Rigips. Trockenbau-Praxis.

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1 Rigips Trockenbau-Praxis.

2 by Rigips. Auflage 02/06. Die vorliegende Publikation richtet sich an Sie als geschulte Fachkraft. Eventuell enthaltene Abbildungen von ausführenden Tätigkeiten sind keine Verarbeitungsanleitungen, es sei denn, sie sind als solche ausdrücklich gekennzeichnet. Alle Angaben dieser Druckschrift entsprechen dem neuesten Stand der Entwicklung und wurden nach bestem Wissen und Gewissen für Sie erarbeitet. Da wir stets bestrebt sind, Ihnen die bestmöglichen Lösungen anzubieten, sind Änderungen aufgrund anwendungs- oder produktionstechnischer Verbesserungen vorbehalten. Versichern Sie sich, ob Sie die aktuellste Ausgabe dieser Druckschrift vorliegen haben. Druckfehler sind nicht auszuschließen. Rigips-Produkte weisen in der Regel höhere Qualitätsmerkmale auf als von den anwendbaren technischen Normen gefordert. Rigips- Produkte sind aufeinander abgestimmt. Ihr Zusammenwirken ist durch interne und externe Prüfungen bestätigt. Sämtliche Angaben dieser Druckschrift gehen von der ausschließlichen Verwendung von Rigips-Produkten aus. Sofern nicht ausdrücklich anders beschrieben, kann aus den Angaben in dieser Druckschrift nicht auf die Kombinierbarkeit mit fremden Systemen oder auf die Austauschbarkeit einzelner Teile durch fremde Produkte geschlossen werden; insoweit kann eine Gewährleistung oder Haftung nicht übernommen werden. Bitte beachten Sie auch, dass unseren Geschäftsbeziehungen ausschließlich unsere Allgemeinen Verkaufs-, Lieferungs- und Zahlungsbedingungen (AGBs) in der aktuellen Fassung zugrunde liegen. Unsere AGBs erhalten Sie auf Anfrage oder im Internet unter:www.rigips.de/download/agb.pdf Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit und wünschen Ihnen stets gutes Gelingen mit unseren Systemlösungen. Ihr Rigips-Team

3 Rigips Vertriebsorganisation Vertriebsleitungen regional Region Anschrift Telefon Telefax Süd Rigips GmbH Verkaufsbüro 1 Kappstr Herrenberg (Gültstein) Süd Rigips GmbH Verkaufsbüro 2 Kappstr Herrenberg (Gültstein) Mitte Rigips GmbH Verkaufsbüro 3 Paul-Ehrlich-Str Rödermark/Ober-Roden Mitte Rigips GmbH Verkaufsbüro 4/5 An der Silberkuhle Schwerte Nord Rigips GmbH Verkaufsbüro 6 Fuggerstr Leipzig Nord Rigips GmbH Verkaufsbüro 7 Rigipsstraße Brieselang Nord Rigips GmbH Verkaufsbüro 8 Fuggerstr Leipzig Kundenservicezentrum Telefon Telefax Serviceline Nord 8 Produktionsstandorte Gipsplatten Produktionsstandort Gipsputze Mitte Produktionsstandorte Dämmstoffe Logistikzentren Produktionsstandort Profile 2 1 Süd 1

4 Inhaltsverzeichnis Einleitung Plattenarten 4 Brandschutz 6 Schallschutz 14 Wände Trennwände Installations- Riegel- Wandin Ständer- wände wände bekleidungen bauweise Rigips Die Dicke 26 Rigips Die Leichte 36 Rigidur 40 Verbundplatte Rigidur 30 PS 44 Rigidur Estrichelemente PS und MF 48 Rigicell 52 Verbundplatte Rigicell 30 PS 54 Riflex 58 Rigips GK Form 62 Rigips Bauplatte RB 64 Rigips Die Blaue 64 Rigips Feuerschutzplatte RF 64 Verbundplatten Rigitherm / / / Ausführung Arbeitstechniken 91 Arbeitstechniken mit kartonummantelten Gipsplatten 98 Arbeitstechniken im Trockenbau 112 Türöffnungen 115 Lastenbefestigungen 118 Materialbedarf 122 Lieferprogramm 128 Allgemeine Geschäftsbedingungen 139 2

5 Decken Dachgeschoss Trockenestrich abgehängt direkt- Dächer Abseiten Kehlbalken auf Holz auf Massivbefestigt boden / /84 / /84 82/84 3

6 Übersicht der Plattenarten Längskanten Plattendicken Rigips Die Dicken (GKFI) 20 mm Vario-Kante (HRAK) Rigips Die Dicken RFI (GKFI) 20 mm Vario-Kante (HRAK) Rigips Die Leichte (GKB) 25 mm Vario-Kante (HRAK) Rigips Die Leichte RBI (GKBI) 25 mm Vario-Kante (HRAK) Rigidur (Gipsfaserplatten) 10 mm, 12,5 mm und 15 mm scharfe Kante (SK) Verbundplatte Rigidur (Gipsfaserplatten) Rigidur Estrichelemente (Gipsfaserplatten) Rigicell Rigidur 10 = 10,0 mm Rigidur 12,5 = 12,5 mm Rigidur 30 PS = 10,0 mm + 20,0 mm PS Rigidur Estrichelem. 20 = 2 x 10,0 mm Rigidur Estrichelem. 25 = 2 x 12,5 mm Kaschierte Estrichelemente 10 und 16 mm halbrunde Kante (HRK) Verbundplatte Rigicell Rigicell 30 PS = 10 mm + Polystyrol Riflex 6 mm scharfe Kante (SK) Rigips GK Form 6,5 mm abgeflachte Kante (AK) Rigips Bauplatten RB (GKB) 9,5 und 12,5 mm Vario-Kante (HRAK) Rigips Bauplatten RBI (GKBI) 12,5 mm Vario-Kante (HRAK) Rigips Die Blaue (GKB) 12,5 mm Vario-Kante (HRAK) Rigips Feuerschutzplatten RF (GKF) 12,5 und 15 mm Vario-Kante (HRAK) Rigips Feuerschutzplatten RFI (GKFI) 12,5 mm Vario-Kante (HRAK) Verbundplatten Rigitherm (PS und MF) 30/40 PS = 9,5 mm + Polystyrol PS = 12,5 mm + Polystyrol MF = 12,5 mm + Mineralwolle 4

