Titel Schulprospekt 2

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2 Titel Schulprospekt 2

3 Das Jahr wo ist es geblieben? Das Alltagsgeschehen dominierte das Jahr und man musste aufpassen, dass für den Blick nach vorne wenigstens gelegentlich genügend Raum und Zeit blieb. Aus dem Alltagstrott hat uns der tragische Tod von Landrat Heinz Wölfl im August dieses Jahres herausgerissen. In der ganzen Region und speziell an unserer Schule hat die Nachricht für große Trauer gesorgt. Wir haben mit ihm einen großen Förderer des Glases und der Glasfachschule verloren. Der Fachkräftemangel ist in aller Munde und die Firmen werben massiv für Auszubildende. Die große Beteiligung an den Jobbörsen ist nur ein Indikator dafür. Man sollte dabei aber nicht übersehen, dass nach wie vor viele Jugendliche auch der letzten Abschlussjahrgänge - ohne Ausbildung und Arbeitsplatz sind. Insbesondere müssen wir uns um junge Menschen kümmern, die als nicht ausbildungsfähig abgestempelt werden. Für mich sind viele davon noch nicht ausbildungsfähig. Sie brauchen jetzt unsere Unterstützung und Förderung, denn die Wirtschaft ist künftig darauf angewiesen, sie als qualifizierte Arbeitskräfte einsetzen zu können. Hier möchte ich eine Lanze brechen für die Berufsfachschulen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung künftiger Fachkräfte. Gerade im Glassektor ist das Handwerk sehr zurückhaltend mit Ausbildungsverträgen und überlässt die Verantwortung weitgehend den Berufsfachschulen. In den letzten Jahren wurden bei Glasveredlern, Glasmachern und Glasapparatebauern zusammen jährlich nur zwischen drei und acht duale Ausbildungsverträge geschlossen. Und das mindestens bayernweit, teilweise mehrere Bundesländer eingeschlossen. Bei den Industrieberufen zeigt sich ein anderes Bild. Die Ausbildungszahlen steigen bzw. stabilisieren sich auf einem hohen Niveau. Weitere geplante Einstellungen konnten mangels Bewerber schon dieses Jahr nicht realisiert werden. Mit 107 Absolventen erreichte die Berufsschule den Spitzenwert der letzten 20 Jahre. Die Belastung der Lehrkräfte in den großen Klassen ist entsprechend hoch. Erfreulicherweise erfahren wir sehr positive Rückmeldungen aus der Industrie bezüglich der Qualität unserer Arbeit, des positiven Lernumfeldes und auch der modernisierten Ausstattung der Schule. An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich für die Kooperationsbereitschaft der vielen Handwerks- und Industriebetriebe bedanken, die Lehrern und Schülern immer wieder die Tür öffnen, sei es für Betriebspraktika, Fortbildungen oder auch Schüler-Lehrfahrten. Gemeinsam geht s eben doch besser. Die erfreuliche Entwicklung der Bewerberzahlen an der Technikerschule und den IHK- Meisterkursen lässt den Schluss zu, dass auch die Weiterbildung der vorhandenen Fachkräfte forciert wird und als klare Win-Win-Situation für beide Seiten gesehen wird. Die Ausbildungsinhalte der Fachschule werden derzeit auf den Prüfstand gestellt, nicht zuletzt um die Handlungsorientierung weiter zu verstärken. Die Seminare der Gesellschaft von Freunden der Glasfachschule Zwiesel e. V. zeigen auch nach fast 30 Jahren ein hohes Maß an Aktualität und Attraktivität, was nicht zuletzt die guten Teilnehmerzahlen belegen. Eine große Herausforderung aber auch Chance stellt für uns die Neuausrichtung der gestalterischen Ausbildung dar. Wir wollen durch das neue Konzept verstärkt werkstoffliches Wissen, handwerklich-technische Grundlagen und gestalterische Profession verknüpfen. Neben den klassischen Produkten der Wirtschaftsglasindustrie wird das Glas in der Innen- und Außenarchitektur eine bedeutende Rolle spielen. Der Staatlich gepr. Glastechniker, Schwerpunkt Produktdesign steht am Ende des neuen Aus- und Weiterbildungskonzeptes für gestaltungsorientierte Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss. 3

4 Nach Hüttentechnik und Optik wird der Produktdesigner als drittes Standbein die Fachschule stärken. Die Zusammenarbeit mit dem Bundesarbeitgeberverband Glas und Solar konnte durch die Mitarbeit der Schule im Sozialausschuss vertieft werden. Ausbildungsrelevante Themen wurden in einem Fachforum, auch mit den anderen Glasfachschulen diskutiert. Viele kleinere und größere Schülerprojekte sowie Messen und Ausstellungen waren auch im vergangenen Jahr das Salz in der Glasfachschulsuppe. Das große Projekt Kirche Regenhütte konnte dieses Jahr mit dem abstrahierten gläsernen Kreuzweg abgeschlossen werden. Zum Jahresende möchte ich mich auch im Namen der gesamten Schulfamilie für die vielschichtige Unterstützung bedanken, die wir erfahren durften. Der Dank gilt dem Staatsministerium für Unterricht und Kultus, der Regierung von Niederbayern, dem Landkreis als Sachträger der Schule und nicht zuletzt dem Vorstand, Beirat und allen Mitgliedern unseres Fördervereins. Sie alle haben zur positiven Weiterentwicklung der Schule beigetragen. Mein ganz persönlicher Dank gebührt natürlich dem Lehrerkollegium, allen Angestellten aus der Manufaktur, der Verwaltung und den Hausmeistern für das engagierte Miteinander. In den Unternehmen wird die Bedeutung des Humankapitals als wertvollsten Rohstoff immer wieder betont. Ich wünsche mir für das nächste Jahr, dass man auch die Lehrer in die Diskussion einbezieht und sie als das wertvollste Kapital des Unternehmens Schule bewusster in der Öffentlichkeit wahrnimmt. Ich wünsche allen Freunden unserer Schule ein besinnliches Weihnachtsfest und ein gesundes und zufriedenes Jahr H. Wudy, Schulleiter Gesponnenes aus der Manufaktur 4

