WER INTENSIV ERLEBEN WILL HÄLT SICH FERN VON ALKOHOL

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1 1 ALKOHOL MACHT KAPUTT WER INTENSIV ERLEBEN WILL HÄLT SICH FERN VON ALKOHOL Als Zellgift greift Alkohol den Körper an Alkohol dringt über die Schleimhäute im Magen und Darm in die Blutbahn. So verteilt er sich im ganzen Körper. Vor allem wirkt er auf das Gehirn ein, das das Bewusstsein und die Gefühle des Menschen steuert. Er kann zunächst anregen, wirkt dann aber entgegengesetzt und betäubt. Wer getrunken hat kann schlechter sehen, sich schlechter konzentrieren und seine Bewegungen schlechter kontrollieren. Bei etwa einem Promille Blutalkohol reagiert der Körper mit Störungen: Das Gleichgewicht halten und Sprechen funktioniert nicht mehr wie im nüchternen Normalzustand. Bei zwei Promille werden die Störungen noch stärker: Das Gedächtnis setzt aus und die Orientierung geht verloren. Wer noch mehr trinkt, verliert sich im Vollrausch und droht zusammenzubrechen. Eine Alkoholvergiftung kann dann tödlich sein. Was passiert im Körper unter Einfluss von Alkohol? Wenn Alkohol in der Blutbahn zirkuliert, ist die Leber das Organ, das ihn zu 97 % abbauen muss. Denn nur ein sehr geringer Teil des Alkohols wird über den Atem, die Haut und den Stoffwechsel ausgeschieden. Bei erwachsenen Menschen braucht die Leber 1 bis 1,5 Stunden, um 10 bis 12 Gramm reinen Alkohol abzubauen. Das entspricht der Menge, die ein Glas Bier (0,3 l) enthält. Bei drei Gläsern Bier dauert es mindestens 4,5 Stunden, um wieder ganz nüchtern zu werden. Schneller kann die Leber Alkohol nicht verarbeiten. Auch das Trinken von Wasser, Kaffee, viel Bewegung oder eine kalte Dusche beschleunigen diesen Prozess nicht. Neben allen anderen Organen ist somit vor allem die Leber die Leidtragende, wenn Alkohol in den Körper gelangt. Folgen von übermäßigem Konsum können Leberschwellung, Leberverfettung und ein bleibender Leberschaden (Leberzirrhose) sein. Besonders anfällig für Schädigungen durch Alkohol ist die Leber von Frauen. Denn diese baut hormonell bedingt Alkohol langsamer ab. Darüber hinaus erhöht übermäßiger Alkoholkonsum aber auch das Krebsrisiko und beschädigt das Gehirn, das Herz und die Blutgefäße. Dass das Trinken von zum Beispiel einem täglichen Glas Rotwein gut für das Herz und gesund sei, stimmt so nicht und erhöht gleichzeitig das Risiko für andere Erkrankungen. Wer also etwas für sein Herz und seine Gesundheit tun will, treibt Sport und ernährt sich gesund denn das hilft wirklich.

2 Seite 2/19 Wie viel Alkohol verträgt der Körper? Erwachsene Männer sollten am Tag nicht mehr als 24 Gramm reinen Alkohol zu sich nehmen, Frauen nicht mehr als 12 Gramm. 12 Gramm entsprechen einem Glas Wein (0,125 l) oder einem Glas Bier (0,3 l). Mindestens zwei Tage die Woche sollten außerdem alkoholfrei bleiben. Denn täglicher Konsum bedeutet immer Gewöhnung, die sich zu einer Abhängigkeit entwickeln kann. Wichtig zu wissen: Die oben genannten Werte gelten nur für völlig gesunde, erwachsene Menschen. Denn das Gehirn von Jugendlichen entwickelt sich noch bis zum 20. Lebensjahr und ist während dieser Phase besonders anfällig für Schädigungen durch Alkohol. Jugendliche konsumieren deshalb nie ohne Risiko unabhängig von der Menge. 2 ALKOHOL UND SEX ALKOHOL IST KEIN SEXPERTE Alkohol ist kein SExperte Alkohol betäubt das Gehirn. Dass er dadurch auch enthemmt, ist die eine Sache. Manchen fällt es dann leichter, auf andere zuzugehen. Die andere Sache ist aber, dass schnell Dinge passieren, die man im nüchternen Zustand niemals machen würde. Zum Beispiel mit jemandem im Bett landen, dem man nicht vertraut oder der gar nicht anziehend ist. Manche haben sogar Sex, ohne sich später daran erinnern zu können. Von allen anderen Risiken mal abgesehen das Erwachen ist dann genauso stumpf, wie es die benebelten Berührungen waren. Und man hat Motten im Kopf statt Schmetterlingen im Bauch. Wer über Sex Bescheid weiß, lässt den Alkohol weg. Schlapp machen Heißer Abend oder Hängepartie? Wer trinkt, gefährdet seine Standfestigkeit. Alkohol wirft den Körper aus dem Gleichgewicht, auch hormonell. Der Testosteronspiegel von Jungs nimmt ab und es wird immer schwerer, eine Erektion und einen Orgasmus zu bekommen. Das kann ziemlich nach hinten losgehen. Bei Männern, die alkoholabhängig sind, kann Impotenz sogar zum Dauerzustand werden: Das betrifft etwa jeden Zehnten und lässt sich oft nicht mehr rückgängig machen. Null Alkohol macht den besseren Liebsten. Was trägst du nackt lieber Kondom oder Risiko? Verhütung ist das A und O, wenn es um Sex geht. Jede und jeder weiß das. Betrunkene vergessen das aber allzu schnell. Ach, das Kondom nervt doch. Alkohol erhöht die Risikobereitschaft. Doch es hat nichts mit Mut zu tun, wenn man das Kondom beim Sex weglässt. Es ist Leichtsinn, der schwere Konsequenzen haben kann. Durch ungeschützten Sex können sich im Ernstfall Krankheiten übertragen. Manchmal machen sie sich

