann zur offiziellen Schwerbehindertenbeauftragten gewählt. Meine Kollegin Barbara Nicolas Machert von der Tagesstätte L steht mir als Stellvertretung zur Seite. Welche Aufgaben haben Sie wahrzunehmen? Nach der Wahl haben wir uns bei der ersten Kontaktaufnahme mit den Betroffenen einen Überblick verschafft. Wir haben uns in der Brunnenschule getroffen, um gleich zu Beginn gewisse Dinge und offene Fragen zu klären. Ansonsten laden wir offiziell ein bis zweimal im Jahr zu einem Meinungsaustausch ein. Das letzte größere Thema war der Anspruch von schwerbehinderten Mitarbeitern auf Zusatzurlaub. In Absprache mit der Tagesstättenleitung können nun die zusätzlichen Urlaubstage frei genommen werden und fließen nicht mehr in die allgemeine Stundenberechnung der TG Mitarbeiter mit ein. Können Sie uns noch weitere Aufgaben nennen? Frau Nicolas Machert und ich bieten Beratung an. Wir schauen uns den Arbeitsplatz der betroffenen Kollegen an, denn der muss passen. Es sollte dort beispielswiese kein unpassender Stuhl stehen. Und bei einer Rückenoperation kann beispielsweise eine Stehhilfe beantragt werden. Des weiteren sollte sowohl der Stundenplan optimal gestaltet als auch der Einsatz in der Klasse/Gruppe gut zu bewältigen sein. Wir helfen bei der Beantragung von ärztlichen Gutachten und unterstützen bei Neufeststellungsanträgen beim Versorgungsamt. Können Sie uns den letzten Begriff näher erklären? Der Schwerbehindertenausweis kann immer wieder neu beantragt werden. Ein Antrag auf Neufeststellung, beispielsweise nach einer Operation oder Verschlimmerung der Krankheit, dient dazu, den Grad der Behinderung neu festzustellen. Wie viele Mitarbeiter sind bei der Lebenshilfe von Schwerbehinderung betroffen? Es betrifft insgesamt zehn Mitarbeiter in vier Einrichtungen der Lebenshilfe Augsburg. Sie haben körperliche Einschränkungen mit einem Grad der Behinderung (im Folgenden GdB, die Redaktion) von 50 Prozent und mehr. Der GdB wird vom Augsburger Amt für Familie und Soziales/ Versorgungsamt in der Morellstraße ermittelt. Ab 50 wird ein Schwerbehindertenausweis ausgestellt. Sechs Mitarbeiter haben einen GdB von weniger als 50 Prozent. Schwerbehindertenausweis Nachteilsausgleiche können überwiegend nur genutzt werden, wenn die entsprechende Schwere der Behinderung und weitere Voraussetzungen durch einen Schwerbehindertenausweis nachgewiesen werden. Der Schwerbehindertenausweis ( 69, SGB IX) ist beim Versorgungsamt zu beantragen. Das Versorgungsamt stellt anhand der Schwere der behinderungsbedingten Funktionsbeeinträchtigungen den Grad der Behinderung (GdB) fest. Beträgt der GdB mindestens 50, so liegt eine Schwerbehinderung vor und es wird ein Schwerbehindertenausweis ausgestellt. Liegt der GdB unter 50, so wird lediglich ein Bescheid über die Höhe des GdB ausgestellt. Sie arbeiten mit dem Versorgungsamt eng zusammen? Natürlich. Die Ermittlung des Grades der Behinderung erfolgt nach Maßgabe der "Versorgungsmedizinischen Grundsätze", die Bestandteil der Versorgungsmedizin Verordnung sind, und wird in einem ärztlichen Gutachten festgestellt. Diese Feststellungen sind meist die Voraussetzung dafür, dass behinderte Menschen die ihnen zustehenden Nachteilsausgleiche und Rechte geltend machen können. Die Vorteile beim GdB 50 beispielsweise sind u.a. Kündigungsschutz, Zusatzurlaub von einer Arbeitswoche und Steuervorteile. Angesichts der Vielzahl von Nachteilsausgleichen und der unterschiedlichen hierfür zuständigen Behörden und Stellen fällt es den zuständigen Sachbearbeitern oft