Geflügel. Haltung, Fütterung, Markt. Ährlich bio! Es geht los! Bio im Internet aber sicher! Biokreis kritisiert bioc GmbH

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1 bn_3_11.qxp :00 Seite Juni/Juli Geflügel Haltung, Fütterung, Markt ISSN F P.b.b. GZ 06Z M Ährlich bio! Es geht los! Wie moderne Biobauern heute arbeiten Bio im Internet aber sicher! Biokreis kritisiert bioc GmbH Die Natur hat immer Recht Stark mit Humuswirtschaft und Agroforst

2 bn_3_11.qxp :01 Seite 2

3 bn_3_11.qxp :03 Seite 3 Inhalt AKTUELLES 4 Termine 6 Notizen 8 Jetzt die Energiewende vorantreiben Greenpeace Energy baut Kraftwerke für Ökostrom BIOKREIS 10 Bio im Internet: Aber sicher! Biokreis kritisiert: bioc GmbH 12 Das eigene Honig-Etikett Tipps von Hubert Dietrich 14 Biokreis-Betriebe dominieren Fleischrindernacht 16 Aktuelles aus NRW 16 Aktuelles aus Bayern 17 Aktuelles aus Hessen 18 So werden Sie anerkannt: Von der Ökokontrolle zum Zertifikat 20 Ährlich bio! Der Berghof Kinker 22 Ährlich bio! Familie Weber TITEL 24 Biologische Legehennenhaltung Lukrativer Nebenerwerb oder einkommenssicherer Vollerwerb 26 Der Markt für Biogeflügel zieht an 27 Hühner, die keine Eier legen Was machen mit den Hahnenküken? Zwei Alternativen 28 Die Ohrndorfs machen mobil Direktvermarktung floriert 29 Wie das Futter die Gene beeinflusst 30 Bauer, bist Du das im Kühlschrank? Interview mit Biokreis-Landwirt Rasso Babel BIOWELT 32 Die Natur hat immer Recht Stark mit Humus und Agroforst 3. Teil der Serie zum Klimawandel 34 Marmelade selber machen So wird Ihr Frühstück zum Genuss 36 Arabischer Frühling in Syrien Von Gastfreundschaft und revolutionären Jugendlichen 38 Marktplatz 44 Personen, Verlosung 46 Bücher, Vorschau, Impressum Liebe Leserinnen und Leser, die Atomkatastrophe in Fukushima hat bei Ökostromanbietern in Deutschland einen Ansturm von Neukunden verursacht. Der Biokreis unterstützt diese Bewegung und kooperiert deshalb mit der Energiegenossenschaft Greenpeace Energy, die Endkunden und Weiterverteiler mit sauberer Energie versorgt. Wir finden das gut und geben Greenpeace Energy in dieser Ausgabe ein Forum, sich vorzustellen. Leser, die als Stromkunden zu der Energiegenossenschaft wechseln möchten, bekommen über den Biokreis ein Startguthaben (S. 8, 9). Besonders freut uns der Start unseres Projektes Ährlich bio!. Wir wollen damit zeigen, wie moderne Biokreis- Bauern heute arbeiten und welche Werte ihnen wichtig sind. Gleichzeitig möchten wir im Rahmen eines Wettbewerbs die repräsentativsten Betriebe für ihr Engagement im Ökolandbau belohnen. Die ersten zwei Kandidaten stellen wir Ihnen auf den Seiten 20 bis 24 vor. Das Titelthema lautet Geflügel. Lesen Sie ab Seite 24, was beim Einstieg in die biologische Legehennenhaltung zu beachten ist, wie es auf dem Bioputenmarkt aussieht und wie die Fütterung die Gene beeinflusst. Ein echtes Biokreis-Original kommt auf den Seiten 30, 31 zu Wort: Landwirt Rasso Babel erzählt, wie es ihm als Hauptdarsteller im Andechser- Werbespot ergangen ist. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihre BioNachrichten 3 Juni/Juli

4 bn_3_11.qxp :03 Seite 4 Aktuelles Termine Biokreis Feldtag Ökologische Getreidezucht und Vermehrungen Mittwoch, 6. Juli, Uhr Vermehrungsflächen von Getreide, Körnerleguminosen und Feinsämereien für ökologisches Saatgut gesucht. Infos zum Anbau, zu Anerkennungsverfahren, zur Aufbereitung, zur Wirtschaftlichkeit. Referent: Marc Dietrich, Becker-Schoell. Ökologische Getreidezucht. Warum brauchen wir eine ökologische Getreidezüchtung? Praxiserfahrung im Anbau ökologischer Getreidesorten. Referenten: Markus Johann, Sativa Rheinau AG, Peter Kunz, Getreidezüchter, Verein für Kulturpflanzenentwicklung. Besichtigung des Biokreisbetriebes der Fürstlich Fuggerschen Domänenverwaltung in Oberndorf, Rainer Str. 4, mit 200 ha Ackerbau, pflugloser Anbau seit 1997, Biobetrieb seit Dreijährige Erfahrung Dammkultur, Anbau von Getreide, Soja, Mais, Kleegras. Ort: Gasthaus zur Krone, Kirchstraße 4, Oberndorf Kontakt und weitere Informationen: Roland Weber, Biokreis e.v. Tel. 0851/ LfL Feldtag der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft Freitag, 1. Juli, Uhr (Vorexkursionen ab 9 Uhr) Themen: Der Feldtag gibt einen Überblick über aktuelle Feldversuche zum ökologischen Landbau.Vorgestellt werden u.a.: Bodenprofil und bodenkundliche Charakteristik des Standortes. Versuch zu Energiepflanzen-Fruchtfolgen bei Einsatz von Bio-Gasgülle. Fruchtfolge-Langzeitversuch - Erträge und Qualitäten, Humus und Bodenmikrobiologie Vergleich bunt und weiß blühende Sommer- und Wintererbsen. Schauparzellen Linsen, Linsen-Gemenge. Landessortenversuche ökologischer Landbau zu Winterweizen, Winterroggen, Dinkel, Winter-Triticale, Sommergerste und Ackerbohne. In zwei parallel angebotenen Vorexkursionen werden Versuchsanlagen von LWF und LfL gezeigt. Ort: Versuchsstation Viehhausen der TU München-Weihen- Stephan bei Freising. Veranstalter: LfL in Zusammenarbeit mit verschiedenen Instituten, dem Biokreis- u. anderen Erzeugerringen u.der LWF. Kontakt und weitere Informationen: LfL, Lange Point Freising Tel / Fax: 08161/ oder Stammtische Biokreis Bayern Niederbayern Ost Dienstag, 28. Juni, 20 Uhr Besichtigung eines Laufstalls für kleine Milchviehherde und Felderbegehung ( Biomais - Kleegras) bei Familie Rautmann, Gstöttsmühle 2, Salzweg Referent: Roland Weber, Biokreis e.v. Oberbayern Süd Mittwoch, 8. Juni, Uhr Betriebsbesichtigung und Felderbegehung mit Vortrag von Dr. Fred Fürstenfeld (Bodengesundheitsdienst) zur Qualität organischer Dünger und ihrer Wirkung im Boden. Familie Gröbmair, Geilertshausen Egling, Tel.08176/477 Referentin: C. Zeitlmann, Biokreis e.v. 4 BioNachrichten 3 Juni/Juli 2011 Oberbayern Mitte Donnerstag, 9. Juni, 19 Uhr Felderbegehung mit anschließendem Vortrag von Dr. Fred Fürstenfeld (Bodengesundheitsdienst) zur Nährstofflieferung des Bodens. Familie Daberger, Hintereggelburg 2, Ebersberg Referentin: C. Zeitlmann, Biokreis e.v. Oberbayern Ost Freitag, 10. Juni, 19 Uhr Felderbegehung und Besichtigung der Sojabohnen- Anbaufläche mit anschließendem Vortrag von Dr. Fred Fürstenfeld (Bodengesundheitsdienst) zur Bodenfruchtbarkeit, Humusgehalt und Düngung bei Familie Fürmann, Waldering 3, Tittmoning Referentin: C. Zeitlmann, Biokreis e.v. Oberpfalz/Nord Donnerstag, 9. Juni, 19 Uhr Betriebsbesichtigung des Pinzgauer- Mutterkuhbetriebes von Norbert Übler, Riglashof 6, Hirschbach Referent: Manfred Schmid, Biokreis e.v. (Mobil: 0160/ ) Oberpfalz Mitte Donnerstag, 30. Juni, 19 Uhr Felderbegehung des pfluglos wirtschaftenden Betriebes von Josef Weismann, Ringweg 8, Painten Referent: Manfred Schmid, Biokreis e.v. (Mobil: 0160/ ) Oberfranken Mittwoch, 8. Juni, 19 Uhr Felderbegehung bei Alfons Brütting, Seelig 8, Waischenfeld Referent: Manfred Schmid, Biokreis e.v. (Mobil: 0160/ ) Mittelfranken Dienstag, 12. Juli, 19 Uhr Betriebsbesichtigung des Angus- Mutterkuhbetriebes der Familie Bauereiß Treffpunkt: Rainer Bauereiß, Auerbach 20, Colmberg Referent: Manfred Schmid, Biokreis e.v. (Mobil: 0160/ ) Unterfranken/Rhön Donnerstag, 14. Juli, 19 Uhr Besichtigung des neuen Mutterkuh- Tretmiststalles von Jürgen Johannes Treffpunkt: Jürgen Johannes, Am Bahndamm Unterweissenbrunn Referent: Manfred Schmid, Biokreis e.v. (Mobil: 0160/ )

5 bn_3_11.qxp :03 Seite 5 Termine Aktuelles Allgäu Dienstag, 5. Juli, Uhr Grünlandbegehung, Bestandsbewertung, Milchviehstall mit AMS und Weidegang. Familie Wachter, Zur Osterwies 18, Seeg-Hitzlerried Referent: Roland Weber, Biokreis e.v. Biokreis NRW Die nächste Stammtischrunde in NRW wird zwischen Mitte und Ende Juni stattfinden. Mitgliedsbetriebe erhalten schriftliche Einladungen. Biokreis Mitte Achtung: das Klauenseminar mit Grillfest am 7. Juli wird verlegt!!! Auf mehrfachen Wunsch wurde der Termin für Freitag, 30. September festgesetzt. Wir werden das Seminar auf dem Betrieb unseres neuen Biokreis-Vorstands Andreas Gunia in Lichtenfels abhalten und im Anschluss auch für Nicht-Teilnehmer des Seminars zu einer Betriebsbesichtigung und einem Grillfest einladen. Wer Interesse an dem Klauenseminar hat, meldet sich bitte bei Andrea Helmer, Biokreis e.v. Mobil: 0151/ oder Fax: 0661/ oder per Veranstaltungen Ökologischer Landbau 2011 BodenFruchtBarkeit im Visier Freitag, 17. Juni, Uhr Themen: Im Mittelpunkt stehen Versuche aus dem interdisziplinären