Strategisches IT- & Risikomanagement: Worauf es wirklich ankommt Dipl. Kfm. (FH) Ingo Gurcke Geschäftsführer

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1 Strategisches IT- & Risikomanagement: Worauf es wirklich ankommt 1

2 A. Ausgangslage Agenda 1. Aus den Anfängen der IT 2. Angriffe von außen 3. Warum IT-Risikomanagement? B. Strategisches IT-Risikomanagement IT-Strategie im Unternehmen Technisches Risikomanagement Organisatorisches Risikomanagement Kaufmännisches Risikomanagement C. Worauf es wirklich ankommt Überwälzen von Risiken & IT-Sicherheitsmanagement D. Fazit 2

3 A. Ausgangslage Medizintechnische Geräte sind der IT zuzuordnen Vernetzung von medizinischer Dokumentation und Bildmanagement nimmt zu Komplexität steigt Strukturen und Prozessen werden vielschichtiger Risikopotential steigt ERGO: Die Ausfallsicherheit erlangt höchste Priorität! 3

4 A. Ausgangslage: Aus den Anfängen der IT Aufgrund eines Sofwarefehlers war in den USA ein Bestrahlungsgerät des Typs Therac 25 in einen Zustand geraten, in dem erheblich zu hohe Strahlungsdosen an Patienten abgegeben wurden. Das Computerprogramm, das aus immerhin über Anweisungen bestand, wurde von einem einzigen Programmierer in mehreren Jahren geschrieben. Es wurde nicht bekannt, wer dieser Programmierer war, welche Ausbildung er genossen hatte, oder welche Qualifikationen er besaß. Lediglich sein Ausscheiden aus der AECL 1986 wurde bekannt gegeben. Das Programm war nur unzureichend dokumentiert, und es gab noch nicht einmal Hinweise darauf, dass das Programm getestet wurde, bevor es zum Einsatz kam. Zwischen 1985 und 1987 kam es insgesamt zu 6 massiven Überdosen, die bei einigen Patienten zum Tode führten. Die ersten Vorfälle wurden seitens der Regierung und des Herstellers nicht untersucht, da eine Fehlfunktion des Gerätes ausgeschlossen wurde wurde Therac-25 aber dann letztlich zurückgerufen. 4

5 A. Ausgangslage: Aus den Anfängen der IT Therac 25 heute nicht mehr möglich? Fachleute schätzen, dass ein komplexes Software- Produkt etwa 1,5 Fehler pro 100 Zeilen enthält. Rund die Hälfte wird nach Testläufen selbst entdeckt. Aber uns kann doch nichts passieren? 5

6 A. Ausgangslage: Aus den Anfängen der IT Am Neujahrstag 1997 rechnete die Telekom aufgrund von fehlerhaften Programmierungen nicht die günstigen Feiertagstarife, sondern die Werktagstarife ab. Die Telekom konnte keinen Einzelschadenersatz leisten, sondern entschädigte auf pauschaler Basis mit einer Gesamthöhe von 50 Mio. EUR! 6

7 A. Ausgangslage: und heute? Eine Computerpanne bei der Deutschen Lufthansa hat zu zahlreichen Verspätungen geführt. Grund: Bei einer Routine-Datenaktualisierung in der Nacht stürzte der Zentralrechner des Check-In-Systems ab. Die Lufthansa Passagiere mussten per Hand mit Stift eingecheckt werden. Dazu mussten die Passagiere aus Sicherheitsgründen vor dem Einstieg in das Flugzeug ihr Gepäckstück identifizieren. Die Zahl der Flugausfälle lag im niedrigen zweistelligen Bereich. Eine ähnliche Panne hatte es bereits 2004 gegeben. Schadenvolumen: ca.1,5 Mio. EUR! 7

8 A. Ausgangslage: Angriffe von außen immer aktuell Bei Loveletter, oft auch I-love-you-Virus genannt, handelt es sich um einen Computerwurm, der sich am 4. Mai 2000 und den Folgetagen explosionsartig per verbreitete. Die Betreffzeile lautete ILOVEYOU. Der Wurm verursachte weltweit Schäden in Milliardenhöhe! 8

