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1 CAMPO LIMPO Solidarität mit Brasilien e.v. RUNDBRIEF Nr. 155 Juli ZEICHEN+DER+HOFFNUNG++ZEICHEN+DER+HOFFNUNG++ZEICHEN+DER+HOFFNUNG++ZEICHEN+DER+HOFFNUNG++ Projekt P 74: MST Escola National, eine Erfolgsgeschichte Die Landlosen zeigten auf ihrem 6. Nationalkongress im Herbst 2013 zum dreißigjährigen Bestehen ihrer Bewegung Kampfgeist und setzen auf den ökologischen Anbau. Kämpfen und eine von der Bevölkerung getragene Agrarreform umsetzen! Über Mitglieder aus allen Landesteilen Brasiliens formten ein bewegtes Meer roter MST- Fahnen, -Kappen und -Hemden aus denen als Farbtupfer die grünen Fahnen der weltweiten Kleinbauernbewegung Via Campesina heraus stachen. Beeindruckend war dann insbesondere der gemeinsame Marsch zum Amtssitz der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff, wobei Sprechchöre immer wieder die Umsetzung der Agrarreform forderten. Fünf Hundertschaften der Polizei waren auf den Beinen, unterstützt von drei Polizeihubschraubern. Die Landlosenbewegung MST hat seit ihrer Gründung vor 30 Jahren viel bewirkt. Rund landlose Familien kamen über die Bewegung schon zu Landbesitz. Weitere Familien leben und arbeiten derzeit auf besetztem Land in der Hoffnung, dass sie in zwei, drei oder acht Jahren auch zu ihrem Landbesitztitel kommen werden. Die Aktionsform der Landlosenbewegung, unproduktives Modell eines Fischerbootes aus dem Nordosten Land zu besetzen, basiert auf dem Landstatut Brasilien aus den sechziger Jahren. Die amerikanischen Berater der damaligen Allianz für den Fortschritt hatten Angst vor einem zweiten Cuba und willigten ein, dass nicht wirtschaftlich genutzte Ländereien zum Zweck einer Agrarreform enteignet werden können. Freitagnacht und den halben Samstag dauerte die Rückfahrt im alten Reisebus der Landlosenbewegung nach São Paulo. Dort fand in der Nationalschule der Landlosenbewegung Florestan Fernandes (ENFF) vom das Treffen mit den internationalen Unterstützern statt. Aus Europa waren 13 Delegationen vertreten, dazu die Komitees aus den USA und Australien. Die Schule hat seit 2005 über Lehrerinnen und Lehrer für die Landbesetzungen und Agrarreformsiedlungen ausgebildet. Daneben wurden Agrartechniker mit Spezialisierung auf den ökologischen Landbau, Geografen und neuerdings auch Juristen ausgebildet. Seit einem Jahr kann die Bewegung auf Adresse: CAMPO LIMPO Solidarität mit Brasilien e.v., Am Grünen Markt 2, Puchheim-Bahnhof Internet: Bankverbindung: Sparkasse Fürstenfeldbruck (BLZ ), Konto-Nr.: ; Neue SEPA-Bankdaten: IBAN: DE , BIC: BYLADEM1FFB Texte: K. Schwarz (Red.), H. Kühnle, K. Lindhuber, A. Mahl, Dr. W. Ulbrich Auflage: 560, Nachdruck erwünscht, Belegexemplare erbeten! CAMPO LIMPO SOLIDARITÄT MIT BRASILIEN E.V. Rundbrief Nr. 155 Juli 2014 Seite 1

2 eigene Rechtsanwälte zurückgreifen; Kinder von Landlosen, denen es ermöglicht wurde an der ENFF, der eigenen Universität der Landlosen zu studieren. Daneben dient die ENFF dazu, die Studenten vorzubereiten, die auf Einladung des kubanischen Staates ein Verpflegung für die Kongressteilnehmer; Maniok-Zubereitung Stipendium zum Studium von Medizin, Ingenieurwesen und im Kunstbereich erhalten. Jedes Jahr können so allein 80 Kinder von Landlosen Medizin studieren! Und das ist nur der universitäre