Forschungsprojekt zur Bodenfruchtbarkeit sowie die Öko-Landessortenversuche des LLH. Vorgestellt werden Versuche und Ergebnisse zur Applikation von Grünschnitthäcksel, erste Ergebnisse aus bundesweiten Praxiserhebungen zum Ackerbohnenanbau sowie eine Methode zur Ursachenanalyse von Bodenmüdigkeit bei Körnerleguminosen. Daneben werden Versuche zur lichtbedingten Unkrautunterdrückung in Winterweizen und zum Striegeln von Ackerbohnen gezeigt. Ort: Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) und das vom FiBL koordinierte Bodenfruchtbarkeitsprojekt. Merschroder Straße, Alsfeld- Liederbach Kontakt und weitere Informationen: Dr. Ute Williges Tel / , Mobil 0151/ oder Juni Highland Games auf dem Hof der Familie Gottfried Erves. Lochtrop 5, Eslohe Tel /86269 oder 0162/ Juni Abgabefrist Öko- und Strohhaltungsanträge. Letzte Frist für die Einreichung von Erstanträgen für den Ökologischen Landbau sowie für den neuen Programmbaustein Tiergerechte Haltungsverfahren auf Stroh" in NRW, der für alle Ökobetriebe mit Rindviehhaltung in eingestreuten Laufställen sowie auch Boxenlaufställen mit Tiefboxen interessant sein dürfte. (30 je GV und Jahr) 30. Juni Fristablauf bei Weihnachtsbäumen. Bis zu diesem Datum können Ökobetriebe mit konventionellem Weihnachtsbaumanbau bei der Kreisstelle der LWK beantragen, im laufenden 5- Jahresvertrag aus dem geförderten Ökolandbau auszusteigen, falls Bäume, die auf landwirtschaftlichen Flächen stehen, weiterhin konventionell behandelt werden sollen Juli 10. NaturVision Filmfestival Neuschönau 1. September - 2. Oktober Die Ökoaktionstage in NRW finden in 2011 über einen längeren Zeitraum als bisher üblich statt. Von Anfang September bis Anfang Oktober öffnen viele Akteure des Ökologischen Landbaus Ihre Betriebstüren für interessierte Verbraucher - machen Sie mit! 10. September - 3. Oktober 11. Bayerische Öko-Erlebnistage Informationen zur Anmeldung und Bewerbung siehe S. 16/17. Anzeige BioNachrichten 3 Juni/Juli

6 bn_3_11.qxp :03 Seite 6 Aktuelles Notizen Nur Mut jetzt um Förderpreis bewerben Engagierte Betriebsleiter können sich ab sofort mit innovativen Konzepten um den Förderpreis Ökologischer Landbau 2012 bewerben, den das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) eröffnet hat. Gesucht werden sowohl Ideen, die den gesamten Betrieb umfassen, als auch Ideen, die bestimmte Teilbereiche abdecken, wie zum Beispiel Produktverarbeitung, Naturschutz oder Energiemanagement. Wichtigste Voraussetzung: Der gesamte Betrieb muss seit mindestens zwei Jahren nach den Regeln des ökologischen Landbaus arbeiten. Den Siegern winkt ein Preisgeld von insgesamt Euro, das an maximal drei Betriebe verteilt wird. Die Bewertung erfolgt durch eine unabhängige Jury. Die Gewinner werden von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner auf der Internationalen Grünen Woche 2012 in Berlin ausgezeichnet, sie dürfen sich auf der Messe präsentieren und werden in das Netzwerk Demonstrationsbetriebe aufgenommen. Interessierte können ihre Bewerbung bis 30. Juni 2011 einsenden. Informationen und Bewerbungsunterlagen gibt es im Internet unter sowie telefonisch unter 0228/ , Montag bis Donnerstag von 9 bis 12 und von 13 bis 16 Uhr, sowie freitags von 9 bis 14 Uhr. Der Biokreis wünscht viel Erfolg! Jan Plagge in BÖLW-Vorstand gewählt Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hat auf seiner Mitgliederversammlung Jan Plagge, neuer Präsident des Anbauverbandes Bioland, als neues Vorstandsmitglied gewählt. Thomas Dosch war nach achtjähriger Amtszeit ausgeschieden. Wir erleben eine Zeit des politischen Wandels, der auch vor der Landwirtschaft nicht halt machen wird. Ich will dazu beitragen, dass sich der BÖLW wirkungsvoll daran beteiligt, sagte Jan Plagge. Vorstandsvorsitzender ist Felix Prinz zu Löwenstein. Importierte Sojabohnen weisen oft schädliche Rückstände auf. Das Unternehmen Testbiotech warnt in einer aktuellen Untersuchung vor einer Belastung der Nahrungsmittelproduktion mit Giftstoffen, die in gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten sind. Besondere Sorge gilt dabei den Rückständen von Unkrautvernichtungsmitteln und Insektengiften. Obwohl die Rückstandsbelastung