auslese Ausgabe Magazin der Weinbruderschaft Franken e.v. Mitglied der Gemeinschaft Deutschsprachiger Weinbruderschaften (GDW)

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1 Ausgabe auslese Magazin der Weinbruderschaft Franken e.v. Mitglied der Gemeinschaft Deutschsprachiger Weinbruderschaften (GDW) VITIS IANUA VITAE Weinkulturpreis Rückblick auf das 1. Halbjahr 2012

2 Image 4c WUR Weinbruderschaft 05.12_Image 4c WUR Weinbruderschaft :10 Seite 1 ANZEIGE Hmm, lecker Jede Woche neu genießen! Von unserem Barteam jede Woche neu kreiert, erwartet Sie unser kreativer Cocktail der Woche für nur 4,90. Der Freitag gehört den Frauen! Jeden Freitag begrüßen wir alle Frauen zu unserer Ladies Night. Liebe Ladies, kommen Sie zu dritt in die Bar Mainhattan und freuen Sie sich auf eine Flasche Prosecco gratis. Liebe Gentlemen, auch Sie sind natürlich herzlich willkommen. Für die sonnigen Tage! Ob beim Afterwork-Drink unter der Woche oder beim Sonntagsbuffet mit der Familie, genießen Sie den unvergleichlichen Blick auf den Main und die Festung Marienberg von der M Sommerterrasse. M Hotel Würzburg Pleichertorstraße Würzburg Telefon Fax Für weitere Termininformationen und Highlights besuchen Sie uns auf Facebook!

3 Magazin der Weinbruderschaft Franken e.v. auslese Inhalt Ausgabe Editorial von Bruderschaftsmeister Edgar Schäffer Frankens jüngstes Kind: Jungweinprobe Jahrgang 2011 Schlachtschüsselessen in Leinach Mitgliederversammlung 2012 Krönungsgala der Fränkischen Weinkönigin 2012 Melanie Dietrich Alternative Weinverpackungen Auf den Spuren des Weinbaus im östlichen Franken gestern, heute, morgen Besuch im Premium-Weinort Randersacker Weinkulturpreis 2012: Franken Wein. Schöner. Land! ausgezeichnet 30 Jahre danach: Gesprächsrunde mit Gründungsmitgliedern der Weinbruderschaft Ein Blick in das Jahr 1982 Ein Wahlspruch und seine Geschichte: Vitis Ianua Vitae Frauen in die Weinbruderschaft? Neues aus Keller und Weinberg Impressum Herausgeber und v.i.s.d.p.: Edgar Schäffer, Weinbruderschaft Franken e.v. Ausführung: Paul-Thomas Hinkel Anzeigenverwaltung: Regina Zitzmann, Tel. 0931/329300, Grafik: pth-mediaberatung GmbH, Dipl.-Designerin Anke von Schalscha-Ehrenfeld, Würzburg 3

4 auslese Ausgabe Editorial Sehr geehrte Freundinnen und Freunde der Weinkultur, liebe Mitglieder der Weinbruderschaft, die Weinbruderschaft wird in diesem Jahr 30 Jahre alt. Dazu hat die Vorstandschaft ein Treffen mit den Gründungsmitgliedern arrangiert, um mit ihnen über die Gründung und die weitere Entwicklung der Weinbruderschaft zu sprechen. Das Weingut unserer Weinbrüder Wolfram und Bernhard König war hierfür ein geeigneter Ort. Aus gesundheitlichen Gründen konnten die Gründungsmitglieder Edgar Schwappach und Nikolaus Hofmann nicht teilnehmen. Karl-Willy Wittstadt, der jüngste der Gründungsmitglieder, berichtete, dass es schon damals über eine mögliche Frauenaufnahme Diskussionen gegeben hat, aber man hat sich für einen Männerbund entschieden. Zu diesem kleinen Jubiläum der Vorstandschaft mit den Gründungsmitgliedern wurde auch ein besonderer Wein, nämlich ein 1967er Rödelseer Küchenmeister, Silvaner-Trockenbeerenauslese vom Juliusspital Würzburg ausgeschenkt. Unser Ehrenbruderschaftsmeister Dr. Dieter Weber hat die Gespräche zusammengefasst und eine Dokumentation zur Gründung 1982 verfasst. Pünktlich zu diesem Jubiläum wurde auch der Internetauftritt der Weinbruderschaft neu gestaltet und in der Mitgliederversammlung vom 19. März präsentiert. Er ist in einer neuen Technologie erstellt, die es Chronikmeister Paul Thomas Hinkel leicht macht, Bilder und Texte zu hinterlegen. Dank geht an meinen Stellvertreter Rolf Schindler, der sich bereit erklärt hat, die neue Website zu pflegen. Die dazu notwendigen Schulungen sind durchgeführt, so dass die beiden Weinbrüder Informationen zeitnah ins Internet stellen können. Unsere Idee ist es, das Internet und die Mitgliederzeitschrift auslese mit ergänzenden Informationen auszustatten, so dass einerseits die Weinbrüder zeitnah informiert werden, andererseits aber auch noch neue Informationen und Hintergrundberichte in der auslese erscheinen. Ein weiteres wichtiges Thema für die Weinbrüder ist die Diskussion um die Aufnahme von Frauen in die Weinbruderschaft. Der Bruderrat hat in seiner Sitzung am 23. November 2011 beschlossen, eine Arbeitsgruppe mit 4 Bruderräten unter Leitung des stellvertretenden Bruderschaftsmeisters Rolf Schindler einzurichten. Dort sollen die Voraussetzungen für eine Satzungsänderung eruiert und die Grundlage für eine Diskussion in Form eines Symposions geschaffen werden. Wie auf dem Treffen mit den Gründungsmitgliedern erwähnt, wurde die jetzt wieder aufgegriffene Diskussion auch in der Gründerzeit geführt. Um den Mitgliedern jedoch Entscheidungshilfen an die Hand zu geben, wird am 8. Oktober ein Symposion stattfinden, in dem jeweils ein Vertreter aus einer Weinbruderschaft mit Frauen und einer Weinbruderschaft ohne Frauen ihre jeweiligen Gründe darlegen werden. In der anschließenden Diskussion können Sie als Mitglied sich Ihre Meinung bilden. Eine endgültige Entscheidung wird erst bei der Mitgliederversammlung 2013 getroffen werden. Wir möchten so den Weinbrüdern die Möglichkeit geben, die Für und Wider einer solchen weitreichenden Entscheidung sorgsam und ohne Zeitdruck abzuwägen. Die Weinbrüder, die am 23. April im Mainländerhaus an der Diskussion über alternative Weinverpackungen teilgenommen haben, konnten die im Bruderrat vorgeschlagene Form der Diskussion als Symposion erleben. Die Resonanz war sehr positiv und hat gezeigt, dass an diesem Abend ein zentrales Thema der Weinkultur angesprochen wurde. Unter der souveränen Moderation unseres Bruderrats Peter Schwappach haben die Vertreter der jeweiligen Richtung klassische bzw. alternative Weinverpackung, Paul Fürst und Markus Schoebel, ihre Argumente dargelegt und die Fragen der Anwesenden aus ihrer Sicht sehr informativ beantwortet. Der Bruderrat wollte die Form des Symposions wiederbeleben und in dieser ersten Veranstaltung wurde sie sehr gut realisiert und angenommen. Dieses positive Beispiel hat gezeigt, dass wir damit auf einem guten Weg sind unseren Anspruch der Pflege der Weinkultur umzusetzen. Das diesjährige Treffen der Gemeinschaft der deutschsprachigen Weinbruderschaften (GDW) fand vom 7. bis 10. Juni in Bingen statt und wurde vom Weinsenat Binger Mäuseturm ausgerichtet. Bei den Veranstaltungen standen neben den regionalen Weinen und der Landschaft auch die Gespräche der Weinbrüder untereinander im Mittelpunkt. Die fränkischen Teilnehmer bedanken sich beim Weinsenat für die lobenswerte Organisation und die Bereitschaft, ein Stück Weinkultur allen Weinbrüdern zu präsentieren. Ein ausführlicher Bericht erscheint in der nächsten Ausgabe der auslese. Nachdem die Maifröste ausgeblieben sind, können die Winzer und die Verbraucher auf einen guten Jahrgang 2012 hoffen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen sonnigen Sommer und eine erholsame Urlaubszeit. Haben Sie viel Freude beim Lesen dieser Zeitschrift mit unserem Wahlspruch VITIS IANUA VITAE Ihr Edgar Schäffer Bruderschaftsmeister 4