5 Katja Rössl, Malerei Helene Ackermann, Apparatebau Laura Pape, Veredelung Schliff 5

6 50 Teilnehmer beim Prozessleiter-Seminar Externe Führungskräfte der Glasindustrie und die aktuellen Studenten für Glashüttentechnik beteiligten sich am viertägigen Seminar an der Glasfachschule. Schulleiter Hans Wudy erläuterte in seiner Begrüßung zum Seminar Prozessleiter für Schmelz- und Produktionstechnik die Notwendigkeit der Aus- und Weiterbildung in der Glasindustrie, in der der Fachkräftemangel sich in den nächsten Jahren, nicht zuletzt durch den hohen Altersdurchschnitt in den Betrieben, überproportional auswirken wird. Die von der Gesellschaft von Freunden der Glasfachschule Zwiesel e.v. organisierten Seminare sollten die Teilnehmer neugierig machen und sensibilisieren für Entwicklungs- und Einsparungspotentiale in ihren Unternehmen. Wir als Glasfachschule Zwiesel wollen auch weiterhin unseren Beitrag in der Aus- und Weiterbildung für das Handwerk und die Industrie leisten, können das aber nur in Kooperation mit den Unternehmen, betonte Wudy. Sein Dank galt vor allem den ehrenamtlichen Referenten aus Forschung und Entwicklung, als Rückgrat der Veranstaltung. Dipl.-Ing. Michael Horina, Kursleiter an der Technikerschule, war als Tagungsleiter vom Oktober 2011 nicht nur fachlich präsent, sondern zeigte sich auch als versierter Organisator im Vorfeld dieses, im zweijährigen Turnus durchgeführten Seminars. Für die künftigen Glashüttentechniker an der Schule stellte das Seminar eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag dar und generierte praxisorientiertes und anwendbares Wissen. Zur Vertiefung der persönlichen Kontakte trafen sich die 40 Seminarteilnehmer am ersten Abend zu einem gemeinsamen Essen in der Manufaktur der Schule. Nachdem im Seminar die werkstofftechnischen Grundlagen von Dr. Ralf Bruntsch gelegt wurden, stellte Prof. Dr. Heiko Hessenkemper beide von der TU Freiberg produktionstechnische Optimierungspotenziale in Aussicht. Die Anforderungen an eine gut funktionierende Gemengeaufbereitung vermittelten Dipl.-Ing.(FH) Volker Maier und Marco Füger von der Firma Zippe. Dipl.-Ing. Richard Sims von Sorg referierte über Schmelzaggregate, Glaskonditionierung und Emissionen. Interessante Einblicke in die Mess- und Regelungstechnik gaben Dipl.-Ing. Bernd Donaubauer und Florian Stadler (UAS Messtechnik GmbH). Wie Glaszusammensetzung hinsichtlich ihrer Formgebungseigenschaften verbessert werden können, zeigte sehr anschaulich Dipl.-Ing. Lothar Schmeller. Einblicke in die Verarbeitbarkeit von Glas und in die Prozesskontrolle mit Industrial IT gab Dipl.-Ing. Harald Zimmermann (Verallia). Die Einnahmen aus diesem Seminar werden für Schülerprojekte, Firmenbesuche oder Stipendien genutzt. v.l. Dr. R. Bruntsch, Dipl.-Ing. M. Horina, Prof. H. Hessenkemper 6

7 Fachvorträge für technische Führungskräfte der Glasindustrie Enormen Zuspruch hat das Fachschulkolloquium auch 2011 wieder erfahren. 117 technische Führungskräfte aus der Glasindustrie sind nach Zwiesel gereist, um an einer der bedeutendsten Fortbildungsveranstaltungen zum Thema Glas in ganz Deutschland teilzunehmen. Der ungebrochene Zustrom ist schon erstaunlich immerhin ist das bereits das 27. Kolloquium, sagte Hans Wudy, der Leiter der Glasfachschule Zwiesel. Dies zeige aber, dass die Schule und der Förderverein die Problematik rund ums Thema Glas sehr genau kennen und immer wieder Referenten finden, die die aktuellen Probleme aufgreifen und sehr genau darauf eingehen. Im Vergleich zu wissenschaftlichen Seminaren ist das zweitägige Kolloquium in Zwiesel eher praxisorientiert. Wir haben viele Teilnehmer, die immer wieder kommen, betonte Schulleiter Wudy und dankte in diesem Zusammenhang der Gesellschaft von Freunden der Glasfachschule Zwiesel e.v., die die Themen zusammenstellt und die entsprechenden Referenten auswählt. Die Referenten geben ihr Wissen unentgeltlich an die Teilnehmer weiter, so dass der Erlös aus der Veranstaltung in die Kasse des Fördervereins fließt und damit wieder der Schule zu Gute kommt. Dr. Robert Hartel begrüßte in seiner Funktion als Fördervereins-Vorsitzender die Teilnehmer im Prof.-Mauder-Saal. Die unternehmerische Situation, so Dr. Hartel, sei abhängig von Weltereignissen, von der demo-graphischen Entwicklung, von den Rohstoffpreisen und vielem mehr. Zu diesen Gefahren von außen kommen aber auch Gefahren von innen, wie zum Beispiel Trägheit in der Organisation, so Hartel. Den Teilnehmern dankte er für ihr Interesse an der Fortbildungsveranstaltung: Sie tragen damit zur Stabilität in Ihrem Unternehmen und zur Sicherung der Arbeitsplätze bei. Schulleiter Hans Wudy gab einen kurzen Abriss, wo man Glas in der Industrie überall findet. Wir begegnen Glas täglich in vielfältiger Form, ohne bewusst den Werkstoff Glas wahrzunehmen, ganz abgesehen von der ästhetischen Form des Glases, meinte Wudy. Die Glasfachschule wolle sich zusammen mit der Industrie und dem Handwerk weiterentwickeln, sagte Wudy und wies auf die vielfältigen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten der Glasfachschule Zwiesel hin. Organisiert wurde das Kolloquium auch heuer wieder von Michael Horina und die Moderation hat in bewährter Weise wieder Alois Reber übernommen. Die Glas- Experten haben sich mit den unterschiedlichsten Themen befasst. Iridium das Metall des 21. Jahrhunderts?, Wie gesund sind Lebensmittelverpackungen?, Nutzung von Abwärme aus Glasöfen und Glas in der Haushaltsgeschirrspülmaschine sind nur vier der insgesamt zwölf Themen. Zum Rahmenprogramm des Kolloquiums gehörte traditionsgemäß die Mitgliederversammlung der Gesellschaft von Freunden der Glasfachschule e.v. und ein sich anschließender Hüttenabend mit bayerischem Buffet in der Glashütte der Schule. PNP, Claudia Winter 7