steigt und möglicherweise die Gesundheit der Menschen gefährdet ist, gibt es kaum Kontrollen und keine ausreichende Risikoprüfung. Der Bericht wurde von Testbiotech im Auftrag der Grünen Bundestagsabgeordneten Ulrike Höfken erstellt. Bei Spritzmittelmischungen wie Roundup, die Glyphosat enthalten und die auch bei gentechnisch veränderter Soja zum Einsatz kommen, sind die deutschen Behörden aus Sorge vor möglichen gesundheitlichen Schäden bereits aktiv geworden. Den Spritzmitteln werden sogenannte POE-Tallowamine beigemischt, die die Wirkung des Unkrautvernichtungsmittels verstärken. Diese haben sich als äußerst giftig erwiesen. Nach Auffassung des Bundesamtes für Verbraucherschutz Turnusgemäß hat die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller AoeL auf ihrer Mitgliederversammlung in Fulda einen neuen Vorstand gewählt. Fünf der sechs Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt, nur der geschäftsführende Vorstand wechselte: Biokreis-Mitglied Peter Geldner, Vorstand der Landshuter Kunstmühle, war aus Altersgründen zu Jahresbeginn aus dem Berufsleben ausgeschieden und hatte seinen AoeL-Vorstandssitz zur Bild: Kuhnt Genpflanzen belasten Nahrungskette mit Gift und Lebensmittelsicherheit könnte dieses Gift über die Futtermittel und tierische Produkte bis zum Verbraucher gelangen. Deshalb dürfen deutsche Landwirte seit 2010 bestimmte Spritzmittel bei Futtermittelpflanzen nicht mehr verwenden. Maßnahmen wie verschärfte Kontrollen gegenüber Importen von gentechnisch veränderter Roundup-Ready-Soja, die regelmäßig mit Rückständen belastet ist, wurden allerdings nicht ergriffen, so Christoph Then von Testbiotech Derzeit gibt es mehrere Anträge für gentechnisch veränderte Pflanzen, die in den nächsten Monaten in der EU als Futter- und Lebensmittel zugelassen werden sollen. Auf der Zulassungsliste steht auch ein von den Firmen Monsanto und Dow AgroSciences produzierter Mais, der sechs verschiedene Insektengifte produziert. Im März 2011 hatte der EU-Ministerrat über einen gentechnisch veränderten Mais abgestimmt, der drei Insektengifte produziert und gegenüber Roundup resistent ist. Es wird erwartet, dass die EU- Kommissioin die Marktzulassung bewilligt. Personalwechsel im AoeL-Vorstand Verfügung gestellt. Sein Nachfolger ist Dr. Gernot Peppler, Inhaber und Geschäftsführer der Rack & Rüther GmbH in Kassel. Die weiteren Vorstandsmitglieder sind Alice Fridum, Allos GmbH, Karl Houber, Huober-Brezel GmbH, Wolfgang Gutberlet, tegut Stiftung, Stefan Rother, Forster AG, Joachim Weckmann, Märkisches Landbrot GmbH und Dr. Alexander Beck als geschäftsführender Vorstand der AoeL. 6 BioNachrichten 3 Juni/Juli 2011

7 bn_3_11.qxp :05 Seite 7 Notizen Aktuelles Es lebe die Vielfalt Petition gegen Gentechnik im Herbst So ein deutliches Ergebnis hatten die Bündnispartner von Vielfalt erleben dann doch nicht erwartet: Mehr als Menschen unterstützten mit ihrer Stimme eine öffentliche Petition gegen Agro-Gentechnik. So wird sich Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und Petent, voraussichtlich im Herbst im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages bei einer öffentlichen Anhörung für einen Anbaustopp für gentechnisch veränderte Pflanzen einsetzen. Außerdem wird er Impulse für entsprechende europaweite Gesetzesänderungen geben. Die außergewöhnlich große Resonanz auf unsere Petition zeigt: Die Menschen wollen keine Gentechnik auf ihre Teller, erklärt Götz E. Rehn, Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens Alnatura, Initiator von Vielfalterleben. Erst ab Zeichnern binnen drei Wochen beschäftige sich der Petitionsausschuss mit Forderungen, pro Jahr würden bis zu Petitionen eingereicht. Seit Einführung der öffentlichen Petitionen im Jahr 2005 haben nur zwölf Petitionen Unterstützer in den ersten drei Wochen erreichen können. Bäckermesse vergibt Trend Award für Innovationen Im Rahmen der südback Fachmesse für das Bäcker- und Konditorenhandwerk wird zum siebten Mal der südback Trend Award mit Vergabe eines Prädikats ausgeschrieben. Ziel ist es, technische Innovationen, gute Designs und Konzepte auszuzeichnen. Zugelassen sind nur Produkte, Konzepte und Strategien, die