5 Magazin der Weinbruderschaft Franken e.v. auslese Frankens jüngstes Kind: Jungweinprobe Jahrgang 2011 Abwechslung tut gut! Nach Jahren der Jungweinprobe im Juliusspital ging es Dank der Unterstützung von Gutsdirektor Jansen und Bernd van Elten erstmals in den Staatlichen Hofkeller. Der Keller, insbesondere der Stückfasskeller, ist immer wieder eine Freude und schafft eine stimmungsvolle Atmosphäre, die jeder Veranstaltung ein gewisses Niveau verleiht. Umsorgt von der designierten Weinkönigin Melanie Dietrich, der Weinprinzessin Johanna Lang und den weiteren Mitarbeitern des Staatlichen Hofkellers, war den rund 100 Teilnehmern aus der Weinbruderschaft und einigen Gästen der Spaß an dieser Jungweinprobe durchaus anzumerken. Franz Sauer, stellvertretender Kellermeister der Weinbruderschaft, moderierte an Stelle des verhinderten Hermann Mengler gekonnt und geistreich. Acht Weine waren zur Verkostung angestellt und wurden von den jeweiligen Winzern kommentiert. Weingut Kreglinger, Herbert Müller, Segnitz, mit 2011 Portugieser Weingut Fesel, Stefan Fesel, Heidingsfeld, mit 2011 Bacchus Weingut Roth, Gerhard Roth, Wiesenbronn, mit 2011 Müller-Thurgau Winzerkeller Randersacker, Kellermeister Franz Sauer, mit 2011 Weißburgunder Weingut Juliusspital, Kellermeister Nicolaus Frauer, mit 2011 Riesling Weingut Christoph Steinmann, Sommerhausen, mit 2011 Silvaner Staatlicher Hofkeller Würzburg, Kellermeister Klaus Kuhn, mit 2011 Silvaner Weingut Göbel, Hubert Göbel, Randersacker, mit 2011 Traminer Johanna Lang (l.) mit Melanie Dietrich Fotos: Paul-Thomas Hinkel 5

