Der benötigte Versicherungsschutz kann projektbezogen maßgeschneidert angeboten werden.

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1 Seite 1 von 12 Frank Hübner Versicherungen und Completion Bond Im folgenden Beitrag erklärt Frank Hübner den Bereich der Produktionsversicherungen, wobeifürden Investorein besonderes Augenmerk auf die Versicherungsarten Errors andomission (E&0) und Compietion Band zu richten sein wird. Während die davor ausgeführten Einzelversicherungen die Risiken der Dreh- und Produktionsarbeiten behandeln, betreffen die o.g. beiden Versicherungen zum einen die internationale Auswertung einer Produktion, zum anderen sind sie auch im Rahmen einer Finanzierung mit Investoren oder Bankenbeteiligung unerläßlich. Für eine Film- oder Fernsehproduktion sind hohe Investitionen erforderlich. Wer nicht über ein gut gefülltes Bankkonto verfügt, tut daher gut daran, sich gegen die Risiken, die bei der Herstellung des Films auftreten können, zu versichern. - Wer über ein solches Konto verfügt, versichert sich, um diesen Kontostand nicht zu gefährden. Seit Anfang 1996 herrscht Dank des europäischen Einigungsprozesses auf dem europäischen Versicherungsmarkt Freizügigkeit - und damit auch sehr viel Unübersichtlichkeit. Zwar gibt es noch immer die Kontrolle des Bundesaufsichtsamts für Versicherungen. Die Bedingungswerke (Klauseln) der einzelnen Versicherungssparten unterliegen jedoch nicht mehr der Genehmigungspflicht und können sich daher stark voneinander unterscheiden. Für den Versicherungskunden birgt diese Freigabe Vor- und Nachteile: Der benötigte Versicherungsschutz kann projektbezogen maßgeschneidert angeboten werden. Es entwickelt sich zu einer Wissenschaft, die Versicherungsbedingungen der angebotenen Versicherungen zu kennen und das richtige projektbezogene Angebot zu ermitteln. Der verantwortungsbewußte Produzent steht somit vor der Frage, sich entweder in die Klauselwerke der Versicherer einzuarbeiten oder sich der Hilfe eines erfahrenen Versicherungsmaklers zu bedienen. Die Wahl sollte ihm leichtfallen, wenn er bedenkt, daß der Verzicht auf einen Makler die Versicherungsprämie - auch wenn oft das Gegenteil behauptet wird - in der Regel nicht preiswerter macht. Ein umfassendes Versicherungspaket für Film- und Fernsehprojekte besteht in der Regel aus acht Einzelversicherungen: Film-Ausfall-Versicherung Mehrkosten-Versicherung infolge Sachschadens Bild-, Ton- und Datenträgerversicherung (Negativ-Versicherung) Film-Requisiten- und Ausstattungs-Versicherung Geräte-Versicherung Filmproduktions-Haftpflicht-Versicherung Feuerhaftungs-Versicherung Kassen-Versicherung Daneben werden noch angeboten: Spezielle Unfallversicherungen für Darsteller, Zuschauer und Mitarbeiter Reisegepäck-Versicherung Technische Versicherung Vorausfall-Versicherung Schließlich kann je nach Projekt oder Finanzierung noch eine Errors & Omissions-Versicherung und ein Completion Bond erforderlich sein.

2 Seite 2 von 12 Welche der genannten Versicherungen beim einzelnen Projekt tatsächlich notwendig oder wünschenswert ist, hängt von zahlreichen, meist projektbezogenen Faktoren wie Art des Projekts (Dokumentar, Feature usw.), Budget, Art der Finanzierung usw. ab. Hier kann guter Rat oft zu erheblichen Einsparungen führen. Die Unterscheidung, welche der genannten Versicherungen technisch zu welcher Versicherungsart (Sachschadens-, Summen- oder Ausfall-Versicherungen etc.) gehören, ist für den Produzenten nicht weiter von Bedeutung. Daher hier nur ganz untechnisch wesentliche Unterscheidungsmerkmale, die auf die Schadensermittlung Einfluß haben. Es gibt Mehrkosten- und Betriebsunterbrechungs-Versicherungen, durch sie wird dem Produzenten das Betriebsunterbrechungsrisiko abgenommen, bzw. es werden ihm unter Anrechnung einer möglichen Unterversicherung und unter Beachtung der Schadensminderungspflicht die Mehrkosten ersetzt, die z. B. durch den Ausfall eines Darstellers verursacht wurden. Sachschadensversicherungen, wie zum Beispiel die Negativversicherungen, ersetzen dagegen den Wiederherstellungsaufwand, also - wieder untechnisch - die Kosten, die für die erneute Herstellung des Zustands vor Schadenseintritt erforderlich werden. Nachfolgend sollen die einzelnen Versicherungssparten, ihre Bedeutung bei der einzelnen Projektversicherung und die für ihren Abschluß erforderlichen Angaben näher beschrieben werden. Da die Antragsformulare der einzelnen Versicherer stark voneinander abweichen, obwohl alle prinzipiell die gleichen Angaben benötigen und abfragen, ist von der Beifüguung aller auf dem Markt kursierenden Formulare abgesehen worden. Pars pro toto sind die sehr ausführlichen Formulare der Deutschen Film-Versicherungsgemeinschaft mit deren freundlicher Erlaubnis beigefügt. Film-Ausfallversicherung Sie deckt Vermögensschäden infolge von Störungen oder Unterbrechungen der Produktion. Versichert sind die Gefahren Krankheit, Unfall oder Tod der für die Produktion wichtigen Personen (Regisseur, Kameramann, Hauptdarsteller), deren Ausfall die Fortführung der Produktion verzögern, unmöglich machen bzw. eine Neubesetzung