nicht länger als ein Jahr auf dem Markt sind und nachgefragt werden. Funktionalität, Benutzerfreundlichkeit, Umweltfreundlichkeit und Einsparpotenziale das sind nur einige Kritierien, die in die Bewertung eingehen können. Das Anmeldeformular und weitere Hintergründe finden sie im Internet unter Einsendeschluss ist der 30. Juni, die Messe findet statt vom 22. bis 25. Oktober. Die Andechser Molkerei Scheitz, Mitglied beim Biokreis, hat den vom Fernsehsender n-tv 2011 erstmals verliehenen Mittelstandspreis Hidden Champion erhalten. Gesucht wurde ein Unternehmen, das sich mit seiner Arbeit um den Erfolg der deutschen Wirtschaft in besonders herausragender Weise verdient gemacht hat. In der Kategorie Nachhaltigkeit wurde die Andechser Molkerei Scheitz mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Unter dem Motto Natürliches natürlich belassen werden Partnerschaften mit Bio-Bauern geschlossen und die lokalen Unternehmen mit Aufträgen gestützt. Seit 2008 wird der Strom nur noch aus regenerativer Energieerzeugung von Greenpeace Energy geliefert. Zudem hat die Molkerei als erste die TÜV-Zertifizierung Product Carbon-Footprint erhalten. Belegt wird hierdurch die CO2- Dokumentation für die Produktsegmente von Bio-Milch, Bio-Butter und Andechser Natur gewinnt Nachhaltigkeitspreis Bio-Fruchtjoghurt innerhalb der Wertschöpfungskette. Geschäftsführerin Barbara Scheitz nahm den Preis bei der Verleihung am 18. Mai in Frankfurt entgegen: Wir freuen uns sehr über diesen Preis, denn er bezeugt, dass wir mit unserem Handeln im Sinne der Nachhaltigkeit auf dem richtigen Weg sind und besondere Verantwortung für die Umwelt, die Heimat, die Landwirtschaft, alle Wirtschaftspartner bis hin zu den Kunden übernehmen. Bild: Andechser Molkerei Freuten sich über den Erfolg: Hans Demmel (Geschäftsführer n-tv), Barbara Scheitz und Irmgard Strobl (Andechser Molkerei Scheitz GmbH), Corinna Wohlfeil (n-tv Moderatorin). Bild: (c) n-tv / Jose Poblete BioNachrichten 3 Juni/Juli

8 bn_3_11.qxp :05 Seite 8 Aktuelles Agrarpolitik & Markt Jetzt die Energiewende vorantreiben Greenpeace Energy baut Kraftwerke für Ökostrom Von Martin Schaefer, Greenpeace Energy PR-Artikel Bild: Sabine Vielmo/Greenpeace Energy eg Ein futuristisches Bild vom Bau des Windparks Ketzin in Brandenburg. Hier wird gerade der 36 Tonnen schwere Rotor für das Anbringen am Maschinenhaus geprüft. Sein Durchmesser beträgt 90 Meter. Der Windpark mit vier Anlagen versorgt seit 2009 rund 5800 Haushalte mit sauberem Strom. Was ist guter Ökostrom? Eine Frage, die gar nicht einfach zu beantworten ist. Die Energiegenossenschaft Greenpeace Energy der Kooperationspartner des Biokreis-Projekts Ährlich bio! ist seit der Liberalisierung des deutschen Strommarktes aktiv und tritt seitdem für die Energiewende, eine Energieversorgung ohne Kohle und Atom, ein. Im Beitrag wird erläutert, wie man seinen Strombezug ökologisch sinnvoll gestalten und dabei noch aktiv Politik machen kann. Der Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima macht fassungslos. Und einmal mehr macht er deutlich, dass Atomenergie eine Energie ohne Zukunft ist. In der politischen Diskussion hat die Katastrophe zu einem unwürdigen Schauspiel geführt: Es ist gerade mal ein halbes Jahr her, da feierte die Bundesregierung die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke als energiepolitische Revolution. Und heute? Die Beschlüsse werden von ihren damaligen Befürwortern in Frage gestellt. Plötzlich heißt es, die deutschen Atomkraftwerke seien nicht sicher. Damit wird eines klar: die Laufzeitverlängerung entsprang keiner volkswirtschaftlichen oder versorgungstechnischen Notwendigkeit, sondern reinem Profitinteresse. Kundenzahl steigend Vertrauenserweckende Politik sieht anders aus und deswegen ist es nun dringlicher denn je, dass sich jeder einzelne für die Energiewende stark macht. Viele deutsche Haushalte und Unternehmen vollziehen bereits den persönlichen Atomausstieg und wechseln zu Ökostromanbietern. Allein bei Greenpeace Energy sind die Neukundenzahlen nach Fukushima um ein Vielfaches angestiegen. Bei den anderen Ökostromanbietern, die von unabhängigen Verbänden wie Atomausstieg selber