Genossenschaftenalsideale PartnerdesMittelstands

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1 HANDEL, HANDWERK, INDUSTRIE UND GEWERBE IN OSTBAYERN NR. 2 FEBRUAR , neue Jobs in Weiden Samhammer investiert WEIDEN. Für den Arbeitsmarkt in der nördlichen Oberpfalz beginnt das neue Jahr mit guten Nachrichten: Die Weidener Samhammer AG baut 2012 ein weiteres Firmengebäude mit 1000 Quadratmetern BüroflächeundstelltsodieWeichenfürzusätzliches internationales Wachstum. Das Investitionsvolumen beträgt rund drei Millionen Euro. Dadurch entstehen 160 neue Arbeitsplätze für Projekte aus den Branchen Automobil, Luft- und Raumfahrt, Hausgeräte, Maschinenbau und Banken. Nach Auskunft des Unternehmens werden 47 Arbeitsplätze noch 2012 besetzt. Samhammer beschäftigt bereits 400 Vollund Teilzeitkräfte. Das Unternehmen ist weltweit in den Bereichen Software-Entwicklung, Service-Center und Logistik tätig. Spezialisiert sind die Weidener auf technische Helpdesk-Services sowie die Entwicklung und den Betrieb von Online-Portalen und Shops. Zu den regionalen Kunden zählen die Josef Witt GmbH und die Nachtmann Bleikristallwerke GmbH.(wz) NACHRICHTEN GERRESHEIMER INVESTIERT Am Standort Pfreimd im Landkreis Schwandorf investiert die GerresheimerAG25MillionenEuroinden wachsenden Markt der komplexen Kunststoffsysteme für Pharmazie und Medizintechnik. Seite 3 UNTERNEHMEN COMPLIANCE Regelüberwachung steht unter dem Begriff Compliance für die Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen. Compliance-Management gilt auch im Mittelstand als Bestandteil der Unternehmensführung. Seite 15 MAGAZIN BUCHMARKT Umblättern oder Seiten wischen vor dieser Gretchen-Frage steht heute eine der traditionsreichsten Branchen. Zwischen Versandhandel und E-Books macht sich der Buchhandel fit für die Zukunft. Seiten 20/21 MARKT OBERPFALZ BEI FUßBALL-EM Polen und die Ukraine stehen derzeit nichtnuraussichtdersportfansim Mittelpunkt des Interesses. Auch unter wirtschaftlichem Aspekt erscheint dieser Teil Europas gerade für Ostbayern zukunftsträchtig. Seite 25 KONTAKT Mittelbayerischer Verlag Kumpfmühler Straße 9, Regensburg Tel (gebührenfrei, nur aus den Festnetzen) Mail Online Genossenschaftenalsideale PartnerdesMittelstands Rechtzeitig zur Bankenkrise erinnert die UN an die Stärken der Genossenschaftsidee VON GERD OTTO Catering:MehralsnurHäppchen Mobile Gastronomie bietet Jungunternehmern in der Region gute Erfolgsaussichten DÜSSELDORF/REGENSBURG. Der milliardenschwere Verkauf der Warenhauskette Kaufhof, deren Umsatz 2011 um 3,7 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro abnahm, ist vorerst geplatzt. Der Kaufhof-Eigentümer Metro (Konzernumsatz 66,7 Milliarden Euro) hat seine Gespräche mit Investoren bis auf Weiteres eingestellt. Hintergrund sei die schwierige Lage an den Finanzmärkten, teilte die Metro mit. Die aktuelle Lage am Kapitalmarkt bietet keine geeigneten Rahmenbedingungen für eine so wichtige Transaktion, erklärte der neue Metro-Vorstandschef Olaf Koch. Damit bleibt die Konkurrenzsituation durch zwei Warenhausketten in Deutschland erhalten. Für die Metro- TochterKaufhof hatte der Karstadt- REGENSBURG. Die Vereinten Nationen haben zweifellos den richtigen Zeitpunkt dafür gewählt, die Idee der Genossenschaften wieder stärker in unser aller Bewusstsein zu rücken ist das internationale Jahr der Genossenschaften, womit im Zeichen der weltweiten Finanzkrise in der Tat und mit Recht eine traditionelle Wirtschaftsform zum Zukunftsmodell gekürt wurde. Schließlich wird in diesen ersten Tagen des neuen Jahres nicht nur spürbar, wie sehr die Schuldenkrise ganz allgemein mehr und mehr auch die Realwirtschaft erfasst hat, auch der Bankensektor selbst zeigt erhebliche Risse. Erst kurz vor der Jahreswende hatte der neueste Stresstest der Bankenaufsicht nicht weniger als 70 europäische Geldhäuser aufgefordert, ihr Eigenkapital um nicht weniger als 115 Milliarden Euro aufzustocken. Und wie schwer dies den einzelnen Kreditinstituten fällt, wurde insbesondere am Beispiel der italienischen Unicredit deutlich, die offenbar nur mit erheblichen Abschlägen eine Kapitalerhöhung zu stemmen vermag. Aber auch der Commerzbank und sogar der Deutschen Bank wird Kapitalbedarf nachgesagt. Der Fall Unicredit interessiert hierzulande vor allem deshalb ganz besonders, weil es erst einige Jahre her ist, dass der einstige Aufsteiger in der internationalen Bankenszene Alessandro Profumo quasi auf einen Streich 200 Jahre bayerische Bankengeschichte beendet hatte. Indem die Mailänder 2005 die zuvor fusionierte Bayerische Hypotheken- und Wechselbank sowie die Bayerische Vereinsbank übernahmen, kam letzten Endes auch die 1780 gegründete Bayerische Staatsbank unter das Dach von Unicredit. Dabei hatte die HypoVereinsbank gerade große Hoffnungen in ihre Strategie einer Bank der Regionen gesetzt und war vor Ort durchaus sehr Kaufhof wird nicht verkauft In Regensburg mit 380 Mitarbeitern an zwei Standorten Eigner Nicolas Berggruen zusammen mit dem Finanzinvestor Blackstone geboten. Auch das österreichische Immobilienunternehmen Signa mit seinem Chef René Benko hatte gute Chancen. Zudem hatte 2011 ein Konsortium um Ex-KarstadtQuelle-Chef Wolfgang Urban Interesse. In der Branche wurde der Unternehmenswert von Kaufhof 2011 auf zwei bis drei Milliarden Euro taxiert. Besonders werthaltig sind dabei die Immobilien in den deutschen Innenstädten. In Ostbayern ist Kaufhof mit zwei Standorten vertreten, und zwar in der Regensburger Innenstadt und im Donau-Einkaufszentrum Regensburg. Insgesamt sind bei Kaufhof Regensburg und seinen vier Mietern rund 380 Mitarbeiter beschäftigt. (wz) regional aufgetreten, also beinahe im Stile einer Genossenschaft. Genossenschaftliches Wirtschaften ruht auf den drei von Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch verkündeten Pfeilern Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung. Vor allem aber zeichnen sich Genossenschaften dadurch aus, dass jedes Mitglied, unabhängig von der Anzahl seiner Geschäftsanteile, lediglich eine Stimme hat. Auf diese Weise sind Genossenschaften auch vor feindlichen Übernahmen gesichert. Mit Recht, so Bezirkspräsident Maximilian Zepf vom Genossenschaftsverband, honoriert die UNO dieses Konzept mit einem Gedenkjahr. Aktiv sind Genossenschaften vor allem im Banken- und Agrarsektor, aber auch in der Energiewirtschaft. In Bayern gibt es 1200 Genossenschaften mit 2,7 Millionen Mitgliedern. Ihnen widmet die Wirtschaftszeitung diesmal das Thema des Monats. SEITEN4UND5 TÜV-geprüfteQualität fürnetzgekoppelte Solarstromanlagen AusgezeichnetesUnternehmen: ILIOTEC istvom TÜVRheinlandzertifiziert. Weltweit haben nur 8UnternehmendiesesGütesiegel. JürgenB., ILIOTECRegensburg Seiten9bis13 KOMMENTAR Nur eine Stimme VON GERD OTTO Kennen Sie das Gegenteil von Squeeze-out, alsodemausschluss von Minderheitsaktionären? Klar: die Mitgliedschaft in einer Genossenschaft. Was dem Anteilseigner bei der Aktiengesellschaft leicht passieren kann, nämlich dann, wenn der Hauptaktionär mindestens 95 Prozent des Grundkapitals eines Unternehmens besitzt, ist bei einer Genossenschaft ausgeschlossen. Hier gilt das Prinzip EinMann einestimme.denn nicht die Mehrheit der Kapitalanteile entscheidet in der Genossenschaft, sondern vielmehr die Mehrheit der Mitglieder. Sie sind Eigentümer des Unternehmens und gleichzeitig auch dessen Kunden. Es war sicher eine gute Idee der Vereinten Nationen, das gerade begonnene 2012 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften zu erklären. Denn die Gedanken von Raiffeisen, Schulze-Delitzsch& Co. haben eine Sprengkraft, die weit ins Politische hineinreicht. Und dies rund um den Globus. Photovoltaik auf Ihrem Flachdach. 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2 SEITE 2 FEBRUAR 2012 NACHRICHTEN WIRTSCHAFTSZEITUNG EDITORIAL VON MARTIN ANGERER Buch vs. E-Book HoffnungaufdieneueOberpfalzbahn Die Regentalbahn wird in zwei Jahren erstmals Dieseltriebwagen eines polnischen Herstellers einsetzen Ein Kindle war derstaran Weihnachten. Gemeint ist ausnahmsweise nicht das Christuskind in der Krippe, sondern das elektronische Buchlesegerät Kindle des Onlinehändlers Amazon. Der sogenannte E-Reader, mit dem man heruntergeladene Bücher lesenkann,wardasammeistenverkaufte Amazon-Produkt im Weihnachtsgeschäft Ein erstes Anzeichen dafür, dass das klassische gedruckte Buch in Deutschland bald eine aussterbende Rasse sein wird? Keinesfalls. Während AmazonindenUSAimvergangenen Jahr erstmals mehr E-Books als echte Bücher verkauft hat, betrug der E-Book-Anteil am deutschen Buchmarkt 2010 gerade mal 0,5 Prozent. Die Deutschen lieben ihr gedrucktes Buch. Allerdings kaufen sieesimmeröfteriminternet.mit eigenen attraktiven Online-Angeboten wollen die deutschen Buchhandlungen nun Amazon& Co. die Stirn bieten. Die Wirtschaftszeitung hat in dieser Ausgabe den Buchmarkt genauer unter die Lupe genommen. EinneuesJahrbringtauchimmer viele Veränderungen mit sich. Neue Gesetze treten in Kraft. Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen neue Regelungen beachten. Wir haben die wichtigsten Neuerungen für dasjahr2012kompaktfürsiezusammengefasst. Von IT-Experten wollten wir wissen, welches Thema das Jahr 2012 beherrschen wird. Die Antwort war eindeutig: Datensicherheit. Nach den vielen Skandalen 2011 rechnen Insider 2012 mit noch mehr spektakulären Angriffen auf persönliche Daten im Internet. Und die Behörden wollen ihre Kontrollen in Unternehmen verstärken. LESEN SIE AUCH THEMA DES MONATS Die Vereinten Nationen haben 2012 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften gekürt. Raiffeisen, Schulze-Delitzsch und Heim gelten als Wurzeln dieser Idee. Seiten 4/5 POLITIK Die Grenzüberschreitende Industriestandortkarte der IHK Regensburg macht deutlich, wie eng der Wirtschaftsraum Pilsen und die Oberpfalz zusammenarbeiten. Seite 6 VON GERD OTTO REGENSBURG/SCHWANDORF. Es tut sich was im Schienen-Nahverkehr des Freistaats. Während sich die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) den Wettbewerb auf ihre Fahnen geschrieben hat und deshalb für die einzelnen Regionen europaweite Ausschreibungen vornimmt, mit knallharten Bedingungen und zeitlicher Befristung, geht es den Gesellschaften selbst durchaus auch um die gesamte Branche. Deshalb hilft man sich in der Praxis etwa auch bei den Zug-Garnituren aus, ob nun hinter Agilis die Hamburger Hochbahn als Mutter steht oder das Traditionsunternehmen Regentalbahn AG mit Sitz in Viechtach zum europaweit tätigen Verkehrsdienstleister Arriva gehört. Kürzlich wurde Arriva von der italienischen Staatsbahn erworben und heißt jetzt Netinera. Über 160 Jahre Erfahrung Der Markenname freilich lautet Die Länderbahn, und sie hat jetzt ein ganz markantes Zeichen gesetzt: Als erster Betrieb im deutschen Nahverkehr wird die Regentalbahn auf der ab Dezember 2014 betriebenen Strecke Regensburg-Marktredwitz-Schirnding polnische Dieseltriebwagen einsetzen. Gerhard Knöbel, Vorstand der Länderbahn, unterzeichnete in München den Vertrag über zwölf Fahrzeuge mit Tomasch Zaboklicki, dem Chef der Pesa- Werke. Nicht zuletzt der Einsatz dieser Neufahrzeuge soll bei der europaweiten Ausschreibung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft den Ausschlag zugunsten der Länderbahn gegeben haben. Gerhard Knöbel und der Geschäftsführer der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, Fritz Czeschka, begrüßen übereinstimmend die erstmalige Zusammenarbeit mit den polnischen Partnern, die auf 160 Jahre Erfahrung im Fahrzeugbau zurückblicken können und die sich heute mit dem Bau, der Modernisierung und der Reparatur von Schienenfahrzeugen beschäftigen. Gegründet wurde das Unternehmen 1851 in Zusammenhang mit der ersten Eisenbahnlinie, die Bromberg (heute Bydgoszcz) damals erreichte. Gleichzeitig mit der Errichtung der Bahnstation enstanden Reparaturwerkstätten, aus denen sich im Laufe der Zeit das Pesa-Werk entwickelte. Gute Qualität und hohe Benutzerzufriedenheit nennt Vorstandsvorsitzender Tomasch Zaboklicki als Firmenphilosophie, was Gerhard Knöbel sehr erfreut. Das tut uns gut, nach den schmerzlichen Erfahrungen, die wir alle in der Branche in den letzten Jahren erleben mussten, betont der Diese bayerisch-polnische Partnerschaft soll ab Dezember 2014 den Bahngästen zugute kommen. Foto: Netinera Chef der Regentalbahn AG im Gespräch mit der Wirtschaftszeitung. Schließlich gehe es in der Tat um ein gemeinschaftliches Bemühen, die Menschen wieder für die Schiene zu gewinnen: Wir haben eine ganze Generation verloren. Deshalb sei es unter anderem auch wichtig, dass ab Dezember 2014 zum ersten Mal im deutschen Nahverkehr Fahrzeuge vom Typ Pesa Link eingesetzt werden, also Dieseltriebwagen, die unter anderem durch ihre innovative Ausstattung und modernes Design auffallen. Ausgestattet mit pneumatischer Federung und Klimaanlage werden diese Wagen, freut sich Gerhard Knöbel, hohen Fahrkomfort für bis 252 Fahrgäste bieten. Auch Stellflächen für Rollstühle, Fahrräder und Kinderwagen sind DAS BAHNLAND BAYERN IN ZAHLEN 1,3 Millionen Fahrgäste nutzen an jedem Werktag das Angebot im bayerischen Schienen-Personennahverkehr (SPNV). Seit der Bahnreform hat sich die Anzahl der Fahrgäste im Regionalverkehr, einschließlich der S-Bahn Nürn- berg,um63prozenterhöht.beiders- BahnMünchenkamesindiesemZeitraumzueinerSteigerungum25Prozent. Die bayerischen S-Bahnen und Regionalzüge legen im Auftrag des Freistaates 114 Millionen Zugkilometer zurück täglich also Kilometer. vorgesehen, ebenso verfügen die Fahrzeuge über behindertengerechte Toiletten. Leichtes Zusteigen wird durch ausfahrbare Schiebetritte an den Türen ermöglicht, modernste Videoüberwachungstechnik im Innenraum bietet Fahrgästen und Zugbegleitern höchste Sicherheit und schützt vor Vandalismus, wie von beiden Partnern versichert wird. Für großzügige Optik und viel Beinfreiheit sorgen eine seitliche Aufhängung der Sitze sowie eine große Zahl von Vis-à-vis-Sitzgruppen. Auf großformatigen Bildschirmen, so Knöbel, könne der Fahrgast alle Reiseinformationen gut erkennen. Er sei jedenfalls überzeugt, dass wir den Betrieb der neuen Oberpfalzbahn erfolgreich durchführen werden. Dies würde natürlich auch Jede Sekunde hältinbayerneinnahverkehrszug. Von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft(BEG) werden Verkehrsleistungen auf rund 5800 Streckenkilometern finanziert, was etwa der Strecke zwischen Paris und New York entspricht. Diese in Form einer Ausschreibung erfolgende Vergabe soll bis 2023 abgeschlossen sein. Die DB Regio erbringt derzeit 84 Prozent der LeistungeninBayern,bis2014wirddieserAnteilauf76,5Prozentsinken.DenResterbringen private Bahnen. die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) freuen, deren Geschäftsführer Fritz Czeschka nicht von ungefähr bei der Präsentation der bayerisch-polnischen Kooperation anwesend war. Denn speziell die diversen Fahrzeugprobleme hatten in letzter Zeit der BEG die 15-Jahres-Bilanz vermiest. Verärgert über Global Player Erst vor kurzem hatte Czeschka zugeben müssen, dass die Probleme bei der DB Regio leider kein Ende nehmen wollen. Er wisse selbst nicht, worüber er sich mehr wundern sollte, über die Leistung der Deutschen Bundesbahn, trotz der fehlenden Fahrzeuge noch immer ein passables Angebot zu fahren oder über das klägliche Bild, das die Global Player der Fahrzeugindustrie zusammen mit der DB und dem Eisenbahn-Bundesamt bei den Fahrzeugen bieten. Besonders ärgerlich sind offenbar die Verhältnisse bei der S-Bahn Nürnberg, wo neue Fahrzeuge bereits 2003 im großen Verkehrsvertrag mit DB Regio vereinbart gewesen seien: Die Fahrzeuge laufen aber heute noch nicht. Dennoch oder gerade deshalb zeigt sich Fritz Czeschka überzeugt davon, dass Bayern vor allem dank seiner starken Wettbewerbsorientierung und seiner dadurch erreichten Vielfalt als Bahnland Nr. 1 in Deutschland gilt. Die Dachmarke Bahnland Bayern sei im Frühjahr 2010 ganz bewusst geschaffen worden. VERKEHR Das Forum Bahnlärm aus dem Raum Weiden plädiert für menschenverträglichen Verkehr zwischen Hof und Regensburg. Naabtal21 fordert Flüsterbremsen.Seite 7 FINANZEN Toni Hinterdobler(Handwerkskammer) fordert: Basel III muss Regionalbanken Handlungsspielräume gewähren, um eine Kreditklemme für den Mittelstand zu vermeiden. Seite 8 ANSPRECHPARTNER Redaktion: Martin Angerer Tel.: (0941) Mail: die-wirtschaftszeitung.de Anzeigenverkauf: Oliver Schäfer Tel.: (0941) Mail: die-wirtschaftszeitung.de Objektleitung: Marcus Schlegel Tel: (0941) Mail: die-wirtschaftszeitung.de UNTERNEHMENUND VERBÄNDE IN DIESERAUSGABE acut...7 AgenturKochendeLeidenschaft...13 Agilis...2 AirportNürnberg...18 Amazon...11,20 AmtfürWirtschaftsförderungNeumarkt...23 AramarkHoldin...9 BayBG Bayerische Beteiligungsgesellschaft München...6 BayerischeEisenbahngesellschaft(BEG)...2,7 BayerischeMilchindustrieeG(BMI)...6 BayerischerIT-Sicherheitscluster...19 baymevbm...7 Bionorica...23 BioPark...18 BMW...12 BörsenvereindesDeutschenBuchhandels...20 BundderSelbstständigen(BDS)...3 BundKatholischerUnternehmer(BKU)...14 BusinessNetworkInternational(BNI)...14 Caritas...9 Commerzbank...1 CompassGroupDeutschland...9 conetworx...24 Continental...9,24 DBRegio...2 Dehn+Söhne...23 deinbutler.de...10 DeutscheBahnAG...7 DeutscheBank...1 Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV)...4 E.ON...25 froodies...11 Genossenschaftsverband...1,4 GenussSchmiede...13 Gerresheimer...3 GfK...20,25 Glapor...25 HandkwerkskammerNiederbayern-Oberpfalz...8 HausersKochlust...10 HG-Einkaufsservice...11 HochschuleRegensburg...24 HypoVereinsbank...1 IHK...6,7, 24,25 IT-Speicher...18 Johanniter-Unfall-Hilfe...12 Kaiser stengelmann...11 Kaufhof...1 Klebl...23 Lacocktail...9 LIGABankRegensburg...5 Marketing-ClubRegensburg...24 MaschinenfabrikReinhausen...24 MaxBögl...23,25 Momiki...12 Netto-Marken-Discount...15 Naabtal OttoKonzern...11 Party-Engel...11 PetitfourKochschuleundCatering...13 Pfleiderer...23 PG-Bikes...3 Pustet...21 R.HölleinCarolinenhütte...16 Regentalbahn...2 Rewag...24 Rewe...11 R-KOMDatacenterOstbayern...19 RosenpalaisCatering...12 Samhammer...1 Siemens...15 SimbaDickieGroup...17 SparkasseRegensburg...3 Spiewarenmesse...17 Starkstrom-Gerätebau...7 Unicredit...1 UniversitätRegensburg...9 VolksbankRegensburg...5 Weltbild-Verlag...20 Wolf...24

