Geschäftsbericht 2013 der PSD Bank Nürnberg eg, 78. Geschäftsjahr

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1 Konditionen sind unsere Stärke Geschäftsbericht 2013 der PSD Bank Nürnberg eg, 78. Geschäftsjahr

2 Gelungene Gesamtkomposition Ein perfektes Solo ist für uns als genossenschaftliche Bank nicht das Maß der Dinge die gesamte Komposition und das Zusammenspiel aller Beteiligten zählen. Und selbst bei Rhythmus wechseln harmoniert unser Ensemble aus Mitarbeitern, Mitgliedern und Kunden. 2

3 Geschäftsbericht 2013 INHALTSVERZEICHNIS Aufstrebend: Vorwort des Vorstandes Robust: Konjunktur in Deutschland Im Aufwind: Eckdaten der PSD Bank Spürbar gewachsen: Entwicklung der Kundeneinlagen Steil bergauf: Entwicklung der Kundenkredite Gut aufgestellt: Entwicklung im Geschäftsbereich Betrieb Bewusstes Handeln: Nachhaltigkeit Unverzichtbar: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ereignisreich: Rückblick auf das Jahr 2013 Beispielhaft: Engagement in der Region Zukunftsorientiert: Ausblick 2014 Bericht des Aufsichtsrates Ihre PSD Bank Jahresabschluss 2013 Anhang Lagebericht Seite Seite Seite Seite Seite Seite Seite Seite Seite Seite Seite Seite Seite ALLGEMEINES Rechtsform Eingetragene Genossenschaft Handelsregister Amtsgericht Nürnberg, GnR Nr. 281 Hauptsitz Nürnberg, Willy-Brandt-Platz 8 Filialen Bankengruppe Vorstand Aufsichtsrat Ansbach, Martin-Luther-Platz 20 (Beratungsbüro) Aschaffenburg, Ludwigstr. 25 ( Beratungsbüro) Bamberg, Hauptwachstraße 11 Bayreuth, Wölfelstr. 7 (Beratungsbüro) Chemnitz, Markt 5 Dresden, Hauptstraße 36 Leipzig, Brühl 65 Würzburg, Ludwigstraße 22 Kreditgenossenschaft Johann Büchler (Vorsitzender) Günter Hörath (stellv. Vorsitzender) Helmut Hollweck Dipl.-Kfm. Josef Süß (Vorsitzender) Isolde Bräunling (stellv. Vorsitzende) Hartmut Distler Dr. Tilman Engel Hans-Joachim Gleim Dipl.-Ing. Bernhard Pfund Alfred Stegbauer Dipl.-Kfm. René Stein Edwin Then Verbandszugehörigkeit Verband der PSD Banken e. V. Dreizehnmorgenweg 36, Bonn Zentralbank Wir gratulieren DZ Bank AG (Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank), Frankfurt am Main dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dipl.-Kfm. Josef Süß zum 70. Geburtstag den Auszubildenden Michele Gärtner, Stephan Beismann und Jonas Walwei zur bestandenen Prüfung der Bankfachwirtin Sabine Haßler zur bestandenen Prüfung 3

4 VORWORT Johann Büchler Vorstandsvorsitzender Für ein gelungenes Konzert reicht es nicht aus, wenn Einzelne ein Lied anstimmen das ist im Geschäftsalltag einer Bank nicht anders. Wir von der PSD Bank meistern Herausforderungen als eingespielte Einheit, im selben Rhythmus, der gleichen Tonart und mit Taktgefühl. Denn so können die größten Erfolge gefeiert werden. 4

5 Geschäftsbericht 2013 Aufstrebend: Vorwort des Vorstandes SEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN, das Jahr 2013 war für Banken insgesamt ein Jahr des Umbruchs. Die Politik ist durch die negativen Ereignisse bis hin zur insolvenzdrohenden Ausblutung des Eigenkapitals bei einigen Großbanken in Europa stark sensibilisiert. Ziel der regulatorischen Änderungen soll sein, dass nie wieder eine Bank im Falle der Unterkapitalisierung mit Steuergeldern gerettet werden muss. Unabhängig von der Größe der Bank soll eine geordnete Insolvenz, ohne einhergehende systemische Erschütterungen, möglich sein. Die Großbanken mussten hierfür eine Art Testament verfassen und beschreiben, wie dies auch für Anleger schonend erfolgen kann. Wir sind keine große Bank und wollen es auch nicht werden. Gleichwohl sind wir von der Regulationsflut nicht selten betroffen und werden behandelt wie eine europäische Großbank. Es wird dann darauf verwiesen, dass es für Banken eine einheitliche gesetzliche Regelung gebe. Unser regionales und konservatives von Vorsicht geprägtes Geschäftsmodell, das sich in jeder Phase der Krise bewährt hat, erfährt