Betrieb, der in Kooperation mit 90 Universitäten bewältigt wird. Daneben werden Führungskräfte geschult, die Gesundheits- und Pädagogikteams der Bewegung werden weitergebildet und es gibt eine Vielzahl agrarökologischer Fortbildungen. Beim lateinamerikanischen Kurs werden jährlich rund 90 Nachwuchskräfte aus dem weltweiten Kleinbauernverband Via Campesina eingeladen und über drei Monate intensiv geschult, dazu kommen Brigaden aus Haiti, Mozambique und anderen Weltregionen. Die Nationalschule hat, obwohl hier alle Studierenden mitarbeiten, monatliche Kosten in Höhe von rund wie Verpflegung von 250 Studierenden im Blockunterricht, daneben Strom, Wasser, Internet, didaktische Materialien, Lehrbücher. Rund an Lebensmitteln werden aus den Kooperativen der Agrarreformsiedlungen monatlich in Naturalien gespendet, rund sind Rückflüsse aus staatlich finanzierten Universitäten, die an der ENFF ihre Kurse abhalten. Eine Bewegung der Freunde der ENFF in Brasilien trägt regelmäßig jeden Monat für laufende Kosten. Räume und Infrastruktur werden Gruppen der Gewerkschaften, der Kirchen und Sozialbewegungen überlassen, die entsprechend ihrer Möglichkeiten eine Miete zahlen. Trotzdem bleibt ein Defizit und diese latente Unterfinanzierung hat dazu geführt, dass dringende Reformen an Schulgebäuden anstehen. Am dringendsten ist dem Schulverwaltungsteam aber die Verbesserung der Wasserversorgung (monatliche Kosten derzeit ) und die Erhöhung der Kapazität des Brunnens sowie Regenwasserzisternen für die Brauchwasserversorgung und die Toiletten. Daneben muss die Schule dringend ihre Übernachtungskapazitäten ausbauen. Die Amigos do MST in Deutschland verhandeln derzeit mit dem BMZ über eine Förderung zur Verbesserung der Wasserversorgung in diesem Jahr und zum Bau eines weiteren Wohnheims im Jahr Dafür muss ein Eigenanteil von 25% aufgebracht werden. Wolfgang Hees, gekürzt von Horst Kühnle Die Bilder stammen vom Nationalkongress der MST in Brasilia im Herbst 2013 CAMPO LIMPO SOLIDARITÄT MIT BRASILIEN E.V. Rundbrief Nr. 155 Juli 2014 Seite 2

3 Weitere Bilder vom Nationalkongress der MST in Brasilia im Herbst 2013 Musik darf nicht fehlen! Zeltlager und Pavillons Im Hintergrund die Kathedrale von Brasilia Ein bunter Rasenplatz in Brasilia Alte und junge und jüngste Teilnehmerinnen CAMPO LIMPO SOLIDARITÄT MIT BRASILIEN E.V. Rundbrief Nr. 155 Juli 2014 Seite 3

4 Bericht von der Mitgliederversammlung am 18. März 2014 diesmal knapp zu den allgemeinen Themen: Bericht über unsere Aktivitäten durch Herrn Lindhuber, über die Projektarbeit in Brasilien durch Herrn Kühnle. Der Kassenbericht wurde von Herrn Spaett vorgetragen, es gelten die im Februar-Rundbrief veröffentlichten Zahlen. Herr Steiner erläuterte den beanstandungsfreien Bericht der Rechnungsprüfung; die Mitgliederversammlung entlastete den Vorstand ohne Gegenstimme. Der Haushaltsplan 2014 (siehe Seite 5) und die Projektliste 2014 (siehe Seite 6) wurden einstimmig angenommen. Wahlen standen keine an. Wichtiger erscheint uns der Einblick in die Orangensaft- Produktion in Brasilien, den Herr Mahl gab. Er berichtete über die schlimmen Arbeitsbedingungen und die unzureichende Bezahlung der Orangenpflücker. Herr Mahl hat dazu folgenden Beitrag verfasst: Fairhandelsprodukt Orangensaft? Sie strahlen uns an, die Orangen aus dem Supermarktregal, ein Widerschein der südlichen Sonne, die sie reifen ließ. Mit einer Orange können wir den Vitamin-C-Bedarf (70 mg) eines Tages decken. Dabei sind sie so preiswert. Und wie fruchtig und süß schmeckt der Orangensaft! Jeder Deutsche trinkt im Durchschnitt davon 7,8 l jährlich. 