3 Seite 3/19 nicht gleich bemerkbar, sie können einen aber richtig fertig machen. HIV zum Beispiel kann vom Immunsystem nie wieder entfernt werden und dann AIDS auslösen. Nüchtern bleiben und das Kondom nicht vergessen hat noch einen Sinn: Niemand wird ungewollt schwanger. Vergiss Alkohol und denk an Safer Sex. 3 ALKOHOL MACHT DICK WER EINE GUTE FIGUR MACHEN MÖCHTE, TRINKT ALKOHOLFREI Alkohol bringt einiges auf die Waage Alkohol macht betrunken und dick. Ein Gramm Alkohol enthält 7 Kilokalorien (kcal) und damit nur etwas weniger als ein Gramm Fett mit 9 kcal und deutlich mehr als ein Gramm Zucker mit 4 kcal. Nimmt der Körper mehr Kalorien auf, als er verbraucht, wird der Überschuss zum Beispiel durch Alkohol als Fett im Körper eingelagert. Gleichzeitig wird durch Alkohol das körpereigene Fett langsamer abgebaut und die Kilos sammeln sich. Was noch dazukommt: Alkohol macht Riesenhunger. Alkoholkalorien plus Heißhungerkalorien... da schlägt die Waage bald nach oben aus. Der Bierbauch-Effekt Wo das Fett im Körper eingelagert wird hängt unter anderem vom Geschlecht ab. Männer werden meistens um den Bauch herum dicker (Bierbauch) und Frauen vorwiegend um die Hüften (Hüftgold) und an den Oberschenkeln. Warum weckt Alkohol den Heißhunger? Alkohol stimuliert die Magenschleimhaut und regt dadurch den Appetit an. Fast-Food ist dann meistens schnell zur Hand um den Hungerimpuls zu stillen. Allerdings: Zwei alkoholhaltige Mixgetränke, dazu ein Burger und eine Portion Pommes, und die Hälfte des täglichen Kalorienbedarfs ist bereits, ganz nebenbei, aufgenommen. Getränk Inhalt Alkohol gehalt Menge reiner Alkohol Kalorien Bier Biermixgetränk Spirituosenmixgetränk 0,3 l 330 ml 275 ml 5 Vol.-% 2,5 Vol.-% 5 Vol.-% ca. 12 g ca. 7 g ca. 11 g 126 kcal 135 kcal 200 kcal Wein, Sekt Apfelschorle Mineralwasser 0,125 l 0,25 l 0,25 l 11 Vol.-% 0 Vol.-% 0 Vol.-% ca. 11 g ca. 0 g ca. 0 g 100 kcal 63 kcal 0 kcal

4 Seite 4/19 4 ALKOHOL MACHT DUMM WER SCHLAU IST UND ES BLEIBEN WILL, TRINKT KEINEN ALKOHOL Alkohol macht zum Deppen. Das Gehirn ist ein komplexes Netzwerk aus mehr als 100 Milliarden Nervenzellen. Sie verarbeiten und speichern, was der Mensch sieht, hört, schmeckt, riecht und fühlt. Und sie steuern seine Handlungen. Wenn du dich bewegst, beim Sport oder auf der Tanzfläche, dann findet ein echtes Feuerwerk in deinem Gehirn statt. Wer trinkt, erlebt das Gegenteil. Alkohol stört die Nervenzellen, so als würden sie nicht mehr dieselbe Sprache sprechen: Es fällt schwerer und schwerer, je länger jemand viel trinkt. Kurzum: Alkohol macht dumm und volle Gehirnpower geht nur mit null Alkohol. Jeder Rausch gefährdet das Gehirn und zerstört Millionen Gehirnzellen. Richtig dumm wird es, wenn das Gedächtnis ganz aussetzt. Was man wann, wo und wie getan hat keine Ahnung. Vom Abend bleiben nur noch schwarze Bilder. Wenn die Filmrisse sich häufen und jemand über mehrere Jahre ständig Alkohol trinkt, verschlechtert sich das Gedächtnis und schließlich auch die Intelligenz. Das menschliche Gehirn kann durch Alkoholkonsum bis zu 15 % schrumpfen. So ein Gehirnschaden tritt vor allem bei Alkoholikern auf. Er wird Korsakow-Syndrom genannt. Das Korsakow-Syndrom Betroffene sind nicht in der Lage, neue Gedächtnisinhalte zu speichern oder wiederzugeben. Sie können erlebte Inhalte aus der eigenen Vergangenheit nicht verarbeiten, erkennen oder wiedergeben. Lücken im Gedächtnis werden zum Teil mit erfundenen Geschichten aufgefüllt. Betroffene begreifen den Verlust der Erinnerungen nicht. Teilnahmslosigkeit und die Verwendung bedeutungsloser Inhalte beim Sprechen sind häufig damit verbunden. Das Korsakow-Syndrom wird zurückgeführt auf eine teilweise Zerstörung des Zwischenhirns und eines Teils des Gehirns, das das limbische System genannt wird.

5 Seite 5/19 5 ALKOHOL MACHT UNSPORTLICH WER INTENSIV LEBT, ÜBERLÄSST SEINE POWER NICHT DEM ALKOHOL Vor oder beim Sport Sich intensiv bewegen und seinen Lieblingssport genießen: Das geht nur ohne Alkohol. Denn Alkohol schwächt Körper und Sinne, anstatt richtig Leben zu entfachen. Er wirkt nicht leistungssteigernd, sondern im Gegenteil. Seine Nebenwirkungen halten einfach nur auf beim Durchstarten. Herz und Blutgefäße: Alkohol, selbst in geringer Menge, weitet die Blutgefäße. Das Herz braucht mehr Kraft, um das Blut durch den Körper zu pumpen. Dadurch werden die Muskeln unterversorgt. Die Sprintgeschwindigkeit nimmt nach zwei Gläsern Alkohol um 10 % ab. Daneben erhöhen sich unter Alkoholeinfluss der Pulsschlag und die Atmung. Die Folge: Die Kondition verschlechtert sich. Gehirn und Sinnesorgane: Alkohol betäubt das Gehirn. Der Körper reagiert lang sam und unkontrolliert, das Zusammenspiel der Muskeln funktioniert nicht richtig, das Gleichgewicht lässt nach und die Sehkraft nimmt ab. Das verminderte Schmerzempfinden durch Alkoholeinfluss erhöht die Verletzungsgefahr: Die natürliche Schmerzgrenze wird schnell überschritten, Risiken werden falsch eingeschätzt. Stoffwechsel und Wasserhaushalt: Der Körper benötigt Zucker (Kohlen hydrate), um Alkohol abzubauen. Genau dieser Zucker fehlt während des Sports dann den Muskeln und ihre Kraft nimmt ab. Außerdem entzieht Alkohol dem Körper Flüssigkeit. Der Wasserhaushalt nach intensivem Sport und Schwitzen kann so nicht regenerieren und die verdiente Erholung bleibt aus. Nach dem Sport Milchsäure: Bei körperlicher Anstrengung wird in den Muskeln Milchsäure gebil det. Diese kann anschließend Muskelschmerzen verursachen vor allem, wenn durch Alkoholkonsum die Milchsäure nicht richtig abgebaut wird. Das liegt daran, dass die Leber zuerst den Alkohol abbaut und die Milchsäure hintenan stellt. Mineralmangel: Mit dem zusätzlichen Verlust an Flüssigkeit durch Alkohol verliert der Körper auch wichtige Mineralstoffe. Wärmehaushalt: Der Körper kühlt nach Alkoholkonsum schneller aus. Seine Blutgefäße sind erweitert. Er fühlt sich zwar warm an allerdings ist er auch empfindlicher und unterkühlt schneller als im nüchternen Zustand.

