Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in Baden-Württemberg

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1 Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in Sonderauswertung der Arbeitsgemeinschaft der baden-württembergischen Studentenwerke zur 8. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks durchgeführt von HIS Hochschul-Informations-System GmbH Bearbeitung: Percy Scheller April 8

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3 Vorwort Die Hochschullandschaft ist gerade in in den letzten Jahren von einem starken Veränderungsdruck geprägt gewesen. Er ging und geht einher mit einem starken Veränderungswillen der Hochschulen. Diese Dynamik ist vor allem politisch induziert und wird vor Ort an den Hochschulen in Form eines offenen und zielgerichteten Change Managements gelebt. Wir, die baden-württembergischen Studentenwerke, wollen unseren Beitrag auf diesem Reformweg leisten. Unsere flankierenden Dienstleistungs- und Serviceangeboten rund ums Studieren sollen eng an den Erwartungen und Wünsche unserer Hochschulen ausgerichtet sein, um damit die Veränderungsprozesse unterstützen zu können. Neben Kompetenz und Professionalität in unserem Kerngeschäft können wir für die weitere Diskussion über Studienstrukturen und bedingungen einen zusätzlichen wichtigen Beitrag leisten: Wir wissen viel über die Studierenden! Wenn wir in tatsächlich mehr junge Menschen zum Studium bewegen wollen, die Studienzeit verkürzen, die Mobilität erhöhen und die Abbruchquote verringern wollen dann muss man hinschauen, wo den Studierenden der Schuh drückt. Mit der vorliegenden Sozialerhebung zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studierenden in haben wir Studentenwerke genau dies gemacht. Die Sozialerhebung ist zunächst ein Blick in den Rückspiegel, der aber helfen soll, den zukünftigen Weg durch die Frontscheibe besser erkennen zu können. Wir sind überzeugt, dass jenseits aller dogmatischen Positionen die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden ein kritischer Erfolgsfaktor für das Programm Hochschule und die gewünschte zusätzliche Mobilisierung von Bildungschancen ist. Unser Wunsch ist, dass diese Publikation mit ihrem breiten Informationsgehalt wichtige Unterstützung leistet, die Relevanz dieses Aspektes des Studiums herauszustellen und anstehende politische Entscheidungen zu untermauern. Mannheim, im April 8 Dr. Jens Schröder Geschäftsführer des Studentenwerks Mannheim Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der baden-württembergischen Studentenwerke

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5 Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in wichtige Ergebnisse im Überblick Studierende in relativ jung Mit,9 Jahren sind die Studierenden in im Durchschnitt ein Jahr jünger als die Studierenden im gesamten Bundesgebiet. Mehr als die Hälfte der Studierenden in ist ledig, aber in fester Partnerschaft, und 5 % sind bereits verheiratet. Unterschiede in der Fächerstruktur Der Anteil der Studierenden, die in einem Studiengang der Fächergruppe Mathematik/Naturwissenschaften eingeschrieben sind, liegt in deutlich höher als im Bundesgebiet ( % vs. %). In einem Studiengang der Fächergruppe Sozialwissenschaften, Psychologie, Pädagogik ist hingegen in ein geringerer Anteil immatrikuliert ( % vs. %). -Stundenwoche für Studium und Jobs Studierende in haben durchschnittlich eine, Stundenwoche inklusive einem Zeitaufwand von knapp über 5 Stunden für eine Erwerbstätigkeit neben dem Studium. Der durchschnittliche Zeitaufwand für dass Jobben fällt in etwas geringer aus als im Bundesdurchschnitt (5, vs.,7 Stunden pro Woche). Sozialer Hintergrund der Studierenden Ausgehend vom höchsten allgemeinbildenden Schulabschluss der Eltern, stammt die Mehrheit der Studierenden in Baden-Wüttemberg (57 %) aus Elternhäusern, in denen mindestens ein Elternteil die Hochschulreife besitzt. In % der Elternhäuser von Studierenden ist die mittlere Reife und in 5 % der Hauptschulabschluss der höchste Schulabschluss. Wird der höchste berufsqualifizierenden Abschluss der Eltern zugrunde gelegt, stammen mehr als die Hälfte (5 %) der Studierenden in aus Elternhäusern, in denen zumindest ein Elternteil ein Hochschulstudium absolviert hat. Diesbezüglich unterscheiden sich Studierende in kaum von denen im Bundesgebiet. Hauptsäule der Studienfinanzierung sind die Eltern Studierende in Baden-Wüttemberg verfügen mit durchschnittlich 78 über monatliche Einnahmen, die etwas geringer ausfallen als die Durchschnittseinnahmen der Studierenden in den alten Bundesländern (788 ). Der Beitrag der Eltern zu den monatlichen Einnahmen liegt in bei % und ist damit höher als im Durchschnitt der alten Länder (5 %). Die Anteile des eigenen Verdienstes und des BAföG an den monatlich zur Verfügung stehenden Einnahmen fallen hingegen in geringer aus als im Durchschnitt der alten Länder (Selbstfinanzierungsanteil durch eigenen Verdienst: 8 % in, 5 % in den alten Ländern; BAföG-Anteil: % in, % in den alten Ländern). Rund % der monatlichen Einnahmen werden durch weitere Finanzierungsquellen (Partner, Verwandte, Ersparnisse, Kredite u. a. m.) bereitgestellt. Dabei spielt die Studienfinanzierung durch Kredite im Sommersemester eine nur marginale Rolle. Kostenfaktor Miete Mit durchschnittlich belasten die monatlichen Ausgaben für Miete das studentische Budget am stärksten. In Baden- Württemberg geben Studierende rd. % der monatlich zur Verfügung stehenden Einnahmen für Miete einschließlich Nebenkosten aus. Die Höhe der Miete ist vor allem von der Wohnform abhängig. So zahlen Studierende, die im Wohnheim wohnen mit durchschnittlich den geringsten monatlichen Mietzins, während Studierende die eine Mietwohnung mit dem Partner/der Partnerin teilen dafür im Durchschnitt pro Monat ausgeben. Überdurchschnittliche Wohnheimquote Während in % der Studierenden im Studentenwohnheim wohnen, liegt die Vergleichsquote für das Bundesgebiet bei %. Auch der Anteil der Studierenden, die im Elternhaus wohnen liegt in höher als im Bundesdurchschnitt ( % vs. %). Hingegen ist der Anteil der Studierenden, die in einer eigenen Mietwoh-

6 nung allein oder mit dem Partner/der Partnerin wohnen in deutlich geringer als im Bundesgebiet ( % vs. %). Mensanutzung: Männer essen häufiger in der Mensa als Frauen % der Studierenden gehen regelmäßig (mindestens drei Mal pro Woche) zum Mittagessen in die Mensa. Mit dieser Nutzungsfrequenz wird die Mensa von deutlich mehr Männern als Frauen aufgesucht (9 % vs. 9 %). Neben diesen Stammgästen der Mensa gibt es weitere 7 % der Studierenden, die ein- bis zweimal pro Woche die Mensa zum Mittagessen aufsuchen ( % Männer, % Frauen) und %, die nie in der Mensa zu Mittag essen (9 % Männer, 9 % Frauen). Beratungsbedarf erheblich Knapp zwei Drittel der Studierenden in hatten Beratungs- oder Informationsbedarf zu finanziellen Fragen, Studienproblemen oder psychosozialen Themen. Am gefragtesten waren die Themen Krankenversicherung ( %), Finanzierung eines studienbezogenen Auslandsaufenthalts ( %) und Studienfinanzierung allgemein ( %).