8 Nach dem Seminar ist vor dem Seminar Bereits im Oktober trifft sich der Vorstand und Beirat zur Vorbereitung des Kolloquiums im kommenden Mai, um praxisrelevante Themen zu identifizieren. Führungskräften und Produktionsverantwortlichen einen interessanten Mix aus aktuellen und zukünftigen Entwicklungen der Glastechnologie zu präsentieren, ist das Ziel des Veranstalters. Die Planung für das 28. Zwieseler Fachschulkolloquium ist bereits in vollem Gange und der Beirat erhofft sich hinsichtlich der Teilnehmerzahl eine ebenso gute Resonanz wie im Jahr Ein namentlicher Dank gilt dem Organisationsteam: Dr. Robert Hartel Dr. Andreas Weber Bernd Donaubauer Dr. Hubert Drexler Josef Finger Michael Horina Benno Krottenthaler Isabella Merker Thomas Poxleitner Alois Reber Michael Schmitt Willi Steger Hans Wudy Harald Zimmermann Zwiesel Kristallglas AG Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) UAS Messtechnik Consulting Zwiesel Kristallglas AG Glasfachschule Nikolaus Sorg GmbH & Co. KG Kurt Merker GmbH Saint Gobain Oberland AG, Verallia Consulting Interpane Glasindustrie AG Ehrenvorsitzender des Fördervereins Glasfachschule St. Gobain Oberland, Bad Wurzach Katarina Rul, Naturstudie 8

9 Protokoll - Mitgliederversammlung des Fördervereins vom Begrüßung: Dr. Hartel eröffnet als 1. Vorsitzender die Mitgliederversammlung um Uhr und begrüßt 24 Teilnehmer (s. Anwesenheitsliste) 1. Bericht 1. Vorsitzender: Mitgliederzahlen: Persönl. Mitglieder Handwerker Industrie Gesamt Die Entscheidung der Stadt Zwiesel, sich aus dem Förderverein zu verabschieden, wurde lt. 3. Bürgermeister Herrn Lambürger zurückgenommen. Der neue Bürgermeister Steininger wurde gebeten die Tradition als Beiratsmitglied fortzusetzen. Vorstands- und Beiratssitzungen: O Mitgliederversammlung Vorbereitung Kolloquium. Weitere Abstimmungen im Vorstand erfolgten bei Bedarf. Jahresbericht: Der Jahresbericht der Schule und des Fördervereins mit dem Protokoll der letzten Mitgliederversammlung wurde erstellt. Einwände gab es keine. Der Jahresbericht konnte weitgehend durch die Annoncen finanziert werden. Bericht über die umfangreiche und vielgestaltige Arbeit der Schule. Farbige Seiten mit den Preisträgern des Danner-Klassenwettbewerbs kommen gut an. Neue Mitgliedsbeiträge: Erhöhung der Beiträge wurde weitgehend positiv angenommen. Kündigungen und Beitritte halten sich die Waage. Veranstaltungen: 26. Zwieseler Fachschulkolloquium 03. und 04. Mai Tage-Seminar und Hüttenabend mit ca. 100 Teilnehmern und guten Bewertungen für die Veranstaltung. Aktuelles Fachschulkolloquium mit 117 Teilnehmern gut gebucht. Prozessleiter für Schmelz- und Produktionstechnik Für KW 42 Mitte Oktober 2011 geplant und in Vorbereitung. Die Einladungen sollten bis Ende Juli rausgehen. Dank: An Vorstands und Beiratsmitglieder für die fachliche Vorbereitung. Michael Horina für die umfangreiche Organisation. Referenten für die ehrenamtliche Arbeit. Alois Reber für die professionelle Tagungsleitung. Herr Geigl für die Unterstützung in der Verwaltung. Unterstützung durch den Förderverein: Förderverein leistet umfangreiche Unterstützung der Schule und Schüler im fachlichen, sozialen und kulturellen Bereich. Vor allem Lehr- und Studienfahrten zu Ausstellungen und Messen werden mit bis zu 50% bezuschusst und könnten ohne diese Förderung nicht durchgeführt werden. Vergabe von zwei Kleinstipendien für Kurse an der Sommerakademie. Finanzierung der Öffentlichkeitsarbeit und Mitfinanzierung von Ausstellungen und Messen Kontakte über Glasstec brachten einige neue Mitglieder. Direkter Kontakt und Anmeldung über Internet zeigt Erfolg. Vorschau: Der Förderverein hat die Patenschaft für den Studioofen übernommen. Umfangreiche Reparatur bzw. Teilneubau steht an. Kosten konnten noch nicht ermittelt werden. Techniker erstellen Analyse und Konzept. 9