7 Beschaffenheit kartonummantelte Gipsplatten, vorgrundiert, faserarmierter Gipskern, geschlossene Oberfläche kartonummantelte Gipsplatten, kernimprägniert, verzögerte Wasseraufnahme, faserarmierter Gipskern, geschlossene Oberfläche kartonummantelte Gipsplatten, optimiertes Gewicht, geschlossene Oberfläche Anwendung Universell einsetzbar als Wohnbau- oder Feuerschutzplatte zur Herstellung von Wand- und Deckensystemen mit und ohne Brandschutz-Anforderungen Zur Herstellung von Wand- und Deckensystemen mit und ohne Brandschutz-Anforderungen in häuslichen Bädern und ähnlich genutzten Räumen mit und ohne Brandschutz-Anforderungen Wohnbauplatte zur Herstellung von Wand- und Deckensystemen kartonummantelte Gipsplatten, optimiertes Gewicht, kernimprägniert, verzögerte Wasseraufnahme, geschlossene Oberfläche vorgrundierte Gipsfaserplatten, geschlossene Oberfläche Imprägnierte Wohnbauplatte zur Herstellung von Wandsystemen in häuslichen Bädern und ähnlich genutzten Räumen Ausbauplatte zur Herstellung von Wand- und Deckensystemen mit und ohne Brandschutzanforderung. vorgrundierte Gipsfaserplatten, geschlossene Oberfläche Verbundplatte zur Wärmedämmung von Wänden (Vorsatzschalen) vorgrundierte Gipsfaserplatten, vorgefertigte Elemente mit Stufenfalz mit/ohne Kaschierung, geschlossene Oberfläche Faserarmierte, kartonummantelte Gipsplatte Rigicell 10 = grundiert Rigicell 16 = grundiert und imprägniert vorgrundierte, kartonummantelte Gipsplatte, mit rückseitiger Kaschierung aus Polystyrol 15 Trockenestrich für den Schall- und Wärmeschutz Handliche Ausbauplatten; Rigicell 16 für den Einsatz in häuslichen Bädern o. ä. mit und ohne Brandschutz-Anforderungen Verbesserung der Wärmedämmung von Wänden Gipsplatte mit beidseitig eingelegtem Glasvlies, geschlossene Oberfläche, formbar Zur Herstellung von geschwungenen Wand- und gewölbten Deckensystemen mit und ohne Brandschutz-Anforderungen kartonummantelte Gipsplatte, geschlossene Oberfläche, formbar Zur Herstellung von geschwungenen Wand- und gewölbten Deckensystemen ohne Brandschutz-Anforderungen kartonummantelte Gipsplatten, geschlossene Oberfläche Zur Herstellung von Wand- und Deckensystemen i. d. R. ohne Brandschutz-Anforderungen kartonummantelte Gipsplatten, kernimprägniert, verzögerte Wasseraufnahme, geschlossene Oberfläche kartonummantelte Gipsplatten, geschlossene Oberfläche Zur Herstellung von Wand- und Deckensystemen in häuslichen Bädern und ähnlich genutzten Räumen i. d. R. ohne Brandschutz-Anforderungen Zur Herstellung von Wand- und Deckensystemen i. d. R. ohne Brandschutz-Anforderungen kartonummantelte Gipsplatten, faserarmierter Gipskern, geschlossene Oberfläche kartonummantelte Gipsplatten, kernimprägniert, verzögerte Wasseraufnahme, faserarmierter Gipskern, geschlossene Oberfläche kartonummant. Gipsplatten mit rückseit. Kaschierung aus Polystyrol (PS) zur Wärmedämmung; aus Mineralwolle (MF) zur Wärme-/Schalldämmung, geschlossene Oberfläche Zur Herstellung von Wand- und Deckensystemen mit Brandschutz-Anforderungen Zur Herstellung von Wand- und Deckensystemen in häuslichen Bädern und ähnlich genutzten Räumen mit Brandschutz-Anforderungen Verbesserung der Wärmedämmung (MF oder PS) bzw. Verbesserung der Schalldämmung (MF) von Wänden 5

8 Brandschutz Rigips der Brandschutzexperte Rigips ein Pionier von Anfang an 50 Jahre Brandschutz-Erfahrung, so stellt sich Rigips als Experte mit einem innovativen Programm für den Baulichen Brandschutz dar. Schon 1949 wurde Rigips das erste Prüfzeugnis vom damaligen Institut für Baustoffkunde und Materialprüfung der Technischen Hochschule Braunschweig ausgestellt. Sicherheit im Brandfall Heute bietet Rigips ein breites Spektrum an hervorragenden Produkten und Konstruktionen für den vorbeugenden baulichen Brandschutz, damit sich kein Brandherd ausbreiten und verheerende Schäden an Mensch, Tier oder Sachgütern hervorrufen kann. Hunderte von Prüfzeugnissen und Zulassungen dokumentieren das einwandfreie Funktionieren unserer Rigips-Konstruktionen nach DIN Qualität nach EN ISO 9001 Rigips verpflichtet sich zu höchster Qualität. Dies gilt sowohl für die Produkte als auch für unsere Mitarbeiter, die Ihnen täglich mit Rat und Tat fachkompetent zur Verfügung stehen. Ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem, das uns verpflichtet und bei Ihnen in allen Bereichen, von der ersten Beratung bis hin zum fertiggestellten System, Vertrauen schafft. Gips mit eingebauter Feuerwehr Für den Brandschutz einzusetzende Rigips-Platten basieren auf dem Naturprodukt Gips. Es enthält kristallgebundene Wasseranteile, die im Brandfall als Löschwasser dienen. Dieser dann austretende Wasserdampf bewirkt, dass die Temperatur der Oberfläche nicht höher als C ansteigen kann, solange sich Wasserdampf bildet. In z. B. Der Dicken 20 sind, ausgehend von einem Durchschnittsanteil der Wasserkristalle von 21%, pro m 2 über 4 Liter Löschwasser enthalten. Innovative Systemlösungen Rigips bietet eine Vielzahl von Systemlösungen an, die einfachere Konstruktionsaufbauten beinhalten und auch sehr viel schlanker sind als vergleichbare Systeme der DIN Hiermit werden nicht nur Materialkosten eingespart, sondern auch die Bauzeit verkürzt. So werden Brandschutzsysteme und Detaillösungen angeboten, die Ihnen helfen sollen, Ihr Brandschutzkonzept schlüssig und kostengünstig umzusetzen. Des Weiteren bietet Rigips dort Systemlösungen an, wo genormte Konstruktionen nicht mehr ausreichen, wie z. B. die Rigips Brandwand TB, Installations-/Kabelkanäle sowie Stützen-/Trägerbekleidungen aus Ridurit etc. Das ist nur mit absoluten Spitzenerzeugnissen möglich, die, aufeinander abgestimmt, ein Komplettsystem bilden. Neue Ideen, intensive Entwicklungsarbeit und umfangreiche Prüfserien in Brandschutz-Instituten führen zu einem ständigen Fortschritt des heute technisch Möglichen. Für diese geprüfte Sicherheit stehen Ihnen Fachkräfte in der Entwicklungs- und Anwendungstechnik zur Verfügung, die auch schon einmal zur anwendungstechnischen Vervollkommnung das Unmögliche möglich machen. Sollte für eine besondere Bausituationen kein Prüfzeugnis zutreffen, sind Ihnen unsere Brandschutzexperten im Innen- oder Außendienst gerne mit einem fachkompetenten Konstruktionsvorschlag behilflich, der in Anlehnung an bestehende Prüfzeugnisse entweder mit einem Gutachten abgedeckt oder direkt von der örtlichen Bauaufsicht akzeptiert werden kann. Prüfzeugnisse und Zulassungen Geprüfte Konstruktionen werden einzeln in Prüfzeugnissen bzw. Zulassungen in Wort und Bild beschrieben. Die zur jeweiligen Systemlösung aufgeführten Materialien sind bindend und nicht durch andere oder ähnliche Materialien austauschbar. Einzelne Komponenten sind evtl. dicker (größer) dimensionierbar. Hierfür ist die Rücksprache mit unserem technischen Service notwendig. Nicht alle notwendigen Details können hier erläutert werden, deshalb gilt: Zur Ausführung jeder der hier im Katalog enthaltenen Konstruktion muss das entsprechende Prüfzeugnis/Gutachten bzw. Zulassung oder DIN 4102 zurate gezogen werden! Das Rigips-Labor Rigips hat sehr früh den Bereich Forschung und Entwicklung vorangetrieben. Ein zentrales Labor mit qualifizierten Mitarbeitern befindet sich in Bodenwerder. Hier werden mit modernsten Laborund Analysegeräten Gipse und andere Baustoffe auf all ihre produkt- und verarbeitungsrelevanten Eigenschaften untersucht. 6

