SICHERHEITSINSTITUT d vormals BVD-Blatt GE 9. Brandschutztüren und -tore. 1 Allgemeines. 2 Planung und Ausführung. 3 Hinweise.

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1 SICHERHEITSINSTITUT Brandschutztüren und -tore Sicherheitsdokument d vormals BVD-Blatt GE 9 Seite 1 Allgemeines 1.1 Geltungsbereich Begriffe Brandschutztechnische Bedeutung Wahl der Feuerwiderstandsklasse Anforderungen 2 2 Planung und Ausführung 2.1 Türarten Türrahmen Türblätter Verleimung Verglasungen Beschläge Schwellen Türen und Tore in Fluchtwegen Kennzeichnung 4 3 Hinweise 3.1 Vorschriften, Normen, Richtlinien Sicherheitsdokumentation Brandschutz Folgeblätter zu diesem Sicherheitsdokument VKF-Publikationen 6 Sicherheitsinstitut Institut de Sécurité Istituto di Sicurezza CH-8001 Zürich, Nüschelerstrasse 45, Tel , Fax CH-2000 Neuchâtel, Rue du Crêt-Taconnet 8b, Tél , Fax CH-6900 Lugano-Massagno, Via San Gottardo 77, Tel , Fax CH-4002 Basel, WKL , Tel , Fax Internet:

2 Brandschutztüren und -tore 1 Allgemeines 1.1 Geltungsbereich Dieses Sicherheitsdokument beschreibt Brandschutztüren und -tore; für Klappen, Deckel und Schieber sowie Abschlüsse für Förderanlagen gelten sinngemäss die gleichen Ausführungen. In der Regel ist ein Prüfnachweis erforderlich, ausgenommen davon sind Brandschutztüren und -tore, wie sie in den Folgeblättern (siehe Ziff. 3.3) dargestellt sind. Die Erfordernisse der Arbeitssicherheit wurden in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen berücksichtigt, nicht behandelt sind die Aspekte der Einbruchsicherheit. 1.2 Begriffe Türen Tore Brandabschnitte Brandzellen 1.3 Brandschutztechnische Bedeutung Türen sind Durchgänge für Personen und höchstens 6,25 m 2 gross. Tore sind Durchgänge für Fahrzeuge, Tiere und Güter. Brandabschnitte sind Räume oder Raumgruppen, die durch feuerbeständige Wände und Decken sowie Brandschutztüren und -tore begrenzt werden. Brandzellen sind Einzelräume mit mindestens feuerhemmenden Wänden, feuerbeständigen Decken sowie Brandschutztüren. Feuerwiderstandsfähige Wände und Decken von Brandabschnitten und -zellen erfüllen ihre Aufgabe nur dann, wenn die Öffnungen mit Brandschutztüren bzw. -toren geschützt sind. Diese Massnahmen verhindern die Brandausweitung und stellen Flucht- und Löschangriffswege sicher. 1.4 Wahl der Feuerwiderstandsklasse 1.5 Anforderungen Feuerwiderstandsklassen T30, R30 und A60 Feuerwiderstandsklassen T60, T90 und R60 Der erforderliche Feuerwiderstand von Brandschutztüren und -toren richtet sich nach der Brandgefährdung. In der Regel genügt die Feuerwiderstandsklasse T30. Durch organisatorische oder technische Massnahmen muss sichergestellt sein, dass Brandschutztüren und -tore im Brandfall geschlossen sind. Sofern die Bedingungen dieses Sicherheitsdokuments mit seinen Folgeblättern (siehe Ziff. 3.3) eingehalten sind, ist für Brandschutztüren und -tore dieser Feuerwiderstandsklassen kein besonderer Prüfnachweis erforderlich. Für Brandschutztüren und -tore dieser Feuerwiderstandsklassen ist ein Prüfnachweis eines anerkannten Prüfinstitutes zu erbringen. 2 Planung und Ausführung 2.1 Türarten Türen und Tore können aus Holz, Holzwerkstoffen, Metall, Glas oder anderen geeigneten Materialien bestehen. Nach Art der Betätigung werden unterschieden: Flügel-, Schiebe-, Kipp-, Falt-, Drehtüren, Hub-, Rolltore usw. 2

3 Beispiele von Türen und Toren Einflügelige Türe Zweiflügelige Türe Schiebetor Kipptor Falttor Zylinder-Drehtüre Hubtor Rolltor 2.2 Türrahmen Für Brandschutztüren und -tore sind Stahlzargen bzw. -winkelprofile erforderlich; Türrahmen von T30-Türen können aus Holz (Holzarten siehe Ziff. 2.3) bestehen. Sie müssen mittels Spreizdübeln, Steinschrauben, Bankeisen, Schlaudern usw. im umgebenden Bauteil solid verankert sein. Zargen sind allseitig satt auszumörteln. Das Ausschäumen mit brennbarem Material ist nicht zulässig. 2.3 Türblätter Türblätter T30 können aus brennbarem Material, z.b. Holz oder Holzwerkstoffen, bestehen. Für die Kantenverstärkung sind folgende Holzarten zulässig: Afrormosia, Afzelia (Doussie), BiIlinga, Eiche, Iroko, Makoré, dunkelrotes Meranti, Robinie (Falsche Akazie), Roteiche, Sapelli, Sipo und Wenge sowie lamellenverleimtes Buchenholz (Lamellendicke 2,5 mm). Türblätter T60 und T90 müssen aus nichtbrennbarem Material bestehen. 3

