Kriminologisches Blockseminar im SS 2015

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1 Kriminologisches Blockseminar im SS 2015 Neurowissenschaften, Strafrecht und Kriminologie Termin der Vorbesprechung: Montag, 23. Februar 2015, 15:00 Uhr Termin des Blockseminars: Donnerstag, 25. Juni und Freitag, 26. Juni 2015 Ort: Zielgruppen: Bearbeitungsfrist im Rahmen des SPB 3: Abgabetermin der Seminararbeit beim Prüfungsamt: Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht, Günterstalstr. 73, Freiburg Studierende der Rechtswissenschaftlichen Fakultät im SPB 3 sowie Studierende anderer Fachrichtungen mit Nebenfach Kriminologie 4 Wochen Montag, 23. März 2015 (SPB-Studierende) Hinweise zum Schwerpunktstudienbereich auf S. 6 Wahlveranstaltung nach der JAPrO Themen 1. Geschichte biologischer Erklärungsansätze 2. Gehirnforschung, Willensfreiheit, Strafe: neurowissenschaftliche Sichtweisen a. Physiologisch-medizinische Perspektive b. Neuro-ökonomische Perspektive c. Neuro-psychologische Perspektive 3. Gehirnforschung, Willensfreiheit, Strafe: strafrechtswissenschaftliche Perspektiven a. Auswirkungen auf das Schuldstrafrecht b. Mögliche Modelle für ein schuldunabhängiges Strafrecht (z.b. Defense Sociale) 4. Kriminalitätstheorien und neurologische Forschung 5. Female brain eine mögliche Erklärung für die unterschiedliche Kriminalitätsbelastung von Männern und Frauen? 6. Die Altersgrenzen im (Jugend-)Strafrecht im Lichte neuerer Erkenntnisse zur Gehirnentwicklung ( brain maturation )

2 7. Misshandlungserfahrungen in früher Kindheit und neurologische Folgen 8. Alkohol-/Drogenmissbrauch und neurologische Folgen a. Schwerpunkt Alkoholmissbrauch b. Schwerpunkt Drogenmissbrauch c. Schwerpunkt Crystal Meth 9. Psychopathie und Gewalt 9a. Konkrete Fallstudie: der Serienmörder Ted Bundy 10. Schizophrenie und Gewalt 11. Bildgebende Verfahren, Beweisführung und Glaubwürdigkeit 12. Bildgebende Verfahren, Beweisführung und Gefährlichkeit 13. Neurowissenschaften, Straftäterbehandlung und Kriminalität 14. Verändern sich Einstellungen zur Biologie der Kriminalität durch neurowissenschaftliche Ansätze? 15. Reduzierte Umweltbelastung durch Blei als neurologische Erklärung für den Kriminalitätsrückgang? Literaturhinweise Schwerpunktheft Neurowissenschaften und Kriminologie, Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform 5/ Beckman, M.: Crime, Culpability, and the Adolescent Brain. Science 305 (2004), S Brizendine, L.: Das weibliche Gehirn. Hamburg Burkhardt, B.: Bemerkungen zu den revisionistischen Übergriffen der Hirnforschung auf das Strafrecht. Vortrag auf dem Symposium Der freie Mensch nur eine Illusion?. Universität Mannheim 2004, online-dokument mit umfangreichen Literaturhinw.: griffe/bemerkungen_zu_den_revisionistischen_abergriffen_der_hirnforschung_auf_das_straf recht_8_7_10.pdf. Caspi, A., McClay, J., Mofitt, T.E., Mill, J., Judy Martin, J., Ian W. Craig, I.W., Alan Taylor, A., Poulton, R.: Role of Genotype in the Cycle of Violence in Maltreated Children. Science 297 (2002), S Cording, C. & Roth, G.: Zivilrechtliche Verantwortlichkeit und Neurobiologie ein Widerspruch? NJW 2015 (1/2), S Das Manifest. Elf führende Neurowissenschaftler über Gegenwart und Zukunft der Gehirnforschung. Gehirn & Geist 2004, S Dölling, D.: Willensfreiheit und Verantwortungszuschreibung unterkriminalitätstheoretischen Aspekten. In: Lampe, E.-J., Pauen, M., Roth, G. (Hrsg.): Willensfreiheit und rechtliche Ordnung. Frankfurt am Main 2008, S