80% davon kommen aus Brasilien, insbesondere aus den Bundesstaaten São Paulo und Bahia. Ganz in der Nähe der Campo-Limpo-Projekte in Salvador da Bahia und Alagoinhas gibt es riesige Orangenplantagen. Orangensaft wird als Direktsaft (Pflücken, Waschen, Orangenpflücker: 60 Säcke zu 30 kg pro Tag! Pressen, Pasteurisieren, Kühlen, Verschiffen, Abfüllen, Verkaufen) und als Saft aus Konzentrat (Pflücken, Waschen, Pressen, Eindicken bei 100 C auf 1/7 des natürlichen Volumens, Tiefgefrieren auf -10 C, Verschiffen, Auftauen in Europa, Wasser zusetzen, aus 1 l Konzentrat wird 5 6 l Saft gewonnen, Abfüllen, Verkaufen trotz dieser Prozedur bleibt etwa 50% des Vitamin C erhalten. Befasst man sich mit dem Thema Orangensaft so muss man leider erkennen, dass dieser Saft billig bei uns angeboten wird, die Farmer, Plantagenarbeiter und insbesondere die Pflücker dabei schamlos ausgenützt werden. Verantwortlich in Deutschland sind dafür fast ausschließlich die Supermarktketten Aldi, Lidl, Rewe und Edeka. Die folgenden Informationen kommen von der Vereinigung Christliche Initiative Romero (CIR) in Münster. Diese Organisation setzt sich kritisch mit Arbeitnehmerrechten in Asien, Mittel- und Südamerika auseinander. Die Probleme der Plantagenarbeiter, insbesondere der Pflücker, in Brasilien: Saisonarbeit. Von Plantagenarbeitern sind nur etwa fest angestellt und das auch nur 1 bis 2 Jahre. Alle anderen werden als Saisonarbeiter während der Erntezeit von Mai bis Oktober engagiert. Wer in der nächsten Saison Arbeit will darf nicht durch Krankheit auffallen und die Leistung muss stimmen. Bezahlung. Um den staatlichen Monatsmindestlohn von z. Zt. 260 erhalten zu können, muss man täglich etwa 60 Säcke mit je 30 kg ernten, das macht 9 pro Tag bei 28 Arbeitstagen im Monat. Das Existenzminimum liegt nach einer Studie der brasilianischen Gewerkschaften aber bei 14 je Tag. Angeblich kommt es dann noch beim Abwiegen der Ernte zu Unregelmäßigkeiten. Die Arbeiter sind bei diesem Vorgang nicht zugegen. Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen. Die Arbeitszeit umfasst 44 Stunden pro Woche auf der Plantage. Die Anfahrtszeit von durchschnittlich zwei Stunden wird nicht als Arbeitszeit gerechnet. Bei Regenwetter bleiben die Busse immer wieder auf den lehmig / sandigen Straßen stecken. Der Arbeitsdruck ist so groß, dass häufig die Mittagspause entfällt. Es fehlen Sanitäreinrichtungen und geeignete Pausenräume. Meist fehlt geeignete Schutzkleidung. Die Traktorenfahrer, die die Pestizide versprühen sind direkt den giftigen Dämpfen ausgesetzt. Die Pflücker bekommen die Pestizide bei feuchtem Wetter direkt auf die Haut durch die durchnässte Kleidung. Gegen Schlangen und Skorpione sind die Pflücker meist nicht mit geeigneten Schuhen ausgerüstet. Probleme der Farmer: Schwankende Weltmarktpreise war ein Schreckensjahr für die Orangenfarmer. Die Preise waren so niedrig, dass sich die Ernte kaum lohnte. Dazu kam, dass sie den Gegenwert für die abgelieferte Ware erst sehr spät erhielten. Seitdem haben von Farmern aufgegeben. Sie haben meist auf Zuckerrohr, zur CAMPO LIMPO SOLIDARITÄT MIT BRASILIEN E.V. Rundbrief Nr. 155 Juli 2014 Seite 4

