Kulturelle Vielfalt als Auftrag der Auswärtigen Kulturpolitik

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1 Medien Caroline Schließmann Kulturelle Vielfalt als Auftrag der Auswärtigen Kulturpolitik Die UNESCO-Konvention. Ein Konzept? Studienarbeit

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3 Inhaltsverzeichnis Kulturelle Vielfalt: Herausforderung unserer Zeit?...3 Das UNESCO-Übereinkommen zur Kulturellen Vielfalt...4 Der scheinbare Widerspruch von Einhalt und Vielfalt...5 Wiedervorlage: Nationalkultur...7 Deutsche Kulturpolitik im Zeichen der UNESCO-Konvention...8 Kultur wahren vs. Kulturwaren...10 Umsetzung der UNESCO-Konvention: Ein Ausblick

4 Kulturelle Vielfalt: Herausforderung unserer Zeit? Im Kontext von Dialog und Globalisierung gehört kulturelle Vielfalt in den meisten zeitgenössischen Gesellschaften zu den heiß diskutierten Themen. Beinahe scheint es, als hätte sich dieser Begriff in den letzten Jahren zu einem Schlagwort entwickelt, das bei jeder Gelegenheit auf den Tisch gebracht wird. Angefangen bei lokalen Kunstveranstaltungen geht es weiter über Aktionen wie die Kampagne Vielfalt als Chance der Bundesbeauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration, Frau Prof. Dr. Maria Böhmer, die mit Mitteln der Europäischen Union finanziert wird 1. Neu ist diese Vielfalt als Folge oder Begleiterscheinung massiver Migrationsbewegungen jedoch nicht 2. Neu war sie nie, seit Menschen Handel treiben, Imperien entstehen und verfallen, Landesgrenzen neu gezogen werden, ärmere Gesellschaften am Wohlstand von reicheren teilnehmen wollen 3, meint Dr. Kathinka Dittrich van Weringh, Vorsitzende des Kuratoriums der Europäischen Kulturstiftung 4. Der Prozess der heutigen Globalisierung bringt aber dennoch womöglich radikalere Neuerungen mit sich. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem damit einhergehenden Ende des kalten Krieges entwickeln sich weltweit zunehmend mehrpolige Gesellschaftsstrukturen. Gleichzeitig verstärken sich die Abhängigkeiten zwischen den unterschiedlichen Staaten. Dieweil sich Lebensstile und Konsummuster im Zuge der Globalisierung mehr und mehr angleichen, erstarkt das Bedürfnis nach nationaler kultureller Selbstbestimmung und Betonung der eigenen kulturellen Identität. Dieser Kontrast bietet einerseits Chancen, ist aber auch Anlass zu Verunsicherung und Angst. In einer Zeit des Wechsels und der Beschleunigung schaffen Grenzverschiebungen bzw. Grenzüberwindungen das Gefühl Teil einer oftmals radikalen Veränderung zu sein, in der Böhmer, Prof. Dr. Maria: Vielfalt als Chance, Online-Publikation der Bundesbeauftragen für Migration, Flüchtlinge und Integration, Stand August Vgl. Dittrich van Weringh, Kathinka: Die Globalisierung, kulturelle Vielfalt und ich, S.1, Online-Publikation der Online-Akadamie der Friedrich-Ebert-Stiftung, Stand August Ebd. Kulturpolitische Gesellschaft e.v. (Hrsg): Referentenliste, Dr. Kathinka Dittrich van Weringh, Online-Publikation Kultur.macht.Europa, Stand September

5 sich gewachsene Wertvorstellungen und soziale Gefüge auflösen. Das UNESCO-Übereinkommen zur Kulturellen Vielfalt Als global agierende, zwischenstaatliche Organisation ist die UNESCO für die sozialen und kulturellen Konflikte, die als Folge dieser Entwicklung auftreten, multilaterales Forum 5. Die Globalisierungsprozesse ermöglichen mit Hilfe von Kommunikation und Information zwar einen ungeahnten Zuwachs an Austausch zwischen den Kulturen, sind zugleich jedoch eine potentielle Bedrohung für kulturelle Vielfalt und tragen das Risiko der Verarmung künstlerischer Ausdrucksweisen in sich. 6, so die Referentin der Deutschen UNESCO-Kommission Christine M. Merkel. Die Mehrheit der Mitgliedstaaten der UNESCO sah die Gefahr einer fortschreitenden Reduzierung der Vielfalt der kulturellen Ausdrucksform als so problematisch an, dass in Rekordzeit ein Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der kulturellen Ausdrucksform ausgearbeitet und verabschiedet wurde. 7 Die am 18. März 2007 in Kraft getretene UNESCO-Konvention ist das erste völkerrechtliche Abkommen im Bereich der internationalen Kulturpolitik. 8 Unter Artikel 4 Begriffsbestimmungen definiert sie kulturelle Vielfalt, wie folgt: Kulturelle Vielfalt bezieht sich auf die mannigfaltige Weise, in der die Kulturen con Gruppen und Gesellschaften zum Ausdruck kommen. Diese Ausdrucksform werden innerhalb von Gruppen und Gesellschaften sowie zwischen ihnen weitergegeben. Die kulturelle Vielfalt zeigt sich nicht nur in der unterschiedlichen Weise, in der das Kulturerbe der Menschheit durch eine Vielzahl kultureller Ausdrucksform zum Ausdruck gebracht, bereichert und weitergegeben wird, sondern auch in den vielfältigen Arten des künstlerischen Schaffens, der Herstellung, der Verbreitung, des Vertriebs und des Vgl. Bernecker, Roland: Die UNSECO und die Deutsche UNESCO-Kommission, S , in: Institut für Kulturpolitik der kulturpolitischen Gesellschaft e.v., Bonn (Hrsg.): Jahrbuch für Kulturpolitik 2007, Klartext Verlag, Essen Merkel, Christine M.: Das UNESCO-Übereinkommen zur Kulturellen Vielfalt, Online-Publikation Universität Hildesheim, S. 12, Stand August Vgl. Bernecker, Roland: Die UNSECO und die Deutsche UNESCO-Kommission, S Vgl. Merkel, Christine M.: Das UNESCO-Übereinkommen zur Kulturellen Vielfalt, Online-Publikation Universität Hildesheim, S. 4, Stand August

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