4 2.4 Verleimung 2.5 Verglasungen 2.6 Beschläge Für Brandschutztüren und -tore sind Leime mit erhöhter Temperaturbeständigkeit, z.b. Harnstoff-Formaldehyd-(UF)-, Melamin-Formaldehyd-(MF)-, Phenol-Formaldehyd-(PF)-Leime sowie Polyuretan-(PUR)-Leimsysteme, zu verwenden. Sind aus Gründen der Arbeitssicherheit Sichtöffnungen aus R30-Gläsern, z.b. Drahtglas oder Drahtspiegelglas, erforderlich, besteht keine Prüfpflicht, wenn folgende Maximalmasse nicht überschritten werden: T cm 2, T60 und T cm 2. Alle für den dichten Abschluss wichtigen Beschläge, wie Türbänder (Fischbänder, Eindrehbänder usw.), Verschlüsse usw., müssen der Brandeinwirkung widerstehen. Die Falle muss den sicheren Verschluss gewährleisten; Rollfallen, Schnäpper u.ä. sind nicht zulässig. Sofern die Drücker aus einem Material mit Schmelzpunkt < 1000 C, z.b. Aluminium, bestehen, müssen sie einen Stahlkern enthalten. Bei mehrflügeligen Brandschutztüren ist eine Schliessfolgeregelung und eine nach oben wirkende Verriegelung des Stehflügels vorzusehen. Türschliesser bzw. Schliessvorrichtungen von normalerweise offenstehenden Brandschutztüren müssen im Brandfall automatisch schliessen. 2.7 Schwellen Schwellen sind in der Regel nicht erforderlich, ausgenommen bei Räumen, in denen brennbare Gase oder Dämpfe auftreten. Abb. 3 Schwelle. Abb. 4 Bodenabsaugung. 2.8 Türen und Tore in Fluchtwegen Türen und Tore in Fluchtwegen müssen in Fluchtrichtung öffnen Schiebe-, Roll-, Falt-, Hub- und Drehtüren sind im Fluchtweg in der Regel nicht zulässig. Es müssen daher separate Flügeltüren angeordnet werden. Ist dies nicht möglich, kann mit Zustimmung der Behörden eine Schlupftüre (Servicetüre) eingebaut werden. 2.9 Kennzeichnung In vielen Fällen ist es zweckmässig, Brandschutztüren und -tore als solche zu kennzeichnen. 4

5 3 Hinweise Weitere Richtlinien und Publikationen, die im Zusammenhang mit diesem Sicherheitsdokument zu beachten sind: 3.1 Vorschriften, Normen Richtlinien Brandschutz im Holzbau (SIA-Dokumentation 83) Türen, Tore und Fenster (EKAS-Richtlinie, Form. 1511) Türen, Tore und Fenster ein Thema? (SUVA-Form ) Türen und Tore (SIA-Norm 343) 3.2 Sicherheitsdokumentation Brandschutz (vormals Brandschutzdossier) Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für das Holz (Lignum) Falkenstrasse Zürich Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) Arbeitssicherheit Fluhmattstrasse 1 Postfach 6002 Luzern Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein (SIA) Selnaustrasse 16 Postfach 8093 Zürich Schweizerisches Institut zur Förderung der Sicherheit (Sicherheitsinstitut) Nüschelerstrasse 45) 8001 Zürich Baustoffe, Bauteile und Brandschutzabschlüsse (BVD-Blatt GE 1) Brandabschnitte (Sicherheitsdokument d) Wände (BVD-Blatt GE 3) Decken (Sicherheitsdokument d) Brandschutzverglasungen (BVD-Blatt GE 8) Signalisationstafeln (Sicherheitsdokument d) 3.3 Folgeblätter zu diesem Sicherheitsdokument Flügeltüren T30 aus Holzspanplatten (Sicherheitsdokument d) Konstruktionen und Details von Brandschutzabschlüssen, die ohne Prüfnachweis einen bestimmten Feuerwiderstand aufweisen, sind in Folgeblättern zu diesem Sicherheitsdokument dargestellt. Schiebetüren und -tore T30 aus Holzspanplatten (Sicherheitsdokument d) Rauch- und flammendichte Flügeltüren R30 (Sicherheitsdokument d) 5

6 Flügeltüren T30 in Stahlkonstruktion (Sicherheitsdokument d) Flügel- und Falttüren A60 für Aufzugsschächte (Sicherheitsdokument d) Schiebetüren A60 für Aufzugsschächte (Sicherheitsdokument d) Vertikalschiebetüren A60 für Aufzugsschächte (Sicherheitsdokument d) 3.4 VKF-Publikationen Brandschutznorm Brandschutzrichtlinien Schweizerisches Brandschutzregister Herausgeber: Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) Bundesgasse 20 Postfach Bern 6

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