BALD IST JAHRESWECHSEL

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1 IHK Gießen Friedberg Die Unternehmer-Mitmachorganisation WIRTSCHAFTSMAGAZIN BALD IST JAHRESWECHSEL Wichtige Neuerungen für Unternehmer Jahresthema Die Energiewende und ihre Konsequenzen Weiterbildung Mit dem Industriefachwirt Fachkräfte sichern Prävention Polizei bietet kostenlose Beratung gegen Einbruch

2 Attraktive Büro- und Gewerbeflächen in Butzbach zu vermieten Ab m², individuelle Aufteilung einzelner Etagen möglich, ausreichend Parkplätze und Lagerfl ächen vorhanden. Lichtdurchfl utete Räume in harmonischer Umgebung mit Blick ins Grüne und bestem Anschluss an Autobahn, Bahn und den Frankfurter Flughafen. ab 4 è /m 2 PROVISIONSFREI! Weitere Infos unter: oder

3 EDITORIAL Foto: IHK Liebe Leserinnen, liebe Leser, Dr. Matthias Leder, IHK-Hauptgeschäftsführer, und IHK-Präsident Dr. Wolfgang Maaß (v.li.) Gießen steht vor der größten touristischen Veranstaltung der vergangenen Jahre: der Landesgartenschau Hessens größtes Gartenfest ist ein Großereignis, das auf Landesebene nur mit dem Hessentag vergleichbar ist, jedoch nicht nur zehn Tage dauert, sondern 163. An diesen 163 Tagen werden geschätzte Besucher aus der Region, aus Hessen und ganz Deutschland in die Universitätsstadt Gießen kommen. Die IHK Gießen-Friedberg hat sich frühzeitig zur Landesgartenschau (LGS) Gießen im Jahr 2014 bekannt. Das von der IHK präferierte und letztlich auch ausgewählte Veranstaltungskonzept sieht unter dem Motto Zwei Bereiche, drei Korridore zwei zentrale Veranstaltungsorte vor, die durch drei innerstädtische Korridore miteinander verbunden sind. Aus diesem Konzept ergeben sich für die heimische Wirtschaft vielfältige Möglichkeiten, sich selbst und ihre Produkte und Dienstleistungen einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Das kostenpflichtige LGS-Gelände in der Wieseckaue wird durch die Landesgartenschau Gießen 2014 GmbH entwickelt und vermarktet. Der IHK Gießen-Friedberg liegt insbesondere das Gelände der Lahnaue am Herzen. Ziel ist es, das Areal an der Lahn als den kommunikativen Treffpunkt der Lan- desgartenschau zu etablieren. Hier trifft man sich, hier kommen Einheimische und Besucher zusammen, um den Tag an der Lahn gemeinsam ausklingen zu lassen. Dazu bedarf es neben den geplanten und beschlossenen Infrastrukturmaßnahmen auch qualitativ hochwertiger Veranstaltungen. Ein abgestimmtes Konzept zur Einbindung der regionalen Wirtschaft in die Landesgartenschau ist erarbeitet. Einige der Projekte sind schon spruchreif, wie man in dieser Ausgabe des Wirtschaftsmagazins nachlesen kann, andere bedürfen noch der behördlichen Genehmigung. Die Landesgartenschau 2014 in Gießen bietet gerade Ihnen als Unternehmern vielfältige Chancen. Die LGS als Marketingplattform zu nutzen, bedeutet Präsenz, Image und Kundengewinn. Nutzen Sie die einmaligen Möglichkeiten, die sich aus der Landesgartenschau 2014 in Gießen ergeben! Werben Sie in Ihrem Umfeld für die Landesgartenschau 2014! Beteiligen Sie sich als Sponsor oder Marketingpartner an dem Gelingen dieses einmaligen Großereignisses zum Nutzen der Bürger, der Region und des Wirtschaftsstandortes Gießen! Dr. Wolfgang Maaß Dr. Matthias Leder WIRTSCHAFTSMAGAZIN 11/2012 3

4 INHALT Foto: B. Schmid IHK-SERVICE Achim Brand, bei Hessen Mobil für Straßen- und Verkehrsmanagement zuständig, erläutert die nächsten Schritte bei der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes. Seite 38 WIRTSCHAFT UND POLITIK 14 Datenschutz-Grundverordnung Vorschlag der EU geht in die richtige Richtung. 16 Knut-Energiebox Neue Containeranlage zur energieeffizienten Medienversorgung präsentiert. 17 Ethik in der Wirtschaft Professor Dr. Claus Hipp beim Marketing-Club Mittelhessen. 20 Kamingespräche Wilhelm Blatz und Tarek Al-Wazir zu Gast bei den Wirtschaftsjunioren. Foto: pm NACHRICHTEN Stolz präsentieren die Vorstandsmitglieder der VR Bank HessenLand, Werner Braun, Ralph Kehl und Helmut Euler (von links), die Auszeichnung der Oskar-Patzelt-Stiftung in der Hand. Im September 2012 erhielt das Finanzinstitut den Großen Preis des Mittelstandes in der Kategorie Kreditinstitute. Seite 53 IHK-SERVICE 22 Jahresthema: Energie und Rohstoffe für morgen Bundeskartellamt: Kapazitätslücke dank Energiewende? THM und IHK: Keine Energiewende ohne Energieeffizienz. Veranstaltungen zum Jahresthema. 30 IHK-Regionalausschuss Vogelsberg Das geplante neue Waldgesetz sorgt für Diskussionen. 34 Ausbildungsregelungen erlassen Neues zur Berufsausbildung von behinderten Menschen. 38 Arbeitskreis Verkehr Mittelhessen Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen stehen an. 42 Veranstaltungskalender 42 Veränderungen im Handelsregister 43 Jubiläen 44 Geprüfter Industriefachwirt Ein Kurs, der ins Leben passt! 46 Imageträger Berufskraftfahrer Qualifizierende Maßnahmen für Fachkräfte in der Logistik. 47 Landesgartenschau 2014 Das Konzept blüht auf: viele attraktive Angebote. Foto: pm LEBENSART Beratung gegen Spende: zugunsten des Jugendstilgebäudes Altes Hallenbad in Friedberg bot die Trifolium-Beratungsgesellschaft in Friedberg Nachhaltigkeitsberatungen für einen Obulus in die Sanierungskasse. Das Foto zeigt die Referatsleiterin im Hessischen Umweltministerium, Renate Labonté, (2.v.li.), rechts daneben Unternehmerin Heike Frank von der Frank Deponietechnik GmbH und ihr gegenüber Trifolium-Geschäftsführer Thomas Merten. Seite 62 SONDERSEITENHINWEIS Bitte beachten Sie unsere Sonderseiten "Recht und Steuern - was ändert sich 2013?" auf den Seiten WIRTSCHAFTSMAGAZIN 11/2012

5 NACHRICHTEN AUS DER REGION 51 Neues Hochregallager bei Hassia Vielfalt braucht Platz Jahre CompuTech Ein Dankeschön der Geschäftsführung. 53 Tipps für Erfolg im Verkauf Routine eliminieren. 54 Verpackungscluster Mittelhessen bei STI Das Design macht den Unterschied. 56 Notizen aus der Region SONDERTHEMA 60 Für mehr Sicherheit Polizei will Bevölkerung zum Einbruchschutz sensibilisieren. LEBENSART 61 Erstes Hospiz im IHK-Bezirk Spenden für Haus Samaria in Gießen erbeten. 62 Tag der Nachhaltigkeit Beratung gegen Spende AUFMACHER / TITEL 6 Bald ist Jahreswechsel und mit dem neuen Jahr stehen den Unternehmen auch viele Veränderungen ins Haus. Wir präsentieren Ihnen die wichtigsten Richtlinien und zeigen Ihnen, wo höhere Kosten auf Ihr Unternehmen zukommen. Foto: Olivier Le Moal - fotolia.com WIRTSCHAFTSMAGAZIN 11/2012 5