6 auslese Ausgabe Ein Thema aller Vorträge war natürlich der Frostschaden, auch wenn nicht jeder Wein direkt davon betroffen war. Wie bei einer Weinprobe üblich, wurden die einzelnen Weine ganz unterschiedlich beurteilt, weshalb kein bewertender Artikel geschrieben werden kann. Eines kann aber mit Sicherheit festgestellt werden: die einzelnen Winzer trugen allesamt sehr überzeugend und authentisch vor. Es kam außerdem deutlich zum Ausdruck, dass diese Weine noch nicht reif fürs Glas sind, aber sehr gute Ansätze zeigen. Probieren geht eben über Studieren gerade beim Wein sind die Geschmäcker sehr unterschiedlich. Insgesamt ein gelungener Auftakt ins neue Jahr! Paul-Thomas Hinkel Die Weinbrüder zusammen mit den Freunden alter Weine Foto: Paul-Thomas Hinkel Staatlicher Hofkeller Würzburg Geschichtsträchtiges Ambiente und moderne Weinkultur spürbar und erlebbar harmonieren diese scheinbaren Gegensätzlichkeiten im Staatlichen Hofkeller Würzburg. Das mehr als 875-jährige Bestehen reicht zurück auf eine Schenkungsurkunde aus dem Jahr Daher sehen wir es als unsere Aufgabe, Herausforderung und Ansporn, diese Tradition zu pflegen und emotionale Weinwerte zu bewahren. Folgender Wein kam damals als Fassprobe zum Ausschank: 2011 Würzburger Stein, Silvaner Großes Gewächs trocken Verkauf ab September 2012 in unserer Vinothek, Tel / , Preis: 21,50 Euro Weingut Kreglinger Ein moderner Familienbetrieb hinter historischer Fassade so zeigt sich unser familiäres Weingut über mehrere Generationen hinweg unseren treuen Weinfreunden. Seit 1830 widmet sich unsere Familie dem Wein. In einem konsequenten Streben nach der besten Traube prägte jede Generation ihren Wein mit viel Gespür und Leidenschaft. Weingut Kreglinger Rathausstraße 2, Segnitz/Main Tel / 1422, Fax / Öffnungszeiten: Freitag von 8 bis 12 Uhr und 13 bis 18 Uhr Samstag von 8 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr Sonntag von 10 bis 12 Uhr 6

7 Magazin der Weinbruderschaft Franken e.v. auslese Weingut Roth Weingut Juliusspital Weingut A. Fesel Im Weingut Roth wird bereits seit 1974 ökologischer Weinbau betrieben. Hier hat der Begriff Nachhaltigkeit seine Bedeutung verdient. Auf warmen Keuperböden wachsen exzellente Weiß- und Rotweine. Das Weingut ist als Ökopionier und Rotweinspezialist bekannt. Die Mitgliedschaft im VDP-Verband deutscher Prädikatsweingüter steht für einen überdurchschnittlichen und ausgezeichneten Qualitätsstandard. Geringe Erträge als Voraussetzung für hohe Qualität, den Ausdruck der Traube und Frucht im Glas wiederzufinden, Authentizität und hohe Verträglichkeit, sind die Grundlagen für die Weine vom Weingut Roth. Weingut Roth Büttnergasse 11, Wiesenbronn Tel / , Fax / Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und 13 bis Uhr Samstag von 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr Weingut Christoph Steinmann Nicht nur die Aussicht ist Spitze Das Weingut Christoph Steinmann liegt inmitten der Weinberge oberhalb Sommerhausens. Auf 15 ha Rebland werden vorzügliche Rot- und Weißweine angebaut. Diese finden direkt ab Hof oder über Weinfachhandlungen und Restaurants den Weg zum Weinfreund gründete Fürstbischof Julius Echter die Stiftung Juliusspital. Seit jeher dienen die Erlöse des Weingutes der Finanzierung sozialer Aufgaben. Auf 172 Hektar bester Weinlagen pflegen wir einen behutsamen Umgang mit der Natur der Ernteertrag ist bewusst begrenzt, wir achten auf optimales Bodenmanagement und ein intaktes Ökosystem. Passend zur jeweiligen Weinbergsparzelle kultivieren wir ausgesuchte, klassische Rebsorten. Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. die vierte Traube im Gault Millau 2012 bestätigen den Erfolg unseres Tuns. Weingut Juliusspital Würzburg Klinikstraße 1, Würzburg Tel / , Fax 0931 / Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr, Freitag von 10 bis 12 Uhr oder nach Vereinbarung Wichtig: Anfahrt über Koellikerstraße! Die wichtigste Weißweinrebsorte ist Silvaner bei den Roten dominiert (natürlich) Domina. 75 % unserer Weine sind (fränkisch) trocken ausgebaut. Besonderen Wert legen wir auf bekömmliche Weine, die auch beim 2. und 3. Glas noch Genuss und Freude bereiten. Weingut Christoph Steinmann Neuenbergshof, Sommerhausen Tel / 436, Fax / 785 Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 8 bis 18 Uhr Franken jüngstes Kind der 2011er Würzburger Kirchberg Bacchus QbA trocken ist ein frischer, spritziger unkomplizierter Wein. Feinste florale Noten komplettiert mit weißen Johannisbeeren verzaubern die Sinne. Das Finale ist von einer unbeschwerten Leichtigkeit. Ein Spargelwein par excellence. Weingut A. Fesel Hinterer Kirchbergweg 6, Würzburg Tel / 65688, Fax 0931 / Öffnungszeiten Weinverkauf: Montag bis Mittwoch 8 bis 12 Uhr Weinstube: April bis Ende Oktober, Mittwoch ab 17 Uhr, November bis April, Mittwoch ab 16 Uhr, Sonntag ab 15 Uhr Öffnungszeiten Heckenwirtschaft: Ab Anfang März für ca. 8 Wochen Mittwoch bis Samstag ab 17 Uhr Ab September für ca. 8 Wochen Dienstag bis Samstag ab 17 Uhr, Sonn- und Feiertags ab 15 Uhr Winzerkeller Randersacker Der Winzerkeller Randersacker ist seit 2003 ein Weinhaus der GWF und somit Teil des größten Weinerzeugers Frankens. In der Vinothek werden Weine aus der direkten Region angeboten. In unserem Sortiment finden Sie überwiegend Weine aus Randersacker, Sommerhausen, Würzburg und Eibelstadt. Gerne begrüßen wir Sie in unserer Vinothek zu einer Weinprobe. Winzerkeller Randersacker Ochsenfurter Str. 7, Randersacker Tel / , Fax 0931 / Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis Uhr, Samstag von 9 bis 13 Uhr, 1. März bis 23. Dezember auch Sonn- und Feiertags von 13 bis 17 Uhr 7

