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1 Im Browser lesen: asbrief, 9/2011 Hohe Rückzahlungsdisziplin Geld, das nach Deckung der Fixkosten übrig bleibt, geben ÖsterreicherInnen neben Urlaub und Reisen vor allem zum Sparen und Abzahlen von Schulden aus. Das geht aus einer globalen Internet-Studie hervor. mehr zu hohe Rückzahlungsdisziplin Recht Politik Daten Privatkonkurse im Juli und August Bedarfsorientierte Mindestsicherung in OÖ Studie: ÖsterreicherInnen zahlen Schulden Hohe Inflation belastet überschuldete Menschen Gebühren fürs Geldabheben Die Zukunftsängste der Jugend Aus den Schuldenberatungen MoneyManagement leicht gemacht Betreutes Konto in Wien Neuauflage Haushaltsbuch Europa Europa: Große Unterschiede beim Konsumpreisniveau Deutschland: Gefährliche Kredit-Angebote EU-Empfehlung: Zugang zu Basiskonto Medienüberblick Selbstständige in Armutsfalle Selbsthilfegruppe für Währungskurs-Opfer Bücher, Broschüren, DVDs Achtung Finanzfalle Facebook Twitter Der asbrief erscheint als monatlicher Newsletter der Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen asb mit aktuellen Informationen rund um Schuldenprobleme, Schuldenberatung und - regulierung. Sie wollen den Newsletter nicht mehr bekommen? Hier abbestellen Sie haben den asbrief weitergeleitet bekommen und wollen ihn nun regelmäßig bekommen? Hier können Sie ihn sofort bestellen ASB Schuldnerberatungen GmbH, Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen in Österreich Geschäftsführung: Mag.a Maria Kemmetmüller, Dr. Hans W. Grohs, Bockgasse 2 b, 4020 Linz, T Firmenbuchnummer (FN): t (LG Linz). Gefördert aus Mitteln des BMJ u. BMASK. Redaktion: PR-Büro, Gumpendorferstraße 83,

2 asb know.how Seminare Herbst Wien T Recht Politik Daten Privatkonkurse im Juli und August In den Monaten Juli und August 2011 wurden Schuldenregulierungsverfahren eröffnet (811 im Juli; 756 im August), das sind um 10,3 Prozent bzw. 147 Privatkonkurseröffnungen mehr als im Juli und August des Vorjahres (1.420). Die Zahl der Konkursanträge ist in diesen Monaten um ca. 7,5 % auf Anträge gestiegen (2010: 1.635). Bedarfsorientierte Mindestsicherung in OÖ Der oberösterreichische Landtag hat am 7. Juli das Landesgesetz, mit dem das Gesetz über die bedarfsorientierte Mindestsicherung in Oberösterreich erlassen wird, beschlossen. Damit löst die Bedarfsorientierte Mindestsicherung nunmehr auch in Oberösterreich als letztem Bundesland die bisherige Sozialhilfe ab. Das Gesetz tritt mit 1. Oktober 2011 in Kraft. Unterdessen zieht die Armutskonferenz nach einem Jahr Mindestsicherung in Österreich eine durchwachsene Bilanz: Immer noch gebe es in jedem Bundesland unterschiedliche Regelungen und etwa in der Steiermark hat sich die Situation für BezieherInnen sogar verschlechtert. zur Bilanz der Armutskonferenz auf Ö1 Studie: ÖsterreicherInnen zahlen Schulden Das Vertrauen der VerbraucherInnen in Österreich ist hoch, Tendenz aber leicht sinkend. 55 Prozent schätzen ihre Berufsaussichten und ihre finanzielle Situation in den kommenden zwölf Monaten als gut ein. Geld, das nach Deckung der Fixkosten übrig bleibt, wird nach Urlaub und Reisen vor allem zum Sparen und Abzahlen von Schulden ausgegeben. In Zeiten der finanziellen Krise wird zuerst bei Lebensmitteln, Kleidung und Urlaub gespart. Die größte Sorge der KonsumentInnen europaweit sind steigende Wohnnebenkosten und Lebensmittelpreise. Das sind die Ergebnisse der aktuellen Nielsen-Studie. Die "Nielsen Global Online Survey" wurde im Frühjahr 2011 durchgeführt, dabei wurden KonsumentInnen in 51 Ländern der ganzen Welt online befragt - sie sind repräsentativ für die Internetuser eines Landes. zur Nielsen-Studie: Österreich-Ergebnisse Hohe Inflation belastet überschuldete Menschen Laut Berechnungen der Statistik Austria betrug die Inflationsrate für Juli ,5 Prozent, dies ist der höchste Wert seit September Verantwortlich dafür ist vor allem eine erneut zunehmende Preisdynamik bei Mineralölprodukten, aber auch Ausgaben für Wohnen, Nahrungsmittel, Pauschalreisen sowie Restaurants und Hotels erwiesen sich als bedeutende