9 Für innovative Entwicklungen und die Optimierung vorhandener Produkte, gerade für den Brandschutz, werden hier neue Rezepturen entwickelt, geprüft und produktionstechnisch erprobt. Eine wichtige Aufgabe sind aber auch qualitätssichernde Untersuchungen. Diese beziehen sich sowohl auf die Rohstoffe, die in den Produktionsprozess gelangen, als auch auf die Fertigprodukte. Neben den klassischen Untersuchungsmethoden werden heute auch modernste elektronische Untersuchungsverfahren und -geräte eingesetzt. Das Rigips-Brandhaus Der ständig steigende Einsatz insbesondere von Rigips-Brandschutz- Konstruktionen in Krankenhäusern, Schulen, Verwaltungsgebäuden usw. erfordert aufgrund baurechtlicher Vorschriften immer mehr Entwicklungen geeigneter Systeme und deren Modifikationen. Dazu bedarf es eigener qualifizierter Prüfeinrichtungen. Ein Brandofen für Vorprüfungen von Brandschutz- Konstruktionen, der ständig auf dem neuesten Stand der Technik gehalten wird, gibt Rigips die Möglichkeiten, der Innovation von Produkten und Systemen gerecht zu werden und somit dem Planer und Architekten, dem Trockenbauer und Handel jederzeit das technisch Mögliche anzubieten und weiter zu verfeinern. Vor dem offiziellen Brandversuch in einem Materialprüfungsamt kann jede Neuentwicklung auf Herz und Nieren überprüft werden, um dem Markt ein optimales Spitzenerzeugnis anzubieten. 7

10 Brandschutz Begriffe und Anforderungen nach DIN 4102 mitgeltenden Normen DIN 4102 In der DIN 4102 werden brandschutztechnische Begriffe, Anforderungen und Prüfungen für Bauteile und Baustoffe festgelegt. Als Bauteile im Sinne dieser Norm gelten Wände, Decken, Stützen, Unterzüge, usw. Bauteile mit brandschutztechnischen Sonderanforderungen wie Brandwände, Feuerschutzabschlüsse, Abschlüsse in Fahrschachtwänden, Verglasungen der Feuerwiderstandsklasse G, Lüftungsleitungen etc. werden hinsichtlich der Begriffe, Anforderungen und Prüfungen in DIN 4102 Teil 3 bzw. Teil 5 bis 7 behandelt. Bitte beachten: Die hier aufgeführten Begriffserklärungen und Erläuterungen sind Auszüge für Planer, Architekten und Anwender des Trockenbaus aus der DIN 4102 von 1994 und aus dem Entwurf der DIN /91. Sie ersetzen nicht die Ausarbeitung mit den Langtexten der DIN 4102 und derer mitgeltenden Normen! DIN 4102 (Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen) DIN Baustoffe DIN Bauteile DIN Brandwände und nichttragende Außenwände DIN Zusammenstellung und Anwendung klassifizierter Baustoffe, Bauteile und Sonderbauteile DIN Feuerschutzabschlüsse, Abschlüsse in Fahrschachtwänden und gegen feuerwiderstandsfähige Verglasungen DIN Lüftungsleitungen DIN Bedachungen DIN Kleinprüfstand DIN Kabelabschottungen DIN Rohrummantelungen, Rohrabschottungen, Installationsschächte und -kanäle sowie Abschlüsse ihrer Revisionsöffnungen DIN Funktionserhalt von elektrischen Kabelanlagen DIN Brandschutzverglasungen DIN Bodenbeläge und Bodenbeschichtungen DIN Brandschacht DIN Durchführung von Brandschachtprüfungen DIN Schmelzpunkt von Mineralfaser-Dämmstoffen DIN Feuerschutzabschlüsse selbstschließend Weitere wichtige Normen im Trockenbau DIN nichttragende innere Trennwände DIN 4108 Wärmeschutz im Hochbau DIN 4109 Schallschutz im Hochbau DIN Schaumkunststoffe als Dämmstoffe im Bauwesen DIN Faserdämmstoffe für das Bauwesen DIN Leichte Deckenbekleidungen und Unterdecken DIN 181 Gipskartonplatten DIN Verarbeitung von Gipskartonplatten DIN Zubehör zur Verarbeitung von Gipskartonplatten DIN Montagewände aus Gipskartonplatten DIN Gipskarton-Verbundplatten 8

11 Begriffe aus der DIN 4102 Vorbeugender Brandschutz Der vorbeugende Brandschutz umfasst Maßnahmen zur Verhinderung eines Brandausbruchs und einer Brandausbreitung sowie zur Sicherung der Rettungswege und schafft Voraussetzungen für einen wirkungsvollen abwehrenden Brandschutz. Brandabschnitt Der Brandabschnitt ist der Teil eines Gebäudes oder einer Gebäudegruppe, der durch Wände und/oder Decken begrenzt ist, für die bestimmte Anforderungen gelten. Brandwände Brandwände sind Wände zur Trennung oder Abgrenzung von Brandabschnitten. Sie sind dazu bestimmt, die Ausbreitung von Feuer auf andere Gebäude oder Gebäudeabschnitte zu verhindern. Brandwände müssen den in Abschnitt bis genannten Anforderungen genügen, es sei denn, dass sie eine höhere Feuerwiderstandsdauer (siehe Abschnitt 4.2.5) entsprechend besonderen bauaufsichtlichen Bestimmungen aufweisen müssen. 4.2 Anforderungen: 4.2.1: Brandwände müssen aus Baustoffen der Klasse A nach DIN 4102 Teil 1 bestehen : Brandwände müssen die Forderungen der Abschnitte und ohne Anordnung von Bekleidungen erfüllen : Brandwände müssen bei mittiger und ausmittiger Belastung die Anforderungen mind. der Feuerwiderstandsklasse F 90 nach DIN 4102 Teil 2 erfüllen : Brandwände müssen bei den Prüfungen nach Abschnitt unter der dort definierten Stoßbeanspruchung standsicher und raumabschließend im Sinne von DIN 4102 Teil 2 bleiben weiter siehe DIN 4102 Teil 3. Baustoffklassen Das Brandverhalten von Baustoffen wird nicht nur von der Art des Stoffes beeinflußt, sondern insbesondere auch von der Gestalt, der spezifischen Oberfläche und Masse, dem Verbund mit anderen Stoffen, den Verbindungsmitteln sowie der Verarbeitungstechnik. Diese Einflüsse sind bei den Vorbereitungen von Prüfungen, bei der Auswahl von Proben und bei der Interpretation der Prüfergebnisse sowie bei der Kennzeichnung von Baustoffen zu berücksichtigen. Die Baustoffe werden nach ihrem Brandverhalten in Klassen eingeteilt, siehe folgende Tabelle. Die Kurzzeichen und Benennungen dürfen nur dann verwendet werden, wenn das Brandverhalten nach DIN 4102 Teil 1 ermittelt worden ist. Ermittlung der Baustoffklassen a) durch Brandprüfungen Die Baustoffklasse wird auf der Grundlage von Prüfungen nach dieser Norm (DIN 4102) ermittelt. Baustoffe, die unter den Begriff Bauprodukt nach den Landesbauordnungen fallen und die zwar die allgemeinen Anforderungen an die jeweilige Baustoffklasse erfüllen, - für deren Klassifizierung jedoch die Prüfergebnisse nach dieser Norm allein nicht ausreichen (siehe DIN , Abs , und ) oder - bei denen die Voraussetzungen für die Klassifizierung jedoch durch Ergebnisse aus zusätzlichen Prüfungen nach anderen Prüfverfahren erfüllt werden sollen, bedürfen zusätzlicher Beurteilungen. (Diese Baustoffe bedürfen als bauaufsichtlichen Verwendbarkeitsnachweis einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung oder einer Zustimmung für den Einzelfall) b) ohne Brandprüfungen Die in DIN 4102 Teil 4 genannten Baustoffe sind ohne weitere Brandprüfungen in die dort angegebene Baustoffklasse einzureihen. Baustoffklassen Baustoffklasse A A1 A2 B B 1 B 2 B 3 Bauaufsichtliche Benennung nichtbrennbare Baustoffe brennbare Baustoffe schwer entflammbar normal entflammbar leicht entflammbar 1) Nach den Prüfzeichenverordnungen der Länder bedürfen nichtbrennbare Baustoffe (Klasse A), soweit sie brennbare Bestandteile enthalten, und schwerentflammbare Baustoffe (Klasse B1) eines Prüfzeichens des Deutschen Instituts für Bautechnik, sofern sie nicht im Anhang zur Prüfzeichenverordnung ausgenommen sind. Nachweise des Brandverhaltens von Baustoffen A 1 - Gips, Kalk, Zement, Beton, Mörtel, Ziegel, Steine j durch DIN 4102 Teil 4 abgedeckt - Ridurit j Nachweis durch allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Z-PA-III Mineralfasern mit geringfügiger Kunstharzbindung j Nachweis durch allgemeine bauaufsichtliche Zulassung erforderlich A2 - Gipskartonplatten (Rigips Feuerschutzplatten RF) j durch DIN 4102 Teil 4 abgedeckt - Gipsfaserplatten, Mineralwolle mit Kunstharzbindung j Nachweis durch allg. bauaufsichtliche Zulassung bzw. allg. bauaufsichtliche Prüfzeugnis erforderlich B1 - Holzwolle-Leichtbauplatten, Hart-PVC j durch DIN 4102 Teil 4 abgedeckt - Polystyrol-Schaum (PS), Spanplatten mit Ausrüstung j Nachweis durch allgemeine bauaufsichtliche Zulassung erforderlich B 2 - Holz, Dachpappe j durch DIN 4102 Teil 4 abgedeckt 9