5 Erzeugung von Agrotreibstoff, auch für Deutschland, umgestellt. In Brasilien beherrschen nur drei oder vier große Firmen den Markt, d. h. das Aufkaufen, Pressen, Konzentratherstellen, Exportieren. Eine Möglichkeit für den verantwortungsbewussten Verbraucher: Orangensaft aus dem Fairen Handel kaufen, z. B. vom gepa Fair Handelshaus. Das gepa Fair Handelshaus bezieht das Orangensaftkonzentrat von der Genossenschaft COAGROSOL (91 Bauern) im Bundesstaat São Paulo. Dabei erhält diese Genossenschaft einen garantierten Mindestpreis. Steigt der Weltmarktpreis über diesen Preis, so erhalten die Bauern den Weltmarktpreis. 30 Tage nach der Ernte erhalten die Bauern ihr Geld. Die Pflücker sind fest angestellt und deshalb auch kranken- und arbeitslosenversichert. Sie bekommen einen Lohn der z. Zt. 10% über dem staatlichen Mindestlohn liegt. Sie erhalten ausreichende Schutzkleidung und Zugang zu Weiterbildungsmaßnahmen. Außerdem bekommt die Genossenschaft eine Gemeinschaftsprämie, mit der Bildungsmaßnahmen für die Kinder der Plantagenarbeiter finanziert werden. Es wird Nachhilfeunterricht, Computerunterricht usw. ermöglicht. Die Kinder werden gefördert damit sie einmal bessere Berufschancen als ihre Eltern haben. Die Genossenschaft COAGROSOL besteht seit dem Jahr Bis zum Jahr 2005 wurden für 1500 Kinder Bildungsmaßnahmen mit einem Betrag von US$ ermöglicht. Die Genossenschaft COAGROSOL plant für die Zukunft die Erzeugung von Bioorangensaft und die Errichtung einer eigenen Presserei zur Konzentratherstellung. In Puchheim besteht die Möglichkeit den Orangensaft dieser Genossenschaft jeweils am ersten Sonntag im Monat nach dem Gottesdienst in St. Josef, ca. ½12 Uhr, beim Verkaufsstand für fair gehandelte Waren zu erwerben. Außerdem gibt es in Puchheim fair gehandelten Orangensaft vom Getränkehersteller Pfanner in den Supermärkten AEZ und REWE. Alois Mahl CAMPO LIMPO Haushaltsvoranschlag 2014 Einnahmen Euro Ausgaben Euro Beiträge, Spenden ,00 Projektförderung ,00 Nachlass 0,00 Öffentlichkeitsarbeit und Bildung 2.200,00 Zuschuss Stadt Puchheim 5.000,00 Projektabwicklung 200,00 Aktionen Dritter ,00 Verwaltung 600,00 Eigene Aktionen 2.000,00 Zinsen 20,00 Summe Einnahmen ,00 Summe Ausgaben ,00 Saldovortrag aus ,98 Bestand am ,98 Summe ,98 Summe ,98 SEPA und die Folgen Dieses Thema mussten wir schon zweimal im Rundbrief ansprechen, zuletzt im Januar. Pünktlich zum Jahreswechsel konnten wir unsere am Lastschriftverfahren teilnehmenden Mitglieder individuell anschreiben und auf die Änderung einstimmen. Unser weiterer Weg war mit unerwarteten Hindernissen und Pech erschwert. Sie als Betroffener haben es vielleicht bemerkt unsere Abbuchungszeitpunkte haben sich bis zu fünf Wochen verzögert. Zuerst war der nunmehr für das Online-Banking erforderliche Kartenleser am Markt vergriffen und dann erwies sich an ihm ein Produktionsfehler mit der Erfordernis eines Austausches. Wir sind heilfroh, dass sich nicht ein einziges Mitglied zu einer Reklamation genötigt sah. Inzwischen hat sich auch der Austauschleser bewährt. So rechnen wir wiederum mit unserer gewohnten Pünktlichkeit bei den Abbuchungen und möchten für Ihr gezeigtes Verständnis herzlich danken. Unser großer Dank gilt auch an dieser Stelle den besorgten Experten für die Einführung von SEPA, Herrn Dr. G. Greiter und Herrn W. Münnich-Debus. R. Spaett und K. Lindhuber CAMPO LIMPO SOLIDARITÄT MIT BRASILIEN E.V. Rundbrief Nr. 155 Juli 2014 Seite 5