6 Seite 6/19 6 ALKOHOLPROBLEME VON ELTERN WENN ELTERN ZU VIEL TRINKEN, GIBT ES HILFE FÜR JUGENDLICHE Die Situation ist besonders für Kinder und Jugendliche schwierig Alkoholprobleme von Eltern sind sehr schwer für die ganze Familie. Denn für Abhängige steht Alkohol im Mittelpunkt ihres Lebens. Die Sucht drängt sich so sehr in den Vordergrund, dass die Familie und geliebte Menschen gleichzeitig ins Hintertreffen geraten. Das kann für Kinder heißen, dass manches ausfällt, was sie sonst mit ihren Eltern gemeinsam machen, zum Beispiel frühstücken oder der Ausflug am Wochenende. Der Vater oder die Mutter mit Alkoholproblemen schläft dann den Rausch aus oder ist mittags schon zu betrunken. So kommt es schnell zu Familienstreit. 1. Wenn ein alkoholabhängiger Elternteil seine Familie vernachlässigt, übernehmen Kinder oft die Verantwortung. Sie kümmern sich um jüngere Geschwister und den Haushalt und haben dann kaum Zeit für ihre Haus aufgaben und ihre Freunde. Die angespannte Familiensituation belastet sie. 2. Kindern alkoholabhängiger Eltern ist es oft peinlich, Freunde mit nach Hause zu nehmen, da der Vater oder die Mutter betrunken sein könnten. 3. Eltern schämen sich oft für ihre Sucht und dass die Familie unter ihr leiden muss. Kinder alkoholabhängiger Eltern schreiben sich dann mitunter selbst die Schuld an der Situation zu, auch wenn das keineswegs zutrifft. 4. Es droht in abstinenten Phasen die Gefahr von Rückschlägen. Das erschwert die Atmosphäre zu Hause, auch wenn alkoholabhängige Eltern längere Zeit nicht trinken. 5. Dass Alkohol bei vielen Feiern und andern Anlässen unhinterfragt dazugehört, erschwert es, das Thema Alkoholabhängigkeit anzusprechen. So fällt es Kindern und Jugendlichen auch schwer, sich mit ihren Sorgen an Personen außerhalb der Familie zu wenden. Die Situation kann geändert werden Hilfe und Unterstützung von Dritten ist ein richtiger Weg. Denn Kinder verraten ihre Eltern nicht, wenn sie sich nach außen wenden und Kontakt zu Expertinnen und Experten suchen, die sich gut mit diesen Problemen auskennen. Gemeinsam mit ihnen ist die Chance, die Situation in den Griff zu bekommen, viel höher. Viele Kinder und Jugendliche sind in einer ähnlichen Situation. Es wird davon ausgegangen, dass in Deutschland in ca. 2,65 Millionen Familien (mindestens) ein Elternteil alkoholkrank ist. Um ihnen zu helfen, wurde eine ganze Reihe von Hilfs- und Beratungsangeboten für Kinder von süchtigen Eltern entwickelt.

7 Seite 7/19 Der erste Schritt ist meist der schwierigste. Deshalb ist es gut zu wissen, dass zum Beispiel die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer Beratungsstelle eine Schweigepflicht haben. Genauso Vertrauenslehrer, die ebenfalls für Kinder in schwierigen Situationen da sind. Für eine erste, anonyme Beratung oder um zu erfahren, wo eine Beratungsstelle in der Nähe des eigenen Wohnortes ist, gibt es das BZgA Infotelefon zur Suchtvorbeugung: Telefon: (Kostenpflichtig, es gilt der Preis entsprechend der Preisliste des Telefonanbieters für Gespräche in das Kölner Ortsnetz.) Eine Beratungsstelle ist auch dann die passende Adresse, wenn gar nicht so sicher ist, ob ein Elternteil ein Problem mit Alkohol hat. In einem Gespräch mit einer Expertin oder einem Experten lässt sich das dann meist gemeinsam herausfinden. 7 ALKOHOLPROBLEME IM FREUNDESKREIS WAS KANNST DU TUN, WENN FREUNDE ZU VIEL TRINKEN? Ein schwieriges Thema, aber......darüber zu sprechen, wenn Freunde Grund zur Sorge geben, ist klar. Das kann heikel sein und du musst dir Gedanken machen, wie du das am Besten angehst, ohne dass sich jemand angegriffen fühlt. Aber: Schließlich kümmern sich Freunde umeinander und wollen, dass es dem anderen gut geht. Wenn Alkohol trinken in der Clique als hip gilt, macht es die Sache nicht einfacher. Aber: Wer viel verträgt erntet viel Respekt? Irrtum! Denn derjenige hat sich nur bereits an Alkohol gewöhnt. Bei Jugendlichen, deren Organe noch bis zum 20. Lebensjahr reifen, ist das das Gegenteil von toll. Denn während dieser Phase ist besonders auch das Gehirn anfällig für Schädigungen durch Alkohol. Insofern sind deine Sorgen völlig berechtigt, wenn dein Freund oder deine Freundin zu viel Alkohol trinkt. Woran erkennst du, ob deine Freundin/dein Freund zu viel trinkt? Wenn jemand unter 16 Jahren Alkohol trinkt Jeder Alkoholkonsum ist für Jugendliche riskant. Im Jugendalter finden wichtige Umbau- und Entwicklungsprozesse im Gehirn statt Alkohol kann dabei dauerhafte Schäden anrichten. Wenn jemand häufig größere Mengen Alkohol trinkt Wer regelmäßig und dann auch noch größere Mengen trinkt, läuft Gefahr, sich schnell an Alkohol zu gewöhnen. Aus Gewohnheit wird Alkoholabhängigkeit und der Betroffene verliert mit zunehmender Bindung die Kontrolle über seinen Konsum und sein Leben.