7 Inhaltsverzeichnis Seite. Untersuchungsrahmen.... Studium an den Hochschulen s.... Studierende und Studienanfänger/innen.... Fächerstruktur und angestrebte Abschlüsse.... Hochschulzugang und Vorbildung.... Studienverlauf und Einstellungen zum Studium Zeitlicher Aufwand für Studium und Erwerbstätigkeit Studienbezogene Auslandsaufenthalte Persönliche Merkmale und sozialer Hintergrund der Studierenden.... Persönliche Merkmale.... Sozialer Hintergrund.... Studienfinanzierung..... Höhe und Zusammensetzung der monatlichen Einnahmen..... Finanzierungsquellen..... Einschätzung der finanziellen Situation aus der Sicht der Studierenden Lebenshaltungskosten ausgewählte Ausgabenpositionen Ausgaben für Miete und Nebenkosten Weitere Ausgabeposten Förderung nach dem BAföG..... Umfang der Förderung.... Arten und Höhe der Förderung.... Einschätzung der BAföG-Förderung aus Sicht der Betroffenen.... Warum kein BAföG? Studentische Erwerbstätigkeit Erwerbstätigenquote Einflussfaktoren Tätigkeitsarten, finanzieller Ertrag und Motive Wohnsituation Wohnform nach verschiedenen Merkmalen Wohnwünsche Zufriedenheit mit der Wohnsituation Hochschulnahe Verpflegung in Mensen und Cafeterien Nutzung des Angebotes Mensen und Cafeterien aus studentischer Sicht.... Beratungs- und Informationsbedarf Bereiche des Beratungs- und Informationsbedarfs Bereiche des Beratungs- und Informationsbedarfs nach verschiedenen Merkmalen des Studiums.... Nutzung und Verfügbarkeit von Beratungsangeboten...

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9 . Untersuchungsrahmen Anlass Die soziale und wirtschaftliche Lage der Studierenden in Deutschland wird auf Veranlassung des Deutschen Studentenwerks mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in regelmäßigen Abständen untersucht. Die Datengrundlage dieser Untersuchung, mit der seit 98 HIS (Hochschul-Informations-System, Hannover) betraut ist, wird jeweils durch eine schriftliche Befragung einer repräsentativen Stichprobe der Studierenden an den deutschen Hochschulen geschaffen. Einbezogen in die bundesweite Befragung werden die Hochschulen, die zum Berichtskreis der amtlichen Hochschulstatistik gehören; ausgenommen davon bleiben die Verwaltungsfachhochschulen, die Universitäten der Bundeswehr und die Hochschulen für das Fernstudium. Die Ergebnisse der 8. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks, durchgeführt im Sommersemester, wurden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung veröffentlicht. Die Arbeitsgemeinschaft der baden-württembergischen Studentenwerke hat es sich zur Aufgabe gemacht, die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden speziell in herauszuarbeiten, so dass deutlich wird, in welchen Bereichen sich die Studierenden in entsprechend dem bundesweiten Trend verhalten bzw. davon abweichen. Von einer solchen Referenzbetrachtung verspricht sich die Arbeitsgemeinschaft zum einen Hinweise für die regional angemessene, bedürfnisgerechte Ausgestaltung der sozialen Infrastruktur der Hochschulen, zum anderen aber auch eine Standortbestimmung im Wettbewerb des föderalen Bildungssystems. Darüber hinaus können die auf das Land bezogenen Ergebnisse wiederum als Referenzrahmen für standortspezifische Auswertungen einzelner Studentenwerke s dienen. Datengrundlage Die Berichterstattung im Rahmen der Sozialerhebung unterscheidet zwischen einerseits den deutschen Studierenden sowie den so genannten Bildungsinländern (Studierende, die eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen, überwiegend in Deutschland aufgewachsen sind bzw. zumindest ihre Hochschulreife hier erworben haben) und andererseits den so genannten Bildungsausländern (ausländische Studierende, die erst zum Studium nach Deutschland gekommen sind). Isserstedt, Wolfgang/ Middendorff, Elke/ Fabian, Gregor/ Wolter, Andrä; (7): Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in der Bundesrepublik Deutschland. 8. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks durchgeführt durch HIS Hochschul-Informations-System, hrsg. v. Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bonn, Berlin. Grundlage dieses Berichts ist die Befragung der deutschen Studierenden und der Bildungsinländer. Die Stichprobe zur Befragung der in Deutschland studierenden Bildungsausländer ist so angelegt, dass die Befragungsergebnisse nur auf Bundesebene repräsentativ sind. Eine länderspezifische Berichterstattung zur Situation der Bildungsausländer ist deshalb mit der Sozialerhebung nicht möglich. In die Stichprobe der Deutschen und Bildungsinländer ist jeder 7-ste Studierende einbezogen. Von den.7 angeschriebenen Studierenden in haben sich.5 mit verwertbaren Angaben an der Befragung beteiligt. Das entspricht einer Rücklaufquote von,5 %. Die im Folgenden dargestellten Ergebnisse basieren demzufolge auf den Angaben etwa jedes 85-ten im Sommersemester an Hochschulen in Baden- Württemberg eingeschriebenen Studierenden. Die Repräsentativität der Ergebnisse ist hergestellt, indem Abweichungen der realisierten Stichprobe von der Grundgesamtheit der Studierenden nach den Strukturmerkmalen Hochschulart, Geschlecht und Fächergruppe durch Gewichtung ausgeglichen wurden.. Studium an den Hochschulen in.. Studierende und Studienanfänger/innen Im Wintersemester /7 sind an den baden-württembergischen Hochschulen 5. Studierende immatrikuliert. Wie in Bild. dargestellt, hat sich seit dem Wintersemester 999/ die Gesamtzahl der Studierenden stetig erhöht. Der weitaus größte Teil der Studierenden im Wintersemester /7 besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft (85, % bzw Studierende). Der Anteil der ausländischen Studierenden an den baden-württembergischen Hochschulen liegt folglich bei, % und ist damit höher als im Bundesdurchschnitt (,5 %). Von den Studierendenen mit ausländischer Staatsangehörigkeit sind 7.89 so genannte Bildungsinländer (, % aller Studierenden) und 7.9 so genannte Bildungsausländer (, % aller Studierenden). Gegenstand dieses Berichts ist die wirtschaftliche und soziale Lage der deutschen Studierenden und der studierenden Bildungsinländer in. Die ab Kapitel. dargelegten Befunde der Sozialerhebung beschreiben somit die Stuation von knapp 89 % der Studierenden im Land. Bestandszahlen für das Sommersemester werden von der amtlichen Statistik seit einigen Jahren nicht mehr ausgewiesen. Die Studierendenzahl zum Zeitpunkt der 8. Sozialerhebung im Sommersemester dürfte bei knapp 5. gelegen haben.