damit nur eine geringe Würdigung; häufig werden wir mit den Verursachern der Krise in einen Topf geworfen. Trotz dieser vielen zusätzlichen administrativen Aufgaben konnte sich die PSD Bank Nürnberg eg in einem insgesamt freundlichen wirtschaftlichen Umfeld gut entwickeln und wiederum ihre Marktposition mit der Gewinnung von Kundeneinlagen und der Ausreichung von Kundenkrediten, vorwiegend Baufinanzierungskrediten, weiter festigen. Im Jahr 2013 konnten wir das Neugeschäftsvolumen steigern und bei insgesamt knapp Neukreditvergaben ein Volumen von 360 Millionen Euro zusagen. Wir bewegen uns dabei im Kreditbereich im Rahmen unserer Strategie schwerpunktmäßig auf dem Markt des traditionellen Kreditgeschäfts zur Finanzierung eines Immobilienerwerbs oder des Neubaus einer Wohnimmobilie. Die Anzahl und das Guthabenvolumen im Bereich der Tagesgeldkonten konnten ebenso wie beim Jugendgirokonto deutlich gesteigert werden. Nach wie vor betreibt die Europäische Zentralbank eine sehr expansive Geldpolitik, die vor allem den hochverschuldeten Staaten Südeuropas und deren Wirtschaft zu Gute kommen soll. Die Realwirtschaft in den hoch verschuldeten Staaten Europas leidet nach wie vor erheblich unter der Sparpolitik dieser Länder. Als besonders problematisch wird die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Staaten Südeuropas gesehen; eine bis zu 50-prozentige Arbeitslosigkeit junger Menschen belastet die zukünftige Entwicklung dieser Länder stark. Um den Bedarf an neuen Refinanzierungsmitteln für diese Staaten decken zu können, haben sowohl die europäische Notenbank EZB als auch das amerikanische Federal Reserve System Fed die Banken weiterhin ausreichend mit niedrig verzinslichem Kapital versorgt. Die geldpolitischen Schleusen bleiben vorerst weit geöffnet und die Nachfrage am Markt wird nahezu ungezügelt gedeckt. Die Politik der Euro-Länder ist zunehmend darauf ausgerichtet, die Entwicklung der Staatsschulden durch Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung einzudämmen. Die Auswirkungen für die Anleger waren weiterhin negativ; die ohnehin schon sehr niedrigen Einlagenzinsen wurden vor allem im kurzfristigen Laufzeitenbereich nochmals deutlich weiter gesenkt. Einhergehend mit niedrigen Inflationsraten befürchten viele Experten, dass wir in eine Deflationsspirale geraten könnten, die die bislang gut laufende Wirtschaft deutlich bremsen könnte. Die Zinserträge der Anleger sind nach wie vor sehr niedrig. Sparer erleiden trotz der sehr niedrigen Inflationsrate eine schleichende Entwertung ihrer Einlagen. Daher gilt weiterhin: Des einen Leid, des anderen Freud. Kreditnehmer konnten sich nach wie vor über historisch niedrige Zinssätze freuen. Die Flucht in sichere Immobilienanlagen nahm weiter zu, so dass in unseren Regionen Franken und Sachsen die Immobilienpreise für Bestandsimmobilien zulegten. Vor allem die Nachfrage in den städtischen und stadtnahen Gebieten hat nochmals an Dynamik gewonnen. Obwohl hier die Preise bereits in den letzten Jahren gestiegen sind, kann man nach wie vor nicht von einer Immobilienblase sprechen. Das Verhältnis von Miete zu Erwerbskosten lässt noch auf eine gute Basis bei der Preis-/Wertfindung von Wohnimmobilien schließen; die Gefahr eines deutlichen Preisrückganges bei Immobilien scheint in absehbarer Zeit eher gering zu sein. Der Neubau legt nicht im erforderlichen Maße zu, vor allem fehlt es an bezahlbarem Mietwohnraum für Familien und Geringverdiener in mittleren und großen Städten unseres Geschäftsgebietes. Die Preise für Bestandsobjekte in ländlichen und von der demografischen Entwicklung eher schrumpfenden Gebieten stagnieren. Doch auch hier sind die Baukosten für Neubauten schon alleine durch die zunehmenden Anforderungen an Energieeinsparung und Wärmedämmung kräftig gestie - gen. Erwerber von Wohnimmobilien oder Bauherren konnten im günstigsten Falle Kreditzinsen