6 CAMPO LIMPO Projektübersicht 2014 Stand 18. März 2014 Nr Projekt - Ort (Bundesstaat) Organisation Partner in Brasilien Betreuer in Deutschland Schwerpunkte 2013/2014 Plan 2013 Ist 2013 Plan Caruaru (PE) 11 Alagoinhas (BA) 13 Salvador (BA) Novos Alagados 23 Recife (PE) Campino do Barreto 39 Olinda (PE) 40 Balsas (MA) 43 Belém (PA) 49 Cajazeiras (PB) 51 Recife (PE) 55 Pedro II (PI) Centro Social São José do Monte Fundação do Caminho Sociedade 1 o de Maio Oratorio da Divina Providencia CPP Fischerpastoral ACA Gen. von Kleinbauern UNIPOP CPT-Sertão CENTRU do Educação Centru Mandacaru 57 São Bento do CEPANE Norte (RN) 70 Turmalina (MG) Centro de Agricultura Alternativa Valle Jequetinhonha 74 São Paulo (SP) MST- Escola National Sr. Werburga Schaffrath Frère Rodolfo, Adonar de Jesus Idelson Moura de Almeida Sr. Severina Sr. Jucilene Herbert Kainzlsperger Alois Mahl Alois Mahl Tillo Weinmann Laurineide Maria Santana Dr. Karin Grau-Kuntz Abrão de Lira Gabi u. Wolfg. Morais, S.M. do N. Münnich- Rocha Lima Debus Aldalice Moura da Dr. Adolf Cruz Otterlo Caesperlein Antonio Cleide Horst Kühnle Gouveia Sozialzentrum: Kindergarten, Altenarbeit, Gesundheit Lehrer für schwer erziehbare Kinder, Unter stützung minderjähriger Mütter Löhne für Meister in Lehrwerkstätten, Kinderhort Berufliche Fortbildung, Computerkurse Betreuung von Kleinfischern Bildungsarbeit, Landschule, Genossenschaft Volksbildung, Umweltarbeit mit Jugendlichen Unterstützung Landloser, Entwicklung kleinbäuerl. Landwirt. Manoel Raimondo Marianne Biologischer Landbau da Silva Forster-Pohl mit Kleinbauern Maria Platen N. N. Ökol. Landbau, Förderung einer landwirt. Familienschule Mario José de Lemos Valmir Soares de Macedo Wolfgang Hees - Caritas International, Amigos MST 75 Pesqueira (PE) Xukuru Prof. Dr. Aloys Wellen 76 Juazeiro (BA) Inst. Reg. Pequenas Agropecuaria (IRPAA) 77 Várzea Grande (MT) J. Moacir dos Santos, Maria Oberhofer Karl Gschwindt Horst Kühnle Horst Kühnle Dr. Adolf Caesperlein Günther Kramer EDUCAR Manfred Göbel Klaus Lindhuber Bienenzucht, ökologischer Landbau Ökologischer Landbau Agroforstwirtschaft mit Kleinbauern Bundesschule der MST (Movimento sem Terra) Verteidigung der Rechte auf Leben und Land der Xukuru Unterstützung von Kleinbauern, nachhaltige Landwirtschaft, Wasserbevorratung, Rechtshilfe Prävention Lepra / Tuberkulose Summen Deutscher Katholikentag in Regensburg Viel war darüber zu lesen und zu hören. erlassjahr.de war mit der Ausstellung Geschichte der Schuldenkrise und einem Informationsstand vertreten. Nicht nur wegen der räumlichen Nähe bot es sich für Campo Limpo an, dem Team aus Düsseldorf beim Standdienst und Abbau behilflich zu sein. Dr. W. Ulbrich und K. Lindhuber beteiligten sich an zwei Nachmittagen, um den Besuchern als aktuellem Schwerpunkt die Dringlichkeit einer verantwortungsvollen Kreditaufnahme aber auch Kreditvergabe nahe zu bringen und sich mit einer Postkartenaktion für ein entsprechendes Hearing im Bundestag einzusetzen. Einen Blickfang dazu bildete eine Murmelbahn zum Geschehen der Waffenexporte und der dadurch mitbedingten Überschuldung Griechenlands. Dazu kurzes Fazit: CAMPO LIMPO SOLIDARITÄT MIT BRASILIEN E.V. Rundbrief Nr. 155 Juli 2014 Seite 6