schwer, sich rasch und vollständig zu informieren. Kein Mensch mit Behinderung sollte aber aus Unkenntnis auf seine Rechte verzichten. Deshalb bieten wir bei Unklarheiten auch unsere Unterstützung an. Wie sehen die betroffenen Mitarbeiter den Schwerbehindertenausweis? Für die Mitarbeiter ist der Schwerbehindertenausweis kein Stigma. Er bietet wie gesagt ausreichenden Kündigungsschutz. Bei der Lebenshilfe wurde bisher noch keinem schwerbehinderten Mitarbeiter gekündigt. Die Hürden dafür sind hoch. So müssen das Integrationsamt und der Betriebsrat zustimmen und auch der Schwerbehindertenvertreter gibt eine Stellungnahme ab. Auf welcher gesetzlichen Grundlage gehen Sie Ihrer Arbeit nach und welche Informationen haben Sie zur Hand? Grundlage unserer Arbeit ist das Sozialgesetzbuch IX, das Maß aller Dinge. Dort ist alles umfassend geregelt. Sozialgesetzbuch IX Das SGB IX (Recht der Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen), die Steuergesetze sowie eine Reihe weiterer Gesetze bieten behinderten Menschen zum Ausgleich behinderungsbedingter Nachteile oder Mehraufwendungen eine Reihe von Rechten, Hilfen und Einsparungsmöglichkeiten (Nachteilsausgleiche). Das Versorgungsamt bringt uns Schwerbehindertenbeauftragte mittels eines Newsletters immer auf den neuesten Stand. Darin gibt es Infos zu Gerichtsurteilen und aktuellen Beschlüssen. Und das Integrationsamt bietet Fortbildungsprogramme für Schwerbehindertenvertreter an. Wir arbeiten außerdem Hand in Hand mit dem Betriebsrat zusammen. Der enge Kontakt ist wichtig, damit wichtige Infos und Unterlagen schnell weitergeleitet werden können. Wir arbeiten letztendlich daran, optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen. Fortsetzung Seite 4 3

4 In meiner Arbeit als Schwerbehindertenbeauftragte biete ich bei Bedarf und auf Anfrage den Eltern meiner Schüler, beispielsweise mit Migrationshintergrund, Beratung in Einzelgesprächen an und helfe ihnen beim Ausfüllen von Anträgen. Dies alles erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Carola König vom Sozialdienst Fachbereich Recht der Tagesstätte. Danke für das Interview. Was ist eine Behinderung? Eine Behinderung im Sinne des Gesetzes liegt vor, wenn die körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit eines Menschen mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht und daher seine Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Dies ist in 2 Abs. 1 Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX) geregelt. Beeinträchtigungen, die kürzer als sechs Monate andauern, und alterstypische Beeinträchtigungen gelten nicht als Behinderung im Sinne des Gesetzes. Die Schwere der Behinderung wird durch den Grad der Behinderung (GdB) ausgedrückt. Der GdB wird von der Regionalstelle des Zentrums Bayern Familie und Soziales (Versorgungsamt) in Zehnergraden von 20 bis 100 festgestellt. Wer ist schwerbehindert? Schwerbehindert sind Personen mit einem GdB von wenigstens 50, sofern sie ihren Wohnsitz, ihren gewöhnlichen Aufenthalt oder ihre Beschäftigung auf einem Arbeitsplatz rechtmäßig in Deutschland haben. Arbeitsplätze sind alle Stellen, auf denen Arbeitnehmer, Beamte, Richter sowie Auszubildende und andere zu ihrer beruflichen Bildung Eingestellte beschäftigt werden. Brunnenchecker: Film Ich sein dazu gehören. Die Partnerklasse an der Mittelschule Nord Kamera, Ton, Interviews: Emre, Suada, Diamant, Oliver, Julian, Marcel, Daniel Montage, Regie: Ufuk Calisici Mitarbeiter des YouZ Königsbrunn Klassenlehrerin, Projektleitung: Brigitte Lubkoll Gronemeier Auf der Brunnenchecker Homepage ist aktuell wieder ein interessanter Film zu sehen, der bei Youtube ins Netz gestellt wurde. Zu Beginn des Films stellen sich die Schüler der 7a vor. Ihre Klasse ist Teil eines Praxisprojekts, das die Zusammenarbeit zwischen Brunnenschule und Mittelschule fördern soll. Der Unterricht findet vormittags in den Räumlichkeiten der Mittelschule statt und am Nachmittag werden die Schüler in der Brunnenschule betreut. Über die Nutzung derselben Räumlichkeiten hinaus steht der gemeinsame Unterricht im Focus dieses Projekts. Im integrativen Musikunterricht beispielsweise findet gemeinsames Trommeln statt. Die Schülerreporter stehen hinter der Kamera und interviewen ihre Mitschüler. Im Gespräch finden sie heraus, welche positiven Aspekte ihre Interviewpartner im Praxisprojekt sehen. Die Ergebnisse sind sehr individuell. Der eine mag die gemütliche Cafeteria der Brunnenschule, der andere findet Gefallen an den neuen Klassenräumen und freut sich auf die Nachmittagsbetreuung ( Kochen und Basteln finde ich toll. ). In der Mittelschule hingegen steht das Trampolin hoch im Kurs. Für alle ganz wichtig: Freundschaften, die an den jeweiligen Schulen gepflegt werden und die gegenseitige Unterstützung im Unterricht. Im Anschluss an die Schülerinterviews wird die Klassenlehrerin und Projektleiterin Brigitte Lubkoll Gronemeier befragt. Sie lobt die offene Atmosphäre und das tolle Kollegium an der Mittelschule und freut sich über viele nette Schüler, die ich hier kennengelernt habe. Die Brunnenschule hingegen hat tolle Räume, schöner als in der Mittelschule, das muss man offen zugeben. Auf die Frage Warum ist die Klasse hier in der Mittelschule? erwidert sie: Ihr wart früher schon in der Grundschule und Eure Eltern haben sich gewünscht, dass der Regelschulbesuch fortgeführt wird. Wichtig sei bei diesem Projekt, dass Kontakte zu den Mittelschülern aufgebaut werden. Die Mittelschüler sollen Euch kennenlernen, sollen lernen, dass Ihr ganz viel wisst und könnt. Wir wünschen uns, dass die Schüler, die Euch kennenlernen einfach offener sind für Menschen, die Hilfe brauchen, ein bisschen anders sind und nicht so gut lernen. Ich finde immer die Situationen besonders gelungen, wenn Mittelschüler gut mit Euch zusammenarbeiten und sich klasse benehmen. Partnerklasse an der Mittelschule Nord Seit dem Schuljahr 2008/09 besteht eine Kooperation zwischen der Brunnenschule und der Mittelschule Nord. Die diesjährige 7a wird nun schon das dritte Jahr an der Mittelschule Nord unterrichtet. Vielfältige Möglichkeiten zur Begegnung und zum Kennenlernen werden im gemeinsamen Unterricht gezielt herbeigeführt. Die Klasse 7a hat in diesem Schuljahr beispielsweise zusammen mit einer fünften Klasse Musikunterricht. Einzelne Schüler wiederum werden in den Fachunterricht der siebten Klassen der Mittelschule integriert und Mittelschüler besuchen die Brunnenklasse im Handarbeitsunterricht oder bei der Wochenplanarbeit, um bei Bedarf Unterstützung zu geben. 4