erfordern. Neuerdings kann auch der Ausfall einer versicherten Person wegen Unfall, Krankheit oder Tod eines nahen Angehörigen oder Lebenspartners versichert werden. Ersetzt werden die hierdurch entstehenden Mehrkosten, bzw. bei ausfallbedingtem Abbruch die bis dahin angefallenen aufgewandten Produktionskosten. Erforderliche Angaben: - Titel der Produktion - Produzent - Herstellungskosten des Projekts (Vorlage der Kalkulation zumindest in ihrer Zusammenfassung) Um die zu versichernden Herstellungskosten zu ermitteln, werden von den kalkulierten Gesamtherstellungskosten Abschläge gemacht. Herausgerechnet werden üblicherweise die sogenannten unverfallbaren Werte also die für Rechte, Buch und Musik aufgewandten Kosten, die kalkulierten Kosten für Versicherungen, Finanzierung, Überschreitungsreserve, HU, Gewinn und Gebühren wie Treuhandgebühren, SPIO-Abgaben und andere Verbandsabgaben. In geeigneten Fällen wird zukünftig sicher auch das jetzt seit kurzem kalkulationsfähige Produzentenhonorar abzugsfähig sein. All diese Kosten, insbesondere HU, Gewinn und Produzentenhonorar können jedoch auch mitversichert werden. Hierdurch wird die Prämie zwar teurer, im Abbruchsfall erhält der Produzent dann jedoch auch diese für den Fortbestand des Unternehmens oft unverzichtbaren Mittel als

3 Seite 3 von 12 Ausfallschaden ersetzt. Ob die genannten Ansätze mitversichert werden, unterliegt somit der Abwägung des Risikos eines Totalschadens. - Name, Geburtsdatum und Funktion der zu versichernden Personen - genaue Versicherungszeit (erster bis letzter Drehtag/Beschäftigungstag der zu versichernden Personen - Drehorte im In- und Ausland - gefahrerhebliche Umstände beim oder außerhalb des Drehs (zum Beispiel Stunts, anderweitige Engagements während der Versicherungszeit o.ä.) Für den Abschluß einer (Personen-)Ausfallversicherung ist zudem in aller Regel die Vorlage eines ärztlichen Attests erforderlich. Der Versicherer benennt hierzu entweder einen Vertrauensarzt oder verlangt die Untersuchung durch einen Internisten eines Krankenhauses. Ohne eine derartige Untersuchung umfaßt der Versicherungsschutz nur Schäden infolge Unfall oder Unfalltod. Ab der Untersuchung sind auch Krankheit und Tod mitversichert. Werden bei der Untersuchung bestehende Krankheiten festgestellt, schließen die Versicherer Ausfallschäden, die durch diese Krankheiten verursacht werden könnten, in der Regel aus. Üblicherweise wird die Ausfallversicherung zumindest für einige der in Betracht kommenden Personen bereits für einen Zeitraum von 4-8 Wochen vor dem Beginn der eigentlichen Dreharbeiten abgeschlossen (vorgezogene Ausfallversicherung, nicht zu verwechseln mit der weiter unten beschriebenen Vorausfall-Versicherung), um vor etwaigen Ausfällen kurz vor Drehbeginn, die das Projekt gefährden könnten, gesichert zu sein. Diese Versicherung kann auch für die Zeit nach den Dreharbeiten, etwa für die Einbindung des Regisseurs in den Schnitt, vereinbart werden. Der Anteil an der Gesamtversicherungsprämie, der hierfür aufgewendet werden muß, ist so gering, daß es sich immer lohnt, die Key-Positions entsprechend zu sichern. Die wichtigsten Klauseln, auf die man bei Abschluß der Ausfallversicherung stoßen kann, seien nachfolgend aufgeführt. Grundsätzlich gilt, daß alle derartigen Klauseln individuell handhabbar sind. Viele der lange Zeit gebräuchlichen Klauseln haben an Bedeutung verloren und sind heute entweder gar nicht mehr Bestandteil der Verträge oder leicht abdingbar. Domizil-Klausel Sie besagt, daß der Versicherungsnehmer mit der zu versichernden Person eine Vereinbarung zu treffen hat, die diese verpflichtet, den Drehort während der gesamten versicherten Drehzeit nur mit Zustimmung des Versicherers zu verlassen. Diese Klausel sollte man heute ersatzlos streichen lassen, was viele Versicherer auch schon von sich aus tun. 48-Stunden-Klausel Gemäß dieser Klausel gilt der Versicherungsfall erst dann als eingetreten, wenn die versicherte Person länger als 48 Stunden durch Krankheit oder Unfall ausfällt und dies ärztlich attestiert ist. Diese Klausel apelliert an die Flexibilität des Produzenten, der kurzfristige Ausfälle (Schnupfen) durch Änderungen des Drehplans auffangen kann. Heute ist allerdings - speziell bei Fernsehproduktionen - die zugestandene Drehzeit oft so knapp bemessen, daß der Rabatt auf die Prämie (unter 10% des auf die Ausfallversicherung entfallenden Anteils an der Gesamtprämie) bei Einbeziehung dieser Klausel die Probleme, die dem Produzenten hieraus entstehen, nicht aufwiegt. Der Produzent sollte daher auf Streichung dieser Klausel bestehen. Bei Dreharbeiten mit zu versichernden Kindern (unter 16 Jahren) oder Personen über 70 Jahren werden die Versicherer besondere Maßnahmen fordern. Sollte der Produzent einen Darsteller beschäftigen, der gleichzeitig noch bei einer anderen Produktion beschäftigt ist, entfällt der Versicherungsschutz für Ausfälle, die daraus resultieren, daß die beiden Produzenten vereinbart haben, daß im Verhältnis der beiden Produktionen zueinander die Verpflichtung aus dem anderen Engagement Vorrang hat (Prioritätsklausel).