mit einer festen Bindung von 10 Jahren um die 2,00 % erreichen. Diese historisch niedrigen Zinssätze haben es vielen Menschen ermöglicht, sich ihren lange gehegten Traum von der eigenen Immobilie zu erfüllen. Vor diesem Hintergrund sind wir für das Jahr 2014 positiv, aber wachsam gestimmt. Wir haben die ersten wichtigen Schritte eingeleitet, um die Auswirkungen der lange anhaltenden Niedrigzinsphase sowohl für unsere Kunden als auch für unser Geschäftsmodell so gering wie möglich zu halten. Die PSD Bank Nürnberg eg ist wetterfest. Viele Wettbewerber sehen ihre Zukunft jetzt auch wieder im klassischen Einlagen- und Kreditgeschäft mit Privatkunden und gehen dabei aggressiv in die Offensive. Wir haben einen deutlichen Vorteil in dieser Ausgangssituation: eine über Jahrzehnte und Generationen hinweg erarbeitete, glaubwürdig an den Interessen unserer Mitglieder und Kunden ausgerichtete Geschäftspolitik. Wir müssen nicht regelmäßig die Geschäftsausrichtung ändern und den sich schnell auftuenden und versiegenden Einnahmequellen hinterherhecheln. Wir haben ein nutzenstiftendes Geschäftsmodell, arbeiten fair und partnerschaftlich mit unseren Kunden zusammen, sind nicht gewinnmaximiert ausgerichtet und wollen gemeinsam mit und nicht gegen unsere Mitglieder und Kunden erfolgreich sein. Es gibt einige Wettbewerber, die unser in den zurückliegenden Jahren häufig belächeltes Geschäftsmodell mit einfachen und transparenten Angeboten am liebsten kopieren wollen. 5

6 VORWORT Günter Hörath Vorstand Bereich Steuerung Helmut Hollweck Vorstand Kredit und Marktfolge Jeder Musiker und Komponist verbessert im Laufe seines Lebens seine Kunstfertigkeiten. Auch für uns als beratende Direktbank mit regionaler Verwurzelung ist eine stetige Weiterentwicklung ein Muss. Dabei bieten wir unseren Kunden zu jeder Zeit Stabilität und Verlässlichkeit. Dies ist uns auch im letzten Geschäftsjahr durch Gewissenhaftigkeit und vollen Einsatz gelungen. Konditionen sind unsere Stärke und gehören für unsere Genossenschaftsbank einfach zum guten Ton. Um unseren Kunden hervorragende Konditionen, attraktive Angebote und Dienstleistungen bieten zu können, muss wie bei einem Orchester das Arrangement aller Instrumente stimmen. Nur so erklingt die Melodie, die man gerne hört. 6

7 Geschäftsbericht 2013 Aufstrebend: Vorwort des Vorstandes Im Jahr 2013 haben wir mehr als neue Kunden und neue Mitglieder gewinnen können. Der Mitgliederzuwachs ist auch auf das im Jahr 2011 eingeführte Mitgliederbonusprogramm zurückzuführen. Wir erhielten mehrfach Auszeichnungen und wurden für Preise nominiert. So wurde die PSD Bankengruppe im dritten Jahr in Folge zur beliebtesten Regionalbank gekürt. Auch im Jahr 2014 rechnen wir wieder mit einer steigenden Anzahl neuer Kundinnen und Kunden. Speziell bei privaten Wohnbaufinanzierungen, ob Neubau oder Umschuldungen von anderen Banken, bleibt die Nachfrage stetig auf einem sehr hohen Niveau. Wir konnten uns in den letzten Jahren zum gefragten und geschätzten Baufinanzierungsinstitut in der Region entwickeln. Trotz des sehr erfreulichen Wachstums im Einlagenbereich mit einer Volumensteigerung von 6,4 % ist es uns wieder gelungen, die neu gewonnenen Einlagen unverzüglich in Form von Krediten wieder an unsere Kunden auszuleihen. Abseits des Geschäftslebens versuchen wir da zu helfen, wo wir Not, Elend und Bedürftigkeit erkennen. Wir werden dies weiterhin mit einem starken Bezug zu unserem Geschäftsgebiet und unseren Kunden tun. So konnten wir im letzten Jahr mehr als Euro an soziale und karitative Einrichtungen in Franken und Sachsen spenden. Geld, das, wie wir glauben, gut und sinnvoll eingesetzt wird. Der Sozialbilanz können Sie die Adressaten der Spendenmittel entnehmen. Für die PSD Bank Nürnberg eg verlief das Jahr 2013 sehr erfolgreich. In nunmehr 78 Jahren haben die Mitglieder und Kunden mit ihrer Treue und ihrem Vertrauen dazu