9 A. Ausgangslage: Angriffe von außen immer aktuell :23 HypoVereinsbank-Server gehackt Die HypoVereinsbank schützt ihr Online-Banking-Angebot nach Darstellung des ARD-Fernsehens nur mangelhaft gegen Hackerangriffe. Das TV-Magazin ARD-Ratgeber Technik zeigte am Sonntagabend, wie ein vom Norddeutschen Rundfunk beauftragter Hacker in den zentralen Homebanking-Computer der HypoVereinsbank einbrach. Innerhalb weniger Tage habe man 1,5 Millionen Onlinebuchungen einschließlich Geheimnummern abfangen können, hieß es in der Sendung. Zwar habe das Institut das Verfahren zum Einloggen in das Online-Banking inzwischen geändert, doch sei das Angebot weiterhin nicht sicher. 9

10 A. Ausgangslage: Angriffe von außen immer aktuell Stuxnet ein Warnsignal für die IT-Sicherheit (www.bsi.de Quartalsbericht 3/2010) Bislang richteten sich Schadprogramme vor allem gegen PCs, um dort z.b. Zugangsdaten auszuspähen. Der Trojaner Stuxnet hingegen greift Anlagen für die Prozesssteuerung in der Industrie an. Computersysteme dieser Art kontrollieren komplexe Anlagen wie Raffinerien, Pipelines, Netze oder auch Kraftwerke und sind so etwas wie die "Nervensysteme" der Produktion. Stuxnet zeichnet sich durch einen äußerst professionellen Aufbau aus: Sein Code ist so umfangreich, dass er über lange Zeit von verschiedenen Programmierern geschrieben worden sein muss. Diese hatten offenbar genaue Kenntnisse über Microsoft-Betriebssysteme und die angegriffene Software des Herstellers Siemens. 10

11 A. Ausgangslage: Angriffe von außen immer aktuell Stuxnet ein Warnsignal für die IT-Sicherheit Stuxnet liefert damit den Nachweis, dass es Täter gibt, die weder Kosten noch Mühen scheuen, um wichtige Ziele mittels IT anzugreifen und möglichst unbemerkt zu sabotieren. Wurden bislang Angriffe auf kritische Infrastrukturen und ihre Prozesssteuerungssysteme wegen der vermeintlich geringen Wahrscheinlichkeit als "Restrisiko" akzeptiert, gilt es nun, diese Risikobewertung neu vorzunehmen. 11

12 A. Ausgangslage: Warum IT-Risikomanagement? Ursachen für Datenverlust menschliches Versagen 27,4% Hardware Problem 28,1% Software Problem 6,3% Computer Virus 6,6% Naturkatastrophen 2,7% Ursache unbekannt 18,1% Kein Datenverlust 7,7% sonstiges 3,2% Quelle: Kroll ontrack2010 Befragung unter >2.000 Teilnehmern aus 17 Ländern 12

13 A. Ausgangslage: Warum IT-Risikomanagement? Ziel: Ausfallsicherheit ist zu erhöhen. Dabei ist die eigene Gefährdung zu reduzieren Gefährdung eines Dritten vermeiden Lösung: Strategisches IT-Risikomanagement 13

14 B. Strategisches IT - Risikomanagement Strategisches IT- Risikomanagement setzt sich aus drei Bereichen zusammen: Technisches Risikomanagement Organisatorisches Risikomanagement Kaufmännisches Risikomanagement Alle Bereiche bedienen sich derselben Risikobegegnungsstrategien. 14

15 B. Strategisches IT - Risikomanagement Eingehen des Risikos Überwälzen Risikobegegnungsstrategien Vermeiden des Risikos Aktives Reduzieren 15

16 B. Strategisches IT-Risikomanagement Risk-Management Technisches Risk-Management - Schutz vor Schadprogrammen mit AKTUELLEN - Firewalls - Virenscannern und schutzprogrammen - Spam-Filtern - Zugangsbeschränkungen von USB-Ports und Laufwerken - Zugriffsberechtigungen 16

