Verfahren zur Erhebung und Dokumentation von informell erworbenen Kompetenzen

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1 Verfahren zur Erhebung und Dokumentation von informell erworbenen Kompetenzen Herbert Rüb, INBAS GmbH Inhalte des Beitrags Zielsetzung Adressaten Charakteristik des Verfahrens Kernelemente des Instrumentariums Erhebung der Kompetenzdimensionen Ablauf-Übersicht Systematik des Verfahrens Test des Instrumentarium - Praxiserprobung Grenzen des Verfahrens Vorteile des Verfahrens: Zusammenfassung 1

2 Zielsetzung Systematische Erhebung informell erworbener Kompetenzen durch strukturierte Fremd- und Eigeneinschätzung Differenzierte Dokumentation der festgestellten Kompetenzen Kompetenzbilanzierung und Aufzeigen von Perspektiven Zertifizierung der konsensual festgestellten Kompetenzen durch die Berater/innen Adressaten Arbeitslose (junge) Erwachsene mit Ausbildungs- oder Arbeitserfahrung (20 Jahre und älter) Beschäftigte in Unternehmen 2

3 Charakteristik des Verfahrens Strukturierter Verfahrensaufbau: Kombination kontrollierter Selbsteinschätzung, strukturierter Fremdeinschätzung und Reflexion sowie anschließender Zertifizierung mit Perspektiveneinschätzung. Das Instrumentarium gesprächsbasiert, ohne handlungsorientierte Verfahrenselemente. Breites Kompetenzspektrum: Einbezug personaler, methodischer, fachlicher und überfachliche informell erworbener Kompetenzen sowie formeller Qualifikationen. Bisheriges Referenzsystem für die beruflichen Anforderungsprofile: BERUFENET. Arbeitsmarktbezug: Kompetenzprofil wird unter dem Gesichtspunkt der arbeitsmarktlichen Verwertbarkeit erstellt. Der Perspektivbogen stellt eine Entscheidungsgrundlage für die individuelle berufliche Wegeplanung dar. Geringer Zeitaufwand: Insgesamt ca. 4 Stunden, mit Zwischenetappen flexibel umsetzbar. Kernelemente des Instrumentariums Gesprächsleitfaden zur Erhebung informell erworbener Kompetenzen, inkl. der Kriterien zur Bewertung (Bewertungsanker); Standardisierter Fragebogen für Beratungskunden zu Personalen Kompetenzen und Methoden-Kompetenzen; Leitfaden für Beratungskunden zur Erarbeitung eines individuellen Kompetenzprotokolls fachlicher und fachübergreifender Kompetenzen; Erfassungsbogen für die Bewertung der informell erworbenen Kompetenzen auf Gesprächsbasis; Beispiele zum Kompetenzprofil und zu den Perspektivbögen. 3

4 Erhebung der Kompetenzdimensionen Dimensionen Personale Kompetenzen Fachkompetenzen Methodenkompetenzen Erhebungsart Fremdeinschätzung und Selbsteinschätzung Fremdeinschätzung und Selbsteinschätzung Selbsteinschätzung und spätere Nachfragen durch Berater/in Erhebung mittels Gesprächsleitfaden und Fragebogen für Beratungskunden Gesprächsleitfaden und Fragebogen für Beratungskunden Leitfaden für Beratungskunden, Auszug und Beratungsgespräch Fachübergreifen de Kompetenzen Selbsteinschätzung und spätere Nachfragen durch Berater/in Leitfaden für Beratungskunden, Auszug und Beratungsgespräch Formelle Kompetenzen Nachweis über Zertifikate Kompetenzdimension: Personale Kompetenzen Verantwortungsübernahme Selbständigkeit Leistungsmotivation Belastbarkeit Frustrationstoleranz Kommunikationsfähigkeit Kooperationsbereitschaft + Teamfähigkeit Ordentlichkeit + Zuverlässigkeit 4

