Weltwirtschaftlicher Ausblick und Auswirkungen auf den Schweizer Tourismus

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1 Weltwirtschaftlicher Ausblick und Auswirkungen auf den Schweizer Tourismus 3. April 2012 Nicole Brändle Schlegel Leiterin Branchenanalysen Credit Suisse Slide 1

2 Auch Prognosen sind volatil BIP-Prognose für die Schweiz für 2011 in Prozent KOF UBS BAK Basel ZKB Credit Suisse Julius Bär Consensus / / / / / /2011 Quelle: Consensus, Credit Suisse Slide 2

3 Inhalt Weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen Konjunkturprognose Schweiz 2012 Auswirkungen auf den Schweizer Tourismus Längerfristige Perspektive Fazit Slide 3

4 Unser Basisszenario Keine globale Rezession Schuldenkrisen werden nicht unmittelbar gelöst Die Währungsunion überlebt aber auch 2012 Sparmassnahmen und Unsicherheit bremsen Wirtschaftswachstum Slide 4

5 Mehrheitlich positive Signale aus den USA Purchasing Managers' Index international, Wert > 50 = Wachstum / / / / / / / / / /2012 China Eurozone USA Quelle: Bloomberg, Markit Slide 5

6 Findet die äusserst expansive Geldpolitik (bald) ein Ende? Zinsänderungserwartung über die kommenden 12 Monate in Basispunkten Stand FED EZB Japan England China Australien Neuseeland SNB Quelle: Bloomberg Slide 6

7 Grundproblem nicht gelöst: steigende Staatsverschuldung Schulden in % des BIP, ausgewählte Länder Luxemburg Tschechien Schweden Spanien Irland UK Schweiz Niederlande Österreich Deutschland Frankreich Island Portugal USA Belgien Italien Griechenland Japan Eurozone EU Industrieländer Verschuldung 2008 Veränderung Veränderung Quelle: IWF, Credit Suisse Slide 7

8 Französische und deutsche Banken stark involviert Exposure von ausl. Banken gegenüber Griechenland und Italien in Mrd. USD Frankreich Deutschland Grossbritannien Niederlande USA Japan Spanien Österreich Belgien Irland Portugal Italien Griechenland Quelle: BIS Slide 8

9 Inhalt Weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen Konjunkturprognose Schweiz 2012 Auswirkungen auf den Schweizer Tourismus Längerfristige Perspektive Fazit Slide 9

10 Franken trotz Intervention mit Blick auf Fair Value teuer Euro-Franken-Wechselkurs (bzw. Ecu/Franken) und Fair Value Euro/CHF (bzw. Ecu/CHF) Fair Value Quelle: Bloomberg, Credit Suisse Slide 10

11 Hohe Europa-Abhängigkeit trotz verstärkter Ausrichtung auf Wachstumsmärkte Innerer Kreis 1991, äusserer 2011, jeweils Anteil am Total Warenexporte in % Next 11 Golfstaaten 3.2% BRIC 11.6% Südostasien 3.0% 4.4% 7.5% 11.8% 2.4% 3.1% 4.8% 1.7% 3.5% 11.7% 2.9% 4.4% 10.1% 7.8% 5.0% 9.8% 65.4% 9.1% 4.2% 25.0% 7.3% 7.9% 20.2% EU % USA Deutschland Italien Frankreich Grossbritannien EU-15 EU-Ost China (inkl. Hongkong) BRIC Golfstaaten Südostasien Next 11 Übrige Länder Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung, Credit Suisse Slide 11

12 Stabilisierung der Exportnachfrage auf tiefem Niveau Credit Suisse Exportbarometer und Exporte Barometer Exporte Trendwachstum (6 Monate gleitender Durchschnitt) Exporte (ggü. Vorjahr) Wachstumsschwelle Barometer Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung, Credit Suisse Slide 12

13 PMI: Anzeichen für eine konjunkturelle Stabilisierung Purchasing Manager Index (PMI); Bruttoinlandprodukt Reales BIP (%-Veränderung gegen Vorjahresquartal) (rechte Skala) Purchasing Managers' Index (saisonbereinigt) PMI Wachstumsschwelle Quelle: procure.ch, Seco, Credit Suisse Slide 13