4 Seite 4 von 12 Wie bei den meisten Versicherungssparten wird auch bei der Ausfallversicherung in der Regel eine Selbstbeteiligung bei Eintritt des Schadensfalls vertraglich vereinbart. Diese Selbstbeteiligung beträgt meist etwa 10% der Schadenssumme und wird in der Regel mit einem Mindestwert von ca Mark vereinbart. Der Produzent sollte unbedingt darauf achten, daß bei einer prozentualen Selbstbeteiligung ein Deckel (Maximierung auf TDM) vereinbart wird. Zu beachten ist ferner, daß bei der ersten Schadensmeldung, gleich aus welcher Sparte, der in der Regel vereinbarte Schadensfreiheitsvorausrabatt (meist ca. 20% der Versicherungsprämie) fällig wird. Mehrkostenversicherung infolge Sachschadens Die Versicherung deckt die Mehrkosten, die dadurch entstehen, daß Technik, Produktionsstätte oder Deko/Requisiten während der Drehzeit ausfallen. Vereinzelt sind auch schon Risiken während des Aufbaus und der Reparatur mitversichert. Sie war früher, da sie im wesentlichen auf der Basis der AVB Film-Ausfall entwickelt wurde, nur in Verbindung mit einer Personen-Ausfallversicherung zu erhalten, hat sich jedoch seit einiger Zeit zu einer eigenständigen Sparte entwickelt und ist seither auch eigenständig zu erhalten. Erforderliche Angaben: - wie oben bei der Ausfallversicherung zu Und Verschiedene Klauseln schränken die Versicherungspflicht ein. - Die detaillierten Angaben zur Formulierung können den als Anlage beigefügten AVB entnommen werden. Als Kurzformel für den Eintritt eines Versicherungsfalls mögen die folgenden Fallbeschreibungen dienen: - Nichtnutzbarkeit der Produktionsräume durch ganze oder teilweise Zerstörung der Produktionsräume durch Brand, Blitzschlag, Explosion, Leitungswasser oder Sturm. - Unbrauchbarkeit der Aufnahmetechnik durch Sachschäden, Diebstahl, Einbruchdiebstahl, Raub, Plünderung, Vorsatz Dritter, Vandalismus und/oder Sabotage. - Nichtverfügbarkeit der Requisiten (ausgenommen lebende Tiere) durch Verlust, Zerstörung oder Beschädigung. Die Schadensereignisse müssen außerhalb des Einflußbereichs des Versicherungsnehmers respektive der von ihm beauftragten Personen liegen, für diese unvorhersehbar sein (Allgefahrendeckung). Da das Totalschadenriko bei derartigen Ereignissen nur äußerst gering ist, wird häufig eine Höchstentschädigungsgrenze vereinbart. Diese liegt - je nach Versicherer - bei 25% der Versicherungssumme oder 1 Millionen Mark. Höhere Versicherungssummen können jedoch auch frei vereinbart werden. Einzelne Versicherer verzichten inzwischen ganz auf eine derartige Grenze. Eine Selbstbeteiligung je Schadensfall in Höhe von Mark ist branchenüblich. Film-Negativ-/MAZ- und Positiv-Versicherung Durch diese Versicherung werden alle das Filmmaterial betreffenden Ereignisse innerhalb der Versicherungszeit von der Aussonderung des Rohfilms beim Rohfilmhersteller bis zur Verarbeitung im Kopierwerk gesichert. Versichert sind damit alle Beschädigungen des Filmmaterials als Folge von Kamera-, Transport- oder Kopierwerksschäden sowie Schäden bei mechanischem oder elektronischem Schnitt oder durch Löschen des Videobandes. Eine integrierte Positiv-Versicherung deckt darüberhinaus in der Regel die Gefahren durch Verkratzung, Verschrammung und Perforationsrisse.