17 B. Strategisches IT-Risikomanagement Risk-Management Organisatorisches Risk-Management - BSI IT-Grundschutz-Kataloge - von den Grundschutzstandards bis zum Notfallmanagement - Datensicherung - kritische Daten redundant sichern - Grundsätze ordnungsgemäßer DV gestützter Buchführungssysteme (GoBS) - Aufbau einer Security Policy 17

18 B. Strategisches IT-Risikomanagement Risk-Management Kaufmännisches Risk-Management - Haftungsbeschränkung durch AGB und Disclaimer aber Achtung: Haftungsfreizeichnung durch AGB und Disclaimer nur eingeschränkt möglich, zum Beispiel im Bereich einfache Fahrlässigkeit bei nicht vertragswesentlichen Pflichten. 18

19 B. Strategisches IT-Risikomanagement IT Strategie im Unternehmen Restrisiken Versicherungen Risikomanagement 19

20 C. Worauf es wirklich ankommt Überwälzen von Risiken Gefährdung eines Dritten Eigene Gefährdung Haftpflichtversicherungen Elektronik /Datenträgerund Sachversicherungen 20

21 C. Worauf es wirklich ankommt Überwälzen von Risiken Gefährdung eines Dritten Haftpflichtversicherungen 21

22 Gefährdung eines Dritten / Eigene Gefährdung IT-Risiken: Medienrisiken: - mögliche Haftung für die Rechtmäßigkeit und Richtigkeit der zur Verfügung gestellten Inhalte - Persönlichkeits- und Namensrechtsverletzungen Störungsrisiken: - Einschränkung der Internet- oder Programm- Nutzungsmöglichkeit beim Dritten - Verändern von Daten - Fehlfunktionen von Programmen oder Maschinen Sicherheitsrisiken: - unerlaubter Datenzugriff/Datenzerstörung - versehentliche Übermittlung von Kundendaten/-informationen 22

23 C. Worauf es wirklich ankommt Überwälzen von Risiken IT Anwender IT Anbieter Sicherheitskonzepte für Ansprüche Dritter 23

24 C. Worauf es wirklich ankommt Überwälzen von Risiken Haftpflicht-Schutz für IT-Anwender: Schäden, die Anwender von Internet-Technologien bei Dritten verursachen per Internet, oder mittels Datenträger bei folgenden Szenarien: Veränderung von Daten durch Viren und andere Schadprogramme, Veränderung von Daten aus sonstigen Gründen, Störung des Zugangs zum elektronischen Datenaustausch, Verletzung von Persönlichkeitsrechten, Verletzung von Namensrechten, insbesondere Domain-names. 24

25 C. Worauf es wirklich ankommt Überwälzen von Risiken Haftpflicht-Schutz für IT-Anbieter: Kein Versicherungsschutz im Rahmen der Betriebs- Haftpflichtversicherung besteht für Anbieter von IT- Dienstleistungen wie z.b. - Software-Implementierung, Verkauf, Beratung - Content-, Host-, Access-, Application Service- Provider Hierfür sind gesonderte Spezialhaftpflichtlösungen nötig. 25

26 C. Worauf es wirklich ankommt Überwälzen von Risiken Eigene Gefährdung Elektronik /Datenträger und Sachversicherungen 26

27 C. Worauf es wirklich ankommt Überwälzen von Risiken Sachwertschutz-Konzepte Software Elektronik Sachversicherung Betriebsunterbrechung 27

28 C. Worauf es wirklich ankommt IT - Sicherheitsmanagement Nicht oder nur beschränkt beherrschbare Risiken: (Restrisiken) DoS Gefahr durch eigene Mitarbeiter (Security Policy) Unbekannte Risiken in einer vernetzten sich schnell verändernden IT-Welt 28

29 D. Fazit Strategisches IT- und Risikomanagement basiert auf drei Säulen... auf die es ankommt! 29

30 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 30

31 Ihr Ansprechpartner: ECCLESIA mildenberger HOSPITAL GmbH Geschäftsführer Dipl. Kaufm. (FH) Ingo Gurcke Klingenbergstrasse Detmold Tel.:

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