6 AUFMACHER Änderungen zum Jahreswechsel Teils fernab von Bürokratieabbau Andere richtlinien, höhere Kosten worauf sich Unternehmen einstellen müssen und wobei die ihks weiter am Ball bleiben werden. Foto: n-media-images/fotolia Bernd Schmid Lohnsteuerabzugsmerkmale, E-Bilanz, und GEZ-Gebühren, verbindliche Flächen für Windenergie sowie eine geänderte Berechnungsgrundlage für Rundfunkbeiträge auf die Unternehmen kommen im kommenden Jahr einige gravierende Änderungen zu. Bei vielen von ihnen hat sich die IHK im politischen Entscheidungsprozess für Verbesserungen zum Nutzen der Wirtschaft eingesetzt. Manches konnte verändert werden, in anderen Fragen wurden gegen unseren Rat Gesetze und Verordnungen geändert. Im Folgenden stellen wir einige Änderungen zum Jahreswechsel vor. Künftig elektronisch Unternehmen müssen ab dem kommenden Jahr ihre Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) elektronisch an das Finanzamt übermitteln. Sie sind also verpflichtet, eine sogenannte E-Bilanz abzugeben. Eigentlich ist das schon für 2012 so vorgesehen, die Finanzverwaltung drückt allerdings ein Auge zu, wenn die Steuererklärung für das laufende Wirtschaftsjahr letztmals in Papierform eingereicht wird. Von der E-Bilanz ausgenommen sind Kaufleute mit einem Gewinn von maximal Euro und einem Umsatz von bis zu Euro jährlich. Das Besondere an der E-Bilanz ist, dass neben ihrer rein technischen Umstellung weitere Anforderungen darin aufgenommen wurden. So muss der Inhalt der Bilanz sowie der GuV nach einem amtlich vorgeschriebenem Datensatz an das Finanzamt übermittelt werden. Dieses Taxonomieschema ist allerdings so umfangreich, dass es äußerst zeitaufwändig ist und den Steuersachverstand vor allem kleinerer Unternehmen übersteigt. Es sei ihnen nicht zuzumuten, sich durch die komplette E-Bilanz durchzuarbeiten, kritisiert die IHK. Ihr Fazit: Die Umstellung der Kommunikationsprozesse mit der Finanzverwaltung auf Elektronik ist richtig und wird von der Wirtschaft unterstützt. Allerdings erreicht man mit der E-Bilanz in der vorliegenden Form keinen Bürokratieabbau im Gegenteil. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen werden durch die E-Bilanz zusätzlich belastet. Der Umstellungsaufwand koste sie einige tausend Euro. Die IHK wird sich daher auch weiter im politischen Raum dafür einsetzen, dass die E-Bilanz für alle Unternehmen deutlich vereinfacht wird. Ein großer Erfolg war bereits, dass die sogenannten Auffangpositionen neben den von der Finanzverwaltung vorgegeben Konten dauerhaft - also ohne zeitliche - Beschränkung von den Unternehmen verwendet werden können. Zunächst hatte die Finanzverwaltung eine zeitliche Befristung vorgesehen. Lohnsteuerkarten sind passé Auch in einem weiteren Punkt setzt man in der Finanzverwaltung ab dem kommenden Jahr ganz auf Elektronik. Das bisherige Lohnsteuerabzugsverfahren wird durch das Verfahren der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) ersetzt. Lohnsteuerkarten sind damit endgültig passé. Die Einführung im Jahr 2013 verläuft allerdings gestreckt. Das heißt, es reicht, wenn ein Unternehmer erst im Lauf des Jahres seine Abrechnungsprozesse umstellt. Mit der gestreckten Einführung wird einer Forderung der IHK-Organisation entsprochen, die sich davon eine reibungsärmere Umsetzung in den Unternehmen verspricht. Höhere Grunderwerbssteuer Nicht durchsetzen konnte sich die IHK hingegen bei der geplanten Erhöhung der Grunderwerbssteuer in Hessen. Das Land 6 WIRTSCHAFTSMAGAZIN 11/2012

7 AUFMACHER Hessen erhöht zum 1. Januar 2013 den Steuersatz in diesem Bereich von 3,5 auf fünf Prozent und folgt damit dem Vorbild vieler anderer Bundesländer. Die IHK Gießen- Friedberg hatte als Federführer Steuern in der Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs diesen Schritt abgelehnt. Aus Sicht von Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Leder hätte sich der Verzicht auf diesen Schritt positiv auf die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Hessen ausgewirkt. In einer Stellungnahme zum Gesetzentwurf wies Leder darauf hin, dass die Industrie- und Handelskammern Steuererhöhungen als den falschen Schritt ansehen, das Staatsdefizit zu verringern. Um die Bedingungen der Schuldenbremse einhalten und bis 2020 einen ausgeglichenen Landeshaushalt vorlegen zu können, seien vielmehr größere Anstrengungen auf der Ausgabenseite des Landes nötig. Letztlich entschied sich der Landtag dennoch für die Erhöhung. Foto: Kautz15/Fotolia Aufbewahrungsfrist gesenkt Eine kleine Erleichterung wird es für Unternehmen ab dem kommenden Jahr bei der Aufbewahrungsfrist von Geschäftsunterlagen geben. Statt zehn Jahre müssen sie ab 2013 nur noch acht Jahre vorgehalten werden. Das sieht das Jahressteuergesetz 2013 vor, dass voraussichtlich am 23. November im Bundesrat endgültig verabschiedet wird. Die Verkürzung der Frist ist nur auf massive Intervention unter anderem des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) in das Gesetz aufgenommen worden. Der Referentenentwurf, zu dem der DIHK gemeinsam mit sieben weiteren Verbänden Stellung bezog, sah ursprünglich vor, dass buchführungspflichtige Betriebe ihre Handelsbücher und andere steuerrelevante Unterlagen weiterhin zehn Jahre lang aufheben müssen. Nach Vorstellung des DIHK reicht eine gesetzliche Aufbewahrungspflicht von fünf Jahren vollkommen aus. Die bisherigen Aufbewahrungsfristen seien für die Unternehmen eine erhebliche Belastung, da Unterlagen aufwendig archiviert und lesbar vorgehalten werden müssten. Luftfracht sicher versenden Die deutsche Exportwirtschaft bleibt auf Expansionskurs. Für 2012 erwartet der DIHK auf Grundlage seines jüngsten AHK- Weltkonjunkturberichts ein Plus von vier Prozent. Nach einer Umfrage des DIHK wird die deutsche Exportwirtschaft ihre Stellung im Welthandel im kommenden Jahr sogar noch weiter ausbauen. Demnach werden die deutschen Ausfuhren 2013 mit einem Plus von sechs Prozent sogar überdurchschnittlich wachsen (Welthandel: plus fünf Prozent). Erstaunliche Zahlen angesichts der wachsenden Bürokratisierung im Außenhandel, mit der vor allem kleine und mittelständische Firmen immer mehr zu kämpfen haben. Ein Beispiel unter vielen: Spediteure mit Luftfracht sollten das Datum 25. März 2013 fest im Blick haben. An diesem Tag endet die Übergangsfrist für die Bekannten Versender. Wer ab dem 26. März 2013 nicht als Bekannter Versender zertifiziert ist, muss seine Luftfracht unsicher versenden. Dies wird höhere Frachtraten zur Folge haben. Darüber hinaus wird der Versand wegen der notwendigen Sicherheitsüberprüfung aufwändiger werden und möglicherweise auch länger dauern. Noch bis zum 25. März haben Firmen Gelegenheit, sich beim Bundesluftfahramt in Braunschweig zertifizieren zu lassen. Allerdings befürchtet die IHK, dass nicht alle Unternehmen aufgrund fehlender Kapazitäten rechtzeitig ihre Zulassung erhalten. Das bedeutet, dass Luftfracht zukünftig durch Spediteure oder Reglementierte Beauftragte sicher gemacht werden muss. Auch hier werden Engpässe befürchtet. Bekannte Versender sind verpflichtet, bestimmte Sicherheitserklärungen für Luftfrachtsendungen im eigenen Unternehmen zu ergreifen. Im Gegenzug werden sie am Flughafen schneller und kostengünstiger abgefertigt. WIRTSCHAFTSMAGAZIN 11/2012 7

