Leistungsmotivation. Bedeutung der Leistungsmotivation für Judo-Trainer

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1 Bedeutung der für Judo-Trainer Motivation kann als Antriebsenergie verstanden werden, die jemanden dazu bringt, sich in einer bestimmten Situation in einer bestimmten Art und Weise zu verhalten. wiederum kann man als Antrieb hin zu einer bestimmten Leistung (Streben nach Erfolg) verstanden werden. ist für Trainer und Sportler eine entscheidende Erfolgsgröße. Sie ist die Triebfeder, sich auch in schwierigen Situation auf den Erfolg zu konzentrieren, sich des Erfolges wegen über die Maßen zu engagieren. Nicht nur die Ursache (warum?), auch die Absicht (wozu?) des Handelns sollten in der Analyse der Motivation in Betracht gezogen werden. Sportler und Trainer sollten sich über die Beweggründe des Handelns bewusst sein, damit das richtige Training für die vereinbarten Ziele des Sportlers geplant und durchgeführt werden kann. Man unterscheidet zwischen intrinsischer (primärer) und extrinsische (sekundärer) Motivation. Intrinsich motivierte Handlungen sind solche, die ihrer selbst Willen unternommen werden; nicht, um eine Belohnung für das Tun zu bekommen. Dem gegenüber ist Handeln extrinsisch motiviert, wenn Handlung und Handlungsziel nicht übereinstimmen. Z. B. trainiere ich nicht, des Trainierns wegen, sondern weil ich Deutscher Meister werden will. Durch eine systematische Verstärkung ist es möglich extrinsische in intrinsische Motivation zu überführen. Ein Beispiel: Steht ein Kind vor der Entscheidung, sich eine Sportart zu wählen, macht es Sinn auf die Primärmotivation zu schauen. Z. B. rangelt und rauft dieses Kind gern mit anderen Kindern. Es ist aber nicht intrinsisch motiviert z. B. Seoi-nage zu üben. Erstens kennt es den Wurf noch gar nicht und zweitens will es eben toben und nicht eine Technik lernen. Erfährt das Kind aber, dass es beim Raufen mittels Judotricks erfolgreicher ist, verstärkt sich der Wunsch Judo zu lernen. Später einmal kann es zu einer Änderung der Motivationslage kommen: Es will dann Judo machen, des Judos wegen. Die meisten Menschen, die einen Sport treiben, sind ursprünglich extrinsisch motiviert. Über den Sport bekommen sie ihre Primärbedürfnisse befriedigt: Bewegungsdrang, Spieltrieb, Kontakt und Kommunikation, Anerkennung, Körpererfahrung, Selbstvertrauen etc. Können diese Primärbedürfnisse mit dem Sport verbunden und auf ein Ziel gelenkt werden, das deren Befriedigung verspricht, steigt die Motivation eine bestimmte Leistung zu tun. Trainer-B Ausbildung Dipl.-Psych. Lars Lange 1

2 Als Trainer kann man auf 3 unterschiedlichen Ziel-Ebenen nach der Motivation fragen: 1. Welches Ziel soll erreicht werden 2. Zu welchem Zweck und 3. Welchen Sinn macht das? Beispiel: Ziel: Perfektionieren einer Spezieltechnik, Zweck: Erfolgreicher im Wettkampf, Sinn: Anerkennung, erhöhte Selbstachtung Methoden zur Ansprache der 1. Das Vereinbaren von Zielen: Ziele müssen erreichbar sein, aber auch über bereits geleistetes hinausgehen, damit sie wieder einen Leistungsanreiz bieten. Wichtig dabei ist, dass der Sportler selbst das Gefühl hat, er ist für die erbrachte Leistung, für die Erreichung seiner Ziele, verantwortlich. Nur dann kann er auf seine Leistung stolz sein und den Erfolg sich selbst zuschreiben. Ist das Ziel zu hoch gesetzt und die eigene Leistung reicht nicht aus, seinen Ansprüchen genüge zu tun, dann entsteht Unzufriedenheit, die die mindert. Die steigt, wenn die Erreichung eines Ziels machbar, aber nicht sicher ist. Der Trainer ist gefordert mit dem Athleten passende Ziele, die beim Sportler Glücksmomente produzieren können, zu finden und diese mit dem Athleten abzustimmen. Dann gilt es für den Trainer seinen Athleten auf dem Weg zu seinem Ziel so zu begleiten, dass der Sportler seine Ziele erreichen kann. Erst Handlungsziele, dann Ergebnisziele setzen! Individueller Bezug zum Athleten! Der Sportler ist für seine Ziele verantwortlich! Trainer-Sportler-Gespräche führen: Passen die Ziele noch, was fällt schwer, was ist unterfordernd etc. Nah-, Mittelfristige- und Fernziele setzen! Trainer-B Ausbildung Dipl.-Psych. Lars Lange 2