3 Eysenck, H.J.: Kriminalität und Persönlichkeit. Wien Frisch, W.: Zur Zukunft des Schuldstrafrechts Schuldstrafrecht und Neurowissenschaften. In: Heger, M. u.a. (Hrsg.): Festschrift für Kristian Kühl zum 70. Geburtstag. München 2014, S Geyer, C. (Hrsg.): Hirnforschung und Willensfreiheit: zur Deutung der neuesten Experimente. Frankfurt Hillenkamp, T.: Neue Hirnforschung Neues Strafrecht?: Tagungsband der 15. Max-Alsberg- Tagung am in Berlin. Baden-Baden Hodgins, S.: Criminal and antisocial behaviours and schizophrenia: A neglected topic. In: Gattaz, W.F., Häfner, H. (eds.): Search for the Causes of Schizophrenia, Vol. V. Darmstadt 2004, S Hoff, P.: Zwischen Hirnforschung, Psychopathologie und Sozialwissenschaft: Eine wissenschaftliche Herausforderung für die forensische Psychiatrie. In: Osterheider, M. (Hrsg.): Forensik 2004 Aufbruch oder Stillstand. Therapeutische, wissenschaftliche und ökonomische Herausforderungen im Maßregelvollzug. Dortmund 2005, S Irle, E.: Möglichkeiten und Grenzen bildgebender Verfahren in der aktuellen Hirnforschung. (Prof. Irle im Interview mit Ulrich Sachsse). Persönlichkeitsstörungen. Theorie und Therapie 10 (2006), S Jianghong Liu et al.: Impact of Low Blood Lead Concentrations on IQ and School Performance in Chinese Children. PLOS One, 29. Mai 2013, online-dokument: info%3adoi%2f %2fjournal.pone Kaufman, A.S.: How dangerous are low (not moderate or high) doses of lead for children s intellectual development? Archives of Clinical Neuropsychology 16 (2001), S Krauß, D.: Neue Hirnforschung-Neues Strafrecht? In: Müller-Dietz, H. (Hrsg.): Festschrift für Heike Jung. Baden-Baden 2007, S Krauth, S.: Die Hirnforschung und der gefährliche Mensch. Über die Gefahren einer Neuauflage der biologischen Kriminologie. Westfälisches Dampfboot, Münster Kuhl, J.: Der Wille ist frei und determiniert: Funktionsanalyse und Diagnostik von Selbstbestimmung und Verantwortung. In: Lampe, E.-J., Pauen, M., Roth, G. (Hrsg.): Willensfreiheit und rechtliche Ordnung. Frankfurt am Main 2008, S Lampe, E-J., Pauen, M., Roth, G. (Hrsg.): Willensfreiheit und rechtliche Ordnung. Frankfurt am Main Lösel, F., Schmucker, M.: Persönlichkeit und Kriminalität. In: Pawlik, K. (Hrsg.): Enzyklopädie der Psychologie. Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie, Band 5: Theorien und Anwendungsfelder der Differentiellen Psychologie. Göttingen 2004, S Lück, M., Strüber, D., Roth, G. (Hrsg.): Psychobiologische Grundlagen aggressiven und gewalttätigen Verhaltens. Hanse Studien, Band 5. Hanse Wissenschaftskolleg Delmenhorst. Oldenburg Lüderssen, K.: Ändert die Hirnforschung das Strafrecht? In: Geyer, C. (Hrsg.): Hirnforschung und Willensfreiheit. Frankfurt am Main 2004, S Lüderssen, K.: Spontanität und Freiheit neue Aspekte moderner Hirnforschung für Strafrecht und Kriminologie? In: Paeffgen, H.-U. u.a. (Hrsg.): Strafrechtswissenschaft als Analyse und Konstruktion: Festschrift für Ingeborg Puppe zum 70. Geburtstag. Berlin 2011, S