5 Kompetenzdimension: Methoden-Kompetenzen Innovationsfähigkeit Konzeptionelle Fähigkeiten Erkennen von Zusammenhängen Informationsgewinnung und -strukturierung Organisatorische Fähigkeiten (Zeit- und Selbstmanagement) Analysefähigkeit Dienstleistungsorientierung Lernbereitschaft Konfliktfähigkeit Flexibilität Bewerbungskompetenz / Präsentationsfähigkeit Kompetenzdimension: Fachkompetenzen Gesprächsergebnis aus dem Abgleich Leitfaden für Beratungskunden, Auszug BERUFENET, Beratung 5

6 Kompetenzdimension: Fachübergreifende K. Gesprächsergebnis aus dem Abgleich Leitfaden für Beratungskunden, Auszug BERUFENET, Beratung. Beispiele: IT-Kompetenzen, Sprachen Kompetenzdimension: Formelle Qualifikationen Nachweise über Schulabschlüsse, Qualifizierungsbausteine/Module Berufsabschlüsse, Fortbildungszertifikate 6

7 Ablauf-Übersicht 1. Erstgespräch Dauer: ca. 75 Minuten 2. Bewertung durch die/den Berater/in: Dauer: ca. 15 Minuten 3. Eigenarbeit der Beratungskundin/des Beratungskunden 4. Zweitgespräch Dauer: ca. 75 Minuten 5. Erstellung des Perspektivbogens bzw. des Kompetenzprofils durch die/den Berater/in Dauer: ca. 45 Minuten Drittgespräch (optional) Dauer: ca. 15 Minuten Systematik des Verfahrens Strukturiertes Erstgespräch zu informell erworbenen Kompetenzen Berater/in: Bewertungen anhand der Bewertungsanker Vergegenwärtigung der fachlichen und überfachlichen Kompetenzen Berater/in: Erstellung des Perspektivbogens bzw. des Kompetenzprofils Beratungskundin/Beratungskunde: Bewertungen anhand des Fragebogens zu personalen und Methodenkompetenzen Leitfaden zu fachlichen und überfachlichen Kompetenzen; Zertifikate über formelle Qualifikationen Zweitgespräch Abgleich der Ergebnisse anhand des Erfassungsbogens, Analyse der fachlichen und überfachlichen Kompetenzen, Aufnahme der formellen Qualifikationen Drittgespräch (optional) Erläuterung/ Übergabe des Kompetenzprofils bzw. des Perspektivbogens 7

8 Test des Instrumentarium - Praxiserprobung Entwicklung mit Erprobung 2005/2006, 2006/2007 Überarbeitung 2007: Test des Instrumentarium in zwei zeitlich getrennten Durchgängen bei einem Bildungsdienstleister mit SGB II-Kunden und in Weiterbildungsberatungsstellen 2007: Beteiligt waren insgesamt 9 Berater/innen, die das Instrumentarium in insgesamt 23 Beratungsfällen erprobt haben. Im Gesamtergebnis halten die Berater/innen das Verfahren für geeignet, informell erworbene Kompetenzen zu erheben, die Kompetenzen zu bewerten, die Kompetenzen mit der/dem Beratungskund/in/en konsensorientiert zu erörtern, die Kompetenzen zu dokumentieren und zu zertifizieren. Grenzen des Verfahrens Erfordert kompetente/geschulte Berater/innen oder Personalverantwortliche Kein handlungsorientierte Ansatz, daher weniger für Jugendliche im Übergang Schule-Beruf geeignet Sprachbasiert, daher gute Sprachverständnis in Deutsch muss vorliegen. 8

9 Vorteile des Verfahrens: Zusammenfassung Für Beschäftigte und Arbeitslose geeignet Strukturiertes, erprobtes Verfahren Geringes Zeitbudget erforderlich Basiert auf Fremd- und Eigenschätzung Aktivierung der Beratungskunden/Mitarbeiter/innen Drei Ergebnisse: Kompetenzbilanzierung, Zertifizierung und Perspektiveneinschätzung Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 9

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