5 Projektleiter Heuchele pflichtet ihm bei: Die Begegnung und der Kontakt mit den Tagesstätten Schülern war auch für unsere eigenen Mitarbeiter, Herr Frisch und seine zwei Helfer, wichtig. Wir haben erkannt, dass die Schüler praktisch gut sind und ihnen ein grei arer Erfolg, wie beispielsweise ein repariertes Fahrrad, wichtig ist. Wir versuchen ihnen hier eine Arbeitsstruktur zu vermitteln. Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass auch andere Projektteilnehmer, wie Schulabgänger und junge Erwachsene ohne Schulabschluss, davon stark profitieren und motiviert sind, sich weiterzuentwickeln. Denn sie wollen nicht immer nur Helfer und Hilfsarbeiter sein. Wir schulen sie im eigenen Haus und mancher holt dann später den Hauptschulabschluss und QA nach. Geschäftsführerin Gabriele Reglin der BIB (Gesellschaft für Bildung, Integration und Beruf) Augsburg ggmbh wird entscheiden, ob das Projekt im Herbst fortgesetzt wird. Sie freute sich mit den Schülern über deren Erfolg: Wenn wir mal wieder Leute zum Schrauben brauchen, können wir dann bei Euch anrufen? Kette und Kurbel Projekt Kette und Kurbel David hält stolz seine Urkunde in die Fotokamera. Darin steht, dass er mit Erfolg an der Praxisschulung in der Fahrradwerkstatt Kette und Kurbel teilgenommen hat. Vermittelt wurden Grundlagen der Fahrradreparatur, wie z.b. Reifenwechsel, Schlauchflicken und Einstellungsarbeiten. Unterschrieben haben Zweiradmechaniker Meister Hans Jürgen Frisch und Sozialpädagoge und Projektleiter Andreas Heuchele. Sieben Jugendliche (Niko, Tobias, Furkan, Anton, Lukas, David und Sarah) wurden nach den Osterferien von Erzieher in der Oberstufe Matthias Schotte immer Dienstags mit dem Bus zur Werkstatt in der Memmingerstraße 6 gebracht und während der Projektzeit begleitet. In der Werkstatt wurden sie in vier Unterrichtseinheiten von Werkstattleiter Frisch in verschiedene Techniken der Fahrradreparatur eingewiesen. Unsere Jugendlichen sollten dabei aber natürlich auch selber Schläuche flicken und Räder instand setzen, erläutert Petra Heim vom Sozialen Beratungsdienst der Tagesstätte. Angedacht ist, dass sich unsere teilnehmenden Jugendlichen um die Wartung und Reparatur der Tagesstätten Fahrräder kümmern und so soll eine regelmäßige Projektgruppe entstehen. Schon im Schuljahr 2010/11 hatte sich eine Zusammenarbeit mit dem Fahrradrecycling Projekt Kette und Kurbel angebahnt. Schotte: Wir haben letztes Jahr 20 Räder für die Tagesstätte gekauft und so entstand die Idee mit dem Kurs. Unsere Schüler haben sich die ganze Woche darauf gefreut. Sie kamen total gerne hierher. Werkstattleiter Frisch, der schon von Anfang an beim Projekt Kette und Kurbel dabei ist, traut den Jugendlichen eine ganze Menge zu: Sich in der Kürze der Zeit ein Bild von den Jugendlichen zu machen ist schwierig. Manchmal war es etwas anstrengend, aber die Schüler waren mit Begeisterung dabei. Mehr können wir nicht erwarten. Wichtig für uns war, ihnen Motivation zu geben, dem Einzelnen zu zeigen, ich bin belastbar. Das ist aber auch Sache der richtigen Führung. Ich kann mir eine Fortsetzung des Projekts vorstellen. 5 Zielsetzung von Kette und Kurbel gemeinnütziges Fahrradrecycling (in Koorperation mit den Jobcentern Augsburg Stadt und Augsburger Land) ist die berufliche Qualifizierung und Integration von Arbeitslosengeld II Empfängern in den Arbeits und Ausbildungsmarkt. Mit den Verkaufserlösen der recycelten Räder werden Arbeitsplätze für diejenigen geschaffen, die auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben. Das Projekt gibt es seit vier Jahren. Wir profitieren ein bisschen vom Hinterhofcharakter. Wir sammeln alte Gebraucht räder und bekommen Privatspenden, bevor das Rad entsorgt wird. Die alten Räder dienen uns dabei häufig als Ersatzteillager. Anschließend stellen wir daraus gebrauchsfertige und verkehrstüchtige Fahrräder her. Für Arbeitssuchende und Sozialhilfeempfänger gibt es beim Kauf Preisnachlässe. Bisher konnten wir alle Räder verkaufen, erzählt Projektleiter Andreas Heuchele stolz.