10 Bild. Entwicklung der Studierendenzahlen Studierende in, absolut absolut Deutsche Insgesamt Bildungsausländer / / / 999/ 998/99 997/98 99/97 7. Bildungsinländer dass die Zahl der Frauen, die eine Hochschulzugangsberechtigung erwerben, und auch der Anteil der davon anschließend ein Studium aufnimmt, stärker gestiegen ist als bei den Männern. Die Zahl der Studienanfänger/innen hängt nicht allein von der demografischen Entwicklung, sondern auch davon ab, wie eine Vielzahl von kurz- und langfristig wirkenden individuellen und sozialen Faktoren die Entwicklung der Studierneigung beeinflusst. Hätte sich die Studierneigung der Studienberechtigten nicht verändert, wären, ausgehend von der Zahl der Studienberechtigten (demographische Komponente), deutlich geringere Studienanfängerzahlen zu erwarten gewesen (Bild., unterer Kurvenverlauf). Tatsächlich liegt deren Zahl aber aufgrund der sich verändernden Studierneigung deutlich höher (Bild., oberer Kurvenverlauf). Wintersemester /7 5/ /5 / Quelle: Statistisches Bundesamt, Sonderauswertung aus der HIS-ICE-Datenbank Bild. Soziale und demographische Komponente der Entwicklung der Studienanfängerzahlen 98-5 in deutsche Studierende, absolut In Bild. ist dargestellt wie sich seit 98 die Zahl der deutschen Studienanfänger/innen entwickelt hat. Gegenüber dem Jahre 98 liegt im Jahre die Gesamtzahl der Studienanfänger/innen um 5, % höher. Bei einem entsprechenden Vergleich der männlichen und weiblichen Studienanfänger fällt auf, dass die Zahl der Frauen um 78, % höher ausfällt, die Zahl der Männer hingegen lediglich um, %. Die überdurchschnittliche Steigerungsrate der Studienanfängerinnen ist vor allem darauf zurückzuführen, Bild. Entwicklung der Zahl deutscher Studienanfänger/innen in 5 in Tsd soziale Komponente demografische Komponente absolut insg. männl. weibl. Jahr 995 Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie, Reihe Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie, Reihe. Darüber hinaus wird die Entwicklung der Studierendenzahl auch davon beeinflusst, in welchem Umfang sich Studienberechtigte, die in oder in einem anderen Land ihre Hochschulzugangsberechtigung erworben haben, sich für ein Studium in entscheiden. Durch die Zuwanderung von Studienberechtigten aus anderen Ländern und die Abwanderung von Landeskindern ergibt sich für bezogen auf das Wintersemester 5/ per Saldo ein Verlust von etwa 8. Studierenden. Die Einführung von Studiengebühren dürfte die zukünftige Entwicklung des so genannten Wanderungssaldos nicht unbeeinflusst lassen. 995 Sommer- und nachfolgendes Wintersemester

11 .. Fächerstruktur und angestrebte Abschlüsse Für die Zwecke der Sozialerhebung wird die Fächerstruktur auf der hochaggregierten Ebene der Fächergruppen dargestellt. Differenziert nach Fächergruppen hat sich die Zusammensetzung der Studierenden in in den letzten Jahren nur wenig verändert (Bild.). Bild. Veränderung der Fächerstruktur Studierende in % Ingenieurwissenschaften Sprach- und Kulturwiss. Mathematik/Naturwiss. Medizin, Gesundheitswiss. Rechts- und Wirtschaftswissenschaften Sozialwiss., Pädagogik, Psychologie Geschlechtsspezifische Studienfachwahl Als Resultat der geschlechtsspezfischen Studienfachwahl sind etwa zwei von drei Studierenden der Fächergruppen Sprach- und Kulturwissenschaften und Sozialwissenschaften/Psychologie/Pädagogik weiblich (Bild.5). Von Männern dominiert sind hingegen nach wie vor die Ingenieurwissenschaften, vier von fünf Studierenden dieser Fächergruppe sind Männer. Bild.5 Studenten und Studentinnen je Fächergruppe in % Sozialwissenschaften/Pädagogik/Psychologie Medizin/Gesundheitswissenschaften Sprach- und Kulturwissenschaften Rechtswissenschaften Wirtschaftswissenschaften Mathematik/Naturwissenschaften Ingenieurwissenschaften Männer Frauen Fächerstruktur und Hochschulart Das unterschiedliche Angebot von Universitäten (einschließlich Pädagogischen Hochschulen und Kunsthochschulen) und Fachhochschulen führt zu erheblichen Unterschieden bei der Fächerstruktur (Bild.). Verglichen mit den Anteilswerten für das gesamte Bundesgebiet ist der Anteil der Studierenden, die einen Studiengang der Fächergruppe Mathematik/Naturwissenschaften an einer Universität in studieren, deutlich höher als an allen Universitäten im Bundesgebiet (5 % vs. %). Ebenfalls höher ist in der Anteil, der an einer Universität Sprach- und Kulturwissenschaften studiert. Niedriger hingegen sind an den Universitäten s die Anteile der Studierenden, die in einem Studiengang der Fächergruppen Rechts- und Wirtschaftswissenschaften ( % vs. 9 %) oder Sozialwissenschaften/Psychologie/Pädagogik eingeschrieben sind ( % vs. 5 %). Bezogen auf die Fächerstruktur sind auch zwischen den Fachhochschulen in und denen im Bundesgebiet Unterschiede festzustellen. Der Anteil der Studierenden, der an einer Fachhochschule in Baden- Württemberg Mathematik/Naturwissenschaften oder Ingenieurwissenschaften studiert, ist jeweils höher als im Bundesgebiet (9 % vs. % bzw. 8 % vs. %). Hingegen fällt der Anteil, der in in einem Studiengang der Fächergruppe Sozialwissenschaften/Psychologie/Pädagogik eingeschrieben ist, um die Hälfte geringer aus als im Bundesgebiet ( % vs. %). Bild. Fächerstruktur an Universitäten und Fachhochschulen im Vergleich und Bundesgebiet Studierende in % Ingenieurwissenschaften Sprach- und Kulturwiss. Mathematik/Naturwiss. Medizin, Gesundheitswiss. Rechts- und Wirtschaftswissenschaften Sozialwiss., Pädagogik, Psychologie Universität Ba-Wü Bund Fachhochschule 9 8 Ba-Wü Bund

