Allgemeines zu Traktandum 5 und 6

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1 Allgemeines zu Traktandum 5 und 6 35 Allgemeines zu Traktandum 5 und 6 Die Kehrichtverbrennungsanlage hat ihren Betrieb aufgenommen. Seither haben sich in allen Lebens belangen (Gesellschaft, Wirtschaft, Umwelt usw.) enorme Veränderungen eingestellt, die u.a. auch unsere elementaren Existenzgrundlagen (Wasser, Boden, Luft) beeinflussen. Notwendigkeit grosser persönlicher und kollektiver Anstrengungen erkennen, um für uns und die nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Umwelt erhalten zu können. So haben sich auch die Kehrichtverbrennungsanlagen im Verlauf der zurückliegenden drei Jahrzehnte von reinen Vernichtungseinrichtungen für Siedlungsabfälle zu hochtechnischen Prozessanlagen im weit gespannten Feld der Umwelttechnik gewandelt. Die KVA Niederurnen steht als Beispiel dafür; sie liefert im europaweiten Vergleich absolute Spitzenwerte, was umweltbezogene Kriterien angeht. Neben dieser ökologischen Verpflichtung steht auch der Faktor Wirtschaftlichkeit, dem im Blick auf die schwindenden natürlichen Ressourcen und in Anbetracht der rasant steigenden Rohstoffpreise erhebliche Bedeutung zukommt. Die Energiegewinnung aus dem Verbrennungsprozess und die Rückgewinnung von Alteisen und Buntmetallen bilden in diesem Zusammenhang wesentliche Elemente. Um auch in den kommenden Jahren den technisch und ökologisch anspruchsvollen Entsorgungsaufgaben gerecht zu werden und auch im Interesse der Gemeinden ein günstiges Kosten-Nutzenverhältnis bewahren zu können, drängen sich neue Investitionen auf, auf die nachfolgend näher eingegangen wird. Drei Projekte für Umwelt und Wirtschaftlichkeit Die ausserordentliche Abgeordnetenversammlung Betriebskommission folgende Projekte genehmigt:

2 36 Allgemeines zu Traktandum 5 und 6 1. Schutzmassnahmen gegen Naturgefahren Schutz der KVA-Anlagen gegen neu erkennbare und definierte Gefahrenpotenziale (Hochwasser, getroffen werden. 2. Erweiterung des Brennstofflagers mit neuem Schredder und Ballenpresse 3. Bau einer Schlackenaufbereitungsanlage mit Rückgewinnung von Nichteisenmetallen und Ersatzteillager bei Kosten von Für das Projekt Ziff. 1 liegt die Kreditkompetenz bei der Abgeordnetenversammlung. Über die Geschäfte Ziff. 2 und 3 entscheiden die Verbandsgemeinden abschliessend, weil die Ausgaben über der Kredit- Projektdetails Wer ergänzende Informationen wünscht, kann bei der Gemeindeverwaltung (Umweltschutzstelle) in die detaillierten Projektberichte der Betriebskommission KVA Einsicht nehmen. Referenten Auf Anfrage stehen für interessierte Kreise Fach - leute und Vertreter des Zweckverbands für ergänzende Informationen zur Verfügung. Bitte, nehmen Sie hierfür mit der Gemeindeverwaltung