8 Seite 8/19 Wenn jemand bei Problemen oder Stress trinkt Jeder kennt das: Ärger in der Schule oder zu Hause, Stress in der Beziehung oder in der Clique. Ob man Probleme direkt angeht oder auf die lange Bank schiebt loswerden möchte sie jeder. Was dabei keinesfalls hilft: die betäubende Wirkung von Alkohol. Denn Probleme, um die Alkohol seine nebeligen Schleier legt, bleiben Probleme. Und die können sich noch verschlimmern. Schließlich trinkt man nur sich selbst weg und läuft vor den Problemen davon. Wer das wiederholt tut, kann schnell abhängig werden und hat ein Riesenproblem, wenn er schon morgens an die nächste Betäubung denkt. Wenn jemand unter Alkoholeinfluss aggressiv wird oder sich riskant verhält Wer unter Alkoholeinfluss wiederholt Streit sucht oder andere provoziert, sollte erkennen, dass Alkohol ihn negativ beeinflusst. Kein Alkohol ist die bessere Wahl. Das gilt auch für den Straßenverkehr: Wer alkoholisiert Fahrrad oder Moped fährt, gefährdet sich selbst und andere Menschen. Wichtig zu wisssen: Wer getrunken hat, ist auch als Fußgänger gefährdet. Wenn jemand alkoholisiert bzw. mit Restalkohol im Blut zur Schule, zur Lehre oder zum Sport geht Wer so viel trinkt, dass er den nächsten Tag mit Restalkohol in Blut und Atem beginnt oder schon wieder zur Flasche greift ist, auf dem Weg in die Abhängigkeit oder in seiner Suchtentwicklung schon weit fortgeschritten. Wenn jemand einen Blackout hatte Bei einem Blackout kann sich die betreffende Person nicht mehr an Dinge erinnern, die sie unter Alkoholeinfluss erlebt und getan hat. Ein Blackout ist ein klares Zeichen für einen viel zu hohen Alkoholkonsum. Was kannst du tun? Erst einmal ist wichtig, in einer problematischen Situation für den anderen da zu sein und zuzu hören, wenn jemand zum Reden gebraucht wird. Gemeinsam Hilfe holen geht leichter: Hilfe findest du in der Familie oder in der Schule bei einem Vertrauenslehrer. Auch selbst offen und ehrlich auf betroffene Freunde zugehen und sie ansprechen ist richtig. Möglicherweise zeigen sie sich überrascht oder möchten gar nicht darüber reden. Dann gilt es, dranzubleiben und nach einer Zeit einen zweiten Versuch zu starten. Ihnen soll deutlich werden, dass du da bist und dass sie mit dir immer über alles reden können. Wer hilft weiter? Hier bei uns auf stehen alle wichtigen Infos zu den Wirkungen von Alkohol und was an ihm gefährlich ist. Du kannst die Webadresse jederzeit an Freunde weiterleiten. Um einschätzen zu können, ob und wie problematisch der Alkoholkonsum von Freunden ist, macht ein offenes Gespräch mit Fachleuten Sinn. Sie können beraten und helfen, geeignete Lösungsmöglichkeiten zu finden. Fachleute haben eine Schweigepflicht mit ihnen kann also über alles gesprochen werden. Hilfreich ist auch, wenn du deinem Freund oder deiner Freundin anbietest, zu Fachleuten mitzukommen und den Termin gemeinsam zu organisieren. Wo kannst du dich beraten lassen? Wenn du Fragen rund um die Themen Alkohol und Abhängigkeit hast oder wissen möchtest, wo eine Beratungsstelle in deiner Nähe ist, kannst du das BZgA Infotelefon zur Suchtvorbeugung anrufen Telefon: (Kostenpflichtig, es gilt der Preis entsprechend der Preisliste des Telefonanbieters für Gespräche in das Kölner Ortsnetz.)

9 Seite 9/19 Bei Schwierigkeiten und Problemen aller Art hilft auch das Kinder- und Jugendtelefon Nummer gegen Kummer. Ob die Schule Stress macht, die Eltern nerven oder dich irgendetwas anderes ärgert oder traurig macht die Beraterinnen und Berater der Nummer gegen Kummer haben ein offenes Ohr für dich Telefon: (bundesweit und kostenfrei von Festnetz und Handy; immer montags bis samstags zwischen 14 und 20 Uhr) Übrigens: Bei beiden Beratungstelefonen kannst du dich auch erst einmal ganz anonym informieren und musst nicht deinen Namen sagen, wenn du nicht willst. 8 HOCHPROZENTIGE FAKTEN AUF DEN REINEN ALKOHOL KOMMT ES AN Was ist Alkohol? Reiner Alkohol ist eine farblose, brennbare und brennend schmeckende Flüssigkeit. Die Flüssigkeit wird auch Äthylalkohol oder Ethanol genannt. Reiner Alkohol findet unter anderem Verwendung als Lösungsmittel für Fette, Harze, Farbstoffe sowie in zahlreichen Chemikalien, Arzneimitteln und Parfüms. Er wirkt desinfizierend (für die Wundbehandlung) und verhindert Fäulnisbildung (als Konservierungsmittel).»Alkohol«bezeichnet den chemischen Bestandteil aller alkoholischen Getränke, der berauscht. Der Alkoholgehalt wird in Prozent vom Volumen (Vol.-%) angegeben. Ein Alkoholgehalt von mehr als 0,5 Vol.-% muss nach dem Lebensmittelgesetz gekennzeichnet werden. Wer Alkohol trinkt, sollte beachten, wie viel reinen Alkohol er zu sich nimmt. Alkoholische Getränke wie Bier, Wein, Sekt und Schnaps unterscheiden sich in ihrem Alkoholgehalt. Schnaps zum Beispiel enthält schon in geringer Menge eine hohe Konzentration an reinem Alkohol. Nicht nur wie viel, sondern auch was man trinkt bestimmt also die Wirkung. Je höher der Gehalt an reinem Alkohol in einem Getränk, desto höher auch das Risiko, sich Schaden zuzufügen. Besonders bei Mixgetränken gilt das zu beachten. Risikoarmer Alkoholkonsum bedeutet für Männer: maximal zwei Standardgläser pro Tag (ca. 24 g reinen Alkohol). Für Frauen liegt der Richtwert bei maximal einem Standardglas pro Tag (ca. 12 g reinen Alkohol). An mindestens zwei Tagen pro Woche sollte ganz auf Alkohol verzichtet werden. Denn täglicher Konsum bedeutet immer Gewöhnung, die sich zu einer Abhängigkeit entwickeln kann.

10 Seite 10/19 Für Jugendliche gelten diese Mengen nicht. Warum? Weil sich ihr Organismus vor allem ihr Gehirn noch entwickelt. Es ist besonders anfällig für Schädigungen durch Alkohol. Jugendliche konsumieren nie risikoarm. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick darüber, wie viel reiner Alkohol sich in einer Standardmenge verschieden starker alkoholischer Getränke befindet. Getränk Inhalt Alkohol gehalt Menge Kalorien reiner Alkohol Bier Biermixgetränk Spirituosenmixgetränk 0,3 l 330 ml 275 ml 5 Vol.-% 2,5 Vol.-% 5 Vol.-% ca. 12 g ca. 7 g ca. 11 g 126 kcal 135 kcal 200 kcal Wein, Sekt 0,125 l 11 Vol.-% ca. 11 g 100 kcal Wer den Alkoholgehalt eines Getränkes errechnen will, kann das mit folgender Formel: Kleine Rechenhilfe: 0,3 l = 300 ml 4 cl = 40 ml 0,125 l = 125 ml