12 Angestrebter Abschluss Der am häufigsten angestrebte Abschluss ist nach wie vor das Diplom. Etwa die Hälfte der Studierenden strebt ein Diplom an, % der Studierenden an Universitäten und % derjenigen an Fachhochschulen. 7 % aller Studierenden haben einen Studiengang gewählt, der mit dem Staatsexamen abschließt (Bild.7). Bild.7 Angestrebter Abschluss Studierende in % Abschlussart insg. Uni FH Fachhochschuldiplom Diplom an einer Universität/ Kunsthochschule o.ä. Magister Bachelor Master Staatsexamen kirchliche Prüfung Promotion anderer Abschluss (einschließlich Abschluss im Ausland) keinen Abschluss insgesamt darunter Lehramtsabschlüsse Erwartungsgemäß wirken sich die Bologna-Beschlüsse von 999 auf die Studienstruktur aus. sind % der Studierenden in einem Bachelor-Studiengang eingeschrieben, waren es erst %. In Abhängigkeit von der Hochschulart unterscheiden sich die Anteile der Studierenden, die einen Bachelor anstreben, erheblich. An den Universitäten in liegt der Anteil der Studierenden, die in einem Bachelor-Studiengang eingeschrieben sind, bei 5 %, an den Fachhochschulen dagegen bei %. Im Vergleich mit dem Bundesgebiet ist an den baden-württembergischen Universitäten ein geringerer Teil der Studierenden in Bachelor-Studiengängen eingeschrieben (5 % vs. 8 %). Anders an den baden-württembergischen Fachhochschulen, dort liegt der Anteil, der einen Bachelor als Abschluss anstrebt, wesentlich höher als im Bundesgebiet ( % vs. 8 %). Zum Zeitpunkt der Befragung dürften erst wenige Studierende einen der neu eingeführten Bachelor-Studiengänge absolviert haben. Dementsprechend liegt der Anteil der Studierenden in, die in einem anschließenden Master-Studiengang eingeschrieben sind, erst bei %. Einen Ausblick auf den zukünftigen An teil erlauben die Antworten der Studierenden, die derzeit in einem Bachelor-Studiengang eingeschrieben sind, auf die Frage: Haben Sie die Absicht, nach dem derzeit angestrebten Abschluss einen Master-Studiengang zu absolvieren? : Antwort nein ja, direkt nach Erwerb des Bachelor ja, aber erst nachdem Berufserfahrungen gesammelt wurden - weiß noch nicht Universität Ba-Wü % % % Bund % % % % 8 % Ba-Wü Danach beabsichtigen von den % der Studierenden in, die in einem Bachelor-Studiengang eingeschrieben sind, knapp zwei Fünftel direkt nach dem Erwerb des Bachelors das Studium fortzusetzen, um den Master zu erwerben. Ein Fünftel der Bachelor-Studierenden wollen nach Abschluss des derzeitigen Studiums erst Berufserfahrungen sammeln und dann einen Master-Studiengang anschließen. Folglich ist davon auszugehen, dass für deutlich mehr als die Hälfte der Studierenden in Bachelor-Studiengängen der damit zu erreichende Abschluss nur eine Zwischenstation darstellt... Hochschulzugang und Vorbildung Im Sommersemester verfügen 8 % der Studierenden über die allgemeine Hochschulreife. Eine fachgebundene Hochschulreife haben % erworben und % besitzen die Fachhochschulreife. Nur wenige Studierende (,5 %) verfügen nicht über eine der traditionellen Hochschulzugangsberechtigungen. Bei der Erstimmatrikulation verfügten von den Studierenden, die zum Zeitpunkt der Befragung an einer Universität eingeschrieben waren, 98 % über die allgemeine Hochschulreife. An den Fachhochschulen ist dieser Anteil mit 58 % deutlich geringer. Die übrigen Studierenden der Fachhochschulen wurden bei der Erstimmatrikulation mit einer Fachhochschulreife (5 %) oder einer fachgebundenen Hochschulreife (7 %) zum Studium zugelassen. Die entsprechenden Anteile liegen bei den Studierenden der Universitäten bei jeweils %. Die Hochschulzugangsberechtigung haben 7 % der Studierenden in erworben. Die übrigen Studierenden, erlangten die Hochschulreife vor allem in den Nachbarländern Bayern, Rheinland-Pfalz und Hessen. Auch in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hat ein nicht unerheblicher Anteil der Studierenden der baden-württembergischen Hochschulen die Hochschulreife erworben (Bild.8). 5 % 8 % % % FH Bund % 8 % % 5 % insgesamt Ba-Wü 5 % 8 % % Bund 8 % 5 % % 7 % %