5 Seite 5 von 12 Ersetzt werden das zerstörte/beschädigte Material sowie die Wiederherstellungskosten, die durch die Schäden entstehen. Erforderliche Angaben: - wie oben bei der Ausfall-Versicherung zu Versicherungszeit (bis zur endgültigen Fertigstellung/Ablieferung des Materials beim Sender/Verleiher etc. - verwendetes Material (16 oder 35mm, Farbe, s/w, Videomaterial etc. - Kopieranstalt - Drehorte; auch Location oder Studio In vielen Köpfen geistert immer noch die Handentwicklungs-Klausel bei Auslandsdrehs, gemäß der der Kameramann von jeder belichteten Rolle eine Handprobe zu entwickeln habe, um den Versicherungsschutz bei Auslandsdrehs, insbesondere in unzugängiichen Gegenden zu erhalten. Zwischenzeitlich hat sich jedoch auch bis zu den meisten Versicherern herumgesprochen, daß es bedeutend gefährlicher ist, den Materialassistenten mit den frisch belichteten Rollen herumwerkeln zu lassen, als abzuwarten, ob sich bei der Musterentwicklung im Kopierwerk Schäden zeigen. Falls diese Klausel überhaupt noch in einer Police auftaucht: unbedingt streichen lassen. Versicherer bevorzugen in so gelagerten Fällen daher heute eher einen Kameratest vor Beginn der Dreharbeiten. Das Testmaterial sollte entwickelt, auf Schäden untersucht und aufbewahrt werden. Von Bedeutung für die Prämienberechnung ist von daher bei Auslandsdrehs heute eher die Transportfrequenz des belichteten Materials zum Kopierwerk, der Transportweg (auch die Frage, ob ordentlicher Carrier oder Parcel Service) und die Frage, ob die Entwicklung des zuletzt belichteten Materials am Auslandsdrehort abgewartet wird. Einzelne Versicherer erwarten eine geringe Selbstbeteiligung (500 Mark/Schadensfall). Branchenüblich dürfte aber der Verzicht auf eine Selbstbetelligung sein. Film-Requisiten- und Ausstattungsversicherung Versichert sind alle zur Herstellung verwendeten eigenen, geliehenen oder gemieteten Requisiten und Ausstattungsgegenstände ind. Studiobauten. Die Zahl und Art der unter diese Versicherung fallenden Gegenstände ist - je nach Versicherer - ebenso Legion wie die der ausgeschlossenen Gegenstände und Risiken. Mitversichert sind zum Beispiel auch Haus-, Nutz- und Arbeitstiere; nicht überall aber dressierte Tiere. Gegenstände aus Edelmetall nur bis zu einem Wert von Mark sonstige Gegenstände bis zu einem Wert von Mark, hierzu zählen auch Studiobauten. Nicht zulassungspflichtige Land-, Wasser- und Luftfahrzeuge können versichert werden, nicht aber Bargeld oder Schnittblumen. Es empfiehlt sich daher für den Produzenten, vor Abschluß der Versicherung ein detailliertes Gespräch mit seinem Versicherungsmakler zu führen, um nicht durch Klauseln wie die Tierklausel, die Pelz- und Kostümklausel oder die Klausel für Kunstgegenstände und Requisiten besonderer Art überrascht zu werden. Die Versicherung erfolgt nach dem Ersatzwert und gilt in aller Regel auf 1. Risiko also auf Ersatzwerte bis zur Gesamthöhe der angegebenen Versicherungssumme. Hierbei obliegt es dem Versicherungsnehmer, die Höhe der Versicherungssumme, also den Wert der zu versichernden Requisiten und Ausstattungsgegenstände anzugeben (erforderliche Angaben). Ab welchem Wert Gegenstände einzeln aufgeführt und im Antrag bzw. in der Police benannt werden müssen, ist unterschiedlich. Allgemein setzt die Grenze bei einem Gegenstandswert von

6 Seite 6 von Mark ein. Einzelne Versicherungen verlangen eine Auflistung der Einzelgegenstände erst ab einem Wert von Mark. Selbstbeteiligungen sind branchenüblich, sie liegen in der Regel bei 10% der Schadenssumme, max Mark je Gegenstand und nicht über Mark je Gesamtschaden. Apparateversicherung Diese Versicherung ist erforderlich, wenn Geräte des Produzenten bei der Herstellung des Projekts Verwendung finden oder angemietete Geräte nicht versichert sind. Bei gemieteten Geräten wird jedoch in aller Regel eine Versicherung vom Vermieter abgeschlossen worden sein (sollte speziell bei Anmietung im Ausland abgefragt werden). Der Prämienanteil für die Nutzungszeit ist dann im Mietzins enthalten. Versichert sind alle zur Filmherstellung benötigten Geräte (Kameras, Tonausrüstung, Licht, Schnittechnik) inkl. Zubehör gegen Beschädigung, Zerstörung und Abhandenkommen während Transport, Verwendung und Lagerung. Versicherungssumme ist der Neuwert der Geräte. Im Schadensfall erhält der Versicherte auf erstes Risiko den Neuwert ohne Abzug neu für alt. Vereinzelt wird auf den Einwand der Unterversicherung verzichtet. Erforderliche Angaben: - Neben der Gesamtversicherungssumme muß eine Geräteliste eingereicht werden. Ab welchem Einzelgerätewert eine derartige Auflistung erforderlich ist, ist sehr unterschiedlich. Einzelne Versicherer verlangen eine Liste aller Geräte im Wert von über Mark, andere benötigen lediglich eine Aufstellung der Geräte ab Mark Einzelgegenstandswert. - Auf Wunsch kann gegen Zusatzprämie auch das Betriebsunterbrechungsrisiko durch Ausfall der Geräte mitversichert werden. - Geringe Selbstbeteiligungen (500 Mark je Schadensfall) sind branchenüblich. Filmproduktionshaftpflichtversicherung Versichert ist die gesetzliche Haftpflicht gegenüber Schadensersatzansprüchen Dritter, die sich im Zusammenhang mit Produktionen ergeben können. Die Deckung von Personen- und Sachschäden wird um diverse Risiken erweitert, die speziell auf die Bedürfnisse von Produktionsfirmen abgestellt sind. Hierzu zählen insbesondere: Vermögensschäden ( Mark) Umweltschäden ( Mark) Abhandenkommen von Besucher- und Belegschaftshabe ( Mark) Mietsachschäden durch Brand und Explosion ( Mark) sonstige Mietsachschäden bei Dreharbeiten ( Mark) Tätigkeitsschäden ( Mark) Allmählichkeits- und Abwasserschäden ( Mark) Obhutsschäden ( Mark) Die Deckungssummen für die einzelnen Schadensarten (o. in Klammern gängige Werte) sind unterschiedlich und können individuell vereinbart werden. Es empfiehlt sich, die Beträge nicht zu niedrig zu wählen. Beim oben gewählten Beispiel beträgt die Grunddeckung für Personen- und Sachschäden Mark pauschal. Zahlreiche Klauseln betreffend Obliegenheiten und Ausschlüsse sind zu beachten (siehe hierzu Anlage: Besondere Bedingungen und Risikobeschreibungen für die Haftpflichtversicherung von Filmproduktionsfirmen).