6 Neuer Geschäftsführer Liebe Leserinnen und Leser, der Vorstand der Lebenshilfe Augsburg teilt Ihnen mit, dass wir mit Herrn Ralf Gallep einen neuen Geschäftsführer für den Verein und die Wohnstätten GmbH der Lebenshilfe Augsburg gefunden haben. Er wird zum 1. Juli 2012 seine Arbeit beginnen. Herr Gallep verfügt über langjährige Erfahrung in einem vergleichbaren Unternehmen und bringt für seine zukünftige Arbeit sehr gute Voraussetzungen mit. Wir freuen uns, Herrn Gallep in der Lebenshilfe begrüßen zu können und wünschen ihm alles Gute! Ihr Vorstand der Lebenshilfe Augsburg Sommerfest der Lebenshilfe Die Lebenshilfe Augsburg lädt alle Menschen mit und ohne Behinderung zum jährlichen Sommerfest am Samstag, den 30. Juni, von 13 bis 18 Uhr auf dem Gelände der Brunnenschule Königsbrunn ein. Ehrengast dieses Traditionsevents ist der Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe, Robert Antretter MdB a.d.. Zu den besonderen Attraktionen gehört die Tombola, die in diesem Jahr dank zahlreicher Sponsoren aus der Region mit attraktiven Preisen lockt. Hauptgewinn ist ein Elektrofahrrad im Wert von Euro. Weitere Tombolapreise sind ein Familienwochenende im Legoland, eine Berlin Reise und diverse andere hochwertige Gewinne. Der "Human soccer" ist bereits zum dritten Mal für alle Fußballbegeisterten im Einsatz. Für musikalische Stimmung sorgen auf der Kulturbühne das Jugendblasorchester Königsbrunn, die Schulband 6 Rockers, ein Bluesduo und eine Hip Hop Gruppe. Ergänzung zum Bericht "Neues Café Klatsch Logo" (Newsletter 2/2012) Das Logo von David Treib ist als Sieger aus einem Wettbewerb hervorgegangen, den die SMV mit der Unterstützung des Elternbeirats durchgeführt hat. Die Zusammenarbeit von SMV und Elternbeirat wurde im Jahr 2010 begründet. Kettcarspende für Brunnenschule Familie Herzog aus Königsbrunn hat der Brunnenschule ein Kettcar in Höhe von 216 Euro gespendet. Vielen herzlichen Dank! Vortrag Autismus Spektrum Störungen entfällt Der Vortrag "Möglichkeiten und Grenzen der (genetischen) Diagnostik bei Autismus Spektrum Störungen" von Frau Prof. Dr. Michele Noterdaeme am 25. Juni 2012 in der Brunnenschule entfällt. Benefizspiel Lebenshilfe Augsburg/Donauwörther Mondspritzer Wann: 13. Juli 2012, Anpfiff 18 Uhr Wo: Ernst Lehner Stadion Augsburg (Stauffenbergstr. / Sportanlage Süd) Verpflegung: Für Essen und Getränke ist gesorgt. Wir helfen denen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Dieses Motto der Traditionsmannschaft Donauwörther Mondspritzer steht im Mittelpunkt eines Benefizspiels gegen ein Prominententeam des Vereins Lebenshilfe Augsburg. Die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernimmt Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl. Als Stadionsprecher und Moderator fungiert der als Radioreporter von AEV und FCA Spielen bekannte Robert Stiller. In der Halbzeitpause findet eine Versteigerung statt (Eishockey Schläger mit den Unterschriften aller Pantherspieler der vergangenen Saison). Wir danken folgenden Firmen und Vereinen für ihre Unterstützung: Schwaba GmbH, Lechwerke AG, Stadt Augsburg, Ristorante Il Porcino, Hasen Bräu, Bäckerei Ihle, Physiotherapie Laug, TSV Firnhaberau und DJK Univiertel. Persönliches Budget in Leichter Sprache: Eine Broschüre zur Inklusion von Menschen mit Behinderung Bereits die zweite Broschüre des Bezirk Schwaben erscheint nun in Leichter Sprache: Persönliches Geld für Menschen mit Behinderung. Erläutert wird darin, wie das so genannte persönliche Budget, durch das Menschen mit Behinderung ihren Alltag und entsprechende Hilfen möglichst selbstständig organisieren und verwalten können, beantragt werden kann, welche Leistungen und Möglichkeiten es umfasst und wer die Ansprechpartner in der Sozialverwaltung des Bezirk Schwaben sind. Hintergrund der Leichten Sprache, die ursprünglich von Betroffenen in den USA selbst entwickelt wurde, ist es, Menschen mit einer Behinderung oder Menschen mit Lese und Schreibschwächen den Zugang zu Informationen zu