13 5 Bild.8 Studierende nach dem Land, in dem die Hochschulreife erworben wurde in % Bild.9 Studierende, die vor dem Studium eine Berufsausbildung absolvierten in % Land insgesamt Männer Frauen Bundesgebiet Uni FH insg. insg. Bayern Rheinland-Pfalz Nordrhein-Westfalen Hessen Niedersachsen Thüringen Sachsen im Ausland Schleswig-Holstein Saarland Brandenburg Hamburg Berlin Sachsen-Anhalt Mecklenburg-Vorpommern Bremen insgesamt 5,5,5,,, Berufsausbildung vor Studienbeginn 8 % der Studierenden in haben vor der Aufnahme eines Studiums bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen. Im Bundesgebiet liegt dieser Anteil mit 5 % wesentlich höher. Differenziert nach der Hochschulart fällt in der Anteil der Studierenden mit einer Berufsausbildung unter den Studierenden der Universitäten nur halb so hoch aus wie im Bundesgebiet (8 % vs. %). Es ist nahe liegend, dass im Fachhochschulbereich der Anteil mit einer Berufsausbildung wesentlich höher liegt, der Unterschied zwischen und dem Bundesgebiet ist hier deutlich geringer ( % vs. 5 %). Gut die Hälfte der Studierenden in, die bereits vor der Aufnahme des Studiums eine Berufsausbildung absolvierten, erwarb die Hochschulreife erst nach der Berufsausbildung. Knapp zwei Fünftel absolvierten die Berufsausbildung nach dem Erwerb der Hochschulreife und bei einem Zehntel wurde der Abschluss der Berufsausbildung und die Hochschulreife zum gleichen Zeitpunkt erreicht. Zwischen den Studierenden der Universitäten und der Fachhochschulen sind die diesbezüglichen Unterschiede erheblich (Bild.9). 5 5 Anteil mit Berufsausbildung davon erwarben die Berufsausbildung: - vor der Hochschulreife - gleichzeitig mit der H.-reife - nach der Hochschulreife.. Studienverlauf und Einstellungen zum Studium Verzögerte Studienaufnahme Neben einer Berufsausbildung bestehen weitere Verzögerungsgründe, unmittelbar im Anschluss an den Erwerb der Hochschulreife ein Studium aufzunehmen, in der Ableistung der Wehrpflicht und eingeschobenen Orientierungsphasen. Während sich die Studienaufnahme bei Männern eher durch den Wehr- oder Zivildienst verzögert, ist dies bei den Frauen oft durch ein Freiwilliges Soziales beziehungsweise Freiwilliges Ökologisches Jahr (FSJ/FÖJ) oder einen Au-Pair-Aufenthalt verursacht. Zusammen mit der bereits erwähnten Doppelqualifikation (Berufsausbildung nach Erwerb der Hochschulreife), vergehen in Durchschnitt gut Monate zwischen Schulabgang und Studienaufnahme. Dies ist jedoch ein Durchschnittswert, % der Studierenden haben ihr Studium fast unmittelbar mit dem nächsten Semester, also innerhalb von ein bis drei Monaten aufgenommen. Frauen nehmen häufiger unmittelbar ihr Studium auf als Männer ( % vs. 5 %). Wechsel des Studiengangs Als Wechsel des Studienganges gilt, wenn Studierende den Wechsel in ein anderes Studienfach vollzogen haben, das gleiche Studienfach mit anderem Abschluss weiterstudieren oder sowohl Abschluss als auch Fach gewechselt haben. In haben % der Studierenden den Studiengang gewechselt (Bild.). Knapp zwei Drittel der Studiengangwechsler haben ihre ursprüngliche Studienentscheidung bereits im ersten Studienjahr korrigiert, ein weiteres knappes Viertel im zweiten Studienjahr. Die übrigen Studiengangwechsler ( %) vollzogen die Umorientierung erst nach fünf und mehr Semestern. Die Studierenden an Fachhochschulen wechseln den Studiengang zwar etwas seltener als die an Universi

14 Bild. Wechsel im Studiengang, Studienunterbrechung und Wechsel der Hochschule Anteil der betroffenen Studierenden, in % Wechsel im Studiengang - Fach und Abschluss - nur das Fach - nur den Abschluss Studienunterbrechung Wechsel der Hochschule Baden- Württemberg Bundesgebiet täten (8 % vs. %), dafür aber im Durchschnitt etwas später nach,7 Semestern gegenüber, Semestern. Unterbrechungen des Studiums Ebenfalls zu Verzögerungen im Studienverlauf führen Unterbrechungen des Studiums. Dass auch sie einen problematischen Studienverlauf anzeigen können, machen die Antworten auf die Frage Haben Sie Ihr Studium zwischendurch (offiziell oder inoffiziell) unterbrochen? und Aus welchem Grund (...)? deutlich. Von den % der baden-württembergischen Studierenden (Bild.), die ihr Studium unterbrochen haben, antworten erstaunlich viele, dass dies geschehen sei, um andere Erfahrungen zu sammeln, oder aufgrund von Zweifel am Sinn des Studiums (Bild.). Mit einer Erwerbstätigkeit wird die Unterbrechung des Studiums in seltener begründet als bundesweit (5 % vs. %), ebenso mit finanziellen Problemen ( % vs. 9 %) Hochschulwechsel Der Anteil baden-württembergischer Studierender, die im bisherigen Studienverlauf die Hochschule innerhalb Deutschlands gewechselt haben, liegt relativ konstant bei % (Bild.). Im günstigsten Fall ist ein solcher Hochschulwechsel Ausdruck einer klugen Studienentscheidung, die sich positiv auf die Erfahrung und Kompetenz der Studierenden auswirkt. Studierende der Fachhochschulen und Universitäten unterscheiden sich kaum bei der Häufigkeit des Hochschulwechsels. Unterschiede zeigen sich erst bei den Gründen. Studierende an Fachhochschulen geben häufiger Gründe an, die direkt mit dem Studium zu tun haben (Bild.): 79 % der Hochschulwechsler, die an einer Fachhochschule studieren, geben das Studienangebot als Grund an, der für den Hochschulwechsel eine große oder sehr große Rolle gespielt hat; bei % war mit dem Hochschulwechsel gleichzeitig ein Wechsel des Studienganges verbunden und bei 5 % waren bessere Studienbedingungen mit ausschlaggebend für den Hochschulwechsel. Diese Gründe haben auch für die Hochschul- Bild. Gründe für einen Hochschulwechsel Studierende, die die Hochschule gewechselt haben; davon der Anteil, für den der Grund eine große oder sehr große Rolle spielte, in % Studienangebot entspricht eher meinen Erwartungen Wechsel des Studiengangs Bild. Gründe für Studienunterbechung Bezugsgruppe: Studierende, die das Studium unterbrochen haben (= %), Anteil mit entsprechendem Grund in %, Mehrfachnennungen Unterbrechungsgrund um andere Erfahrungen zu sammeln insg. männl. 5 weibl. Bund insg. bessere Studienbedingungen Ruf der Hochschule persönliche Gründe gesundheitliche Probleme Zweifel am Sinn des Studiums 9 attraktivere Stadt Erwerbstätigkeit finanzielle Probleme Schwangerschaft/ Kindererziehung andere familiäre Gründe Wehr- oder Zivildienst geringere Lebenshaltungskosten keine/geringe Studiengebühren/-beiträge 5 7 sonstiger Grund Fachhochschulen Universitäten

