WME20 - Knowing Leitet Enterprise 2.0 eine neue Generation des Wissensmanagements ein?

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1 WME20 - Knowing Leitet Enterprise 2.0 eine neue Generation des Wissensmanagements ein? Eric Schoop, Peter Geißler, Dada Lin, Stefan Ehrlich Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Informationsmanagement Technische Universität Dresden Münchner Platz 3 T-Systems Multimedia Solutions GmbH Riesaer Straße 5 1 Einleitung Bereits seit über drei Jahren wird das Thema Enterprise 2.0 in Weblogs und Konferenzen intensiv diskutiert. Unter dem Begriff wird die Nutzung von Web 2.0-Technologien bzw. Social Software-Anwendungen (z. B. Wikis, Blogs, Social Networks oder Microblogging) für den unternehmensinternen Einsatz verstanden. Die besonderen Eigenschaften des Enterprise 2.0 werden zusätzlich durch organisationsgestaltende Aspekte wie flache Hierarchien, Selbstbestimmung von Arbeitsgruppen und Dezentralität der Entscheidung geprägt. Mehrere Autoren, z. B. Snowden [Sn02], Schütt [Sc03] und North [No05] skizzierten nach den technologiegetriebenen und humanorientierten Generationen schon früh eine dritte Generation des Wissensmanagements. Snowden fordert u. a. ein neues Wissensverständnis in Organisationen, Wissen eher als Fluss statt als managebares Objekt zu betrachten und sich auf die Gestaltung von Kontexten, Beziehungen und Wissenskultur durch ein wissensorientiertes Management zu konzentrieren. Insofern wird auch im Bereich des Wissensmanagements der Begriff Enterprise 2.0 reflektiert. Sowohl die technologischen als auch die organisationskulturellen Aspekte des Enterprise 2.0-Konzepts ([KR07], [Mc08], [Sc09]) bieten zahlreiche Potenziale für das Wissensmanagement. 335

2 Fokus des Workshops ist die Frage, ob die Existenz des Enterprise 2.0 eine neue Generation des Wissensmanagements einleitet. Was ist der Unterschied zwischen dem Enterprise 2.0 und einer wissensorientierten bzw. Lernende Organisation als Ziel des Wissensmanagements? Welche Einflüsse haben die neuen organisatorischen und technischen Merkmale des Enterprise 2.0 auf konkrete Interventionen, Methoden und Instrumente des Wissensmanagements? Neben den Potentialen des Enterprise 2.0- Konzepts für das Wissensmanagement sollen vor allen Dingen seine Grenzen und daraus resultierende neue Herausforderungen für das organisationale Wissensmanagement auf der Basis praktischer Erfahrungen möglichst interdisziplinär diskutiert werden. Nicht nur die neuen technologischen Ansätze, sondern insbesondere auch die in einem Enterprise 2.0 vorzufindende "Managementphilosophie 2.0" sind zu berücksichtigen. Damit wird dem Motto der Konferenz "Wissen in Aktion" Rechnung getragen. Konkret sollen folgende Fragestellungen erörtert werden: In welchem Verhältnis stehen die Diskussionen zu Wissensmanagement und Enterprise 2.0 zueinander? Welche grundlegenden Verständnisunterschiede (Menschenbild, Ziele, Rolle von Technologie) unterscheiden die Diskussionen rund um Wissensmanagement und Enterprise 2.0? Wie lässt sich Wissensmanagement langfristig im Enterprise 2.0 verankern? Wie wirken sich die geforderten organisatorischen Prinzipien (z.b. Mitarbeiterpartizipation, Selbstverantwortlichkeit, Dezentralität) der Enterprise 2.0-Diskussion auf das Wissensmanagement aus? Welche Erkenntnisse lassen sich daraus ableiten? Ändert sich dadurch das Wissensmanagement im Enterprise 2.0? Gibt es negative Einflüsse auf das Wissensmanagement in Folge einer Einführung von Enterprise 2.0-Maßnahmen? Das interdisziplinäre Verständnis von Wissensmanagement und Enterprise 2.0 soll einen fachübergreifenden Kreis von Interessenten ansprechen: Forschung: Wissenschaftler (z. B. aus den Disziplinen Betriebswirtschaftslehre, insbes. Strategie und Organisation, Wirtschaftsinformatik, Arbeits- und Organisationspsychologie, Soziologie, Informatik) Praxis: Manager, welche selbst Erfahrungen mit dem Enterprise 2.0-Konzept gesammelt haben, bzw. planen, ihr Unternehmen in Richtung Enterprise 2.0 weiter zu entwickeln...alle weiteren Interessenten, die ein reflektiertes, unverzerrtes Bild von den Potentialen und Grenzen von Enterprise 2.0 für Wissensmanagement erhalten wollen. 336