11 Seite 11/19 9 JUGENDSCHUTZGESETZ 4 Abs. 1, 2 4 Abs. 3 5 Abs. 1 5 Abs. 2 Geschütze Altersgruppen Gefährdungsbereiche Aufenthalt in Gaststätten Aufenthalt in Nachtbars und Nachtclubs Anwesenheit bei öffentichen Tanzveranstaltungen z. B. Disco Tanzveranstaltungen anerkannter Träger der Jugendhilfe oder bei künstl. Betätigung oder zur Brauch tumspflege 6 Anwesenheit in Spielhallen, Teilnahme an Glücksspielen 7 Anwesenheit bei ugendgefährdenden Veranstaltungen und in Betrieben 8 Aufenthalt an jugendgefährdenden Orten 9 Abgabe und Verzehr brannt weinhaltiger Getränke Abs. 1, 2 (auch alkoholische Mixgetränke oder überwiegend Branntweinhaltiger Lebensmittel) 9 Abgabe und Verzehr anderer Abs. alkoholischer Getränke 1, 2 z. B. Wein, Bier und Ähnliches 10 Abgabe und Konsum von Tabakwaren KINDER JUGENDLICHE ab 14 ab 16 Jahren ab 14 ab 16 Jahren 16 unter 18 Jahren ohne in ohne in ohne in Begleitung einer erziehungs beauftragten Person bis Uhr bis Uhr bis Uhr bis Uhr bis Uhr Ausnahmsweise erlaubt - in der Zeit zwischen 5:00 und 23 Uhr, um eine Mahlzeit oder ein Getränk einzunehmen ( 4 Abs. 1) - Ausnahmen kann die zuständige Behörde genehmigen ( 4 Abs. 4) - Ausnahmen kann die zuständige Behörde genehmigen ( 5 Abs. 3). - Ausnahmen kann die zuständige Behörde genehmigen ( 5 Abs. 3). bei Volks- und Schützenfesten, Jahrmörkten u. Ä. sofern Gewinne nur in Waren von geringem Wert bestehen ( 6 Abs. 2). Die zuständige Behörde kann durch Altersund Zeibegrenzungen sowie andere Auflagen das Verbot einschränken. Begleitung einer personensorgeberechtigten Person (Eltern/Vormund) ( 9 Abs. 2) 11 Besuch öffentlicher Filmveran stal tungen nur nach Freigabe kennzeichnung ohne Altersbeschränkung/ab 6/12/16 Jahre 12 Abgabe von Datenträgern mit Filmen oder Spielen nur nach Freigabekennzeichnung ohne Altersbeschränkung/ab 6/12/16 Jahre 13 Spielen an elektronischen Bildschirmspielgeräten ohne Gewinnmöglichkeiten nur nach Freigabe kennzeichnung ohne Altersbeschränkung/ab 6/12/16 Jahre ab 6 Jahren bis Uhr bis Uhr bis Uhr - Filme, die mit Info- o. Lehrprogramm gekennzeichnet sind ( 11 Abs. 1) - bei Filmen ab 12 J. Anwesenheit ab 6 J. in Begleitung einer personensorgeberechtigten Person (Eltern/ Vormund) Datenträger, die mit Info- o. Lehrprogramm gekennzeichnet sind ( 11 Abs. 1) Bildschirmspielgeräte, die mit Info- o. Lehrprogramm gekennzeichnet sind ( 11 Abs. 1)

12 Seite 12/19 1 Begriffsbestimmungen (1) Im Sinne dieses Gesetzes 1. sind Kinder Personen, die noch nicht 14 Jahre alt sind, 2. sind Jugendliche Personen, die 14, aber noch nicht 18 Jahre alt sind, 3. ist personensorgeberechtigte Person, wem allein oder gemeinsam mit einer anderen Person nach den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs die Personensorge zusteht, 4. ist erziehungsbeauftragte Person, jede Person über 18 Jahren, soweit sie auf Dauer oder zeitweise aufgrund einer Vereinbarung mit der personensorgeberechtigten Person Erziehungsaufgaben wahrnimmt oder soweit sie ein Kind oder eine jugendliche Person im Rahmen der Ausbildung oder der Jugendhilfe betreut. (2) Trägermedien im Sinne dieses Gesetzes sind Medien mit Texten, Bildern oder Tönen auf gegenständlichen Trägern, die zur Weitergabe geeignet, zur unmittelbaren Wahrnehmung bestimmt oder in einem Vorführ- oder Spielgerät eingebaut sind. Dem gegenständlichen Verbreiten, Überlassen, Anbieten oder Zugänglichmachen von Trägermedien steht das elektronische Verbreiten, Überlassen, Anbieten oder Zugänglichmachen gleich, soweit es sich nicht um Rundfunk im Sinne des 2 des Rundfunkstaatsvertrages handelt. (3) Telemedien im Sinne dieses Gesetzes sind Medien, die nach dem Telemediengesetz übermittelt oder zugänglich gemacht werden. Als Übermitteln oder Zugänglichmachen im Sinne von Satz 1 gilt das Bereithalten eigener oder fremder Inhalte. (4) Versandhandel im Sinne dieses Gesetzes ist jedes entgeltliche Geschäft, das im Wege der Bestellung und Übersendung einer Ware durch Postversand oder elektronischen Versand ohne persönlichen Kontakt zwischen Lieferant und Besteller oder ohne dass durch technische oder sonstige Vorkehrungen sichergestellt ist, dass kein Versand an Kinder und Jugendliche erfolgt, vollzogen wird. (5) Die Vorschriften der 2 bis 14 dieses Gesetzes gelten nicht für verheiratete Jugendliche. 2 Prüfungs- und Nachweispflicht (1) Soweit es nach diesem Gesetz auf die Begleitung durch eine erziehungsbeauftragte Person ankommt, haben die in 1 Abs. 1 Nr. 4 genannten Personen ihre Berechtigung auf Verlangen darzulegen. Veranstalter und Gewerbetreibende haben in Zweifelsfällen die Berechtigung zu überprüfen. (2) Personen, bei denen nach diesem Gesetz Altersgrenzen zu beachten sind, haben ihr Lebensalter auf Verlangen in geeigneter Weise nachzuweisen. Veranstalter und Gewerbetreibende haben in Zweifelsfällen das Lebensalter zu überprüfen. 3 Bekanntmachung der Vorschriften (1) Veranstalter und Gewerbetreibende haben die nach den 4 bis 13 für ihre Betriebseinrichtungen und Veranstaltungen geltenden Vorschriften sowie bei öffentlichen Filmveranstaltungen die Alterseinstufung von Filmen oder die Anbieterkennzeichnung nach 14 Abs. 7 durch deutlich sichtbaren und gut lesbaren Aushang bekannt zu machen. (2) Zur Bekanntmachung der Alterseinstufung von Filmen und von Film- und Spielprogrammen dürfen Veranstalter und Gewerbetreibende nur die in 14 Abs. 2 genannten Kennzeichnungen verwenden. Wer einen Film für öffentliche Filmveranstaltungen weitergibt, ist verpflichtet, den Veranstalter bei der Weitergabe auf die Alterseinstufung oder die Anbieterkennzeichnung nach 14 Abs. 7 hinzuweisen. Für Filme, Film- und Spielprogramme, die nach 14 Abs. 2 von der obersten Landesbehörde oder einer Organisation der freiwilligen Selbstkontrolle im Rahmen des Verfahrens nach 14 Abs. 6 gekennzeichnet sind, darf bei der Ankündigung oder Werbung weder auf jugendbeeinträchtigende Inhalte hingewiesen werden noch darf die Ankündigung oder Werbung in jugendbeeinträchtigender Weise erfolgen.