4 Markowitsch, H. J., Siefer, W.: Tatort Gehirn: auf der Suche nach dem Ursprung des Verbrechens. Frankfurt Markowitsch, H. J.: Tests und bildgebende Verfahren zur Wahrheitsfindung: Psychiatrische und (neuro-)psychologische Gutachten vor Gericht. Telepolis v , online verfügbar unter McClure, S.M.: Separate Neural Systems Value Immediate and Delayed Monetary Rewards. Science 306 (2004), S McCord, W.M., McCord, J.: Psychopathy and Delinquency. New York Meliá, M.C.: Psychopathie und Strafrecht: eigene Prolegomena. In: Freund, G. u.a. (Hrsg.): Grundlagen und Dogmatik des gesamten Strafrechtssystems: Festschrift für Wolfgang Frisch zum 70. Geburtstag. Berlin 2013, S Merkel, G., Roth, G.: Bestrafung oder Therapie? Das Schuldprinzip des Strafrechts aus Sicht der Hirnforschung. Bonner Rechtsjournal 1 (2010), S Merkel, G., Roth, G.: Hirnforschung, Gewalt und Strafe Erkenntnisse neurowissenschaftlicher Forschung für den Umgang mit Gewaltstraftätern. In: Stompe, T., Schanda, H. (Hrsg.): Der freie Wille und die Schuldfähigkeit. Berlin 2010, S Merkel, R.: Ist Willensfreiheit eine Voraussetzung strafrechtlicher Schuld? In: Hubig, S. u.a. (Hrsg.): Schuld und Strafe. Tagungsband. München 2012, S. 39ff. Müller, J.: Neurobiologie der Aggressionsgenese. Psychoneuro 32 (2006), S Müller, J.L. (Hrsg.): Neurobiologie forensisch-relevanter Störungen. Stuttgart Müller, J.L.: Forensische Psychiatrie im Zeitalter der Neuroscience. Stand und Perspektive neurobiologischer Forschung. Der Nervenarzt 80 (2009), S Munkner, R., Haastrup, S., Joergensen, T., Kramp, P.: The temporal relationship between schizophrenia and crime. Social Psychiatry and Psychiatric Epidemiology 38 (2003), S Nedopil, N.: Der freie Wille und die Schuldfähigkeit aus der Perspektive des forensischpsychiatrischen Gutachters. In: Stompe, T., Schanda, H. (Hrsg.): Der freie Wille und die Schuldfähigkeit. Berlin Nedopil, N.: Neurobiologie, forensische Psychiatrie und juristische Urteilsfindung die Grenze unserer Erkenntnismöglichkeiten im Einzelfall. In: Bernsmann, K., Fischer, T. (Hrsg.): Festschrift für Ruth Rissing-van Saan. Berlin/New York Needleman, H.L. et al.: Bone lead levels in adjudicated delinquents. A case control study. Neurotoxology and Teratology 24 (2002), S Nevin, R.: Understanding international crime trends: The legacy of preschool lead exposure. MPRA Paper No , Universität München 2007; Pauen, M., Roth, G.: Freiheit, Schuld und Verantwortung: Grundzüge einer naturalistischen Theorie der Willensfreiheit. Frankfurt am Main Roth, G., Strüber, D.: Neurobiologische Aspekte reaktiver und proaktiver Gewalt bei antisozialer Persönlichkeitsstörung und Psychopathie. Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 58 (2009), S Roth, G.: Fühlen, Denken, Handeln: wie das Gehirn unser Verhalten steuert. Frankfurt am Main