14 Negativmeldungen verunsichern Schweizer Konsumenten... Index und Subkomponenten der SECO-Umfrage zur Konsumentenstimmung April 07 Okt. 07 April 08 Okt. 08 April 09 Okt. 09 April 10 Okt. 10 April 11 Okt. 11 Erwartete Wirtschaftsentwicklung Erwartete finanzielle Lage Index der Konsumentenstimmung Erwartete Entwicklung der Arbeitslosenzahl Erwartete Situation: Sparen / Schulden Quelle: Seco Slide 14

15 ... aber: Kaufkraftgewinn dank Frankenstärke Linie: Wechselkurs; Blasen: medial angekündigte Preissenkungen; Blasengrössen: Anzahl von der Preissenkungsrunde betroffener Produkte EUR/CHF 1.00 Coop 0.80 Migros / / / / / /2011 Quelle: Medienmitteilungen von Coop und Migros, SNB, Credit Suisse Slide 15

16 Outlook im Überblick Prognose vom 24. November 2011 Veränderung in % Bruttoinlandprodukt, real Privater Konsum Staatlicher Konsum Ausrüstungsinvestitionen Bauinvestitionen Exporte (G+D) Importe (G+D) Inflationsrate Arbeitslosenquote in % Quelle: Credit Suisse Slide 16

17 Inhalt Weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen Konjunkturprognose Schweiz 2012 Auswirkungen auf den Schweizer Tourismus Längerfristige Perspektive Fazit Slide 17

18 Frankenstärke und Konjunkturabschwächung belasten Logiernächte in Hotels und Kurbetrieben 15% 10% Veränderung zum Vorjahr (gleitend 3 Monate) Gleitender Durchschnitt über 12 Monate (in 1000; rechte Achse) 3'200 3'100 5% 3'000 0% 2'900-5% 2'800-10% Feb 09 Jul 09 Dez 09 Mai 10 Okt 10 Mrz 11 Aug 11 Jan 12 2'700 Quelle: Bundesamt für Statistik Slide 18

19 Ferienhotellerie leidet überdurchschnittlich Logiernächte Hotels und Kurbetriebe; Netto-Bettenauslastung Entwicklung Logiernächte im Vergleich zum Vorjahr (Nov.'11-Jan.'12) > 6% 4% - 6% 2% - 4% 37% 0% - 2% 0% - (-2%) 21% (-2%) - (-4%) (-4%) - (-6%) 32% < -6% 42% 24% Bettenauslastung (Nov.'11.-Jan.'12) Schweiz 35% 28% 34% 22% 34% 36% 36% 21% 46% Quelle: Bundesamt für Statistik Slide 19

20 Treue Schweizer Stammgäste? Veränderung der Logiernächte im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 15% Inland Ausland 10% 5% 0% -5% -10% -15% Quelle: Bundesamt für Statistik Slide 20

21 Weiterhin Aderlass bei den wichtigsten Nahmärkten Logiernächte nach Herkunftsland; Durchschnitt Nov bis Jan % 20% Wachstum in % im Vergleich zum Vorjahr Anteil am Total der ausländischen Logiernächte (rechte Achse) 28% 25% 15% 22% 10% 20% 5% 17% 0% 14% -5% 11% -10% 8% -15% 6% -20% 3% -25% 0% Deutschland UK Frankreich USA Italien Russland Niederlande Belgien Spanien Österreich Golf-Staaten Japan Indien Quelle: Bundesamt für Statistik Slide 21

22 Anhaltender Personalabbau im Gastgewerbe Vollzeitäquivalente, Veränderung im Vergleich zum Vorjahr 4% 3% 2% 1% 0% -1% -2% -3% -4% -5% Gastronomie Beherbergung -6% 4Q Q Q Q Q Q Q.2011 Quelle: Bundesamt für Statistik Slide 22

