Aus Holz für Holz. Fortbildungsstätte Ostfildern

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1 Aus Holz für Holz Das Forum Holzbau in Ostfildern dient gleich neun Verbänden als Domizil und fungiert auch als Seminargebäude. Der als Passivhaus konzipierte Neubau zeigt die Vielfalt des modernen Holzbaus. 70 mikado edition 2012

2 Projekt 14 Fortbildungsstätte Ostfildern 71

3 Alle Räume gruppieren sich um die zentrale Treppe. Sie bestimmt das Erscheinungsbild ebenso wie die beiden Fachwerkträger für das Oberlicht im Dach Die Interessenvertretung des Holzbaus Baden-Württemberg hat sich mit dem neuen - und Seminargebäude in Ostfildern, dem Forum Holzbau, ein neues Gesicht gegeben. Das Gemeinnützige Berufsförderungswerk des Baden-Württembergischen Zimmerer- und Holzbaugewerbes hat damit einen Meilenstein in der Geschichte des Verbands gesetzt. Die moderne Architektur zeigt in Kombination mit innovativer Holzkonstruktion und klimafreundlichem Energiekonzept das enorme Potenzial des Baustoffes Holz. Doch bis die gemeinsame Geschäftsstelle der Holzbau- Organisationen kurz vor Weihnachten 2011 ihr neues Haus beziehen konnte, dauerte es einige Zeit: Das alte Verbandsgebäude im Stuttgarter Osten, ein Massivbau aus dem Jahr 1955, entsprach längst nicht mehr den Anforderungen eines modernen Dienstleistungszentrums und hätte aufwendig saniert werden müssen. Um die anstehenden Investitionen sinnvoll einzusetzen, entschied sich der Bauherr im Jahr 2003 für einen zeitgemäßen Neubau an einem neuen Standort. Gefunden hat er ihn nach längerer Suche schließlich in Ostfildern auf einem ehemaligen Kasernengelände. Wettbewerbssieger finden richtiges Konzept Das neue Gebäude sollte den aktuellen Stand des Holzbaus widerspiegeln und die Funktionen eines Dienstleistungszentrums und einer Bildungseinrichtung erfüllen. Dazu wurde im Jahr 2010 ein eingeladener Wettbewerb ausgelobt, den das Stuttgarter Architekturbüro Glück+Partner gewonnen hat. Die Planer haben das Multifunktionsgebäude sogar dreigeschossig konzipiert: Dabei setzt das in Holzbauweise ausgeführte Erd- und Obergeschoss auf einem Unter- bzw. Hanggeschoss aus Stahlbeton auf. Gleichzeitig kragt das Obergeschoss auf der Straßenseite 5 m über das 25 m lange und 21,5 m breite Erdgeschoss aus und bietet den Nutzern einen witterungsgeschützten Eingangsbereich. So gibt der Neubau 1220 m 2 Nutzfläche auf drei Ebenen her: Das sind in der Hauptsache räume für die Verbandsgeschäftsstelle und Seminarräume für das Berufsförderungswerk. Ein Speisesaal mit Catering-Küche sowie Lager- und räume ergänzen Sämtliche Wandflächen und Decken erhielten eine Holzverschalung aus nahezu astfreiem Weißtanne-Profilholz 72 mikado edition 2012

4 sie. Alle Räume sind um ein Atrium mit zentraler Treppe angeordnet. Das großzügige Foyer im Erdgeschoss dient als Erschließungsfläche und Pausenbereich samt nahtlosem Übergang zu einem Speisesaal. Es soll aber auch Ausstellungen und größeren Veranstaltungen Platz bieten. Oberlicht versorgt Atrium mit Tageslicht Die zentral angeordnete Treppe spannt ohne Zwischenpodest und mit massivem Geländer aus Furnierschichtholz über 7 m vom Erdgeschoss ins Obergeschoss. Sie wirkt wie eine Raumskulptur und bestimmt das Erscheinungsbild im Gebäudeinnern. Direkt über der Treppe ständern zwei Fachwerkträger einen Teil der Dachdecke auf und fungieren als Oberlicht. Beidseitig verglast, lassen sie über eine Länge von 15 m viel Tageslicht ins Atrium. Passivhaus in sparsamer Holzbauweise Die Holzkonstruktion des Erd- und Obergeschosses besteht aus Holzrahmenbau- und Brettsperrholz-Wänden in Kombination mit speziell verklebten Hohlkasten-Decken bzw. Holzrippen-Dach-Elementen aus Furnierschichtholz. Mit ihnen ließen sich im Vergleich zu den üblichen Holzbalkendecken und -dachkonstruktionen bis zu 40 Prozent Material einsparen. Die Wahl und Anordnung der jeweiligen Bauteile sorgt für die Gesamtaussteifung des Gebäudes sogar der Personen- und Lastenaufzug samt nebenliegendem Treppenhaus bestehen aus Brettsperrholz-Elementen. Steckbrief Obergeschoss Bauvorhaben: Forum Holzbau Ostfildern (bei Stuttgart) Bauweise: Holzrahmen- und Holzmassivbauweise (Brettsperrholz) in Kombination mit Hohlkasten- und Holzrippen-Elementen auf Stahlbeton-Sockelgeschoss Bauzeit: Februar bis Dezember 2011 Baukosten: 4,3 Mio. Euro (mit Grundstück), davon Euro für den konstruktiven Holzbau Bruttogeschossfläche: 1750 m 2 Nutzfläche: 1220 m 2 Umbauter Raum: 6730 m 3 Bauherr: Gemeinnütziges Berufsförderungswerk des Baden-Württembergischen Zimmerer- und Holzbaugewerbes GmbH D Ostfildern ı Architektur und Entwurf: Glück+Partner GmbH Freie Architekten BDA D Stuttgart ı Tragwerksplanung, Bauphysik: tragwerkeplus Ingenieurgesellschaft mbh & Co. KG Dipl.-Ing. Markus Vollmer D Reutlingen ı HLS-Planung: Planungsbüro S.H. Keppler D Ulm ı Holzbauer: müllerblaustein Holzbau GmbH D Blaustein ı Produktion und Lieferung der BSP-Holz-Platten: Merk Holzbau GmbH D Bad Wurzach-Unterschwarzach Produktion und Lieferung der Weißtanne-Profilhölzer: Franz Habisreutinger GmbH & Co. KG D Weingarten ı Fotos: Susanne Jacob-Freitag ı Habisreutinger Autorin: Susanne Jacob-Freitag, Karlsruhe Besprechung Besprechung Erdgeschoss Hanggeschoss Kopieren Foyer Foyer Küche Küche Speiseraum 73