machen oder den Verbraucherzentralen empfohlen werden, sieht es ähnlich aus. Für den Verbraucher ist die Wahl des richtigen Stromversorgers schwierig. Es gibt viele Anbieter mit hunderten unterschiedlichen Tarifen und Ökostromangeboten, darunter auch die Betreiber von Atom- und Kohlekraftwerken. Ökostrom ist kein geschützter Begriff und so verbergen sich hinter den Angeboten auch zahlreiche Mogelpackungen. Klare Kriterien für Ökostrom sind also wichtig. Bei Greenpeace Energy entstanden diese bereits in der Frühphase des liberalisierten Strommarkts bot die Liberalisierung die Möglichkeit, Kunden mit Ökostrom zu versorgen. Die Umweltorganisation Greenpeace e.v. entwickelte Kriterien für echten Ökostrom und sammelte in der Aktion Stromwechsel interessierte Bürger, die am Bezug des sauberen Stroms interessiert waren. Eine Ausschreibung zeigte jedoch, dass kein Energieversorger Ökostrom liefern konnte bzw. wollte, der den strengen Kriterien entspricht. Darauf beschloss Greenpeace, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und gründete die Energiegenossenschaft Greenpeace Energy, ein rechtlich und finanziell von der Umweltorganisation eigenständiges Unternehmen. Die Kriterien, die Greenpeace e.v. damals entwickelte sind auch heute noch der Maßstab bei Greenpeace Energy. Kein Zukauf von Kohleund Atomstrom Wie muss nun ein Ökostromangebot gestaltet sein, das ökologisch sinnvoll ist? Der Strom muss aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Als Brückentechnologie sind maximal 50 Prozent Anteil aus hocheffizienten Kraft- Wärme Kopplungsanlagen (KWK) mit Erdgas erlaubt. Nach dem Prinzip der zeitgleichen Einspeisung muss zu jedem Zeitpunkt so viel Ökostrom ins Stromnetz eingespeist werden, wie die Kunden voraussichtlich verbrauchen werden. Dadurch ist sichergestellt, dass auch bei Verbrauchsspitzen kein Graustrom an der Strombörse hinzugekauft werden muss, bei dem es sich fast immer um Kohle- oder Atomstrom handelt. Der Ökostromversorger muss unabhängig sein von der Atomindus- 8 BioNachrichten 3 Juni/Juli 2011

9 bn_3_11.qxp :06 Seite 9 Agrarpolitik & Markt Aktuelles e Energy eg trie, was auch für die Lieferanten gilt. Zentral ist außerdem die Neubauregelung: Ein Qualitätsmerkmal für Ökostrom ist, dass sein Bezug Anreize zum Bau neuer umweltfreundlicher Kraftwerke bietet. Dies wird im Fall von Greenpeace Energy über zwei Wege erreicht: Alle Neukunden werden nach spätestens fünf Jahren mit Strom aus Anlagen versorgt, die nicht älter sind als fünf Jahre. So schaffen wir einen Markt für den etwas teureren Strom aus neu gebauten Anlagen. Zum anderen werden über die Tochter Planet energy eigene saubere Kraftwerke gebaut und betrieben. Bis heute hat Planet energy Wind- und Solarkraftwerke mit einer Gesamtleistung von rund 34 Megawatt realisiert. Bis Ende 2011 wird das Portfolio auf rund 54 MW ansteigen damit können dann rechnerisch Haushalte CO2-frei versorgt werden. Die Einhaltung dieser Kriterien muss regelmäßig durch unabhängige Gutachter geprüft werden. gen, durch das Forum Ökologisch- Soziale Marktwirtschaft die wahren Kosten der verschiedenen Energieträger untersuchen lassen. Rechnet man Förderungen und Subventionen sowie Kosten, die der Gesellschaft durch Umweltschäden oder Abfallbeseitigung entstehen ein, sind Atom und Kohle nicht nur gefährlich und schmutzig sondern auch viel teurer als Wasser und Wind. ders naheliegend: Das Gasnetz. Dieses ist bereits vorhanden und verfügt über die ausreichende Kapazität. Überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien wird durch Elektrolyse zur Erzeugung von Wasserstoff eingesetzt. Der Wasserstoff kann wiederum ins Erdgasnetz eingespeist und zur Wärmeversorgung oder zur Rückverstromung genutzt werden. Die Nutzung von Biogas kam dagegen nicht in Frage, da nach unserer Auffassung die Gefahr besteht, dass sich, zumindest unter den heutigen Marktgegebenheiten, eine Ausweitung der Biogasproduktion mit einer Umstellung auf eine ökologische Landwirtschaft und einer hohen Qualität im Naturschutz nur schwer vereinbaren lässt. Innovative Produkte, politische Einflussnahme, Mitmachmöglichkeiten für Energieinteressierte das sind die Säulen