3 WIRTSCHAFTSZEITUNG NACHRICHTEN FEBRUAR 2012 SEITE 3 130neueJobsbeiGerresheimer Die Produktion der Kunststoffsysteme für Pharmazie und Medizintechnik in Pfreimd wird ausgebaut High-Tech aus Regensburg PG baut Elektro-Roadster PFREIMD. Die Gerresheimer AG, einer der weltweit führenden Zulieferer der Pharma- und Healthcare-Industrie, investiert weiter in den wachsenden Markt der komplexen Kunststoffsysteme für Pharmazie und Medizintechnik. Für rund 25 Millionen Euro werden zusätzliche Produktionskapazitäten am Standort in Pfreimd(Landkreis Schwandorf) geschaffen. Aufgrund der hohen Kundennachfrage wird unter anderem eine neue Produktionshalle gebaut, in der in Reinräumen mit hochmodernen Spritzgussmaschinen medizinische Kunststoffsysteme produziert werden. Im Zuge dessen werden in Pfreimd rund 130 neue Arbeitsplätze entstehen. Der Bedarf an Darreichungsformen für Medikamente, die der Patient leicht und sicher bedienen kann, nimmt stark zu. Beispiele dafür sind Injektionssysteme, Insulin-Pens oder Inhalatoren. Wir erweitern daher unsere Produktionskapazitäten, um in diesem Geschäftsfeld noch stärker wachsen zu können, kommentiert Uwe Röhrhoff, Vorstandsvorsitzender der Gerresheimer AG. Der Geschäftsbereich Plastic Systems ist einer der am stärksten wachsenden Geschäftsbereiche des Unternehmens. Im Geschäftsfeld medizinische Kunststoffsysteme produziert Gerresheimer im Auftrag führender Pharma- und Medizintechnikkonzerne zum Beispiel Insulin-Pens für Diabetiker, Inhalatoren für Asthmatiker, Reinraumproduktion bei Gerresheimer Stechhilfen und Laboreinmalartikel und zwar von ersten Ideenskizzen über Produktentwicklung, Werkzeugbau, Automatisierungstechnik und Produktion bis hin zur Produktveredelung, Verpackung und Just-in-Time- Lieferung. In Pfreimd werden einige dieser Artikel produziert. Derzeit sind in Pfreimd 550 Mitarbeiter beschäftigt. Gerresheimer ist ein weltweit führender Hersteller von Spezialprodukten aus Glas und Kunststoff für die Pharma- und Healthcare-Industrie. Das Angebotsspektrum erstreckt sich von Arzneimittelfläschchen bis hin zu komplexen Drug Delivery-Systemen wie Spritzensysteme, Insulin- Foto: GerresheimerAG Pens und Inhalatoren zur sicheren Dosierung und Applikation von Medikamenten. Die Unternehmensgruppe, erwirtschaftet an 45 Standorten in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro und beschäftigt rund Mitarbeiter.(dpa) BERLIN/REGENSBURG. Mit trendigen elektrobetriebenen Fahrrädern hat sich PG Bikes bereits weit über die Grenzen der Oberpfalz hinaus einen Namen gemacht. Nun setzen die Regensburger zum ganz großen E-Mobilitäts-Wurf an und greifen den kalifornischen Elektroauto-Hersteller Tesla Motors an. Tesla ist seit der Gründung 2003 der einzige Fahrzeughersteller, der einen emissionsfreien Seriensportwagen verkauft. Mit dem PG Elektrus kommt noch in diesem Jahr eine Alternative aus Deutschland auf den Markt. Der Elektrus will mit extravagantem Design und Technik Made in Germany dem Tesla E-Roadster Konkurrenz machen. Technisches Herzstück des Elektrus ist ein E-Motor mit 200 Kilowatt Leistung rund 272 PS. Mit 350 Newtonmeter Drehmoment sprintet der Leichtbausportler auf Lotus-Basis in unter drei Sekunden auf Tempo 100. Geschwindigkeiten über 300 km/h sind nach Herstellerangaben möglich, jedoch wird bei 250 km/h elektronisch abgeregelt. Der Elektrus soll eine Reichweite von bis zu 350 Kilometern besitzen. Dabei können die Batterien sowohl an einer Ladestation als auch durch Solar-Paneele auf dem Heck geladen werden. Zu sehen gibt es den Elektroflitzer, der kürzlich in Berlin vorgestellt wurde, auf Eine Kreditklemme gibt es nicht Der Bund der Selbständigen lud zum Neujahrsempfang bei der Sparkasse Regensburg Erich Seidl Prokurist und Leiter Firmenkunden REGENSBURG. Dieser Sonntagmittag einmal im Jahr ist ein fester Termin im Kalender vieler Unternehmer und politischer Mandatsträger: Beim 14. Neujahrsempfang für den Mittelstand des Bundes der Selbständigen (BDS) in Regensburg war heuer Theo Zellner der Ehrengast. In der Sparkassenzentrale betonte der Präsident des Sparkassenverbandes Bayern, dass es keine Kreditklemme gebe. Das gelte zumindest für die 72 Sparkassen im Freistaat. Diese hätten das Kreditgeschäft im vergangenen Jahr sogar um etwa vier Prozent ausgeweitet. Kein Grund für Pessimismus Die Regensburger BDS-Vorsitzende Elisabeth Bergschneider sagte, gemeinsam mit den Genossenschaftsbanken stellten die Sparkassen die Kreditversorgung des selbstständigen Mittelstandes in Bayern sicher. Dies bestätigte auch der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Regensburg (rund 1000 Mitarbeiter), Dr. Rudolf Gingele, als Hausherr: Für unsere Kunden war eine Kreditklemme bislang kein Thema und wird es auch in Zukunft nicht sein. In Regensburg habe man die Darlehenszusagen 2011 erheblich(um elf Prozent) erhöht und liege damit deutlich über dem Landesschnitt. Eine Kreditklemme sehe anders aus. Der Sparkassen- Repräsentant zeigte sich zuversichtlich für 2012, die Realwirtschaft sei intakt und es gebe keinen Grund für Pessimismus. Sowohl von verschiedenen größeren Unternehmen als auch aus dem Handwerk habe er zuletzt viele positive Rückmeldungen bekommen, sagte Gingele. Ingolf F. Brauner, der Präsident des BDS Bayern, gratulierte Oberbürgermeister Hans Schaidinger zur Entwicklung der Boomtown Regensburg. Auch die bayerische Wirtschaft habe sich in der Krise robust gezeigt. Brauner zeigte sich allerdings überzeugt, dass Deutschland nur aufgrund des Engagements des Mittelstands das seien 97 Prozent aller Betriebe, viele davon seien familiengeführt die Konjunkturlokomotive Europas (geblieben) sei. Aktuell gehören dem Ingolf F. Brauner und Elisabeth Bergschneider mit ihrem Ehrengast, dem bayerischen Sparkassenpräsident Theo Zellner(v. l.) Foto: altrofoto.de BDS im Freistaat rund Betriebe mit etwa Mitarbeitern an. Brauner brachte darüber hinaus auch Probleme zur Sprache, die den Mitgliedsbetrieben aktuell besonders auf den Nägeln brennen. Ein Dauerbrenner sei das Thema Bürokratie, sagte Bayerns BDS-Präsident. Und eines der größten Bürokratiemonster sei die sogenannte E-Bilanz. Da könne es schon vorkommen, dass ein Betrieb, der bislang 20 Kennzahlen ausweisen musste, jetzt auf 200 Zahlen achten müsse. Brauner forderte daher, die elektronische Bilanz mittelstandstauglich umzusetzen. Eine Zwangseinzahlung der Selbstständigen in die Rentenversicherung seiderfalscheweg auchwennletztere erhebliche Finanzierungsprobleme habe, sagte Brauner. Vielmehr gelte es, Arbeitnehmer Schritt für Schritt in die Verantwortung für eine private Rentenvorsorge zu nehmen. Ein Bekenntnis zum Euro Der Präsident des Sparkassenverbands Bayern sieht indes Europa wie die Finanzwirtschaft gleichermaßen vor einer grundlegenden Zäsur. Die großen Fragen lauteten: Haben wir aus den Krisen gelernt? Schaffen wir es, solider zu wirtschaften, auf wirtschaftliche auch auf ökologische Nachhaltigkeit zu setzen und damit wieder Vertrauen zu stiften? Zellner zeigte sich davon überzeugt, dass in dieser schwierigen Situation ein stärkeres Bekenntnis zu Europa und einem stabilen Euro nötig ist. Der Erhalt des Euro und die weitere Einigung Europas müssten die zentralen politischen Ziele sein. Ein Ausschluss oder Austritt einzelner Länder aus der Währungsunion wäre seiner Ansicht nach ein vermutlich historisch nicht mehr zu korrigierender Fehler. Daher führe kein Weg daran vorbei, die Wirtschaftsund Haushaltspolitik mindestens der Euro-Länder innerhalb eines gemeinsam verabredeten, verbindlichen Rahmens zu gestalten und so mehr Soliditätzuerreichen.(ti) Ich bin Fan unserer regionalen Unternehmen! Egal, obsie Fanvon schnellen Entscheidungswegen,einer individuellen Lösung oder des demokratischen Prinzips sind. Bei Ihrer Volksbank Regensburg eg sind Sie richtig! Auch die UN ist Fandes demokratischen Prinzips.Sie ruft 2012 zum Jahr der Genossenschaften aus.wir sind Fan dieses Modells:Denn als Volksbank Regensburg eg sind wir für die Region in und um Regensburg da. Überzeugen Sie sich jetzt und vereinbaren Sie unter der Telefonnummer 09 41/ einen Termin mit Ihrem starken Partner. Wirfreuen uns auf Sie!

4 SEITE 4 FEBRUAR 2012 THEMA DES MONATS: INTERNATIONALES JAHR DER GENOSSENSCHAFTEN WIRTSCHAFTSZEITUNG SEITE 5 JedervierteBayer istein Genosse DasGeldimDorflassen Die Volksbanken berufen sich auf Schulze-Delitzsch Die Genossenschaftsidee ist auch global auf Erfolgskurs VON GERD OTTO OSTBAYERN. Friedrich Wilhelm Raiffeisen, Hermann Schulze-Delitzsch und Karl Marx wurden zwischen 1808 und 1818 in ein Jahrhundert hineingeboren, das mit Begriffen wie Umwälzung noch recht harmlos umschrieben ist. Vielmehr ging es angesichts der industriellen und technischen Revolution von der Dampfmaschine bis zum mechanischen Webstuhl bei gleichzeitig explosionsartigem Bevölkerungswachstum und Hungersnöten schlicht ums nackte Überleben. Und alle drei, die Gründer der Genossenschaftsidee wie auch der Autor des Kommunistischen Manifests, hatten ein Ziel: den Hunger und die Not der Menschen bekämpfen. Doch die Wege dorthin hätten nicht unterschiedlicher sein können. Für lokale Beschäftigung sorgen Die von Raiffeisen und von Schulze- Delitzsch propagierte Hilfe zur Selbsthilfe, also das vor 160 Jahren auf den Weg gebrachte Genossenschafts-Modell, ist inzwischen rund um den Globus erfolgreich, während das Ideengebäude des Karl Marx spätestens mit dem Kollaps des real existierenden Sozialismus Ende der 80er-Jahre des 20. Jahrhunderts zusammenkrachte. Nun haben sogar die Vereinten Nationen die Lebensleistung von Raiffeisen, Schulze-Delitzsch& Co gewürdigt und das Jahr 2012 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften ausgerufen. Dabei ist die Begründung der UN, wie sie Generalsekretär Ban Ki-Moon formuliert, nur zum Teil rückwärtsgewandt. Vielmehr möchte die Weltorganisation daran erinnern, dass es möglich sei, mit Blick auf die zukünftige Entwicklung sogar notwendig sein müsse, sowohl wirtschaftliche Lebensfähigkeit als auch soziale Verantwortung zu verfolgen. Dazu hätten schon bisher die Genossenschaften einen wichtigen Beitrag geleistet. Kreditgenossenschaften, ländliche und gewerbliche Genossenschaften, aber auch Wohnungsgenossenschaften würden regionale Wirtschaftskreisläufe stabilisieren und für lokale Beschäftigung sorgen. Nahversorgung in der Region Manfred Nüssel, der Präsident des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands (DGRV), belässt es freilich nicht nur bei der Freude über die UN-Entscheidung. Vielmehr möchte man gerade in diesem besonderen Jahr mit vielfältigen Aktionen den Menschen die Vorzüge der Genossenschaft als Unternehmensform näher bringen. Schließlich, dies macht der Vorstandsvorsitzende des DGRV, Dr. Eckhard Ott, deutlich, tragen Genossenschaften nicht nur zur Lösung wirtschaftlicher Herausforderungen bei. Vielmehr spielen sie auch bei der Bewältigung gesellschaftlicher Aufgaben eine eminent wichtige Rolle: Sie fördern die dezentrale Verbreitung erneuerbarer Energien, tragen zu einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung bei oder organisieren die Nahversorgung in ländlichen Regionen. Aber auch für die WAS IST EINE GENOSSENSCHAFT? Genossenschaften sind keine Kapitalgesellschaften, sondern Personenvereinigungen. Der einzelne Mensch, das Mitglied, steht im Mittelpunkt. Genossenschaften haben einen klar umrissenen gesetzlichen Auftrag: die Förderung ihrer Mitglieder, die gleichzeitig auch Kunden sind. Die Einzigartigkeit an der Genossenschaft ist die Identität von Kapitalgeber und Leistungsnehmer. Der Teilhaber, also das Mitglied einer internationale Entwicklungszusammenarbeit leisten Genossenschaften einen bemerkenswerten Beitrag. Immerhin sind weltweit über 800 Millionen Menschen Mitglied von Genossenschaften, davon allein in Europa 117 Millionen. Auch wenn die Genossenschaftsidee in Deutschland ihre Wurzeln hat, so gilt Frankreich mit 23 Millionen Genossen als das Land mit den meisten Genossenschaftsmitgliedern. Einen noch höheren Anteil an der Bevölkerung weisen die Genossenschaften in Schweden und Finnland auf. In Asien sind über 45 Millionen Menschen Mitglied einer Genossenschaftsbank. Und sogar in den USA liefern mehr als 900 Elektrizitäts-Genossenschaften Strom für mehr als 42 Millionen in 47 Bundesstaaten. Dass in Deutschland der für dieses Jahr gewählte Slogan Ein Gewinn für alle Die Genossenschaften auch mit entsprechenden Zahlen untermauert werden kann, versteht sich von selbst. Immerhin sind derzeit exakt 5688 genossenschaftliche Unternehmen registriert, davon 2480 ländliche Genossenschaften, mehr als 2000 gewerbliche Genossenschaftsunternehmen und 1138 Genossenschaftsbanken. Betreut werden die rund 18 Millionen Mitglieder die ja auch Kunden sind von Beschäftigten. In Bayern bekennen sich 2,67 Millionen Menschen durch ihre Mitgliedschaft zur Genossenschaftsidee, davon 2,4 Millionen bei den Kreditgenossenschaften sowie im Bereich Warenund Dienstleistungen. Von Kreditklemmekeine Rede Die Zahl der Kunden bei Volksbanken und Raiffeisenbanken im Freistaat beträgt 6,7 Millionen. Vor diesem Hintergrund jeder vierte erwachsene Bayer ist Genossenschaftsmitglied sieht der Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern, Stephan Götzl, speziell die bayerischen Kreditgenossenschaften als verlässlichen Partner des Mittelstandes: Darauf können die Firmen auch 2012 setzen, wenn sie Kredite nachfragen. Von einer Kreditklemme geht Götzl jedenfalls nicht aus, vorausgesetzt, eine politisch motivierte und sachlich ungerechtfertigte Verteuerung von Firmenkrediten durch Basel III werde vermieden. Und was verbirgt sich grundsätzlich hinter diesem Erfolgsmodell? Für Georg Thurner, den Vorstandsvorsitzenden der Sparda-Bank Ostbayern, ist es entscheidend, dass überzeugte und zufriedene Kunden dem Vorstand einer Bank wichtiger sein müssen als die bloße Zahl in der Erfolgsbilanz: In einer Genossenschaft stehen Werte wie Treue, Nachhaltigkeit und Rendite in Freundschaft miteinander. Das genossenschaftliche Prinzip verbindet beides: Unsere Mitglieder sind von dieser Unternehmensform überzeugt und haben deren Nutzen erkann. Vor allem aber fasziniert Georg Thurner, dass hier freiheitliche Eigenverantwortung gegeben sei und gleichzeitig alle zusammenhelfen. Solidarität dieser Art werde wohl in keiner Unternehmensform sonst so gelebt. Genossenschaft, hat Stimmrecht in der Vertreterversammlung beziehungsweise bei der Vertreterwahl. Hier wird zum Beispiel darüber abgestimmt, wie der Reingewinn verwendet wird. Jedes Mitglied hat im übrigen nur eine Stimme, unabhängig davon, wie viele Geschäftsanteile man besitzt. Allein bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken sind derzeit 16,7 Millionen Kunden zugleich auch Teilhaber ihrer Bank. Raiffeisen: Der Name wurde zur Marke Der Sozialreformer schaffte den Schritt vom wohltätigen Verein zur Genossenschaft KOBLENZ. Es waren Mitte des 19. Jahrhunderts politisch und wirtschaftlich verheerende Zeiten und ein ganz k0nkretes Erlebnis, wodurch Friedrich Wilhelm Raiffeisen zu einem auch international anerkannten Sozialreformer wurde. Eigentlich wollte er zum Militär, sattelte aber wegen eines Augenleidens auf Verwaltungsbeamter um und wirkte so ab 1845 als Bürgermeister der Gemeinde Weyerbusch im Westerwald. Erlebte erschondamalssehrhautnahdienot der Bevölkerung ( ausgelöst durch wucherisches Treiben ), so galt es nach der katastrophalen Missernte des Jahres 1846 nicht mehr und nicht weniger, als die Menschen vor dem Hungertod zu retten. Raiffeisens Lösung war die Gründung des Weyerbuscher Brodvereins, durch den die wohlhabenden Bürger aufgefordert wurden, Geld für den Kauf von Mehl zur Verfügung zu stellen, damit die Armen Brot gegen Schuldscheine bekommen konnten. Die Kredite wurden dann mit geringen Zinsen zurückgezahlt. Auch der 1854 von Raiffeisen gegründete Heddesdorfer Wohltätigkeitsverein basierte auf der finanziellen Mithilfe Dritter, war er doch davon überzeugt, dass die Situation nur auf der Basis gemeinschaftlicher Selbsthilfe zu verbessern sei. Den Schritt vom wohltätigen Verein zur Selbsthilfe in Form einer Genossenschaft vollzog Friedrich Wilhelm Raiffeisen erst zehn Jahre später, als er 1864 in der Preußischen Rheinprovinz, in Neuwied, den Heddesdorfer Darlehnkassen-Verein aus der Taufe hob, und damit die erste Kreditgenossenschaft Deutschlands. Raiffeisen galt zwar als religiöser Mensch und ging deshalb auch von christlichen Grundprinzipien aus, dennoch aber lehnte er eine religiöse Ausrichtung der Genossenschaften ab. Vielmehr wurde der Leitspruch: Einer für alle, alle für einen für die landwirtschaftlichen Genossenschaften ebenso die Basis des Handels, wie sich der Name des Erfinders Raiffeisen zu einer Marke entwickelte. Die Verbindung von Geld- und Warengeschäft war lange Zeit ein wesentliches Merkmal der Darlehenskassenvereine. Der erste Darlehenskassenverein in der Oberpfalz nach dem System Raiffeisen wurde 1889 in Kirchbuch bei Beilngries gegründet. Wie der Regionaldirektor des Genossenschaftsverbands für Niederbayern und die Oberpfalz, Gerhard Hornauer, betont, waren vielfach Honoratioren des Ortes, aber auch kleine Leute Gründer und Mitglieder der frühen Genossenschaften. Bauern und Landwirte, Grundbesitzer, Ökonomen, Pfarrer, Lehrer, Bürgermeister, Handwerker, Kaufleute und Freiberufler engagierten sich ehrenamtlich. Der Rechner war bis in die Mitte der 50er-Jahre des 20. Jahrhunderts als nebenamtlicher Geschäftsführer die Seele der Genossenschaft. Sein Kassenlokal war nicht selten ein privater Wohnraum. Ihre größte Verbreitung erreichten sie gegen Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit zählte man rund 500 ländliche Kreditgenossenschaften allein in der Oberpfalz. Während sich die gewerblichen Genossenschaften schon 1920 zusammenschlossen und es während der Weltwirtschaftskrise 1930 zu ersten zentralen Sicherungseinrichtungen bei den Kreditgenossenschaften kam, entstand der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) erst Als wichtiges Glied der Wertschöpfungskette Lebensmittel erzielen die 2604 DRV-Mitgliedsunternehmen im Agrarhandel und in der Verarbeitung von Agrarerzeugnissen mit rund Mitarbeitern einen Umsatz von42,8 Milliarden Euro.(go) Oberpfalz: Im Gestern verwurzelt aber an der Gegenwart orientiert Bürger-Energie-Genossenschaften: Ein altes Modell erlebt eine neue Gründungswelle SCHWANDORF. Seit über 120 Jahren entfalten Kredit-, Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften ihre Aktivitäten in der Oberpfalz. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der mittelständischen Wirtschaft unserer Region. Die Aufhebung der Wettbewerbsbeschränkungen, die Professionalisierung der Geschäftsabläufe, die Technisierung des Bankbetriebs und die steigenden Anforderungen seitens der Mitglieder und Kunden an ihre Bank leiteten auch bei den Kreditgenossenschaften der Oberpfalz in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen grundlegenden Wandel ein. Wie der Präsident des Bezirks Oberpfalz im Genossenschaftsverband Bayern, Maximilian Zepf, erläutert, veränderte ebenfalls seit Mitte des 20. Jahrhunderts eine nachhaltige Fusionsbewegung das Erscheinungsbild der Kreditgenossenschaften. Sie bündelten ihre Kräfte und schlossen sich zu größeren Einheiten zusammen. Dadurch ging die Zahl der selbstständigen Kreditgenossenschaften zurück, wogegen die Zahl der Zweigstellen sich beträchtlich erhöhte. Die Kreditgenossenschaften GVB-Präsident Maximilian Zepf. Foto: GVB unterhalten infolgedessen das dichteste Bankstellennetz ganz Bayerns. HeutesindinderOberpfalz31Kreditgenossenschaften mit über Mitgliedern mit ihren Filialen an rund 300 Plätzen vertreten. Im Jahr 2010 erwirtschafteten 3400 Beschäftigte eine Bilanzsumme von 15,4 Milliarden Euro. Von den 70 sonstigen ländlichen (beispielsweise Molkereien, Brennereien, Trocknungsgenossenschaften) und gewerblichen Genossenschaften (Stromgenossenschaften, Bürgerenergiegenossenschaften, Dienstleistungsgenossenschaften) in der Oberpfalz wurden in den letzten beiden Jahren 14 überwiegend im Energiesektor neu gegründet. Wie aktuell die Genossenschaftsidee ist, zeigt die Gründungswelle von neuen Genossenschaften, insbesondere von Bürger-Energie-Genossenschaften. 32 Gemeinden und der Landkreis Regensburg gründeten kürzlich eine Genossenschaft für erneuerbare Energie, kurz KERL eg(kommunale Energie Regensburger Land eg), und setzten damit ein Zeichen für die Energiewende im Regensburger Land. Wie das Vorstandsmitgied der Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau betont, seien die Genossenschaften Partner der mittelständischen Wirtschaft. Sie helfen den Menschen, die regionale Wirtschaft zu fördern gemäß dem Grundauftrag nach Paragraph 1 des Genossenschaftsgesetzes den Erwerb und die Wirtschaft der Mitglieder zu fördern, so der Bezirkspräsident weiter. Zu Recht honoriert die UNO diese Leistung mit dem Gedenkjahr,sagtZepf.(g0) DELITZSCH. Was von Wilhelm Raiffeisen einst in den Slogan Das Geld des Dorfes dem Dorfe! gegossen wurde, heißt heute bei den Nachfolgern des anderen großen Verfechters der Genossenschaftsidee, nämlich Hermann Schulze-Delitzsch, nur noch schlicht Menschen für Menschen. Für Erwin Schoch jedenfalls, den Vorstandssprecher der Volksbank Regensburg, gibt es keinen Zweifel, dass die Idee des sächsischen Reformers nicht nur durch seine Creditvereine in der Wirtschaftsgeschichte Eingang gefunden hat. Vielmehr werde dieses Modell auch heute intensiver denn je gelebt. Selbstverantwortung, Selbsthilfe und Selbstverwaltung waren die Prinzipien, nach denen sich Schulze-Delitzsch in seinem Engagement ausrichtete und ab 1849 die ersten Genossenschaftsbanken zu gründen half. Auslöser dieser wirtschaftspolitischen Idee des Sozialreformers und Unternehmensgründers war die Tatsache, dass vor dem Hintergrund der Industrialisierung im 19. Jahrhundert die mittelständischen Handwerker und Gewerbetreibenden große Schwierigkeiten hatten, ihre Betriebe zu finanzieren. Deshalb griff Schulze-Delitzsch das insbesondere im Württembergischen bereits bekannte Modell der lokal verankerten Kreditgenossenschaft auf und machte daraus den Delitzscher Vorschussverein, in dem sich die Mitglieder gegenseitig mit Krediten aushalfen. Statt die Folgen des wirtschaftlichen Umbruchs mit staatlicher Hilfe abzufedern, forderte Schulze-Delitzsch ein anderes Konzept. Sein von ihm proklamiertes Wirtschaftsprinzip bestand eher aus der Selbsthilfe, der Bestätigung der eigenen Kraft sowie der Verantwortlichkeit für das eigene Geschick. Noch vor dem Vorschussverein hatte Schulze-Delitzsch 1849 die Schuhmacher-Assoziation gegründet, wobei sich erstmalig einzelne mit einem Ziel zusammenschlossen: Soziale Frage im Fokus Schub aus Regensburg durch Bauerndoktor Georg Heim durch gemeinsamen Einkauf wirtschaftliche Vorteile erlangen, ohne dabei ihre Selbstständigkeit aufzugeben ging der liberale Wirtschaftspolitiker und Anwalt Hermann Schulze aus dem sächsischen Delitzsch einen Schritt weiter. Die Mitglieder und Eigentümer des EilenburgerVorschußvereins stellten Geld zur Verfügung, bildeten auf diese Weise die Basis der Genossenschaft und bestimmten die Unternehmenspolitik. In diesem Zusammenhang führte Schulze-Delitzsch auch den Begriff Volksbank ein und gab Tipps zu deren Gründung. Und so gründeten zum Beispiel zwölf Personen vor jetzt mehr als 140 Jahren den Credit-Verein zu Regensburg als eine Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht und ohne Beschränkung auf eine bestimmte Zeit, wie Erwin Schoch erläutert. Zweck des Unternehmens Creditverein seiesgewesen,getreu dem Prinzip der Gegenseitigkeit den Mitgliedern die für den Betrieb ihrer Firmen notwendigen Geldmittel zu beschaffen: Mit diesem Zusammenschluss waren die Wurzeln unserer heutigen Volksbank gelegt. Die heute größte bayerische Genossenschaftsbank, die LIGA Bank, war bereits 1917 in Regensburg als Verband der katholischen Ökonomiepfarrer Bayerns gegründet und zwei Jahre später auf alle katholischen Geistlichen ausgeweitet worden. Die rechtliche Basis dafür hatte Schulze-Delitzsch als Reichstagsabgeordneter gelegt. Unser heutiges Genossenschaftsgesetz beruht auf dem von ihm erarbeiteten Gesetz betreffend die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften vom 1. Mai 1889.(go) REGENSBURG. Was ich erlebt habe, ist das Schwerste, was einem Menschen passieren kann, die Zerstörung seines Lebenswerkes. Und tatsächlich: Als die Nazis 1933 in Deutschland die Macht übernahmen, gingen nicht nur alle landwirtschaftlichen Organisationen zwangsweise im Reichsnährstand auf, vielmehr wurden die Ideen eines Mannes im wahrsten Sinne des Wortes zu Grabe getragen, der von Regensburg aus der mittelständisch strukturierten Landwirtschaft vor allem sozialpolitisch und mit Blick auf die Bildung weitergeholfen hatte: Dr. Georg Heim, genannt der Bauerndoktor, gilt als Begründer der Zentralgenossenschaft der bayerischen Bauernvereine und brachte nicht zuletzt die Landvolk-Hochschulbewegung auf den Weg. Eigentlich hatte der gebürtige Aschaffenburger Neue Sprachen und Wirtschaftswissenschaften studiert, bei Lujo Brentano in München zum Dr. oec.publ. promoviert, war aber in Freising als Mittelschullehrer tätig. In der Oberpfalz stellte sich Georg Heim nicht nur dem 1893 gegründeten Bayerischen Landesverband landwirtschaftlicher Darlehenskassenvereine als Wanderlehrer zur Verfügung, sondern gründete selbst etliche Darlehenskassenvereine. Seit 1897 auch Landtags- und Reichstagsabgeordneter gehörte Georg Heim zu den Gründern des Bayerischen Christlichen Bauernvereins, der unter anderem 1901 die Landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft für Ein- und Verkauf gründete und damit der Genossenschaftsbewegung einen kräftigen Schub verpasste. Nachdem er aus dem Schuldienst ausgeschieden war, suchte er eine neue Herausforderung und fand sie in Regensburg. Hier entstand 1907 das Hauptgebäude der Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft, von wo aus sich über mehr als 20 Jahre hinweg die Regensburger Genossenschaftsorganisation zu einer besonderen Einrichtung entwickelte. Wie Prof. Ludwig Hüttl betont, arbeitete Georg Heim bewusst nach den genossenschaftlichen Prinzipien Raiffeisens, der ebenso wie Hermann Schulze-Delitzsch die Selbsthilfe, die Selbstverantwortung und die Selbstverwaltung in den Mittelpunkt gerückt hatte. Und was machte der Bauerndoktor anders? Im Gegensatz zu der 1923 vom Darlehenskassenverein Ramspau bei Regensburg mitgegründeten BayWa schüttete die 1926 aus der Taufe gehobene Genossenschaftliche Warenzentrale Regensburg, kurz Gewa genannt, keine Dividende aus, sondern verzinste nur die Geschäftsanteile. Bereits seit 1904 hatte Heims Zentralgenossenschaft den gesamten Reingewinn für sozial- und bildungspolitische Aufgaben ausgegeben.ganz in der Tradition Raiffeisens sah Georg Heim den eigentlichen Sinn das Genossenschaftswesens inder Lösung der sozialen Frage. Überregional bekannt wurde dievon ihm gegründete Regensburer Bauernuniversität für junge Landwirte. Auch wenn eine Fusion der Regensburger Zentralgenossenschaft etwa mit der Münchner Organisation vernünftiggewesen wäre,für GeorgHeimkamdies nieundnimmer infrage. Für ihn hätte dies den Verzicht auf sozial- und bildungspolitische Aktivitäten bedeutet.dr. Heim sprach sich für eine möglichste Freiheit für die genossenschaftlicheentwicklung aus. Doch diese Freiheit war dahin, als die Nazis die Macht ergriffen. Bereits zuvor hatte sich Dr.Heim aus der Öffentlichkeit zurückgezogen starb der Bauerndoktor verbittert in Würzburg.(go)