12 Brandschutz Begriffe und Anforderungen nach DIN 4102 mitgeltenden Normen F 30-B F 30-AB F 30-A F 90-AB F 90-A feuerhemmend feuerhemmend und in den wesentlichen Teilen aus nicht brennbaren Baustoffen feuerhemmend und aus nichtbrennbaren Baustoffen feuerbeständig und in den wesentlichen Teilen aus nicht brennbaren Baustoffen feuerbeständig und aus nichtbrennbaren Baustoffen Brandverhalten von Bauteilen Das Brandverhalten von Bauteilen wird durch die Feuerwiderstandsdauer und durch weitere, nachfolgend aufgeführte Eigenschaften gekennzeichnet. Die Feuerwiderstandsdauer ist die Mindestdauer in Minuten, während der ein Bauteil die gestellten Anforderungen nach DIN erfüllt. Bauaufsichtliche Benennungen Folgende bauaufsichtliche Benennungen entsprechen den in DIN 4102 Teil 2, Tabelle 2 angegebenen Benennungen (Wände, Decken, Stützen) j siehe Tabelle links oben. Mitgeltende Normen - Rechtsgrundlagen für die Erteilung allgemeiner bauaufsichtlicher (baurechtlicher) Zulassungen - DIN VDE 0108 Teil 1, Beiblatt 1 (Baurechtl. Regelung von Starkstromanlagen und Sicherheitsstromversorgung in baulichen Anlagen für Menschenansammlungen insbes. 7 Absatz 4 der Arbeitsstättenverordnung) - Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Leitungsanlagen (Muster- Leitungsanlagen-Richtlinie MLAR), Fassung März Vorschlag für einen Einführungserlass, betreffend DIN 4102 Teil 11 (Vorschlag 1/88 des DIBt Berlin) Feuerwiderstandsklassen nach DIN 4102 Bauteile nach Feuerwiderstandsklassen entsprechend einer DIN 4102 Feuerwiderstandsdauer in Minuten Wände, Decken, Stützen Teil 2 F 30 F 60 F 90 F 120 F 1 Sonderbauteile Brandwände Teil 3 F 90 F 120 F 1 zusätzlich Stoßbeanspruchung Nichttragende Außenwände, Brüstung Teil 3 W 30 W 60 W 90 W 120 W 1 FS-Abschlüsse (Türen, Klappen, etc.) Teil 5 T 30 T 60 T 90 T 120 T 1 BS-Verglasung strahlungsundurchlässig Teil 13 F 30 F 60 F 90 F 120 strahlungsdurchlässig Teil 13 G 30 G 60 G 90 G 120 Rohre und Formstücke für Lüftungsleitungen Teil 6 L 30 L 60 L 90 L 120 Absperrvorrichtungen in Lüftungsleitungen Teil 6 K 30 K 60 K 90 Kabelabschottungen Teil 9 S 30 S 60 S 90 S 120 S 1 Installationskanäle und -schächte Teil 11 I 30 I 60 I 90 I 120 Rohrdurchführungen Teil 11 R 30 R 60 R 90 R 120 Funktionserhalt elektrischer Leitungen Teil 12 E 30 E 60 E 90 10

