Alkohol und Gesundheit Weniger ist besser!

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1 Alkohol und Gesundheit Weniger ist besser!

2 Alkohol und Gesundheit: Weniger ist besser! Immer wieder hört und liest man, ein Gläschen in Ehren könne nicht schaden, im Gegenteil: Maßvoll getrunken, fördere Alkohol die Gesundheit. Rotwein schütze vor dem Herzinfarkt, Bier spüle die Nieren durch, kurzum, regelmäßiger Alkoholgenuss verlängere das Leben. Doch das ist falsch. Alkohol ist weder ein Medikament noch dient er der Gesundheitsförderung.

3 Auch für gesunde Menschen gibt es keinen risikofreien Alkoholkonsum, sondern lediglich verhältnismäßig risikoarme Trinkmengen: Für Frauen: pro Tag nicht mehr als circa 0,3 Liter Bier oder 0,15 Liter Wein / Sekt oder etwa 4 cl einer Spirituose (Likör, Korn, Wermut oder Ähnliches). Für Männer: pro Tag nicht mehr als circa 0,6 Liter Bier oder 0,3 Liter Wein / Sekt oder etwa 8 cl einer Spirituose (Likör, Korn, Wermut oder Ähnliches). Alles, was darüber hinausgeht, erhöht massiv das Risiko, krank zu werden: Der Konsum von Alkohol ist für etwa 60 verschiedene Krankheiten und gesundheitliche Störungen verantwortlich. Bei infarktgefährdeten Männern im mittleren und höheren Alter können sehr geringe Alkoholmengen unter Umständen gegen das Infarktrisiko schützen. Es wäre für abstinent lebende Menschen jedoch eine absurde Entscheidung, deshalb vorbeugend Alkohol zu trinken. Frauen, die noch nicht in den Wechseljahren sind, neigen ohnehin kaum zum Herzinfarkt. Eine schützende Wirkung bietet Alkohol also nicht auch nicht in geringen Mengen. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall: Alkohol erhöht drastisch die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken. Darüber hinaus schadet Alkoholkonsum während einer Schwangerschaft dem Ungeborenen extrem.

4 In Deutschland konsumieren rund 9,5 Millionen Menschen Alkohol auf riskante Weise, 1,3 Millionen sind von Alkohol abhängig, also alkoholkrank. Jeder fünfte Mann und fast jede sechste Frau trinken zu viel. Ein vielschichtiges Gefüge von Ursachen kann zum Alkoholismus führen. Dazu zählen neben ererbter die psychische Veranlagung und die familiäre oder soziale Situation. Kinder von Alkoholkranken haben ein vierfach höheres Risiko, selbst alkoholkrank zu werden; diese Menschen sollten also besonders genau auf ihren Umgang mit Alkohol achten.

5 Natürlich spielt die Menge, die täglich getrunken wird, ebenso eine Rolle wie die Regelmäßigkeit, mit der dies geschieht. Es lässt sich leicht auf den Punkt bringen: Je weniger regelmäßig getrunken wird, desto geringer ist die Gefahr, zu erkranken oder abhängig zu werden. Bei gefährdeten Menschen können, regelmäßig getrunken, selbst geringe Mengen krank machen und in die Abhängigkeit führen.

6 Mögliche Erkrankungen Leber und Bauchspeicheldrüse In erster Linie nimmt die Leber Schaden. Die gefährlichste Folge ist die Entwicklung der Alkoholzirrhose, also der Schrumpfleber, eine letztlich zum Tode führende unheilbare Krankheit. Männer, die g Alkohol pro Tag trinken, haben ein sechsmal höheres Risiko, an Leberzirrhose zu erkranken als Männer, die weniger trinken. Für Männer, die g Alkohol täglich konsumieren, steigt das Risiko auf das über 50-Fache. Zur Verdeutlichung: Ein kleines Glas mit einem alkoholischen Getränk enthält ungefähr 10 g reinen Alkohol. So viel ist beispielsweise enthalten in: - einem kleinen Bier (0,2 l = 8 g, 0,33 l = 13 g) - einem Achtel Liter (0,125 l) Wein/Sekt - einem Korn (4 cl, 32 Vol.-%) Während Lebererkrankungen in der Regel schmerzfrei sind und deshalb oft erst bei fortgeschrittener Krankheit erkannt werden, sind chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse eine weitere häufige Folge von Alkoholmissbrauch äußerst schmerzhaft.

7 Magen und Darm Hohe Mengen Alkohol, z. B. mehr als g pro Tag, führen nicht selten zu schweren Magenschleimhautveränderungen mit Blutungen. Auch die Schleimhaut des Dünndarms wird häufig geschädigt. Bestimmte wichtige Nährstoffe können dann nicht mehr aufgenommen werden. Es kommt zu erheblichen Mangelerscheinungen und Störungen, sowohl bei der Verdauung als auch bei der Aufnahme und Speicherung von Vitaminen und Spurenelementen.