8 AUFMACHER Foto: n-media-images/fotolia Neue Rundfunkbeiträge berechnet Die Bundesländer haben mit dem 15. Rundfunkänderungsstaatsvertrag (RÄndStV) eine grundlegende Neuausrichtung der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks beschlossen. Das neue Berechnungsmodell wird deutliche Auswirkungen auch auf die Beteiligung von Unternehmen an der Rundfunkfinanzierung haben. Die Neuerungen, die 2013 in Kraft treten, sehen eine Abkehr vom gerätebezogenen Ansatz hin zu einer geräteunabhängigen Finanzierung vor. In der Diskussion um die detaillierte Ausgestaltung des neuen Modells hat sich die IHK- Organisation insbesondere dafür eingesetzt, dass unterschiedliche Betriebsmodelle nicht unterschiedlich behandelt werden. Der Beitrag sollte rein nach der Anzahl der Mitarbeiter eines Unternehmens unabhängig von der Anzahl der Betriebsstätten berechnet werden. In dem beschlossenen Staatsvertrag werden jedoch viele größere Filialbetriebe deutlich schlechter gestellt als große Unternehmen mit nur einem Standort. Zudem erfolgt bei der Ermittlung der Anzahl der Mitarbeiter (sozialversicherungspflichtig Beschäftigte) keine Orientierung am Vollzeitäquivalent. Dadurch werden auch Branchen mit besonders hoher Teilzeitbeschäftigtenquote ungleich stärker belastet. Zusätzlich zur Mitarbeiterzahl werden Kraftfahrzeuge weiterhin in die Berechnung des Rundfunkbeitrags einbezogen. Somit kommt es zu einer vergleichsweise stärkeren Belastung Kfz-intensiver Branchen. Auch Hotelzimmer (sowie Gästezimmer und Ferienwohnungen) wirken sich zusätzlich auf den Rundfunkbeitrag aus. Die finanziellen Auswirkungen des Modellwechsels so haben es die Länder vorgesehen sollen zeitnah überprüft werden. Dabei soll auch die umstrittene Beitragspflicht für Kraftfahrzeuge unter die Lupe genommen werden. Der DIHK bleibt an diesem Thema dran. Lesen Sie dazu auch einen den Bericht in unserer vom November unter, Dok.- Nr Anlegerschutz wird erhöht Aktuell benötigen Finanzanlagenvermittler - abhängig vom Finanzprodukt - eine Erlaubnis nach 32 Kreditwesengesetz (KWG) oder nach 34 c Gewerbeordnung (GewO). Mit dem Gesetz zur Novellierung des Finanzanlagenvermittler- und Vermögensanlagerechts wird die Erlaubnis für Finanzanlagenvermittler in einer eigenen Vorschrift der Gewerbeordnung neu geregelt. Diese tritt zum 1. Januar 2013 in Kraft. Der Gesetzgeber will den Anlegerschutz durch höhere Anforderungen an den Vertrieb von Finanzanlagen stärken. Hierzu gehören das aufsichtsrechtliche Gebot, anlegergerecht zu beraten, Provisionen offen zu legen sowie über Beratungsgespräche ein Protokoll zu führen. Daneben werden neue Voraussetzungen für die Erteilung einer Erlaubnis für den gewerblichen Vertrieb von 8 WIRTSCHAFTSMAGAZIN 11/2012 Finanzanlagen geschaffen sowie Informations-, Beratungs- und Dokumentationspflichten nach dem Wertpapierhandelsgesetz auf die gewerblichen Vermittler übertragen. Wo Windräder drehen dürfen In 2013 soll ein neuer Teilregionalplan Energie für Mittelhessen verbindlich regeln, wo künftig Windkraftanlagen errichtet werden können und wo nicht. Die Vorgabe des Landes Hessen sieht vor, dass auch in Mittelhessen zwei Prozent der Fläche als Windenergiestandorte auszuweisen sind. Windenergieanlagen dürfen künftig nur noch in diesen Vorranggebieten errichtet werden, auf allen übrigen Flächen ist die Windenergienutzung ausgeschlossen. Ab Februar 2013 haben die Kommunen und die Träger öffentlicher Belange unter ihnen die Industrie- und Handelskammern - die Möglichkeit, zu den vom Regierungspräsidium Gießen ausgewiesenen Vorranggebieten Stellung zu nehmen. Kriterien für die Ausweisung der Vorrangflächen sind nicht nur die Windhöffigkeit (durchschnittliches Windaufkommen an einem bestimmten Standort), sondern ebenso naturschutzfachliche Aspekte, Mindestabstände zu Siedlungsflächen aus Foto: doc rabe media/fotolia