10 Neuer Flyer für Förderverein sollte erstellt werden, Vorteile der Mitgliedschaft sollte besser visualisiert werden um neue Mitglieder zu erreichen. Banner über Förderverein für die die Schule und die Messen. Förderverein stärker in der Schule thematisiert mit dem Ziel der intensiveren Identifikation der Schüler. Dank für die ehrenamtliche Arbeit an alle Mitglieder, sowie den Vorstands- und Beiratskollegen. 2. Bericht Schatzmeister: C. Clemens stellt die aktuellen Zahlen vor und erläutert die wesentlichen Ein- und Ausgabeposten. Kassenstand zum Kokula-Stiftungskapital zum Kassenstand zum ,44. Diskussion: Niedriger Kassenstand zum Jahresschluss. Kassenstand sollte mittelfristig wieder auf einen Jahresmitgliedsbeitrag angehoben werden, um finanzielle Flexibilität zu erhöhen. Kassenprüfung: C. Clemens bestätigt eine einwandfreie Kassenführung durch T. Geigl. 3. Bericht Schulleiter: Schülerzahlen: Statistik Okt. 2010: BFS 89 Schüler FS 19 Schüler BS 269 Schüler. Industrieberufe weiter auf hohem Niveau. Tendenz insgesamt aufgrund der Demografie ist fallend. Bekanntheitsgrad und Aktionsradius muss weiter erhöht werden konnten 27 Schüler in der BFS sowie 85 BS-Schüler und 25 Techniker ihren Berufs- bzw. Weiterbildungsabschluss machen. MR Lucha überreichte Technikerzeugnisse. 1. Optikabsolventen an der FS. Förderverein hat Buchgeschenke für die Klassenbesten bereitgestellt. Personalnachrichten: Nachfolge H. G. Theuerjahr - Ragnar Theuerjahr im Vorbereitungsdienst. Frau Wiedemann als Nachfolgerin für Herrn Silbereisen Bewerbung für Nachfolger Glasgestaltung läuft derzeit. Bewerber/in für Glasgravur fehlt. Wettbewerbe: Danner - Klassenwettbewerb im April in die Heimat in die Ferne 3 Bundessieger Apparatebau, Malerei und Veredelung, dazu 3. Platz im Bundeswettbewerb Gute Form im Handwerk. Projektarbeiten, Fortbildungen, Öffentlichkeitsarbeit (Beispiele): Gläserner Kreuzweg zur Ergänzung der Kirchenausstattung in Regenhütte Karaffen und Becher für die WBW Techniker Konzept Studioofen Würzburger Forum Optikseminar in Teisnach Klebeseminar an der Schule Vorführung Kunstaugenmacher Life-Bericht über die Schule im BR-Fernsehen Vortrag im Sozialausschuss des AGV Glas und Solar Kontaktaufnahme zur Glasschule in Bozen Jahresbericht: Zeigt umfangreiche Aktivitäten von Schule und Förderverein. Arberklausur: Zwei Klausuren am Arber und auf der Mooshütte, Nachklang zur externen Evaluation, interne Schulentwicklung mit den Themen Lernfeld und Produktgestalter. Meisterkurse: 2010 IHK- Meisterkurs von Januar bis Juni. 10

11 2010 Handwerksmeisterkurs auf Anregung der Schule mit der HWK mit 10 Teilnehmern. Schüleraustausch: Im Herbst wieder 6 Schüler mit der Partnerschule in Zelezny Brod für zwei Wochen ausgetauscht. Schwierige Situation an der Partnerschule. Tag der offenen Tür: 09. April in guter Atmosphäre. Schülerpraktika: Zahlreiche Schüler konnten Praktika oder Workshops in den Ferien absolvieren. Wichtig, dass sie Betriebsluft spüren. Ausblick: Handlungsorientierung weiter vertiefen und ausbauen. Ziel QmbS-Schule zu werden um Prozessqualität zu erhöhen. Spannend wird die Entwicklung der Schülerzahlen durch demographischen Einfluss und die Ausbildungssituation in der Glasindustrie. Integration des Produktgestalters in die Fachschule für Glas Start für 2012 geplant. Dank: An die Vorstands- und Beiratsmitglieder für die gute und freundschaftliche Zusammenarbeit. 4. Entlastung: Herr Reber beantragt die Entlastung des Vorstandes einstimmig erteilt. 5. Rückblick Ausstellungen und Messen: Glasstec in Düsseldorf, Erfolgreiche Messe mit kostenfreiem Stand Kontakt- und Imagebörse ersten Ranges. Aktion mit Düsseldorfer Grundschülern. Macef in Mailand IHM München, Gute Werbung für das Glas, die Region und die Schule. Frankfurter Frühjahrsmesse als Verkaufsmesse, Regionalausstellungen in Zwiesel, Frauenau und Riedenburg, Berufswahltage in Regen, Deggendorf und Passau. 40 Jahre Nationalpark Bayerischer Wald, Glas im Garten in Munster, Planung Prozessleiter: M. Horina gibt Überblick über den Stand der Planungen. Termin Oktober Aktueller Stand der Technikerschule: M. Horina erläutert die aktuelle Klassenzusammensetzung und gibt eine Übersicht über die Sparten der Glasindustrie aus denen die Technikerstudenten kommen. Er gibt einen Überblick über die Projektarbeiten der Techniker. 8. Homepage Glasfachschule: H. Wudy erläutert die Struktur der neuen Homepage für die Schule und den Förderverein und zeigt die Internetseite in Auszügen. 9. Wünsche und Anträge: Dr. Hartel spricht die demografische Entwicklung als großes Zukunftsthema an und möchte es in das Kolloquium 2012 integrieren. H. Zimmermann fordert neue Modelle zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. T. Poxleitner sieht Notwendigkeit der Imageverbesserung der Glasunternehmen. M. Horina sieht die Notwendigkeit die attraktiven Glasberufe stärker in die Öffentlichkeit zu bringen. W. Steger schlägt vor, die Firmenvorstände anzuschreiben, den Jahresbericht zu verschicken, um neue Mitglieder zu erreichen. Werbung in Firmenzeitschriften für die Technikerschule zu schalten. Dr. Hartel beendet die Mitgliederversammlung um Uhr. Anschließend findet der Hüttenabend statt. Schriftführer H. Wudy 11