13 Seite 13/19 4 Gaststätten (1) Der Aufenthalt in Gaststätten darf Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren nur gestattet werden, wenn eine personensorgeberechtigte oder erziehungsbeauftragte Person sie begleitet oder wenn sie in der Zeit zwischen 5 Uhr und 23 Uhr eine Mahlzeit oder ein Getränk einnehmen. Jugendlichen ab 16 Jahren darf der Aufenthalt in Gaststätten ohne Begleitung einer personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person in der Zeit von 24 Uhr und 5 Uhr morgens nicht gestattet werden. (2) Absatz 1 gilt nicht, wenn Kinder oder Jugendliche an einer Veranstaltung eines anerkannten Trägers der Jugendhilfe teilnehmen oder sich auf Reisen befinden. (3) Der Aufenthalt in Gaststätten, die als Nachtbar oder Nachtclub geführt werden, und in vergleichbaren Vergnügungsbetrieben darf Kindern und Jugendlichen nicht gestattet werden. (4) Die zuständige Behörde kann Ausnahmen von Absatz 1 genehmigen. 5 Tanzveranstaltungen (1) Die Anwesenheit bei öffentlichen Tanzveranstaltungen ohne Begleitung einer personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person darf Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren nicht und Jugendlichen ab 16 Jahren längstens bis 24 Uhr gestattet werden. (2) Abweichend von Absatz 1 darf die Anwesenheit Kindern bis 22 Uhr und Jugendlichen unter 16 Jahren bis 24 Uhr gestattet werden, wenn die Tanzveranstaltung von einem anerkannten Träger der Jugendhilfe durchgeführt wird oder der künstlerischen Betätigung oder der Brauchtumspflege dient. (3) Die zuständige Behörde kann Ausnahmen genehmigen. 6 Spielhallen, Glücksspiele (1) Die Anwesenheit in öffentlichen Spielhallen oder ähnlichen vorwiegend dem Spielbetrieb dienenden Räumen darf Kindern und Jugendlichen nicht gestattet werden. (2) Die Teilnahme an Spielen mit Gewinnmöglichkeit in der Öffentlichkeit darf Kindern und Jugendlichen nur auf Volksfesten, Schützenfesten, Jahrmärkten, Spezialmärkten oder ähnlichen Veranstaltungen und nur unter der Voraussetzung gestattet werden, dass der Gewinn in Waren von geringem Wert besteht. 7 Jugendgefährdende Veranstaltungen und Betriebe Geht von einer öffentlichen Veranstaltung oder einem Gewerbebetrieb eine Gefährdung für das körperliche, geistige oder seelische Wohl von Kindern oder Jugendlichen aus, so kann die zuständige Behörde anordnen, dass der Veranstalter oder Gewerbetreibende Kindern und Jugendlichen die Anwesenheit nicht gestatten darf. Die Anordnung kann Altersbegrenzungen, Zeitbegrenzungen oder andere Auflagen enthalten, wenn dadurch die Gefährdung ausgeschlossen oder wesentlich gemindert wird.

14 Seite 14/19 10 PROMILLE-RISIKO-ÜBERSICHT MEHR RISIKO MIT JEDEM SCHLUCK Alkohol hat negative Auswirkungen auf Körper und Geist, mit jedem Schluck mehr. Das Risiko für Jugendliche ist höher als für Erwachsene und für Mädchen höher als für Jungen. Denn das Gehirn reift noch bis zum 20. Lebensjahr und ist in dieser Phase besonders anfällig für Schädigungen durch Alkohol. Mädchen haben meist weniger Muskeln und Körperflüssigkeiten als Jungen, auf die sich Alkohol in ihrem Körper verteilen kann: Sie werden schneller betrunken. Mehr Alkohol im Blut = höhere gesundheitliche Gefahr und weniger Power auch im Kopf. Wie sich ein erwachsener Mensch mit steigendem Promillewert verändert, zeigen die Beispiele unten. Sie gelten auch für Jugendliche nur dass bei ihnen schon bei geringeren Promillewerten noch extremere Einschränkungen auftreten. Und das Risiko, sich ernsthaften Schaden zuzufügen, noch viel höher ist. 0,2 bis 0,5 Promille: Der Körper reagiert Der Puls und die Atmung werden schneller. Die Blutgefäße, die direkt unter der Haut liegen, weiten sich, es wird warm. Die Sinne werden getrübt. Sehen und Schmecken sind eingeschränkt, es fällt schwerer, etwas zu spüren: sowohl angenehme Berührungen als auch Schmerz. Ein Hungergefühl kommt auf, gleichzeitig der Drang, aufs Klo zu müssen. 0,5 bis 1 Promille: Die Einschränkungen werden stärker Die Stimmung verändert sich deutlich und mit ihr das Verhalten. Aufgedrehte Selbstüberschätzung oder auch Traurigkeit: Beides kann mit zunehmender Betäubung eintreten. Es fällt schwerer, sich an etwas zu erinnern und auf Reize zu reagieren. Situationen werden weniger gut oder ganz falsch eingeschätzt und das Zusammenspiel der Muskeln funktioniert nicht mehr richtig. Der Tunnelblick setzt ein als sähe man die Welt rundum umschattet. 1 bis 2 Promille: Der Körper wehrt sich Das Gesicht wird rot, die Pupillen werden groß. Alle körperlichen und geistigen Einschränkungen verstärken sich weiter, während die betäubte Wahrnehmung das Gegenteil vortäuscht: dass alles super sei. Das kann schnell nach hinten losgehen. Dann treten Übelkeit und Brechreiz ein, der Magen dreht sich um. 2 bis 3 Promille: Der Mensch verliert sich im Vollrausch Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Fühlen: Alles ist betäubt. Nur noch der Körper steht in einer Umwelt, die unkenntlich wird. Orientierung, Kontrolle und Bewusstsein setzen aus. Mehr als 3 Promille: Der Mensch bricht zusammen Das Gehirn ist schwer gestört. Die Atmung und der Puls werden langsam und schwach, Koma, Atemstopp und Herzstillstand können eintreten. Dieser Zustand ist lebensbedrohlich bis tödlich.