7 Seite 7 von 12 Generell ausgeschlossen sind Haftpflichtansprüche aus Stunts. Stuntleute verfügen daher in der Regel selbst über entsprechend Haftpflichtversicherungen und verrechnen ihre Prämien mit ihren Gagen (gilt nicht unbedingt bei der Verpflichtung ausländischer Stuntleute; ggf. abfragen). Ebenfalls generell ausgeschlossen sind Haftpflichtansprüche aus Schäden, die gesondert versichert werden können, wie zum Beispiel der Haftpflichtanspruch des Vermieters einer abhandengekommenen Kamera (Apparate-Versicherung). Selbstbeteiligungen sind in der Grundsicherung (Personen- und Sachschaden) unüblich. Bei den Zusatzdeckungen sind geringe Selbstbeteiligungen branchenüblich. Ausnahmen gelten hier insbesondere für eine Auslandsdeckung in den Territorien USA und Canada. Wegen der dortgeltenden Gesetze und den ausufernden Schadensersatzforderungen und -urteilen liegt der Selbstbehalt nicht unter Mark je Ereignis. Grundsätzlich gilt, daß die Höchstdeckungssumme je Vorhaben und Risiko max. das doppelte der einschlägigen Deckungssumme beträgt. Feuer-Haftungsversicherung Versichert ist das Risiko, daß durch die Produktion oder einen Mitarbeiter schuldhaft ein Feuerschaden oder eine Explosion verursacht wird und daß der Produzent oder sein Mitarbeiter hierfür sei es privatrechtlich oder gesetzlich durch Dritte oder im Wege des Regresses durch einen vorleistungspflichtigen Feuer-Versicherer in Anspruch genommen wird. Da die Sachschadenshaftung aus der vorstehend beschriebenen Produktionshaftpflicht- Versicherung in aller Regel beschränkt ist (insbesondere bei Mietsachschäden in angemieteten Motiven; das o.g. Beispiel beschränkt hier die Haftung auf Mark für Feuer und Explosion) muß für überschießende Ansprüche Dritter incl. Feuer-Versicherer eine Zusatzdeckung geschaffen werden. Die Versicherungssumme sollte 3-5 Millionen Mark betragen. Selbstbeteiligung in Höhe von Mark ist branchenüblich, belastet jedoch den Produzenten nicht, da sie durch die Produktionshaftpflicht-Versicherung gedeckt wird. Kassenversicherung Versichert werden Bargeld, Schecks usw., die bei der Produktion am Drehort benötigt werden. Durch die Versicherung werden die Risiken Raub, Einbruch, Diebstahl und Feuer abgesichert. Je nach Höhe der zu versichernden Summe werden besondere Aufbewahrungsarten vorgeschrieben. So reicht bis zu Mark Gesamtwert in der Regel die Aufbewahrung in besonderen Behältnissen, die auch gegen Wegnahme gesichert sind (Kassette im Schrank) aus. Bei darüberliegenden Beträgen werden Tresore mit einer gewissen Feuerfestigkeit oder gar die Aufbewahrung im Hoteltresor gefordert werden. Üblich sind Kassenversicherungen bis Mark; möglich sind sie bis zu Mark. Selbstbeteiligungen in Höhe von 10% je Schadensfall sind branchenüblich. Unfallversicherung Während die vorgenannten Versicherungen im Prinzip unbedingt erforderlich sind, um den reibungslosen Ablauf der Produktion nicht zu gefährden, sich vor Mehrkosten durch Schäden oder

8 Seite 8 von 12 Schadensersatzansprüchen Dritter zu schützen, ist die angebotene Unfallversicherung rein fremdnützig. Wohl auch deshalb wird sie nur sehr selten abgeschlossen. Diese Versicherung deckt wahlweise Heilkosten, Genesungsgeld, Tagegeld, Krankenhaus- Tagegeld, Invalidität und Tod von Darstellern, Mitarbeitern und Zuschauern einer Produktion. Reisegepäckversicherung Auch diese Versicherung, die zudem recht teuer ist und die vor Beschädigung, Abhandenkommen oder Zerstörung (meist ohne Bargeld) des Reisegepäcks von Crew und Darstellern schützt ist rein fremdnützig. Deshalb auch hier: Sie wird nur selten von der Produktion zugunsten ihrer Mitarbeiter nachgefragt. Technische Versicherung Mit dieser Versicherung schützt man sich vor Schäden an Geräten und Anlagen der Informationsund Kommunikationstechnik sowie an elektronischen und elektrotechnischen Geräten und Anlagen. Dies umfaßt auch Ü-Wagen, Tonstudios und Postproduktionshäuser. Entschädigungen (Neuwert) werden für Beschädigungen oder Zerstörung der Geräte geleistet (Sachschäden) durch: - Bedienungsfehler, Ungeschicklichkeit, Fahrlässigkeit - Überspannung, Induktion, Kurzschluß - Brand, Blitzschlag, Explosion oder Implosion - Wasser, Feuchtigkeit, Überschwemmung - Vorsatz Dritter, Sabotage, Vandalismus - Höhere Gewalt Die Deckung kann auf Mehrkosten infolge des Sachschadens, Betriebsunterbrechungsschä den sowie auf Daten und Datenträger erweitert werden. Erforderlich ist eine Auflistung der zu versichernden Geräte und Anlagen mit ihren Werten. Diese Versicherung wird in aller Regel im Rahmen der Filmherstellung für die Postproduktion benötigt. Die Postproduktionshäuser