12 Personalnachrichten Juli 2011 Verabschiedung Peter Allgaier, Jürgen Bauer, Hans-Georg Theuerjahr, Wilfried Wagner Sept Gertraud Tomaschko in pädagogischer Ausbildung Ragnar Theuerjahr fest angestellt neue nebenamtliche Lehrkraft für kath. Religion Wilhelm Schödlbauer Okt Thomas Böhme fest angestellt K. Rössl 12

13 Nachruf für Landrat Heinz Wölfl Wir trauern um unseren Landrat Heinz Wölfl. Sein tragischer Tod im August 2011 hat uns tief erschüttert. Landrat Heinz Wölfl zeichnete für die Sachträgerschaft der Glasfachschule verantwortlich und hat uns in hohem Maße gefördert, gleichzeitig aber auch hohe Ansprüche an die Schule gestellt. Neben den vielen für die Region bedeutenden und erfolgreichen Projekten, die er angestoßen hat, war ihm das Glas in besonderer Weise wichtig. Die Glaskultur hat unsere Region über Jahrhunderte wirtschaftlich getragen und die Identität des Bayerischen Waldes ganz wesentlich geprägt. Landrat Wölfl war als Botschafter der Region auch immer ein Botschafter für das Glas. Mit seinem Engagement hat er in der langjährigen Amtszeit dazu beigetragen, dass diese Identität nicht verloren geht. Er hat sich dafür eingesetzt, dass Glasindustrie, Glashandwerk und auch der künstlerische Sektor eine Zukunft haben. Der Glasfachschule Zwiesel galt sein besonderes Engagement, das weit über seine Verantwortung als Sachträger hinaus ging. Durch seine persönliche Unterstützung und die finanzielle Förderung des Landkreises konnte sich unsere Schule baulich und ausstattungsmäßig modernisieren und zu einem auch international beachteten Kompetenzzentrum für die Ausbildung im Glas und der Optik entwickeln. Er hat bei vielen überregionalen Anlässen das Glas der Region einbezogen und immer wieder die Bedeutung der Schule an sich und für die Region herausgestellt. Die zukunftssichernde Modernisierung der Glasfachschule Zwiesel wird immer mit seinem Namen in Verbindung bleiben. Hans Wudy, Schulleiter 13

14 Wieder zurück in Zwiesel Angefangen hat alles in Deggendorf, als ich am das Licht der Welt erblickt habe. Schnell merkte ich, dass es Stoffe gibt, welche zwar das Licht passieren ließen, mich aber nicht! Autsch!!! Aber nicht nur das hat meine Neugierde für Glas geweckt! Vielmehr bin ich von Anfang an mit dem Werkstoff stark in Berührung gekommen. In meinem Elternhaus gab es Unmengen an Glas und manchen Glasbestand konnte ich in jungen Jahren erfolgreich dezimieren. Mein Vater fand das meistens nicht so lustig, war er doch Hauptverantwortlicher für die Glasmassen im Haus! Nichts desto trotz, war mein Vater der ausschlaggebende Punkt, der mich an die Glasfachschule führte. So lernte ich den Beruf des Glasapparatebauers. Nach abgeschlossener Berufsausbildung wollte ich unbedingt die Ausbildung zum staatlich geprüften Glashüttentechniker machen. Aufgrund mangelnder Berufserfahrung konnte ich aber zu der Zeit kein Techniker werden und so entschied ich mich dazu, meine Berufserfahrung in Form einer zweiten Lehre zu erweitern. So begann ich in der Nähe von Augsburg mit der Ausbildung zum Flachglasmechaniker und beendete diese erfolgreich in Plattling. Zur Berufsschule musste ich zu meinem Leid nach Zwiesel. Nicht wegen der Schule und auch nicht wegen Zwiesel, aber wer will schon seinen Vater als Lehrer haben? Und so kam es, dass ich von meinem Vater unterrichtet wurde! Ich glaube, dass wir beide froh waren, als ich meinen Gesellenbrief erhalten habe. Endlich konnte ich die Ausbildung zum Techniker antreten und zwei Jahre später das Zeugnis als Staatlich geprüfter Glashüttentechniker in den Händen halten. weil es dort keine Berge gibt. Zu meinem Glück handelte es sich dabei um einen der größten Flachglasbetriebe der Welt und so organisierte mir der Personalleiter der Firma ein Vorstellungsgespräch in Bischofshofen in Österreich. Ich war mitten im Herz der Alpen und hatte zudem noch einen tollen Job in einem Flachglas verarbeitenden Betrieb mit tollen Kollegen. So war ich im Betrieb für die gesamte Technik zuständig. Ich organisierte Wartungen, reparierte Maschinen, optimierte Arbeitsabläufe, plante Maschinenanschaffungen und war für die Ausbildung der Lehrlinge zuständig. Letzteres hat mir am meisten Spaß gemacht! So fing ich an, meinen Vater und meinen Schwager (auch Lehrer an der Glasfachschule) über den Beruf des Lehrers auszuquetschen. Ein halbes Jahr später könnte ich dann die Ausbildung zum Fachlehrer in Ansbach antreten. Seit diesem Schuljahr bin ich nun als ausgebildeter Fachlehrer an der Schule tätig und bin froh, den Schritt gemacht zu haben. Und so blicke ich als jüngstes Mitglied des Lehrerkollegiums optimistisch in die Zukunft und freue mich auf die nächsten 39 Jahre!!! Ragnar Theuerjahr So fing ich an Bewerbungen zu schreiben. Allerdings gab es für mich, bedingt durch mein Hobby, eine Auflage und das bedeutete: bewerbe dich nicht im Norden Deutschlands! Da kann man nicht klettern und so staunte mein späterer Arbeitgeber nicht schlecht, als ich ihm im Bewerbungsgespräch erklärte, dass ich die Stelle, die er mir gerade anbietet, nicht haben will, 14