13 Wichtiges aus der Musterbauordnung (MBO) Musterbauordnung (MBO) Die Musterbauordnung war und ist das Mittel, um die Einheitlichkeit des Bauordnungsrechts zu wahren; sie ist selbst kein Gesetz. (Auszug: Einführung, aus der MBO Juni 1996) Bitte beachten: Die hier aufgeführten Begriffserklärungen sind Auszüge der MBO für Planer, Architekten und Anwender des Trockenbaus, die, der Musterbauordnung Juni 1996 entnommen, zu einem besseren Verständnis führen sollen. Eine Vertiefung der Gesetzmäßigkeiten erfordert ein Nachlesen in der jeweiligen Landesbauordnung (LBO), die sich im allg. stark an die MBO anlehnt. 3 Allgemeine Anforderungen (1) Bauliche Anlagen sowie andere Anlagen und Einrichtungen im Sinne von 1 Abs. 1 Satz 2 sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass die öffentliche Sicherheit oder Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit oder die natürlichen Lebensgrundlagen, nicht gefährdet werden. (2) Bauprodukte dürfen nur verwendet werden, wenn bei ihrer Verwendung die baulichen Anlagen bei ordnungsgemäßer Instandhaltung während einer dem Zweck entsprechenden angemessenen Zeitdauer die Anforderungen dieses Gesetzes oder aufgrund dieses Gesetzes erfüllen und gebrauchstauglich sind. (3) Die von der obersten Bauaufsichtsbehörde durch öffentliche Bekanntmachung als Technische Baubestimmungen eingeführten technischen Regeln sind zu beachten. Bei der Bekanntmachung kann hinsichtlich ihres Inhalts auf die Fundstelle verwiesen werden. Von den Technischen Baubestimmumgen kann abgewichen werden, wenn mit einer anderen Lösung in gleichem Maße die allgemeinen Anforderungen des Absatzes 1 erfüllt werden; 20 Abs. 3 und 23 bleiben unberührt. (4) Für den Abbruch baulicher Anlagen sowie anderer Anlagen und Einrichtungen im Sinne des 1 Abs. 1 Satz 2 und für die Änderung ihrer Benutzung gelten Absätze 1 und 3 sinngemäß. 17 Brandschutz (1) Bauliche Anlagen müssen so beschaffen sein, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind. (2) Leichtentflammbare Baustoffe dürfen nicht verwendet werden; dies gilt nicht für Baustoffe, wenn sie in Verbindung mit anderen Baustoffen nicht leichtentflammbar sind. (3) Feuerbeständige Bauteile müssen in den wesentlichen Teilen aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen; dies gilt nicht für feuerbeständige Abschlüsse von Öffnungen. (4) Jede Nutzungseinheit mit Aufenthaltsräumen muss in jedem Geschoss über mind. zwei voneinander unabhängige Rettungswege erreichbar sein. Der erste Rettungsweg muss in Nutzungseinheiten, die nicht zu ebener Erde liegen, über mind. eine notwendige Treppe führen; der zweite Rettungsweg kann eine mit Rettungsgeräten erreichbare Stelle oder eine weitere notwendige Treppe sein. Ein zweiter Rettungsweg ist nicht erforderlich, wenn die Rettung über einen Treppenraum möglich ist, in den Feuer und Rauch nicht eindringen können (Sicherheitstreppenraum). Gebäude, deren zweiter Rettungsweg über Rettungsgeräte der Feuerwehr führt und bei denen die Oberkante der Brüstungen notwendiger Fenster oder sonstiger zum Anleitern bestimmter Stellen mehr als 8 m über der festgelegten Geländeoberfläche liegt, dürfen nur errichtet werden, wenn die erforderlichen Rettungsgeräte der Feuerwehr vorgehalten werden. (5) Bauliche Anlagen, bei denen nach Lage, Bauart od. Nutzung Blitzschlag leicht eintreten kann, sind mit dauernd wirksamen Blitzschutzanlagen zu versehen. 27 Trennwände (1) Zwischen Wohnungen sowie zwischen Wohnungen und fremden Räumen sind feuerbeständige, in obersten Geschossen von Dachräumen und in Gebäuden geringer Höhe mindestens feuerhemmende Trennwände herzustellen. Bei Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen sind die Trennwände bis zur Rohdecke oder bis unter die Dachhaut zu führen; dies gilt auch für Trennwände zwischen Wohngebäuden und landwirtschaftlichen Betriebsgebäuden sowie zwischen dem landwirtschaftlichen Betriebsteil und dem Wohnteil eines Gebäudes. (2) Außer bei Wohngebäuden geringer Höhe mit nicht mehr als zwei Wohnungen sind Öffnungen in Trennwänden zwischen Wohnungen sowie zwischen Wohnungen und fremden Räumen unzulässig. Sie können gestattet werden, wenn die Nutzung des Gebäudes dies erfordert und die Öffnungen mit mind. feuerhemmenden, selbstschließenden Abschlüssen versehen sind oder der Brandschutz auf andere Weise sichergestellt ist. 11

14 Brandschutz Wichtiges aus der Musterbauordnung (MBO) 28 Brandwände (1) Brandwände sind herzustellen: 1. zum Abschluss von Gebäuden, bei denen die Abschlusswand bis zu 2,5 m von der Nachbargrenze errichtet wird, es sei denn, dass ein Abstand von mind. 5 m zu bestehenden oder nach den baurechtlichen Vorschriften zulässigen Gebäuden gesichert ist, 2. zur Unterteilung ausgedehnter Gebäude und bei aneinandergereihten Gebäuden auf demselben Grundstück in Abständen von höchstens 40 m; größere Abstände können gestattet werden, wenn die Nutzung des Gebäudes es erfordert und wenn wegen des Brandschutzes Bedenken nicht bestehen, 3. zwischen Wohngebäuden und angebauten wirtschaftlichen Betriebsgebäuden auf demselben Grundstück sowie zwischen dem Wohnteil und dem landwirtschaftlichen Betriebsteil eines Gebäudes, wenn der umbaute Raum des Betriebsgebäudes oder des Betriebsteiles größer als m 3 ist. Für Wohngebäude geringer Höhe mit nicht mehr als 2 Wohnungen sind abweichend von Satz 1 Nr. 1 und 2 anstelle von Brandwänden feuerbeständige Wände zulässig; Wände mit brennbaren Baustoffen können gestattet werden, wenn wegen des Brandschutzes Bedenken nicht bestehen. (2) Absatz 1 sowie 6 Abs. 7 Satz 2 und Abs. 8 gelten nicht für seitliche Wände von Vorbauten wie Erker, die nicht mehr als 1,5 m vor der Flucht der vorderen oder hinteren Außenwand des Nachbargebäudes vortreten, wenn sie von dem Nachbargebäude oder der Nachbargrenze einen Abstand einhalten, der ihrer eigenen Ausladung entspricht, mind. jedoch 1 m beträgt. (3) Brandwände müssen feuerbeständig sein und aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen. Sie dürfen bei einem Brand ihre Standsicherheit nicht verlieren und müssen die Verbreitung von Feuer auf andere Gebäude oder Gebäudeabschnitte verhindern. (4) Brandwände müssen in einer Ebene durchgehend sein. Es kann zugelassen werden, dass anstelle von Brandwänden Wände zur Unterteilung eines Gebäudes geschossweise versetzt angeordnet werden, wenn 1. die Nutzung des Gebäudes dies erfordert und 2. die Wände in der Bauart von Brandwänden hergestellt sind, 3. die Decken, soweit sie in Verbindung mit diesen Wänden stehen, feuerbeständig sind, aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen und keine Öffnungen haben, 4. die Bauteile, die diese Wände und Decken unterstützen, feuerbeständig sind und aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen, 5. die Außenwände innerhalb des Gebäudeabschnitts, in dem diese Wände angeordnet sind und 6. Öffnungen in den Außenwänden so angeordnet sind, dass eine Brandübertragung in andere Brandabschnitte nicht zu befürchten ist. (5) Müssen auf einem Grundstück Gebäude oder Gebäudeteile, die über Eck zusammenstoßen, durch eine Brandwand getrennt werden, so muss der Abstand der Brandwand von der inneren Ecke mind. 5 m betragen. Dies gilt nicht, wenn die Gebäude oder Gebäudeteile in einem Winkel von mehr als 120 über Eck zusammenstoßen. (6) Brandwände sind 30 cm über Dach zu führen oder in Höhe der Dachhaut mit einer beiderseits 50 cm auskragenden feuerbeständigen Platte aus nichtbrennbaren Baustoffen abzuschließen; darüber dürfen brennbare Teile des Daches nicht hinweggeführt werden. Bei Gebäuden mit weicher Bedachung ( 30 Absatz 5) sind sie 50 cm über Dach zu führen. Bei Gebäuden geringer Höhe sind Brandwände sowie Wände, die anstelle von Brandwänden zulässig sind, mindestens bis unmittelbar an die Dachhaut zu führen. (7) Bauteile mit brennbaren Baustoffen dürfen Brandwände nicht überbrücken. Bauteile dürfen in Brandwände nur so weit eingreifen, dass der verbleibende Wandquerschnitt feuerbeständig bleibt; für Leitungen, Leitungsschlitze und Schornsteine gilt dies entsprechend. (8) Öffnungen in Brandwänden und in Wänden, die anstelle von Brandwänden zulässig sind, sind unzulässig; sie können in inneren Brandwänden gestattet werden, wenn die Nutzung des Gebäudes dies erfordert. Die Öffnungen sind mit feuerbeständigen, selbstschließenden Abschlüssen zu versehen; Ausnahmen können gestattet werden, wenn der Brandschutz auf andere Weise gesichert ist. (9) In inneren Brandwänden können Teilflächen aus lichtdurchlässigen nichtbrennbaren Baustoffen gestattet werden, wenn diese Flächen feuerbeständig sind. 29 Decken (1) Decken und ihre Unterstützungen sind feuerbeständig, in Gebäuden geringer Höhe mind. feuerhemmend herzustellen. Dies gilt nicht für oberste Geschosse von Dachräumen. 12