8 auslese Ausgabe Schlachtschüsselessen in Leinach Am 13. Februar 2012 traf sich die Bruderschaftsrunde der Weinbruderschaft Franken bereits zum 9. Mal in der Wurstküche von Metzgermeister und Weinbruder Jürgen Hildmann in Leinach. Nach der kurzen Anreise mit dem Bus von Würzburg konnten sich die Weinbrüder über ein mehrgängiges Schlachtschüssel-Menü freuen. Dem ersten Gang mit Bauchfleisch folgte der zweite mit Kopffleisch danach gab es noch Herz und Nieren und zum Abschluss durften die Blut- und Leberwürste natürlich nicht fehlen. Als Beilage gab es Sauerkraut und Schwarzbrot. Der Durst wurde mit einem Silvaner vom Weingut Wirsching aus Erlenbach am Main gelöscht. Zur besseren Verdauung der doch etwas reichhaltigen Kost, durfte natürlich Hochprozentiges vom ehemaligen Weinbaupräsidenten Andreas Oestemer nicht fehlen. Stellvertretend für den Bruderschaftsmeister bedankte sich Schatzmeister Friedrich Sünderhauf beim Gastgeber und seinem Team. Matthias Raps 8

9 Magazin der Weinbruderschaft Franken e.v. auslese Mitgliederversammlung 2012 Zufriedener Rückblick auf ein arbeitsreiches Jahr Zur diesjährigen Jahreshauptversammlung der Weinbruderschaft Franken e.v. konnte Bruderschaftsmeister Edgar Schäffer am 19. März 2012 fast die Hälfte der Mitglieder begrüßen. In den Räumen des Siebold-Museums ist die Weinbruderschaft immer gut aufgehoben und so verlief auch diese Mitgliederversammlung 2012 harmonisch und in vollstem Einvernehmen. Große Streitfragen waren einfach nicht aufzutreiben und das einzige diskussionsfähige Thema war schon im vorab auf das kommende Jahr vertagt worden. So war es kein Wunder, dass alle Programmpunkte wie der Blitz besprochen und abgeklärt waren. Es zeigte sich eine tiefe Zufriedenheit der anwesenden Mitglieder mit der Arbeit der Vorstandschaft und des Bruderrates. Der Bericht des Bruderschaftsmeisters beinhaltete eine Kurzbeschreibung aller Aktivitäten und die Verlesung der Niederschrift der letzten Mitgliederversammlung. Schreibmeister Wolfgang Pfister konnte der Versammlung über den exakten Mitgliederstand berichten: zum waren 227 Personen Mitglied der Weinbruderschaft. Anschließend stellte die Firma Rockenstein die neu entwickelte Internetseite vor. Den Abschluss bildete der Bericht des Schatzmeisters Frieder Sünderhauf und des Kassenprüfers Victor Heck. Als neuer Kassenprüfer wurde Matthias Henneberger einstimmig gewählt. Ebenso wurde unter Enthaltung des Vorstandes einstimmig beschlossen, dass die Vorstandschaft entlastet werden muss. Paul-Thomas Hinkel Foto: Paul-Thomas Hinkel 9

10 auslese Ausgabe Die neue Fränkische Weinkönigin 2012/2013 Melanie Dietrich aus Fahr am Main wurde am 21. März in einer glanzvollen Galaveranstaltung im Vogel Convention Center in Würzburg gekrönt. Krönungsgala der Fränkischen Weinkönigin 2012 Melanie Dietrich Da sich für die Nachfolge der scheidenden Weinkönigin Sabine Ziegler aus Güntersleben keine weitere Bewerberin gefunden hatte, war ein Auswahlverfahren nicht nötig. Nachdem sich die neu designierte Weinkönigin, die Mathematik und Physik studiert, vorgestellt hatte, stand sie den Fragen eines ausgewählten Kreises zur Verfügung. Ihre souveränen Antworten zeigten, dass sie für das neue Amt qualifiziert ist und damit den Fränkischen Wein angemessen repräsentieren kann. Anschließend übergab ihr Sabine Ziegler die Krone und unter großem Beifall trat Melanie Dietrich ihr Amt an. Für Hobbies wird wenig Zeit bleiben, hat doch die scheidende Weinkönigin berichtet, dass im abgelaufenen Jahr ca. 400 Termine wahrzunehmen waren. Dazu kamen noch mehrwöchige Reisen ins Ausland. Die Glückwünsche der Weinbruderschaft für die neue Fränkische Weinkönigin überbrachte Bruderschaftsmeister Edgar Schäffer und lud sie gleich für den Großen Festabend der Weinbruderschaft am 17. November ein. Melanie Dietrich ist den Weinbrüdern bereits bekannt, denn sie war Gast beim Großen Festabend Mit ihrer freundlichen und charmanten Art wird sie das Frankenland hervorragend repräsentieren und für den Frankenwein weitere Freunde gewinnen. Die Weinbruderschaft wünscht der neuen Fränkischen Weinkönigin für die bevorstehende Amtszeit viel Freude und viele interessante Begegnungen für den und mit dem Frankenwein. Edgar Schäffer Melanie Dietrich, die Fränkische Weinkönigin 2012/2013 Foto: Weinbauverband 10