3 Preistreiber. Beim täglichen bzw. wöchentlichen Einkauf lag die Inflation im Juli gegenüber dem Vorjahr noch deutlich über dem durchschnittlichen Preisanstieg: Der Mikrowarenkorb, der hauptsächlich Nahrungsmittel enthält und den täglichen Einkauf repräsentiert, ist gegenüber dem Vorjahr um 3,9 Prozent teurer geworden. Das Preisniveau des Miniwarenkorbs, der einen wöchentlichen Einkauf darstellt und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, ist um 6,9 Prozent gestiegen. Für überschuldete Menschen, die an einer Schuldenregulierung arbeiten, bedeutet dieser Preisdruck eine zusätzliche Verschärfung ihrer Situation, zumal das Existenzminimum nicht entsprechend angepasst wird. zur Statistik Austria: Juli-Inflation Gebühren fürs Geldabheben Wie die aktuelle Zeitschrift "Konsument" berichtet, führen einige Banken nach und nach Gebühren für das Abheben bei institutsfremden Bankomaten ein. Bereits im November 2009 startete die Raiffeisenlandesbank Tirol mit 60 Cent pro Barbehebung bei "fremden" Bankomaten. Ab 1. Oktober müssen auch KundInnen der Raika Salzburg zahlen. Die Gebühren seien grundsätzlich rechtlich gedeckt, so der Verein für Konsumenteninformation (VKI). Die BankkundInnen werden auf den Kontoauszügen von der Umstellung informiert und müssen binnen zwei Wochen schriftlich widersprechen, Schweigen gilt als Zustimmung. Der VKI empfiehlt, vom Widerspruch Gebrauch zu machen und gegebenenfalls die Bank zu wechseln. Bei der Auswahl des geeigneten Kontos hilft auch der Bankenrechner der Arbeiterkammer. Der "Konsument" bringt außerdem eine Übersicht über die "Tricks der Finanzberater": Denn jede/r gute VerkäuferIn nimmt auf die keineswegs rationale Kaufentscheidung bei Finanzprodukten Einfluss. zum Konsument 9/2011 zum AK-Bankenrechner Die Zukunftsängste der Jugend Das Institut für Jugendkulturforschung hat in einer Repräsentativumfrage unter Jährigen die Zukunftsängste der Jugend in Österreich untersucht: Demnach haben 60% der Frauen und 46% der Männer Sorge, dass es (wieder) eine Wirtschaftskrise geben könnte und Geld dann nichts mehr wert ist. 47% der Frauen und 36% der Männer haben Angst, keine Arbeit zu finden bzw. arbeitslos zu werden und sogar 71% der Frauen und 57% der Männer befürchten, dass sie von der Pension später nicht werden leben können. Junge Frauen blicken generell ängstlicher in die Zukunft als junge Männer. zur Jugendstudie 2011 Aus den Schuldenberatungen MoneyManagement leicht gemacht Die IfS-Schuldenberatung Vorarlberg hat ein neues Angebot präsentiert: MoneyManagement ist ein kostenloses Haushaltsplanprogramm für den Computer, das aus einer Maturaarbeit der HTL Dornbirn entstanden ist. Damit soll es ohne große Mühe möglich sein, einen Überblick über das eigene Geld und die nötigen Ausgaben zu behalten. Das Programm ist