15 7 wechsler, die an einer Universität studieren, eine hohe Bedeutung, werden aber längst nicht so häufig angegeben. Geringere Lebenshaltungskosten spielen nur für 5 % der Hochschulwechsler an Universitäten eine große oder sehr große Rolle, hingegen für % der Hochschulwechsler an Fachhochschulen. Umgekehrt spielen persönliche Gründe, eine attraktivere Stadt, aber auch der Ruf der Hochschule, häufiger für Hochschulwechsler an Universitäten eine große Rolle. Einstellung zum Studium Studium und Hochschule bilden für mehr als die Hälfte der Studierenden in den Mittelpunkt, auf den fast alle Interessen und Aktivitäten ausgerichtet sind. Gut zwei Fünftel der Studierenden sehen Studium und Hochschule als gleich wichtig wie andere Interessen und Aktivitäten außerhalb der Hochschule. Nur für eine Minderheit der Studierenden von 5 % stehen Interessen und Aktivitäten außerhalb der Hochschule im Vordergrund. Die Einstellung zum Studium hat sich gegenüber kaum verändert. Im Jahre hingegen waren noch die Studierenden in der Mehrheit, die das Studium und Interessen außerhalb der Hochschule für gleichwichtig hielten (Bild.). Bild. Einstellung zum Studium Studierende in % Im Vergleich zu anderen Interessen/Aktivitäten ist das Studium......nebensächlich 5.5. Zeitlicher Aufwand für Studium und Erwerbstätigkeit Der durchschnittliche Zeitaufwand von Studierenden im Erststudium für studienbezogene Aktivitäten beträgt 5, Stunden. Davon entfallen 8, Stunden auf den Besuch von Vorlesungen, Seminaren oder Praktika sowie 7, Stunden auf Vor- und Nachbereitung, Fachlektüre, Studien-, Haus- und Abschlussarbeiten, Bücher ausleihen, Wahrnehmung von Sprechstunden. Der durchschnittliche Zeitaufwand für das Studium macht damit für die Studierenden den Mittelpunkt ihrer Woche aus, bleibt aber unter der normalen Wochenarbeitszeit von Erwerbstätigen. Berücksichtigt man jedoch, dass die Studierenden durchschnittlich 5, Wochenstunden einer Tätigkeit gegen Bezahlung nachgehen, errechnet sich eine,-stunden-woche. Im Vergleich mit dem Bundesgebiet ist der Erwerbsaufwand der baden-württembergischen Studierenden tendenziell etwas geringer (,7 h vs. 5, h). Die Studierenden der Fachhochschulen und Universitäten unterscheiden sich beim Zeitaufwand, den sie für studienbezogene Aktivitäten aufwenden müssen. An den stärker verschulten und praxisorientierten Fachhochschulen ist der Aufwand für den Besuch von Lehrveranstaltungen höher als an Universitäten (Bild.). Dort ist dafür der Aufwand für das Selbststudium größer. Ferner ist festzustellen, dass der durchschnittliche Zeitaufwand für Erwerbstätigkeit bei den FH-Studierenden knapp ½ Stunden höher liegt als bei den Uni-Studierenden. Dies ist u. a. damit zu erklären, dass von den FH-Studierenden ein größerer Anteil erwerbstätig ist (vgl. Kap. 7.)....gleich wichtig 5 Bild. Zeitaufwand für Studium und Erwerbsarbeit Bezugsgruppe: Studierende im Erststudium, arithm. Mittelwert in Stunden pro Woche...vorrrangig insgesamt 9,7,, Tätigkeit gegen Bezahlung,8, 5, Bemerkenswerte Unterschiede sind zwischen Studentinnen und Studenten bei der Einstellung zum Studium nicht festzustellen. Deutlicher sind die Unterschiede differenziert nach der Hochschulart: Studierende der Universitäten geben etwas häufiger als die der Fachhochschulen an, dass das Studium vorrangig ist (5 % vs. 5 %). An den Fachhochschulen hingegen ist der Anteil größer, für den das Studium und Aktivitäten außerhalb der Hochschule gleich wichtig sind ( % vs. %). sonstiger studienbezogener Aufwand (Selbststudium) Lehrveranstaltungen 8,,7,5, Universität Fachhochschule 7, 8, insgesamt

16 8 Vollzeit- und Teilzeitstudium In der Hochschulrealität existiert neben dem Vollzeitstudium seit vielen Jahren das Phänomen des Teilzeitstudiums. Im Rahmen der Sozialerhebung wurde zur Beobachtung dieses Sachverhalts die im Folgenden beschriebene Typologie entwickelt, nach der die Studierenden entsprechend ihres Zeitaufwands für das Studium und die Erwerbstätigkeit eingeordnet werden: Vollzeitstudierende ohne/mit geringer Erwerbsbelastung wenden mehr als 5 Stunden in der Woche für ihr Studium und weniger als 5 Stunden für eine Erwerbstätigkeit auf. Vollzeitstudierende mit hoher Erwerbsbelastung wenden mehr als 5 Stunden in der Woche für eine Erwerbstätigkeit auf. Teilzeitstudierende ohne/mit geringer Erwerbsbelastung wenden weniger als 5 Stunden für ihr Studium und weniger als 5 Stunden für eine Erwerbstätigkeit auf. Teilzeitstudierende mit hoher Erwerbsbelastung wenden weniger als 5 Stunden für ihr Studium, aber mehr als 5 Stunden für eine Erwerbstätigkeit auf. Von den Studierenden in investieren 77 % mehr als 5 Stunden pro Woche in das Studium, so dass sie zu den Vollzeitstudierenden zu rechnen sind (7 % bei geringer Erwerbsbelastung, % bei hoher Erwerbsbelastung). Als Teilzeitstudierende sind % einzustufen (Bild.5). Von den Teilzeitstudierenden ist etwa jeder Fünfte durch hohen Erwerbsaufwand belastet. Bild.5 Studien-Erwerbs-Typ Studierende im Erststudium, in % Im Vergleich mit der Situation im Bundesgebiet fällt der Anteil der Vollzeitstudierenden in um zwei Prozentpunkte höher aus. Insbesondere die Anteile der Studierenden mit hoher Erwerbsbelastung sind in deutlich geringer als im Bundesdurchschnitt (insgesamt: % vs. 8 %; Vollzeitstudierende: % vs. 9 %, Teilzeitstudierende: 5 % vs. 8 %). Gegenüber hat sich der Anteil der Vollzeitstudierenden in etwas verringert (von 8 % auf 77 %), folglich hat sich der Anteil der Teilzeitstudierenden entsprechend erhöht... Studienbezogene Auslandsaufenthalte Als ein zentrales Ziel der Bologna-Erklärung wurde 999 beschlossen, die Mobilität von Studierenden zu fördern. Durch den Abbau von Hindernissen soll der Zugang von Studien- und Auslandsangeboten in Deutschland und anderen europäischen Staaten verbessert werden. Das Ausmaß der Auslandsmobilität wird beschrieben durch die Quote der heimischen Studierenden im höheren Semester, die zum Zeitpunkt der jeweiligen Sozialerhebung bereits studienbezogen im Ausland waren. Als höhere Semester gelten Uni-Studierende zwischen dem 9. und. und FH-Studierende zwischen dem 7. und. Hochschulsemester. Von den im Sommersemester an einer Hochschule in eingeschriebenen Studierenden in höheren Semestern hatten % ein oder meh- Bild. Studienbezogene Auslandsaufenthalte und Auslandspläne Studierende im Erststudium in höheren Semestern, in % Vollzeitstudierende ohne/mit geringem Erwerbsaufwand 7 75 Studierende in höheren Semestern % Vollzeitstudierende mit hohem Erwerbsaufwand ja % studienbedingt im Ausland gewesen? nein % Teilzeitstudierende ohne/mit geringem Erwerbsaufwand 8 Art des Auslandsaufenthaltes ja % Aufenthalt während des Studiums geplant? nein 55 % Teilzeitstudierende mit hohem Erwerbsaufwand 5 immatrikuliert % Praktikum % Sprachkurs 9 % Sonstiges % eventuell 9 % bestimmt % vorbereitet % Mehrfachnennungen möglich