11 Magazin der Weinbruderschaft Franken e.v. auslese Alternative Weinverpackungen Am Montag, den 19. April 2012, lud die Weinbruderschaft Franken zu einem Informationsabend zum Thema Alternative Weinverpackungen ein. Bruderschaftsmeister Edgar Schäffer stellte nach der allgemeinen Begrüßung die Gäste des Abends vor: Herrn Markus Schöbel, geschäftsführender Vorstand und Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Divino in Nordheim, und Herrn Paul Fürst vom bekannten Weingut Rudolf Fürst in Bürgstadt. Nach der klassischen Bratwurst mit Kraut konnte der Abend mit dem Thema Alternative Weinverpackungen beginnen. Weinbruder Peter Schwappach von der Landesanstalt in Veitshöchheim führte in das hochaktuelle Thema ein und moderierte den Abend. Herr Markus Schöbel und Herr Paul Fürst stellten die Vor- und Nachteile der verschiedensten neuen Verpackungsformen sowohl aus ihrer persönlichen als auch aus der Sicht ihrer doch sehr unterschiedlichen Betriebe dar. Herr Schöbel präsentierte die in seinem Betrieb und in Franken erstmals eingesetzte Bag in Tube 3,0 Liter als eine Alternative zu der seit Jahren üblichen Bag in Box sowie eine Plastikflasche in Bordeauxflaschenform mit 0,75 Liter, ein Tetra-Pak mit 1,5 Liter Inhalt und eine 0,2 Liter-Flasche aus Aluminium. Die Vorteile dieser Verpackungen sind u.a. Gewichtsersparnis, aber auch das Zapfen des Weines über einen längeren Zeitraum unter Luftausschluss und somit keine Alterung des Weines. Für Paul Fürst stellen alternative Verpackungen in seinem Betrieb mit hochwertigen Weinen zur Zeit keine Alternative zur herkömmlichen Weinflasche aus Glas dar. Hier erwartet der Kunde die Glasflasche. Weinbruder Peter Schwappach, Markus Schöbel, Paul Fürst, Bruderschaftsmeister Edgar Schäffer (v.l.) Foto: Wolfgang Apel 11

12 auslese Ausgabe Nach den Vorträgen zu den neuen Verpackungen wurde unter den Weinbrüdern angeregt diskutiert von links: Paul Fürst vom Weingut Rudolf Fürst bei seinem Vortrag Markus Schöbel von der WG Divino stellt seinen Bag in Tube mit 3 Litern Inhalt vor. Der Moderator: Weinbruder Peter Schwappach führte durch den Abend. Fotos: Wolfgang Apel Die anschließende Diskussion zeigte, dass gegen alternative Verpackungen beim Wein noch sehr viele Vorbehalte bestehen und die darin abgefüllten Weine in der Regel mit Billigstprodukten in Verbindung gebracht werden. Alternative Verpackungsformen sind zum jetzigen Zeitpunkt noch eher dem Konsumbereich vorbehalten, auch wenn sich hier die Weinqualitäten ständig verbessern. Nach anregender Diskussion war man sich im Klaren, dass es in bestimmten Bereichen sinnvoll ist, über alternative Verpackungen beim Wein nachzudenken sie werden aber nicht die herkömmliche Weinflasche ersetzen können. Wolfgang Apel Die alternativen Weinverpackungen auf einen Blick 12

13 Magazin der Weinbruderschaft Franken e.v. auslese Abt-Degen-Steig Auf den Spuren des Weinbaus im östlichen Franken gestern, heute, morgen Am 12. Mai machten sich die Teilnehmer der Exkursion zu früher Stunde auf, um unter Führung von Bruderrat und Kulturbeirat Rolf Richter Frankens östliche Weinbaugebiete zu besichtigen. Weinverkostung in der Lage Steinbacher Nonnenberg 13

14 auslese Ausgabe Wengertshäuschen in Falkenstein rechts: Mittagsrast im Brauereigasthof Andres In den Weinbergen von Falkenstein empfingen uns Bürgermeister Klaus Schenk, der Vorsitzende des Weinbauvereins Albin Solf und sein Stellvertreter Herr Sahlmüller. Sie reichten uns zur Einstimmung Weine aus ihrer Erzeugung und aus der Lage Falkenberg, die vor uns lag. Der malerische Weinberg mit den vielen Weinbergshäuschen, die früher als Schuppen, als Brotzeitraum, als Unterstand bei Regen und als Regenwasserreservoir genutzt wurden, bildete einen hübschen Anblick. Die vielen Weinberge, die man mittlerweile nur noch im Nebererwerb bewirtschaftet, werden derzeit in einer sanften Form flurbereinigt. Der Vorsitzende des Flurbereinigungsverfahrens Herr Peter Doneis erläuterte uns, dass dabei die Wege ausgebaut werden, die kontrollierte Wasserführung integriert wird und die Weinberge weitestgehend belassen werden und Veränderungen nur vorgenommen werden, wenn es betriebswirtschaftlich sinnvoll ist. Somit ist es auch für den Feierabendwinzer noch möglich, Wein mit vertretbarem Aufwand zu erzeugen. Weinkultur ist so möglich und bleibt der Region erhalten. Danach wurden wir von Pfarrer Pottler in der Wallfahrtskirche Maria Limbach begrüßt. Das oft auch als fränkische Wieskirche bezeichnete Gotteshaus wurde von Balthasar Neumann entworfen und gebaut, konnte aber nicht mehr von ihm fertiggestellt werden. Ungewöhnlich ist die Nord-Süd-Ausrichtung des Gebäudes und bemerkenswert sind die prunkvoll gestalteten Altäre von Johann Peter Wagner. Dass hier auch die Grenze zwischen Bier- und Weinfranken verläuft, hat uns Pfarrer Pottler bestätigt. Das Mittagessen in Pettstadt, im Gutsgasthof Andres, machte uns wieder fit für einen Spaziergang auf dem Abt-Degen-Weinwanderweg von Steinbach nach Zeil. Der Winzer Ambros Brech führte uns an den historischen Weinberg in Fischgrätmuster und erläuterte uns die Schwierigkeiten der Bewirtschaftung. Mit zwei Weinen aus seinem Haus konnten wir uns ein Bild vom dortigen Terroir machen. In Zeil, der Geburtsstadt von Abt Alberich Degen, standen schon die Stadtführer Frau Reinhardt und Altbürgermeister Winkler bereit, um uns die Stadt und das neu eröffnete Dokumentationszentrum Zeiler Hexenturm zu zeigen. In diesem Turm, der auch in der Zeit der Hexenverfolgung als Gefängnis genutzt wurde, wird mit modernsten audiovisuellen Mitteln das Phänomen der Hexenverfolgung für den heutigen Menschen nachvollziehbar gemacht. Den Abschluss der Exkursion bildete eine Weinprobe mit kulinarischen Häppchen in der Vinothek Nüßlein. Neben einem Sekt und Weinen des Hauses wurde auch ein Merlot unseres Weinbruders Dr. Klaus-Peter Heigel gereicht. Herr Nüßlein erläuterte uns sein Konzept, die Weinberge selbst zu bewirtschaften, aber den Ausbau in fremde Hände zu geben. Die Weine 14