15 Wichtiges aus der Musterbauordnung (MBO) (2) Kellerdecken sind feuerbeständig, in Wohngebäuden geringer Höhe mit nicht mehr als zwei Wohnungen mind. feuerhemmend herzustellen. (3) Decken und ihre Unterstützungen zwischen dem landwirtschaftlichen Betriebsteil und dem Wohnteil eines Gebäudes sind feuerbeständig herzustellen. (4) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht für freistehende Wohngebäude mit nicht mehr als einer Wohnung, deren Aufenthaltsräume in nicht mehr als zwei Geschossen liegen, für andere freistehende Gebäude ähnlicher Größe sowie für freistehende landwirtschaftliche Betriebsgebäude. (9) Öffnungen in Decken, für die eine mind. feuerhemmende Bauart vorgeschrieben ist, sind, außer bei Wohngebäuden geringer Höhe mit nicht mehr als zwei Wohnungen, unzulässig; dies gilt nicht für den Abschluss von Öffnungen innerhalb von Wohnungen. Öffnungen können in Dächern gestattet werden, wenn die Nutzung des Gebäudes dies erfordert und die Öffnungen mit Abschlüssen versehen werden, deren Feuerwiderstandsdauer der der Decke entspricht. Ausnahmen können gestattet werden, wenn der Brandschutz auf andere Weise sichergestellt ist. 37 Leitungen, Lüftungsanlagen, Installationsschächte, Installationskanäle (1) Leitungen dürfen durch Brandwände, durch Wände nach 28 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 4 Satz 2, Treppenraumwände, Wände von Räumen nach 32 Abs. 5 Satz 2 sowie durch Trennwände und Decken, die feuerbeständig sein müssen, nur hindurchgeführt werden, wenn eine Übertragung von Feuer und Rauch nicht zu befürchten ist oder Vorkehrungen hiergegen getroffen sind; dies gilt nicht für Decken innerhalb von Wohnungen. (2) Lüftungsanlagen müssen betriebssicher und brandsicher sein; sie dürfen den ordnungsgemäßen Betrieb von Feuerungsanlagen nicht beeinträchtigen. (3) Lüftungsleitungen sowie deren Verkleidungen und Dämmstoffe müssen aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen; Ausnahmen können gestattet werden, wenn Bedenken wegen des Brandschutzes nicht bestehen. Lüftungsanlagen, außer in Gebäuden geringer Höhe, und Lüftungsanlagen, die Brandwände überbrücken, sind so herzustellen, dass Feuer und Rauch nicht in Treppenräume, andere Geschosse und Brandabschnitte übertragen werden können. (4) Lüftungsanlagen sind so herzustellen, daß die Gerüche und Staub nicht in andere Räume übertragen werden. Die Weiterleitung von Schall in fremde Räume muß gedämmt sein. (5) Lüftungsanlagen dürfen nicht in Schornsteine eingeführt werden; die gemeinsame Benutzung von Lüftungsleitungen zur Lüftung und zur Ableitung der Abgase von Gasfeuerstätten kann gestattet werden. Die Abluft ist ins Freie zu führen. Nicht zur Lüftungsanlage gehörende Einrichtungen sind in Lüftungsleitungen unzulässig. (6) Lüftungsschächte, die aus Mauersteinen oder aus Formstücken für Schornsteine hergestellt sind, müssen den Anforderungen an Schornsteine entsprechen und gekennzeichnet werden. (8) Für Installationsschächte und Installationskanäle gelten die Abs. 3 und 4 sinngemäß. (9) Die Absätze 3, 4 und 8 gelten nicht für Lüftungsanlagen in Wohngebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen und nicht für Lüftungsanlagen innerhalb einer Wohnung. 13

16 Schallschutzbegriffe in Anlehnung an DIN 4109 und mitgeltende Normen Schall Schall sind mechanische Schwingungen und Wellen eines elastischen Mediums. Der Frequenzbereich des menschlichen Hörens bewegt sich zwischen ca. 16 Hz bis Hz. In DIN 4109 wird unterschieden nach: Luftschall ist der sich in der Luft ausbreitende Schall. Körperschall ist der in festen Stoffen sich ausbreitende Schall. R w,r Trittschall ist der Schall, der beim Begehen und bei ähnlicher Anregung einer Decke, Treppe o. ä. als Körperschall entsteht und teilweise als Luftschall in einen darunterliegenden oder anderen Raum abgestrahlt wird. Schallschutz Unter Schallschutz werden einerseits Maßnahmen gegen die Schallentstehung (Primär-Maßnahmen) und andererseits Maßnahmen, die die Schallübertragung von einer Schallquelle zum Hörer vermindern (Sekundär-Maßnahmen), verstanden. Bei den Sekundär-Maßnahmen für den Schallschutz muss unterschieden werden, ob sich Schallquelle und Hörer in verschiedenen Räumen oder in demselben Raum befinden. Im ersten Fall wird Schallschutz hauptsächlich durch Schalldämmung, im zweiten Fall durch Schallabsorption erreicht. Bei der Schalldämmung unterscheidet man je nach der Art der Schwingungsanregung der Bauteile zwischen Luftschalldämmung und Körperschalldämmung. Unter Körperschalldämmung versteht man Maßnahmen, die geeignet sind, Schwingungsübertragungen von einem Bauteil zum anderen zu vermindern. Besonders wichtige Fälle der Körperschalldämmung sind der Schutz gegen Anregung durch Trittschall die Trittschalldämmung und die Körperschalldämmung, z. B. von Sanitärgegenständen gegenüber dem Baukörper. Vorhaltemaß Das Vorhaltemaß (2 db, gemäß DIN 4109) soll den möglichen Unterschied des Schalldämm-Maßes am Prüfobjekt im Prüfstand und den tatsächlichen am Bau sowie eventuelle Streuungen der Eigenschaften der geprüften Konstruktionen berücksichtigen. Flankenübertragung Die Flankenübertragung R L,w,R ist der Teil der Nebenweg-Übertragung, der ausschließlich über die angrenzenden Bauteile erfolgt, d. h. unter Ausschluss der Übertragung über Undichtheiten, Lüftungsanlagen, Rohrleitungen und Ähnliches. Bezugskurve Die Bezugskurve für die Luftschalldämmung ist die Festlegung von Bezugswerten der Schalldämm- Maße R und R in Abhängigkeit von der Frequenz (siehe Diagramm). Bezugswert in db Frequenz in Hz R w,r Schalldämm-Maß Das Schalldämm-Maß kennzeichnet die Luftschalldämmung von Bauteilen (z. B. Wände). Durch Anfügen besonderer Kennzeichnungen und Indizes wird das Schalldämm-Maß unterschieden: 1. Je nachdem, ob der Schall ausschließlich durch das zu prüfende Bauteil oder 2. auch über etwaige Nebenwege übertragen wird. Labor-Schalldämm-Maß R Das Labor-Schalldämm-Maß R wird verwendet, wenn der Schall ausschließlich durch das zu prüfende R w,r Bauteil übertragen wird, z. B. in einem Prüfstand ohne Flankenübertragung nach DIN EN ISO 140-1/03.98 (DIN /08.84, Abschnitt 3.3.2). R Bau-Schalldämm-Maß R Das Bau-Schalldämm-Maß R wird verwendet bei zusätzlicher Flankenoder anderer Nebenweg-Über- R L,w,R R tragung. w,r Die Prüfungen werden in ausgeführten Bauten mit der dort vorhandenen Flanken- und Nebenweg-Übertragung vorgenommen. + Bewertetes Schalldämm-Maß R w und R w Das bewertete Schalldämm-Maß R w und R w ist die Einzahl-Angabe zur Kennzeichnung der Luftschalldämmung von Bauteilen. Das bewertete Schalldämm-Maß R w und R w beruht auf der Bestimmung des Schalldämm-Maßes mittels Terzfilter-Analyse. Zahlenmäßig ist R w und R w der Wert der entsprechend DIN EN ISO 717-1/01.97 (DIN /08.84) um ganze db verschobenen Bezugskurve bei 500 Hz. Labor-Schall-Längsdämm-Maß R L Das Labor-Schall-Längsdämm-Maß R L ist das auf eine Bezugs-Trennfläche und eine Bezugs-Kantenlänge zwischen flankierendem Bauteil und R L,w,R R L,w,R 14