5 SEITE 6 FEBRUAR 2012 POLITIK WIRTSCHAFTSZEITUNG SpürbareVorteileaufbeidenSeitenderGrenze Grenzüberschreitende Industriestandortkarte der IHK verdeutlicht enge Kooperation tschechischer und bayerischer Firmen PILSEN/REGENSBURG. Kooperationen beiderseits der Grenze sind so erfolgreich, weil die Strukturen in Ostbayern und Westböhmen sich sehr ähnlich sind. Anlässlich der Präsentation der neuen grenzüberschreitenden Industriestandortkarte der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim betonte der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Josef Beimler mit großem Nachdruck, dass zwischen Pilsen und Regensburg Handel, Dienstleistungen und besonders die Industrie immer enger zusammenarbeiten. Als Beispiel nennt Beimler die Firma Lintech aus Domažlice, einen Spezialisten für Laserbeschichtung, der sich verstärkt in Ostbayern engagiert und über das regionale Mechatronik- Cluster mit den Nachbarn vernetzt sei. Dabei haben sich solche Kooperationen längst zu einer Win-win-Situation entwickelt. Umgekehrt setzen neben dem Oberpfälzer Mittelstand auch Konzerne mit Sitz außerhalb der Region zunehmend auf die hohe Produktivität im ostbayerisch-westböhmischen Raum und investieren auf beiden Seiten der einstigen Grenze. Ähnliche Anteile am Umsatzkuchen Mit Blick auf die grenzüberschreitende Industriestandortkarte (dafür wurden in den Betrieben des verarbeitenden Gewerbes mit über 20 Mitarbeitern Beschäftigtenzahl und Umsätze ermittelt) zeigen sich in Ostbayern und in Westböhmen durchaus Ähnlichkeiten in Bezug auf die Schlüsselbranchen wie etwa die Herstellung von Metallerzeugnissen sowie Nahrungs- und Futtermitteln oder auch DIEWIRTSCHAFTSREGION OSTBAYERN-WESTBÖHMEN... Frankfurt Nürnberg Neumarkt Neustadt/WN Amberg-Sulzbach München Amberg Kelheim Berlin Weiden Regensburg Tirschenreuth Schwandorf Quelle:BayerischesLandesamtfürStatistik WZ-Infografik... die Getränkeherstellung und den Maschinenbau. In Ostbayern und Westböhmen finden sich die meisten Betriebe in fast den gleichen Branchen wieder, freilich sind die Größenunterschiede ziemlich auffallend. Zum Beispiel bedeutet im Maschinenbausektor ein ähnlich großer Anteil am gesamten Umsatz-Kuchen des verarbeitenden Gewerbes in der Oberpfalz und dem Landkreis Kelheim 4,16 Milliarden Euro Umsatz, während im Regensburg-Land Karlovy Vary Wien Tachov Cham 25km Bezirk Pilsen die gleiche Quote bereits mit 635 Millionen Euro erreicht wird. In absoluten Zahlen dominiert auf böhmischer Seite ebenso wie in Ostbayern der Kfz-Bereich. Während aber der Bezirk Pilsen hier einen Umsatz von fast 690 Millionen Euro meldet, werden auf bayerischer Seite bei der Herstellung von Kraftwagen und Kfz- Teilen über 7,6 Milliarden Euro umgesetzt. Stark vertreten ist auch der Sektor elektrische Ausrüstungen mit N Nord Rokycany Praha Beschäftigtedes Verarbeitenden GewerbesinBetrieben mit mehr als 20 Mitarbeitern Herstellungvon elektrischenausrüstungen HerstellungvonDV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen Maschinenbau HerstellungvonKraftwagen und Kraftwagenteilen Stadt Pilsen spielt dominante Rolle Die Industriestandortkarte selbst zeigt aber vor allem die unterschiedliche Konzentration der Industriebetriebe: Auf tschechischer Seite arbeitet mit 43,2 Prozent fast die Hälfte der knapp Industriebeschäftigten in der Stadt Pilsen. Die Stadt Regensburg mit und der Landkreis Regensburg (10 580) weisen dagegen nur 29,5 Prozent der weit über im IHK-Bezirk registrierten Beschäftigten des Verarbeitenden Gewerbes auf. Auffallend viele Industriebeschäftigte finden sich aber auch in den Landkreisen Schwandorf mit beinahe Mitarbeitern sowie dem Landkreis Cham, der mit mehr als Beschäftigten ein ähnlich hohes Niveau erreicht. In dieser Liste der Industriebeschäftigten des IHK-Bezirks folgt der Landkreis Neumarkt ( Beschäftigte) vor dem Landkreis Kelheim (knapp Beschäftigte), Neustadt/Waldnaab mit 9200 Arbeitnehmern, Tirschenreuth(8113), dem Landkreis Amberg-Sulzbach (7838) und der Stadt Amberg mit 7780 Beschäftigten sowie der Stadt Weiden, wo 5246 in der Industrie Beschäftigte registriert waren. Auf tschechischer Seite folgen hinter Pilsen die Kreise Tachov und Klatovy mit jeweils Beschäftigten vor Domazlice und Rokycany, wo derzeit über 5400 beziehungsweise 3200 Menschen im verarbeitenden Gewerbe tätigsind.(go) HerstellungvonNahrungsund Futtermitteln und Getränkeherstellung Herstellungvon Metallerzeugnissen HerstellungvonGlaswaren, Keramik,Verarbeitung von Steinen und Erden HerstellungvonGummiund Kunststoffwaren SonstigeBranchen einem Umsatz von 5,2 Milliarden Euro in der Oberpfalz sowie knapp 350 Millionen Euro auf tschechischer Seite. Nahrungs- und Futtermittel sowie die Getränkeherstellung erreichen im Bezirk der IHK Regensburg einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro. Dem steheninwestböhmenmehrals600millionen Euro gegenüber. In diesem grenzüberschreitenden Vergleich schneidet Pilsen zudem bei der Herstellung von Metallerzeugnissen äußerst beachtlich ab: mit einem Umsatz von rund 480 Millionen Euro gegenüber 1,5 Milliarden Euro in der Oberpfalz. EIN GEWINN FÜR DIEOBERPFALZ Milchindustrie eg auf demwegzualterstärke BayBG engagiert sich bei bedeutender Molkerei in Bayern LANDSHUT. Die BayBG Bayerische Beteiligungsgesellschaft München hat sich bei einem der bedeutendsten Molkereiunternehmen Bayerns, der Bayerische Milchindustrie eg (BMI), Landshut, als stiller Gesellschafter engagiert. Das Kapital der BayBG wird für neue Investitionen eingesetzt, stärkt die wirtschaftliche Eigenkapitalbasis und unterstützt den Abschluss des Restrukturierungsprozesses. Die Molkereigenossenschaft BMI, die mit 800 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 420 Millionen Euro erwirtschaftet, setzt damit ihre erfolgreiche Konsolidierung fort. Grundlage des schnellen Umstrukturierungserfolgs waren die gezielten Produktions-, Vertriebs- und Produktoptimierungen, die von den beiden Vorständen, Peter Hartmann und Thomas Obersojer, flankiert von Ralf Wonnemann (CRO Chief Restructuring Officer), umgesetzt wurden. Gleichzeitig wurden Risiken aus starren Preisvereinbarungen in den Milchkaufverträgen, die mit zur schwierigen Situation der BMI beigetragen hatten, durch Vertragsergänzungen reduziert, um einen flexibleren und marktnäheren Einkauf zu ermöglichen. Durch die Konzentration auf das Kerngeschäft, das aus den Sparten Trockenprodukte (Milch- und Molkereiverarbeitung), Frischprodukte und Käse (Schnittkäse, Hartkäse, Mozzarella und Edelpilzkäse) besteht, hat sich das Unternehmen von Verlustbringern und Randbereichen, zum Beispiel von der Tochterunternehmung Inntaler (Produktion von Milchaustauscher und Mineralfutter) getrennt. Die Zahl der Produktionsstandorte in Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt wurde auf neun reduziert. Auch wenn diese Maßnahmen zumteilschmerzlich waren, so waren sie dennoch notwendig und bereits kurzfristig erfolgreich, so Vorstandssprecher Hartmann. Ergänzend erläutert Obersojer: Nach diesen ersten und wirkungsvollen Maßnahmen zur unternehmerischen Neuausrichtung bildet die BeteiligungderBayBGsoetwaswiedasSahnehäubchen unserer Umstrukturierungsmaßnahmen. Das Engagement der Bayerischen Beteiligungsgesellschaft ermögliche es, die Finanzierungsbasis zu stärken, das Vertrauensverhältnis zu den übrigen Financiers noch einmal zu vertiefen und den Konsolidierungs- und Wachstumsweg konsequent weiter fortzusetzen. Allein im Geschäftsjahr 2011/2012 werden knapp 20 Millionen Euro investiert. Die 1952 gegründete Genossenschaft BMI Bayerische Milchindustrie mit Sitz in Landshut zählt aktuell 27 Mitglieder. Jährlich werden an die 800 Millionen Kilogramm Milch an den zukünftig neun Produktionsstandorten verarbeitet, vom niederbayerischen Winzer und dem oberpfälzischen Tirschenreuth bis nach Bozen und Tschechien. Der Exportanteil beträgt mehr als 50 Prozent. Mit rund 800 Mitarbeitern wurde 2010 ein Jahresumsatz von 420 Millionen Euro erwirtschaftet. Die BayBG gilt als einer der größten Beteiligungskapitalgeber für den Mittelstand. Sie ist aktuell bei rund 500 Unternehmen mit über 300 Millionen Euro engagiert. Mit ihren Beteiligungen und Investments ermöglicht die BayBG mittelständischen Unternehmen die Umsetzung von Innovations- und Wachstumsvorhaben, die Regelung eines Gesellschafterwechsels oder der Unternehmensnachfolge, die Optimierung der Kapitalstruktur sowie die Umsetzung von Turn-around-Projekten.(wz)

6 WIRTSCHAFTSZEITUNG POLITIK FEBRUAR 2012 SEITE 7 OberpfälzeroptimistischeralsBayern Bei Geschäftserwartungen der Metall- und Elektroindustrie überwiegen die zuversichtlichen Stimmen US-Armee zieht 7000 Soldaten ab Arbeitsplätze gefährdet VON GERD OTTO Die Oberpfalz-Repräsentanten von bayme vbm (v. li.): Geschäftsführer Hermann Brandl, Harald Mayrhofer, Johann Lang Foto: Michel REGENSBURG. Die Lage der Metall- und Elektroindustrie in der Oberpfalz stellt sich nochmals besser dar als im Sommer, gleichzeitig aber haben sich die Erwartungen der Unternehmen für das erste Halbjahr 2012 eingetrübt. Auf diesen Nenner lässt sich die neueste Umfrage der bayerischen Metallund Elektro-Arbeitgeber bayme vbm unter ihren 318 Mitgliedsbetrieben der Region bringen. In diesen Firmen sind derzeit rund Mitarbeiter tätig, nachdem im vergangenen Jahr zwischen Januar und Oktober bei Metall und Elektro immerhin 2500 zusätzliche Stellen geschaffen worden waren. Bayernweit wurden hier neue Arbeitsplätze registriert. Für das kommende Jahr 2012 werde sich, so Harald Mayrhofer und Johann Lang als Vorstandsvorsitzende des Verbandes, der Beschäftigungsaufbau spürbar verlangsamen, obwohl ein Drittel der Unternehmen auch künftig zusätzliche Stellen schaffen will. Arbeitsplatzabbau befürchten nach dieser Umfrage gut sieben Prozent. Unterm Strich rechnet der Verband für die Oberpfalz mit rund 500 zusätzlichen Beschäftigungsverhältnissen. Aktuell bewerten mit Blick auf das Inlandsgeschäft fast drei Viertel der Oberpfälzer Betriebe ihre Lage als gut, lediglich vier Prozent zeigten sich im Rahmen der Konjunkturumfrage unzufrieden. Das Exportgeschäft wird von rund 63 Prozent als gut beurteilt, 7,5 Prozent kamen dagegen zu einer negativen Einschätzung. Was die Erwartungen für das erste Halbjahr 2012 im Inlandsgeschäft angeht, überwiegen bei den Oberpfälzer M+E-Unternehmen offenbar die zuversichtlichen Stimmen mit zwölf Prozent gegenüber der Skepsis, die es auf vier Prozent bringt. Keine Veränderung erwarten hier 84 Prozent der Mitgliedsbetriebe. Beim Export erwarten 13 Prozent der Betriebe sogar eine weitere Verbesserung, knapp sieben Prozent gehen von einer schlechteren Entwicklung aus, 80 Prozent von einer unveränderten Lage. Harald Mayrhofer von der zur SGB-SMIT-Gruppe gehörenden Starkstrom-Gerätebau GmbH: Damit blicken die Oberpfälzer etwas weniger pessimisitsch in die Zukunft als Bayern als Ganzes, wo sich positive und negative Erwartungen in etwa die Waage halten. Als bemerkenswert erachten Mayrhofer und sein für Oberpfalz-Nord zuständiger Verbandskollege Johann Lang die Investitionspläne der Betriebe in der Oberpfälzer Metall- und Elektrobranche. Knapp 40 Prozent der Unternehmen nehmen eine Ausweitung in Angriff, vor allem aber machen dabei gut 30 Prozent Erweiterungsmaßnahmen aus. Etwas größer sei der Betrag, der auf Ersatzbeschaffung entfällt, 16 Prozent sind als Rationalisierungsinvestition geplant. Ordentlich, dies ergab die Konjunkturumfrage, stellte sich 2011 die Ertragslage der Oberpfälzer Betriebe dar, wobei 40 Prozent eine Nettoumsatzrendite von vier Prozent und mehr angaben. 16 Prozent der Befragten kamen im vergangenen Jahr nicht über eine schwarze Null hinaus, vier Prozent schrieben auch 2011 Verluste. Der Blick nach vorne zeigt freilich ein hohes Maß an Skepsis und Unsicherheit, die auf einer breiten Palette von Befürchtungen beruht: Von der Schuldenkrise in der Eurozone über die Frage, ob sich die Unternehmensfinanzierung verteuert oder ob der Finanzmarkt in noch größere Turbulenzen gerät, bis hin zur Überlegung, wie sich die Investoren und Verbraucher verhalten, reicht das Arsenal möglicher Beeinträchtigungen. Schon beobachtet man Auftragsstornierungen, die über das übliche Maß hinausgehen, etwa bei den Volumen-Herstellern der Automobilbranche. Dennoch stimmt die Oberpfälzer Metall- und Elektroindustrie keineswegs in einen Rezessionschor ein. Umso mehr gehe es darum, auch in der Tarifpolitik flexibel zu bleiben und Regulierungen eben gerade nicht weiter auszubauen. Eine Verpflichtung zur unbefristeteten Übernahme aller Azubis gehe an der Realität vorbei, bildet doch über ein Drittel der M+E-Betriebe ohnehin über Bedarf aus. Die Arbeitgeber wenden sich außerdem gegen eine Einengung der Zeitarbeit. Ebenso fordert man die Tarifpartner auf, auch in der Entgeltfrage die alles in allem fragile Lage nicht außer Acht zu lassen. GRAFENWÖHR/VILSECK/HOHENFELS. Für Aufregung sorgte in Ostbayern die Meldung, dass die USA zwei der vier in Europa stationierten Kampfbrigaden der Bodentruppen abziehen wollen. Drei der vier europäischen Kampfverbände sind in Deutschland (Bayern und Rheinland-Pfalz) stationiert, der vierte im italienischen Vicenza. Das Pentagon will seine Truppen der veränderten weltpolitischen Lage anpassen und bei den Verteidigungsausgaben sparen. Künftig sollen mehr Soldaten im asiatisch-pazifischen Raum stationiert sein. Besonders betroffen von einer solchen Maßnahme könnten die ostbayerischen Standorte in Grafenwöhr (Landkreis Neustadt/WN), Vilseck (Landkreis Amberg-Sulzbach) und Hohenfels (Landkreis Neumarkt) sein. In der ansonsten strukturschwachen Region ist die US-Armee mit rund 3000 Zivilangestellten der größte Arbeitgeber. Die Folge eines Truppenabzugs wäre der Verlust zahlreicher Arbeitsplätze. Dabei hatte es im vergangenen Jahr noch Grund zur Freude gegeben, als im Rahmen einer Zusammenlegung der europäischen US- Truppen die ostbayerischen Standorte gestärkt wurden. Aus Grafenwöhr kamen bereits erste beruhigende Signale: Generalleutnant Mark Hertling, Kommandeur der US-Truppen in Europa, willdieanzahldersoldateningrafenwöhr nicht reduzieren. Die Entscheidung fällt jedoch nicht vor Ort, sondern im Pentagon.(lf) Naabtal 21 fordert Flüsterbremsen Forum Bahnlärm für menschenverträglichen Verkehr zwischen Hof und Regensburg acut als stille Reserve Anzeige Lydia Wegmann sieht Zeitarbeit als Win-win-Situation REGENSBURG/WEIDEN. Die Aussicht, die Elektrifizierung der Bahnstrecke von Hof nach Regensburg erst bis 2025 zu bekommen, ist für unsere Unternehmen bestandsgefährdend, sorgte sich kürzlich IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes. Schließlich bilden diese 179 Kilometer die letzte nicht elektrifizierte Lücke eines so genannten Ostkorridors, der für den Schienengüterverkehr mittlerweile EU-weite Bedeutung hat, wie die jüngste Aufnahme des Projekts in die Transeuropäische Netzwerkstrategie TEN zeigte. Diese Netze bilden das Rückgrat des gemeinsamen europäischen Binnenmarktes, betonte auch der Oberpfälzer Europa-Parlamentarier Ismail Ertug (SPD) anlässlich eines Treffens mit dem Bahnchef Dr. Rüdiger Grube. Die Zukunft der Güter- und Personenmobilität in Europa liege auf Multimodalität, der intelligenten Verknüpfung aller Verkehrsträger, deshalb müssen wir die Lücken im Netz schließen, so auch EU-Generaldirektor Ruete zum Projekt Ostkorridor. Wennesnachunsginge,wäredie Elektrifizierung schon lange fertig, betonte Grube und verwies gleichzeitig auf die Zuständigkeit des Bundes, der die Elektrifizierung 2015 in den Bundesverkehrswegeplan aufnehmen will, bis zur Fertigstellung würden dann noch Jahre vergehen. Die Region braucht die Strecke aber so bald wie möglich, um wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben, auch der Personenverkehr und die Umwelt würden profitieren. Gerade auch Weidens Oberbürgermeister Kurt Seggewiß als Streckenanlieger gab ein klares Plädoyer für die Elektrifizierung ab: Die Elektrifizierung Reichenbach Hof wird 2013 fertiggestellt, das ist doch ein Schildbürgerstreich, wenn man dann nicht weiterbaut. Bedenken von Bürgerinnen und Bürgern,wie sie zuletzt speziell in Form der Initiative Naabtal 21 aus Altenstadt (Landkreis Neustadt-Waldnaab) artikuliert worden waren, dass nämlich mehr Güterverkehr auf der Schiene mehr Lärmbelastung mit sich bringen werde, glaubte Dr. Rüdiger Grube ausräumen zu können. Wir werden in Zukunft nicht mehr fünf Meter hohe Lärmschutzwände bauen, sondern bekämpfen das an der Quelle, so der Bahnchef. Sogenannte Flüsterbremsen halbieren die Lautstärke beim Bremsvorgang, kosten wenig Geld und sind vor allem unauffällig, meinte Grube. Die Bahn statte neue Waggonsschonheutedamitausundwolle sich nun dafür stark machen, dass EU-weit alle Waggons mit dieser Bremse umgerüstet werden. Das ist ein europäisches Problem, da Waggons ja international zwischen den Betreibergesellschaften ausgetauscht werden. Bahnchef: Lärm als Achillesferse Das Forum Bahnlärm Güterkorridor mit seinem offenbar durchaus provokativ, also in Anlehnung an das Reizwort Stuttgart21, gemeinten Markenzeichen Naabtal 21, hatte an die Spitze seines aktuellen Positionspapiers, ganz unabhängig vom Ostbayern-Besuch des Bahnchefs, ein Zitat von Dr. Rüdiger Grube gestellt. Darin hatte der Vorstandsvorsitzende derdeutschenbahnagdenlärmals die Achillesferse des Schienengüterverkehrs bezeichnet und gleichzeitig betont: Von mündigen Bürgern kann man erwarten, dass sie sich frühzeitig informieren und nicht erst dann aktiv werden, wenn die wichtigen Entscheidungen gefallen sind. Dementsprechend versteht sich das Forum Bahnlärm Güterkorridor Naabtal 21, kurz Forum Bahnlärm, als realer und virtueller Ort, wo sich Bürger und politische Vertreter zum Thema des zukünftigen europäischen Hochleistungsgüterkorridors auf der Strecke Hof-Regensburg und den damit verbundenen Planungen und Folgen informieren und ihre Meinungen austauschen können. Schließlich, so Peter Exner und seine Mitstreiter aus Altenstadt, werde die Bahnstrecke Hof-Regensburg zukünftig sowohl Teil eines nationalen Güterkorridors (Güterkorridor Ost) als auch Teil des europäischen Güterverkehrsnetzes sein. Dieser in den entsprechenden Gutachten genannte Hochleistungsgüterkorridor und die prognostizierten Güterzugzahlen werden nach Auffassung der Kritiker das Bild und die Entwicklung unserer Region und der Kommunen entlang der Bahnstrecke im 21. Jahrhundert nachhaltig prägen. Auf dem Gebiet der Oberpfalz folgt die Eisenbahnlinie von Pechbrunn im Norden bis Regensburg im Süden über eine Strecke von circa 60 Kilometern dem Naabtal (südlich von Reuth bis nördlich von Maxhütte-Haidhof). In einem Aktionsprogramm gegen Bahnlärm und Erschütterungen setzt sich das Forum Bahnlärm für die Umsetzung eines leisen und somit menschenverträglichen Schienenverkehrs ein. Konkret fordert die Initiative die Umrüstung auf lärmarme Bremsen bereits sofort, spätestens bis Ab diesem Zeitraum sollte ein Nachtfahrverbot für bis dahin noch nicht umgerüstete Güterwaggons gelten. DieDeutscheBahnAGunddieprivaten Eisenbahnverkehrsunternehmen werden zudem aufgefordert, ihren Fahrzeugpark umgehend nachzurüsten, die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) sollte bei ihren Ausschreibungen ein entsprechendes Umweltkriterium aufnehmen, und dies nicht nur für uns, sondern auch nachhaltig für unsere Kinder und die nächsten Generationen, die hier im Naabtal gerne leben möchten.(go) REGENSBURG. Die insgesamt trotz mancher Dellen und veritabler Krisen durchaus positive Wirtschaftsentwicklung der letzten Jahre ist eng verbunden mit der Erfolgsstory Zeitarbeit, die sich gleichzeitig auch aus der Schmuddelecke der wirtschaftspolitischen Diskussion befreien konnte. Natürlich hatte die den Unternehmen als Puffer dienende und von Arbeitnehmern durchaus als Sprungbrett benutzte Zeitarbeit gerade in der Krise die veränderte Lage zu spüren bekommen. Zuerst Abbau der Überstunden, dann Reduzierung der Zahl der Zeitarbeitsmitarbeiter, schließlich Kurzarbeit und erst dann Kündigungen bei der Stammbelegschaft so etwa reagieren die Firmen erfahrungsgemäß auf rückläufige Nachfrage. Dennoch ist Lydia Wegmann von der acut Zeitarbeit fest davon überzeugt, dass die Zeitarbeit insbesondere in wirtschaftlich schwieriger Lage Chancen für alle bieten könne. Die seit den frühen neunziger Jahren in dieser Branche äußerst erfahrene Unternehmerin spricht ausdrücklich von einer Win-win-Situation im Dreiecksverhältnis zwischen dem Kunden, dem Zeitarbeitnehmer sowie der Zeitarbeit-Firma. Gerade vor dem Hintergrund der zahlreichen Auf und Abs in der Geschichte der Zeitarbeit verweist Lydia Wegmann mit Nachdruck darauf, wie sehr Zeitarbeitsfirmen ganz normale Unternehmen sind. Schließlich tragen Firmen wie acut Zeitarbeit sämtliche Arbeitgeberpflichten, gewähren und zahlen Urlaub und führen Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer ab. Selbstverständlich sind wir auch an alle bestehenden Arbeits- und Sozialgesetze Lydia Wegmann gebunden, betont Lydia Wegmann. Dies gehöre zur Betreuung der Mitarbeiter, nicht zuletzt auch in Bezug auf ihre Qualifizierung, um letzten Endes das Ziel von acut Zeitarbeit, nämlich den Erfolg des Kundenunternehmens zu gewährleisten. Wie früh ihre Firma auf dem Markt der Zeitarbeit regional wie bundesweit Fuß fassen konnte, lässt sich auch daran erkennen, dass acut Zeitarbeit bereits nach drei Jahren die unbefristete Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung ausgehändigt bekam. Heute versteht sich acut als ein Personaldienstleister, der mit überaus qualifizierten Fachkräften aus dem breiten Spektrum der Haustechnik, handwerklicher Tätigkeit anderer Art sowie kaufmännischer wie medizinischer Berufe seine Kunden dabei unterstützt, personelle Engpässe zu überbrücken und eine optimale Verbindung von Stammund Zeitpersonal herzustellen: Egal ob Teilzeit, halbtags oder Vollzeit unser Team ist auf jeden Fall die stille Personalreserve verschiedener Branchen. KONTAKT ACUT ZEITARBEIT Cranachweg 3, Regensburg