haben derartige Versicherungen jedoch regelmäßig im eigenen Interesse abgeschlossen, so daß der Produzent üblicherweise diese Versicherung nicht selbst zu kalkulieren braucht. Vorausfallversicherung Diese Versicherung kann dann von Bedeutung sein, wenn für die Vorbereitung insbesondere großer Produktionen bereits Investitionen für Verträge erforderlich sind, bevorgesichert ist, daß das Projekt tatsächlich zustande kommt. Derartige vorbereitende Investitionen und Ansprüche aus bereits abgeschlossenen Verträgen kann man mit dieser Erstrisikoversicherung absichern. Um die Höchstversicherungssumme zu ermitteln sind alle relevanten Verträge zu bewerten. Der Versicherer zahlt im Schadensfall ohne Einwand der Unterversicherung im Verhältnis zu den Gesamtherstellungskosten die so ermittelte Erstrisikosumme. Errors & Omissions-Versicherung Diese Versicherung, die den Charakter einer Rechtsschutzversicherung hat, aber über die typischen Rechtsschutzelemente hinaus auch Schadensersatzleistungen übernimmt, ist

9 Seite 9 von 12 unerläßlich, wenn die Absicht besteht, ein Produkt nach USA oder Canada zu exportieren. Kaum ein amerikanischer Distributor oder Broadcaster würde TV-Product oder einen Film erwerben, ohne daß der Hersteller über Versicherungsschutz durch eine Errors & Omissions-Versicherung verfügt. Die Versicherung sichert den Produzenten und damit inzidenter diejenigen, die von ihm Nutzungsrechte erwerben, gegen Ansprüche Dritter aus: - Verletzung der Privatsphäre - Verletzung des Copyrights - Verunglimpfung, Verleumdung oder andere Formen der Diffamierung - Plagiat, Piraterie oder unlauterem Wettbewerb, wenn behauptet wird, der Produzent habe in der Produktion unberechtigt Titel genutzt, Ideen, Formate, Charaktere, vorbestehende Rechte an künstlerischen Werken etc verwendet. - Bruch von geschlossenen oder faktischen Verträgen, die daraus resultieren, daß der Versicherte in der versicherten Produktion musikalische oder literarische Materialien verwendet hat, von denen behauptet wird, sie seien ihm zugesandt worden, er habe sie akquiriert oder anderen Quellen entnommen. Der Versicherer verpflichtet sich, alle Schadensersatzzahlungen zu leisten, zu denen der Produzent wegen der o.g. Rechtsverletzungen verurteilt wird. Hierzu gehören auch die notwendigen Kosten für Rechtsbeistände, Gerichtskosten etc. selbst dann wenn die Klagen grundlos, unbegründet oder mutwillig sind. Der Schadensersatz wird geleistet, gleich ob die Verurteilung aufgrund Gesetzes- oder Vertragsverletzung erfolgt und gilt auch für Ansprüche gegen den Produzenten von Nutzungsberechtigten, denen er bei Veräußerung des Nutzungsrechts eine Freistellung von Ansprüchen Dritter aus o.g. Rechtsverletzungen vertraglich eingeräumt hat. Entscheidend ist, daß der Anspruch oder die Klage erstmals während der versicherten Zeit an den Produzenten herangetragen wurde. Erforderliche Angaben: - Synopse des Projekts (auch in engl.) - Dauer des gewünschten Versicherungsschutzes (min. 1 Jahr, Regelfall 3 Jahre) - Deckungssumme (für den US-Markt empfohlen: Gesamt Dollar, je Schadensfall Dollar, Selbstbehalt Dollar) - Titelanfrage bei einem Copyright Research Office für den Fall, daß Titel der Produktion mitversichert werden soll. - Detailliert ausgefülltes und auch vom Firmenanwalt unterschriebenes Antragsformular - anwaltschaftliche Erklärung, daß er das Projekt/Vorhaben entsprechend den vorgegebenen Prüfungsgrundsätzen geprüft habe. - Chain of Title - Dokumentation Derzeit wird diese Versicherung nicht durch deutsche Versicherer sondern nur durch englische oder nordamerikanische Versicherungen angeboten. Das hat den Nachteil, daß diesen Unternehmen und ihren Anwälten das deutsche Urheberrecht fremd ist. Bei der Wahl des betreuenden Anwalts muß daher sorgfältig darauf geachtet werden, daß er mit beiden Rechtssystemen (Copyright und Urheberrecht) vertraut ist. Completion Bond Der Completion Bond ist ein Zwitter. Einerseits ist er Versicherung auf Fertigstellung des Projekts. Andererseits ist er Finanzierungselement, denn ohne ihn ließen sich Cashflow-Probleme oder anderweitige Finanzierungsprobleme häufig nicht bewältigen. Finanziers, Auftraggeber, Verleiher, Vertriebe und alle übrigen denkbaren Beteiligten am Zustandekommen einer Projektfinanzierung eint bei der Entscheidung, ob in das Projekt investiert werden soll oder ob Nutzungsrechte gegen Garantiezahlungen erworben werden sollen, die