15 Abschied vom Berufsleben an der Glasfachschule Am Montag, dem 25. Juli 2011 wurden an der Glasfachschule gleich vier Kollegen aus der Schulmannschaft in den Ruhestand verabschiedet. Die Schulhütte bot, wie immer bei solchen Anlässen, einen würdigen Rahmen für das Abschiedsfest. Cosmas und Damian Fruth sorgten mit ihrer Musik für angenehme Unterhaltung aktueller und ehemaliger Kollegen. Schulleiter Hans Wudy würdigte die Leistung von Fachoberlehrer Wilfried Wagner, der 35 Jahre für die Gravurausbildung an der Berufsfachschule verantwortlich war. Du genießt ein hohes Maß an Anerkennung als Mensch, als Graveur und als Sportler und warst immer bestrebt die Schüler nicht nur fachlich sondern auch charakterlich zu fördern, so der Schulleiter. Kollege Gunther Fruth brachte in seiner ganz persönlichen Laudatio zum Ausdruck, dass Wagner für ihn zum Vorbild und Mentor im Sport und in der Schule wurde. Wilfried Wagner wechselt in die Freistellungsphase der Altersteilzeit. Schulleiter-Stellvertreter Erwin Donnerbauer bedankte sich bei Fachoberlehrer Peter Allgaier für 33 Jahre engagierte Lehr- und Prüfungstätigkeit im Fachbereich Optik an der Berufsschule. Er skizzierte Allgaier als Lehrer mit fundiertem handwerklichem Können, mit großer Beständigkeit und allseitiger Verlässlichkeit. Peter Allgaier bringt 50 Jahre Erfahrung als Feinoptiker in die Waagschale. Ebenfalls 33 Jahre im Lehramt arbeitete Fachoberlehrer Hans-Georg Theuerjahr erfolgreich an der Schule. Donnerbauer stellte die Flachglasmechanik und Flachglasveredelung als seine wesentlichen Tätigkeitsfelder heraus, in denen er auch in Prüfungskommissionen und im Lehrplanausschuss aktiv tätig war. Dem Fach Stilgeschichte gehörte seine besondere Vorliebe, die er durch viele Bildungsreisen zu historischen Kulturstätten des Glases vertiefte. Schließlich verabschiedete Schulleiter Hans Wudy Jürgen Bauer in den wohlverdienten Ruhestand. Er war 23 Jahre für die Nachverarbeitung in der Manufaktur verantwortlich und gab den Arbeiten der Glasmacher den letzten Schliff. Kollegial und mit innerer Zufriedenheit haben Sie diese Aufgabe wahrgenommen, so Wudy. Gemeinsam mit den Personalräten Eduard Mühlehner und Robert Wölfl wurden Glasgeschenke an die künftigen Ruheständler übergeben. Alle haben einen wesentlichen Teil ihres Berufslebens an der Glasfachschule verbracht, waren bedeutende Akteure der Kernmannschaft der Schule und werden deutliche Lücken im Kollegium hinterlassen. v.l. J. Bauer, W. Wagner, P. Allgaier, H.-G. Theuerjahr, E. Donnerbauer, H. Wudy 15

16 Paidagogos der Fachschulgeist Die Aufgaben eines Lehrers? früher In der heutigen Zeit sind Aufgaben und Anforderungen des Lehrers nicht mehr klar definiert. Es gibt unzählige sich widersprechende Ansichten und Standpunkte darüber, wo der Verantwortungsbereich anfangen bzw. wo er enden sollte. Und es gibt wohl keinen Beruf, an den die Gesellschaft so unterschiedliche Erwartungen stellt, wie an den Beruf des Lehrers. Der Lehrer findet sich stets zwischen verschiedenen Interessengruppen. Die einzelnen Gruppierungen wie Politik, Medien, Eltern, Schüler und natürlich auch die Lehrer selbst haben hier divergierende Vorstellungen, doch selbst innerhalb einer Gruppe ist man sich keineswegs einig. So kommt dann ein oftmals recht verblendetes Bild vom Lehrer zustande: Ein Lehrer, welcher immer gut gelaunt ist, der Spaß und Abwechslung im Unterricht verbreitet, der also Edutainment in den Ausprägungen Teach-Tale-Tainment, Tooltainment, Skilltainment, Simtainment und Infotainment betreibt. Zudem soll er gerecht sein, der Lehrer, und zugleich menschlich und nachsichtig, straff soll er führen, doch taktvoll auf jeden Schüler eingehen, Begabungen wecken, Erziehungsdefizite ausgleichen, Suchtprophylaxe und Aids-Aufklärung betreiben, auf jeden Fall lernfeldorientiert arbeiten, wobei hochbegabte Schüler gleichermaßen zu berücksichtigen sind wie begriffsstutzige. Mit einem Satz, wie Prof. Dr. Müller Limmroth sagt: Der Lehrer hat die Aufgabe, eine Wandergruppe mit Spitzensportlern und Behinderten bei Nebel und Sturm durch unwegsames Gelände in nord-südlicher Richtung zu führen, und zwar so, dass alle bei bester Laune und möglichst gleichzeitig an drei verschiedenen Zielorten ankommen. Wenigstens im Jahr des Lehrers mit einem von der UNESCO extra ausgelobten Welttag des Lehrers - was ja doch auch eine gewisse Anerkennung für den Lehrer-Berufsstand ausdrücken soll - könnte der geneigte Leser einmal über die wirklichen Aufgaben eines Lehrers nachdenken. Euer Paidagogos 16