3 40 Traktandum 6 Kostenbeteiligung einer Schlackenaufbereitungsanlage mit Rückgewinnung von Nichteisenmetallen und Ersatzteillager der Kehrichtverbrennungsanlage Niederurnen Antrag des Gemeinderates a) Es sei das Projekt für die Erstellung einer Schlackenaufbereitungsanlage mit Rückgewinnung von Buntmetallen und Ersatzteillager nach den Bauplänen des Ingenieurbüros Huber + Brunner AG und nach den KVA- eigenen Prozesstechnikplänen sowie im Sinne der vorstehenden Ausführungen zu genehmigen. b) Für die Umsetzung dieses Projektes sei ein Kredit c) Die entstehende Schuld sei im Sinne des in dieser Vorlage präsentierten Finanzierungsplanes ab Bauvollendung innert längstens 20 Jahren zu tilgen. Soweit die Gesamtkosten mit Einnahmen der ordentlichen Betriebsrechnung der KVA zu belasten. Bericht Die KVA Linthgebiet verarbeitet bei voller Auslastung jährlich rund Tonnen Abfälle und produziert dadurch etwa Tonnen Schlacke (davon bestehen Tonnen aus gewaschener Kessel- und Elektrofilterasche). In der Schlacke befindet sich eine Rückgewinnung von Alteisen eingesetzt; sie entfer- was einer Jahresmenge von zirka Tonnen Rückgewinnung von Buntmetallen vorhanden. Die andernorts gesammelten Erfahrungen zeigen, dass mit geeigneten Prozessanlagen etwa 2 3% Buntme- nium usw.) im Verhältnis zum Schlackengewicht herausgeholt werden können. Für Buntmetalle sind derzeit Erlöse von Fr pro Tonne zu erzielen. In Anbetracht dieses Umstandes und mit Rücksicht auf die immer knapper werdenden Rohstoffe ist es nicht sinnvoll, Stahl und Buntmetalle bei hohen Transportkosten in teuren Schlackendeponien zu vergraben. Kommt dazu, dass die Ab- befreit ist, in naher Zukunft verboten wird. Die Rückgewinnung von Buntmetallen wirkt sich aber auch punkto CO 2 -Belastung positiv aus: Wird beispielsweise eine Tonne Aluminium aus der Schlacke zurückgewonnen, substituiert man etwa 11,6 Tonnen CO 2 ; beim Kupfer sind es pro Tonne etwa 3 t CO 2. In der Schweiz werden bereits mehrere Schlackenaufbereitungsanlagen mit Rückgewinnung von Alt eisen und Buntmetallen betrieben. Die dort gemachten Erfahrungen sollen beim Bau der Anlage für die KVA Niederurnen genutzt werden. Die NE-Abscheideanlage benötigt als Folge der grosse Aufstellfläche. Daraus resultieren Freiflächen, die als Ballenlager genutzt werden können. Insoweit ergeben sich gute Synergien aus den beiden Projekten «Zwischenlager» und «Schlackenaufbereitung». Die Halle für die Schlackenaufbereitung soll westlich der bestehenden Zufahrt zur KVA gebaut werden. Im Blick darauf verkauft die Gemeinde Niederurnen an die KVA eine Bodenfläche von rund m 2 2, was für eingezontes Industriebauland als angemessen gelten darf. Die Hallenumrisse haben Abmessungen von 65 x 61 x 14,5 m. Unter Einschluss des Gebäudeteils «Ersatzteillager» ergibt sich ein Gesamtbauvolumen von m³. Die hohen Belastungen erfordern eine Pfahl - fundation. Wegen der sehr grossen Spannweiten Binderabständen von m vorgesehen. Aufgrund einer erhaltenen Anregung wird geprüft, ob und unter welchen Voraussetzungen sich auch eine Überbrückung mittels Holzkonstruktion realisieren liesse. Erste diesbezügliche Abklärungen zeigen, dass mit Rücksicht auf die gestellten Anforderungen (grösstmögliche Stützenfreiheit, Binderabstände, Dachneigung usw.) bestenfalls eine Kombination mit Holzund Stahlträgern in Betracht fallen kann. Nach Anhörung der Fachleute wird die Baukommission einen Entscheid treffen. Im Projekt enthalten ist die Angliederung eines Ersatzteillagers, das bei Kosten von Fr realisiert werden soll.

4 Traktandum 6 41 Kosten-Nutzen-Analyse Durch die Zwischenlagerung der Schlacke wird ungefähr die Hälfte des Wassers verdampft, was bei einem Wassergehalt von 16% eine Reduktion der Schlacken-Deponiemenge um rund Tonnen pro Jahr bedeutet. Ausgehend von einem Buntmetallanteil von 2% der Schlacke können jährlich etwa 400 Ton- beiden Faktoren allein ergibt sich also bereits eine Verminderung der Deponiemenge um rund Tonnen pro Jahr, was einer Einsparung von rund Franken an Deponiegebühren entspricht. Der Erlös aus dem Verkauf der Buntmetalle darf mit Fr pro Tonne kalkuliert werden, was bei 400 Jahrestonnen einen Ertrag von etwa Fr erzielen - Kosten Die Aufwendungen für die Schlackenaufbereitungsanlage setzen sich wie folgt zusammen: Grundstückkosten Fr Gesamtbaukosten Fr Ertragsprognose Verkauf Buntmetalle (400 t à Fr ) Fr Verkauf Alteisen (3 000 t à Fr. 70. ) Fr und Deponiekosten (3400 t à Fr ) Fr und Deponiekosten durch Wasserverdampfung (1 500 t à Fr ) Fr Nettorechnung Jährliche Gesamtkosten Fr Jährlicher Überschuss z. G. Fazit Die zu erwartenden Bau- und Betriebskosten lassen finanzieren. Es werden deshalb keine speziellen Baubeiträge oder höhere Tonnenpreise erhoben. Finanzierung Aufwand Kapitaldienst und Amortisation auf 20 Jahre Fr Personalaufwand Fr Unterhaltskosten, Energie, Jahreskosten Fr Terminplan Erweiterung Brennstofflager Schlackenaufbereitung mit Rückgewinnung von Buntmetalle Kredit-Beschlüsse a.o. AV Kreditbeschlüsse Verbandsgemeinden Bund Kantone, Fachstellen Baurealisation Bauabrechnungen Herbst 2012 Herbst 2012

5 42 Traktandum 6

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