4 schnell installiert und nach ein paar persönlichen Einstellungen sofort startklar. Ein Ampelsystem warnt davor, wenn die Fixkosten zu hoch werden und für die Kosten des täglichen Lebens nicht mehr genug übrig bleibt. zum Download von MoneyManagement Betreutes Konto in Wien Die Schuldnerberatung Wien hat ihr Konzept eines "betreuten Kontos" die vergangenen eineinhalb Jahre getestet und kann es künftig für alle KlientInnen in Wien anbieten. Während der Testphase wurde auch die EDV-Anwendung kontoservice.at entwickelt, die eine Minimalisierung des Arbeitsaufwandes gewährleistet. Zielgruppe des betreuten Kontos sind Menschen, die nachweislich immer wieder Probleme haben, die Miete zu zahlen, beispielsweise schon öfter kurz vor der Delogierung gestanden sind. Außerdem ist es für Menschen gedacht, die aufgrund ihres Alters zunehmend die Fähigkeit verlieren, mit ihrem Geld umzugehen, aber (noch) nicht unter Sachwalterschaft stehen. Die KlientInnen nutzen das betreute Konto freiwillig und müssen einen betreuenden Hintergrund haben, entweder von einer Beratungsstelle oder von Verwandten/Bekannten ihres Vertrauens. Bei einer Partnerbank werden zwei Konten eröffnet: ein Einnahmenkonto, von dem MitarbeiterInnen der Schuldenberatung die lebensnotwendigen Zahlungen tätigen, sowie ein Auszahlungskonto, auf das der Rest des Einkommens kommt, über das der/die KlientIn frei verfügen kann. Alle Transaktionen auf dem Einnahmenkonto werden via SMS an den/die KlientIn kommuniziert und im Bedarfsfall auch Warnmeldungen an eine Betreuungs- /Vertrauensperson verschickt. zur Website der Schuldnerberatung Wien Neuauflage Haushaltsbuch Die Präventionsstelle der Schuldnerberatung Oberösterreich KLARTEXT hat die mittlerweile 4. Auflage ihres Haushaltsbuches präsentiert. Wer einen Überblick über die eigenen Einnahmen und Ausgaben behält, kann auch schwierige Situationen meistern. Das Haushaltsbuch von KLARTEXT kann auf zwei Arten geführt werden: Auf Papier mittels kostenloser Broschüre oder auf dem Computer. Broschüre anfordern bei oder unter Tel. 0732/ zum Download und online Bestellung des Haushaltsbuches Europa Europa: Große Unterschiede beim Konsumpreisniveau Im Jahr 2010 lag das durchschnittliche Preisniveau für vergleichbare Güter und Dienstleistungen des privaten Konsums innerhalb der EU bis zum 3-fachen auseinander. Dies zeigen jüngste Berechnungen von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaften. Österreich liegt an 8. Stelle und somit im oberen Drittel der 27 EU Mitgliedstaaten. Neben den gesamten Konsumausgaben der privaten Haushalte wurden auch die Preisniveaus für insgesamt 12 Hauptgruppen berechnet. Dabei liegen die

5 österreichischen Preise für Lebensmittel und Getränke überdurchschnittlich hoch, gefolgt von den Preisen für Haushaltsenergie. Die relativ günstigsten Preise im europäischen Vergleich weist Österreich bei Haushaltsgeräten und Kommunikation auf, sowie im Bereich Alkoholische Getränke und Tabakwaren. zu den Detail-Berechnungen Deutschland: Gefährliche Kredit-Angebote Ende des Jahres wollen die Sparkassen in ganz Deutschland ein neues bequemes Produkt anbieten: Die Sparkassen Card Plus. KundInnen erhalten bei entsprechender Bonität einen zeitlich unbefristeten Kreditrahmen von bis zu Euro. Über ihn können sie jederzeit verfügen und müssen nur die neue Karte wie eine gewöhnliche Bankkarte im Geschäft vorlegen. Hinter dieser Karte steckt jedoch ein echter Kredit, den KundInnen nach und nach wieder zurückzahlen können, ein sogenannter Revolvingkredit. Die Genossenschaftsbanken gehen mit ihrer "easy-credit Card", die bereits von jedem sechsten Institut angeboten wird, einen ähnlichen Weg. Auch hier können die KundInnen nach Belieben mit ihrer Karte auf Einkaufstour gehen, und die Bezahlung läuft über einen Ratenkredit im Hintergrund. Kreditlimit: max ,- Euro. VerbraucherschützerInnen warnen vor diesen neuen Produkten: Bezahlvorgang und Kreditvorgang sind nicht mehr getrennt, das senkt die Hemmschwelle, so Christian Pauli, Bankenfachmann des Bundesverbands der Verbraucherzentralen. zum Infodienst Schuldnerberatung, Nr. 2/2011 EU-Empfehlung: Zugang zu Basiskonto Am 18. Juli 2011 hat die EU-Kommission eine Empfehlung zum Zugang zu Basiskonten veröffentlicht. Darin fordert sie die Mitgliedstaaten auf, dafür zu sorgen, dass derlei Konten den VerbraucherInnen zu angemessenen Kosten zur Verfügung gestellt werden, und zwar unabhängig vom Land ihres Wohnsitzes in der EU oder ihrer Finanzlage. Nach einem Jahr soll die Lage bewertet und erforderlichenfalls weitere Maßnahmen, zu denen auch Legislativmaßnahmen zählen, vorgeschlagen werden. Damit sind die ursprünglich für Sommer 2011 angekündigten legislativen und damit verbindlichen Maßnahmen vorerst wieder ein Stück in die Ferne gerückt. Kritik an der unverbindlichen Form der Empfehlung kam von vielen Seiten, auch die asb hatte sich bereits im Vorfeld als Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen in Österreich mit einem Schreiben direkt an Kommissionspräsident Barroso gewandt: Eine EU-Empfehlung sei zwar ein Zeichen guten Willens auf dem Weg zu einem Recht auf ein Konto, wirklich wirksam könnten jedoch nur verbindliche, gesetzliche Regelungen sein. zur Empfehlung der EU-Kommission Medienüberblick Selbstständige in Armutsfalle In seiner Septemberausgabe berichtet das Magazin "DATUM" über Selbstständige, die sich im sozialen Netz der Kranken- und Pensionsversicherung verfangen. Drei von fünf SVA- Versicherten hätten monatlich weniger als 600 Euro netto zur Verfügung und müssten dennoch ein Viertel ihres Einkommens einzahlen. Bei Zahlungsverzug reagiert die SVA mit