beigetragen, dass sich die Bank zu einer modernen und zukunftsorientierten Vollbank entwickeln konnte. Wir haben dabei den ursprünglichen Selbsthilfe- und Genossenschaftsgedanken stets aktiv praktiziert und bei allen Entwicklungen nicht aus den Augen verloren. Die PSD Bank Nürnberg eg wird weiterhin das in den letzten 20 Jahren etablierte Geschäftsmodell der regionalen Direktbank mit Beratung beibehalten und punktuell weiterentwickeln. Die Entwicklung sowohl im Vergleich mit der gesamten Bankenbranche als auch im Vergleich mit den weiteren 14 PSD Banken bundesweit ist überdurchschnittlich gut. Wir wollen neue Kundengruppen ansprechen und von den Leistungen der Bank überzeugen. Das stabile Wachstum der Kundengeschäftszahlen im Jahr 2013 bietet hier eine gute Ausgangslage für das laufende Jahr. Wir wollen im hart umkämpften Bankenmarkt, in dem der Wettbewerb europäischer wird, mit transparenten und sinnvollen Produkten neue Kunden von unseren Leistungen überzeugen. Sie können uns unterstützen; wir bitten Sie: EMPFEHLEN SIE UNS WEITER! Auch im Jahr 2013 haben wir die Förderung unserer Kunden und Mitglieder ganz oben auf der Agenda angesiedelt und in Form von zinsgünstigen Angeboten sowohl im Einlagen- als auch im Kreditbereich umgesetzt. Unser Mitgliederbonusprogramm belohnt eine intensive Mitgliederbeziehung. Wichtig war uns auch hier, dass wir die Rahmenbedingungen klar, eindeutig und für unsere Mitglieder nachvollziehbar darstellen. Das Vorgehen der PSD Bank Nürnberg ist kunden- und mitarbeiterorientiert in die Zukunft ausgerichtet, das Handeln ist ökonomisch geprägt und stiftet für die Mitglieder und Kunden einen Nutzen. Als Selbsthilfeeinrichtung gegründet, wollen und werden wir diese Schwerpunkte im genossenschaftlichen Sinne unserer Mitglieder weiterentwickeln. Mitglieder und Kunden erreichen uns in den Filialen persönlich und jederzeit über Telefon und Internet. In vielen Fällen erledigen wir das Vereinbarte einfach, schnell und unbürokratisch. Selbstverständlich soll und kann die verstärkte Nutzung der Informationstechnologie die persönliche Beratung nicht verdrängen. Unsere Kunden und Interessenten sollen lediglich die weitere Möglichkeit erhalten, schnell und einfach auch im Rahmen ihrer individuellen Bedürfnisse auf unsere Produkte und Dienstleistungen zuzugreifen. Wir wollen unsere Position als moderne Direktbank in den Regionen Franken und Sachsen mit persönlicher und kompetenter Beratung in den Filialen vor Ort, am Telefon oder im Internet stärken. Gerne begleiten wir Sie auf Ihrem Weg in die eigenen vier Wände, zu einer sinnvollen privaten Altersvorsorge, beim Vermögensaufbau oder zur Deckung einer kurzfristigen Finanzierungslücke und bei der Abwicklung Ihres privaten Zahlungsverkehrs. Wir bieten unseren Kunden mit attraktiven Produkten und günstigen Konditionen sinnvolle, überschaubare und nutzenstiftende Bankdienstleistungen. Gleichzeitig stehen wir in der Pflicht, diesen Gedanken täglich immer wieder aufs Neue unter Beweis zu stellen. WIR DANKEN WIE JEDES JAHR GERNE unseren Mitgliedern, Kundinnen und Kunden für das entgegengebrachte Vertrauen und die angenehme und konstruktive Zusammenarbeit, den Verbundpartnern, den Mitarbeitern der Bausparkasse Schwäbisch Hall, der Investmentgesellschaft Union Investment, der DZ Bank und der R+V Versicherung für den steten und zukunftsorientierten Einsatz in der Zusammenarbeit, natürlich auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Leistungswillen und ihr Engagement. Sie haben mit Sachkompetenz und persönlichem Einsatz die Betreuung unserer Kunden in allen finanziellen Fragen sichergestellt. Die internen Abteilungen haben sie dabei tatkräftig unterstützt und günstige Rahmenbedingungen geschaffen. 7

8 VORWORT WIRTSCHAFTSLAGE Positiv gestimmt Durch die robuste Entwicklung der ökonomischen Rahmenbedingungen im vergangenen Jahr konnten wir gemeinsam die Projekte positiv gestimmt angehen, bühnenreif umsetzen und so unser Oeuvre klangvoll vollenden. 8