15 Magazin der Weinbruderschaft Franken e.v. auslese werden aber unter eigenem Namen vermarktet. Ein Konzept, das die Investitionen gering hält, bei hoher Weinqualität. So kehrten wir mit vielen nichtalltäglichen Eindrücken, die unsere Weinlandschaft zu bieten hat, nach Würzburg zurück. Der Bruderschaftsmeister Edgar Schäffer bedankte sich dafür beim Organisator und Leiter dieser Exkursion, Herrn Rolf Richter, sowie bei Herrn Peter Doneis für die Ausführungen zur Flurbereinigung in Falkenstein. Edgar Schäffer oben: Weinbergshäuschen am Ende des Abt-Degen- Steigs kurz vor Zeil links: Wallfahrtskirche Maria Limbach Fotos: Dieter Maunz 15

16 auslese Ausgabe Besuch im Premium-Weinort Randersacker Es ist bereits gute Tradition der Weinbruderschaft Franken, in den Sommermonaten einige unserer Winzer-Weinbrüder in deren Werkstatt aufzusuchen und damit dem Weinbauern selbst im Weinberg und Hof über die Schulter zu schauen. Was liegt hier näher als der Premium-Weinort Randersacker, direkt vor den Toren Würzburgs? So trafen sich an diesem sommerlich-warmen, gewitter-bedrohlichen Samstagnachmittag am Würzburger Busbahnhof die stattliche Anzahl von 50 Weinbrüdern mit ihren Damen, um mit dem städtischen Sonderbus die kurze Fahrstrecke bis zum Gasthof Teufelskeller zurückzulegen. Hier, an der markanten Grenzlinie zwischen den Lagen Teufelskeller und Pfülben, warteten bereits unsere Gastgeber. Bei einem Willkommensschluck mit köstlich frischem Königs-Secco begrüßten uns die Hauptakteure des Nachmittags, die Weinbrüder Wolfram und Bernhard König, Hubert Göbel sowie Bernhard Schmitt, der Sohn unseres langjährigen Weinbruders Richard Schmitt, und auch unser stellvertretender Kellermeister Franz Sauer stieß im Laufe des Abends noch zu uns. Mit von der Partie waren noch die Randersackerer Weinbrüder Hermann und Matthias Henneberger. Weinbruder Wolfram König ging nach der Begrüßung zunächst auf die Geschichte des Weinbaus in Randersacker ein. In einer der ältesten Quellen über Weinbau in Franken aus dem Jahr 779 wird anlässlich eines Grenzganges zwischen Würzburg und Randersacker von Fredhantes Wingarten im Alandsgrund berichtet. Er schlug den Bogen vom Weinbau im Mittelalter zu Sebastian Englert, dem Randersackerer Weinbaupionier, der den Winzern im 19. Jahrhundert standortgerechtes Rebgut und zeitgemäße Rebkultur vermittelte und in Randersacker eine erste Weinbauschule einrichtete. Schließlich ging W. König auf die Erneuerung des Weinbaus im Zuge der umfassenden Flurneuordnung ein, die in Randersacker während der letzten 40 Jahre durchgeführt wurde und in der er selbst in mehreren Teilnehmergemeinschaften Verantwortung in den Vorständen getragen hat. Auch Weinbruder Bernhard König begrüßte die Schar der Weinbrüder aufs herzlichste im Namen aller Winzer aus Randersacker und zugleich als Vorsitzender des über 100-Jahre alten Weinbauvereins. So verstrich der Willkommenstrunk bei launigen Worten ähnlich Launiges kann von dem Wetter berichtet werden, welches uns mit einigen kurzen Schauern empfing, die ein lebhafter Wind von Heidingsfeld herkommend durch das Maintal trieb. Nach einem kurzen, steilen Aufstieg entlang des Naturdenkmals Teufelskeller-Graben, erreichten wir bald den Panoramaweg, der wechselnde Ausblicke nach Würzburg und das inzwischen sonnendurchflutete Maintal bot. Der Panoramaweg ist Teil des gut beschilderten Randersackerer Weinerlebnisweges. An geeigneten Standorten berichten Informationstafeln über die Reblandschaft, Fragen des Weinbaus und örtliche Vorkommnisse. Die nächste Station unseres Weges war der Altfränkische Wengert, der Museumsweinberg im Zentrum und bester Lage des Pfülbens gelegen. Hier begrüßte der Vorsitzende des Trägervereins und 1. Bürgermeister der Marktgemeinde Dietmar Vogel die Weinbruderschaft Franken, assistiert von der charmanten Weinprinzessin Johanna Lang aus Randersacker. Bürgermeister Vogel ging auf die wirtschaftlich notwendigen Veränderungen in der Weinwirtschaft ein und damit auch auf den Wandel in der Reblandschaft im Rahmen der Weinbergsneuordnungen. Die Rebflurbereinigung im Pfülben war auch Anlass und Geburtsstunde des Museumsweinberges Altfränkischer Wengert, der nach Abschluss der Flurneuordnung im Eigentum der Marktgemeinde steht 16

