Vorlesung III: Was ist Demokratie? Was sind Demokratien?

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1 Ausgewählte Themen der Politischen Soziologie: Bürger und Politik im internationalen Vergleich Vorlesung III: Was ist Demokratie? Was sind Demokratien? Universität Mannheim, Herbstsemester 2009 Viktoria Kaina 1

2 Wunsch nach einem demokratischen politischen System Weltregion (Zahl der Länder) Es ist gut, ein demokratisches politisches System zu haben Westeuropa (10) 91 % Sub-Sahara Afrika (6) 88 % Mittlerer Osten und Maghreb (7) 88 % Südostasien (5) 88 % Lateinamerika (9) 84 % Nord-Amerika (2) 84 % Ozeanien (2) 82 % Mittel- und Osteuropa (9) 76 % Asien (5) 75 % Datenbasis: World Values Survey

3 Wunsch nach einem demokratischen politischen System China Russland Ukraine Serbien Indien Polen Bulgarien Andorra Schweiz Zypern Ghana Äthiopien Schweden Ägypten Datenbasis: World Values Survey

4 Demokratiebegriff nach Robert Dahl Elementares Grundprinzip von Demokratie: politische Gleichheit 5 Idealstandards für einen demokratischen Prozess: 1. Effective participation 2. Equality in voting 3. Enlightened understanding 4. Final control over the agenda 5. Inclusion of adults 10

5 Demokratiebegriff nach Dahl Notwendige Institutionen für Demokratie im Flächenstaat: 1. Elected officials 2. Free, fair, and frequent elections 3. Freedom of expression 4. Access to alternative sources of information 5. Associational autonomy 6. Inclusive citizenship neuer Typ einer Volksregierung: Polyarchie 11

6 Unterscheidungsmerkmale parlamentarischer und präsidentieller Regierungssysteme Merkmal Parlamentarisches RS Präsidentielles RS Abberufbarkeit d. Regierung durch das Parlament Beziehung Regierungschef Staatsoberhaupt Möglichkeit der Parlamentsauflösung durch Regierung Kompatibilität Mandat Ministeramt Möglichkeit exekutiver Steuerung d. Parlaments ja doppelte Exekutive ja ja eher groß nein geschlossene Exekutive nein nein eher gering Fraktionsdisziplin groß eher gering / kaum Systematische Opposition ja, neuer Dualismus nein Beispiele UK, DL USA, Zypern 17

7 Parlamentarische und Präsidentielle RS in Europa Parlamentarische RS Belgien Dänemark Finnland Deutschland Griechenland Irland Italien Luxemburg Malta Niederlande Norwegen Spanien Schweden Vereinigtes Königreich Estland Lettland Slowenien Tschechische Republik Präsidentielle RS Zypern Semi-Präsidentielle RS Bulgarien Frankreich Island Litauen Österreich Polen Portugal Rumänien Slowakei Sonderfall Schweiz meist: Direktorial- oder Kollegialregierung (Zusammenstellung nach Döring / Hönnige 2008.) 19

8 Mehrheits- und Konsensusdemokratien Exekutiven-Parteien-Dimension Mehrheitsdemokratie Konsensusdemokratie 1. Exekutivmacht Ein-Parteien-Kabinette Mehrparteien-Koalitionen 2. Beziehg. Exekutive Legislative Dominanz der Exekutive Balance zw. Exekutive u. Legislative 3. Parteiensystem Zwei-Parteiensystem Mehrparteiensystem 4. Wahlsystem Mehrheitswahlsystem Verhältniswahlsystem 5. Verbändesystem Pluralistisch Korporatistisch Föderalismus-Unitarismus- Dimension 6. Staatlichkeit unitarisch und zentralistisch föderalistisch und dezentralistisch 7. Kammersystem Eine Kammer Zwei-Kammer-System 8. Verfassung flexibel, Änderungen mit einfachen Mehrheiten 9. Verfassungsgerichtsbarkeit nein, Legislative hat letztes Wort Rigide, Änderungen nur mit erhöhter qualifizierter Mehrheit ja, Gesetze unterliegen richterl. Kontrolle durch VerfG 10. Zentralbank abhängig von Exekutive unabhängige Zentralbank 22

9 Mehrheits- und Konsensusdemokratien in der Welt 23

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