erleichtern. Mit der Diskussion um Inklusion im Zuge der Umsetzung der UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen rückt die Leichte Sprache mehr und mehr als eine Möglichkeit zu mehr Teilhabe in den Mittelpunkt. Als zuständiger Träger für die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung möchte der Bezirk Schwaben hier mit gutem Beispiel vorangehen und mehr Informationen leicht zugänglich machen. Neben der Budget Broschüre ist im Februar schon die Broschüre Fahr Dienst für Menschen mit Schwer Behinderung erschienen, ein weiteres Heft zur Offenen Behindertenarbeit ist in Planung. Alle Übersetzungen werden dabei an die Büros für Leichte Sprache bei den Wohlfahrtsverbänden vergeben und von Menschen mit Behinderung geprüft, um den Vorgaben des Netzwerkes für Leichte Sprache zu entsprechen. So greift der Bezirk Schwaben nun auf Fachwissen aus den Einrichtungen für Menschen mit Behinderung zurück und unterstützt diese Initiativen auch durch unsere Aufträge, erläutert Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert. Die Broschüren Persönliches Geld für Menschen mit Behinderung und Fahrdienst für Menschen mit Behinderung können beim Bezirk Schwaben kostenfrei angefordert werden unter Telefon oder E Mail schwaben.de. Beide Broschüren stehen auch im Internet zum Download zur Verfügung unter der Rubrik Informationen für Menschen mit Behinderung unter 6

7 Newsletter der Bundesvereinigung Lebenshilfe vom 15. Mai Bundesrat beschließt die Einführung des kleinen Behindertenausweises zum 1. Januar 2013 Der Bundesrat hat dem neuen scheckkartengroßen Ausweis für die rund sieben Millionen schwerbehinderten Menschen in Deutschland zugestimmt. Damit wird eine Forderung der Lebenshilfe umgesetzt, die sie bei vielen Gelegenheiten, mit Unterschriftenaktionen, Briefen und in Gesprächen vorgebracht hat. Für Außenstehende mag das kleine Format des neuen Ausweises keine besondere Bedeutung haben, für viele Menschen mit Behinderung rief der alte Ausweis ein Gefühl der Diskriminierung hervor. Auf Initiative des Vereins WIR der Lebenshilfe Bremen haben sich Menschen mit Behinderung überall in der Lebenshilfe dafür stark gemacht, dass der etwa postkartengroße Schwerbehindertenausweis samt Beiblatt und Wertmarke kleiner und einfacher wird. Wir als Bundesvereinigung haben uns dieses Anliegen früh zu eigen gemacht, da uns die ideelle Bedeutung dieses neuen, üblichen Ausweisformats bewusst war, und in Gesprächen mit Politikerinnen und Politikern immer wieder nachdrücklich vertreten. Dieser Erfolg unserer gemeinsamen Unduldsamkeit und unserer Ausdauer im politischen Handeln ist ein Beispiel der Stärke in der Interessenvertretung gemeinsam mit Menschen mit Behinderung und auf allen Ebenen der Lebenshilfe. Mit freundlichen Grüßen Robert Antretter Bundesvorsitzender Das Bild zeigt den bisherigen Ausweis und einen Entwurf, den Gerd von Lübke vom Vorstand der Lebenshilfe Bremen entwickelt hat. Das Bremer Muster sieht dem neuen Entwurf des Ministeriums sehr ähnlich. Quelle: Bundesvereinigung Lebenshilfe, Foto: Peer Brocke Grundsatzprogramm der Bundesvereinigung Lebenshilfe Das neue Grundsatzprogramm der Bundesvereinigung ist in verständlicher Sprache formuliert und wurde am 12. November 2011 auf der Mitgliederversammlung in Berlin verabschiedet. Viele Bilder zeigen den Verband in seiner ganzen Bandbreite und Lebendigkeit, Menschen in ihrem Engagement und im Zusammenleben. In unserer Geschäftsstelle sind einige Exemplare erhältlich (solange Vorrat reicht). Weitere Ausgaben können gegen eine Schutzgebühr bei der Bundesvereinigung bestellt werden. Bald wird auch eine Kurzversion verfügbar sein. Newsletter der Bundesvereinigung Lebenshilfe vom 6. Juni Petition zur Finanzierung von Assistenzleistungen für Menschen mit Behinderung im Falle eines Klinikaufenthaltes Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung sind mit zahlreichen Problemen konfrontiert, wenn ein Krankenhausaufenthalt erforderlich wird. Als besonders problematisch erweist