7 Die/unsere Rettungsgelder dienten den privaten Kreditgebern, beispielsweise der Deutschen Bank. bis heute oder Geld regiert die Welt. Wer regiert das Geld? Da türmten sich Fragen aber machte sich auch Hoffnung und Herausforderung breit, gespeist aus den Gottesdiensten und dem Erleben engagierter Mitchristen. K. Lindhuber Ergänzung zum Artikel über den Katholikentag: Aufforderung an den Bundestagsausschuss Am Informationsstand warben wir vor allem für eine neu gestartete Kampagne Unverantwortliche Kreditvergabe stoppen. Mit Hilfe einer Murmelbahn haben wir die verschlungenen Wege von Krediten deutlich gemacht, insbesondere bei Waffenexporten nach Griechenland und einem neuen Investmentfond AATIF für afrikanische Die Murrmelbahn die verschlungenen Wege von Krediten Daneben wurde mit einem fingierten Interview die Problematik neuartiger Mischkredite bei Investmentfonds für die afrikanische Agroindustrie in Sambia mit Beteiligung des BMZ und der Deutschen Bank bewusst gemacht. Anmerkung: Fachinformationen zu beiden Themenbereichen sind verfügbar. Es blieb etwas Zeit um an uns berührenden Podien teilzunehmen wie Befreiungstheologie: Stachel im Fleisch Agrar-Großbetriebe. Nähere Informationen und unsere Forderungen nach einer Anhörung im AwZ-Ausschuss des Bundestages findet man am einfachsten im Internet mit den Stichworten erlassjahr Kampagne Kreditvergabe. Walter Ulbrich Secondhand-Kleider chic und erfolgreich! Nach drei gelungenen Märkten hat sich die jährliche Möglichkeit des günstigen Erwerbes von Faschingskleidung über Puchheim hinaus herumgesprochen. Nun wurde am Samstagnachmittag des 3. Mai im Pfarrzentrum erstmals gefragte und gepflegte Kleidung für Erwachsene angeboten. Im Rahmen eines mobilen Kleidermarktes hatte unter dem Motto Aktion Hoffnung Zurück in die Zukunft etwa 1800 ausgesuchte und günstige Kleidungsstücke bereitgestellt. So fanden nicht nur Schnäppchenjäger ihr zufriedenes Erlebnis. Die Aktion wurde wiederum von Sachausschuss Soziales des Pfarrgemeinderates und Campo Limpo organisiert. Da rundete dann auch ein Büffet von Kaffee und Kuchen den Besuch der Käufer ab. Der Nettoerlös von 500 Euro fließt wiederum in unsere Partnerschaftsprojekte. K. Lindhuber Gut eingekauft! Foto: Fahmüller CAMPO LIMPO SOLIDARITÄT MIT BRASILIEN E.V. Rundbrief Nr. 155 Juli 2014 Seite 7

8 P 55 Centro de Formação Mandacaru de Pedro II Aus dem Jahresbericht 2013 Das Team von Mandacaru konnte im vergangenen Jahr auf 10 Jahre erfolgreichen Zisternenbau zurückblicken. Seit 2003 wurden in 16 Gemeinden in Zusammenarbeit mit der Nichtregierungsorganisation Wasser für die Ziegen ASA Zisternen mit einem Fassungsvermögen von je Litern für Trinkwasser gebaut. Im vergangenen Jahr schloss sich Die Gemüseernte wird verarbeitet Mandacaru einem weiterreichenden Projekt für eigenes Land an mit dem Ziel, die Bewässerung von Gemüsegärten und Wasser für die Kleintierhaltung zu sichern. Dabei wurden 270 Zisternen oder Becken mit je Litern errichtet. Die Arbeiten sollen in diesem Jahr abgeschlossen werden. Mit der staatlichen