17 Schulentwicklung... der rote ins 2. Jahrhundert der Glasfachschule Zwiesel mehr wir - weniger die Vielleicht stellt sich beim Lesen dieser Titelzeile für viele die Frage: was ist damit für unsere Schule gemeint? Wer kann sich hier angesprochen fühlen? Dazu ein paar Gedanken vom Schulentwicklungskoordinator, Gedanken, die mich in der persönlichen Rückschau auf das vergangene Jahr mit einer positiven Stimmung erfüllen! Schulentwicklungsprozesse sollten vor allem durch das Wirken aus einer gesunden Gemeinschaft heraus getragen sein, mit einem umfangreichen Teamgeist erfüllt sein! In ihr ist jeder wichtig, muss jeder gehört werden. Nur wenn dies in ausreichendem Maße und vor allem in allen Strukturen, vom Hausmeister über die Verwaltung, die Angestellten, dem Lehrerkollegium bis hin zur Schulleitung, vorhanden ist, kann sich eine Schule ausgewogen weiter entwickeln. Alleingänge hingegen führen meist ins Abseits, sie können von kurzen Erfolgsgefühlen genährt sein, Nachhaltigkeit weit über das schnelllebige Treiben eines Schuljahres hinweg werden sie dabei aber nie erreichen. Sie sind der Überlebensfähigkeit eines Schulgebildes nur hinderlich! - gemeinsam für unsere Schule Fortschritte erzielen Für diesen Leitgedanken möchte ich im Ausblick auf unser zukünftiges Handeln die ganze Mannschaft der Glasfachschule noch bewusster einschwören. Nur so wird das Herz unserer Schule nicht aufhören zu schlagen, nur so wird der Leitsatz, "Schulentwicklung... der rote Faden ins 2. Jahrhundert der Glasfachschule" seinen Inhalt erfüllen. Fortschritte in der Schulausrichtung, Fortschritte im pädagogischen Begleiten junger Menschen und Fortschritte für den Schulalltag sind immer wichtig. Dabei scheint es ein alltägliches Zeichen menschlichen Miteinanders zu sein, dass man als einzelner manches Thema in unserem vielschichtigen Schulprozess mit Abstand betrachtet. Oft geht man dabei lieber einen Schritt zurück, als dass man den hilfreichen Schritt nach vorne wagt. Große Anforderungen haben uns bereits erreicht. Denken wir nur an die zunehmende Komplexität der Ausbildungsangebote und die große Zahl der individuellen Schülerbetreuungen in zusammengefassten Klassen. Oder auch die "Werbeabteilung", die zum Thema Glas und Schule vielfältigste Konzeptplanungen und Messeauftritte ausführt! Extreme Belastungen sind bei all diesen Themen für das kleine Kollegium oftmals zu spüren. So ist der Blick auf das gemeinschaftliche Handeln immer wichtiger. Nur als eng vernetztes und ineinander greifendes Gebilde können wir diesen Anforderungen standhalten. Blicke ich auf das letzte Kalenderjahr zurück, so sind mir drei Ereignisse neben den strukturellen Themen wie Start der neuen Gestalter-Ausbildung Produktdesign oder die Umstrukturierung von Lehrplänen in Lernfelder und Lernsituationen als besonders positives Zeichen für einen gesunden Schulentwicklungsprozess in Erinnerung geblieben: 1. Unser Auftritt im März auf der IHM in München. Viele Kompetenzbereiche an unserer Schule haben sich in der darauf nötigen Vorbereitung zusammengeschlossen. So ist ein tragendes und vor allem beim Publikum und den Messeverantwortlichen in München begeistert aufgenommenes "Gesamtgebilde" als Werbung für die Marke "Glas - Bayerischer Wald" und die Glasfachschule entstanden. Der dabei intern vollbrachte Schulterschluss mit Angestellten, Schülern, Fachlehrern, Gestaltungslehrern und Schulleiter Hans Wudy war bestes Indiz für eine lebendige Schulentwicklung. 2. Im Juni fand auf Einladung von Schulentwicklung und Schulleitung eine Informationsveranstaltung zum Thema "QmbS, Qualitätsmanagement an beruflichen Schulen was verbirgt sich dahinter?" statt. Dabei war der Großteil der gesamten Schulmannschaft anwesend, der damit zeigte, wie wichtig ihm das gemeinschaftliche Handeln an unserer Schule ist. Nachdem die Inhalte von QmbS mit dem Hinweis, dass es sich dabei um ein Hilfsmittel für bessere Strukturen von Entwicklungsprozessen an Schulen handle, ausführlich erläutert wurden, fand über die Bewerbung hierzu eine Abstimmung statt. Die- 17