9 AUFMACHER Immissionsschutzgründen sowie andere Nut- aussagekräftiger Businessplan. Von daher ist zungen wie zum Beispiel Rohstoffabbauflä- die Vorlage eines solchen Eignungstests chen. Eine Ausnahme bilden Kleinwindanla- besonders dann erfolgversprechend, wenn gen. Sie sind in Siedlungs- und Gewerbege- ein Gründer Zuschüsse oder Kredite bei För- bieten zulässig. Einzeln stehende Windräder derinstitutionen und Banken beantragen wird es künftig nicht mehr geben. Aus Grün- will. den des Landschaftsschutzes sollen mindestens drei Windenergieanlagen in einem Die EEG-Umlage steigt Vorranggebiet gebündelt werden. Zum Gründer geeignet? Unternehmen und Privatkunden müssen ab 2013 für ihren Strom tiefer in die Tasche greifen. Die staatliche Umlage für Erneuer- Entgegen dem Bundestrend konnte die bare Energien (EEG-Umlage) steigt von IHK Gießen-Friedberg bei der Existenzgrün- 3,6 Cent auf 5,3 Cent pro Kilowattstunde dungsberatung seit mehreren Monaten eine und verteuert den Strom in Deutschland deutliche Zunahme erreichen. Als neuer Exi- zusätzlich, obwohl Kunden hierzulande stenzgründungsberater der IHK steht Diet- bereits jetzt europaweit mit am meisten mar Kübler mit umfangreichem fachlichem Know-How den Gründerinnen und Gründern zur Seite. Er bringt fundiertes Erfahrungswissen aus der freien Wirtschaft mit über 13-jähriger Tätigkeit als Existenzgründungs- und Unternehmensberater mit. Im dafür zahlen müssen. Mit dem Anstieg der Strompreise 2013 wachsen erneut die Belastungen im Vergleich zu unseren internationalen Wettbewerbern, sagt dazu der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Hans Heinrich Driftmann. Vor Foto: N-Media-Images/Fotolia Rahmen einer Gründungsoffensive werden allem die kleinen Unternehmen haben allen ab 2013 neue, praxisorientierte Seminare Grund, mit steigenden Strompreisen zu angeboten, die sich an Gründungsinteres- rechnen. Denn sie kommen im Gegensatz zu sierte richten. Neben den Standardangebo- der energieintensiven Industrie nicht in den Driftmann, die Stromsteuer zu senken oder ten sind künftig neu im Programm ein Mar- Genuss der zahlreichen Ausnahmen bei der abzuschaffen. So könnten Unternehmen ketingkompaktseminar, ein Kompaktsemi- Ökosteuer, der Entlastung von der Umlage und Privatverbraucher um rund eine Milli- nar Wie schreibe ich einen Businessplan für die Förderung Erneuerbarer Energien arde Euro im Jahr entlastet werden. und ein Kompaktseminar Wege in die oder einer Befreiung von den Kosten für den Der DIHK bietet zum Thema ein Merk- Selbstständigkeit mit Prüfung der Unterneh- Stromnetzausbau. Als Kompensation für die blatt Ökosteuer - Ermäßigungen für das mereignung. Die Analyse, ob ein Gründer höhere Ökostromumlage, mit der die Kosten produzierende Gewerbe. Prägnant und zum Unternehmer geeignet ist, ist genauso für den Ausbau der alternativen Energien übersichtlich werden die hier wichtigsten wichtig wie die gute Vorbereitung und ein auf die Verbraucher verteilt werden, fordert Fakten dargestellt. n Bleiben Sie immer auf dem aktuellen Stand! Jeden Monat stellen wir für Sie die News und Fakten zum Steuerrecht bereit unter:, Dok.-Nr. 526 Weitere Informationen rund um die Rundfunkgebühr mit Beitragsrechner und Merkblatt unter:, Dok.-Nr Der IHK-Technologieausschuss diskutiert im November 2012 zum Thema Planungen zur EEG-Novellierung und -Umlage. KONTAKT KONTAKT KONTAKT Doreen Franz Tel.: 06031/ Rebecca Noll-Werner Tel.: 0641/ Thomas Klaßen Tel.: 0641/ WIRTSCHAFTSMAGAZIN 11/2012 9

10 RECHT und STEuERn Was ändert sich 2013? anzeige Warum nicht? Steuerfreie Gehaltsextras! Ist es nicht frustrierend für Sie und Ihre Mitarbeiter, wenn mehr als 50 Prozent der Gehaltserhöhung Steuern und Sozialabgaben zum Opfer fallen? Einziger Ausweg: Steuer- Steuern Sie Ihre Steuern? Wie das geht rufen Sie uns an Ihr Erfolg ist unser Ziel! Steuer- und Wirtschaftsberatung für Handwerk Handel Dienstleistung WIRTSCHAFTS- UND STEUERBERATUNG Kaiserstraße Friedberg Tel /73040 Fax / und sozialabgabenfreie oder begünstigte Gehaltsextras! Handy, Computer & Co Der Arbeitnehmer darf ein betriebliches Handy oder einen betrieblichen Computer auch unbegrenzt privat nutzen. Schenken Sie ihrem Mitarbeiter ein Telekommunikationsgerät, das ist dann Steuer und Sozialversicherungs begünstigt. Fortbildung Der Chef kann die vollen Kosten für eine berufliche Fortbildung übernehmen. Qualifizieren Sie ihre Mitarbeiter! Dazu gehören z.b. auch Schulungen zum freundlichen Umgang mit Kunden. Arbeitskleidung Stellen Sie den Mitarbeitern Arbeitskleidung zur Verfügung ein einheitliches Erscheinungsbild ist gut für Ihr Image! Auch die Reinigung der Arbeitskleidung ist steuer- und sozialversicherungsfrei. Dienstreisen Fährt der Mitarbeiter mit seinem eigenen Fahrzeug zu Kunden oder macht Besorgungen für Sie, dann können Sie 0,30 Euro steuerfrei pro gefahrenem Kilometer ersetzen. Warengutschein Sie, als Chef können Ihren Arbeitnehmern einen Warengutschein, der beispielsweise bei einer Tankstelle einlöst werden kann, schenken - wenn der Wert des Gutscheins nicht mehr als 44 Euro im Monat beträgt. Vorsicht: Auf dem Gutschein darf kein Wert erscheinen, sondern nur die Ware, die Sie beziehen dürfen (z.b. 30 Liter Benzin). Kindergarten Der Arbeitgeber kann die vollen Gebühren für den Kindergarten des noch nicht schulpflichtigen Kindes des Arbeitnehmers übernehmen. Gesundheit Der Chef darf dem Arbeitnehmer jedes Jahr eine Gesundheitsmaßnahme im Wert von 500 Euro spendieren! Begünstigt sind beispielsweise Rückenkurse, Abnehmkurse, Raucherentwöhnungskurse oder Massagen. Nicht begünstigt ist leider die Mitgliedsgebühr für ein Fitnessstudio. Aber es gibt noch mehr: Erholungsbeihilfen, steuerfrei Personalrabatte, Unfallversicherungen, regelmäßige Arbeitsstätte, etc. Noch Fragen? Wir sind gerne für Sie da. Ihre WIRTSCHAFTS- UND STEUERBERATUNG Scheidung: Wird nun meine Firma zerschlagen? Stress und schier endlose Diskussionen bei Trennung und Scheidung. Die Aufteilung von Haus und Vermögen oder die Höhe des Unterhalts sorgen oft für Auseinandersetzungen und Streit. Insbesondere für Unternehmer und Freiberufler kann eine Scheidung existenzbedrohend sein. Grundsätzlich gilt die Zugewinngemeinschaft, wenn nichts anderes vereinbart ist, so dass das gemeinsam erwirtschaftete Vermögen hälftig ausgeglichen werden muss. Zum Zugewinn gehören neben Immobilien, Sparguthaben und Lebensver- 10 WIRTSCHAFTSMAGAZIN 11/2012