landwirtschaftlichen Organisation Emater hat Mandacaru lange um die Konstruktion weiterer herkömmlicher Zisternen gerungen. Nach viel Mühe, unzähligen Fahrten in die Landeshauptstadt Teresina und nervigen Besprechungen konnten dann die Arbeiten im Oktober 2013 doch noch begonnen und 10 motivierte Leute für die Ausführung angestellt werden ein großer Erfolg und viel Hoffnung auf Wasser. In den Kindergartengruppen werden auch 4 Kinder mit geistiger oder körperlicher Behinderung betreut und integriert. Die Aktivitäten sind vielfältig und reichen von Theater und Tanz über Hygiene und Gesundheit bis zum Besuch der Wasseraufbereitung der Stadt. In der Ökoschule Thomas a Kempis, die hauptsächlich aus Kempen in Nordrhein Westfalen unterstützt wird, konnten die Schüler und Schülerinnen nach mühsamen Verhandlungen mit den staatlichen Stellen im vergangenen Jahr endlich in staatliche Hände übergeben werden. Das bedeutet, dass neue Lehrer integriert werden mussten und die Schule staatlich unterstützt wird. Mandacaru bleibt aber für das Gesamtkonzept der Schule verantwortlich. Der neu angelegte Gemüsegarten wird von einem schwarzen Netz beschattet und über Bewässerungsventile befeuchtet. Er findet großen Anklang auch bei Eltern und Menschen außerhalb der Schule. Der Wasserverbrauch konnte um 50% vermindert werden. Diese Technik wurde inzwischen in acht weiteren Gemeinden übernommen. Der Sektor Ländliche Entwicklung arbeitete in 17 verschiedenen Gruppen um z. B. die Zukunft der Kleinbauern bei Neuansiedlungen zu sichern. Dabei geht es um den Bau von Häusern, das Anlegen der Gemüsegärten und den Verkauf der eigenen Produkte wie Gemüse, Hühner, Fisch oder selbstgebackenes Brot in den Gemeinden. Stark gekürzt von Horst Kühnle CAMPO LIMPO SOLIDARITÄT MIT BRASILIEN E.V. Rundbrief Nr. 155 Juli 2014 Seite 8

9 Weitere Bilder vom Centro de Formação Mandacaru de Pedro II Capoeira gehört immer dazu! Unterricht im Garten unter dem Schattendach Eine Welt-Politik des Freistaates Bayern Ja, so etwas gibt es! Eine Ländersache. Ihre Anfänge könnte man etwa auf das Jahr 2008 datieren, als die Konferenz der Ministerpräsidenten der deutschen Länder Vorstellungen und Bedingungen für eine Entwicklungszusammenarbeit und Projektförderung beschlossen. Seitdem ist auch im offiziellen Bayern Bewegung in das Anliegen gekommen. Das Eine Welt Netzwerk Bayern, EWNB, hat sich schon Von links: Dr. Fonari, Eine Welt Netzwerk Bayern e.v., Dr. Bergmann vom kirchlichen Entwicklungsdienst KED der evang. Landeskirche Bayern, Staatsministerin Dr. Beate Merk die "bayerische Eine Welt-Ministerin", und Dr. Schramm vom Netzwerk Foto: Eine Welt Netzwerk Bayern e.v. / I. Wittenzellner etwa ein Jahrzehnt früher als Nichtregierungsorganisation (NRO) für eine solche Zielsetzung stark gemacht. Quasi als eine Art Lobby-Einheit hat es Kontakte zu Regierungsstellen aufgebaut. Campo Limpo ist dort über das Nord- Süd-Forum Fürstenfeldbruck vertreten. Ende Mai kam es nun zur ersten Bayerische Landeskonferenz Eine Welt-Politik. Die für Europa- Angelegenheiten und Regionale Beziehungen zuständige Staatsministerin Dr. Beate Merk hatte ins Prinz-Carl-Palais eingeladen und das Programm mit dem EWNB abgestimmt. Sie selbst umriss im Vortrag die Eine Welt- Politik in Bayern. Dann wurden in vier Informationsrunden