3 2. Einplanen sozialer und anderer Grundbedürfnisse im Training Im Training die Möglichkeit bieten Grundbedürfnisse z. B. nach Geselligkeit, Sicherheit, Bewegung etc. ermöglichen. 3. Einplanen von Spaß während des Trainingsprozesses Bestleistungen entstehen nicht aus Angst und Nervosität, sondern aus Spaß und Zufriedenheit, mit dem was man tut! Im Training sollten Spaß und ernsthafte Leistungsbereitschaft einhergehen, wie zwei Seiten einer Medaille. Betont man aber eine Seite zu viel, wird die Bestleistung ausbleiben. Als Trainer ist man verantwortlich für ein ausgewogenes Trainingsklima. Deshalb muss man wissen, was den Athleten Spaß macht und welche Ziele sie verfolgen wollen! Zum harten Training gehört der Ausgleich. Und das sind nicht nur die wichtigen Relaxationsphasen, sondern auch das aktive Spaßerleben. 3. Sprachliche Motivierung: Bei der Sprachlichen Motivierung werden Begriffe benutzt, die positive Gefühlsassoziationen entstehen lassen: Ihr werdet gewinnen!, Lasst uns Spaß haben!, Freue dich darauf! ACHTUNG: Negative Anweisungen bieten keine echte Alternative und lösen emotional häufig das Gegenteil aus! Beispiele: Nicht sperren! - Ja, was denn dann? Habe keine Angst! - Oh, stimmt, man könnte ja richtig Angst bekommen! Besser: Positive Formulierungen bieten klare kognitive und emotionale Orientierung bzw. Handlungsanweisungen: Du schaffst das! Kämpf aufrecht! Trainer-B Ausbildung Dipl.-Psych. Lars Lange 3

4 4. Wahrnehmungsgebundene Motivierung: Beispiele: Zuschauen bei einem Sport-Event Kämpfen mit einem Idol Mit verbundenen Augen kämpfen Judo-Video ansehen 5. Konflikte erzeugen - Provozieren Konflikte drängen nach Lösungen. Die geeignete Provokation kann beim Sportler eine große auslösen. Beispiel: Ein Judoka kommt mit seiner Spezialtechnik nicht mehr weiter, weil sich jeder auf diese eingestellt hat. Der Trainer interveniert mit der Provokation: Mach mal nur so weiter, die Technik ist zwar nicht mehr erfolgreich, aber es wäre ja auch mühsam, sich mit einer anderen Technik zu beschäftigen. 6. Neugierde wecken Beispiel: Kennst du eigentlich das Gefühl, ohne Kraft Ippon zu werfen? 7. Verstärkung / Lob und Entstrafung sind Steuerungsmöglichkeiten, bestimmtes Verhalten häufiger auftreten zu lassen. Sie erhöhen den Anreiz, bzw. blocken einen nicht mehr, sich in bestimmter Weise zu verhalten. 8. Variation der Schwierigkeit: Beispiel: Erleichterungen beim Technikerwerbstraining erhöht das Erfolgsgefühl, den Spaß, das Selbstbewusstsein beim Erlernen der neuen Technik. Trainer-B Ausbildung Dipl.-Psych. Lars Lange 4

5 9. Motivierende Übungsformen: 1. Übungsformen, die die Grundbedürfnisse (wie Sicherheit, Anerkennung, Kontakt, Bewegung etc.) mit dem Sport verknüpfen 2. Übungen mit Wettkampfcharakter 3. Übungen, die anders sind, eine Variation des Üblichen darstellen 4. Übungen mit Speedkomponente 5. Übungen mit Wettkomponente 6. Übungen mit Zielen und Aufgaben 7. Innovative Übungsformen 8. Autosuggestionen und Affirmationen 2 Motivations-Typen: Erfolgsmotivierte Sportler beziehen ihre Motivation aus der Hoffnung, erfolgreich zu sein. Das gute Gefühl des Sieges, die Anerkennung der Leistung, all die Annehmlichkeiten, die mit dem Erfolg einhergehen, beziehen sie auf ihre Begabungen, Anstrengungen, Fähigkeiten. Man selbst ist verantwortlich für den Erfolg. Mögliche Misserfolge liegen an äußeren Umständen oder an Dingen, die man beim nächsten Mal selbst gewiss verbessern oder korrigieren kann. Misserfolgsorientierte Sportler sind selbstunsicher. Ihre Motivation entsteht aus der Furcht zu versagen. Sie trainieren gegen den erwarteten Misserfolg. Häufig führt ein unrealistisches, überhöhtes Anspruchsniveau zu weiteren Misserfolgen verbunden mit dem typischen Satz: Ich hab es ja gewusst, ich kann das nicht! Merke: Es fällt immer schwer, jemanden zu begeistern, wenn man nicht selbst davon begeistert ist! Euer Lars Trainer-B Ausbildung Dipl.-Psych. Lars Lange 5

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