9 Geschäftsbericht 2013 Robust: Konjunktur in Deutschland DAX SCHLIESST MIT ALLZEITHOCH Zu Beginn des Dezembers 2013 sah es an den internationalen Aktien - märkten dies- und jenseits des Atlantiks nicht nach einer Jahresendrallye aus. Die Kurse waren durch die Furcht der Anleger belastet, die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve könne die monetären Konjunkturstützen früher als angenommen drosseln. Darüber hinaus dämpfte die europäische Zentralbank (EZB) die Stimmung, indem sie signalisierte, ihre Geldpolitik vorerst nicht noch expansiver zu gestalten. Zur Monatsmitte drehte die Stimmung aufgrund überraschend besserer Konjunkturdaten in Europa und mehrerer Unternehmensfusionen in den USA. Der deutsche Leitindex DAX-30 legte in den letzten beiden Dezemberwochen 2013 um über 4,6 Prozent zu und erreichte mit 9.594,35 Punkten (30.12.) ein neues Allzeithoch. Insgesamt zog der DAX-30 im Jahr 2013 um 26 Prozent an, die Nebenwerteindizes MDax und TecDax stiegen sogar im Jahresverlauf um 39 Prozent bzw. 41 Prozent. Im internationalen Vergleich gehörte der DAX zur Spitzengruppe unter den wichtigsten Indizes. KONJUNKTUR ENTWICKELT SICH ROBUST Die gute Verfassung der deutschen Aktienmärkte fußte auch auf der robusten Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands stieg im Jahresdurchschnitt 2013 um 0,4 Prozent über den Vorjahresstand. Für das Jahr 2014 rechnen Fachleute mit einem deutlich höheren BIP-Wachstum von rund 1,8 Prozent. Basis für diese Einschätzungen ist die Erwartung, dass neben den Konsumausgaben auch die Investitionen zunehmend zur zweiten Wachstumsstütze werden könnten. Der Beitrag des Außenhandels zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung dürfte hingegen leicht negativ ausfallen. Zwar wird für das Jahr 2014 eine merkliche Belebung der deutschen Exportaktivitäten erwartet, jedoch werden voraussichtlich die Importe, gestützt durch eine starke Binnennachfrage, stärker zulegen. Vor allem die privaten Konsumausgaben in Deutschland stiegen im vergangenen Jahr 2013 kontinuierlich an. Zu diesem Anstieg trugen besonders die Lohnerhöhungen und der weitere Beschäftigungsaufbau bei. Zudem wurden die Privathaushalte zu Jahresanfang durch eine Senkung des Beitragssatzes zur gesetzlichen Rentenversicherung, die Abschaffung der Praxisgebühr und durch eine leichte Erhöhung des steuerlichen Grundfreibetrages entlastet. ARBEITSMARKT WEITERHIN GÜNSTIG Vor allem die positive Grundverfassung am deutschen Arbeitsmarkt kennzeichnet das Jahr Die Anzahl an Erwerbstätigen ist weiter gestiegen und lag im Jahresdurchschnitt bei 41,8 Millionen Personen. Paradoxerweise ist die Zahl der Arbeitslosen im Jahr 2013 ebenfalls leicht gestiegen. Zum einen weitete sich die Erwerbsbeteiligung der deutschen Bevölkerung aus, zum anderen zieht vor dem Hintergrund eines sich abzeichnenden Konjunkturaufschwungs der sehr aufnahmebereite deutsche Arbeitsmarkt immer mehr Zuwanderer aus dem Ausland an. Ferner hängt dieses Paradoxon mit unterschiedlichen Erhebungsmethoden von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der deutschen Bundesagentur für Arbeit zusammen. Von dem im Koalitionsvertrag vorgesehenen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro je Stunde dürften im Jahr 2014 noch keine spürbaren Effekte auf dem Arbeitsmarkt ausgehen, da dieser erst ab dem Jahr 2015 eingeführt werden soll. EURO-KRISENLÄNDER KÖNNTEN FINANZMÄRKTE BELASTEN Konjunkturelle Risiken werden für das Jahr 2014 vor allem im internationalen Umfeld gesehen. So ist denkbar, dass die von Krisen betroffenen Euroländer in ihren Konsolidierungs- und Reformbestrebungen nachlassen werden. Wieder aufkeimende Zweifel an der dauerhaften Tragfähigkeit der Schuldenlast könnten dann zu neuen Spannungen und Verwerfungen an den Finanzmärkten