17 Magazin der Weinbruderschaft Franken e.v. auslese uns schließlich von jedem der vier in Randersacker ansässigen Weinbrüder- Winzer eines seiner Spitzengewächse vorgestellt und kredenzt. Den Abschluss und Glanzpunkt zugleich für diese Weingenussreise durch Randersackers Spitzenlagen mit seinem faszinierenden Landschafts- und Naturerlebnis bildete ein Königliches Büffet im gepflegten Ambiente des Bergmeisterhauses, dem historischen Anwesen unserer Weinbrüder König. Aufmerksam und liebevoll umsorgte uns die charmante Hausherrin mit vielen fleißigen Helfern bei einem und von einem Trägerverein gepflegt und bewirtschaftet wird. Im Jahr 1988 konnte im Zuge der Flurneuordnung, auf Initiative und aufgrund des unermüdlichen Einsatzes des früheren Denkmal- und Naturschutzbeauftragen des Marktgemeinderates Herbert Haas, ein etwa 0,5 ha großes Biotop als Lebensraum Weinberg erhalten, gesichert und rekonstruiert werden. In diesem Weinberg befinden sich auch heute noch alle wesentlichen Elemente früherer Weinbergslandschaften (Mauern, Wassertreppen, Steinrutschen, Terrassen, Bildstöcke, Hecken, Einzelbäume...). Darüber hinaus wurden im Altfränkischen Wengert auch die seinerzeitigen Erziehungsformen der Reben, die entsprechenden Rebsorten, die Wirtschaftsweise aus Großvaters Zeiten und rar gewordene Arten der damaligen Pflanzengesellschaften wieder eingebürgert und gepflegt. Der Museumsweinberg enthält neben Biotopflächen zur Zeit 505 Reben des Fränkischen Qualitätsmischsatzes, Frentsch, in pfahlunterstützter Kopferziehung sowie zum Gedenken an den Randersackerer Weinbaupionier Sebastian Englert auch 145 Stöcke der von ihm gezüchteten Bukettrebe. Eine Besonderheit der Weinbergsbegleitflora sind die hier wieder eingebürgerten rund Weinbergstulpen, Traubenhyazinthen und Milchsterne. Jährlich im April zur Blütezeit der Tulpen veranstaltet der Verein sein gut besuchtes Tulpenblütenfest, eine der Quellen für die Vereinsfinanzierung. Weinbruder Richter ergänzte die Ausführungen des Vereinsvorsitzenden noch durch einige Zahlen. Danach verursacht die traditionelle Handbewirtschaftung gegenüber einer modernen Maschinenbewirtschaftung etwa dreifach höhere Kosten. Der Bau von Trockenmauern verursacht bei Fremdvergabe der Arbeiten Kosten bis zu 2.000,- Euro je Quadratmeter Mauerfläche. Die Erträge im Museumsweinberg liegen im 10-jährigen Schnitt für den gemischten Satz bei 0,65 l/ Stock bei 85 Oechsle Mostgewicht und für die Bukettreben bei 0,82 l/stock bei 77 Oechsle. Ein Höhepunkt dieses Nachmittags war die Verkostung eines Weines aus Trauben des gemischten Satzes, ausgebaut durch das Weingut A. Störrlein, Jahrgang Fazit: Eine köstliche Besonderheit, körperreich, harmonisch und vollmundig! Weiter ging es bei sommerlichem Wetter zur Bergkapelle, hoch über dem lieblichen Maintal gelegen, mit überwältigender Aussicht auf das Flusstal und den Weinort. Dort, im Schatten der neugotischen Kapelle, wurde köstlichen Büffet und exzellenten Weinen. Die große Zahl der Teilnehmer an dieser rundum gelungenen Veranstaltung füllte alle verfügbaren Stuben und Winkel des ehrwürdigen Bergmeisterhauses. Noch einmal begeisterten uns die Randersackerer Weinbrüder mit einer weiteren Auswahl ihrer erlesenen Weine. In gelöster Stimmung brach man schließlich zum Rückweg nach Würzburg auf. Zuvor dankte jedoch Bruderschaftsmeister Edgar Schäffer herzlich den Akteuren dieser an Höhepunkten reichen Veranstaltung und überreichte seine Gastgeschenke. Den Teilnehmern wird dieser sommerliche Nachmittag in Randersackers faszinierender Weinbergslandschaft, der Abend im geselligen Bergmeisterhaus, seine tüchtigen Winzer und deren exzellente Weine sicher noch lange im Gedächtnis bleiben. Fürwahr, ein Premium-Weinort! Rolf Richter 17