15 Seite 15/19 Die Alkoholkonzentration im Blut kann nur ungefähr mit der folgenden Formel berechnet werden: Bei Männern: Bei Frauen: Getrunkener Alkohol in Gramm Getrunkener Alkohol in Gramm Körpergewicht in kg x 0,7 Körpergewicht in kg x 0,6 Bei gleicher Menge getrunkenen Alkohols und gleichem Gewicht ist die Blutalkoholkonzentration von Frauen um ca. ein Fünftel höher. Das liegt daran, dass Frauen im Verhältnis zu ihrem Gewicht weniger Körperflüssigkeit haben als Männer und daran, dass Alkohol sich auf die Körperflüssigkeit verteilt. Schon wenig Alkohol bleibt lange im Körper Alkohol wird von der Leber in mehreren Stufen zu Wasser und Kohlendioxid abgebaut. Nur ein sehr geringer Teil (etwa 3 %) wird über Atem, Haut und den Stoffwechsel direkt ausgeschieden. Der Alkoholgehalt des Blutes sinkt dabei bei Männern durchschnittlich um 0,15 Promille pro Stunde, bei Frauen um 0,13 Promille pro Stunde. Bis eine Blutalkoholkonzentration von 0,5 Promille abgebaut ist, dauert es also etwa drei bis vier Stunden. 11 MIXGETRÄNKE SÜSSES RISIKO Harmlos im Geschmack gefährlich in der Wirkung Wer auf sich aufpasst, lässt sich nicht von Mixgetränken verführen. Hinter bunten Farben, schickem Flaschendesign und süßem Geschmack verbirgt sich nichts anderes als gewöhnlicher Alkohol nur, dass ihn so auch diejenigen trinken, die ihn sonst überhaupt nicht mögen. Das ist genau das, was die Werbung für Alkohol bezweckt, um noch mehr zu verkaufen. Doch für die Leute, die darauf hereinfallen, stehen die Nebenwirkungen im krassen Gegensatz zu den hübschen Partyidyllen, die die Fernsehbilder und Plakate vorgaukeln: Alkohol an sich ist schon ein Dickmacher. Doch zusammen mit Zucker und künstlichen Aromen, die den Biergeschmack unterdrücken, ist er die absolute Kalorienbombe. Eine Flasche Biermixgetränk enthält mit etwa 200 Kalorien fast ebenso viele wie eine kleine Portion Pommes. Mixgetränke wirken wie jeder andere Alkohol. Eine Flasche Mixgetränk (330 ml) mit 2,5 Vol.-% enthält dieselbe Menge an reinem Alkohol wie ein Glas Schnaps (2 cl).

16 Seite 16/19 Mixgetränke 330 ml Alkoholgehalt reiner Alkohol Bier mit Limonengeschmack Bier mit Colageschmack Bier mit Limettengeschmack Bier mit Curubageschmack 2,5 Vol. -% 2,5 Vol. -% 3,4 Vol. -% 4,8 Vol. -% ca. 7 g ca. 7 g ca. 9 g ca. 13 g Mixgetränke: Wolf Alkohol im Schafspelz Zucker Sie sehen harmlos aus und schmecken zuckrig, doch hinter der freundlichen Verpackung verbirgt sich meist nichts anderes als Bier. Bier mit Zitronenaroma, Bier mit Grapefruitaroma, Bier mit Orangenaroma usw. Der Biergeschmack wird unterdrückt doch durch den Zuckergehalt gehen Mixgetränke schnell ins Blut. Wer Mixgetränke trinkt, merkt erst mal gar nicht, dass er Alkohol konsumiert doch der Rausch kommt hinterrücks. Ist zusätzlich Koffein als künstlicher Wachmacher enthalten, ist der Kreislaufkollaps rasch näher als das fröhlichen Feiern. Das Gleiche gilt übrigens auch für alle selbstgemixten Drinks: Weitere Zutaten, auch frische Säfte, machen Alkohol nicht harmloser, sondern heimtückischer. Wer weiß, was im Glas ist, sagt nein. Die bunte Werbung für Mixgetränke bezweckt, möglichst viel davon zu verkaufen. Doch für Leute, die darauf hereinfallen, stehen die Nebenwirkungen im krassen Gegensatz zu den Partyidyllen, die die Fernsehbilder und Plakate vorgaukeln. Schnelle, unberechenbare Betrunkenheit ist das Eine mit allen möglichen Folgen. Eine weitere Nebenwirkung: Alkohol macht dick und in Verbindung mit Zucker erst recht. Seine natürliche Figur gegen eine flüssige Kalorienbombe in der Hand austauschen, wer will das denn? Mixgetränke und das Jugendschutzgesetz Das Jugendschutzgesetz regelt in Deutschland die Abgabe von Alkohol an Minderjährige. Mixgetränke gehören zur Gattung alkoholischer Getränke. Ob im Supermarkt, am Kiosk oder auf der Party zu Hause: Wer Mixgetränke, die Bier oder Wein enthalten, an Jugendliche unter 16 Jahren abgibt, macht sich strafbar. Das Gleiche gilt für spirituosenhaltige Mixgetränke, die zum Beispiel mit Wodka oder Gin hergestellt werden. Diese Mischungen aus Schnaps, Zucker und Aromen dürfen erst an junge Erwachsene ab 18 Jahren verkauft werden.

17 Seite 17/19 12 ALKOHOL UND SCHWANGERSCHAFT NULL ALKOHOL DEM BABY ZULIEBE Großer Schaden durch kleine Mengen Ungeborene Kinder sind extrem empfindlich gegen das Zellgift Alkohol. Wenn eine schwangere Frau trinkt, verbreitet sich der Alkohol im gesamten Körper und gelangt auch in den Körper des Kindes, der mit dem der Mutter verbunden ist. Dieser Vorgang ist unabhängig von der Menge des Alkohols, den die Mutter trinkt. Studien haben festgestellt, dass schon kleine Mengen das Risiko einer Fehlgeburt in den ersten drei Monaten steigern. Das Kind trinkt immer mit Wie gelangt der Alkohol in das Blut des ungeborenen Kindes? Durch die Nabel schnur, die Mutter und Kind verbindet und innerhalb weniger Minuten haben beide denselben Alkoholspiegel. Die schädigende Wirkung hält beim ungeborenen Kind jedoch länger an, da sein Organismus noch nicht voll ständig entwickelt ist und deshalb den Alkohol langsamer abbaut. Der Blut alkoholspiegel des Kindes ist dann zwischenzeitlich sogar höher als der der Mutter. Welche Folgen hat Alkohol für das ungeborene Kind? Das Risiko für gesundheitliche Schäden steigt mit der Menge an Alkohol, die die Mutter trinkt. Die schwerste Form der Schädigung wird als»fetales Alkohol syndrom (FAS)«bezeichnet. Die betroffenen Kinder kommen mit körperlichen Missbildungen auf die Welt und entwickeln Verhaltensstörungen, die oft nicht heilbar sind. Es gibt einen fließenden Übergang zu Schädigungen, die unter dem Begriff»Alkoholeffekte«zusammengefasst werden. Diese Schäden werden erst im Verlauf der Kindheit deutlich. Sie betreffen die Gehirnleistung und Bewegungsfähigkeit der Kinder. Fehlentwicklungen und Entwicklungsstörungen sind möglich. Mehr Alkohol mehr Frühgeburten Frühgeburten sind Geburten vor Ende der 37. Schwangerschaftswoche. Bei regel mäßigem Alkoholkonsum in der Schwangerschaft ist das Risiko einer Frühgeburt höher. Bei solchen Frühgeburten ist die Sterberate hoch: Sie macht zwei Drittel der gesamten Säuglingssterblichkeit aus. Kinder können durch Alkohol während der Schwangerschaft vielfach Schaden nehmen: Minderwuchs und Untergewicht Wachstumsverzögerungen nach der Geburt Fehlbildungen im Kopfbereich Augenfehlbildungen, Sehschwächen Fehlbildungen der Geschlechtsorgane Nierenfehlbildungen Extremitäten- und Skelettfehlbildungen Herzfehler neurologische, mentale und psychopathologische Störungen Verhaltensstörungen (Hyperaktivität, Impulsivität, Konzentrationsschwäche etc.)