führen. Fast in Vergessenheit geraten ist die zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) und der Europäischen Union (EU) angestrebte transatlantische Handelsliberalisierung. Schließlich vereinen die beiden Handelsblöcke gemessen an der Kaufkraft rund 40 Prozent der Weltwirtschaftsleistung auf sich, tauschen untereinander ein knappes Drittel aller global gehandelten Waren und Dienstleistungen aus und bestreiten rund 60 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen weltweit. Experten erwarten jedoch keine nachhaltigen Erfolge auf dem Weg zum transatlantischen Handels- und Investitionsabkommen (TTIP). Weniger die Hoffnung auf dieses Abkommen als die Sorge vor einer erneuten Eskalation im US-Haushaltsstreit wegen der Überschreitung der Verschuldungsgrenzen oder eine erneute Zuspitzung der europäischen Staatsverschuldung stehen im Fokus des Interesses der volkswirtschaftlichen Experten für das Jahr

10 ECKDATEN Präzision bildet den Grundakkord Die perfekte Darbietung eines Opernsolos kommt nicht von ungefähr mehr Mitglieder und Kunden auch nicht. Perfektion und Erfolg sind das Ergebnis intensiven Engagements. Bei unserem genossenschaftlichen Geschäftsmodell bilden Präzision und Gewissenhaftigkeit den Grundakkord, Sicherheit und Vertrauen den Auftakt für ein stimmiges Zusammenspiel. Nach einer Anfang Januar 2014 in Frankfurt veröffentlichten Studie der DZ-Bank dürften die Geldvermögensbestände der privaten Haushalte im letzten Jahr um 270 Milliarden Euro (5,4 %) auf 5,2 Billionen Euro gestiegen sein. Verantwortlich für das Plus sei insbesondere das Kursfeuerwerk an den Aktienmärkten gewesen, betonten die Experten. Die Deutschen investierten jedoch nur gut 6 % ihres Vermögens in Aktien viele Privatanleger hätten sich nach früheren Crashs komplett vom Aktienmarkt verabschiedet. Daneben war die Sparneigung der Bundesbürger auch angesichts des Niedrigzinsumfelds ungetrübt. Bevorzugt wurden dabei konservative, sichere Anlagevarianten. teilweise sogar übertreffen. Die Nachfrage unserer Privatkunden nach Anlageprodukten und Baufinanzierungen hielt unvermindert an. Bilanzsumme und Zuwächse in Mio. Bilanzsumme Zuwachs 2,192 2,332 2,431 2,534 2,706 Das abgelaufene Geschäftsjahr der PSD Bank brachte auf Gesamtbankebene durchweg erfreuliche Resultate. Wir konnten die hochgesteckten Planziele in allen wichtigen Bereichen egalisieren bzw Jahr

11 Geschäftsbericht 2013 Im Aufwind: Eckdaten der PSD Bank BILANZSUMME Die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland verlief 2013 eher verhalten; die weltwirtschaftlich weiter schwierigen Rahmenbedingungen ließen keine Euphorie aufkommen. Dennoch ist es uns gelungen, die Bilanzsumme um stolze 6,8 % auszuweiten (Vorjahr: + 4,2 %). Damit konnten wir unser Planziel mehr als erfüllen. Im Berichtsjahr wuchs das Bilanzvolumen um 172 Millionen auf den Schlusswert am Jahresultimo von 2,706 Milliarden Euro an. KUNDENZUWACHS Als Direktbank mit Beratung wollen wir auch in Zukunft kontinuierlich wachsen. Dabei setzen wir für erklärungsbedürftige Produkte wie z. B. die Baufinanzierung auf qualifizierte persönliche Beratung in unseren Filialen. Unser großes Plus sind einfache, schlanke Bearbeitungsstrukturen im Back Office, die schnelle Durchlaufzeiten ermöglichen. Mit dieser Kombination haben wir den richtigen Weg eingeschlagen. Das beweist das stetige Kundenwachstum am besten. Über Neukunden haben im Berichtsjahr den Weg zur PSD Bank gefunden. Die Gesamtkundenanzahl konnte 2013 weiter gesteigert werden: Der Zuwachs lag bei erfreulichen 2,28 % (Vj.: + 0,89 %). In den dargestellten Zahlen zum Stichtag sind sowohl Mitglieder als auch Kunden ohne Mitgliedschaft enthalten. Die für das neue Geschäftsjahr vorliegenden Kündigungen von Mitgliedern sind darin bereits berücksichtigt. Von den Privatkunden betreuten die drei Filialen in Sachsen am Jahresultimo rund 27,95 %; das entspricht Kunden (Vj.: ). eine stärkere Kundenbindung an unser genossenschaftliches Haus. Die Mitglieder sollen im Gegenzug Vorteile in Form von geldwerten Bonuspunkten, exklusiven Sonderaktionen und einer Dividendenzahlung genießen. Anzahl Mitglieder BILANZPRÜFUNG Jahr Der Verband der PSD Banken mit Sitz in Bonn ist Prüfinstanz für seine 15 Mitgliedsbanken. Geprüft werden Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der genossenschaftlichen PSD Banken zur Feststellung der wirtschaftlichen Verhältnisse und der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung. Die jährliche Bilanzprüfung der PSD Bank Nürnberg eg fand im Zeitraum bis statt (mit Unterbrechungen). Dem Jahresabschluss 2013 wurde der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt. Anzahl Kunden Jahr MITGLIEDERZAHLEN IM PLUS GESCHÄFTSERGEBNIS 2013 Für das Berichtsjahr wird ein Gewinn in Höhe von rund 6,04 Mio. Euro ausgewiesen, im Vorjahr wurden dagegen 5,47 Mio. Euro erzielt. Wir können mit dieser Steigerung erneut sehr zufrieden sein. Für das Jahr 2013 werden die Mitglieder wieder mit einer Dividende in Höhe von 5,0 % am Erfolg ihrer PSD Bank beteiligt. Neben der Basisdividende werden die Punkte aus dem Bonusprogramm ausgeschüttet. Die Mitglieder erhalten für ihre Produktnutzung insgesamt mehr als Punkte, die jeweils einen Euro wert sind (Vorjahr: Punkte). Unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben und der Satzung schlagen Vorstand und Aufsichtsrat vor, den Bilanzgewinn 2013 folgendermaßen zu verwenden: Seit im Jahr 2010 die Mitgliederzahl ihren Tiefpunkt erreicht hatte, ging es in den Folgejahren stetig bergauf. Im Berichtsjahr stieg die Mitgliederzahl um deutliche 3,38 % (Vj.: + 1,20 %). Wir haben mit dem sten Mitglied ein wichtiges Etappenziel erreicht. Dabei standen Neuzugängen Kündigungen gegenüber, die jedoch erst mit der Generalversammlung 2014 wirksam werden. Etwa 23,21 % der Mitglieder, nämlich , entfallen auf den sächsischen Teil des Geschäftsgebietes. Mitgliedergewinnung ist und bleibt eines unserer erklärten Ziele, wobei beide Seiten davon profitieren sollen. Wir wünschen uns Ausschüttung von 5,0 % Dividende auf Geschäftsguthaben Bonuszahlung aus dem MitgliederBonusprogramm Zuführung zur gesetzlichen Rücklage Zuführung an andere Ergebnisrücklagen insgesamt ,22 Euro ,00 Euro ,00 Euro ,41 Euro ,63 Euro 11

12 VORWORT GESCHÄFTSBEREICH EINLAGEN Der gute Ton überzeugt Gute Konditionen, eine faire, objektive Beratung sowie exzellente Produkte das ging ins Ohr und sorgte im vergangenen Jahr für einen überzeugenden Grundton. Unsere Kunden hörten ihn gern, nutzten unsere attraktiven Anlageangebote und folgten dem melodischen Klang unseres Wahlspruchs: Konditionen sind unsere Stärke! 12

13 Geschäftsbericht 2013 Spürbar gewachsen: Entwicklung der Kundeneinlagen ENTWICKLUNG DES EINLAGENVOLUMENS Das Zinsniveau blieb auch im Berichtsjahr weiter niedrig, die Renditeaussichten für Anleger verbesserten sich daher nicht signifikant. Die Banken nahmen, infolge der Liquiditätsschwemme der europäischen Zentralbank und der Rücknahme des Leitzinses im Allgemeinen, ihre Zinsen noch weiter zurück. Ausnahmen bildeten fast ausschließlich Kreditinstitute mit ausländischem Hintergrund. Sie senkten die Zinsen zwar ebenfalls teils erheblich, boten aber immer noch überdurchschnittlich gute Konditionen, sammelten so deutsches Kapital ein und setzten ihre Praxis fort, die Gelder in das jeweilige Stammland zu transferieren. Wir beobachteten die Zinslandschaft genau; als klar war, dass der Zinstrend weiter nach unten zeigte, kamen auch wir nicht umhin, ebenfalls Zinssenkungen in abgemilderter Form an unsere Kunden weiterzugeben. Dennoch waren unsere Anlageprodukte konkurrenzfähig, da die Anleger andere Qualitäten als das reine Renditeversprechen zu schätzen wussten. Gute Konditionen plus eine faire, objektive Anlageberatung