7 SEITE 8 FEBRUAR 2012 FINANZEN WIRTSCHAFTSZEITUNG MehrSpielraumfürRegionalbanken HWK fordert bei Basel III die Ausweitung des Retail-Ansatzes auch auf mittelständische Unternehmen DOX derostbayernindex Firma aktueller Verände- Kurswert rung zum in Vormonat BMWAG 51,36-7,96% SiemensAG 73,41-1,22% KronesAG 36,58-4,44% ContinentalAG 47,79-8,15% MühlbauerAG 21,43-4,03% GrammerAG 13 5,09% InfineonTechnologiesAG 5,79-5,93% PfleidererAG 0,24 0,00% NabaltecAG 6,75 2,27% SchneiderAG 78-6,25% AndritzAG 64,22 0,00% E.ONAG 16,44-9,55% GerresheimerAG 31,85 2,71% EinhellGermanyAG 27,93-9,87% DeutscheSteinzeug Cremerund Breuer AG 0,28-12,50% PilkingtonDeutschlandAG 430 6,17% BHSTabletopAG 11,35-10,42% HeidelbergCementAG 32,13 3,65% DeutscheTelekomAG 8,84-7,34% GeneralElectricCo 13,92 18,67% AmgenInc. 49,8 16,47% DaimlerAG 33,52 0,21% TextronInc. 14,08-1,81% JohnsonControls 23,97 2,61% LearCorporation 30,25-1,43% PolytecHoldingAG 0,076 22,58% KontronAG 5,07-2,57% ToshibaCorp. 3,01-10,15% SüdzuckerAG 24,46 4,75% BechtleAG 25,83-2,89% Stand: präsentiert: DAX =5849(-3,03%) DAX(normiert*) = 939(-3,03%) DOX = 910 (-1,94%) VON TONI HINTERDOBLER, HAUPTGE- SCHÄFTSFÜHRER DER HANDWERKSKAM- MER NIEDERBAYERN-OBERPFALZ Mittelständische Unternehmen sind zum großen Teil über Kredite finanziert. Eine solide Geschäftsbeziehung zur Hausbank ist daher unverzichtbare Voraussetzung für ihre Entwicklung. In unserer Region Ostbayern sind die regionalen Kreditinstitute zumeist Sparkassen und Genossenschaftsbanken regelmäßig Finanzierungspartner der kleinen und mittleren Unternehmen, insbesondere im Handwerk. Diese Partnerschaft kann nur dann reibungslos laufen, wenn die Kreditinstitute den nötigen Spielraum haben, um die Besonderheiten ihrer Kreditkunden in der Geschäftsbeziehung auch zu berücksichtigen. Mit den Regeln zu Basel II hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht diesen Gegebenheiten mit dem Retail-Ansatz für Kredite an Gewerbetreibende und kleinere Unternehmen Rechnung getragen. Wenn das Gesamtkreditengagement weniger als eine Million Euro beträgt, muss die Bank kein aufwändiges formales Rating durchführen, sondern kann interne Regeln zur Bonitätsbeurteilung nutzen. Darüber hinaus sind diese Kleinkredite durch die Bank mit 75 Prozent des sonst geforderten Eigenkapitals zu hinterlegen. Der Grund dafür liegt in der breiten Streuung des Risikos bei der großen Zahl Toni Hinterdobler Foto: Graggo von Kleinkredit-Engagements, die die Bank in ihrem Portfolio hält. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten gaben dem Baseler Ausschuss Anlass, mit Basel III schärfere Vorschriften zur Sicherung von Eigenkapital und Liquidität bei den Kreditinstituten auf den Weg zu bringen. Die europäischen und nationalen Gesetzgeber müssen dieses Regelwerk nun umsetzen. Mit den neuen Vorgaben drohen Gefahren für die Kreditversorgung kleiner und mittlerer Unternehmen. Den deutschen Verhandlungsführern ist es in Basel zwar gelungen, Besonderheiten für die genannten regionalen Institute zu sichern insbesondere mit der Anerkennung von Genossenschaftsanteilen und von stillen Beteiligungen der öffentlichen Hand an Sparkassen als hartem Kernkapital. Die neuen Liquiditäts- und Eigenkapitalvorschriften würden jedoch die Kreditversorgung kleiner und mittlerer Unternehmen erheblich erschweren und verteuern. Offen ist dann auch, ob Basel III zu einer Kreditklemme führt. Zu Recht stellen Unternehmer und Bankenfachleute daher die Frage, ob schärfere Kapitalmarktregeln diejenigen schwächen dürfen, die weder an den Ursachen der Finanzmarktkrise beteiligt, noch Opfer der Turbulenzen an den Märkten waren. Denn gerade mittelständische Unternehmen haben sich während der Krise in Deutschland als stabilisierende Akteure in der Gesamtwirtschaft erwiesen, weil sie flexibel neue Marktchancen genutzt haben. Die Kontinuität in der Versorgung mit Krediten durch regionale, nicht kapitalmarktorientierte Kreditinstitute hatte entscheidenden Einfluss auf die Handlungsfähigkeit dieser Unternehmen. So erwies sich die Vielschichtigkeit der mittelständischen Unternehmen mit einem gesunden Mix an Branchen als tragfähiges Pendant zu dem in Basel II zugrunde gelegten Retail-Ansatz. Bei der Umsetzung der neuen Vorschriften gilt es daher, den Mittelstand zu schonen. Basel III schreibt vor, die Eigenkapitalquote der Kreditinstitute von acht auf mindestens 10,5 Prozent zu erhöhen. Dies würde auch die Eigenkapitalhinterlegung für einen Kleinkredit von heute sechs Euro auf dann 7,90 Euro pro 100 Euro Kreditvolumen erhöhen. Kredite würden dadurch knapper und teuerer. Abhilfe kann nur ein auf 50 Prozent abgesenktes Risikogewicht im Retail-Ansatz schaffen. Zudem ist es angezeigt, die Betragsgrenze von einer Million Euro auf zwei Millionen Euro zu verdoppeln. Die mit Basel III beabsichtigte langfristige Refinanzierungskennzahl würde dazu führen, dass Institute ihren Kunden nicht mehr im bisherigen Umfang langfristige Finanzierungsmittel zur Verfügung stellen können. Diese Langfristkultur, die in der auf Nachhaltigkeit angelegten Investitionsfinanzierung in Deutschland die Regel ist, sollte aber nicht geschwächt werden. Die Bundesregierung muss ihre Stimme in Europa erheben und nationale Spielräume bei der Umsetzung der internationalen Finanzmarktregeln einfordern und dann nutzen. Basel III darf nicht in einer Verordnung auf Ebene der EU-Kommission umgesetzt werden. Vielmehr müssen auf der Grundlage einer EU-Richtlinie Besonderheiten in die Umsetzung durch die Mitgliedsstaaten einfließen können. Nur dann behalten die Regionalinstitute in Deutschland genügend Handlungsspielräume und der Mittelstand seine Kreditversorgung. Schwer einzuschätzen und kostbar Die Ölpreisentwicklung ist für die Wirtschaft ebenso bedeutend wie unberechenbar Devisenabsicherung: VonDeutschlandin diewelt dieoberbank sichertihrenertrag! DeutschlandsUnternehmensinderfolgreichundnutzen diesichbietendenchanceniminternationalenhandel. ObAmerika,derFerneOstenoderdieNachbarstaatenim Osten heimischeunternehmenintensivieren,nachderwirtschaftskrisederletztenjahre,dieaktivitätenindiesenregionen. DieOberbankbietetIhneneinumfangreichesLeistungsangebotimBereichderAbsicherungvonFremdwährungsgeschäften. IhreVorteileimÜberblick: wenigaufwand einfachinderabwicklung transparentepreisgestaltung täglicheinformationen gesichertekalkulationsbasisunddamit verbundenabgesicherteerträge GestaltenwirgemeinsamdiezukünftigenErfolge IhrerinternationalenGeschäfte.KontaktierenSieuns: OBERBANKREGENSBURG 93047Regensburg,ZurSchönenGelegenheit7 0941/ ,www.oberbank.de FRANZINKOFERER Leiter 0941/ MARCUSSTEIN Stv.Leiter 0941/ xin5LändernEuropas. Oberbank.EinbisschenmehralseineBank. MÜNCHEN. Es ist das Lebenselixier der Weltwirtschaft, ebenso unverzichtbar wie allgegenwärtig: Rohöl. Ein Großteil der alltäglichen Gebrauchsgegenstände wie Textilien, CDs, Elektroartikel, Farben, Wasch- oder Arzneimittel verdankt seine Existenz gänzlich oder teilweise dem Öl. Auch als Treibstoff und Grundstoff der chemischen Industrie ist es nicht wegzudenken. So wie die Bedeutung des Rohöls für das menschliche Dasein nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, ist auch die Preisentwicklung des Rohöls eine schwer berechenbare Größe. Kaum ein Rohstoff unterliegt so vielen Einflussfaktoren. Neben den klassischen Kriterien wie Angebot und Nachfrage, können die politische Lage in den Ölexportnationen, das Verhalten der Spekulanten an den Finanzmärkten und die Konjunktur in den Industrienationen den Preis ebenso verändern wie Extremwetterereignisse, Katastrophen und Mengenschwankungen der Vorräte. Aufgrund dieser vielfältigen und extrem variablen Einflüsse ist eine verlässliche Aussage über die Entwicklung der künftigen Mineralölpreise nicht möglich, sagt Bettina Bäumlisberger, Pressesprecherin beim Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie. Tendenziell aber dürfte der Öl-Kurs nach dem Rekordjahr 2011 auch 2012 weiter nach oben klettern. Die Aufstände in der arabischen Welt hatten vergangenes Jahr die Preise für die Nordsee-Sorte Brent auf durchschnittlich 111 Dollar jebarrelgetrieben sovielwieniezuvor. Die bisherige Höchstmarke von 100 Dollar wurde 2008 erreicht. Vor allem die steigende Nachfrage aus Schwellenländern wie China und Indien trägt durch die damit verbundene Verknappung zu steigenden Preisen bei, erklärt Bäumlisberger. Nachfrage und Angebot werden aller Voraussicht nach noch stärker differieren. Die Internationale Energie- Agentur (IEA) geht davon aus, dass die Öl-Nachfrageinden kommenden Jahrzehnten stetig anziehen und bis 2035 ein Niveau von 99 Millionen Barrel pro Tag erreichen wird. Aktuell sindes89millionenfässeramtag. Für 2012 gehen viele Öl-Analysten davonaus,dassderpreisumetwa1,4 Prozent ansteigen wird. Die Gründe dafür: Die US-Wirtschaft wird sich erholen und die Weltwirtschaft wird insgesamt um 2,4 Prozent wachsen kein berauschender Wert, doch die Öl-Läger sind schlecht gefüllt. Die OPEC(Organization of the Petroleum Exporting Countries) verfügt derzeit über rund 2,6 Milliarden Fass Ölvorräte, das ist der tiefste Wert seit fünf Jahren. Zeitgleich zur steigenden Nachfrage zeichnen sich deutliche Verschiebungen auf der Angebotsseite ab. Nordseeöl ist allmählich am Versiegen, auch Mexiko scheint die besten Öl-Tage hinter sich zu haben. Zum ganz großen Preistreiber könnte eine Verschärfung der Krise um das iranische Atomprogramm werden. Nach Saudi-Arabien wird im Iran derzeit am meisten Öl gefördert. Fällt der Iran aus, schießt der Preis in die Höhe. Zwar ist man das Säbelrasseln aus Teheran und Washington gewohnt, doch je länger die iranische Bombe Zeit hat zu reifen, desto enger Jan. wird der Handlungsspielraum für den erklärten Intimfeind Israel und dessen Schutzmacht USA. Israel hat mehrfach betont, eine Atombombe in den Händen der Mullahs nicht zuzulassen. Egal ob Waffengang, Embargo oder Lieferstopp alles hätte massiveneinflussaufdenwertdesölsund damit auch auf die Weltwirtschaft. Eher für Entspannung könnte dagegen die steigende Produktion in den USA sorgen. Dank neuer Förderungstechnologie, dem Fracking, produzieren die Vereinigten Staaten mehr vom fossilen Brennstoff. Steigende Ölproduktion melden auch Russland und Kanada. Libyen ist als Ölproduzent schneller aktiv geworden, als nach dem Sturz Gaddafis zu erwarten war. Auch die europäische Schuldenkrise könnte Einfluss auf den Preis haben, sollte es nicht zu einer Lösung kommen. Ein Kollaps der europäischen Wirtschaft würde zu einem Kollaps des Ölpreises führen. Die Schwierigkeiten exakter Vorhersagen zeigen auch die Prognosen der Banken: Hier reicht die Bandbreite von 85 Dollar zur Jahresmitte bis hin zu 122 Dollar pro Barrel West Texas IntermediateEnde2012.(tr)... Dollar Barrel Dollar Barrel 150 1Barrel = ,987Liter Quelle:tecson ENTWICKLUNG DES ROHÖLPREISES SEIT Feb. März Apr. Mai Juni Juli Aug. Sep. Okt. Nov. Dez WZ-Infografik

8 UNTERNEHMEN WIRTSCHAFTSZEITUNG FEBRUAR 2012 SEITE 9 PERSONALIA PROF. DR. JÜRGEN JERGER WIRD PROREKTOR DER UNI REGENSBURG Der Hochschulrat der Universität Regensburg hat am Dienstag, 10. Januar, Prof. Dr. Jürgen Jerger zum Prorektor der Universität Regensburg gewählt. Das Aufgabengebiet des 46-jährigen Volkswirtschaftlers umfasst die Bereiche Fundraising, Alumni-Wesen, Internationale Angelegenheiten und Öffentlichkeitsarbeit. Der neue Prorektor übernimmt das Amt rückwirkendzum1.oktober2011undtritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. Ingrid Neumann-Holzschuh an. CONTINENTAL IN REGENSBURG MIT NEUEM LEITER Stabwechsel bei Continental: Thomas Ebenhöch ist seit Jahresbeginn neuer Standort- und Werkleiter an der Siemensstraße in Regensburg, wo der internationale Automobilzulieferer rund 6000 Mitarbeiter beschäftigt. Der 49-jährige Manager folgt auf Wolfgang Güntner, der den Standort seitmitte2008führteundsichnun aus dem operativen Geschäft zurückgezogen hat. Thomas Ebenhöch stammtausambergundistseit1985 für die Automotive Group von Continental und deren Vorläufer Siemens und Siemens VDO tätig. Der gelernte Arbeitswissenschaftler ging 2007 als Standort- und Werkleiter ins tschechische Brandys. Ab September 2010 war Ebenhöch für die Verwaltung der Produktionskapazitäten von weltweit 33 Continental-Standorten zuständig. MONSIGNORE DR. ROLAND BATZ IST NEUER CARITAS- DIREKTOR Mit einem Festakt wurde Monsignore Dr. Roland Batz offiziell von Bischof Gerhard Ludwig Müller offiziell in sein Amt als Direktor des Caritasverbandes im Bistum Regensburg eingeführt. Der 48-Jährige tritt damit die Nachfolge von Monsignore Bernhard Piendl an, der nach München wechseltunddortdiestellungdeslandes-caritasdirektors einnimmt. Im Bistum Regensburg erhalten jährlich über Menschen Hilfe durchdiecaritas.mehrals15000 hauptamtliche Mitarbeiter arbeiten in über 900 sozial-karitativen Einrichtungen, hinzu kommen mindestens noch einmal so viele ehrenamtliche Helfer. Die Hilfe erstreckt sich von der Hilfe für Obdachlose, Beratung für Schwangere, Betreuung von alten und pflegebedürftigen Menschen bis hin zur modernen Hochleistungsmedizin im Krankenhaus. LESEN SIE AUCH WIE BEI MUTTERN Ein schnell wachsender Markt: Zahlreiche Caterer versorgen Kindergärten, Krabbelstuben und Schulen mit Mittagessen. Seite 12 BNI MIT EHRENKODEX Schon beim Frühstück netzwerken: Das Business Network International istauchinderregiontätig. Seite 14 STABWECHSEL Beim Bund Katholischer Unternehmer löst Martin Schmack Dr. Thomas Troidl ab. Seite 14 WZ-INNOVATIONSPREIS Nach dem letzten Kandidaten, den wir in dieser Ausgabe vorstellen, werden die Sieger ermittelt. Seite 16 Catering-BranchestabilinKrisenzeiten Mobile Gastronomie durchdringt den Alltag/ Solides Wachstum/ 5,5 Milliarden Euro Jahresumsatz VON MECHTILD ANGERER Von delikaten Häppchen über Diät-Programme bis zur Alltagskost in der Betriebskantine reicht das Spektrum des Caterings. Foto: istockphoto/positief NEUSTADT A. D. WALDNAAB. Ein Ausflug nach Köln im Jahr 2004 brachte NormanErmer(30)aufdieIdee:InderFeierhochburg am Rhein erlebte der ehemalige Zeitsoldat der Bundeswehr und Discotheken-Barkeeper im Nebenerwerb, wie eine junge Frau mit ihrem Drahtesel von einer Fete zur nächsten tingelte, um Cocktails auszuschenken. Die Getränke hatte sie einfach in den Fahrradtaschen verstaut. Zurück in seiner Oberpfälzer Heimat begann er, dieses Geschäftsmodell umzusetzen. UnderfährtmitBloodyMaryundCo. mehr als gut. Seine Firma Lacocktail erzielt Jahr für Jahr traumhafte Wachstumszahlen. Die Getränke waren damals noch im Keller der Oma eingelagert, erinnertersichandieanfänge.abernicht mit dem Rad, wie sein Kölner Vorbild, sondern mit einem alten Opel Astra machteersichdamalsaufdenwegzu den Veranstaltungen, um das Partyvolk mit den Mischdrinks zu versorgen. Doch auch für ihn war aller Anfang schwer. Gerade dreimal wurde zu Beginn seinemobile Cocktailbar gebucht. Zum Vergleich: Sieben Jahre später stehen schon stolze 250 Veranstaltungen auf dem Einsatz-Programm. Damals hatte sich die Mixerei noch an einem Biertisch abgespielt. Heute baut die Lacocktail -Crew eine ganze Landschaft mit Stehtischen, Palmen und einer bis zu 40 Meter langen Bar aus Acrylglas auf. Eine Bar war esauch, die der Firma zum Durchbruch verhalf, besser gesagt ein Bar-Trick. Um an den Auftrag für die 85-Jahr-Feier eines Großunternehmens zu kommen, hatte Ermer das Bild einer großen, dekorativen Theke vorgelegt. Und die machte mächtig Eindruck. Er bekam den Zuschlag das Problem dabei: Die Bar existierte tatsächlich nur auf dem Papier. Gottseidank hatten wir ein paar Monate Vorlaufzeit, sodass wir sie tatsächlich noch rechtzeitig für dieses Event bauen konnten. Dieses Megaevent war für ihn der Anlass, seinen mobilen Cocktailservice in Neustadt an der Waldnaab auf professionelle Beine zu stellen und seine Firma in eine GmbH umzuwandeln.freizeit ist BERLIN. Die schnell herbei telefonierte abendliche Pizza, das Schnitzel in der Werkskantine, die ernährungsphysiologisch korrekte Mittagsmahlzeit in der Kita und das Gala-Diner im hochherrschaftlichen Ambiente: Catering ist aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken. Neben den Kunden von Partyund Bringdiensten sind auch immer mehr Krankenhauspatienten, Seniorenheimbewohner, Kindergartenkinder und Besucher von Sport- oder anderen kulturellen Veranstaltungen auf diese Art der Verpflegungsdienstleistung angewiesen. Laut Definition des Statistischen Bundesamtes umfasst das, was landläufig, aber unvollständig mit Partyservice bezeichnet wird, eine große Bandbreite an Verpflegungsdienstleistungen. Korrekt ist die Unterscheidung in Cateringleistungen für Einzelveranstaltungen oder einen bestimmten Zeitraum sowie Bewirtungsleistungen auf Lizenzbasis, beispielsweise in Sport- oder ähnlichen Anlagen. Erstere umfasst die klassischen Event-Caterer, den Party-Service, also vertraglich vereinbarte Verpflegungsdienstleistungen zu einem bestimmten Anlass wie Hochzeit oder Firmen-Weihnachtsfeier an einem vom Kunden angegebenen Ort. Die zweite Kategorie ist weniger glamourös, dafür alltäglicher und umsatzstärker: Die Erbringung sonstiger Verpflegungsdienstleistungen umfasst vertraglich vereinbarte Verpflegungsdienstleistungen für eine bestimmte Zeitdauer, zum Beispiel für Verkehrsunternehmen, und Bewirtungsleistungen auf Lizenzbasis in Sport- und ähnlichen Anlagen. Der größte Teil des Kuchens fällt auf den hier ebenfalls subsumierten Betrieb von Kantinen, beispielsweise in Fabriken, Bürogebäuden, Krankenhäusern, Universitäten oder Schulen auf Lizenzbasis. Mit Catering, und hier speziell mit dem letztgenannten Contract Catering, lässt sich in Deutschland gutes Geld verdienen. Das verrät die Liste der Top 40 Caterer Deutschlands, die jährlich vom Branchenmagazin gvpraxis veröffentlicht wird und die Catering-Geschäftsbereiche Betriebsrestaurants, Kliniken und Krankenhäuser, Seniorenheime, Schulen/Mensen/Kita und neue Märkte (hier bezogen auf Stadioncatering und klassischen Party-Service) getrennt betrachtet. Insgesamt 3,2 Milliarden Euro Umsatz machten die besten 40 zusammen im Jahr2010,aufdassichdieaktuellsten Erhebungen beziehen. Angeführt werden die Top 40 von der Compass Group Deutschland GmbH: Die Gruppe mit Sitz in Eschborn hat im Jahr Millionen Euro umgesetzt, den Löwenanteil davon, nämlich 485 Millionen, in Betriebskantinen. Weitere 117 Millionen entfallen auf die neuen Märkte. Damit, und auch mit etwa Mitarbeitern (Teilzeitarbeiter inklusive) ist die Compass Group einsame Spitze, mit großem Abstand auf die zweitplatzierte Aramark Holdings GmbH& Co. KG aus Neu-Isenburg: Die setzte 2010 mit 6900 Mitarbeitern 391 Millionen Euroum,wovon290MillionenaufBetriebsrestaurants fallen. Auch, wenn seitdem für ihn absolute Mangelware. Doch das Powern hat sich für Ermer gelohnt. Wir verbuchen seitdem jedes Jahr ein Umsatzplus von 100 Prozent. AuchdieMannschaftistindenletzten Jahren zahlenmäßig deutlich gewachsen. Heute sind es 30 Männer und Frauen, die auf Geringverdiener-Basis als Service- und Logistikkräfte oder als Barkeeper die Lacocktail -Farben vor Ort repräsentieren. Und auf sein Team ist der 30-Jährige mächtig stolz: Sie sind mit Begeisterung bei der Sache. Für 2012 hat sich der Jungunternehmer wieder Einiges vorgenommen. Neben Cocktailkursen und der eigenen Eventreihe Camouflage werden seit Anfang des Jahres die Show-Trainings forciert. Wir wollen zukünftig noch mehr Action an der Bar bieten, so Ermer. Zudem betreibt man ein so genanntes Superior-Catering, um den Kunden neben Cocktails auch kulinarische Schmankerl anbieten zu können.(xtk) im Gesamtverbund der Hotellerie und Gastronomie der Bereich PachtkantinenundCatering nurmiteinemumsatzanteil von zehn Prozent vertreten ist, zeigt sich die Branche erstaunlich stabil: Laut Erhebungen des Deutschen Hotellerie- und Gastronomieverbandes Dehoga steigen die Umsatzzahlen entgegen dem Abwärtstrend der Gastronomie beim Catering kontinuierlich sieht man von einer Umsatz- Delle im Krisenjahr 2009 ab, die mittlerweile allerdings schon wieder aufgeholt wurde. Während die Gastronomie von 43,5 Milliarden Euro Umsatz 2001 auf 32,5 Milliarden im Jahr 2010 einen Einbruch von 25 Prozent verkraften musste, vermeldet das Catering im gleichen Zeitraum eine moderate Steigerung von 4,9 auf 5,5 Milliarden Euro. Auch die Entwicklung der Arbeitnehmerzahlen ist beim Catering seit 1999 kontinuierlich steigend: Während sowohl in der Hotellerie und noch viel mehr im Gaststättengewerbe Personal abgebaut wurde, stiegen die Beschäftigungszahlen bei den Caterern und Pachtkantinen von imjahr2001auf113000imjahr2010. Im alltäglichen Leben konkurriert das gastronomisch geprägte Catering mit anderen Marktteilnehmern aus der Lebensmittelbranche: Bäckereien, Metzgereien und der Lebensmitteleinzelhandel sind gerade beim Event-Catering scharfe Mitbewerber. Was der Catering-Branche besonders sauer aufstößt, ist, dass hier im Gegensatz zum klassischen Catering ein geringerer Mehrwertsteuersatz anfällt, wenn sich die Dienstleistung ausschließlich auf die Anlieferung der Speisen beschränkt. Wird auch Geschirr mitgeliefert oder Essen vor Ort aufgewärmt, schlägt bereits für die gesamte Leistung der höhere Steuersatz zu Buche. Der Dehoga plädiert deshalb für eine Vereinheitlichung des Mehrwertsteuersatzes auf sieben Prozent. Schließlich gelte inzwischen schon in 14 von 27 EU-Staaten der reduzierte Steuersatz. Ein wichtiges Argument bezieht sich dabei auf Gesundheit und Nachhaltigkeit. Es könne nicht politisch gewollt sein, dass die Tiefkühlpizza oder die Bratwurstsemmel mit sieben Prozent besteuert würden, das Wiener Schnitzel oder der frische Salat im Gasthaus aber mit 19 Prozent. Große Bühne für Bloody Mary und Kumpel Caipi Norman Ermer gründete 2004 seinen mobilen Cocktailservice und verzeichnet inzwischen ein Jahreswachstum von 100 Prozent Unternehmer Norman Ermer hat selbst als BarkeeperinDiscotheken jede Menge Erfahrungen im Cocktail- Mixen sammeln können. Foto: Kurtz