5 Roth, G.: Willensfreiheit und Schuldfähigkeit aus Sicht der Hirnforschung. In: Roth, G., Grün, K.-J. (Hrsg.): Das Gehirn und seine Freiheit. Beiträge zur neurowissenschaftlichen Grundlegung der Philosophie. Göttingen 2006, S Roth, G.: Wie frei ist der "freie Wille" bei Gewaltstraftätern? In: Bielefeld, U. (Hrsg.): Gesellschaft Gewalt Vertrauen: Jan Philipp Reemtsma zum 60. Geburtstag. Hamburg 2012, S Roth, G., Lück, M., Strüber, D.: Willensfreiheit und strafrechtliche Schuld aus Sicht der Hirnforschung. Jahrbuch der Juristischen Gesellschaft Bremen, Bd. 7. Bremen 2006, S Roth, G., Lück, M., Strüber, D.: Gehirn, Willensfreiheit und Strafrecht. In: Senn, M., Puskás, D. (Hrsg.): Gehirnforschung und rechtliche Verantwortung. Stuttgart 2006, S Roth, G., Lück, M., Strüber, D.: Willensfreiheit und strafrechtliche Schuld aus Sicht der Hirnforschung. In: Lampe, E.-J., Pauen, M., Roth, G. (Hrsg.): Willensfreiheit und rechtliche Ordnung. Frankfurt am Main 2008, S Roth, G., Lück, M., Strüber, D.:»Freier Wille«und Schuld von Gewaltstraftätern aus Sicht der Hirnforschung und Neuropsychologie. Neue Kriminalpolitik 2006, S Roth, G.: Wie frei ist der freie Wille bei Gewaltstraftätern? In: Bielefeld, U., Bude, H., Greiner, B. (Hrsg.): Gesellschaft Gewalt Vertrauen. Hamburg 2012, S Roth, G.: Willensfreiheit und Schuldfähigkeit aus der Sicher der Hirnforschung. In: Roth, G., Grün, K.-J. (Hrsg.): Das Gehirn und seine Freiheit. Göttingen 2006, S Schleim, S.: Sind unsere Rechtsnormen tatsächlich mit den neuen wissenschaftlichen Funden unvereinbar? Klaus Günther über die naturalistische Herausforderung des Schuldstrafrechts. Telepolis v , online verfügbar unter Schleim, S.: Brains in context in the neurolaw debate: The example of free will and dangerous brains. International Journal of Law and Psychiatry 35 (2012), S Schleim, S., Spranger, T.M., Walter, H.: Von der Neuroethik zum Neurorecht? Telepolis v , online verfügbar unter Schünemann, B.: Audio-Podcast Vorlesungen der zur Rechtsphilosophie LMU 2012/13 (mit zwei Einheiten zur Willensfreiheit): https://itunes.apple.com/de/itunes-u/lmu-rechtsphilosophie/id ?mt=10&ign-mpt=uo%3D8. Senn, M., Puskás, D. (Hrsg.): Gehirnforschung und rechtliche Verantwortung. Fachtagung der Schweizerischen Vereinigung für Rechts- und Sozialphilosophie. Stuttgart 2006 mehrere Artikel. Shergill, S., u. a.: Two Eyes for an Eye: The Neuroscience of Force Escalation. Science 301 (2001), S Spilgies, G.: Die Kritik der Hirnforschung an der Willensfreiheit als Chance für eine Neudiskussion im Strafrecht. HRR-Strafrecht 6 (2005), S Stiels-Glenn, M.: Die Bedeutung der Neurowissenschaften für die Kriminologie. Holzkirchen Stompe, T., Schanda, H. (Hrsg.): Der freie Wille und die Schuldfähigkeit. Berlin 2010, S mehrere Artikel. Strasser, P.: Die Rückkehr der Biowissenschaften in die Kriminologie. In: Pilgram, A., Prittwitz, C. (Hrsg.): Kriminologie. Akteurin und Kritikerin gesellschaftlicher Entwicklung, Jahrbuch für Rechts- und Kriminalsoziologie. Baden-Baden 2005, S

6 Strüber, D., Lück, M., Roth, G.: Tatort Gehirn: Neurobiologische Merkmale von Gewalttätern. In: Gelitz, C. (Hrsg.): Profiler & Co. Stuttgart 2013, S Urbaniok, F., Hardegger, J., Rossegger, A., Endrass, J.: Neurobiologischer Determinismus. Fragwürdiger Schlussfolgerungen über menschliche Entscheidungsmöglichkeiten und forensische Schuldfähigkeit. In: Senn, M., Puskás, D. (Hrsg.): Gehirnforschung und rechtliche Verantwortung. Stuttgart 2006, S Weißer, B.: Ist das Konzept strafrechtlicher Schuld nach 20 StGB durch die Erkenntnisse der Neurowissenschaften widerlegt? Goltdammer s Archiv für Strafrecht 2013, S Schwerpunktstudienbereich Die Referate können als vierwöchige schriftliche Studienarbeit zum Schwerpunktbereich 3: strafrechtliche Rechtspflege im Sinne des 9 der Studien- und Prüfungsordnung der Universität Freiburg erbracht werden. In diesem Fall ist die Anmeldung bei der Vorbesprechung verbindlich. Wegen der Einzelheiten wird auf die Studien- und Prüfungsordnung, die zugehörige Durchführungssatzung sowie das betreffende Merkblatt verwiesen. Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass nach der verbindlichen Vergabe der Themen keine weitere Betreuung durch den Seminarveranstalter oder seine Mitarbeiter erfolgen darf. Die Interessenten werden deshalb gebeten, mögliche Fragen zu den einzelnen Themen vor der Vorbesprechung vorzubereiten, damit dort etwaige Unklarheiten beseitigt werden können. Teilnehmer, die ihr Referat nicht als schriftliche Studienarbeit im Sinne von 9 der Studienund Prüfungsordnung einreichen wollen, können zur Anfertigung des Referates den gesamten Zeitraum bis zwei Wochen vor dem Blockseminar in Anspruch nehmen und bei Bedarf während der Anfertigung des Referates betreut werden. 6

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