sorgten dafür, dass wir im abgelaufenen Geschäftsjahr ein deutlich erhöhtes Wachstum beim Einlagenvolumen um 6,3 % feststellen konnten (Vj.: + 3,4 %). Diese positive Entwicklung zeigt, dass wir gepaart mit günstigen Konditionen ein gutes Gesamtpaket anbieten konnten und so auf das Vertrauen unserer Kunden bauen können. Zuwachs Einlagevolumen in Mio Jahr ANLEGER SETZEN WEITER AUF FLEXIBILITÄT Im Berichtsjahr verfestigte sich die Nachfrage nach kurzfristigen Anlageformen weiter. Anleger wollten sich nicht in vermeintlich niedrigen Zinsen binden und eventuell steigende Renditechancen offen halten. Die Taktik, Kapital möglichst flexibel anlegen zu wollen, ist verständlich. Die Kunden entschieden sich deshalb verstärkt für das PSD TagesGeld, das erneut einen wahren Boom erlebte. Das hier geparkte Volumen stieg um satte 47,8 % auf insgesamt über 769 Mio. Euro an und überholte damit das auf dem SparDirekt-Konto mit dreimonatiger Kündigungsfrist geparkte Guthabenvolumen in Höhe von mehr als 562 Mio. Euro deutlich. Ein überzeugendes Argument für das TagesGeld war letztlich auch die gute Verzinsung. REGELMÄSSIGES SPAREN LIEGT IM TREND Deutschlandweit nahm der private Konsum im Berichtsjahr leicht zu. Unsere Kunden bauten trotz des gesteigerten Konsumverhaltens weiter ihr finanzielles Polster Monat für Monat auf. Dies belegt am besten die positive Entwicklung des PSD SparPlans, der attraktiv verzinst wird und mit einem laufzeitabhängigen Bonus auf die Zinsen überzeugt. Die Kurve zeigt unverändert steil nach oben: In 2013 wuchs das Volumen um rund 11,8 % auf über 62 Mio. Euro an. Der Fokus liegt auf regelmäßigem Sparen, weil Anleger auch mit kleinen Beträgen ihre Sparziele erreichen können. Ein Anlagetipp wäre zudem, Sparraten einfach auf das PSD TagesGeld laufen zu lassen. So profitiert man von den guten Konditionen für täglich fällige Gelder Entwicklung PSD SparPlan in T Jahr PSD GIRODIREKT UND SEINE VARIANTEN Das PSD GiroDirekt mit gestaffelter Guthabenverzinsung und täglicher Verfügbarkeit bleibt für viele Anleger attraktiv sowohl als kurzfristige Geldanlagemöglichkeit als auch als vollwertiges Gehaltskonto. Insgesamt konnten die Girokonten erneut um 11,3 % zulegen; am Jahresende waren hier 251,2 Mio. Euro geparkt. Kostenlose Kontoführung ohne Wenn und Aber und das bequeme OnlineBanking waren einleuchtende Argumente, um das Gehaltskonto zu eröffnen. Als besonderes Highlight aus Kundensicht erwies sich die Produktvariante PSD für Kinder bis hin zu jungen Erwachsenen bis 27 Jahre. Nicht zuletzt dank der überdurchschnittlich guten Verzinsung verdoppelte sich im Berichtsjahr die Anzahl der Konten annähernd und lag am Jahresultimo bei Auch das Guthabenvolumen stieg von 5,8 Mio. Euro auf stolze 13,3 Mio. Euro an. WERTPAPIERKUNDEN SIND WEITER IN WARTESTELLUNG Die Kurse des wichtigsten deutschen Aktienindex entwickelten sich im vergangen Jahr sehr positiv. Der Index stieg von Punkten zum Jahresbeginn auf nahezu Punkte zum Jahresende. Von diesem erheblichen Anstieg profitierten im Wesentlichen institutionelle Investoren und Großanleger. Die Schere zwischen den großen, reichen Anlegern und den kleinen, durchschnittlichen Anlegern, die wegen der unsicheren wirtschaftlichen Lage vorwiegend konservativ und festverzinslich anlegten, hat sich weiter aufgetan. Obwohl wir im Laufe des Jahres in unseren Publikationen und in vielen Kundenberatungen auf die Chancen am Aktienmarkt verwiesen, haben sich nur wenige Anleger näher mit Anlagemöglichkeiten in Aktien oder aktiennahen Fondsprodukten auseinandergesetzt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg das Volumen des verwalteten Kundenvermögens in diesem Anlagesegment von 224,3 Mio. Euro auf 252,3 Mio. Euro. Einen deutlichen Beitrag leisteten dabei die Kursgewinne der in den Kundendepots befindlichen Wertpapiere und Fonds. 13

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