18 Seite 18/19 13 STRASSENVERKEHR NÜCHTERN UND SICHER DURCH DIE GEGEND Alkohol und Straßenverkehr, das geht nicht zusammen. Ob auf zwei oder vier Rädern, mit oder ohne Motor: Wer getrunken hat, ist nicht fahrtüchtig. Denn viele Unfälle werden unter Alkoholeinfluss verursacht, nicht wenige enden tödlich. Für Fahranfänger und junge Autofahrer bis 24 Jahre ist Alkohol die Unfallursache Nummer eins. Feiern und sicher nachhause kommen Besonders am Wochenende in den frühen Abend- und Morgenstunden ereignen sich alkoholbedingte Verkehrsunfälle. Wer von der Disco oder Party nachhause fährt, fährt deshalb nüchtern am besten. Und deshalb macht es auch Sinn, darauf zu achten, nur bei nüchternen Fahrern ins Auto zu steigen. Wenn Freunde und Freundinnen als Gruppe unterwegs sind, können sie zum Beispiel den Fahrer oder die Fahrerin gemeinsam bestimmen und für diese ist dann klar, dass sie sich definitiv ohne Alkohol amüsieren. Alkohol wird sehr langsam im Körper abgebaut, deshalb macht es keinen Sinn, wenig zu trinken und darauf zu hoffen, dass der Körper wieder ausnüchtert, bevor es los geht. Nur Nüchternheit sorgt für Sicherheit. Junge Männer fahren riskanter Alkoholbedingte Verkehrsunfälle mit Personenschaden werden von jungen Fahrern achtmal so viel verursacht wie von jungen Fahrerinnen. Deshalb gilt besonders für männliche Fahrer: Null Promille sind hundertprozentig überzeugend, wenn es um Fahrfähigkeiten geht. Null-Promille-Grenze für Fahranfänger Während der zweijährigen Probezeit für Fahranfänger gilt in Deutschland seit 2007 Alkoholverbot. Für erfahrenere Fahrer gilt die 0,5-Promille-Grenze. Jeder Promillewert darüber hinaus bedeutet Fahrverbot. Kommt es aber auch mit weniger als 0,5 Promille zu einem Unfall, liegt eine Straftat nach Paragraf 316 StGB vor und der Führerschein kann einkassiert werden. Auch für minderjährige Radfahrer gilt: Verwickeln sie sich unter Alkoholeinfluss in einen Unfall, können sie mit 18 ihren Führerschein nicht ohne weiteres erwerben. Im Einzelfall kann die Fahrerlaubnisbehörde sogar die Fahreignung von jemandem in Frage stellen, der als Fußgänger alkoholisiert einen Unfall provoziert. In Frage steht sie auch für denjenigen, der innerhalb der Probezeit gegen die Null-Promille-Grenze verstoßen hat. Fahrprüfung für Dummies Alkohol im Blut von Fahranfängern: d.h. zurück in die Fahrschule. Weitere Konsequenzen hängen vom festgestellten Promillegehalt ab. Kam es zum Unfall, steht in der Regel eine Medizinisch- Psychologische Untersuchung (MPU) an. Dort unterziehen sich Verkehrssünder aufwändigen Tests, ob sie überhaupt geeignet sind, am Straßenverkehr teilzunehmen, ohne andere Menschen und sich selbst zu gefährden. Der Führerschein wird sozusagen ein zweites Mal gemacht und soviel kostet es auch, zuzüglich der Strafgelder für das Verkehrsvergehen selbst.

19 Seite 19/19 PROMILLE-GRENZWERTE (Stand ; Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt) Alkoholgehalt im Blut bis 0,5 Promille für Fahranfänger oder Fahranfängerinnen in der Probezeit nach 2a Straßenverkehrsgesetz (StVG) vor Vollendung des 21. Lebensjahres Geldbuße, ohne Anzeichen von Fahrunsicherheit ( 24c Abs. 1 StVG) 2 Punkte, 250 Euro Geldbuße Alkoholgehalt im Blut ab 0,3 (bis unter 0,5) Promille: nicht strafbar, ohne Anzeichen von Fahrunsicherheit strafbar, bei Anzeichen von Fahrunsicherheit: 7 Punkte; Geld- oder Freiheitsstrafe (bis zu 5 Jahre) Führerscheinentzug (Sperrfrist 6 Monate bis 5 Jahre oder auf Dauer) strafbar, bei einem Verkehrsunfall: 7 Punkte; Geld- oder Freiheitsstrafe (bis zu 5 Jahre) Führerscheinentzug (Sperrfrist 6 Monate bis 5 Jahre oder auf Dauer) Alkoholgehalt im Blut ab 0,5 Promille auch für Fahranfänger oder Fahranfängerinnen in der Probezeit nach 2a StVG vor Vollendung des 21. Lebensjahres: Geldbuße und Fahrverbot, bei Anzeichen von Fahrunsicherheit ( 24a Abs. 1 StVG) Erstverstoß: 4 Punkte, 500 Euro Geldbuße, 1 Monat Fahrverbot Zweitverstoß: 4 Punkte, Euro Geldbuße, 3 Monate Fahrverbot Weiterer Verstoß: 4 Punkte, Euro Geldbuße, 3 Monate Fahrverbot strafbar, bei Anzeichen von Fahrunsicherheit: 7 Punkte; Geld- oder Freiheitsstrafe (bis zu 5 Jahre) Führerscheinentzug (Sperrfrist 6 Monate bis 5 Jahre oder auf Dauer) strafbar, bei einem Verkehrsunfall: 7 Punkte; Geld- oder Freiheitsstrafe (bis zu 5 Jahre) Führerscheinentzug (Sperrfrist 6 Monate bis 5 Jahre oder auf Dauer), Schadenersatz, Schmerzensgeld und eventuell Rente an Unfallopfer Alkoholgehalt im Blut ab 1,1 Promille: strafbar, wenn keine oder Anzeichen von Fahrunsicherheit vorliegen: 7 Punkte im Verkehrszentralregister; Geld- oder Freiheitsstrafe (bis zu 5 Jahre) Führerscheinentzug (Sperrfrist 6 Monate bis 5 Jahre oder auf Dauer) strafbar, wenn es zu einem Verkehrsunfall kommt: 7 Punkte im Verkehrszentralregister; Geld- oder Freiheitsstrafe (bis zu 5 Jahre) Führerscheinentzug (Sperrfrist 6 Monate bis 5 Jahre oder auf Dauer) Schadenersatz; Schmerzensgeld und eventuell Rente an Unfallopfer Erklärung zum Punktsystem: Das Verkehrszentralregister und das Punktsystem sind wichtige Instrumente, um die Allgemeinheit vor ungeeigneten Kraftfahrern zu schützen. Ein hoher Punktestand ist ein Warnsignal und sollte genutzt werden, das eigene Verhalten zu überprüfen und positiv zu verändern.

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