von Greenpeace Energy, die allesamt einem Ziel dienen: der Energiewende. Und dass diese dringend notwendig ist, ist nicht erst seit Fukushima klar. Wahre Kosten von Ökostrom niedrig Mit diesen Kriterien hat Greenpeace Energy mittlerweile über Kunden überzeugt, darunter fast Geschäftskunden. Organisiert ist Greenpeace Energy als Genossenschaft mit rund Mitgliedern. Deren Einlagen sorgen für eine solide Eigenkapitalbasis und machen unabhängig von Banken und Großanteilseignern. Die Genossenschaftsmitglieder sind nicht nur Inhaber, sondern gleichzeitig auch Kunden, was für gleichgerichtete Interessen sorgt. Damit einher geht auch das politische Engagement von Greepeace Energy: Wir setzen uns für politische Rahmenbedingungen ein, mit denen die Energiewende Realität werden kann. Dafür stehen wir im Dialog mit den Parteien und Verbänden, aber auch direkt mit den Bundestagsfraktionen und Ministerien. Diese Arbeit wird unterstützt von wissenschaftlichen Untersuchungen, die wir in Auftrag geben. So haben wir aktuell, um Transparenz in die Diskussion um die Strompreise zu brin- Bild: Sabine Vielmo/Greenpeace Energy eg Auf gute Nachbarschaft: Der Windpark Roydorf in Niedersachsen. Bald wird auch erneuerbarer Wasserstoff produziert Neben Ökostrom wird Greenpeace Energy ab Oktober auch ein Gasprodukt mit einem neuartigen, bisher einmaligen ökologischen Zusatznutzen anbieten. prowindgas fördert die Produktion und Einspeisung von erneuerbarem Wasserstoff, welcher mit Strom aus Windanlagen hergestellt wird daher der Begriff Windgas. Mit der Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien endet auch das Zeitalter unflexibler Grundlastkraftwerke. Speichertechnologien werden an Bedeutung gewinnen, denn die Energieproduktion mit Wind und Sonne schwankt und richtet sich nicht danach, wann die Verbraucher Strom benötigen. Ideen für Speichertechnologien gibt es viele. Doch eine ist beson- Jetzt wechseln mit Startguthaben Greenpeace Energy unterstützt den Wettbewerb Ährlich bio! mit einem Geldpreis von insgesamt Euro für die drei schönsten Höfe. Darüber hinaus möchten wir auch die Leser der Bionachrichten zu einem Wechsel des Stromanbieters bewegen und unterstützen diesen mit einem Startguthaben von 25 Euro bei Greenpeace Energy. Der Wechsel ist ganz einfach: Für Geschäftskunden liegt dieser Ausgabe eine Broschüre mit Auftragsformular bei, die Sie uns ausgefüllt per Post schicken oder faxen können. Ansonsten ist ein Wechsel auch online möglich. Unter können Sie direkt das Vertragsformular ausfüllen. Bitte vergessen Sie dabei nicht, am Ende des Formulars das Aktionskennwort AKBNBK11 einzutragen, damit Sie das Startguthaben erhalten. Für weitere Fragen steht Ihnen unser Team montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr zur Verfügung. Sie erreichen uns telefonisch unter 040 / oder per unter BioNachrichten 3 Juni/Juli

10 bn_3_11.qxp :06 Seite 10 Aktuelles Agrarpolitik & Markt Bio im Internet: Aber sicher! Biokreis kritisiert: bioc falsches Werkzeug für Schaffung von Transparenz Wo Bio draufsteht, muss Bio drin sein: Sicherheit und Transparenz sind für die ökologische Lebensmittelwirtschaft von existentieller Bedeutung. Hersteller von Biolebensmitteln müssen vor dem Einkauf ihrer Zutaten stets überprüfen: Ist der Anbieter mit genau dieser Ware auch tatsächlich biozertifiziert? Gleiches gilt für Händler und Anbieter, die sichergehen wollen, dass sie ihre Bioware auch an einen Bioabnehmer verkaufen. Nun gibt es in Deutschland über 20 Kontrollstellen, die den Betrieben bescheinigen, dass sie nach mindestens EU-Öko-Standard wirtschaften. Um allen Beteiligten die Überprüfung von Lieferanten bzw. Abnehmern zu erleichtern, wünschen sich Branche und Gesetzgeber eine zentrale, kontrollstellenübergreifende Abfragemöglichkeit via Internet. Jeder soll dort über Name und Sitz des gesuchten Betriebes überprüfen können, ob die angegebene Biozertifizierung tatsächlich aktuell gültig vorliegt. Biokreis fordert wesentliche Änderung Die Datenbank bioc (www.bioc. info) hat sich seit 2002 der Realisierung dieser Abfragemöglichkeit verschrieben. Die Plattform sammelt die Daten der Kontrollstellen gegen Gebühr ein und fügt