11 anzeige RECHT und STEuERn Was ändert sich 2013? sicherungen, auch der Betrieb, die Firma, die Praxis oder etwaige Beteiligungen. Soll der Wert nun aufgeteilt werden, kann dies im Extremfall zur Zerschlagung eines Unternehmens führen. Was ist der Zugewinnausgleich? Der Zugewinnausgleich entsteht im Rahmen des gesetzlichen Güterstandes, die sogenannte Zugewinngemeinschaft. Es soll sichergestellt werden, dass beide Ehegatten an dem, was sie während der Ehe erwirtschaftet haben, hälftig beteiligt werden. Dazu wird das Vermögen eines jeden Ehepartners am Tag der Eheschließung (Anfangsvermögen) und am Tag der Rechtshängigkeit des Scheidungsantrages (Endvermögen) festgestellt. Um einem Missbrauch vorzubeugen, besteht auch die Möglichkeit zum Trennungszeitpunkt Auskunft zu verlangen. Ist das Endvermögen höher als das Anfangsvermögen, so bildet die Differenz den Zugewinn. Die Hälfte des Überschusses ist von dem Partner mit dem größeren Zugewinn an den anderen auszuzahlen. Wie also kann das Unternehmen geschützt werden? Hilfe bietet der Abschluss eines Ehevertrages. Eheverträge können jederzeit abgeschlossen werden und müssen notariell beurkundet sein. Allerdings sind die Regelungen durch die Unterhaltsreform freier gestaltbar als bisher. Befindet sich die Ehe bereits in einer Krise oder hat einer der Eheleute schon an Scheidung gedacht, hilft nur noch eine qualifizierte anwaltliche Beratung. Vorzugsweise durch einen Fachanwalt oder eine Fachanwältin für Familienrecht. Ein perfektes Krisenmanagement für das Trennungsjahr und das Scheidungsverfahren sind unerlässlich. Das Trennungsjahr, also die 12 Monate bis zur Einleitung eines Scheidungsverfahrens, bietet hinreichend Zeit für alle notwendigen Regelungen. Stephanie Becker-Bösch Rechtsanwältin Fachanwältin für Familienrecht Fachanwältin für Erbrecht Damoklesschwert Urlaubsabgeltung wird zum Kneipchen Wie ein Paukenschlag tönte das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Urlaubsabgeltung bei lang anhaltender Krankheit des Arbeitnehmers, die sogenannte "Schultz-Hoff"-Entscheidung vom Zur Erinnerung: Bis zu dieser Entscheidung ging das Bundesarbeitsgericht in der Vergangenheit immer davon aus, dass der Urlaubsabgeltungsanspruch des Arbeitnehmers nicht erfüllt zu werden braucht, wenn der Arbeitnehmer bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses und danach bis zum Zeitpunkt des Anspruchsverfalls des Urlaubsanspruchs arbeitsunfähig erkrankt war, also regelmäßig bis zum 31. März des Folgejahres. Anders sah es der Europäische Gerichtshof, der entschied, dass eine anderslautende nationale Vorschrift gegen europäisches Recht verstößt. Das Bundesarbeitsgericht folgte dem, änderte sofort seine Rechtsprechung mit Urteil vom zur Urlaubsabgeltung und entschied, dass der bei Beendigung nicht verfallene Urlaub abzugelten sei, auch wenn der Arbeitnehmer die Arbeitsfähigkeit nicht wieder erlangte. In der Folgezeit blieb streitig, über welchen Zeitraum hinaus sich Urlaubsansprüche bei langzeiterkrankten Arbeitnehmern ansammeln könnten. Teilweise wurde die Auffassung vertreten, dass auch bei einer Langzeiterkrankung über mehrere Jahre zumindest der gesetzliche Mindesturlaub i.h.v. 24 Werktagen jährlich abzugelten sei und sich diese Ansprüche aufaddierten. Dies bedeutete für die Arbeitgeber erhebliche finanzielle Unsicherheiten, mussten doch entsprechende Rückstellungen über die Jahre gebildet werden. Damit ist nun Schluss. Zunächst änderte das Bundesarbeitsgericht mit Urteil vom seine Rechtsprechung und entschied, dass der Urlaubsabgeltungsanspruch von arbeits- und tarifvertraglichen Ausschlussfristen erfasst wird (Az. 9 AZR 352/10). Der Arbeitnehmer, der untätig bleibt, erhält keinerlei Urlaubsabgeltung. Jetzt hat das Bundesarbeitsgericht in einer brandneuen Entscheidung am (Az. 9 AZR 353/10) entschieden, dass der Urlaubsanspruch und damit auch der Urlaubsabgeltungsanspruch des Arbeitnehmers grundsätzlich 15 Monate nach Ende des entsprechenden Kalenderjahres verfällt. So wurde aus dem Damoklesschwert Urlaubsabgeltung ein Kneipchen. Bob Dingeldey, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Gießen Bob Dingeldey Fachanwalt für Arbeitsrecht Fachanwalt für Erbrecht Fachanwalt für Familienrecht Dingeldey Rechtsanwälte Fachanwälte Kanzleiberg Gießen Tel WIRTSCHAFTSMAGAZIN 11/

12 RECHT und STEuERn Was ändert sich 2013? anzeige Mittelständische Unternehmen Vereine Handelsbetriebe Dienstleister Freiberufler Steuer + Beratung = ghc Schneider Handwerksbetriebe Privatpersonen GHC SCHNEIDER Steuerberatungsgesellschaft mbh Geschäftsführer: Matthias Schneider An der Hessenhalle Gießen Tel. 0641/ Fax 0641/ Kündigung bei Insolvenz des Arbeitgebers Der Fall Schlecker zeigt es: Gerät der Arbeitgeber in Insolvenz, können tausende von Arbeitsplätzen auf dem Spiel stehen. Das Insolvenzverfahren bedeutet jedoch nicht das Ende des Arbeitsverhältnisses. Weder durch den Insolvenzantrag noch durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens enden Arbeitsverhältnisse. In der Insolvenz gelten die arbeitsrechtlichen Spielregeln weiter. Der Insolvenzverwalter kann Arbeitsverhältnisse aus betriebsbedingten Gründen kündigen, wenn der Betrieb geschlossen werden muss. Häufig kündigt der Insolvenzverwalter sämtliche Arbeitsverhältnisse vorsorglich, obwohl noch nicht feststeht, ob das Unternehmen fortgeführt wird oder sogar veräußert wird. Es ist also immer zu empfehlen, dass die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesen Fällen vorsorglich Kündigungsschutzklage erheben, die spätestens drei Wochen nach Zugang des Kündigungsschreibens beim Arbeitsgericht erhoben werden muss. Stellt sich im Laufe des Insolvenzverfahrens heraus, dass das Unternehmen fortgeführt werden kann, sind die Kündigungen in der Regel unwirksam, da die Arbeitsplätze nicht wegfallen. Gleiches gilt, wenn der Insolvenzverwalter das Unternehmen an einen Erwerber veräußert. In diesen Fällen gehen die Arbeitsverhältnisse im Wege des Betriebsübergangs nach 613 a BGB auf den neuen Erwerber über. Eine Kündigung wegen des Betriebsübergangs ist unwirksam. Eine Ausnahme bezüglich der Kündigung von Arbeitsverhältnissen in der Insolvenz enthält 113 InsO. Der Insolvenzverwalter kann mit einer verkürzten Kündigungsfrist Arbeitsverhältnisse kündigen. Nach dieser Vorschrift kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende gekündigt werden, soweit nicht eine kürze Kündigungsfrist maßgeblich ist. Dies bedeutet, dass längere Kündigungsfristen auf drei Monate zum Monatsende gekappt werden. 12 WIRTSCHAFTSMAGAZIN 11/2012