9 SEITE 10 FEBRUAR 2012 CATERING WIRTSCHAFTSZEITUNG KOMMENTAR Trendwende? VON MECHTILD ANGERER EsmussnichtimmerKaviarsein Christoph Hauser macht Lust auf gut gemachte saisonale Küche mit Produkten frisch aus der Region Die schnelle PizzavordemFernseher, die Currywurst am Spielfeldrand, die leckeren Party-Häppchen: Mit geliefertem Essen, besonders mit solchem, das wir im Stehen konsumieren, geht oft ein schlechtes Gewissen einher, es mit der Ernährung wenigergenauzunehmenalses unsguttäte.dochauch,wennobige Bedenken bei manchem BringdienstnichtvonderHandzuweisensind wobeiauchhierdiedosis das Gift ausmacht, bieten Catering und alles, was mit Verpflegungsdienstleistungen zusammenhängt, eine unbestreitbare Chance. Am deutlichsten wird die bei Cateringdiensten für Kindergärten und Kindertagesstätten: Hier könnte eine professionalisierte Verpflegung Vorteile schaffen, die bei der Verpflegung in den Familien, in denen vielfach die Kunst des Kochens nicht mehr beherrscht oder gepflegt wird, nicht gegeben wären. Eine biologisch sinnvolle, saisonale und regional geprägte Küche, die gesund ist und die Lust auf hochwertige, sauber verarbeitete Produkte auch im Erwachsenenalter reifen lässt. UndwasfürKinderrechtist,kann für Betriebskantinen, Kliniken und Seniorenheimen nur billig sein. Wobei genaudasistesebennicht, undkannesgarnichtsein:billig. Denn Qualität hat ihren Preis, wird der vom Kunden nicht bezahlt, bleibt der Nährwert auf der Strecke. Doch eventuell zeigt sich ein Silberstreif am Horizont: Auch in Betrieben wird der Stellenwert der Gesundheitsvorsorge zunehmend anerkannt. Findet diese Erkenntnis ihren Weg in die Betriebskantinen, ist auchimhinblickaufdensich zuspitzenden Kampf um Mitarbeiter allen Seiten gedient. VON MECHTILD ANGERER REGENSBURG. Slow food ist sein Thema: Christoph Hauser versteht sich als Kochhandwerker mit Prinzipien und Ideen, allerdings ohne ideologisch zu werden. Zur Müllvermeidung entscheidet er sich schon mal für den Fünf-Liter-Eimer Sahne aus der Metro und gegen die Alternative ml-becher aus dem Bioladen. Grundsätzlich allerdings legt sich der selbstständige Koch für saisonale Küche und regionale Produkte ins Zeug: Als Hausers Kochlust bietet er Catering, Kurse und Coaching an, immer getreu seinem Motto Genuss mit gutem Gewissen. Lachsforelle statt Lachs Klasse statt Masse, so ganz mühelos lässt sich dieses Prinzip gerade beim Veranstaltungscatering nicht immer umsetzen, wie Hauser an einem Paradebeispiel verdeutlicht: Auf jedem Buffet ist die Räucherlachsplatte als erstes leer. Aber die industrielle Lachsproduktion ist nicht gerade sehr schön deshalb biete ich als Alternative geräucherte Lachsforelle an. Die stammt dann vom Teichwirt aus Wenzenbach und wird immer mit Begeisterung angenommen. Und ganz nebenbei haben die Gäste noch ihr kulinarisches Repertoire erweitern können. Allerdings erlaubt Hauser sich den Luxus, persönliche Grenzen zu ziehen: WennfürwenigeralszehnEuro pro Peron Fleisch gewünscht wird, muss ich passen. Für dieses Geld bekommt man kein Catering mit Fleisch, das meinen Ansprüchen genügt. Womit nicht gesagt sein soll, dass er nicht sofort eine bessere Alternative in petto hat: In solchen Fällen kann ich Gerichte aus saisonalen Gemüsen der Region anbieten mit der entsprechenden Zubereitung lässt das die Gäste schnell alle Gelüste nach Billigfleisch vergessen. Christoph Hauser in der Kochschule Mit seinem Prinzip der Transparenz sieht Christoph Hauser sich im Trend: Die Menschen interessieren sich immer mehr für das, was sie essen. Nicht nur Billigware, auch Convenience-Produkte würden immer weniger toleriert schon gar nicht von einem Koch. Es entwickelt sich eine Schicht, die selbst gut kocht. Das sind meine Kunden. Christoph Hauser ist zwar generell eine One-Man-Show, auf dem Gebiet des Firmencaterings hat er allerdings (selbstverständlich mit Aushilfskräften) schon Veranstaltungen bis zu 300 Personen umgesetzt. Eine der für ihn Foto: florianhammerich.com überraschenden Erfahrungen dabei war, dass die Gleichung Burger für Angestellte, Langusten für Chefs nicht unbedingt aufgeht. Ich habe Manager erlebt, die über eine Kartoffelsuppe glücklich waren. Ganz einfache Sachen sind wunderbar. Das heißt nicht, dass sein Spektrum bei Kartoffelsuppe endet. Aber eines macht Hauser klar: Molekularküche werden Sie bei mir nicht finden. Ein Beispiel, an das der Koch sich gerne erinnert, ist die Veranstaltung Pasta e Opera, für die ihm die Mainburger Firma Volthaus der Bachner Group den Zuschlag erteilte. Das opulente Konzept sah original italienische Pasta mit Live-Opernbegleitung vor. Es wurden Profis engagiert wie Stefan Birkheuser, der schon Schubecks Palazzo ausgestattet hatte. Umso erstaunter war Hauser, als er erfuhr, wen er in der Bewerbungsphase aus dem Rennen geworfen hatte: Meine Konkurrenz war wohl Feinkost Käfer aus München. Keine Frage, die hätten das perfekt hingestellt, aber ich habe den Zuschlag bekommen, weil die Kunden das Gefühl hatten, mit mir ihre Ideen umsetzen zu können. Einladung zum Herrenabend Etwa 50 Prozent seiner Umsätze generiert Christoph Hauser mit Firmenund Privatcatering letzteres war sein Einstieg in die Selbstständigkeit: 2003 startete er ohne eigene Küche mit Kochevents mit und bei Privatleuten. Aus diesem Beginn entwickelten sich Catering und Kochkurse als zwei eigenständige Schienen. Noch bekannter als für sein Catering dürfte Hauser für seine Kochschulesein,fürdieersichindenMarkthallen einmietet; vielleicht ein Relikt aus seinem ursprünglichen Grundschullehramtsstudium, das Hauser zugunsten des Kochens aufgegeben hat. Seine Kurse stellt er mit Bedacht und Humor zusammen, was gut ankommt: Beim Männerkochkurs Herrenabend lautet das Motto alles, was daheim verboten ist was sich hier auf selbstgemachte Pommes, Burger und vielleicht eine Zigarre im Anschluss bezieht. Taste the Waste war kürzlich das Motto nach Weihnachten. Hier ging es darum, aus Resten etwas zu zaubern, zum Beispiel ein Plätzchen-Crumble oder ein Enten-Frikassee. Doch der Name soll nicht in die Irre führen: Dass Essen alles andere als Ramsch sein sollte, ist Hausers eigentliche Mission und die gibt der gelernte Lehrer gerne auch in Kinderkochkursen an die nächste Generation weiter. Bunte Vielfalt: Butler besetzen erfolgreich eine Marktlücke Zwei Regensburger Jungunternehmer liefern Speisen aus über 20 verschiedenen Restaurants in Unternehmen und Privathaushalte REGENSBURG. Weißes Hemd, schwarze Hose, Sakko und eine rote Fliege. Dazu immer höflich sein und ein Lächeln im Gesicht tragen. Das sind Ausstattung und Anforderungen eines modernen Butlers, der in Regensburg Essen ausliefert. Wir wollen einen sehr guten Service bieten und stellen uns in den Dienst unserer Kunden, beschreibt Daniel Pauer die Geschäftsphilosophie von deinbutler.de. Pauer ist Mitinhaber, er führt das Unternehmen gemeinsam mit seinem langjährigen Freund Nemo Kriwoschej-Magnusson. Logistik und Gastronomie Im November 2010 haben die beiden 22 und 23 Jahre alten Jungunternehmer deinbutler.de in Regensburg eröffnet. Wir sind eine Art Logistikunternehmen. Wir liefern Ware, bieten aber auch eine Dienstleistung an, erklärt Chefbutler Daniel Pauer. Das Kerngeschäft seien Lieferungen, weshalb er sein Unternehmen neben der Gastronomie- auch der Logistikbranche zuordnen würde. Ja, in gewisser Weise sind wir schon auch Caterer, bestätigt Pauer nach einigem Überlegen. Inzwischen fahren zehn Studenten für deinbutler.de in Regensburg Speisen sowie Getränke aus und übernehmen ab und zu auch andere Kurierfahrten für das Unternehmen. Das ist ein Nebenjob mit viel Kundenkontakt, sagt Pauer, wir fahren täglich von11bis24uhr.diehauptarbeiterledigen freilich die beiden Inhaber und Geschäftsführer selbst. Da komme man durchaus hin und wieder auf ein Arbeitspensum von 100 Stunden Die Geschäftsführer von deinbutler.de, Daniel Pauer (li.) und Nemo Kriwoschej-Magnusson, wünschen sich, dass ihr Service noch bekannter wird. Foto: deinbutler.de pro Woche, zählt Pauer zusammen. Dennoch: Es rechnet sich. Inzwischen sind wir schon einigermaßen zufrieden,gibterzu. Deinbutler.de liefert Gerichte verschiedenster Restaurants direkt an die Haustür. Derzeit können die Kunden von deinbutler.de auf mehr als 1000 fertig zubereitete Essen von etwa 20 Gastronomiebetrieben zugreifen. Über sind tagesaktuell Speise- und Getränkekarten sowie Preise einsehbar. Die Bestellung nimmt deinbutler.de telefonisch oder übers Internet entgegen. Der Mindestbestellwert beträgt neun Euro. Seinen Service bietet deinbutler.de im Stadtgebiet Regensburg und bis zu 15 Kilometer darüber hinaus an. Bestellt werden sollte allerdings nicht erst, wenn der große Hunger schon da ist, denn je nach Entfernungen kann es bis zu einer Stunde dauern,bisdielieferungdaist. Inder Regel benötigen wir 45 Minuten, sagt Daniel Pauer. Das kommt ganz darauf an, wie viele Restaurants wir für eine Lieferung anfahren müssen und wo die Ware letztlich hingebracht werden muss. Pro Bestellung sei eine Lieferung von bis zu drei Restaurants möglich. Beliebt in der Mittagspause Gerade das schätzen laut Pauer vor allem die Mittagskunden. So schlössen sich mehrere Kollegen immer wieder zu Sammelbestellungen zusammen, wobei jeder nach seinem persönlichen Geschmack bestellen könne. Diese Leistung sieht Pauer als einen großen Vorteil seines Unternehmens. Ein Kollege möchte zum Beispiel etwas vom Chinesen,der andere will italienisch essen und der Dritte vielleicht einen Kebab. Wir können gleichzeitig alle bedienen, verspricht Pauer. Vorgekommen sei es auch schon, dass Firmen Essen für Besprechungen bestellten. Daneben nutzten viele Studenten und junge Familien den Heimservice. Die Kunden kämen aus allen Schichten und Altersklassen. Wie inzwischen bei unzähligen Unternehmen üblich hat auch deinbutler.de für treue Besteller ein Bonuspunktesystem eingeführt. Mit jeder Bestellung können je nach Wert Punkte gesammelt und diese dann später wieder eingelöst werden. Wer als Gastronomiebetrieb den Service von deinbutler.de in Anspruch nehmen und so den Heimservice als Zusatzgeschäft betreiben möchte, dessen Angebot und Leistung müssen stimmen. Es genüge nichtnur eine interessante Speisekarte, sondern die Gerichte müssten schnell gemacht werden können und für eine Lieferung geeignet sein. Die Essen müssen entsprechend hergerichtet werden können und auch der Preis und die Qualität müssen in Ordnung sein, erklärt Daniel Pauer. Darüber hinaus müsse das Restaurant logistisch gut liegen, also leicht anzufahren sein. Andere Städte sollen folgen Nach gut einem Jahr deinbutler.de in Regensburg haben die beiden Inhaber Daniel Pauer und Nemo Kriwoschej- Magnusson die Anfangsschwierigkeiten des Unternehmens hinter sich gelassen. Sie wissen dennoch, dass man immer nachbessern kann. Die größte Herausforderung sei das Budget, beispielsweise für die Anschaffung und den Unterhalt der Autos. Auch müsse man stets darauf achten, dass die Servicequalität stimme und dass gute und freundliche Fahrer im Einsatz seien. Als nächste große Aufgabe haben sich die jungen Unternehmer die Gestaltung einer neuen Internetseite vorgenommen, um ihre Leistungen künftig noch besser darstellen zu können, aber auch, um ihren Kunden das System leichter zugänglich zu machen. Längerfristig wollen die Butler in Regensburg noch bekannter werden. Sie möchten künftig mehr Aufträge generieren und dadurch schließlich ihren Umsatz deutlich steigern. Unser Traum ist natürlich, dass das Ganze weiter wächst und das System irgendwann auch in anderen Städten aufgezogen werden kann, verrät Daniel Pauer seine Vision.(xjt)

10 WIRTSCHAFTSZEITUNG CATERING FEBRUAR 2012 SEITE 11 Lebensmittelper Mausklickkaufen Online-Supermärkte sind deutschlandweit im Kommen DÜSSELDORF. Parkplatz suchen, durch den Supermarkt hetzen, Schlange stehen und anschließend noch Tüten schleppen für die meisten Menschen ist der Wocheneinkauf purer Stress. Bis zu zehn Tage im Jahr verbringt der Durchschnittsdeutsche auf der Jagd nach Gemüse, Wurst, Käse und anderen Lebensmitteln, hat 2011 eine Studie des Online-Supermarkts froodies herausgefunden. In Ländern wie der Schweiz, Frankreich oder Großbritannien gehört der Lieferservice für Lebensmittel längst zum Alltag. Die Bandbreite reicht von kleinen Spezialanbietern für Delikatessen über die Lieferservices großer Supermarktketten bis zum Online- Vollsortimenter. In Großbritannien schreibt der Lieferservice des Discounters Tesco seit mehr als zehn Jahren schwarze Zahlen. In der Schweiz verdreifachte der führende Online- Supermarkt LeShop.ch seine Umsätze in den letzten fünf Jahren. In Frankreich ist darüber hinaus das Konzept der Drive-In-Märkte besonders beliebt. Seit die Supermarktkette Auchan 2004 ihren ersten Drive eröffnete, erledigen immer mehr Kunden ihre Einkäufe online und holen die Ware fertig gepackt am Autoschalter ab. Die deutschen Anbieter hinken in punkto Lieferservice hinterher. Auf die Frage nach dem Warum führen Experten meist die hohe Supermarktdichte an sowie die geringe Bereitschaft der Deutschen, für den extra Service zu bezahlen. Tatsächlich versuchte sich bereits zu Beginn des Jahrtausends der Otto Konzern mit ottolebensmittel.de am Konzept von Online-Bestellung und Lieferung und stellte den Versuch nach drei Jahren wieder ein. Doch jetzt scheint die Zeit reif für einen Neustart. Seit der Onlinehändler Amazon im Sommer 2010 in Deutschland in den Lebensmittelverkauf einstieg, ist Bewegung in den Markt gekommen. Der Internethändler bietet, nach eigenen Angaben, die größte Auswahl an Lebensmitteln, die Ein froodies-mitarbeiter liefert die bestellte Ware aus. es in Deutschland online gibt und liefert mit den gewohnten Service- Partnern. Seither ziehen Einzelhandelsketten und Online-Shops mit eigenen Konzepten nach: Seit dem vergangenen Herbst experimentiert Rewe mit einem Lieferservice und bringt Kunden aus Frankfurt und Hamburg den Einkauf nach Hause. In einigen weiteren Städten können Kunden online bestellen und den Einkauf anschließend abholen. Und auch Kaiser s Tengelmann hat seinen Lieferservice ausgeweitet und versorgt aktuell Kunden in Berlin und München. Real testet das Drive-In-Geschäft und bietet den Service in den Regionen Köln und Hannover. Gehen die Konzepte auf, so können Verbraucher diese Angebote möglicherweise bald bundesweit nutzen. Neben den Lieferservices der Discounter werben auch reine Online- Shops wie froodies oder lebensmittel.de um die Gunst der Kunden. Bei froodies wählen Verbraucher aus einem Sortiment von rund Artikeln, und wer in Dortmund, Düsseldorf, Köln, Münster oder Wuppertal bestellt, erhält seinen Einkauf noch am selben Tag vom Froodies-Lieferanten zum Wunschtermin. Alle anderen Besteller hingegen müssen sich bisher noch zwei bis drei Werktage gedulden. Weitere deutsche Großstädte und Ballungsgebiete sind aber für 2012 in Planung, verspricht Nadin Heer von piâbo, der PR-Agentur von froodies. Und auch lebensmittel.de liefert in ganz Deutschland, doch hier müssen die Kunden ebenfalls ein bis zwei Werktage auf ihre Bestellung warten. Wer sich also zu Beginn des Jahres 2012 vom Discounter oder Online- Vollsortimenter beliefern lassen will, brauchtetwasgeduldoderermussin einem der großen Test-Ballungszentrenleben.UndnocheinenMangelhaben die Konzepte: Wer keinen Zugang zum Internet hat, der kann den Lieferservice in der Regel nicht nutzen.(xpf) Foto: froodies Verführerisches im Gläschen ist der Renner auch auf den Buffets des Party-Engels. EngelfürhimmlischeFeiern Sibylle Berrs Party-Engel bietet Verpflegung und ein stimmungsvolles Ambiente VON MECHTILD ANGERER REGENSBURG. Café und Restaurant, Hotel und Veranstaltungscatering, Verpflegung im Auftrag und Marktstände: Was das Verpflegen und Umsorgen von Gästen angeht, sind Sibylle und Daniel Berr breit aufgestellt. Das Ehepaar betreibt seit dem Jahr 2000 den Catering-Service Party-Engel, 2007 kam zusätzlich das Café-Restaurant und Hotel Altstadt-Engel dazu. Sich um Gäste zu kümmern, das liegt der gebürtigen Regensburgerin im Blut: Die gelernte Hotelkauffrau hat jahrelang im Bischofshof im Service mitgearbeitet und das Hotelcafé gemanagt. Diesen Job muss man mit Leib und Seele machen oder gar nicht, ist ihre Überzeugung. Sibylle Berr hat sich für Ersteres entschieden und mit ihrer umfassenden Erfahrung 1999 mit der Gründung des Party-Engels den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Unsere ersten Schritte haben wir 2000 beim Fest der Bayern gemacht, erinnert sich die Unternehmerin. Damals hat man noch kleine Brötchen gebacken. Unser Anfangsgeschäft bestand in einem Stand mit Bier, Radi und Wurstsemmeln. Nüchterne Räume werden Festsäle Inzwischen haben sich die Größenverhältnisse etwas geändert: Zum Firmenfest der Telekom im vergangenen Jahr in der Donau-Arena versorgte der Cateringservice des Party-Engels nicht weniger als 1600 Gäste. Beim Veranstaltungscatering war das bisher unser Größenrekord, sagt Daniel Berr. Doch inzwischen können wir Gesellschaften bis zu 2000 Gästen aus eigener Kraft meistern. Seine Frau war von dem Ergebnis begeistert: Die Donau-Arena ist als Veranstaltungsort ein Traum, schwärmt sie. Wenn sie dekoriert ist. Mit der Dekoration hat Sibylle Berr ihr persönliches Steckenpferd gefunden, das von den Kunden mit wachsender Begeisterung genutzt wird. Samt, Blumenschmuck, opulente Silberpokale, Engelfiguren, Kerzen als Schmuck für Treppen sind Berrs Waffen gegen allzu nüchterne Räume.DabeidürfensichdieKundenimmer über originale Stücke freuen: Die Berrs erjagen ihre Dekorationsstücke auf regelmäßigen Versteigerungsbesuchen. Im Laufe der Zeit hat das ihre Schatzkammer mit Besonderheiten gefüllt, die nicht jeder zu bieten hat: einen originalen alten Schlitten, auf dem Speisen drapiert werden, einen alten Obststand, der zu Weihnachten zum Stand für Mandeln umgebaut wird, einen alten Kessel für den Glühweinausschank. Bei Erstaufträgen bekomme ich noch genaue Vorgaben, wie der Veranstaltungsort aussehen soll. Doch spätestens ab dem zweiten Mal lassen mir die Kunden meistens völlig freie Hand. Dass Berr ein Händchen für Dekoration hat, kann man auch im Altstadt-Engel gegenüber der Dreieinigkeitskirche sehen: Hier ergeben liebevoll zusammengestellte Einzelstücke ein stimmungsvolles Ensemble, das durch den einheitlichen rot-silbernen Brokatbezugsstoff mit Engelmotiven die thematische Klammer erhält. Auch in den 17 Themenzimmern des Hotels, die von Regensburger Institutionen wie dem Hutmacher Nuslan oder der Bischofshofbrauerei ausgestattet wurden, ist das Augenmerk auf ein schönes Ambiente überall spürbar. Um es im Hotel so schön wie möglich zu haben, haben die Berrs sogar ihre Privatwohnung geplündert. Die Anrichte zierte einst die heimische Küche, auch der eine oder andere Stuhl war schon privat in Gebrauch. Beiunsistesjetztetwaswenigeropulent eingerichtet, sagt Berr aber da sind wir sowieso höchst selten. Geschäftserfolg bringt eben auch Foto: Tino Lex mehr Arbeit mit sich: Einen großen Schritt vorwärts hat der Party-Engel mit der Bewirtschaftung der Donau- Arena gemacht. Seit 2010 wird bei Konzerten, Eishockeyspielen oder anderen Veranstaltungen die Verpflegung exklusiv von den Berrs gestellt. Die wichtigste Lektion, die es hier laut Daniel Berr zu lernen galt, war, die Vorlieben der unterschiedlichen Kundschaft einzuschätzen. Das hat man schnell raus, dass ein Fanta-Vier- Publikum andere Dinge essen möchte als das Publikum eines Hansi-Hinterseher-Konzertes. Auch die Kalkulation der Mengen ist ein Dauerthema: Bei Konzerten ist eine enge Abstimmung mit dem Kartenvorverkauf unerlässlich, wenn es um EVR-Spiele geht, hält sich Sibylle Berr über den Erfolg der Mannschaft auf dem Laufenden. Wenn die dreimal am Stück gewonnen haben weiß ich, dass die Arena voll wird. Wenn mehrmals hintereinander verloren wurde, können wir etwas zurückfahren. In Regensburg und Umgebung Seit der Gründung des Party-Engels hat sich viel getan: War man ursprünglich viel unterwegs, um bei der Robbie-Williams-Tour oder bei Rock im Park für Verpflegung zu sorgen, konzentriert sich Berr inzwischen auf Aufträge in Regensburg und Umgebung. DasistfürunserAltereherdas Richtige, sagt sie auch wenn ich die Zeit on the road ein bisschen vermisse. Doch die Arbeit geht nicht aus: In Stoßzeiten, beispielsweise vor Weihnachten, werden bis zu vier Veranstaltungen wöchentlich gebucht. Seit der Bewirtschaftung der Donau- Arena verfügt der Party-Engel über die Kapazitäten, auch größere Veranstaltungen zu bespielen. Zu den sieben fest angestellten Kräften kann man hier noch auf einen Pool von 60 festen Aushilfen zugreifen. Von Frischwurst bis Fastfood bequeme Lieferung an die Haustür Helmut Gessendorfer entdeckte in der Region eine Marktlücke und gründete einen Einkaufsservice/ Sonderwünsche und ein Schwätzchen inklusive REGENSBURG/WEIDEN. Was bundesweit(noch) nicht perfekt funktioniert, könnte regional gelingen: Im Jahr 2011 hat Helmut Gessendorfer in Regensburg seinen HG-Einkaufsservice gegründet und freut sich seither über eine steigende Zahl von Anfragen. Ebenso wie die überregionale Konkurrenz liefert der Unternehmer Lebensmittel direkt an die Haustür, doch vieles macht er anders: So können ihm Kunden den Einkaufszettel einfach mailen oder telefonisch durchgeben. Anschließend ruft Gessendorfer noch einmal zurück und bespricht mit dem Auftraggeber die Einkaufsliste inklusive aller Sonderwünsche. Zu seinen Kunden zählen Unternehmen, Restaurants, Familien mit kleinen Kindern und auch zahlreiche Senioren. Wir betreuen viele ältere Menschen, die kein Internet nutzen, aber am Telefon gerne ein kleines Schwätzchen halten, bestätigt der 30-Jährige und erklärt sein Unternehmenskonzept: Der Mensch steht bei uns im Mittelpunkt, wir fragen genau nach, was benötigt wird und richten unseren Service an den Bedürfnissen des Einzelnen aus. Je nach Bestellung fährt der HG-Einkaufsservice zum Großmarkt, zum Discounter, zum Biomarkt, zur Apotheke oder zum Lieblingsbäcker anderecke. Steuert der Fahrer für einen Kunden mehrere Standorte an, so fällt zusätzlich zur Lieferpauschale ein kleiner Aufpreis an. Geliefert wird, sofern nicht anders gewünscht, noch am selben Tag meist innerhalb von wenigen Stunden. Neben dem Einkaufsservice betreibt Gessendorfer als zweites Standbein einen Fastfood-Lieferservice füralljene,diesichgerneburger,pommes& Co. bringen lassen. Dabei arbeitet er mit der Burger King Filiale in Neutraubling zusammen, die ihm die Bestellungen zu einem genau vereinbarten Zeitpunkt zubereitet. So ist die Mahlzeit garantiert nicht kalt, wenn er sie beim Kunden abliefert. Die Geschäftsidee für den HG-Einkaufsservice fand der gelernte Kfz-Mechaniker übrigens, als er mit einem Kreuzbandriss zu Hause saß und sein Kühlschrank immer leerer wurde. Er suchte nach einem schnellen und günstigen Lieferservice und fand eine Marktlücke im Raum Regensburg. Der Entschluss war schnell gefasst: Er sattelte um und gründete kurzerhand sein eigenes Unternehmen. Seinen Einkaufsservice hat Helmut Gessendorfer für all jene entwickelt, die im Alltag Unterstützung brauchen und der Erfolg gibt ihm bisher mehr als recht. Ende Januar eröffnet er eine Filiale in Weiden und hofft, dass in nächster Zeit noch mehr Standorte hinzukommen.(xpf)