17 Trennwand bzw. Trenndecke bezogene Flankendämm-Maß, wenn die Verzweigungsdämmung an der Verbindungsstelle zwischen trennendem und flankierendem Bauteil gering ist, s. Prüfnorm DIN EN /05.95 (DIN /05.89). Bewertetes Labor-Schall-Längsdämm-Maß R L,w Das bewertete Labor-Schall-Längsdämm-Maß R L,w ist die Einzahl- Angabe zur Kennzeichnung der Luftschalldämmung von Bauteilen mit einem Schall-Längsdämm-Maß R L, wie vorbeschrieben. Das bewertete Schall-Längsdämm- Maß R L,w beruht auf der Bestimmung des Schall-Längsdämm-Maßes mittels Terzfilter-Analyse. Zahlenmäßig ist RL,w der Wert der entsprechend DIN EN ISO 717-1/01.97 (DIN ) um ganze db verschobenen Bezugskurve bei 500 Hz. Gliederung von Schalldämm-Maß-Angaben Frequenzabhängig R R R L Labor-Schalldämm-Maß Bau-Schalldämm-Maß = mit Nebenwegen (Flanken, Undichtheiten) Labor-Schall-Längsdämm-Maß L = Längsleitung Bewertete Labor-Schalldämm-Maße R w R w,p w = bewerteter Einzahlwert P = Prüfstandwert zur Entwicklung von R w,r R w,r R = Rechenwert für das Nachweisverfahren (R w,r = R w,p 2 db) Bewertete Labor-Schall-Längsdamm-Maße R L,w w = bewerteter Einzahlwert R L,w,P P = Prüfstandwert zur Entwicklung von R w,r R L,w,R R = Rechenwert für das Nachweisverfahren (R L,w,R = R L,w,P 2 db) 15

18 Schalldämmung mit Trennwänden von Rigips In der Ruhe liegt die Kraft Um sich zu entspannen und Kraft für die Aufgaben des Alltags zu sammeln, benötigt der Mensch Ruhe. Ein Gut, das in einer hektischen Zeit mit permanenten Hintergrundgeräuschen von Motoren, Mobiltelefonen, Stereoanlagen usw. immer seltener und kostbarer wird. Hören ist die subjektive Wahrnehmung von Schall. Zwei unterschiedliche Geräusche gleicher Schallintensität können uns sowohl angenehm (z. B. Musik) als auch belästigend (z. B. Bohrmaschine) erscheinen. Auch ein gleichbleibendes Geräusch wie laute Musik können wir je nach Tageszeit, Stimmung und Musikgeschmack einmal als angenehm, dann wiederum als störend empfinden. Unangenehme Geräusche bezeichnen wir als Lärm. Geschlossene Räume bieten die Möglichkeit, Lärm aus einem Nebenraum so weit abzudämmen, dass er nicht mehr als solcher empfunden wird. Daraus resultieren Anforderungen an die einzelnen Bauteile eines Raumes (Wände, Böden, Decken). Bei Türen und Fenstern gelten die Werte für die Schalldämmung bei alleiniger Übertragung durch Türen und Fenster. Schalldämm-Maße R w,r von Rigips Metallständerwänden Im Allgemeinen wird für die schalltechnische Planung DIN 4109 in Verbindung mit Beiblatt 1 herangezogen, in dem das rechnerische Nachweisverfahren geregelt ist. Dort sind außerdem Rechenwerte für zahlreiche Konstruktionen wie z. B. Metallständerwände und flankierende Bauteile angegeben, deren Ursprung rund 20 Jahre alt ist. In der Zwischenzeit sind nicht nur die Prüfbedingungen (Prüfstände, Messtechnik) verbessert worden, auch die relevanten Bau-Produkte wurden kontinuierlich optimiert. Dies betrifft sowohl die Gipsplatten als auch Profile und Dämmstoffe. Auch die Materialien der flankierenden Bauteile haben sich verändert und zwingen zu veränderten Betrachtungsweisen. Im Zuge der Harmonisierung der nationalen Normen sind bereits neue europäische Normen erschienen (z. B. DIN EN ; DIN EN ISO 140, DIN EN ISO 717). Um den Planern und Verarbeitern ein Höchstmaß an Sicherheit zu geben, überarbeitet Rigips derzeit seine Schalldämm-Maße R w,r für Metall-Ständerwände komplett. Die aktuellen Werte werden einerseits mit Rigips Bauplatten RB und andererseits für verbesserten Schallschutz mit Der Blauen von Rigips erzielt. Die Rechenwerte beziehen sich auf Rigips-Montagewände, die mit Rigips-Produkten entsprechend den Rigips-Verarbeitungsrichtlinien errichtet wurden. Der Anschluss an die flankierenden Bauteile erfolgte mittels Rigips Anschlussdichtung. Für die Hohlraumdämpfung wurde Mineralwolle nach DIN Teil 1 verwendet. Der längenbezogene Strömungswiderstand der Mineralwolle muss J 5 kns/m4 betragen. Die neuen Werte weichen z. T. deutlich von den Rechenwerten aus Beiblatt 1 zu DIN 4109 oder von den Werten aus älteren Prüfzeugnissen ab. Mehrfache Prüfungen identischer Konstruktionen zeigten jedoch nur sehr geringe Abweichungen in den Mess-Ergebnissen. Voraussetzung hierfür ist eine sorgfältige Verarbeitung. Rechenwerte für Schalldämm-Maße R w,r von Rigips Metallständer-Wänden als Trennwände sind diesem Dokument bzw. den jeweils aktuellen Herstellerangaben zu entnehmen. Tabelle 23 aus Beiblatt 1 zu DIN 4109 ist diesbezüglich nicht mehr zu verwenden! Die im Regelfall auf der Baustelle auftretenden Anforderungen können komplett mit Rigips-Konstruktionen erfüllt werden. Die Anforderungen an die Schalldämmung von Bauteilen werden in DIN 4109 beschrieben. Kennzeichnende Größe für die erforderliche Luftschalldämmung von Wänden nach DIN 4109 ist der Wert erf. R w. Dieser Wert beinhaltet neben der reinen Schalldämmung der Trennwand auch die Schallübertragung über die flankierenden Bauteile sowie Undichtigkeiten usw. Um dem Planer den Zugang zu den für ihn gewohnten Rechenverfahren zu erleichtern, wird als Schalldämm- Maß der Wand ohne Nebenwege grundsätzlich der Rechenwert R w,r angegeben. Da in Deutschland derzeit keine Anforderungen an die in neuen Prüfzeugnissen angegebenen Spektrums-Anpassungswerte (C, Ctr, usw.) existieren, werden die Werte in dieser Druckschrift nicht berücksichtigt. R w,r R L,w,R 16