sich die ungeklärte Finanzierungsfrage für dabei notwendige persönliche Unterstützungsleistungen. Es ist nicht hinzunehmen, dass aufgrund dieser Gesetzeslücke eine in der Regel dringend notwendige Assistenz für den Aufenthalt in der Klinik unterbleibt oder Menschen mit (geistiger) Behinderung notgedrungen auf zeitliche, persönliche oder finanzielle Ressourcen ihrer Angehörigen zurückgreifen müssen. Einrichtungen sind durch zunehmend ältere Bewohner ebenfalls häufig nicht in der Lage, eine angemessene Begleitung sicherzustellen. Vor welche Probleme die Angehörigen in dieser Zeit im Krankenhaus gestellt sein können, lässt sich der anschaulichen Schilderung (auf der Homepage der Bundesvereinigung) eines hochbetagten Vaters (79 Jahre) entnehmen, der wegen fehlender Assistenz keine andere Lösung sah, als seinen damals 50jährigen Sohn beim Aufenthalt in der Klinik rund um die Uhr zu begleiten. Das Klinikpersonal ist zum einen aufgrund der personellen Situation nicht in der Lage, die Versorgung in dem Umfang zu gewährleisten, wie es erforderlich ist. Zum anderen bedarf es in vielen Fällen Hilfskräfte bzw. Assistenten/Assistentinnen, die mit den Bedürfnissen der behinderten Person vertraut sind. Zum Beispiel wissen nur sie, wie sie die behinderte Person anfassen müssen, ohne ihr wehzutun. Bei Kommunikationsbeeinträchtigungen sind sie oft die einzigen, mit der sich die behinderte Person verständigen kann. Im Jahre 2009 wurde für einen ganz kleinen Teil assistenzbedürftiger Menschen geregelt, dass persönliche Assistenz während eines Krankenhausaufenthalts weiterfinanziert wird nämlich für diejenigen, die ihre persönlichen Assistenzkräfte im sogenannten Arbeitgebermodell bei sich angestellt haben. Dies ist sachlich völlig absurd, da es ja darauf ankommt, wie groß der individuelle Unterstützungsbedarf einer behinderten Person ist, und nicht darauf, ob die Assistenzkraft bei der behinderten Person oder bei einem ambulanten Dienst angestellt ist. Nun wurde beim Deutschen Bundestag eine Petition eingebracht. Sie zielt darauf ab, dass der Deutsche Bundestag eine gesetzliche Regelung beschließen soll, welche die Weiterfinanzierung der persönlichen Assistenz im Falle eines Klinikaufenthalts für ALLE Menschen mit Behinderung gewährleistet. Das Wort Klinikaufenthalt ist bewusst gewählt, da hiermit neben Akutkrankenhäusern auch Reha Kliniken gemeint sind. Die Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung unterstützt die Petition und empfiehlt deren Mitzeichnung. Bitte geben Sie die Petition auch an andere weiter! Unter https://epetitionen.bundestag.de/ geben Sie bitte im Bereich Bitte Suchwort eingeben die Petitionsnummer ein. 7

8 Neues von den Offenen Hilfen Sabine Hollstein berichtet in regelmäßigen Abständen über durchgeführte Freizeitmaßnahmen Leipzig vom 28. April bis 1. Mai Samstag: Großes Treffen am Augsburger Hauptbahnhof, heute fahren wir mit dem Zug um 9:54 Uhr nach Leipzig. Ohne Verspätung kommen wir um 15 Uhr an und sind froh, dass unser Hotel in Sichtweite vom Bahnhof ist. Gleich nach der Zimmerverteilung machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Es ist heiß und so halten wir bald Ausschau nach einem Eiscafé in der Fußgängerzone. Gestärkt setzen wir unseren Erkundungsgang fort und bis zum Abendessen um 19 Uhr haben wir schon viel von der schönen Stadt sehen können. Wir essen im Hotel und machen uns gleich noch mal auf den Weg zum berühmten Völkerschlachtdenkmal. Die Tram bringt uns hin und in der beginnenden Dämmerung erklimmen wir den Hügel, um mit einem tollen Blick auf das monumentale Gebäude belohnt zu werden. Müde kehren wir ins Hotel zurück und nach einem letzten Getränk verschwinden wir ins Bett. Sonntag: Das Frühstück ist prima und gut gelaunt machen wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Für einen besseren Überblick fahren wir in den 29. Stock des MDR Hochhauses und schauen uns staunend um. Leipzigs Innenstadt ist umgeben von einem Parkgürtel und so wechseln wir immer mal