sie zu einer eigenen Datenbank zusammen. Seit die Plattform zu Jahresbeginn durch die Gründung einer GmbH auf breite Füße gestellt wurde, kommen allerdings bei vielen Branchenteilnehmern Zweifel auf. Der Biokreis stellt stark in Frage, ob die bioc GmbH das richtige Werkzeug ist, um in der Ökobranche für Transparenz und Sicherheit zu sorgen. In einer öffentlichen Stellungnahme fordert er den Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) als Branchenverband dazu auf, dafür zu sorgen, dass die jetzt bestehende Form der Datensammlung entweder grundlegend geändert wird, oder ein grundsätzlich anderes System zu wählen. Der Datenschutz ist gefährdet Nach Meinung des Biokreis und der Unterzeichner der Stellungnahme ist die gewinnorientierte Unternehmensform GmbH, die keiner staatlichen Überwachung unterliegt, wenig dazu geeignet, für Sicherheit und Transparenz zu sorgen. Für ein gewinnorientiertes Unternehmen, das auf einer Datenbank aufbaut, ist die Geschäftsgrundlage naturgemäß der Verkauf dieser Daten. Für die bioc GmbH ist aber bisher nicht geregelt, wofür genau die gesammelten Daten verwendet werden dürfen und wofür nicht. Auch ist unklar, ob und wie vor der Weitergabe der Daten die Zustimmung der betroffenen Eigentümer einzuholen ist. Generell ist unsicher, wie die Rechte der Unternehmen und Personen an ihren Daten gewährleistet werden. Einer Verletzung des Datenschutzes ist somit Tür und Tor geöffnet. Eine GmbH entscheidet, wer als bio wahrgenommen wird Die bioc GmbH will zunächst deutschland-, dann auch europaweit die Datensätze sämtlicher Kontrollstellen einsammeln. Dabei kann sie eine ungeheure Macht entwickeln: Es besteht die Gefahr, dass ein Betrieb, der bei bioc nicht zu finden ist, in der Branche auch nicht mehr als Biobetrieb wahrgenommen wird. Einem Unternehmen, das sich aus guten Gründen weigert, der bioc GmbH seine Daten zur Verfügung zu stellen, entsteht damit ein hoher Erklärungsaufwand gegenüber seinen Kunden. Wettbewerbsverzerrung durch staatliche Gelder Die bioc-plattform existiert bereits seit 2002 und wurde finanziell erheblich durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) gefördert. Es wurde hier also mit öffentlichern Geldern ein privatwirtschaftliches Unternehmen auf den Weg gebracht. Der Biokreis und seine Unterstützer sehen in der Monopolisierung der bioc- Plattform eine starke Wettbewerbsverzerrung gegenüber alternativen Dienstleistungsanbietern. Biokreis fordert gemeinnützige Institution als Träger Der Biokreis und seine Unterstützer erachten eine zentrale Abfragemöglichkeit der zertifizierten Unternehmen für sinnvoll und notwendig, werden aber aufgrund der oben genannten Kritikpunkte die Plattform bioc in der bestehenden Form weder unterstützen noch empfehlen. Sie favorisieren als Träger für eine zentrale Abfrage-Plattform eine gemeinnützige Institution, die die Daten nicht sammelt sondern die Abfrage per Schnittstelle zeitgleich und damit stets aktuell über alle Kontrollstellen hinweg ermöglicht. Eine solche Webservice-Lösung ist für die Nutzer genauso komfortabel wie die Abfrage eingesammelter Daten. Und sie ist deutlich sicherer, professioneller und datenschutzrechtlich einwandfrei. Unterzeichnen auch Sie! Über 25 Verbände, Kontrollstellen sowie namhafte Verarbeiterbetriebe der Bio-Branche haben die öffentliche Stellungnahme bereits unterzeichnet. Unterstützen auch Sie uns! Informationen unter oder bei Heidi Kelbetz, 0851/ Die Unterzeichner: Biokreis e.v., BIOPARK e.v., Verbund Ökohöfe e.v., ECOLAND e.v., BioInnung e.v., AbL e.v., LACON GmbH, BCS Öko-Garantie GmbH, Fachverein Öko- Kontrolle e.v., Grünstempel - Ökoprüfstelle e.v., QC&I GmbH, AGRECO R. F. GÖDERZ GmbH, Öko-Kontrollstelle des TVL e.v., Freiland Puten Fahrenzhausen, Die Biohennen, Chiemgauer Naturfleisch, Hofbäckerei Gottschaller, Antersdorfer Mühle, Biobäckerei Wagner, Landbäckerei Kerscher, Gutsbräu Strasskirchen, DHN Naturprodukte, Bio- Metzgerei Kammermeier, Kaisermühle Gänheim Otmar Kaiser, Innstolz Käsewerk Roiner KG, Meika Tierernährung, Bio-Bauern Frischdienst, KULT GmbH, Biofarmers AG. 10 BioNachrichten 3 Juni/Juli 2011

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