Aus: Coliquio Medizinreport v. 27 Mediziner-Gehaltsreport: Diese Faktoren bestimmen, was Sie als Arzt verdienen

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1 Aus: Coliquio Medizinreport v. 27 Mediziner-Gehaltsreport: Diese Faktoren bestimmen, was Sie als Arzt verdienen Wer ein Top-Gehalt verdienen will, sollte Medizin studieren. Das geht aus dem neuen StepStone Gehaltsreport 2015 hervor, für den das Job-Portal Fach- und Führungskräfte befragt hat. Damit sind Ärzte wiederholt die Spitzenverdiener unter den deutschen Fach- und Führungskräften. Allerdings zeigen sich große Schwankun-gen in den jeweiligen Jahresgehältern. Das kann unterschied-liche Ursachen haben. Erfahren Sie hier, welche Faktoren sich positiv auf das Gehalt auswirken und welche He-bel Sie für eine Steigerung bedienen kön-nen. Das durchschnittliche Brutto-jahresgehalt für deutsche Ärzte liegt bei rund Im Vergleich dazu ist das über alle befragten Berufsgruppen hinweg ermittelte Gehalt im Schnitt bei angesiedelt. Vize-Spitzenverdiener sind nach den Ärzten die Berufsgruppen der Inge-nieure und Wirtschaftsinformatiker. Im Süden verdient es sich besser Je nach Bundesland zeigen sich deutliche Unterschiede in den ärztlichen Gehaltsstruk-turen. Das höchste Bruttojahresgehalt ist mit rund in Rheinland-Pfalz zu ver-dienen. Auch in den oft als Vorzeige-Bundesländer titulierten Regionen Bayern und Ba-den-Württemberg werden mit rund sehr gute ärztliche Verdienste erzielt. Generell ist das Gehalt in den neuen Bundesländern auf einem niedrigeren Niveau ange-siedelt. Wer beispielsweise von Thüringen - das monetäre Schlusslicht mit im Schnitt rund nach Rheinland-Pfalz umzieht, kann als Arzt mit einer Gehaltssteigerung von 18% rechnen. Angestellt in großer Klinik: So rollt der Rubel am besten Das Jahresgehalt in Kliniken ist mit ca im Schnitt rund 21% höher, als

2 das von niedergelassenen Ärzten. Ebenso entscheidend ist die Größe des Arbeitgebers: Je mehr Mitarbeiter, desto höher das Gehalt der Unterschied kann bis zu 25% betragen. Bei einem klinischen Groß-betrieb von mehr als Mitarbeitern werden im Schnitt rund verdient, bei klei-neren ärztlichen Arbeitgebern (1-500 Mitarbeiter) sind es im Schnitt Ein beruf-licher Wechsel von einer Praxis oder einem kleinen Krankenhaus in eine Großklinik könn-te sich also lohnen. Mit Berufserfahrung punkten Je nach Berufserfahrung schwankt das Durchschnittsgehalt bei den Niedergelassenen zwischen ca (bis 2 Jahre) und (>10 Jahre). In der Klinik dagegen kann mit einer 10-jährigen Berufserfahrung ein Gehalt von erreicht werden. Am ehes-ten lohnt es sich, mit einer Berufserfahrung von 3 bis 5 Jahren im Klinikbereich tätig zu sein. Dann beträgt der Unterschied im Vergleich zum Verdienst in der niedergelassenen Praxis 23%. Personalverantwortung macht sich bezahlt vor allem für Chefärzte Ärzte in Führungspositionen verdienen durchschnittlich gegenüber Ärzten ohne disziplinarische Verantwortung (= ). Dementsprechend werden Mediziner mit Per-sonalverantwortung im Schnitt mit einem rund 24% höheren Gehalt entlohnt. Streben Sie also eine leitende Position an, können Sie mit einer deutlichen Gehaltserhöhung rechnen. Besonders Chefärzte werden für ihre hohe Verantwortung auch hoch belohnt. Wie eine Analyse des Personaldienstleisters Kienbaum aufzeigt, beziehen Chefärzte ein durch-schnittliches Jahresgehalt in Höhe von rund Die Gehaltsspanne ist dabei groß, realisieren doch die Positionsinhaber Jahresgesamteinkommen von bis Vor allem Betriebsgröße sowie Bettenzahl und Trägerschaft der Einrichtung spielen bei der Vergütung eine ausschlaggebende Rolle. Variable Gehaltsanteile sind lohnenswert Ein relevanter Faktor ist auch die Vergütung über variable Gehaltsbestandteile.