10 Seite 10 von 12 gleiche Grundsorge: Können wir sicher sein, daß wir für unsere Finanzierungsbeiträge den versprochenen Gegenwert erhalten? Da diese Frage bei den bekannten Risiken einer Produktion ehrlicherweise nie bejaht werden kann, ist die logische Folge, daß alle diese denkbaren Partner die Zahlung ihrer Finanzierungsbeiträge von der Ablieferung der versprochenen Gegenleistung abhängig machen. Jahlung bei Lieferung ist übliches Prinzip der Marktwirtschaft und auch für die Produktionsbranche gibt es da keine Ausnahme. Dieses Prinzip hilft dem Produzenten jedoch nicht bei der Lösung seines Hauptproblems: Woher nehme ich das Geld, das ich in der Produktionsphase unbedingt brauche, um Material, Gagen, Gehälter und Dienstleister zu bezahlen? Zwar ergibt die Summe der Verträge, die der Produzent bereits im Vorfeld der Produktion geschlossen hat, im besten Fall sogar einen Gewinn für ihn, er kann über diese Gelder jedoch erst verfügen, wenn er in der Lage ist, die Gegenleistung zu erbringen, also das vertraglich vereinbarte Produkt zu liefern. Der Ausweg, die Verträge zwischenfinanzieren (diskontieren) zu lassen, ist ihm ebenfalls verschlossen, denn auch die hierauf angesprochene Bank würde als erstes die o.g. Frage stellen: Kannst du uns garantieren, daß du deinen Vertragspartnern die vereinbarte Ware liefern kannst? Derartige Garantien, können nur im Nachweis bestehen, daß man in der Lage ist, im worst case alle bereits geleisteten Zahlungen aus Vorschüssen oder Darlehen zurückzuzahlen, also für alle eingegangenen Verpflichtungen zu haften. Verfügt der Produzent über ein hinreichendes Vermögen und ist er auch bereit mit diesem Vermögen für alle Forderungen einzustehen (Sicherungsübereignung) oder sind Angehörige oder Freunde bereit, für ihn eine Bürgschaft abzugeben, wird er von der Bank den gewünschten Zwischenfinanzierungskredit oder die von seinen Partnel 11 Zu. Sicherung von Vorschüssen erwartete Bankbürgschaft erhalten. Verfügt er nicht über diese Möglichkeiten oder ist er nicht bereit mit seinem eigenen Vermögen vorzufinanzieren, müßte er nach der Logik des Marktes trotz der Tatsache, daß er aufgrund der geschlossenen Verträge noch Ablieferung des Projektes über Erlöse verfügen würde, die die aufgewandten Herstellungskosten überschreiten, das Vorhaben aufgeben. Hier greift der Completion Bond ein und schafft einen Interessensausgleich zwischen allen Beteiligten. Der Versicherer übernimmt mit Abschluß der Versicherung gegenüber Produzent, Finanziers und Auftraggeber von Kinospielfilmen und TV-Vorhaben die Garantie, daß das Projekt ohne Mehrkosten für Finanziers und Auftraggeber auf jeden Fall fertiggestellt wird oder daß Finanziers und Auftraggeber für den Fall, daß die Produktion endgültig abgebrochen werden muß, ihre bisher geleisteten Investitionen zurückerhalten. Diese Versicherung ist allerdings in der Regel sehr teuer. Für Spielfilme liegt der Marktpreis derzeit zwischen 3% und 6% der Herstellungskosten für TV- Product gibt es seit kurzem, bisher ausschließlich von einem deutschen Versicherer angeboten, eine preiswertere Variante. Der TV-Bond dieses Versicherers ist im Regelfall für ca. 2-3% der Herstellungskosten zu bekommen. Damit wird der Bond für Auftrags- und Koproduktionen mit deutschen Sendern im übrigen auch konkurrenzfähig gegenüber den bisher üblichen Bankbürgschaften, die Sender zur Sicherung von Vorschüssen verlangen, denn die hierfür zu zahlenden Avalzinsen können ebenfalls bis zu 2% der Bürgschaftssumme kosten. Für den Fernsehproduzenten hat dieser Bond noch einige weitere Vorteile gegenüber der Bankbürgschaft:

11 Seite 11 von 12 Avalzinsen sind bei deutschen Sendern nicht kalkulationsfähig, der Produzent muß sie aus den HU zahlen. Da Sender zunehmend erwarten, daß der Produzent sich gegen Rechtebehalt oder - rückfall mit eigenen Mitteln an den Herstellungskosten beteiligt, müssen sie den Produzenten die Nutzung der für diese Finazierungsbeteiligungen nötigen Instrumente gestatten. In solchen Fällen sind Bond-Gebühren wie alle anderen Versicherungsprämien kalkulationsfähig. Insbesondere mittelständische Produzenten sind nur selten in der Lage, mehrere Produktionen gleichzeitig durch Bankbürgschaften zu sichern, da ihre Kreditlinie in der Regel hierfür nicht ausreichen dürfte. Um eine kontinuierliche Auslastung des Betriebes zu gewährleisten, müssen die Unternehmen jedoch bestrebt sein, mehrere Projekte parallel zu produzieren. Hier kann der TV- Bond behilflich sein. Statt die vorhandene Kreditlinie für - unter dem Gesichtspunkt der Kapitalrendite -unwirtschaftliche Bankbürgschaften einzusetzen, kann sie der Produzent, wenn er sich entschließt, Vorauszahlungen durch Bonds zu sichern, für die Entwicklung neuer Vorhaben nutzen und so seinem Unternehmen eine dauerhafte