5 Die Lüftung erfolgt über Auslässe, die je nach Gestaltung des Raums in abgehängten Decken, Deckenkoffern oder Einbauschränken integriert sind Die Gebäudehülle wurde entsprechend den Anforderungen an eine Passivhausbauweise mit erhöhtem Wärmeschutz und erhöhten Anforderungen an die Fugendichtigkeit ausgeführt. Vorgehängte, hinterlüftete Fassadenelemente mit Holz-, Glas- und Metalloberflächen bekleiden die Außenwandflächen. Die bis zu 24 cm dick gedämmten Außenwände erreichen U-Werte zwischen 0,13 und 0,14 W/(m 2 K). Das 28 cm dick gedämmte Dach weist sogar einen Wert von 0,11 W/(m 2 K) auf. Die Frischluftversorgung aller - und Seminarräume erfolgt neben einer natürlichen Lüftungsmöglichkeit über eine mechanische Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Brandschutzbekleidung mit Holz verschalt Um die Feuerwiderstandsklasse F30 zu erfüllen (Kapselkriterium K30), mussten Aufzug, Haupttreppenhaus und alle tragenden Bauteile in Gipsfaserplatten gehüllt werden. Das ist umso erstaunlicher, da man heute beim Betreten des Gebäudes überall nur Holz sieht. Möglich macht das eine zusätzliche Holzverschalung aus nahezu astfreiem Weißtanne-Profilholz. Zum Brandschutzkonzept gehört auch eine spezielle Türe im Hanggeschoss: In Verlängerung des Treppenlaufs vom EG ins Hanggeschoss ist eine große Flügeltür an der Gebäudeaußenwand angeordnet. Sie führt in einen Stahlbetonschacht außerhalb des Gebäudes und erstreckt sich über die gesamte Gebäudebreite. Er ist oben offen bzw. mit einem Gitterrost abgedeckt. Im Brandfall gehen die beiden Türen zum Luftschacht automatisch auf. Gleichzeitig gibt es in der Gebäudeaußenwand über dem Treppenlauf vom EG ins OG Rauchabzugsklappen, die sich im Brandfall öffnen. Vor den Klappen sind drei Rauchgasventilatoren angeordnet. Mit Liebe zum Detail Besonders wichtig war den Architekten ein schlichtes Erscheinungsbild. Das zeigt sich innen in den glatten Wandoberflächen und den Bauteilübergängen. Sichtbar wird das zum Beispiel in den flächenbündig in die Wände eingebauten Türen. Noch viele andere Details ließen sich hier aufzählen, der Gesamteindruck wirkt jedoch für sich. EGGER EUROSTRAND OSB TOP PROFESSIONAL DIE HOCHLEISTUNGSPLATTE IM HOLZBAU Zulassung Z-. - für bis mm EGGER EUROSTRAND OSB TOP GARANTIERT IHNEN Sicherheit durch bauaufsichtliche Zulassung Sehr gute Luftdichtigkeit durch hohe Rohdichte Ökologische Vorteile durch formaldehydfreie Verleimung und Umwelt-Produktdeklaration Einfache, wirtschaftliche Lösungen bei Brandschutzanforderungen (F /F ) Nutzen Sie unsere Technische Hotline: oder besuchen Sie uns im Internet: 74 mikado edition 2012 EGGER Holzwerkstoffe Wismar GmbH & Co. KG Im Haffeld Wismar Deutschland

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