die Schwerpunkte Kommunen Eine Welt Globales Lernen Partnerschaftsarbeit in Bayern Welternährung von Experten vorgetragen und erörtert. Die entwicklungspolitischen Sprecher und Sprecherinnen der im Landtag vertretenen Fraktionen gaben jeweils Statements zur Zukunft der bayerischen Eine Welt-Politik ab. Über deren Bedeutung und Ziele waren sie sich wohl einig. Das bürgerliche Engagement und die Arbeit der Eine Welt- Gruppierungen wurden gewürdigt. Die Veranstaltung belegte die zunehmend erkannte Dringlichkeit und Wirkung der Eine Welt-Politik im Bereich von Regierung, Landtag und auch unserer Gesellschaft. Schließlich geht es um eine Art von globalem Gemeinwohl. Von Campo Limpo konnte K. Lindhuber an der Konferenz teilnehmen. K. Lindhuber CAMPO LIMPO SOLIDARITÄT MIT BRASILIEN E.V. Rundbrief Nr. 155 Juli 2014 Seite 9

10 Adressaufkleber Was lange währt Die schwarz-gelbe Bundesregierung hatte gleich nach ihrem Amtsantritt im Jahr 2009 den aus 2001 stammenden Ausschluss von Hermesbürgschaften für Atomexporte aufgehoben. Im Rundbrief Nr. 138 berichteten wir darüber und riefen anschließend in Nr. 143, 144 und 146 mehrmals zur Beteiligung an Postkartenaktionen von urgewald gegen die Beteiligung am Weiterbau des brasilianischen Atomkraftwerks Angra 3 auf. Eine neuerliche im März 2014 gestartete Briefaktion an Minister Gabriel für einen generellen Ausschluss (siehe /artikel/ hermesbuergschaften-fueratomkraftwerke) brauchen wir nicht mehr verteilen, denn überraschend schnell kam die im SZ-Artikel näher beschriebene Entscheidung: Bund streicht Atomkredite. Danke vor allem den engagierten Leuten bei urgewald für ihre Ausdauer und allen, die sich immer wieder an solchen Aktionen beteiligen! Walter Ulbrich Campo Limpo und unsere brasilianischen Partner freuen sich über Ihre Spende. Herzlichen Dank im Voraus! Ein Überweisungsschein liegt bei. Termine Termine Termine Termine Sonntag, 5. Oktober, Uhr beim Erntedankfest auf dem Bioland-Hof der Familie Unglert an der Alten Bahnhofstraße: Podiumsdiskussion des Puchheimer Podiums zu Kaufe ich bio, regional oder fair kompetent statt Konsument mit Vertretern aus Politik, Kirche, Landwirten, Weltladen und Verbrauchern. Dienstag, 7. Oktober, 20 Uhr im Pfarrzentrum St. Josef vom Puchheimer Podium: Ethisch mit Geld umgehen. Wie kann man Geld umwelt-, sozial und generationengerecht erwerben, ausgeben oder anlegen? Referent: Dr. Walter Ulbrich. Eintritt: 5. Donnerstag, 9. Oktober, Uhr im Puchheimer Bürgertreff: Eröffnung der Ausstellung Agenda-21- Schätze entdecken mit Nachhaltigkeits-Projekten im Landkreis und Ergänzungen von Campo Limpo. Sonntag, 12. Oktober, Uhr: Puchheimer Ökomarkt wie immer mit einem Stand unseres Vereins. Wir freuen uns aufs Mitmachen unserer Aktionen, auf Gespräche und Anregungen! Donnerstag, 23. Oktober, 19,30 Uhr im Sitzungssaal des Landratsamtes zu Fürstenfeldbruck, Münchner Str. 32: Mut zur Veränderung. Mit dem Entwicklungsland Deutschland auf dem Weg zu einem anderen Wirtschaften. Veranstaltet vom Nord-Süd-Forum FFB, dem Agenda-21-Referat des Landkreises und weiteren Organisationen. Referent: Klaus Milke, 1. Vorsitzender von Germanwatch e.v. CAMPO LIMPO SOLIDARITÄT MIT BRASILIEN E.V. Rundbrief Nr. 155 Juli 2014 Seite 10

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