13 Fachanwaltsregister Fachanwaltsregister arbeitsrecht rechtsanwälte und notare Bob Dingeldey Fachanwalt für Arbeitsrecht Fachanwalt für Erbrecht Fachanwalt für Familienrecht Dingeldey Rechtsanwälte Fachanwälte Kanzleiberg Gießen Tel Fax rechtsanwälte KANZLEI FÜR VERSICHERUNGS-, S CHADENS- UND HAFTUNGSRECHT Fachanwälte für Versicherungsrecht 9 bei Schäden an Gebäude, Betriebsstätte, Inventar 9 Produkt- und Umweltschadenhaftung 9 D&O-/Managerhaftung, Regress 9 sonstige Haftpflicht-, Sach- und Personenschäden Fachanwalt für Verkehrsrecht 9 bei Flottendeckung, Fuhrpark-/Ladungsschäden, Unfallregelung 9 Verkehrsordnungswidrigkeiten, Bußgeldsachen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht 9 bei Krediten, Kreditsicherheit, Umfinanzierung 9 fehlerhafter Bank- und Anlageberatung Fachanwalt für Medizinrecht 9 bei Medizinschäden, Arzthaftung 9 Leistung aus PKV, Krankentagegeld Katharinengasse Gießen Tel steuerberatung Vorsorge: Der letzte und der vorletzte Wille Finanz- und Lohnbuchhaltung Jahresabschluss Steuererklärung Erbschaft- und Schenkungsteuer Rudolf Haibach Dr. jur. Ulrike Haibach Sacha Feller Dr. jur. Stephan Anft Gießen Marktplatz 2 Tel. (0641) Frankfurt Wolfsgangstraße 83 Tel. (069) Werner-von-Siemens Straße Butzbach Telefon: Telefax: Web: Diplom-Kauffrau Sabine Lange Steuerberaterin ANZEIGEN IHK-ANZEIGEN-SERVICE Ihre Ansprechpartnerin für Anzeigen im IHK Wirtschaftsmagazin Gundula Kreckel Telefon 0641/ Kommunikation Sicherheit IT BRANDMELDEANLAGEN OCS GmbH Am Römerlager 29 Tel. (06441) Lahnau Fax. (06441) WIRTSCHAFTSMAGAZIN 11/

14 WIRTSCHAFT UND POLITIK Centrum für europäische Politik, CeP Mit Recht auf Vergessenwerden Datenschutz-Grundverordnung auf eu-ebene schlägt richtige richtung ein mit Schwächen im Detail. Oliver Sauer Mit ihrem Vorschlag KOM(2012) 11 für eine Datenschutz-Grundverordnung möchte die Kommission das Datenschutzrecht in der EU grundlegend reformieren. Der Reformbedarf ist augenfällig, denn das bisherige Datenschutzrecht datiert im Wesentlichen noch von Mitte der 90er Jahre, also einer Zeit, in der namentlich das Internet noch in den Kinderschuhen steckte. Foto: CeP Die Verordnung zielt hauptsächlich auf eine EU-weite Vollharmonisierung der Datenschutzstandards und versucht dabei, den technischen Herausforderungen des Internet-Zeitalters gerecht zu werden. Grundsätzlich sind die Vereinheitlichung des Datenschutzrechts und die (jeweils) EU-weite Zuständigkeit einer nationalen Behörde zu begrüßen, da dies gleiche Wettbewerbsbedingungen garantiert und die Kosten der betroffenen Unternehmen senkt. Die Mitgliedstaaten dürfen teils jedoch unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin nationales Recht setzen, etwa im Bereich des Beschäftigtendatenschutzes. Oliver Sauer, wissenschaftlicher referent des CeP In der Pflicht, auch außerhalb der EU In der Sache betrifft die Verordnung praktisch jede automatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten sowie deren Speicherung in Dateien. Der persönliche Anwendungsbereich umfasst namentlich jene, die allein oder gemeinsam mit anderen über die Verarbeitung personenbezogener Daten entscheiden. Räumlich umfasst sind zunächst Verarbeiter mit Sitz in der EU. Der Vorschlag geht aber darüber hinaus, indem er, gewissermaßen extraterritorial, auch Verarbeiter mit Sitz außerhalb der EU in die Pflicht nimmt, die ihr Angebot an in der EU ansässige Personen richten, beispielsweise Google. Das ist eine bemerkenswerte Neuerung. Neu sind auch umfängliche Dokumentationspflichten für Datenverarbeitungsvorgänge, welche die bisherige Meldepflicht an die Aufsichtsbehörden ablösen. Zu den Rechten der Betroffenen zählt das Recht auf Vergessenwerden : Betroffene können unter bestimmten Bedingungen die Löschung ihrer Daten und Unterlassung der weiteren Verbreitung verlangen. Der Vorschlag sieht zudem vor, dass jeder Mitgliedstaat verpflichtet ist, eine effektive Datenschutzaufsicht einzurichten. Die jeweilige Aufsichtsbehörde handelt in Erfüllung ihrer Aufgaben dann so wörtlich völlig unabhängig, ist also insbesondere in keiner Form weisungsgebunden. Informelle Selbstbestimmung wird verdrängt Bewertend kann festgehalten werden, dass generell eine Regulierung grenzüberschreitender Sachverhalte auf EU-Ebene sinnvoll ist. Dies gilt umso mehr für das, sozusagen, ortlose Internet, bei dem jede Regelung im nationalen Rahmen per se zu kurz griffe. Zudem scheint es KERNPUNKTE Ziel der Verordnung: Die Kommission will das Datenschutzrecht für das internet-zeitalter reformieren. Betroffene: alle Bürger und unternehmen, Behörden. PrO: Die vereinheitlichung des Datenschutzrechts und die eu-weite Zuständigkeit einer nationalen Behörde verringern die Kosten für die betroffenen unternehmen und schaffen gleiche Wettbewerbsbedingungen. COntra: (1) Zuschnitt und Zahl der der Kommission übertragenen rechtsetzungsbefugnisse sind unter Gewaltenteilungsgesichtspunkten nicht hinnehmbar. Die für ein rechtsgebiet wesentlichen entscheidungen hat der europäische Gesetzgeber selbst zu treffen. (2) Die regelung zur unwirksamkeit der einwilligung ist zu unkonkret. auch sollte hier den Notwendigkeiten bei der verarbeitung von Gesundheitsdaten rechnung getragen werden. (3) Die regelung zum Beschäftigtendatenschutz ist der rechtssicherheit nicht dienlich. 14 WIRTSCHAFTSMAGAZIN 11/2012