11 SEITE 12 FEBRUAR 2012 CATERING WIRTSCHAFTSZEITUNG KreativeEdelküchefüranspruchsvolleKunden Christian Walderdorff vom Rosenpalais Catering beweist, dass sich Spitzenküche auch im Veranstaltungsbereich umsetzen lässt VON MECHTILD ANGERER REGENSBURG. Im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnet ist die Küche, die Christian Walderdorff vom Cateringservice Rosenpalais seinen Kunden bieten kann: Über zehn Jahre lang hat der Spitzenkoch das Cateringgeschäft parallel zum Restaurant Rosenpalais im Minoritenweg gepflegt, seit September vergangenen Jahres betreibt er gemeinsam mit seiner Frau Andrea und Sommelier Ole Schwark das Catering schwerpunktmäßig. Die Bandbreite des Rosenpalais-Caterings reicht von der privaten Veranstaltung mit zehn bis 15 Gästen bis zu großen Ausstellungen mit 1000 Gästen. In den Referenzen finden sich beispielsweise die Thurn und Taxis Schlossfestspiele, die Gartenmesse Home& Garden oder auch Veranstaltungen in Schloss Haus. Besonders etabliert hat sich das Catering des Rosenpalais bei privaten Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Weihnachtsfeiern im Schloss. Dort hat man längst einen festen Platz auf der Liste der hochwertigen Caterer, die die Schlossverwaltung als Empfehlung an ihre Mietgäste weitergibt und erhält häufig den Zuschlag. Christian Walderdorff beim Finish Genaue Abstimmung unerlässlich Der Kunde kann von den Walderdorffs im Prinzip alles bekommen nur auf eine Mappe mit Einheitsmenüs, aus der er wählen kann, hofft er vergebens. Auch die Homepage verrät (noch) nicht viel über die Küchenkünste, die denkbar sind. Denn für Christian Walderdorff ist es wichtig, dass die perfekte Speisenfolge im Gespräch entsteht, auch nur den Anschein von Einheitsküche möchte er unbedingt vermeiden: Wir erarbeiten immer ein individuelles Angebot, bei dem nur eines im Vorfeld feststeht: dass es ein hochwertiges Menü wird. Ansonsten ist grundsätzlich alles möglich, von klassischer regionaler Küche über mediterran bis hin zu asiatisch oder karibisch, alles auf Basis hochwertiger und möglichst regionaler Produkte. Gekocht wird in der Küche des ehemaligen Restaurants, doch die Fertigstellung erfolgt selbstverständlich immer vor Ort. Bei der Planung der Speisefolgen ist auch Ole Schwark mit von der Partie. Der Sommelier war bereits im Rosenpalais der Ansprechpartner für gute Weine und berät die Gäste in der Frage, welcher Tropfen zu welchen Menüs passt. Je nachdem, welcher Wert auf Exklusivität gelegt wird kann Schwark sich hier ausleben. Besonders Jahrgangsweine zu Geburtstagsfeiern werden oft nachgefragt, so Schwark, wobei sich die Schwierigkeit der Suche proportional zum Alter des zu feiernden Jubilars verhält. Besonders stolz ist Schwark auf eine Flasche eines seltenen Chateau Latour aus dem Jahr Es galt als unmöglich, davon noch etwas aufzutreiben, aber Ole ist es gelungen, so Walderdorff. Ansonsten würden absolute Spitzenweine kaum nachgefragt. Vielleicht ändert sich das, wenn die Kunden sich klar machen, dass die Weine aufgrund der speziellen Kalkulation beim Catering deutlich nämlich bis zu vierzig Prozent günstiger angeboten werden können als im Restaurant. Die Kombination Catering und exklusive Küche hat das Rosenpalais- Team schon in vielen Facetten erlebt. Im Zusammenhang mit einer Feier im Alteglofsheimer Schloss Haus erinnert sich Schwark an logistische Herausforderungen: Dieses mittelalterliche Schloss ist so verwinkelt gebaut, dass wir zu tun hatten, unser Fingerfood bis in den letzten versteckten Winkel zu bringen. Eine Herausforderung der etwas anderen Art war eine Veranstaltung in den rumänischen Karpaten, die das Rosenpalais im Auftrag des amerikanischen Pharmakonzerns Lilly Pharma ausrichtete: Unter dem Motto House of Dracula wurde drei Tage lang gefeiert, es gab einen Grillkurs, Buffets und ein Galamenü. Für letzteres wurde gemeinsam gekocht mit den rumänischen Köchen. Das gestaltete sich schon etwas schwierig, schließlich gab es kein einziges Wort in einer gemeinsamen Sprache, erinnert sich Walderdorff. Mit Langenscheidts Hilfe und viel Zeigen und Deuten gelang dem internationalen Küchenteam trotzdem der Erfolg. Foto: Rosenpalais Das Rosenpalais ist für Klassisches bekannt, doch wenn es um ausgefallene Kundenwünsche geht, blüht Christian Walderdorff auf. Wir erfüllen jeden Wunsch, je exotischer, je lieber, soderküchenchef.sehrausdemrahmen gefallen ist zum Beispiel eine Barock-Party, bei der nicht nur das Ambiente und die Kostüme, sondern eben auch die Speisenfolge barock sein sollte. Walderdorff besorgte sich Literatur, las sich ein in alte Kochbücher und Speisekarten(von denen nicht wenige im ehemaligen Restaurant an der Wand hingen) und stellte fest, wie groß die Unterschiede tatsächlich sind: Die Speisenfolge ist anders, die Speisen werden anders angerichtet, nämlich auf großen Platten, und auch das Füllen ganzer Tiere, wie zum Beispiel von Kapaun oder Zander, ist heute so nicht mehr üblich. Das selbe gilt für das Begießen aller möglicher Speisen mit Unmengen von Gänseschmalz, um sie fett zu machen. Die Herausforderung bestand darin, die Gerichte so zuzubereiten, dass es auch dem heutigen Geschmack entspricht, so Walderdorff. Küchenchef mit ruhiger Hand Weiße Tischdecken, vier verschiedene Gläser und unzählige Teller: Das ist es, was mit gehobener Küche verbunden wird. Dass es auch anders geht, auch das hat das Rosenpalais-Team schon erlebt. Im Sommer 2011 wurde für einen Kunden ein Geburtstagsfest mit 50 Gästen ausgerichtet. Gewünscht war ein Grillfest, aber mit den erlesensten Speisen auf dem Grill: Das war schon etwas abgefahren, wir haben Langusten, Jakobsmuscheln und Wagyu-Rind gegrillt, das Teuerste vom Teuren. Wenn man Kaviar grillen könnte, hätten wir das auch noch gemacht, erinnert sich Walderdorff. Gastronomie ist ein hektisches Geschäft, Catering umso mehr daist es nur von Vorteil, dass Christian Walderdorff grundsätzlich von ruhiger Naturist. Mansagtmirnach,einextrem ruhiger Koch zu sein. Bei mir gibt s kein Geschrei in der Küche, und den natürlich notwendigen Druck kann ich auch aufbauen, ohne laut zu werden. Das wirkt sich, so ist Walderdorff überzeugt, auch auf das Endprodukt aus: Wenn in der Küche und beim Servicepersonal gute Stimmung herrscht, dann kommt das auch beim Gastan. AuchKindergärtenprofitierenvonProfis Catering statt Essen von Mama: Das Beliefern von Schulen, Horten und Kindergärten ist ein schnell wachsender Markt REGENSBURG. Es ist ein großer und schnell weiter wachsender Markt. Seit Ursula von der Leyen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zum Ministerthema erklärt hat, nehmen immer mehr berufstätige Eltern eine Ganztagesbetreuung für ihre Kinder in Anspruch. Dementsprechend steigt die Nachfrage nach Catering speziell für Kinder sprunghaft an. 745 Essen pro Tag Ein Beispiel: 40 öffentliche Schulen gibt es allein im Stadtgebiet Regensburg, dazu kommen mehrere Dutzend Kindergärten und Krabbelstuben. Fast alle bieten mittlerweile eine lange Kindergartengruppe beziehungsweise eine Ganztagesbetreuung im Hort. Dazu gehört natürlich auch ein warmes Mittagessen vom Lieferservice. Noch ein Beispiel: Allein der Regionalverband Ostbayern der Johanniter- Unfall-Hilfe, der in der Oberpfalz und angrenzenden Bereichen in Franken und Niederbayern tätig ist, versorgt in seinen Einrichtungen 295 Kindergartenkinder, 150 Krabbelstubenkinder und 300 Schulkinder mit Mittagessen. Das sind insgesamt 745 Kinder und damit 745 Essen pro Woche mal fünf. Bei den Schulkindern an 39 Wochen im Jahr, in den Kindergärten noch mehr. Da kommt einiges zusammen. Um diese vielen Mahlzeiten jeden Tag aufs Neue pünktlich anbieten zu können, arbeitet die Johanniter-Unfallhilfe zum Einen mit zahlreichen Lieferanten und sogenannten Frischküchen aus der Region zusammen, zum anderen mit apetito, einem global agierenden Anbieter von Menüdiensten und Verpflegungslösungen. Mehr als 1,3 Millionen Menschen verzehren täglich Speisen des Unternehmens mit Sitz im westfälischen Rheine. Die Abnehmer sind Kindertagesstätten und Schulen, aber auch Betriebskantinen, Krankenhäuser und Seniorenheime. Das Unternehmen mit fast 8400 Mitarbeitern weltweit konnte Immer mehr Kinder, wie hier im Johanniter-Kindergarten Wenzenbach (Landkreis Regensburg), bekommen ihr Mittagessen nicht zu Hause. Foto: Johanniter 2010 einen Umsatz von 670 Millionen Euro erzielen. Den Catering- Markt teilen sich die Großanbieter wie apetito und viele kleinere AnbietervorOrt.EinerdavonistMomikiin Regensburg, betrieben von der gelernten Köchin Gabriele Niedermeier. Sieben Einrichtungen im Großraum Regensburg beliefert sie mit ihrem vierköpfigen Team jeden Werktag. Ausgewogen und gesund Die Idee zu dem Unternehmen entstand damals, weil ihre Schwester unzufrieden mit dem Mittagessen im Kindergarten ihrer Tochter gewesen sei, erzählt Niedermeier. Aus Erfahrung kann die Momiki-Chefin bestätigen, dass Kinder gerne essen, was sie gewohntsind unddassindleideroft ungesunde Gerichte wie Pommes oder süße Pfannkuchen. Gemüsegerichte werden anfangs oft vehement abgelehnt, erzählt Gabriele Niedermeier. Mit der Zeit gewöhnen sich viele Kinder aber an eine ausgewogene Ernährung oderesseneinfachmit,weildie Anderen auch davon essen. Eltern wollen, dass ihre Kinder mit einem warmen, ausgewogenen Essen versorgt werden. Momiki verwendet dazu möglichst viele Bio-Lebensmittel. Ausschließlich bio zu kochen sei aber zu teuer, so Niedermeier, diese Preise würden nicht mehr akzeptiert. Per Fragebogen holt Niedermeier jede Woche ein Feedback zu ihrem Essen ein. Herr über die Momiki-Töpfe sind damit letztlich die kleinen Esser in den Kindergärtenund Horten.(lf) Nurnochfür BMW-Mitarbeiter Catering im Autokonzern OSTBAYERN. BMW baut Premium- Autos. Und kocht auch premiumverdächtig. Das Catering aus der Betriebsgastronnomie des bayerischen Fahrzeugherstellers genießt in ganz Ostbayern einen hervorragenden Ruf. Seit kurzem allerdings gibt s die leckeren Schmankerl des bayerischen Autobauers aber nur noch exklusiv auf BMW-Veranstaltungen. Nur wo BMW draufsteht, ist auch BMW drin, sagt Jürgen Molter, Leiter der BMW-Gastronomie Ostbayern und damit zuständig für die Standorte Dingolfing, Landshut, Wackersdorf und Regensburg. Früher haben wir auch das Catering für Firmenfeste, Hochzeiten oder Fahnenweihen übernommen, sagt Molter. Größere Veranstaltungen von Privatpersonen und Betrieben eben. Jetzt, so die neue Leitlinie der Firmenzentrale, solle sich der Konzern wieder ausschließlich auf seinen Kernbereich konzentrieren: Mitarbeiterverpflegung und BMW- Veranstaltungen. Überall, wo eine Veranstaltung mit BMW in Verbindung gebracht werden kann, da kochen wir auch weiterhin, sagt Molter. Und das wiederum muss nicht im Haus selbst sein. Auch bei BMW-Fahrzeugpräsentationen in Autohäusern oder bei Sportturnieren, die vom Fahrzeughersteller gesponsert oder ausgerichtet werden, sind Molter und sein Team gefragt.(xcr)

12 WIRTSCHAFTSZEITUNG CATERING FEBRUAR 2012 SEITE 13 Exklusives Dinner zu Hause statt Sterne-Restaurant Starkoch Jörg Hailer macht Kochen zum Privatvergnügen Jedes Detail bei einer Veranstaltung ist auf die Marke des Kunden abgestimmt. Catering als Gesamtinszenierung Die GenussSchmiede sieht sich als kulinarischer Unternehmensberater VON STEPHANIE ULHERR ALTDORF. Berlin im Jahr 2009, Pariser Platz am Brandenburger Tor Bürger, Prominente und Politiker haben an langen, weiß gedeckten Tischen unter weißen Pavillons Platz genommen. Anlässlich der Amtseinführung des damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler hat die Werkstatt Deutschland e.v. zur Tafel der Demokratie eingeladen. Hauptstadtflair, die große Politik. Und mittendrin ein kleines Unternehmen aus Altdorf bei Nürnberg: die GenussSchmiede. Ihr hatte der Veranstalter die Cateringund Logistikleitung anvertraut. Zuhause in der Event-Branche Wir sind kein Caterer im klassischen Sinn, betont Gesellschafter Markus Hupfer, wir arbeiten punktueller, ab einer gewissen Veranstaltungsgröße und -qualität. Gemeinsam mit dem Gesellschafter Christian Kohlert und Michael Katusic, dem Food & Beverage Manager und operativen Teil der Firma, wie er selbst sagt, leitet er die GenussSchmiede GmbH. Vor fünf Jahren ging das Unternehmen aus dem Mutterkonzern werk:b Events Unit hervor. Innerhalb der international tätigen Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Altdorf und Standorten in München, Frankfurt und Inzell, ist die GenussSchmiede Foto: GenussSchmiede für den Kompetenzbereich professionelles Catering zuständig. Derzeit beschäftigt die Firma sieben Mitarbeiter und etwa 150 Aushilfen und Servicekräfte je nach Bedarf. Anfangs lief noch viel über werk:b Events, sagt Katusic. Immer wieder hätten Kunden angefragt, ob sie nicht einen guten Caterer kennen würden. Da haben wir gesagt: Machen wir s doch einfach selbst, erzählt der gelernte Hotelfachmann. Aus Koch-Veranstaltungen für Kollegen wurden schnell Events für 500 bis 800 Personen und noch mehr. Die GenussSchmiede kümmert sich dabei nicht nur um die Verköstigung der Gäste bei Business-, Event-, und Messeveranstaltungen. Von der Konzeption bis zum Aufbau bietet sie ihren Kunden alles aus einer Hand. Ob extravagante Veranstaltungsorte, Blumenarrangements, eine stimmungsvolle Beleuchtung, Moderatoren oder Front-Cooking Fachkräfte in jedem Bereich und eine enge Verzahnung mit der Muttergesellschaft machen es möglich. Die Ansprüche an einen guten Caterer haben sich verändert. Seit einigen Jahren befinde sich das Catering- Management im Umbruch, wie Katusic sagt. Es gab Zeiten, da ging es nur um den Preis. Dann haben die Leute gemerkt: Qualität kostet, bestätigt Hupfer. Das Konzept für eine Veranstaltung muss sich nahtlos in die Markenwelt des Kunden einfügen und darf nicht kreativer Selbstzweck des Caterers sein. Vielmehr sieht sich die GenussSchmiede als kulinarischer Unternehmensberater, der das Image des Kunden inszeniert. Nach dem Konzept richten sich Optik und Darreichungsform. Das fängt bei Patisserie mit dem Firmenlogo an, geht über Tische im Stadion des 1. FC Nürnberg, die allesamt in kleine Fußballfelder verwandelt werden und hört bei Floating Sushi für große Automobilkonzerne noch lange nicht auf. Für einen Kunden, der Solardächer fertigt, bietet sich biologisch sinnvolles Essen an, erklärt Hupfer. Wachstum kein vorrangiges Ziel Für das DTM-Catering beim Rennen am Noris-Ring hat die GenussSchmiede 2011 erstmals Menschen verpflegt aus wirtschaftlichen Gründen, wie Hupfer zugibt. Ansonsten bevorzugt seine Firma jedoch überschaubarere Veranstaltungen. Wir wollen klein und fein bleiben, gesteht der Geschäftsführer unumwunden ein. Großes Wachstum strebe die GenussSchmiede nicht an. Das Firmen-Ziel ist ein anderes, wie er betont: Wir wollen eine Repräsentanz in der Metropolregion aufbauen und eine Marke etablieren, die glaubhaftist. NEUMARKT. Mit neun Jahren war er noch stolz auf seinen ersten gelungenen Wurstsalat vor fünf Monaten, mit 36, wurde Jörg Hailer bei der Agentur Kochende Leidenschaft von Manuela Ferling in die Rubrik Starköche aufgenommen. Der gebürtige Neumarkter hat eine beeindruckende Laufbahn hinter sich. Nach seiner Kochlehre im Hotel Gasthof Gallus in Beilngries übernahm man ihn dort als Commis de cuisine. Anschließend wechselte der Jungkoch im Eineinhalb-Jahres-Rhythmus immer wieder seinen Anstellungsort. In Gauerstadt, Rottach-Egern, Hattenheim, Coburg und Friedewald sammelte er Erfahrungen. Man sieht und lernt viel, bestätigt Hailer. Wenn Küchenchefs einen weiterempfehlen, kann man auf diese Weise sehr schnell seine Berufsaussichten steigern. Das Ergebnis beeindruckt: Hailer kochte in Restaurants und Hotels, denen Kritiker 17 von maximal 20 Punkten Gault Millau und einen Michelin-Stern verliehen hatten. Ab 2002 war er als stellvertretender Küchenchef und Chef-Patissier bei Alexander Herrmann in dessen Romantik Posthotel in Wirsberg angestellt. Es waren tolle vier Jahre, sagt Hailer rückblickend. Bei dem Starkoch kam er auf die Idee, sich mit einer Kochschule selbständig zu machen wagte er den Schritt und gründete die Kochschule Petitfour mit Catering. Ich bin Koch und Gastgeber mit Leidenschaft, sagt Hailer. Kunden können sein Catering für Empfänge, Geschäftsessen und Messe-Auftritte, aber ebenso für private Feiern buchen. Daneben bietet er den Service Rent a cook an. Die Kunden schätzen es besonders, wenn ich bei ihnen zu Hause koche, betont Hailer. Was ihm daran gefällt? Beim Kunden kannichmich andersalsimrestaurant auchmalmitdengästenunterhalten und sie einbinden, sagt der sympathische Koch. Jörg Hailer hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Fotos: Hailer Dabei ist ihm die Zubereitung genauso wichtig wie die richtige Präsentation der Speisen. Wenn es gewünscht wird, bringt er auch Tischwäsche, Servietten, Blumenschmuck und sogar das passende Service und Besteck mit. Ein Restaurant im Privaten, sozusagen. Mit einem eigenen Restaurant hat Hailer dagegen nie geliebäugelt. Ich wollte mich nicht mehr diesem Stress und den Bewertungen aussetzen, gesteht er. Jeden Tag 16 Stunden zu arbeiten habe ihm zwar während seiner Laufbahn in den Spitzenrestaurants viel gebracht. Doch jetzt möchte ich das machen, was meinen Gästen und mir Spaß macht, verrät er. Und das sind seine kleinen, exklusiven Kochkurse für etwa 15 Personen. In diesem Jahr veranstaltet er 16 Kurse im Maybach-Museum in Neumarkt, genauer gesagt im Bulthaup Studio von Hubert Wengert, einer tollen Location mit viel Platz, wie Hailer findet. Sein Kurs Bayerische Küche ist bereits ausgebucht. Alte Gerichte, die er neu interpretiert das ist der Grundstock, auf dem er aufbaut. Ich mache Kochkurse, die jeder ohne außergewöhnliche Gewürze nachkochen kann, erklärt der Koch sein Erfolgsrezept. Durch ihn kommen Gäste aus ganz Deutschland in die Kreisstadt. Die Kurse sind eine seiner wenigen Konstanten im Geschäftsjahr. In punkto Catering bleibe die Kundenfrequenz nie auf dem gleichen Niveau. Manchmal ist man verzweifelt, weil acht Wochen lang das Telefon nicht klingelt, gibt der Jungunternehmer zu. Und dann gebe es wieder Zeiten, in denen fünf Kunden gleichzeitig anfragten. Bereut hat er seinen Schritt in die Selbstständigkeit dennoch nicht. In absehbarer Zeit bekommt das derzeitige Ein-Mann-Unternehmen zusätzliche Unterstützung durch Hailers Lebensgefährtin, eine Hotelfachfrau.(us) Niveauvolles Zimmerambientezu speziellen Geschäftskundenpreisen. Fragen Sie nach Ihrer Firmenrate! Gesandtenstraße Regensburg Tel.: / Fax: / Köstliches Essen für Ihre Feier, Tagungen oder Betriebsveranstaltungen in unseren Räumlichkeiten, in der Donauarena oder in Ihrem Haus DTP