23 Ausblick Tourismus Schweiz 2012 Stabile Entwicklung der Schweizer Gäste, unter anderem dank Zuwanderung Weiterhin starke Rückgänge bei "traditionellen Märkten"; nur teilweise durch Wachstum bei Schwellenländern kompensiert Anzeichen für eine Stablisierung sichtbar Entspannung ab 2. Jahreshälfte möglich Bergregionen weiterhin stärker unter Druck Stadthotellerie rechnet aber ebenfalls mit Rückgängen in kommenden Monaten Slide 23

24 Inhalt Weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen Konjunkturprognose Schweiz 2012 Auswirkungen auf den Schweizer Tourismus Längerfristige Perspektive Fazit Slide 24

25 Schweiz mit schlechten Karten im Preiswettbewerb Comparative Price Levels, Hotels und Restaurants, Index Schweiz = Schweiz Österreich Deutschland Frankreich Italien Quelle: Eurostat, Credit Suisse Slide 25

26 Untersuchte Qualitätsindikatoren Zertifizierung von Qualitätsmanagement Q-Zertifikate des Schweizer und des deutschen Tourismusverbandes als Indikator für Qualitätsbewusstsein Positionierung im Luxusbereich Hotelsterne als umfassender Qualitätsindikator Investitionen im Gastgewerbe Neu- und Umbauinvestitionen als Indikator für die Qualität der Hotelinfrastruktur Qualitätsindikatoren des Travel & Tourism Competitiveness Report Indikatoren als Hinweis für Standortqualität der Schweiz Slide 26

27 Qualitätstourismus als Zukunftsstrategie I Warum? Im Preiswettbewerb hat die Schweiz trotz Standortvorteilen schlechte Karten Wo? Topsegment: Schweiz als Magnet für die "neuen" Reichen aus den Schwellenländern Low-Budget: hohe Preissensibilität kombiniert mit hohen Ansprüchen an Ausstattung, Funktionalität und Sauberkeit Mittelklasse: klare Positionierung in der Nische oder Abgrenzung nach oben oder unten Wie? Steigerung des Qualitätsbewusstseins Kundenfreundlichkeit und massgeschneiderte Kommunikation Bereitschaft auch monetär zu Innovation und Kooperation Vor allem: Herzblut und Entrepreneurship Slide 27

28 Qualitätstourismus als Zukunftsstrategie II Beitrag der Unternehmer für eine erfolgreiche Zukunft des Tourismus: Konsequente Qualitätsorientierung Offenheit gegenüber neuen Technologien und Trends Konsistente und glaubwürdige Kommunikation Bereitschaft zu Innovation und Kooperation Entrepreneurship und Herzblut Beitrag der Politik für eine erfolgreiche Zukunft des Tourismus: Senkung der Vorleistungskosten durch Liberalisierungen Administrative und regulatorische Entlastungen Umsichtige und verlässliche Raumplanung Slide 28

29 Inhalt Weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen Konjunkturprognose Schweiz 2012 Auswirkungen auf den Schweizer Tourismus Längerfristige Perspektive Fazit Slide 29

30 Fazit Die Schweiz hängt am Tropf der Weltkonjunktur: weder Horrorszenarien noch Euphorie angebracht Keine weiteren Wechselkurs-Schocks dank Kursuntergrenze 2012 wird für den Tourismus (noch) keine deutliche Entspannung bringen Längerfristig stärkerer Fokus auf Qualitätstourismus nötig Slide 30

31 Fragen und Diskussion Slide 31

32 Disclaimer Dieses Dokument wurde vom der Credit Suisse hergestellt und ist nicht das Ergebnis einer/unserer Finanzanalyse. Daher finden die "Richtlinien zur Sicherstellung der Unabhängigkeit der Finanzanalyse" der Schweizerischen Bankiervereinigung auf vorliegendes Dokument keine Anwendung. Diese Publikation dient nur zu Informationszwecken. Die darin vertretenen Ansichten sind diejenigen des der Credit Suisse zum Zeitpunkt der Drucklegung (Änderungen bleiben vorbehalten). Die Publikation darf mit Quellenangabe zitiert werden. Copyright 2012 Credit Suisse Group AG und/oder mit ihr verbundene Unternehmen. Alle Rechte vorbehalten Slide 32

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