3 Laut StepStone-Gehaltsreport lässt sich damit das Durchschnittseinkommen um 6% auf steigern. Die variable Entlohnung ist bei Chefärzten weit verbreitet, wobei das Liquidationsrecht die überwiegende Gestaltungsform ist. Neben einem vertraglich ausge-handelten Grundgehalt erhalten Chefärzte häufig variable leistungsbezogene Vergütungen sowie Einnahmen aus der Privatliquidation. Auch 82% der Oberärzte und rund 50% der Fachärzte beziehen eine variable Vergütung. Hier ist die Beteiligung an den Privatliquidationen des Chefarztes ebenfalls die vorherr-schende Gestaltungsform. Eine Bonusvereinbarung findet sich dagegen nur bei 17% der Chefärzte und 19% der Oberärzte. Bonusvereinbarungen richten sich in der Regel nach betriebswirtschaftlichen Größen wie Ergebnis, Kosten- und Erlösbudget. Weiterhin spielen auch qualitative Größen wie Projekt-Meilensteine, Ergebnisse von Patienten- Zufrieden-heitsbefragungen oder eine gute Mitarbeiterführung eine wichtige Rolle. Update 29. Januar 2015: Auf die Fachrichtung kommt es an Aufgrund zahlreicher Rückmeldungen weiter unten im Kommentar-Bereich im Hinblick auf eine missverständliche Darstellung der KBV-Zahlen für Niedergelassene haben wir diesen Abschnitt überarbeitet und ergänzt. Da der StepStone-Report keine Angaben zu den jeweiligen Gehältern der niedergelassen-en Facharztgruppen enthält, werden für deren Betrachtung hier die Zahlen des aktuellen KBV-Honorarberichtes als zuverlässige Quelle herangezogen. Achtung: alle dargestellten Zahlen beziehen sich auf den Honorarumsatz bzw. Überschuss pro Arzt für ein Quartal, nämlich das 3. Quartal 2013.

4 Bezogen auf die im KBV-Bericht zunächst betrachtetenhonorarumsätze aus der GKV-Praxis konnten die Praxen für Innere Medizin mit den diversen Schwerpunkten die Top-Positionen besetzen. Dabei rangieren die Praxen mit Schwerpunkt Nephrologie und einem Honorarumsatz von ca im 3. Quartal 2013 ganz weit vorne. Auf ein Jahr hochgerechnet entspricht dies also einem Hono-rarumsatz von Zu den Top Five nach GKV- Ho-norarumsatz zählen außerdem die radiologischen sowie mit etwas Abstand die ophthalmologischen, chirurgi-schen und pädiatrischen Praxen. (vgl. KBV- Grafik Ho-norarumsätze )

5 Weiterhin müssen noch die Honorarumsätze aus privatärztlicher und sonstiger Tätigkeit (z.b. IGeL) hinzugerechnet werden. Erst diese Berechnung ergibt den gesamten Honorar-umsatz aus der ärztlichen Tätigkeit. Die Betrachtung der Honorarumsätze ist z.b. dann sinnvoll, wenn es um das objektive Aufzeigen von Entwicklungen sowie von Unterschieden in den jeweiligen Regionen oder zwischen den Fachgruppen geht. Allerdings fließt ein erheblicher Anteil in den Praxisunterhalt, z.b. für Personal, Miete, Energie, Versicherungen und medi-zinische Geräte. Die um die Betriebs-kosten bereinigten Überschuss-Beträge entsprechen sozusagen dem Bruttoein-kommen. Die Betriebsausgaben sind allerdings je nach Fachgruppe unterschiedlich hoch und liegen nach Angaben der KBV beispielweise zwischen 50% bei Hausärzten und 70-80% bei Radiologen. Dementsprechend erhalten Fachärzte für Radiologie für ihre technikintensiven Leistungen in der Regel mehr Honorar als Hausärzte, da die Untersuchungen in der Regel deutlich kostenintensiver sind. Gleiches gilt für Nephrologen.

6 Die um die Betriebskosten bereinigten Überschuss-Beträge nach Fachrichtungen aufgeteilt werden in der Abbildung dargestellt (vgl. KBV-Grafik Überschuss ). Zu beachten ist, dass in dieser Grafik keine Daten aus den Abrechnungsgruppen der Nephrologen und Endokrinologen eingeflossen sind. Dementsprechend geringer fallen die Abstände in den Überschüssen der einzelnen Facharzt-gruppen aus. Auch hier werden wieder Beträge pro Quartal angegeben.

7 Von der Betrachtung weiterer Abzüge zum Vergleich von Nettogehältern sehen wir an dieser Stelle weiterhin ab. Letztendlich ist das tatsächliche Nettoeinkommen des niedergelassenen Arztes aufgrund der großen Varianz an Einflussgrößen so individuell, dass darüber kaum valide Zahlen zu erheben sind. Übrigens: Der kleine Unterschied hat große Wirkung auf den Geldbeutel Wie in vielen anderen Berufsgruppen ist auch bei den Medizinern die finanzielle Benach-teiligung von Frauen gang und gäbe: Im Schnitt verdienen Medizinerinnen rund 23% we-niger als ihre männlichen Kollegen. Betrachtet für alle Berufsgruppen liegt der ge-schlechtsspezifische Entgeltunterschied laut statistischem Bundesamt aktuell bei 22%. Möglichkei-ten, sich für mehr Fairness in diesem Bereich zu engagieren, finden sich unterhttp://www.equalpayday.de.

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