13 SEITE 14 FEBRUAR 2012 NETZWERKE WIRTSCHAFTSZEITUNG UnternehmerfrühstücklässtUmsatzwachsen Business Network International BNI pflegt Netzwerken per Franchisesystem/ 30 Prozent des Umsatzes über Netzwerk generiert VON JEANNINE TIELING REGENSBURG. Es sind harte Spielregeln, die auch Ehrenkodex genannt werden. Wer Mitglied im Business Network International, kurz BNI, sein möchte, muss diese Regeln einhalten. Dabei geht es beispielsweise um die Aufrichtigkeit gegenüber anderen Mitgliedern oder um die unbedingte Kontaktaufnahme zu Interessenten, die einem ein anderes BNI-Mitglied empfohlen hat. Es gilt, einmal wöchentlich um 6.45 Uhr zum Unternehmerfrühstück zu erscheinen, sich an Fehltagen möglichst vertreten zu lassen und BNI zu leben, was so viel heißt wie Mission und Vision des Franchisesystems zu verfolgen. Dass diese Regeln erst einmal abschreckend wirken, gibt Peter Bauernfeind, Geschäftsführer einer Chamer Werbeagentur und BNI-Mitglied der Frühstücksrunde in Amberg, zu. Aber genau oder nur deswegen funktioniert s. Die Vision von BNI in Deutschland, Österreich und der Schweiz lautet: Jede geschäftliche Empfehlung geht an ein BNI-Mitglied. Treffen sich jede Woche im Regensburger BNI-Chapter Marc Aurel zum Unternehmerfrühstück (v. l.): Peter Bernhagen, Johannes Achter, Johannes Schwaiger, Nancy Zernickow und Rainer Maria Kaetsch. Foto: Tieling Marketing auf Empfehlung Alle wollen sich gegenseitig helfen, ihren Umsatz zu steigern, was durch ein strukturiertes, positives und unterstützendes Empfehlungsmarketing-Programm geschehen soll. BNI biete ein erfolgreiches und zielorientiertes Vertriebs- und Verkaufskonzept, heißt es auf der Internetseite von BNI42. Niederbayern und die Oberpfalz gehören zu dieser 42. BNI-Region in Deutschland, deren Franchisenehmer nahe Erlangen zu Hause sind. Nach Angaben von Franchisenehmerin Christiane Zahn zählt BNI in Ostbayern derzeit 175 Mitglieder in sieben Chaptern, so heißen die einzelnen BNI-Gruppen. In Regensburg gibt es zwei: Das Matthäus-Runtinger - Chapter mit aktuell 26 Mitgliedern und das Marc-Aurel -Chapter, das nach Auskunft seines Direktors Johannes Schwaiger die Mitgliederzahl von momentan zwölf bald wieder deutlich steigern möchte. Dabei nimmt jede Gruppe nur eine Person pro Fachgebiet, beziehungsweise Branche auf. Innerhalb des Chapters gibt es keinen Wettbewerb. Die Kontakte ergeben sich automatisch, wodurch Geschäfte zustande kommen, beschreibt Peter Bauernfeind, der 2009 bei der Gründung der Amberger Kurfürsten dabei war, wie er seine BNI-Mitgliedschaft seitdem erlebt. Wenn man es schafft, Vertrauen zu gewinnen, bekommt man Aufträge und Empfehlungen von den anderen, so Bauernfeind weiter. Laut Christiane Zahn machen viele BNI-Mitglieder rund 30 Prozent ihres Gesamtumsatzes über das Netzwerk. Persönliche Kontakte pflegen Das wöchentliche Frühstück läuft in allen Gruppen gleich ab. Unter anderem gewährt jedes Mitglied in einer 60-Sekunden-Präsentation einen Einblick in seine Dienstleistungen. Ein Mitglied darf sich zehn Minuten lang präsentieren. Darüber hinaus geben die Unternehmer jede Woche gegenseitig Empfehlungen ab und kontrollieren, ob sich aus vorangegangenen Tipps Umsatz entwickelt hat. Außerhalb des Frühstücks sollten die Mitglieder zum Beispiel regelmäßig sogenannte Vier-Augen-Gespräche führen. Das Konzept zielt darauf ab, dass es zu häufigen persönlichen Kontakten kommt, sagt Johannes Achter, Steuerberater und Schatzmeister des Regensburger Chapters Marc Aurel. Er sei seit etwa zweieinhalb Jahren dabei, für ihn lohne sich die Mitgliedschaft inzwischen. Neumitglieder zahlen einen Jahresbeitrag von 870 Euro zuzüglich Aufnahmegebühr. Modernes Berufsleben und Familie in Einklang bringen Stabwechsel beim Bund Katholischer Unternehmer(BKU) in der Diözese Regensburg/ Auf der Grundlage der katholischen Soziallehre Neu an der Spitze des Bundes Katholischer Unternehmer in Regensburg: Marc Feil, Martin Schmack und Dr. Michael Scherm(v.li.). Foto: BKU REGENSBURG. Der Bund Katholischer Unternehmer(BKU) in Regensburg ist mit einer neuen Führungsspitze ins- Jahr 2012 gestartet. Als Nachfolger von Dr. Thomas Troidl, der sich nach sechs Jahren erfolgreicher Arbeit in der Diözesangruppe Regensburg und in der Bundesvereinigung aus dieser Vorstandsfunktion verabschiedete, wurde Martin Schmack einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Seine Stellvertreter sind Dr. Michael Scherm und Marc Feil. Die BKU-Mitglieder engagieren sich vor allem für die Umsetzung und Weiterentwicklung der Katholischen Soziallehre, deren prominentester Verfechter Oswald von Nell-Breuning sich im Sommer 1948 sogar in die vorbereitenden Gespräche eingebracht hatte. In der Diözese Regensburg besteht der BKU erst seit 1979, als Dr. Karl Laufkötter zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde. Wie der Vorsitzende Martin Schmack im Gespräch mit der Wirtschaftszeitung betont, versteht sich der BKU durchaus als Lobby, jedoch im besten Sinne des Wortes. Als die entscheidenden Säulen der Katholischen Soziallehre, und zwar nicht nur mit Blick auf die Arbeitswelt, bezeichnet Martin Schmack die Personalität, also die Würde des einzelnen, die Subsidiarität nur dort, wo die Möglichkeiten des Einzelnen nicht ausreichen, soll die nächsthöhere Ebene eingreifen undalsdrittenaspektdiesolidarität. Schmack versteht darunter Rücksichtnahme in Bezug auf die Wechselfälle des Lebens. Der Bund Katholischer Unternehmer spricht sich zwar für Wettbewerb aus, doch er dürfe nicht zum Selbstzweck verkommen, sondern vielmehr als Ansporn verstanden werden. Neben den ordnungs- und sozialpolitischen Zielsetzungen sei es den etwa40mitgliederndesbkuinderdiözese Regensburg seit Langem ein Anliegen, auch den gegenseitigen, freundschaftlichen Austausch zu pflegen, wofür wir angesichts von Globalisierung und Liberalisierung lange Zeit belächelt worden sind. Inzwischen aber werde immer deutlicher, wie wichtig die Umsetzung der Werte indiepraxissei. SichvorOrteinbringen gehöre zum Selbstverständnis des Bundes Katholischer Unternehmer auf Diözesanebene. Jedenfalls, so Martin Schmack, vertritt der BKU keine Partikularinteressen. Vielmehr versteht man unter Freundschaft das Hineinwirken in die Gesellschaft, Vorbild sein bei der Umsetzung des für richtig erachteten Ziels und Schaffung möglichst effizienter Netzwerke. Da die Katholische Soziallehre auf Prinzipien beruht, die als Grundlage einer nachhaltigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung betrachtet werden können, wurde im vergangen Jahr speziell die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt gerückt. Dabei ging es dem BKU insbesonders um einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischer Freiheit. Bei all diesen Aktivitäten bedient man sich in hohem Maße der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, was 2012 auch für das Leitthema Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelten werde. Zusammen mit den Wirtschaftsjunioren und der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft sind mehrere Veranstaltungen wie das traditionsreiche Kaisersaal-Podium geplant. Laut Martin Schmack kommt es hier darauf an, einen Erkenntnisprozess darüber anzustoßen, wie Unternehmer, Freiberufler und Angestellte die Anforderungen des modernen Berufslebens mit denen eines verantwortungsvollen Familienlebens unter einen Hut bringen können.(go)

14 WIRTSCHAFTSZEITUNG UNTERNEHMEN FEBRUAR 2012 SEITE 15 Vertrauenistgut,Kontrolleistbesser undbilliger In der US-Finanzbranche der 1980er entstanden, ist Compliance längst auch in Deutschland für viele Firmen überlebenswichtig VON THORSTEN RETTA Die Skandale und Krisen der vergangenen Jahre haben dazu beigetragen, dass in weiten Teilen der deutschen Wirtschaft Compliance eine immer bedeutendere Rolle spielt. Foto: Fotolia/ M&S Fotodesign MÜNCHEN.AmEndesindesdieZahlen, die eine Aussage darüber treffen, ob ein Unternehmen erfolgreich ist. Diese Zahlen sind aber wertlos, wenn sie rechtswidrig erwirtschaftet sind, Unternehmen und Angestellte in die öffentliche Kritik bringen oder in Haftungsfälle verwickeln. Damit es im immer dichter werdenden Regeldschungel nicht zu folgenschweren Verstößen kommt und gesetzliche sowie interne Vorgaben eingehalten werden, avanciert Compliance-Management zu einem immer wichtigerer Bestandteil der Unternehmensführung. Compliance, zu deutsch Regelüberwachung, steht für die Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen, regulatorischen Standards und die Erfüllung wesentlicher, in der Regel vom Unternehmen selbst gesetzten ethischen Standards und Anforderungen. Compliance kann vom Umweltschutz über Arbeitnehmerschutzrechte bis hin zu Markenrechten und Werbeverboten reichen. So klärt Compliance etwa die oft unwissende Belegschaft darüber auf, welche Verhaltensweisen und Geschenke in Geschäftsbeziehungen erlaubt und welche tabu sind. Weitere Teile des unternehmensinternen Gewährleistungssystems betreffen Kommunikation, Unternehmensleitbild und Verhaltensrichtlinien für Mitarbeiter gegenüber Kunden. Der Grund für die wachsende Bedeutung der Regelüberwachung ist zu einem nicht unerheblichen Teil in den jüngsten Affären um Korruption und Mitarbeiterüberwachung bei Lidl, Schlecker, MAN, Ferrostaal und Co. zu suchen. Rechtsverstöße von Unternehmen stehen im Mittelpunkt des Interesses der Öffentlichkeit und damit der Medien. Die Risiken, die Unternehmen durch unterlassene oder unzureichende Compliance-Maßnahmen (CM) eingehen, sind vielfältig und nicht zu unterschätzen. Oft übersteigen sie den reinen Imageschaden bei Weitem. Sie können für das Unternehmen existenzbedrohende Schadensersatzforderungen bis hin zu strafrechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen. So zählt das Nichteinhalten von Compliance-Reglen mittlerweile zu den zehn generellen Unternehmensrisiken. Non-Compliance kann teuer werden Je nach Unternehmensstruktur werden Verfehlungen dabei nicht nur auf nationaler, sondern ebenso auf internationaler Ebene sanktioniert. Siemens zahlte im Zuge einer Korruptionsaffäre neben den 596 Millionen Euro in Deutschland weitere 800 Millionen US-Dollar an amerikanische Behörden. Anknüpfungspunkt dafür wardienotierungvonsiemensander New Yorker Börse. Mitarbeiter des Konzerns sollen jahrelang weltweit Geschäftspartner, Behörden und Regierungen bestochen haben, um Großaufträge an Land zu ziehen. Gleichzeitig wirken sich solche Fälle häufig negativ auf das operative Geschäft aus. Im Fall Siemens bedeutete dies etwa den Verzicht auf die Teilnahme an Ausschreibungen der Weltbank von 2009 bis Für den Einzelmarkt Russland wurde sogar eine vierjährige Auftragsvergabesperre verhängt. Die Liste möglicher operativer Folgeschäden ist aber noch länger: Rating-Agenturen stuften in Folge des Händlerskandals bei der Société Générale Anfang 2008 ihre Société-Générale-Bewertung ab. Für das Unternehmen wurde die Beschaffung neuen Kapitals nach der Abwertung immer schwerer beziehungsweise nur noch zu deutlich höheren Kosten möglich. Die nicht enden wollende Flut an Skandalen, zuletzt in Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise, macht die Compliance-Schadensfälle für Unternehmen zur Chefsache. Compliance wird verstärkt als originäre Aufgabe des Vorstandes angesehen. Die meisten großen Firmen leisten sich ein eigenes Vorstandsressort Compliance oder ordnen die Zuständigkeit direkt dem Chief Executive Officer (CEO/Vorstandesvorsitzender), dem ganze Abteilungen von Wirtschaftsjuristen, Volljuristen und Wirtschaftswissenschaftlern unterstehen, zu. So kontrollieren bei Siemens rund 500 Mitarbeiter, dass die Geschäfte ohne Schmiergeldzahlungen oder Kartellabsprachen sauber abgewickelt werden. Die Vorteile der Entwicklung und Anwendung von Compliance in Unternehmen und Verwaltungen beschränken sich nicht nur auf die Minimierung von Haftungsrisiken und strafrechtlichen Sanktionen. Vielmehr hängen in heutiger Zeit auch weiche Faktoren wie Reputation oder Markenwerte von wirkungsvollem CM ab. Eine durch ethische Werte geprägte Unternehmenskultur bietet die Möglichkeit, Prozesse zu optimieren und Entscheidungssicherheit zu schaffen, festigt die Loyalität der Mitarbeiter, namhafter Investoren und langjähriger Kunden gegenüber dem Unternehmen und bindet diese. Das wiederum ist Grundlage für langfristigen und stabilen Unternehmenserfolg. Auch für den Mittelstand attraktiv Die Anwendung von CM findet mittlerweile branchenübergreifend große Resonanz nicht nur bei Global Playern. Vielmehr setzen sich auch mittelständische Unternehmen aktiv mit der Sicherstellung von Compliance auseinander. Weil mittlerweile das Einhalten formalrechtlicher Regelungen nicht mehr ausreicht, um in der Öffentlichkeit einen glaubwürdigen Eindruck von Integrität zu präsentieren, entwickeln auch Mittelständler zusätzlich Standesregeln und Verhaltenskodizes. Diese betreffen immer häufiger ökologische und arbeitsrechtliche Fragestellungen. Weniger Risiken, mehr Chancen Compliance und Corporate Social Responsibility bieten Firmen vielfältiges Potenzial MAXHÜTTE. Firmen legen Wert darauf, positiv wahrgenommen zu werden. Neben guter Unternehmensführung (Corporate Governance) zählt dazu die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung(Corporate Social Responsibility, CSR). Diese aber muss, um wirkungsvoll zu sein, durch eine funktionierende Compliance abgesichert werden. Denn was hilft es, wenn ein Unternehmen in einem afrikanischen Land eine Schule baut, der Vertrieb dort aber gleichzeitig Schmiergelder zur Auftragserlangung einsetzt? Und in welchem Licht erscheint ein Unternehmen, das die sozialen Bedingungen bei Lieferanten auf Mindeststandards überprüft und Medien gleichzeitig über einen Bespitzelungsskandal in eben diesem Unternehmen berichten? Compliance und CSR sind demnach komplementäre Bereiche CSR ist ohne Compliance nicht denkbar. Mehr als nur Schutz CSR geht auf das mittelalterliche Leitbild des Ehrbaren Kaufmannes zurück und hatsich im Zuge deswachsenden Shareholder-Value- und Umweltschutzgedankens der 1970er-Jahre zu einem freiwilligen Beitrag der Wirtschaft zu nachhaltiger Entwicklung, die über die gesetzlichen Forderungen hinausgeht, weiterentwickelt. Compliance ist ein Kind der US-Finanzbranche. In den 1980er-Jahren verpflichteten sich Firmen, ein Sicherheitsnetz einzurichten, um zu gewährleisten, dass sich alle Mitarbeiter an die geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen hielten. Angesichts mehrerer Fälle von Geldwäsche, Korruption und Insiderhandel, suchte die Branche Schutz vor den heftigen Reaktionen des Justizsystems.Ein funktionierendes Compliance-System war die einzige Möglichkeit, sich vor Prozessen und Geldstrafen zu schützen. Heute birgt die Kombination beider Gewährleistungssysteme vielfältiges unternehmensstrategisches Potenzial. Ethisches Handeln und Rechtmäßigkeit schaffen Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Daraus entsteht ein Marktvorteil, denn die offensive Vermarktungsmöglichkeit einer Organisation der Legalität und die Reputationssteigerung wirken umsatzsteigernd. Diese Chancen nutzt auch Netto- Marken-Discount. Die Edeka-Tochter mit Sitz in Maxhütte-Haidhof (Kreis Schwandorf) hat sich in mehreren Bereichen freiwillig Regeln unterworfen. Als expandierender Lebensmittel-Discounter sind wir uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung jederzeit bewusst, sagt Christina Stylianou, Pressesprecherin beim drittgrößten deutschen Discounter. Das betrifft nicht nur den korrekten und gesetzeskonformen Umgang mit Geschenken oder Einladungen. So werde Netto beispielsweise Fisch und Meeresfrüchte nur mehr aus bestandserhaltender und umweltschonender Fischerei anbieten. Um das zu erreichen, setzt das Handelsunternehmen auf weltweit anerkannte Zertifizierungen wie das MSC-Siegel. Der Marine Stewardship Council (MSC) ist eine unabhängige und gemeinnützige Organisation, die das Siegel für Fisch aus nachhaltiger Fischerei vergibt. Soziale Verantwortung übernimmt der Konzern mit einem jährlichen Umsatz von mehr als zehn Milliarden Euro auch für regionale Erzeuger. Wir haben 2008 die Initiative,Ein Herz für Erzeuger gestartet. Alle Produkte dieser Eigenmarke werden mit einem Aufschlag von zehn Cent ohne Abzüge an die herstellenden Erzeuger in Deutschland weitergeleitet, erklärt Stylianou. Kontrolliert wird die Einhaltung von unabhängigen Juristen. Unsere Kontrolle der vollständigen Unterlagen hat ergeben, dass die Weitergabe der zusätzlich eingenommenen zehn Cent pro Verpackungseinheit an die Erzeuger in voller Höhe sichergestellt ist, sagt Rechtsanwalt Dr. Matthias Rauscher aus Regensburg. Auf dem Weg zum größten deutschen Discounter möchte Netto auch beim Arbeitnehmerschutz vorbildlich handeln. Als Mitglied bei Fair Company sollen keine Vollzeitstellen durch Praktikanten, Volontäre, Hospitanten oder Aushilfen ersetzt werden, Hochschulabsolventen, die sich auf eine feste Stelle beworben haben, nicht mit Praktika gelockt und Praktikanten eine adäquate Aufwandsentschädigung gezahlt werden. Ombudsmann eingesetzt Damit diese Maßnahmen auch eingehalten werden, und um mögliche Regelverstöße und Gesetzesverletzungen bereits präventiv zu verhindern, hat Netto im Mai 2011 Professor Dr. Alfred Dierlamm als unabhängigen Ombudsmanns eingesetzt. Er steht Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern als neutraler Ansprechpartner bei Verdacht auf Verstöße gegen geltendes Recht oder Unternehmensrichtlinien zur Verfügung. Einen Monat zuvor war der Discounter wegen des Vorwurfs, Mitarbeiter bespitzelt zu haben, in die Schlagzeilen geraten. Die Einrichtung eines Ombudsmannes ist in der heutigen Zeit eine Normalität und stellt auch für uns eine Selbstverständlichkeit dar,erklärt Stylianou.(tr) Ein Beispiel für CSR: Netto unterstützt regionale Landwirte wie Hans Lichtinger aus Thalmassing (li.) und Johann Mayer aus Schirndorf mit der Initiative Ein Herz für Erzeuger. Foto: Netto-Marken-Discount COMPLIANCE UND CORPORATE SOCIALRESPONSIBILITY Compliance bezeichnet die Gesamtheit aller zumutbaren Maßnahmen, die das regelkonforme Verhalten eines Unternehmens, seiner Organisationsmitglieder und seiner Mitarbeiter im Hinblick auf alle gesetzlichen Ge- und Verbote begründen. Darüber hinaus soll die Übereinstimmung des unternehmerischen Geschäftsgebarens auch mit allen gesellschaftlichen Richtlinien und Wertvorstellungen, mit Moral und Ethik durch den Einsatz geeigneter Maßnahmen gewährleistet werden. Corporate Social Responsibility umschreibt den freiwilligen Beitrag von Firmen zu einer nachhaltigen Entwicklung, die über die gesetzlichen Forderungen (Compliance) hinausgeht. CSR steht für verantwortliches unternehmerisches Handeln in der eigentlichen Geschäftstätigkeit(Markt), über ökologisch relevante Aspekte bis hin zu den Beziehungen mit Mitarbeitern und dem Austausch mit den relevanten Anspruchsbeziehungsweise Interessengruppen (Stakeholdern).