Auslastung sichern. Und abschließend: Der TV-Bond nutzt auch den Sendern, selbst wenn er die Produktion geringfügig teurer macht. Dadurch, daß mit Hilfe des Bonds mehr Produktionsunternehmen in die Lage versetzt werden, die erforderlichen Sicherheiten für Vorauszahlungen zu erbringen, können Sender ihre Aufträge unter den am Markt operierenden Produktionsunternehmen breiter streuen, was sie zum einen vor Preisdiktaten schützt und ihnen zum anderen die Nutzung der unbestritten vorhandenen Kreativität des Mittelstands erschließt. Erforderliche Angaben: Gleich ob es sich um in- oder ausländische Versicherer, um TV- oder Kino-Bond handelt, der Papierkrieg ist immens und wird speziell bei ausländischen Anbietern auch dadurch erschwert, daß diesen das deutsche Urheber- und Vertragsrecht sowie das System der deutschen Filmförderungen häufig fremd ist. Es empfiehlt sich daher versierte Anwälte oder Produktionsberater beizuziehen. Dem Versicherer müssen zur Verfügung gestellt werden: - Antragsformular - Drehbuch - Drehplan - detailiertes Produktions-Budget - Cash-flow-Pläne (in / out) - Stabliste - Besetzungsliste - Finanzierungsplan - Verträge über den Erwerb der Buch- und ggf. Stoffrechte - Vertrag zwischen Produktionsunternehmen und Producer Regievertrag - Verträge mit den Hauptdarstellern - Verträge mit den Department-Leitern Verträge über die Musikrechte - Verträge mit Kopierwerk, Tonstudio und ggf. weiteren Postproduktionsdienstleistern Postproduktionsplan (nicht später als 2 Wochen vor Ende der Dreharbeiten) - Alle Verträge, die mit Finanzierungspartnern, Sendern, Koproduzenten etc. geschlossen wurden, zum Nachweis der Gesamtfinanzierung und Verifizierung der zu 5. und 8. eingereichten Pläne - Verleih- und Vertriebsverträge (so nicht schon nach Nr. 17 erforderlich) - Nachweis daß alle vom Bondgeber vorgeschriebenen Versicherungen in der vorgeschriebenen Weise abgeschlossen wurden (die Berechnung der zu versichernden Gesamtherstellungskosten weicht von der oben zur Ausfallversicherung gemachten Berechnungsweise ab. Ist ein Bond involviert können zum Beispiel Überschreitungsreserve (min. 10%), Finanzierungskosten etc. in der Regel nicht abgezogen werden. Dadurch erhöhen sich natürlich auch die Prämien für diese Versicherungen.)

12 Seite 12 von 12 - von Produzent und Regisseur unterschriebene Erklärung, daß über Cast, Budget und Budgethöhe Einvernehmen besteht - Erklärung des Regisseurs, daß Drehplan und Postproduktionsplan für ihn akzeptabel sind - Schriftliche Übereinkünfte zwischen allen Beteiligten, daß die Musik und alle hierfür erforderlichen Rechteklärungen und Abgeltungen im Budget enthalten sind, daß alle Kosten, die sich aus Materiallieferungsvereinbarungen mit Sendern, Verleihern etc. sowie die Produktions-PR betreffend ergeben, im Budget enthalten sind daß entstehende Mehrkosten nicht von der Produktion zu tragen sind, sondern als Verleih- und Vertriebskosten gelten und daß alle fälligen Gebühren und Rechtskosten auf den hierfür kalkulierten Betrag beschränkt sind. Nicht bei jedem Bond werden alle genannten Angaben gefordert werden. Die Liste gibt jedoch einen guten Überblick, was ggf. auf die Produktion zukommen kann. Nach Prüfung der Unterlagen werden in sog. Letters of intent den vom abzuschließenden Bond Begünstigten die genau definierten Bedingungen mitgeteilt, unter denen der Bondgeber bereit ist, den Bond herauszulegen. Regelmäßig gehören hierzu: - Das Vorhaben muß im Rahmen der Kalkulation voll finanziert sein; diese Finanzierung muß gesichert sein. - Über die Bedingungen des Bond-Gebers, wie sie detailliert in der Produzentenvereinbarung zwischen Bond-Geber und Produzent aufgeführt sind, muß Einigkeit bestehen. Hierzu gehört in der Regel u.a. - die Vereinbarung, daß im Falle einer drohenden Überziehung auf Anweisung des Bond-Gebers alle Maßnahmen getroffen werden müssen, die diesem sinnvoll erscheinen, um einen drohenden Schaden zu verhindern. Dies kann bis zur vollständigen Übernahme der Produktion gehen. - die Angaben wann der Produzent welche Informationen an den Bond-Geber weiterzuleiten hat. - die Übereinkunft, daß der Bond-Geber jederzeit während der gesamten Laufzeit des Bonds durch von ihm Beauftragte die Produktion begleiten, oder prüfen lassen darf. Wenn alle im Einzelfall genannten Voraussetzungen erfüllt sind, wird die Produzentenvereinbarung abgeschlossen und die Begünstigten erhalten durch Garantieverträge die Zusage, daß das Projekt entweder fertiggestellt oder im Falle der Nichtdurchführbarkeit das investierte Geld zurückerstattet wird.

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