15 WIRTSCHAFT UND POLITIK auch angezeigt, den Datenschutz im Grundsatz EU-weit per Verordnung zu harmonisieren, da sonst weiterhin die Gefahr bestünde, dass das EU-Datenschutzrecht in den Mitgliedstaaten unterschiedlich umgesetzt wird. Für eine effektive Regulierung des Internets dürfte beides unerlässlich sein, nicht zuletzt deshalb, weil sonst eine Abwanderung von Unternehmen in Länder mit dem niedrigsten Standard droht. Jedoch ist eine Vollharmonisierung auch für rein innerstaatliche Sachverhalte kaum begründbar und damit letztlich nicht verhältnismäßig. Nicht von der Hand zu weisen sind Bedenken hinsichtlich des Datenschutzniveaus, denn das Grundrecht auf informelle Selbstbestimmung, wie es das Bundesverfassungsgericht entfaltet hat, wird von der Verordnung weitgehend verdrängt werden. Ob indes der Europäische Gerichtshof willens und in der Lage ist, einen gleichwertigen Grundrechtsschutz auf europäischer Ebene zu entwikkeln, muss sich erst zeigen. Nicht hinnehmbar ist weiter, dass die Kommission sich in zahlreichen Materien eigene Rechtsetzungsbefugnisse vorbehält sodass Parlament und Rat hier weitgehend außen vor sind. Das ist ein praktisches Problem. So werden etwa die genauen Anforderungen an die Dokumentation wesentlich von der Kommission gestaltet. Das ist aber auch ein Demokratieproblem. Die Kommission ist parlamentarisch nicht verantwortlich. n Sprechstunde von Hessen-iT im November 2012 Sicherheitsrisiken? Mobiles Arbeiten überwindet alte Beschränall abrufbar. Was aber ist mit der Firmendaten jederzeit und überkungen. Wer mobil Sicherheit? tätig ist, kann Produktionsabläufe von unterwegs aus koordinieren, bespricht sich mit Kollegen per Videokonferenz, pendelt zwischen mehreren regionalen Präsenzen oder arbeitet gleich Die nächste Sprechstunde von Hessen-IT findet statt am 29. November Weiterhin ist die Einzelberatung für alle Themen aus dem Bereich mobiles Arbeiten, die vom Beratungssuchenden direkt beim Kunden. Dank vorher ange- mobiler IT sind die aktuellen meldet werden, möglich. n KONTAKT Hessen-It Projektbüro Mittelhessen, Detlef Persin / Dipl. ing. Joachim Mattheus Tel.: 0641/ , LEASING INKLUSIVE SCHUTZENGEL. Versicherungsanbieter dort. Leasinganbieter da. Mit MINI SMILE erhalten Sie beide Leistungen zusammen. Bequem und zu einem attraktiven Preis. Damit Sie immer einen Grund zum Lachen haben, auch falls einmal etwas schiefläuft. DIE VORTEILE. Kein Einfluss der Regionalklassen somit keine Auf- oder Abschläge Vollkaskoschutz zum Pauschalpreis unabhängig vom persönlichen Schadenfreiheitsrabatt MINI SMILE: Rundum sorglos mit Haftpflicht und Vollkasko. WIRTSCHAFTSMAGAZIN 11/

16 WIRTSCHAFT UND POLITIK Foto: ewert Die Projektpartner der KnUt- Energiebox vor dem noch leeren Container, in den die Pilot- und Modellanlage eingebaut wird: (v. l.) Thomas Keller, Michael Gross, andré Michels, Michael Knaus, alfred Karbach, Florian Görig und Bernd Pfeiffer. Containeranlage zur energieeffizienten Medienversorgung Knut-Energiebox erfolgreiche Netzwerkarbeit im hessischen Cluster KompetenzNetz umwelttechnologie. Steigende Energie- und Materialkosten sind zentrale Herausforderungen für Unternehmen. Eine mögliche Lösung kann die KNUT- Energiebox sein, eine mobile Containerlösung zur effizienten und maximal optimierten Medienversorgung mit Druckluft, Wärme und solarer Energieproduktion. Ein großes Effizienzpotenzial ergibt sich insbesondere im Bereich der Technologieschnittstellen. Beispielsweise kann Abwärme aus der Erzeugung von Druckluft zurückgewonnen und in anderen Prozessen sinnvoll verwertet werden, beispielsweise bei der Heizungsanlage, erläutert Dr. André Michels vom KNUT- Netzwerkmanagement. Zur Steigerung der Energieeffizienz sollen die Energieflüsse durch ein Energiemonitoring erfasst und fortlaufend optimiert werden. Die Idee der Energiebox hat sich aus der intensiven Zusammenarbeit von fünf Projektpartnern im hessischen Cluster KNUT entwickelt und bündelt das gesamte Fachwissen aus den verschiedenen Bereichen der Umwelttechnologie der Netzwerkunternehmen. Projektpartner sind neben der Wettenberger Gross GmbH sie beschäftigt sich mit Drucklufttechnik, Stickstofftechnik und Fahrzeugausbau die Eidmann GmbH mit Sitz in Gießen, die sich der Planung, Errichtung und Service von Heizungs-, Sanitär- und innovativen Energiesystemen verschrieben hat. Als weitere Partner sind die RSW Technik GmbH aus Buseck, deren Metier Mess- und Prüfsysteme für Energie- und Umwelttechnik sowie Anlagen zur Überwachung des Energiebezugs, -managements und der -optimierung sind, und die Ecowin GmbH mit Sitz in Wettenberg, die innovative Konzepte für das Management von Umwelt, Abfall und Ressourcen entwickelt, zu nennen. Die wissenschaftliche Begleitung des Projektes liegt bei der Technischen Hochschule Mittelhessen. Der Bau der Pilotanlage wird im Herbst dieses Jahres beginnen und voraussichtlich im Frühjahr 2013 ans Netz gehen. KNUT hat sich als zentraler Ansprechpartner für Umwelttechnologien in Mittelhessen etabliert. Neben Beratung und technologieübergreifendem Austausch gibt es ein umfangreiches Seminarprogramm im Rahmen des KompetenzForums Umwelttechnologie. Die nächste Veranstaltung der Reihe findet am 8. November 2012 zum Thema Drucklufttechnologie statt. Weitere Informationen dazu stehen im Internet. n ONLINE 16 WIRTSCHAFTSMAGAZIN 11/2012

17 WIRTSCHAFT UND POLITIK Marketing-Club Mittelhessen e.v. informiert Ethik in der Wirtschaft einladung zum referat von Babykosthersteller HiPP. Ethik ins Wirtschaftsleben einzubringen, empfinden viele Unternehmen noch als viel zu aufwändig und zeitraubend. Eines der Leitmotive und die Unternehmensphilosophie der Firma HiPP lautet 'Gesunde Lebensmittel in Spitzenqualität und im Einklang mit der Natur herstellen'. Professor Dr. Claus Hipp steht nicht nur dafür mit seinem Namen, sondern auch für eine Unternehmensführung nach ethischen Grundsätzen, die seit 1999 in der HiPP-Ethik-Charta festgehalten sind. In dieser wird definiert, wie sich die Firma auf dem Markt gegenüber Mitarbeitern, dem Staat, der Gesellschaft und der Umwelt verhalten soll. Wie facettenreich sich das Thema Ethik in der Wirtschaft gestaltet und warum Ideen und Tüchtigkeit ein Unternehmen weit mehr bereichern als Top- Noten, zeigt Professor Dr. Claus Hipp, Inhaber und Gesellschafter der HiPP-Betriebe, im Rahmen einer Gemeinschaftsveranstaltung der IHK Lahn-Dill und des Marketing-Club Mittelhessen. n termin: Donnerstag, 29. November 2012, uhr anmeldeschluss: Freitag, 23. November 2012 Ort: rittal-arena Wetzlar, Wolfgang-Kühle-Str. 1, Wetzlar Die veranstaltung ist für Mitglieder der ihk lahn-dill sowie des Marketing-Club Mittelhessen e. v. kostenfrei. Gäste sind für 25,- euro Gastbeitrag, der einer gemeinnützigen einrichtung zugutekommt, herzlich willkommen. Professor Dr. Claus Hipp ist einer der Gesellschafter aus der zweiten Generation seit der Gründung des gleichnamigen unternehmens im Jahr 1932, dessen Philosophie lautet: Herstellung von Produkten in Spitzenqualität und im einklang mit der Natur. KONTAKT Marketing-Club Mittelhessen e. V., Sylvia Bierwirt Tel.: 06441/ internet: Foto: HiPP anzeige IT-Breakfast in FFM am : Exchange, Zarafa und der SmallBusinessServer Netzwerke IT-Netzwerk-Management Was passiert mit dem SmallBusinessServer ohne mitgelieferten Exchange? Welche kostengünstigen Alternativen gibt es? Infos & Anmeldung: Softwareentwicklung IT-Lösungen, so individuell wie Sie Medienmanagement Technik für Marketing, Vertrieb und Verlage Diplom-Informatiker Ralph Boßler Geschäftsführer Webseiten Ihr starker Auftritt - weltweit Hosting Ihre Daten fühlen sich wie zuhause WIRTSCHAFTSMAGAZIN 11/