6 Mahnspesen, Gerichtsspesen und Exekutionen. Die SVA ist gesetzlich dazu verpflichtet, jeden Cent einzutreiben. Angesichts dessen, dass mittlerweile 56% der Wirtschaftskammer- Mitglieder Ein-Personen-Unternehmen sind, sei das Modell an sich zu überdenken. Derzeit seien Selbstständige gegenüber ArbeitnehmerInnen benachteiligt: Sie müssen Selbstbehalt für Arztbesuche zahlen, Krankengeld und Arbeitslosengeld gibt es nur über Zusatzversicherungen. Vielen UnternehmerInnen fehlt es aber auch an Wissen, beispielsweise, dass sie sich vom 20-prozentigen Selbstbehalt befreien lassen können, wenn das Einkommen unter 793 Euro liegt. zum Datum-Artikel Selbsthilfegruppe für Währungskurs-Opfer Die Kronen Zeitung berichtete Anfang August von einem neu gegründeten "Netzwerk Schweizer Franken Kredit", das sich über das Internet an Betroffene von verfallenden Fremdwährungskrediten wendet. Die Privatinitiative geht von drei Betroffenen in Niederösterreich aus und funktioniert einerseits als Selbsthilfegruppe, es werden aber auch klare Forderungen gestellt, etwa nach politischen Gesamtlösungen für die vielen betroffenen Personen und Familien. Das Netzwerk möchte "allen Fremdwährungskreditnehmern mit einem Schweizer-Franken-Kredit eine Plattform bieten, auf der sie sich zusammenschließen können." Vorerst sei das Ziel, Betroffene zu vernetzen, "um ein eventuell gemeinsames Vorgehen zu diskutieren." zur Netzwerk-Site Bücher, Broschüren, DVDs Achtung Finanzfalle Ende August erschien mit "Achtung, Finanzfalle!" ein Ratgeber für alle jene, die mehr über Finanzfallen und deren Funktionsweise erfahren wollen. Manfred Lappe erläutert über 200 Seiten Tricks in Verkaufsgesprächen, wie gängige Finanzprodukte kritisch betrachtet werden können und was im Schadensfall zu tun ist. Manfred Lappe: "Achtung, Finanzfalle!" Hrsg. Verein für Konsumenteninformation, Wien 2011; ISBN ; 14,90 (exklusive Versand); zur online Leseprobe und Bestellung asb know.how Die asb organisiert Aus- und Fortbildungen für SchuldenberaterInnen, die auch für Interessierte, insbesondere MitarbeiterInnen in der Sozialberatung und anderen beratenden Einrichtungen, offen sind. Seminare Herbst Oktober Forderungsbetreibung und Privatkonkurs

7 Innsbruck ABGESAGT 10./11. Oktober FinanzCoaching Graz Restplätze frei Oktober Insolvenz intensiv St. Pölten Restplätze frei zu Seminarangebot und online Anmeldung vom asbrief abmelden

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