3 Die Durchführung des Workshops WME20 ist zweigeteilt: Ergänzend zur (1) Präsentation von ausgewählten eingereichten Beiträgen wird (2) ein interaktiver Workshop-Teil durchgeführt, um gemeinsam mit den Teilnehmern auf Basis der Delphi- Methode spezifische Fragestellungen zum Zusammenwirken von Enterprise 2.0 und Wissensmanagement zu beantworten. 2 Präsentierte Beiträge Alle Beiträge wurden durch jeweils drei Gutachter des Programmkomitees begutachtet, denen wir an dieser Stelle herzlich für ihren Einsatz danken. Wikis und Weblogs im Wissensmanagement: Nutzentypen und Erfolgsfaktoren Alexander Stocker Im Enterprise 2.0 gewinnen zur Unterstützung von Wissensmanagement vor allem die beiden Web-2.0-Anwendungen Wiki und Weblog vermehrt an Bedeutung. Obwohl bereits zahlreiche empirische Studien über Phänomene im Zusammenhang mit Wikis und Weblogs vorliegen, besteht aus Sicht des Autors nach wie vor erheblicher Forschungsbedarf, vor allem zu Nutzentypen und Erfolgsfaktoren. Im vorliegenden Beitrag werden zwei ausgewählte Ergebnisse aus 15 Interviews mit Projektleitern aus zehn Unternehmen präsentiert: die Nutzen- und die Erfolgsfaktorenmatrix. Dieser Beitrag versteht sich dabei als eine initiale Datenerhebung und explorative Analyse für wissenschaftliche Anschlussarbeiten. Social Software Enabler für soziales Wissensmanagement Frank Fuchs-Kittowski, Stefan Voigt Immer mehr Unternehmen wollen das Potenzial von Social Software nutzen. Im Enterprise 2.0 wird Social Software vor allem für die Unterstützung der Wissensarbeit und der Verbesserung des Wissensmanagements eingesetzt. In diesem Beitrag wird herausgearbeitet, dass Social Software eine geeignete IT- Unterstützung für bestimmte Strategien und Kooperationsformen des Wissensmanagements darstellt und die Integration der sozialen Komponenten in den Kooperationsprozess die zentrale Innovation für das Wissensmanagement dargestellt. 337

4 3 Vernissage Knowing 2.0 Ein Kernbestandteil der Enterprise 2.0-Philosophie ist die Förderung der Partizipation, Interaktion sowie Kultivierung von Communities. Unter dem Titel Vernissage Knowing 2.0 wird im zweiten Teil des WME20-Workshops auf diese Mechanismen aufgesetzt. Nach einem kurzen Impulsvortrag zum Konvergenzbereich von Wissensmanagement und Enterprise 2.0 wird die Delphi-Methode (Typ 1, vgl. [Hä09]) verwendet, um eine semi-strukturierte Diskussionen zu ausgewählten Fragestellungen in Kleingruppen zu ermöglichen: 1. Welche Kompetenzen muss der Mitarbeiter mitbringen, um im Enterprise 2.0 Wissen auszutauschen? 2. Wissenskultur ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Aber wie wird der Kulturwandel erreicht? 3. Zwischen Anarchie und Bürokratie Welche Freiheiten und Regeln benötigt der Wissensarbeiter im Enterprise 2.0? 4. Welche Aufgaben können durch den Einsatz von Social Software besser erfüllt werden? Welche nicht? Die im Workshop aggregierten Aussagen und Ideen sollen einen ersten Beitrag zur Strukturierung der aufgespannten Problemfelder darstellen und werden im Nachgang an den Workshop in einem Whitepaper veröffentlicht. 4 Workshop Organisatoren Prof. Dr. Eric Schoop Peter Geißler Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Informationsmanagement Technische Universität Dresden Münchner Platz 3 Dada Lin Stefan Ehrlich T-Systems Multimedia Solutions GmbH Riesaer Straße 5 5 Programmkomitee Dr. Willms Buhse, doubleyuu Prof. Dr. Joachim Niemeier, Universität Stuttgart 338

5 Prof. Dr. Eric Schoop, Technische Universität Dresden Dr. Frank Schönefeld, T-Systems Multimedia Solutions Prof. Dr. Lothar Simon, Technische Universität Dresden Prof. Dr. Franz Lehner, Universität Passau Literatur [Hä09] Häder, M.: Delphi-Befragung: Ein Arbeitsbuch. 2. Aufl. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden. [KR07] Koch, M. und Richter, A.: Enterprise 2.0: Planung, Einführung und erfolgreicher Einsatz von Social Software in Unternehmen. Oldenbourg, München, [Mc08] McAfee, A. P.: Eine Definition von Enterprise 2.0. In: (Buhse, W.; Stamer, S., Hrsg.): Enterprise 2.0: Die Kunst, loszulassen. Rhombos Verlag, Berlin, [No05] North, K.: Wissensorientierte Unternehmensführung: Wertschöpfung durch Wissen, Gabler, Wiesbaden, [Sc09] Schönefeld, F.: Praxisleitfaden Enterprise 2.0: Wettbewerbsfähig durch neue Formen der Zusammenarbeit, Kundenbindung und Innovation; Basiswissen zum erfolgreichen Einsatz von Web 2.0-Technologien, Hanser, München, [Sc03] Schütt, P.: Die dritte Generation des Wissensmanagements. KM-Journal, 1, 1-7, [Sn02] Snowden, D.: Complex acts of knowing: paradox and descriptive self-awareness. Journal of Knowledge Management, 6, ,

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