18 WIRTSCHAFT UND POLITIK 18 WIRTSCHAFTSMAGAZIN 11/2012

19 WIRTSCHAFT UND POLITIK urteil des Bundesarbeitsgerichts Gute Nachricht für Arbeitgeber anzeige Nicht alle Überstunden automatisch vergütungspflichtig! Dr. THOMaS WOlF Das Bundesarbeitsgericht hat in einer jüngeren Entscheidung (Urteil vom 22. Februar 2012, 5 AZR 765/10) entschieden, dass besser verdienende Arbeitnehmer nicht automatisch einen Anspruch auf Überstundenvergütung zusteht. Zwar ist eine arbeitsvertragliche Klausel, wonach der Arbeitnehmer keine gesonderte Vergütung für Überstunden erhält, grundsätzlich AGB-widrig und damit unwirksam. Denn der zeitliche Umfang der abgegoltenen Überstunden ist für den Mitarbeiter nicht erkennbar. Das heißt, der Mitarbeiter kann schlecht einschätzen, was auf ihn zukommt und in welchem Umfang Überstunden durch die vereinbarte Vergütung abgegolten sein sollen. Eine derartige Regelung verstößt daher gegen das gesetzliche Transparenzgebot und ist AGB-widrig. Dies bedeutet allerdings noch nicht, dass Mitarbeitern automatisch ein Vergütungsanspruch zusteht. Entscheidend ist, ob im konkreten Fall eine Vergütungserwartung bestand. Nur dann sind Überstun- den auch vergütungspflichtig. Eine derartige Vergütungserwartung kann insbesondere dann fehlen, wenn Dienste höherer Art geleistet werden oder dem Mitarbeiter eine herausgehobene Vergütung gezahlt wird. Von einer herausgehobenen Vergütung kann insbesondere dann ausgegangen werden, wenn das Entgelt die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (derzeit 5 600,- Euro) überschreitet. Besserverdiener haben damit keinen automatischen Anspruch auf Überstundenvergütung. Etwas anderes kann sich freilich aus arbeits- oder tarifvertraglichen Regelungen ergeben. n Foto: pm Dr. thomas Wolf informiert über aktuelle rechtliche entwicklungen. Der neue OPEL AmPErA AUTO DES JAHRES Der neue Opel Ampera ist Auto des Jahres 2012! 1 Erleben Sie als einer der Ersten das völlig neue Fahrgefühl, mit 370 Nm unterbrechungsfrei über die Straße zu gleiten. Vereinbaren Sie noch heute Ihr persönliches Opel Ampera Erlebnis mit uns. innovatives Antriebskonzept mit einer Reichweite von über 500 km 2 Hightech-Design, sportliche und aerodynamische Linienführung fünf Sterne im Euro NCAP Crashtest 3 Mehr Infos auf Für nur 99/Tag erleben JETZT DEN NEUEN OPEL AMPERA ERLEBEN! Kraftstoffverbrauch in l/100 km (gewichtet, kombiniert): 1,2; CO 2 -Emission (gewichtet, kombiniert): 27 g/km (gemäß VO (EG ) Nr. 715/2007). Effizienzklasse A Die Gesamtreichweite setzt sich aus der offiziellen elektrischen Reichweite im Batteriemodus und der zusätzlichen Reichweite mit dem benzinbetriebenen Bordgenerator zusammen. Sie wurde ermittelt aufgrund des kombinierten Verbrauchs (gemäß VO (EG) Nr. 715/2007). 3 Auto Kuhl, Inhaber: Armin Kuhl e.k. Fauerbacher Str. 112, Friedberg, Telefon / Frankfurter Str. 9-15, Friedberg, Telefon (06031 / WIRTSCHAFTSMAGAZIN 11/

20 WIRTSCHAFT UND POLITIK Foto: WJ Givb Wilhelm Blatz, Gründer der ille Papier-Service GmbH in altenstadt, während seines vortrags bei den Wirtschaftsjunioren Gießenvogelsberg. Wirtschaftsjunioren Gießen-vogelsberg e.v. Innovator und Querdenker Kamingespräch in Gießen mit ille-firmengünder Wilhelm Blatz. Wer kennt sie nicht von seinen Besuchen in Raststätten, Lokalen oder öffentlichen Einrichtungen: Big Willy über Paper Jack bis hin zu Dirty Harry, die Abroller von Hygienepapier. Hergestellt werden diese von der Ille Papier-Service GmbH in Altenstadt. Deren Gründer Wilhelm Blatz, der mit seinem Unternehmen vieles erreicht hat, wovon andere nur träumen, konnten die Wirtschaftsjunioren kürzlich als Referenten gewinnen. Blatz ist Unternehmer, Innovator und Querdenker. Mit dem Mädchennamen seiner Frau gründeten Wilhelm und Helmtraud Blatz 1965 ihr erstes Unternehmen. Die ersten 20 Jahre konzentrierte man sich darauf, Tisch- und Bettwäsche für die Aussteuer zu verkaufen. Jedoch reichte dies Wilhelm Blatz, einem Verkäufer aus Leidenschaft, noch lange nicht und er suchte stets nach Optimierungsmöglichkeiten wurde das heutige Ille- Unternehmen, die Ille Papier- Service GmbH, mit Schwerpunkt auf verschiedene Hygieneartikel für die Wasch- und Toilettenräume in Hotels, Gastronomie und sonstigen öffentlichen Räumen gegründet. Mit seiner spannenden, humorvollen und durch und durch verkaufsorientierten Vortragsweise gelang es Blatz, seine Zuhörer und schauer zu fesseln. Mit goldenem Koffer präsentierte er persönlich seine Erfolgsprodukte, wie zum Beispiel seine schwarze Klobürste oder den Klopapierhalter, der sogar einen Designpreis gewonnen hat. Er teilte aber auch einen realistischen Rückblick auf Misserfolge und Lernprozesse mit seinen Gästen. Aber letztlich lässt sich nicht leugnen, dass der Verkaufsprofi übergeben hat. Er hat jetzt die Aufsichtsfunktion der übergeordneten Ille Holding GmbH und gemeinsam mit seiner Ehefrau die Geschäftsführung dieser Dachorganisation. Am Endes des Abends gab Wilhelm Blatz den Besuchern einen Teil seines Erfolgsgeheimnisses mit auf den Einiges richtig Weg: Verfolge deinen Weg und gemacht hat. Auch heute ist der 72-Jährige noch aktiv in seinem Unternehmen, das er 2010 seiner bleib bei dem, was du dir vorgenommen hast und verbessere kontinuierlich deine Strategi- Tochter Marion Gottschalk en. n KONTAKT Wirtschaftsjunioren Gießen-vogelsberg e.v. Jochen Ferchland Tel.: 0641/ internet: 20 WIRTSCHAFTSMAGAZIN 11/2012

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