18 Schulentwicklung... der rote ins 2. Jahrhundert der Glasfachschule Zwiesel se zeigte durch das ohne Gegenstimmen beschlossene Quorum eine überzeugende Geschlossenheit unseres Teams. 3. Im November organisierte die Schulentwicklung eine Exkursion nach Coburg zur Historischen Glassammlung auf der Feste Coburg und zum Europäischen Museum für Glas in der Rosenau. Die weite Fahrt fand im Rahmen des "Pädagogischen Tages" und als eine Art "Betriebsausflug" statt. Der Aspekt der Weiterbildung zum Thema "gestaltetes Glas" weckte großes Interesse und das Gemeinschaftserlebnis des langen gemeinsamen Tages erfüllte dabei alle Teilnehmer Freude. In diesem kleinen persönlichen Rückblick hoffe ich ein wenig aufgezeigt zu haben, dass Schulentwicklung an der Glasfachschule kein lebloser, sondern ein durch und durch mit Bewegung erfüllter Prozess ist. Wir stehen also für mehr wir und weniger die. Für die Zukunft möchte ich alle aus dem Glasfachschule-Team einladen, vielleicht noch ein bisschen mehr unter dem Leitsatz " mehr, wir bewegen etwas für die Schule, als weniger, die tun " zu handeln und unseren Teamgeist weiter zu vertiefen. Als Koordinator möchte ich allen Beteiligten an diesem Prozess großen Dank aussprechen. Danke für das gezeigte Engagement und die Unterstützung unserer Arbeit. Gunther Fruth Dr. S. Hauschke begrüßte das ganze Glasfachschule-Team im Europäischen Museum für Glas in Coburg 17

19 Neue Ausbildung für Gestaltung - Produktdesign mit Schwerpunkt Glas Die neu konzipierte Aus- und Weiterbildung für Produktdesign richtet sich an junge Menschen mit mindestens mittlerem Schulabschluss und Ambitionen für die handwerkliche und industrielle Produktgestaltung mit dem Schwerpunkt Glas. Im Vordergrund der Neukonzeption der Ausbildung steht das Design von Geschmacksgütern (z. B. Produkte aus dem Ess- und Wohnbereich) und Verpackungsglas. Weitere Schwerpunkte sind Glas im Innen- und Außenbereich und auch der künstlerische bzw. kunsthandwerkliche Sektor. Glas nimmt in all diesen Bereichen einen großen Raum ein. Neben den Fassaden wird auch in der Innenarchitektur und im Innenausbau heute deutlich mehr Glas verbaut als früher. Die Schule möchte hier durch kreative Leistungen der Designer die individuelle Gestaltung von Float- bzw. Fensterglas in den Vordergrund stellen und Impulse nach außen geben. Attraktive Lösungsansätze bieten Fusing- und Pate de verre- techniken. Bei attraktiven Raum- und Objektbeleuchtungen ist Glas nach wie vor unverzichtbar. Lebensmittelverpackungen aus Glas werden nicht nur aus gesundheitlichen Gründen geschätzt sondern punkten auch mit der ureigenen ästhetischen Wertigkeit des Materials. Glas in Verbindung und Verknüpfung mit anderen Werkstoffen schafft neue Produktpersönlichkeiten. Entsprechend wichtig sind gut ausgebildete Designer, die über das notwendige Werkstoffwissen aber auch über handwerkliche Grundkenntnisse und eine entsprechende gestalterische Profession verfügen. Wer mit Glas gestaltet, sollte wissen was Glas kann. Moderne Fertigungstechnologien und gutes Design sind entscheidende Faktoren zur Sicherung von Produktionsstandorten im Land. Darüber hinaus sollten Designer in der Lage sein, sich verändernde Lebensgewohnheiten und daraus resultierende Ansprüche zu erkennen und in entsprechende Produkte umzusetzen. Die Glasfachschule Zwiesel verfügt über eine breite Fach- und Gestaltungskompetenz in der Lehrerschaft und über moderne und umfassende Ver- und Bearbeitungsmöglichkeiten von Hohl- und Flachglas. Die schuleigene Manufaktur ermöglicht eine schnelle Umsetzung von Konzepten im Heißglasbereich. Die projektorientierte Zusammenarbeit mit Firmen und Institutionen sowie die Beteiligung an Wettbewerben unterstützt eine praxis- und handlungsorientierte Ausbildung am Kompetenzzentrum für Glas und Optik in Zwiesel. Die Aus- und Weiterbildung für Produktdesign qualifiziert für Tätigkeiten in Entwicklungsabteilungen von Unternehmen, in Design- und Architekturbüros, in kreativen Glasereien oder in der freien und angewandten Kunst. 19

20 Ausbildung an der Berufsfachschule 2 Jahre Eingangsvoraussetzung: Mittlerer Schulabschluss Inhalte: Grundlagen der praktischen Glasbearbeitung Einführung in den handwerklichen Gestaltungsprozess Handwerkliche Produktgestaltung Abschluss Staatl. gepr. Assistent/in - Produktdesign Glas Weiterbildung an der Fachschule - 2 Jahre Eingangsvoraussetzungen: abgeschlossene zwei oder dreijährige einschlägige Berufsausbildung und ein einjähriges Praktikum. (Betriebspraktikum oder gelenktes Praktikum an der Schule). Inhalte: Einführung in den industriellen Gestaltungsprozess Glas in Innenarchitektur und Architektur Individuelle Projekte der handwerklichen und Industriellen Produktgestaltung Abschlussprojekt Abschluss Franziska Wheber Staatlich gepr. Glastechniker/in Produktdesign mit fachgebundener Fachhochschulreife Andrea Lippl 19

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