zwischen schattigem Park und Sehenswürdigkeiten hin und her. In einem netten Café machen wir Pause bei Kaffee und Kuchen. Anschließend besichtigen wir noch die hiesigen Schrebergärten und testen auch den Biergarten. Zum Abschluss stürzen wir uns ins Einkaufsgetümmel der Arkaden des wirklich riesigen Bahnhofs. In Leos Brasserie genießen wir unser Abendessen. Auf der Hotelterrasse gibt es anschließend noch ein letztes Getränk, bevor Bettruhe angesagt ist. Montag: Für den heutigen Tag haben wir den Besuch im Zoo vorgesehen. Der Himmel ist wieder blau mit ein paar Wolken. Die Tram bringt uns mit wenigen Stationen zum Ziel. Als erstes besuchen wir Gondwanaland, hier geht es über Dschungelpfade und eine Hängebrücke durch einen tropischen Regenwald. Wir wandern weiter nach Pongoland, wo es viele Affen zu beobachten gibt. Mit etwas Mühe ergattern wir anschließend schattige Plätze, um uns mit einer Currywurst zu stärken. Kreuz und quer geht es weiter vorbei an den verschiedensten Tieren und Pflanzen, bis wir müde im Zoo Café einen Stopp einlegen. Nach dieser kleinen Erholungspause machen wir uns auf den Weg in die Oststadt, um in einem indischen Lokal unser Abendessen einzunehmen. Dienstag: Heute ist noch mal Kulturtag. Nach Frühstück und Kofferpacken brechen wir in Richtung Völkerkunde Museum auf. Hier gibt es für jeden etwas Interessantes zu entdecken, da sich das Museum in drei Themenbereiche aufteilt. Für die Heimfahrt decken wir uns noch mit Essen ein, denn jede Zugfahrt ist erst mit einer Brotzeit richtig lustig. Wir haben viel gesehen und erlebt in den letzten Tagen und damit wir uns gut erinnern können gibt es für jeden eine kleine Bilder CD. Probewohnen vom 11. bis 13. Mai Freitag: Wir starten erst mal mit einer Kaffeerunde ins Wochenende. Ganz nebenbei besprechen wir die unterschiedlichen Wünsche aller Teilnehmer. Auch Ideen, die das Essen betreffen, werden zu Papier gebracht. Das Ergebnis sieht folgendermaßen aus. Zuerst mal einkaufen sowie leere Flaschen wegbringen. Eine gute Stunde später kehren wir schwer beladen ins Haus zurück. Wir nutzen das schöne Wetter aus und grillen Würstchen auf der Terrasse. Dazu machen wir einen leckeren Salat und aufgebackene Baguettes. Gut gelaunt wird alles weggeputzt und die Küche wieder sauber gemacht. Jetzt warten die Betten auf ihre Bezüge und anschließend haben wir uns einen ruhigen Abend verdient mit Musik und Spiel und Malen von ersten Muttertags Bildern. Dann fallen alle müde ins Bett. Samstag: Der Wetterbericht hat leider doch recht es regnet. Wir zaubern uns ein feines Frühstück und derart gestärkt macht ein Trupp nen kleinen Spaziergang im Wald und die anderen bereiten schon mal den Wurstsalat fürs Mittagessen vor. So, jetzt machen wir uns aber gemeinsam auf den Weg zur Bushaltestelle, denn es wurde Stadtbummel gewünscht! Wir bestaunen als erstes die Baustelle am Königsplatz. Verschiedene Einkaufswünsche wollen erfüllt werden und so laufen wir kreuz und quer durch die gewünschten Geschäfte. Für die Kaffeezeit besorgen wir uns süße Teilchen, doch bevor wir zurück fahren besichtigen wir noch die neue, tolle Stadtbibliothek. Wieder im Haus freuen wir uns, dass der Wurstsalat schon fertig ist und hungrig machen wir uns darüber her. Nach dem Kaffee ist freie Zeit für dies und das, bevor wir anfangen, die Spaghetti mit der Bolognesesoße zu kochen. Heute Abend gibt es Livemusik im Bombig mit großem Lagerfeuer im Garten und das wollen wir uns nicht entgehen lassen. Sonntag: Nach einem guten Sonntagsfrühstück steht Putzen auf den Programm. Staubsauger und Besen, Eimer und Wischlappen sind schwer im Einsatz. Die Sonne scheint wieder und daher belohnen wir uns mit einem Besuch auf der Minigol ahn. Nach derart sportlicher Betätigung kochen wir unser Mittagessen. Heute stehen abgeschmälzte Maultaschen mit einem bunten Salat auf dem Speiseplan. Nach dem Küchendienst bleibt Zeit für das ein oder andere Spiel und einen Kaffee in der Sonne. 8

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