8 Herz-Kreislauf-Stystem Chronischer Alkoholkonsum erhöht das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen. Zu hoher Blutdruck, der trotz ärztlicher Behandlung im erhöhten Bereich bleibt, kommt bei Alkoholkonsumenten doppelt so häufig vor wie bei Menschen, die keinen Alkohol trinken. In Verbindung mit Bluthochdruck ist hoher Alkoholkonsum auch mit einem deutlich erhöhten Schlaganfall-Risiko verbunden: Es droht die Gefahr einer akuten Hirnblutung oder eines ischämischen Schlaganfalls (plötzliche Minderdurchblutung des Gehirns). Gehirn Gleichfalls besonders gefährdet ist das Gehirn. Jeder Rausch zerstört Millionen von Gehirnzellen. Zuerst leiden Gedächtnis- und Konzentrationsvermögen, Kritik- und Urteilsfähigkeit, später die Intelligenz. Auch zu Persönlichkeitsveränderungen kann es kommen: Alkoholkranke werden z. B. unzuverlässig, reizbar, depressiv und übertrieben eifersüchtig.

9 Krebserkrankungen Schon seit langem weiß man, dass bestimmte Krebserkrankungen durch den Konsum und Missbrauch von Alkohol gefördert werden. Nicht nur die Entstehung von Leberkrebs, auch Darmkrebs, Brustkrebs, Speiseröhrenkrebs und andere Krebserkrankungen des Mund- und Rachenraumes werden gefördert. Menschen mit erhöhtem Krankheitsrisiko, also mit einer entsprechenden eigenen Krankheits- oder Familienvorgeschichte, sollten deshalb Alkohol meiden. Bei Frauen erhöht bereits moderater Alkoholkonsum das Risiko für Brustkrebs. Störungen des Immunsystems Regelmäßiger Alkoholkonsum beeinflusst das Blut- und Immunsystem: einerseits durch direkte oder indirekte Vergiftung des Stoffwechsels, andererseits durch die mangelnde Versorgung mit wichtigen Nahrungsbestandteilen und Spurenelementen. Die Abwehr von Infektionskrankheiten ist deshalb herabgesetzt. Hormonelle Störungen Durch zu viel Alkohol wird die Produktion der Sexualhormone schwer gestört. Beim Mann führt das oft zu Impotenz oder Hodenschrumpfung, zur Verweiblichung des Aussehens und zur Schädigung des Samens, bei Frauen u. a. zu verminderter Fruchtbarkeit, Zyklusstörungen, vorzeitigem Einsetzen der Menopause.

10 Schädigung des Ungeborenen Besonders gefährlich ist Alkohol für die Ungeborenen im Mutterleib. Das Risiko für eine alkoholabhängige Mutter, ein geschädigtes Kind zur Welt zu bringen, liegt bei rund 40 %. Alkoholkonsum während der Schwangerschaft kann körperliche Missbildungen hervorrufen, ebenso wie Störungen des Zentralnervensystems oder Verhaltensstörungen des Kindes. Die meisten durch Alkoholkonsum der Mutter geschädigten Kinder sind unfähig, die täglichen Anforderungen des Lebens allein zu bewältigen. Fazit Alkoholkonsum ist nicht gesundheitsfördernd. Eine geringe Menge Alkohol täglich (maximal ein Glas Wein) senkt unter Umständen für Menschen im mittleren oder höheren Alter, bei Menschen mit bereits erlittenem Herzinfarkt oder bestehendem Herzinfarktrisiko die Gefahr, eine koronare Herzerkrankung zu entwickeln. Andere Erkran-

11 kungen, z. B. Bluthochdruck, Lebererkrankungen, Gastritis, Magen-Darm-Geschwüre, Fettsucht, Diabetes, werden allerdings bereits durch diese geringe Menge gefördert. Wer regelmäßig mehr trinkt, erhöht damit ohnehin nicht den Schutz vor bestimmten Herzerkrankungen. Stattdessen verstärkt er die Gefahr, das Opfer anderer Krankheiten oder etwa eines Verkehrsunfalls zu werden. Die Infarktgefahr lässt sich außerdem wesentlich besser und risikolos durch andere Vorsichtsmaßnahmen senken: durch den Verzicht auf das Rauchen, durch körperliche Aktivitäten und durch eine fettarme Ernährung. Also: Vorsicht mit Alkohol! Alkohol ist kein Medikament und keine Gesundheitsprophylaxe aus dem Getränkeregal. Nur in sehr geringen Mengen genossen, ist Alkohol für Erwachsene risikoarm; jeder gewohnheitsmäßige oder missbräuchliche Konsum jedoch schadet der Gesundheit und birgt ein hohes Risiko, abhängig zu werden. Alkohol: ein Rauschmittel, ein Suchtmittel, ein Genussmittel Sie selber entscheiden. Weniger ist besser!

12 DHS Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. Westenwall Hamm Tel gefördert durch: Deutscher Caritasverband e. V. Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e. V. (buss) Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e. V. (AWO) Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe im Diakonischen Werk der Ev. Kirche in Deutschland e. V. (GVS) Auflage

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