17 9 rere studienbezogene Auslandsaufenthalte durchgeführt (Bild.). Der Anteil der Studierenden in höheren Semestern, die zeitweise an einer ausländischen Hochschule immatrikuliert waren, beläuft sich auf %, der Anteil, der im Ausland ein Praktikum durchgeführt hat, auf %. Verglichen mit den entsprechenden Quoten bezogen auf die Studierenden in höheren Semestern im gesamten Bundesgebiet (Studierende mit auslandsbezogenen Studienaufenthalten: %, Studium im Ausland: %, Praktikum im Ausland: 5 %) ist zu konstatieren, die Auslandsmobilität der Studierenden in fällt deutlich höher aus. Wird berücksichtigt, dass von den Studierenden in höheren Semestern weitere 5 % die Absicht äußerten, noch vor dem Studienabschluss einen Auslandsaufenthalt durchzuführen, ist zu erwarten, dass von den Absolventen der baden-würtembergischen Hochschulen rd. 5 % studienbezogen im Ausland waren. Hindernisse für einen Auslandsaufenthalt Am häufigsten wird die finanzielle Mehrbelastung als starkes Hemmnis angegeben, wenn es darum geht, mögliche Hinderungsgründe für einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt zu bewerten. Mehr als 57 % der Studie- renden in geben an, eine mögliche finanzielle Mehrbelastung würde ihre Bereitschaft stark oder sehr stark beeinflussen (Bild.7). Ebenfalls zu dieser Art von Hinderungsgründen gehört der Wegfall von Verdienstmöglichkeiten (9 %). Neben der finanziellen Dimension lassen sich inhaltlich noch zwei weitere einflussreiche Dimensionen erkennen: Persönliche Gründe und studienrelevante Hinderungsgründe. Ersteres wird durch den Aspekt Trennung von Partner/in, Kind und Freunden repräsentiert und letzteres durch den Aspekt Zeitverlust im Studium. Die beiden Aspekte folgen in der Rangordnung auf den Aspekt finanzielle Mehrbelastung mit einem Anteil von jeweils %. Für zwei dieser drei entscheidenden Dimensionen lässt sich feststellen, dass die Haupthinderungsgründe in sichtlich seltener angeführt werden als auf Bundesebene, nämlich die finanzielle Mehrbelastung und die Trennung von Partner/in, Kind und Freunden. Bemerkenswert ist weiterhin, dass jeweils rd. ein Viertel der Studierenden den Nutzen des Auslandsaufenthalts für das Studium in Frage stellt und Probleme bei der Anerkennung der im Ausland erbrachten Studienleistungen befürchtet. Bild.7 Umstände, welche die Bereitschaft einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt durchzuführen beeinflussen Bewertung auf einer 5er-Skala von beeinflusst gar nicht bis sehr stark, Anteil der Studiernden, der (sehr) stark beeinflusst wird, in % - finanzielle Mehrbelastung - Trennung von Partner/in, Kind, Freunden - Zeitverlust im Studium - Wegfall von Verdienstmöglichkeiten - geringer Nutzen für Heimatstudium - Probleme mit der Anerkennung der im Ausland erbrachten Leistungen - nicht ausreichende Fremdsprachenkenntnisse - eigene Trägheit - Wohnprobleme im Gastland - Informationsschwierigkeiten - Zugangsbeschränkungen im bevorzugten Zielland Bundesgebiet

18 Verglichen mit den ermittelten Ergebnissen ist festzustellen, dass der Anteil, der sich durch die erwartete finanzielle Mehrbelastung stark beeinflussen lässt, eher gestiegen ist (von 5 % auf 57 %); ebenso der Anteil, der den Nutzen eines studienbezogenen Auslandsaufenthalts eher als gering einschätzt (von % vs. auf %).. Persönliche Merkmale und sozialer Hintergrund der Studierenden.. Persönliche Merkmale Geschlecht Seit Jahren ist zu beobachten, dass der Anteil der Frauen unter den Studierenden steigt. In lag der Frauenanteil im Jahr bei %, sind 8 % der Studierenden Frauen (Bild.). Der Frauenanteil erhöhte sich an Universitäten und Fachhochschulen gleichermaßen, liegt aber nach wie vor mit 5 % an Universitäten deutlich höher als an Fach- Bild. Entwicklung des Frauenanteils unter den Studierenden in % Vergleich /Bundesgebiet hochschulen (7 %). Mit dem Anstieg an Universitäten und Fachhochschulen erreicht der Frauenanteil in Baden- Württemberg erstmals den Bundesschnitt, welcher in den Jahren - bei 8 % stagniert. Alter Im Sommersemester liegt das Durchschnittsalter der Studierenden in bei,9 Jahren (Bild.). betrug das Durchschnittsalter noch, Bild. Altersstruktur der Studierenden nach Geschlecht Studierende in %, Durchschnittsalter in Jahren Männer 5 9 insg.:,9 J. 9 Frauen, J.,7 J. Jahre und älter - Jahre -5 Jahre 8-9 Jahre -7 Jahre -5 Jahre - Jahre bis Jahre 5 7 Bundesgebiet Vergleich Uni/FH in Universität und, Jahre. Zurückgegangen ist vor allem der Anteil der Studierenden zwischen und 7 beziehungsweise über 8 Jahren (Bild.). Gleichzeitig ist der Anteil der unter -Jährigen von 5 auf 5 Prozent angestiegen. Frauen sind im Durchschnitt mit,7 Jahren etwas jünger als die Männer mit, Jahren. Der Altersunterschied hat sich allerdings in den letzten Jahren verringert: bestand noch eine Differenz von,8 Jahren zwischen Männern und Frauen; hier schlägt sich vor allem Bild. Studierende nach dem Alter im Vergleich verschiedener Jahre in % 8 Jahre und älter Fachhochschule bis 7 Jahre unter Jahre