18 auslese Ausgabe Weinkulturpreis 2012 Franken Wein. Schöner. Land! ausgezeichnet Die Weinbruderschaft Franken hat am 16. Juli 2012 ihren Weinkulturpreis 2012 verliehen. Die Auszeichnung ging an den Arbeitskreis Franken Wein. Schöner. Land! Die Übergabe des Preises, eine Bronzeplastik der biblischen Traubenträger, erfolgte auf einer Aussichtsplattform mitten in den Weinbergen bei Nordheim durch Bruderschaftsmeister Edgar Schäffer. Die Fränkische Weinkönigin Melanie Dietrich und Artur Steinmann, Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes, und sämtliche Mitglieder des Arbeitskreises nahmen an der Laudatio und Preisübergabe teil. In der Begründung der Weinbruderschaft heißt es, das einzigartige Tourismuskonzept des Arbeitskreises Franken Wein. Schöner. Land!, das sich über die Jahre entfalten konnte, habe in den vergangenen Jahren bundesweit Ansehen erlangt. Die Marke des Arbeitskreises trage einerseits zur eigenständigen regionalen Entwicklung in Weinfranken bei und fördere andererseits durch die Zertifizierungsmaßnahmen besonders die Weinkultur und Qualität bei Winzern, Gastronomie und Weinfesten. Auf Grund dieser Verdienste hatten die Weinbruderschaft Franken e.v. und der Bruderrat beschlossen, dem Arbeitskreis diese Auszeichnung zu verleihen. Weinkulturpreis Die Weinbruderschaft Franken vergibt diesen Preis an Personen oder Institutionen, die sich um das Kulturgut Wein verdient gemacht haben. Erster Preisträger war 1994 der englische Weinkritiker Hugh Johnson, weitere Preisträger u.a. das Mainfränkische Museum, Prof. Dr. Breider oder der Bremer Ratskeller. Die Bronzeplastik des Aschaffenburger Künstlers Willibald Blum stellt die biblischen Traubenträger dar. Eine Abordnung des Bruderrates nahm an der Laudatio und der Preisübergabe teil. 18

19 Magazin der Weinbruderschaft Franken e.v. auslese Verdienste um Franken und den Frankenwein Überreichung des Weinkulturpreises an den Moderator Artur Steinmann, stellvertretend für Franken Wein. Schöner. Land!, durch Bruderschaftsmeister Edgar Schäffer Fotos: Paul-Thomas Hinkel ANZEIGE Der Arbeitskreis Franken Wein. Schöner. Land! entstand aus der Kooperation aus Fränkischen Weinbauverbands, der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau, der Fränkisches Weinland Tourismus GmbH und des Tourismusverbands Franken. Heute gehören auch das Amt für Ländliche Entwicklung, der Bezirk Unterfranken, die IHK, der Hotel- und Gaststättenverband, die Julius-Maximilian-Universität Würzburg, die Regierung von Unterfranken, die Region Mainfranken GmbH sowie die Stadt Würzburg zur Arbeitsgemeinschaft. Seit der Gründung wird diese ehemalige Projektgruppe von Artur Steinmann, dem derzeitigen Weinbaupräsidenten, moderiert. Das Konzept des Arbeitskreises mit seiner ganzheitlichen, vernetzten Arbeitsweise ist einmalig in Deutschland. Auch ist das interdisziplinäre Zusammenwirken zum Wohle aller Teilnehmer Musterbeispiel einer zeitgemäßen Streit- und Diskussionskultur. Dabei ist zu betonen, dass sich die Teilnehmer freiwillig zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen haben, um Franken und den Frankenwein stärker in den Fokus der deutschen Weinkultur zu rücken. Der Weintourismus bringt heute mehr als 1,7 Milliarden Euro pro Jahr in die Region Franken. Das Konzept von «Franken - Wein. Schöner. Land!» zielt dabei auf Premium- Angebote ab: Gasthäuser, Hotels und Winzerhöfe können sich zertifizieren lassen. So erkennt der Gast schon vor der Tür, was ihn erwartet. Der wachsende Zuspruch zu Region und Wein gibt allen Initiatoren recht. Der Weinkulturpreis wurde wieder einem würdigen Preisträger zugesprochen! Paul-Thomas Hinkel Lassen Sie den Fachmann ran! Für die fachgerechte Neuanlage, Umgestaltung und Instandhaltung der gesamten Außenanlage sorgen Dagmar und Wolfgang Kuhl mit ihrer Erfahrung, Können, Wissen und der Begeisterung für die perfekte Umsetzung Ihrer Vorstellungen. Ob Teichanlage, prächtige Rosen oder Trocken- Mauern erfüllen Sie sich den Traum von Ihrem Wunschgarten. Auch bei allen Arbeiten im Haus unterstützen wir Sie gerne. Wir koordinieren die Handwerker und bieten Ihnen einen umfassenden Service bei Ausbau- und Renovierungsarbeiten. FLORA Garten- und Landschaftsgestaltung GmbH Eugen-Blaß-Straße Erlabrunn Tel /

20 auslese Ausgabe Jahre danach: Gesprächsrunde mit Gründungsmitgliedern der Weinbruderschaft Ein Rinnsal wurde zum Strom Das inzwischen verstorbene Gründungsmitglied Dr. Konrad Heigel verglich einmal die Entwicklung der Weinbruderschaft mit einem kleinen Rinnsal, das zu einem großen Fluss wurde. Die Quellen und Verzweigungen des Stromes Weinbruderschaft aufzuspüren, war Ziel einer Gesprächsrunde im Weingut König. Von 15 Gründungsvätern sind inzwischen zahlreiche verstorben oder durch Krankheit beeinträchtigt, dennoch gab es auf Einladung des Bruderschaftsmeisters einen regen Gedankenaustausch mit Informationen, die auch für die gegenwärtige und künftige Ausrichtung der Weinbruderschaft hilfreich sind. Eine Bierstube als Quelle Es waren mehrere Gruppen, die zusammenwirkten. Da gab es den Winzer und Casteller Domänendirektor Adolf Steinmann, der gemeinsam mit Edgar Schwappach von der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) den Kontakt zur Weinbruderschaft der Pfalz und ihrem Bruderschaftsmeister Dr. Theo Becker herstellte. Bei Winzerstammtischen erzählten die beiden u.a. ihrem Freund dem Agraringenieur Dr. Konrad Heigel angeregt von Besuchen in Neustadt Fröhlicher Austausch von Erinnerungen im Weingut König (v. l.): W. Wittstadt, P. Schauff, E. Preißinger, W. König und B. Weisensee Foto: Paul-Thomas Hinkel 20

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