19 Einfluss flankierender Bauteile/Berechnungen Rechenverfahren nach Beiblatt 1 zu DIN 4109 Für die im Bauwerk zu erreichende Schalldämmung kommt es nicht allein auf das Schalldämm-Maß der Trennwand an, sondern ebenso auf das resultierende Schall-Längsdämm- Maß der flankierenden Bauteile. Mit Hilfe der Berechnungsgrundlagen aus Beiblatt 1 zu DIN 4109 lassen sich Prognosewerte für die auf der Baustelle zu erwartende Schalldämmung R w,r errechnen: R w,r = -R w,r 10 -R L,w,R,i lg ( 10 +A10 ) db R w,r Rechenwert des bewerteten Schalldämm-Maßes der Trennwand ohne Längsleitung über flankierende Bauteile in db R L,w,R,i Rechenwert des bewerteten Bau- Schall-Längsdämm-Maßes des i-ten flankierenden Bauteils am Bau in db n Anzahl der flankierenden Bauteile (im Regelfall n = 4) Die Genauigkeit der Rechnung ist im Allgemeinen ausreichend, wenn sie mit den Einzahl-Angaben der bewerteten Schalldämm-Maße der beteiligten Bauteile durchgeführt wird. Eine frequenzabhängige Berechnung von R w,r kann in Sonderfällen erforderlich sein. Die rechnerische Ermittlung des bewerteten Schall-Längsdämm-Maßes R L,w,R,i eines flankierenden Bauteils am Bau nach DIN erfolgt dabei nach folgender Gleichung: R L,w,R,i = R L,w,R,i + 10 lg - 10 lg db n i=1 S T S 0 l i l 0 R L,w,R,i Rechenwert des bewerteten Labor-Schall-Längsdämm-Maßes in db des i-ten flankierenden Bauteils nach DIN , aus Messungen im Prüfstand oder nach den Ausführungsbeispielen in Beiblatt 1 zu DIN 4109 S T Fläche der Trennwand in m 2 S 0 Bezugsfläche in m 2 (für Wände S0 = 10 m 2 ) li gemeinsame Kantenlänge zwischen der Trennwand und dem flankierenden Bauteil in m l 0 Bezugslänge in m: - für Decken, Unterdecken, Fußböden 4,5 m - für Wände 2,8 m Für Räume mit einer Raumhöhe von etwa 2,5 m bis 3 m und einer Trennwandbreite von etwa 4 m bis 5 m werden die logarithmischen Anteile in der Formel sehr klein. Somit kann die Gleichung wie folgt vereinfacht werden: R L,w,R,i h R L,w,R,i Im Folgenden gehen wir grundsätzlich davon aus, dass das bewertete Labor-Schall-Längsdämm-Maß in etwa dem Maß auf der Baustelle entspricht. Rechenwerte für Schalldämm-Maße R w,r von Rigips Metallständer-Wänden als Trennwände sind diesem Dokument bzw. den jeweils aktuellen Herstellerangaben zu entnehmen. Tabelle 23 aus Beiblatt 1 zu DIN 4109 ist diesbezüglich nicht mehr zu verwenden. Als Rechenwerte für Schall-Längsdämm-Maße R L,w,R der einzelnen flankierenden Bauteile können Ergebnisse von Prüfstandsmessungen verwendet werden. Unabhängig davon lassen sich Rechenwerte für Schall-Längsdämm- Maße R L,w,R der einzelnen flankierenden Bauteile auch Beiblatt 1 zu DIN 4109 entnehmen: Hinweise zu Rechenwerten für Schall-Längsdämm-Maße nach Beiblatt 1 zu DIN 4109 Tabelle 25 massive flankierende Bauteile von Trennwänden Tabelle 26 Unterdecken mit einer Abhängehöhe von 400 mm Tabelle 27 Abminderung für Unterdecken mit Absorberauflage, Abhängehöhe über 400 mm Tabelle 28 Verbesserungsmaße für Unterdecken nach Tabelle 26 durch ein Absorberschott Tabelle 29 schwimmende Estriche nach DIN Tabelle 30 flankierende Holzbalkendecken Tabelle 31 flankierende, biegesteife Wände mit biegeweicher Vorsatzschale Tabelle 32 Montagewände aus 12,5 mm dicken Gipskartonplatten in Ständerbauart nach DIN Tabelle 33 Wände in Holzbauart in horizontaler Richtung 17

20 Einfluss flankierender Bauteile/Berechnungen Berechnungsschema: Ermittlung des resultierenden Schalldämm-Maßes R w,r ohne Rechner Das nachfolgende Beispiel zeigt, dass die Berechnung des Prognosewertes R w,r bei Verwendung eines Formblattes auch ohne Taschenrechner erfolgen kann. Dabei wird der Differenzwert zwischen jeweils zwei Eingangswerten ermittelt (z. B. Werte-Differenz R L,w,R Decke/ Boden = 5,0 db). Wand 1 R L,w,R Decke R L,w,R Trennwand R w,r Wand 2 R L,w,R Aus der unten stehenden Zahlenleiste kann damit der Wert DR (= 1,2 db) abgelesen werden, der von dem kleineren der beiden Eingangswerte abzuziehen ist (z.b. 55 db 1,2dB = 53,8 db). Boden R L,w,R Decke R L,w,R Boden R L,w,R Wand 1 R L,w,R Wand 2 R L,w,R Trennwand R w,r 60 db 55 db 59 db 56 db 52 db Diff. = 5,0 db R = 1,2 db Diff. = 3,0 db R = 1,8 db 53,8 db 54,2 db Diff. = 0,4 db R = 2,8 db Resultierendes Schall- Längsdämm-Maß der flankierenden Bauteile 51,0 db Diff. = 1,0 db R = 2,5 db Resultierender Schalldämmwert R w,r der Trennwand unter Berücksichtigung der flankierenden Bauteile 48,5 db 48 db abgerundet Werte-Diff. [db] 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 4,5 5,0 5,5 6,0 6,5 7,0 7,5 8,0 9,0 10,0 11,0 13,0 15,0 20,0 R [db] 3,0 2,8 2,5 2,3 2,1 1,9 1,8 1,6 1,5 1,3 1,2 1,1 1,0 0,9 0,8 0,7 0,6 0,5 0,4 0,3 0,2 0,1 0,0 18

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