19 nach und nach das abnehmende Durchschnittsalter der männlichen Studienanfänger nieder. Studierende an Universitäten sind meist etwas jünger als Studierende an Fachhochschulen, in beträgt das Durchschnittsalter an Universitäten,7 Jahre, das an Fachhochschulen, Jahre. Gegenüber hat sich vor allem das Durchschnittsalter der Studierenden an Universitäten reduziert (-,8 J.). An den Fachhochschulen sank das mittlere Alter von,7 auf, Jahre. Im Bundesgebiet liegt das Durchschnittsalter der Studierenden im Jahre mit,9 Jahren um ein Jahr höher als in. Während die Studierenden in postgradualen Studiengängen im Bundesgebiet wesentlich älter sind als in (, Jahre vs. 9, Jahre), fällt der Unterschied bei Studierenden im Erststudium deutlich geringer aus (, Jahre vs., Jahre). Familienstand 5 % der Studierenden in leben in einer festen Partnerschaft weitere knapp 5 % sind bereits verheiratet und % haben keine feste Partnerbeziehung (Bild.). Dabei sind es vor allem Studenten, die noch nicht gebunden sind (5 % vs. 9 %). Die Verheiratenquote ist bei den älteren Studierenden in postgradualen Studiengängen wesentlich höher als bei denen im Erststudium (7 % vs. %). Gut % der Studierenden in haben ein Kind Frauen häufiger als Männer ( % vs. %). Die Quote der Studierenden mit Kind hat sich in Baden- Württemberg in den letzten Jahren tendenziell leicht erhöht (,8 %, :, %, :,5 %). Allerdings fällt sie nach wie vor geringer aus als unter allen Studierenden im Bundesgebiet (:, %). Es liegt nahe, dass Studierende in postgradualen Studiengängen wesentlich häufiger bereits Mutter bzw. Vater sind (5,8 %, im Bundesdurchschnitt: 9,9 %) als die Bild. Familienstand/Partnerbeziehung der Studierenden in % 5 feste Partnerbeziehung 5 verheiratet ohne feste Partnerbeziehung 9 ohne Kind mit Kind jüngeren Studierenden im Erststudium (,9 %, im Bundesdurchschnitt: 5, %) Studentinnen, die in einer festen Partnerschaft leben, sind wesentlich häufiger mit einem erwerbstätigen Partner liiert als die entsprechenden Studenten (Bild.5). In einer festen Partnerschaft lebende Studenten sind hingegen weit häufiger mit einer Partnerin verbunden, die selbst noch einer Ausbildung nachgeht. Bild.5 Tätigkeit des Partners/der Partnerin Studierende mit fester Partnerschaft, in % in Ausbildung 7 weibl. Partner erwerbstätig.. Sozialer Hintergrund nicht erwerbstätig männl. Partner Der soziale Hintergrund der Studierenden wird im Rahmen der Sozialerhebung üblicherweise durch das Bildungsniveau der Eltern beschrieben. Dazu wird der höchste allgemeinbildende Schulabschluss und der höchste berufsqualifizierende Abschluss im Elternhaus herangezogen. Zusätzlich wird unter Berücksichtigung der beruflichen Stellung der Eltern und den genannten Ausbildungsmerkmalen das Konstrukt soziale Herkunftsgruppen mit den Ausprägungen niedrig mittel, gehoben und hoch gebildet (vgl. 8. Sozialerhebung, 7, S. 5f). Das Konstrukt beschreibt ebenso wie die zu seiner Bildung herangezogenen Einzelvariablen vertikale Ungleichheiten zwischen den Studierenden und ermöglicht eine relativ konzentrierte Überprüfung der Bedeutung des familialen Hintergrunds Studierender. Höchster schulischer und berufsqualifizierender Abschluss Ausgehend vom höchsten schulischen Abschluss der Eltern, ist festzustellen, dass mit 57 % die Mehrheit der Studierenden in ebenso wie im Bundesgebiet aus Elternhäusern stammt, in denen mindestens ein Elternteil die Hochschulreife besitzt. % der Studierenden stammen aus einem Elternhaus, in dem die mittlere Reife den höchsten Schulabschluss der Eltern darstellt und 5 % aus Elternhäusern mit einem Hauptschulabschluss (Bild.). 55 in Ausbildung erwerbstätig nicht erwerbstätig

20 Bild. Indikatoren zum sozialen Hintergrund der Studierenden in % Indikator Höchster Schulabschluss der Eltern - keinen Abschluss - Hauptschule - Mittlere Reife - Hochschulreife - nicht bekannt Bundesgebiet Höchster berufsqualifizierender Abschluss der Eltern - keinen Berufsabschluss - Lehre/Facharbeiterabschluss Meisterprüfung, Techniker-, Fachschulabschluss 9 - Hochschulabschluss nicht bekannt Erwerbsstatus des Vaters - voll erwerbstätig - teilzeitbeschäftigt - arbeitslos/kurzarbeit - Rentner/Pensionär - nicht erwerbstätig/hausmann - unbekannt/verstorben Nach dem höchsten berufsqualifizierenden Abschluss der Eltern, kommt gut die Hälfte der Studierenden in aus einem akademischen Elternhaus (5 %). Ein Fünftel der Studierenden hat Eltern, von denen zumindesten ein Elternteil eine Meisterprüfung abgelegt oder einen Techniker-/Fachschulabschluss erworben hat. Bei einem Viertel der Studierenden ist der höchste berufsqualifizierende Abschluss im Elternhaus eine abgeschlossene Lehre oder ein Facharbeiterabschluss. Auch hier sind die Unterschiede zu den bundesweiten Ergebnissen relativ gering (Bild.). Erwerbsstatus Studierende in haben deutlich häufiger einen Vater, der noch voll im Erwerbsleben steht als Studierende im Bundesgebiet (7 % vs. 7 %). Dies dürfte hauptsächlich darauf zurückzuführen sein, dass die Studierenden in wie beschrieben im Durchschnitt jünger sind als im Bundesgebiet. Von den Müttern sind % voll erwerbstätig und 7 % teilzeitbeschäftigt. Im gesamten Bundesgebiet sind von den Müttern der Studierenden mit 7 % mehr voll erwerbstätig und mit 9 % weniger teilzeitbeschäftigt. Der Anteil der Väter und Mütter, die bereits im Ruhestand leben, liegt bei den Studierenden in Baden Württemberg bei % bzw. 7 % und ist damit niedriger als im Bundesdurchschnitt mit 8 % bzw. %. Soziale Herkunftsgruppen Nach den im Rahmen der Sozialerhebung gebildeten sozialen Herkunftsgruppen unterscheidet sich im Jahre die soziale Zusammensetzung der Studierenden in nur geringfügig von der im Bundesgebiet. Die Herkunftsgruppe hoch stellt den größten Teil der Studierenden (9 % bzw. 8 %), die Herkunftsgruppe niedrig den kleinsten Teil ( % bzw. %). In hatte sich der Anteil der Studierenden, die den beiden unteren Herkunftgruppen entstammen, von % im Jahre auf % im Jahre verringert. Im Jahr war ein Anstieg dieses Anteils bis auf 9 % zu beobachten. Im Bundesgebiet hingegen ist der Anteil der Studierenden aus den beiden unteren Herkunftsgruppen seit durchgängig rückläufig von % über 9 % auf 8 %. Bei der Zusammensetzung der Studierenden der Universitäten und der Fachhochschulen sind in Abhängigkeit Bild.7 Entwicklung der sozialen Zusammensetzung der Studierenden nach Herkunftsgruppen in % 5 9 Bundesgebiet niedrig mittel gehoben hoch

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