15 SEITE 16 FEBRUAR 2012 INNOVATIONSPREIS WIRTSCHAFTSZEITUNG Gute Ideen gesucht Wirtschaftszeitung vergibt Innovationspreis 2011 Innovation,dieMenschenlebenrettet Idee des Monats: Die R. Höllein Carolinenhütte in Kallmünz entwickelte neuen Brandschutz für Tunnel VON HEIKE SIGEL Weil wir überzeugt sind, dass es in dieser Region ein riesiges Potenzial an guten Ideen, interessanten Strategien und zukunftsweisenden Projekten gibt, haben wir den Innovationspreis 2011 ins Leben gerufen. In der Wirtschaftszeitung präsentierten wir Ihnen ein Jahr lang monatlich jeweils eine Idee des Monats. Aus den vorgestellten Ideen wählt die Jury den Preisträger aus. Der Sieger bekommt neben dem Award eine doppelseitige Firmenpräsentation in der Wirtschaftszeitung im Gegenwert von Euro. Die Jury besteht aus: Prof. Michael Dowling, Inhaber des Lehrstuhls für Innovations- und Technologiemanagement an der Uni Regensburg; Dr. Peter Terhart, Vorstand der Sparkassen-Beteiligungsgesellschaft Refit AG (Regensburg); Otmar Ehrl, Vorsitzender des Querdenker-Clubs (München); Arne-G. Hostrup, Geschäftsführer des Netzwerk Nordbayern in Nürnberg; Dr. Rolf Pfeiffer, Vorsitzender des IHK- Gremiums Amberg-Sulzbach, sowie Christine Hochreiter, Leiterin der Wirtschaftsredaktion der Mittelbayerischen Zeitung. Die Höllein- Unternehmensgruppe ist der letzte Kandidat. In der nächsten Ausgabe präsentieren wir Ihnen nochmals alle Ideen im Kurzporträt. Die Preisverleihung findet im März statt. (wz) Michael Kolter, Wadim Heinrich, Caroline Höllein und Klaus Bittermann (v. l.) mit einem Muster des Brandabscheiders. Foto: Sigel KALLMÜNZ. Das kollektive Gedächtnis ist vergesslich, sogar wenn es um größere Katastrophen geht. Als 1999 innerhalb von zwei Monaten sowohl im französisch-italienischen Montblanc- Tunnel als auch im österreichischen Tauerntunnel zwei schwere Brandunfälle passierten, war die mediale Empörung groß. Eine wochenlange Diskussion über die Sicherheit in Tunnelbauten entspann sich, um schließlich wieder von einem anderen Thema überholt zu werden. Erst Jahre später legten EU-weite Richtlinien Mindestanforderungen an die Sicherheit von Tunnels im transeuropäischen Straßennetz fest. Wadim Heinrich, Konstrukteur bei der Kallmünzer Höllein-Unternehmensgruppe, ließen die schlechten Brandschutzvorkehrungen in Tunnels keine Ruhe. Den Tüftler interessierten vor allem die Schwachpunkte im Entwässerungssystem der Röhren. In rund 50 Jahren hat sich sein Arbeitgeber einen guten Namen im Bereich Brückenentwässerungstechnik gemacht. Heinrich ist sozusagen Entwässerungs-Spezialist. Deshalb wandte sich die Autobahndirektion Südbayern 2008 an das Unternehmen, um Sicherheitslösungen für Tunnels entwickeln zu können. Wadim Heinrich spielte daraufhin wieder und wieder die Situation im Montblanc-Tunnel durch. Zur Erinnerung: Am 24. März 1999 geriet dort ein mit Margarine beladener LastwageninBrand.ImTunnelbranntees56 Stunden lang, 39 Menschen verloren ihr Leben, der entstandene Sachschaden betrug rund 350 Millionen Euro, der über elf Kilometer lange Tunnel blieb für drei Jahre gesperrt. Das Problem war, dass sich die Margarine durch die hohen Temperaturen soweit verflüssigt hatte, dass sie sich brennend über das Entwässerungssystem ausbreiten konnte, erklärt Wadim Heinrich. Die brennende Flüssigkeit bewegte sich mit hoher Geschwindigkeit durch die Entwässerungsleitung, die unterhalb der Fahrbahn einbetoniert ist. Dadurch verschleppte sich der Brand und aus den nachfolgenden Gullys stiegen Flammen und Rauch auf, die weitere Fahrzeuge anzünden oder Fluchtwege blockieren konnten. Der Groschen fiel bei Heinrich schließlich ganz plötzlich beim Spielen mit seinen damals drei- und fünfjährigen Töchtern. Mit einem Glas und einer Kerze habe ich ihnen erklärt, dass Feuer zum Brennen Sauerstoff braucht. Die Idee für den späteren Höllko-Brandabscheider war geboren. Ich habe dieses einfache physikalische Gesetz genutzt, um unser neues Produkt zu entwickeln. Ich habe mit brennendem Ethanol experimentiert und in verschiedenen Versuchsanordnungen bewiesen, dass das Ganze auch funktioniert, erklärt Heinrich. Will heißen: Durch den im Entwässerungsschacht eingebauten Brandabscheider kann die brennende Flüssigkeit bereits beim Ableiten von der Unfallstelle gelöscht werden, ähnlichwiebeimglasundderkerze. Hauptbauteile von Heinrichs Erfindung namens Höllko-Brandabscheider sind ein Rohrkrümmer und eine Tauchglocke aus Edelstahl. Im Entwässerungsschacht steigt der Spiegel der brennenden Flüssigkeit bis zur Unterkante der auf dem Rohrkrümmer sitzenden Tauchglocke. Sobald die Flüssigkeit innerhalb der Glocke weiter nach oben steigt, erlischt der Brand mangels Sauerstoffzufuhr. So gelangt nur noch gelöschte Flüssigkeit über den Überlauf des Rohrkrümmers und in die Kanalisation: Das System ist leicht und preiswert nachrüstbar, verursacht keinen hohen Wartungsaufwand und auch die geforderte Abflussmenge von 100 Liter/Sekunde pro 50 Meter laufende Tunnel- Fahrbahnstrecke kann gewährleistet werden. DIE HÖLLEIN-UNTERNEHMENSGRUPPE Die Carolinenhütte bei Kallmünz (Landkreis Regensburg) ist ein traditionsreiches Unternehmen, das seinen Ursprung als Hochofen und Hammerwerk im 17. Jahrhundert hat. Seit1885befindetsichdasWerkimBesitzderFamilieHöllein.Eswirdvomderzeitigen Inhaber in sechster Generation geführt. Die Höllein-Unternehmensgruppe beschäftigt heute rund 140 Mitarbeiter. Es Im Praxistest hat sich Heinrichs System bereits bewährt. Die Firma R. Höllein Carolinenhütte GmbH & Co. KG erhielt von der Autobahndirektion Südbayern den Auftrag zur Nachbesserung des Autobahntunnels Allach bei München. Die Brandabscheider wurden in die 288 seitlichen Entwässerungsschächte des Tunnels installiert. Die Testphase konnte vor Ort Ende 2010 erfolgreich abgeschlossen werden. Ein Glücksfall für die gesamte Firma, deren zwei Hauptfelder bis jetzt die Gießerei in der Carolinenhütte bei Kallmünz und der Bereich Brückenentwässerung und Metallbau sind machte das Unternehmen rund 22 Millionen Euro Umsatz. Rund elf Millionen mit der Gießerei, etwa 10,5 Millionen mit Brückenentwässerung und rund eine halbe Million Euro schließlich entfielen auf die neue Brandschutz-Anwendung. Das Patent für die Erfindung wurde beantragt, der Gebrauchsmusterschutz für Österreich und Deutschland ist bereits erteilt. Im März 2011 entstand der Unternehmensteil Höllko-Brandschutz, dessen Abteilungsleiter Wadim Heinrich ist. Wir wollen mit dieser Innovation jetzt richtig Gas geben, auch gibt Niederlassungen in Chemnitz und Tschechien. Die Unternehmensschwerpunkte sind die Gießerei, der Maschinenbau und seit inzwischen 50 Jahren die Brückenentwässerungstechnik. Die Abteilung HÖLLKO-Brandschutz wurde im März 2011 gegründet. Mit dem HÖLLKO-Brandabscheider soll dieser Unternehmensbereich in den nächsten Jahren mit zum geplanten Wachstum der Firma beitragen. über die deutschen Grenzen hinaus. Schließlich haben wir einen sechsstelligen Betrag in die Entwicklung und das Marketing des Systems gesteckt, blickt Klaus Bittermann, Geschäftsführer der Höllein-Unternehmensgruppe, zuversichtlich in die Zukunft. Allein mit der neuen Sparte sind zwischen 15 und 20 Millionen Euro Umsatz bis zum Jahr 2016 angepeilt. Caroline Höllein, Vertreterin der Eigentümerfamilie und für das Controlling zuständig, ist ebenfalls optimistisch: Sollten wir das Ziel erreichen, dann könnten rund zwanzig neue Arbeitsplätze entstehen. Derzeit sucht Höllko-Brandschutz europaweit nach strategischen Partnern. Entsprechende Finanzmittel könnten uns bei der schnelleren Marktdurchdringung helfen, so Bittermann. Produziert wird der Brandabscheider in der Chemnitzer Zweigniederlassung. Vertrieb und Entwicklung bleiben in der Kallmünzer Carolinenhütte. Die Einsatzmöglichkeiten der Innovation aus der Oberpfalz gehen über Tunnelbauten weit hinaus. Schließlich treten ähnliche Brandproblematiken auch bei Tankstellen, Raffinerien oder in der Chemieindustrie auf. Michael Kolter, bei Höllko-Brandschutz als technischer Berater tätig, möchte die Vermarktung deshalb auf viele Bereiche ausdehnen: Wir haben uns zum Beispiel bei der Autobahndirektion Südbayern auch für die Nachrüstung des Pfaffensteiner Tunnels und der Prüfeninger Einhausung initiativ beworben. Michael Kolter und Wadim Heinrich vergessen trotz allen Sinns für den wirtschaftlichen Unternehmenserfolg eines nicht: Für uns ist die Rettung von Menschenleben auf den Fernstraßen auch eine moralische Verpflichtung. Ihr direkterweg zumkunden! Handzettel, Prospekt, Katalog oder Warenprobe? Oberpfalz, Landkreis, Stadt oder Stadtteil? Wir sind Ihr kompetenter Ansprechpartner in Sachen Haushaltswerbung! Mit fast zwei Jahrzehnten Erfahrung und ca. 3,5 Mio. verteilten Prospekten pro Woche sind wir der Marktführer in der Oberpfalz! Mit 100 Fahrern, die pro Verteiltag km zurücklegen und Verteilern erreichen wir über 95%* der Haushalte in der Oberpfalz. Noch Fragen? 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16 MAGAZIN WIRTSCHAFTSZEITUNG FEBRUAR 2012 SEITE 17 Bewerbung für neue Domains.shop und.bayern möglich MARINA DEL RAY/KALIFORNIEN. Die internationale Domain-Verwaltungsstelle ICANN im US-Bundesstatt Kalifornien hat nach intensiven Vorbereitungen den Weg für etwa 300 bis 400 neue Domain-Endungen freigegeben. Neben den bekannten Endungen wie.de,.com oder.net wird es voraussichtlich ab 2013 zahlreiche neue Kennungen wie.sport,.reise oder.music geben. Die neuen Top-Level-Domains (ntlds) eröffnen Unternehmen und Organisationen ganz neue Perspektiven: Sie können unter.bayern oder.berlin ihre regionale Identität bereits über die Domain klar nach außen kommunizieren oder sich unter.web oder.shop generische Web-Adressen sichern und so leichter über Suchmaschinen gefunden werden. Noch einen Schritt weiter können insbesondere große Unternehmen gehen und sich um eigene Top-Level-Domains bewerben. Damit gehören Adressen wie oder womöglich bald zum Alltag im Internet. Alle interessierten Institutionen sollten jetzt aktiv werden, wenn sie die neuen Möglichkeiten schnell nutzen wollen, sagte Dieter Kempf, Präsident des IT-Branchenverbands Bitkom. Bis November 2012 werden die Anträge auf sogenannte Generic Top Level Domains(gTLD) von der ICANN geprüft. Anfang 2013 sollen dann die ersten Adressen mit den neuen EndungenandenStartgehen.(wz) Ernst Kick, Vorstandschef der Spielwarenmesse eg, mit den eigens zur Spielwarenmesse entwickelten Toys4Teens DasgrößteSpielzimmerderWelt Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg zeigen 2700 Aussteller aus 60 Ländern ihre Neuheiten Foto: Tjiang App-Boom SAN FRANCISCO. Berechnungen des Marktforschungsunternehmens Flurry zufolge wurden in der letzten Woche des vergangenen Jahres weltweit mehr als 1,2 Milliarden Apps heruntergeladen. Die Zahl der Installationsvorgänge stieg in der Woche nach Heiligabend um 60 Prozent gegenüber den vorhergehenden Wochen im Dezember. Bereits zuvor hatte Flurry analysiert, dass am 24. und 25. Dezember rund sieben Millionen Geräte mit den Betriebssystemen Android und ios aktiviert worden waren. Fast die Hälfte der nach Weihnachten heruntergeladenen Apps landete den Angaben zufolge auf Smartphones in den USA (509 Millionen), die damit deutlich vor China (99 Millionen) und Großbritannien (81 Millionen) liegen. Danach folgen fast gleichauf Kanada (41 Millionen) sowie Deutschland und Frankreich (je 40 Millionen).(wz) LESEN SIE AUCH NEUE IT-TRENDS IT kennt keine Berührungsängste. Die Nutzung von Touchscreens wird weiter steigen. So will etwa Microsoft für Windows 8 seine touchfähige Hardware optimieren. Seite 18 NEUE WZ-SERIE In einer neuen Themenspezial-Serie präsentiert die Wirtschaftszeitung Unternehmen des IT-Sicherheitsclusters,demderzeit65Firmenundfünf Hochschulen angehören. Seite 19 NEUE GESETZE Im gerade begonnenen Jahr gibt s eine Menge Neuerungen. Was sich im einzeln ändert, zeigen wir im Überblick: Von den Bereichen Löhne bis hin zur Pflege und den verschiedensten Förder-Möglichkeiten. Seite 22 VON THOMAS TJIANG NÜRNBERG. Wenn am 1. Februar die Spielwarenmesse als weltgrößtes Branchenereignis ihre Pforten im Nürnberger Messezentrum öffnet, ist eines wie immer: Für interessierte Verbraucher bleibt der Zugang verboten, strenge Einlasskontrollen schirmen konsequent Aussteller und Facheinkäufer vor stöbernden Privatleuten ab. Dabei werden auch in diesem Jahr die zwölf Hallen des Messeareals bis in die letzte Ecke ausgebucht sein. Voraussichtlich sind es wieder um die 2700 Aussteller aus über 60 Ländern, unter anderem aus Argentinien und Australien, aus Südafrika, Trinidad und Tobago, wie auch aus Vietnam, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Zypern. Auf der Ausstellungsfläche, immerhin so groß wie 22 Fußballfelder, werden ab dem Messestart sieben Tage lang rund eine Million Produkte präsentiert, darunter Neuheiten. Das Sortimentsspektrum reicht von Babyartikeln und Plüsch, über Holzspielwaren, Kunsthandwerk und Modelleisenbahnen bis hin zu technischem oder edukativem Spielzeug sowie Sport. Außerdem werden auch Themen wie Spiele, Bücher, Experimentieren, Multimedia wie auch kreatives Gestalten, Trendartikel oder Karneval abgedeckt. An der Suche nach Rekordzahlen bei Ausstellern, Fachbesuchern oder Produkten will sich aber der Vorstandschef der veranstaltenden Spielwarenmesse eg, Ernst Kick, nicht beteiligen. Zum einen, weil die Rekordzahlen aus dem vergangenen Jahr kaum zu toppen sind. Zum anderen ist es für ihn nicht entscheidend, ob 79000oder81000Besucher insgrößte Spielzimmer der Welt kommen. Für den Vollblutmessemacher zählt die Qualität des Messegeschäfts, also Kontakte und Bestellungen der Einkäufer bei den Ausstellern. Wer als Produzent oder Händler in der Spielwarenbranche erfolgreich sein will, kommt am Nürnberger Branchentreff nicht vorbei. Nürnberg ist für uns die wichtigste Messe,heißt es etwa von der Fürther Simba Dickie Group, Deutschlands größtem Spielzeuganbieter. Zum Branchenmeeting will das Familienunternehmen rund 100 Neuheiten enthüllen, darunter 20 Highlights. So sollen etwa Disney-Lizenzen für den Kultfilm Cars groß herauskommen, außerdem werden Lizenzspielzeuge des Werkzeugherstellers Black& Decker vorgestellt. Zudem will Simba Dickie die Jubiläen der beiden Tochterfirmen, den 40. Geburtstag des Rutschfahrzeugherstellers Bobby Car und den 100. Geburtstags des Modellautoherstellers Schuco entsprechend begehen. Für das Unternehmen ist auf der Spielwarenmesse die Kommunikation und Kontaktpflege mit Kunden aus der ganzen Welt das Entscheidende. Viele Orders hat Simba Dickie bereits vor Messebeginn in der Tasche, die erneut für eine positive Umsatzentwicklung gesorgt haben sollen. Unsere Planung 2011 wurde übertroffen. DIE SPIELWARENMESSE INTERNATIONALTOY FAIR Unter den rund 2700 Ausstellern findensich340neueanbieter,dieaufder Nürnberger Messe zum ersten Mal ihre Produkte einem Weltpublikum präsentieren. 859 Aussteller und damit die meisten stammen aus Deutschland, gefolgt von Chinamit237,Hongkongmit166und Italien mit 151 Anbietern. Auf rund 2,5 Milliarden Euro wird der Markt für klassisches Spielzeug in Deutschland geschätzt. Weltweit gingen 2010 etwa 83,9 Milliarden US-Dollar für Spielzeug über die Ladentheke. Internationale Kontakte knüpfen Auch für das Traditionshaus Ravensburger, den führenden Anbieter von Puzzles, Spielen und Beschäftigungsprodukten in Europa, ist der Stellenwert der Spielwarenmesse absolut hoch, unsere wichtigste Messe überhaupt, heißt es aus der Firmenzentrale. Die Einkäufer deutscher Spielzeuggeschäfte würden nach wie vor in der Messewoche am stärksten ordern. Bei den internationalen Kontakten steht für das Unternehmen mit dem blauen Dreieck als Markenzeichen Information und Beziehungspflege im Vordergrund. Erwartungslos, aber hoffnungsvoll wird Julia Demel von der Dresdner bibabox nach Nürnberg anreisen. Die Jungunternehmerin hat sich erst im September mit Spielhäusern und Steckdrachen aus Pappe alles Made in Sachsen selbstständig gemacht. Einen regulären Stand kann sie sich naturgemäß noch nicht leisten. Sie präsentiert ihr Sortiment mit weiteren 25 innovativen Jungunternehmen auf dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Gemeinschaftsstand. Unter den weiteren Jungunternehmen auf dem Gemeinschaftstand findet sich auch die Tailorlux aus Münster. Die HighTech-Schmiede hat zwar kein Spielzeug im Gepäck, dafür aber ein effizientes und kostengünstiges Plagiatschutzsystem, berichtet Philipp Ulber. Mittels anorganischer Leuchtstoff-Marker gesundheitlich und toxikologisch unbedenklich ließen sich auch Spielwaren oder ihre Verpackung vor Produktpiraten schützen. Jedes Markermuster, aus einer Kombination von 300 Milliarden Möglichkeiten erstellt, gilt als unkopierbar und so individuell wie ein Fingerabdruck. UmdenNutzenfürdieBrancheauf der Messe zu steigern, gibt Messechef Kick Jahr für Jahr ein Leitthema aus. DieMesseistnichtdazuda,umschön zu reden, sondern um nachzudenken und Initiativen zu ergreifen. Lag der Fokus im vergangenen Jahr auf Toy go green, also auf Nachhaltigkeit in Produkt, Produktion, Logistik und Vertrieb, wird in diesem Jahr das Motto Toys4Teens in den Mittelpunkt gerückt. Das Toy Fair Special soll Händlern und Herstellern verdeutlichen, wie Jugendliche ticken. Denn nur wer seine Zielgruppen und deren Vorlieben kennt, kann sie für sein Geschäft begeistern. Eine entsprechende Studie bleibt aber bis Messestart streng unter Verschluss und wird erst auf dem Toy Business Forum vorgestellt. Das Toy Business Forum will den Messebesuchern kompaktes Fachwissen für die Praxis vermitteln. Als Auftaktredner wird Andreas Haderlein vom Zukunftsinstitut die Erfolgsfaktoren im Handel der Zukunft beleuchten. Der Handelsexperte und Trendforscher wird die Einzelhändler etwa davor warnen, an der Rolle des Regaleinräumers festzuhalten. Er sieht die Fachhändler von morgen als Produzent von Lebensgefühlen, der sein Geschäft vor Ort als lokale Marke in Sachen Kompetenz und Kommunikation ausbaut. Und das Internet wird nicht nur als zusätzlicher Vertriebskanal eingesetzt, sondern auch als Kommunikationsraum mit internetaffinen Kids. Preisterminals in den Geschäften Haderlein will für ein offenes Visier plädieren. Statt Sorge vor Online-Preisvergleichen wird er für eigene Preisterminals im Laden raten. Denn eine geschulte Verkaufsmannschaft könne am Point of Sale mit mehr Service punkten. Spieltipps auf Augenhöhe geben, Modelle aus der Verpackung holen und zur Probe einmal zusammenzubauen könne kein Internetpreisbrecher leisten. Denkbar sei auch, die Dialogplattform Spielwarengeschäft zu Infoveranstaltungen für Eltern zu nutzen, um etwa fachkundig Grenzen und Gefahren von Internetrollenspiele zu diskutieren. Ich appelliere an Herz und Leidenschaft der Kaufleute. Aktuell hat der vorgezogene Aufbau in einigen Hallen bereits begonnen. Messemacher Kick zeigt sich aber ganz entspannt. Denn er hat bereits im vergangenen Jahr damit begonnen, die ersten Planungen für die Spielwarenmesse 2012 auszuarbeiten. Und selbst lange Arbeitstage bringen ihn nicht aus der Ruhe: Meine Entspannung kommt durch meine Aufgabe, die so facettenreich und vielfältig ist.

17 SEITE 18 FEBRUAR 2012 IT & KOMMUNIKATION WIRTSCHAFTSZEITUNG Investoren für Startups Investorenabend am 6. März REGENSBURG. Die beiden Regensburger Gründerzentren IT-Speicher und BioPark veranstalten gemeinsam mit dem netzwerk nordbayern am 6. März 2012 im IT-Speicher einen Investorenabend unter dem Motto Unternehmerkapital trifft Innovation. Dort können Eigenkapitalinvestoren aus der Region junge, technologieorientierte Unternehmen kennenlernen. Die Eigenkapitalakquise stellt für junge, innovative Unternehmen einen wichtigen Wachstumsschritt dar, da vor dem Markteinstieg oftmals eine kostenintensive Entwicklungsphase steht, die meist nicht aus Eigenmitteln finanziert werden kann. Bei einer erfolgreichen Markteinführung erzielen technologieorientierte Unternehmen allerdings häufig einen überdurchschnittlichen Geschäftserfolg. Dies macht sie gerade für Investoren, die nicht nur Kapital sondern auch unternehmerisches Know-how mitbringen, zu einer attraktiven Zielgruppe für Anlagen mit Weitblick. Zudem sollen potenzielle Investoren über Möglichkeiten informiert werden, selbst als Business Angel aktiv zu werden. Business Angels sind Personen, meist Unternehmer, die innovativen Unternehmern in der Start- und Wachstumsphase Hilfestellung geben und dadurch am Unternehmenserfolg des Jungunternehmens partizipieren können. IT-WelthatkeineBerührungsängste Touchfähige Hardware, Cloud-Lösungen, Sicherheitsaspekte, Applikationen und Windows 8 prägen 2012 VON ROBERT TORUNSKY Die Nutzung von Touchscreens wird im Jahr 2012 weiter steigen. So hat etwa Microsoft für das neue Betriebssystem Windows 8 eine Optimierung für Touchfähige Hardware angekündigt. Foto: fotolia/fotogestoeber OSTBAYERN. Das neue Jahr hält im IT- Sektor einige Neuigkeiten und viele Weiterentwicklungen in nahezu allen Bereichen bereit. Das Thema Sicherheit wird weiter an Bedeutung gewinnen. Nach dem Höchststand an Daten-Skandalen im Vorjahr unter anderem erwischte es Sony, Apple, Dropbox und sogar die Bundespolizei wird es nach Angaben der Landesbeauftragten für den Datenschutz verstärkt zu Prüfungen in Firmen kommen. Dabei ist davon auszugehen, dass nicht nur große Unternehmen kontrolliert werden, sondern auch zielgerichtet der Mittelstand. Um Bußgelder seitens der Behörden zu vermeiden, aber auch im Interesse der eigenen Daten-Sicherheit kommen neue Herausforderungen auf die Betriebe zu. Die Sicherheitsexperten von Kaspersky gehen in ihrer Vorhersage 2012 von weiteren Übergriffen wie bei Sony aus, als Tausende sensible Nutzerdaten von gesicherten Servern gestohlen und teilweise im Internet veröffentlicht wurden. Kaspersky prognostiziert, dass 2012 mit spektakulären Angriffen oftmals mit politisch motiviertem Hintergrund auf mangelhaft gesicherte Server großer Unternehmen zu rechnen ist. Das Mitglied im Bayerischen IT-Sicherheitscluster sieht als Hauptangriffsziele mobile Geräte - vor allem die Android-Plattform wurde bereits häufig als Jahr der Cloud bezeichnet, man kann jedoch davon ausgehen, dass dieser Titel für 2012 mindestens ebenso gerechtfertigt ist. Viele große Hersteller vertreiben ihre Produkte mittlerweile als Cloud-Lösung dies ermöglicht gerade jungen Unternehmen, die früher häufig von teuren Lizenzen und langfristigen Lizenz-Vereinbarungen abgeschreckt wurden, mit überschaubarem Kostenaufwand auf Datenverarbeitungs-Dienste zuzugreifen. Office-Produkte, Firewall, Virenprüfung und Daten-Speicher sind nur einige der Anwendungen, die mittlerweile in der Cloud angeboten werden und sich in allen Betriebsgrößen immer größerer Beliebtheit erfreuen. Branchenführer wie Amazon, Apple und Google stellen für 2012 Weiterentwicklungen und neue Features in Aussicht. Auch Softwareriese Microsoft hat für 2012 das Betriebssystem Windows 8 mit unzähligen neuen Features angekündigt. Die Benutzeroberfläche wurde besonders für touchfähige Hardware optimiert und läuft künftig auf der gesamten Bandbreite neuer Geräte: von Tablets über Notebooks, PCs bis hin zu den großen Screens, mit oder ohne Tastatur und Maus. Nach Herstellerangaben soll Windows 8 einen fundamentalen Wechsel beim Design der Benutzeroberfläche bringen: Die Optik des kachelförmigen Designs lehne sich dabei an das Interface von Windows Phone 7 an. Neu ist, dass sichmitwindows8nichtnuralleherkömmlichen Programme nutzen lassen, die Nutzbarkeit von Apps eröffnet zudem ganz neue Dimensionen. Dementsprechend stehen viele der Highlights des neuen Betriebssystems auch im Zusammenhang mit Applikationen: Das bekannte Windows Start- Menü wird durch eine anpassbare, skalierbare Vollbild-Ansicht von Apps ersetzt diese lassen sich einfach und bequem auf die Seite des Bildschirms platzieren, verkleinern oder vergrößern. Die Nutzer erhalten auf einen Blick die aktuellsten Informationen ihrer Apps. Wichtige Features sind auch die HTML 5- und JavaScript-Nutzung, um die PC-Leistung optimal auszunutzen sowie die Touch-Optimierung für schnelles Surfen in Kombination mit Hardware-Beschleunigung und einem laut Microsoft noch leistungsfähigeren Internet Explorer 10. Der Brotkasten-Computer wird 30 Jahre 1982 stellte Commodore den C 64 vor und eroberte zahllose Kinderzimmer Mit jährlich 4,2 Millionen Passagieren und über Tonnen Luftfrachtumschlag gehört der Airport Nürnberg zu den Top 10 der deutschen Verkehrsflughäfen. Foto: Airport Nürnberg Flughafen in der Wolke Airport Nürnberg setzt bei Website auf Cloud Computing NÜRNBERG. Streikende Fluglotsen, Piloten oder Kabinenpersonal, Wetterkapriolen oder ein Asche spuckender Vulkan auf Island in solchen Fällen möchten sich Passagiere über etwaige Auswirkungen auf ihren Flug informieren. Die Drähte der Telefon-Hotlines der Reise-Veranstalter, Fluggesellschaften und Flughäfen glühen und die Websites haben Hochfrequenz. Bei solchen außergewöhnlichen Ereignissen steigen die Zugriffszahlen auf unsere Website manchmal um mehr als das 15-fache des normalen Betriebs, sagt Christian Käser, der als Head of Business Development & New Media Management bei Airport Nürnberg auch für die Website des Flughafens verantwortlich ist. Natürlich wäre es nicht wirtschaftlich, wenn wir für diese wenigen Tage im Jahr eine Hardware-Infrastruktur vorhalten, die den gesamten Rest des Jahres zu weniger als zehn Prozent ausgelastet ist, sagt Käser. Deshalb wurde der komplette Betrieb der Flughafen-Website auf eine Cloud-Lösung umgestellt. Die vorher verwendete statische Hosting-Lösung bei einem lokalen Anbieter sei bei den unvorhersehbaren Lastspitzenan ihre Grenzen gestoßen. Der Airport hat mit seinem Berliner Provider Infopark einen Paketpreis vereinbart, der sich am übertragenen Datenvolumen und genutztem Speicherplatz des Normalbetriebs orientiert. Die etwa zwanzig Tage im Jahr mit außergewöhnlichen Lastspitzen würden nicht zusätzlich berechnet. Die gesamte Lösung wird über Amazon Web Services gehostet. In Service-Level-Agreements (SLAs) mit dem Anbieter Infopark sind Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit geregelt. Darüber hinaus gibt es auch eine Garantie für die gesetzeskonforme Datenhaltung nach den deutschen Datenschutzrichtlinien Amazon war als einziger US-Anbieter bereit, die Speicherung und Verarbeitung der Daten ausschließlich in europäischen Rechenzentren vorzunehmen. Die garantierte Verfügbarkeit und automatische Skalierung bei Lastspitzen wären für uns finanziell nicht erreichbar gewesen wir hätten sonst weiterhin damit leben müssen, dass bei unvorhersehbaren Ereignissen unsere Website zusammenbricht, resümiert Airport-Manager Christian Käserzufrieden.(wz/to) LAS VEGAS. Erst load, dann run : Mit diesen Befehlen starteten auf dem C64 die Programme und eröffneten den Kindern der 80er-Jahre eine neue Spielewelt. Der Brotkasten half dabei, Computer erst kinderzimmerund dann salonfähig zu machen. Vor 30 Jahren stellte Commodore den Heimrechner vor, der dann als meistverkaufter Computer der Welt in die Technik-Geschichte einging. Er verhalf dem PC zum Durchbruch und lebt auch Jahre nach seinem offiziellen Ende fort, wenn auch meist nur virtuell. Was Commodore im Januar 1982 auf der damaligen Winter-CES zeigte, hatte mit den heutigen Hochleistungsmaschinen wenig zu tun. Das klobige Gehäuse erinnerte an einen Brotkasten, im Inneren taten ein Prozessor mit 0,985 Megahertz und 64 Kilobyte Arbeitsspeicher gemütlich ihren Dienst. Eine Festplatte hatte der C64 wie viele andere Rechner damals nicht. Für das Laden und Speichern vondatengabeseinedatasette eine Art Kassettenlaufwerk für Computer und später ein Floppy-Laufwerk, das man mit labbrigen 5,25-Zoll-Disketten fütterte. Auch eine grafische Benutzeroberfläche, wie sie Apple später populär machen sollten, fehlte. Nach dem Start blinkte ein Cursor auf dem blauen Bildschirm. Zur Bedienung tippte man Befehle ein. Programmierkenntnisse waren dafür aber nicht nötig: Ein paar Kommandos wie Load und Run reichten, um Programme zu starten. Vor allem Spiele. Denn der C64 war zwar ein echter Computer, auf dem Tüftler in der Programmiersprache Basic eigene Anwendungen schreiben konnten. Einige Fachzeitschriften druckten gar Programmcodes ab, den Hartgesottene von Hand abtippten.derreizdesc64lagfürdie meisten aber im riesigen Angebot an Spielen mit farbiger Grafik und passablem Sound. Da gab es Sportspiele wie Summer Games, in denen man beim 100-Meter-SprintamJoystick rüttelte, biser kaputtging. Es gab Adventures wie Maniac Mansion, in denen man seine Freundin Sandy aus den Händen eines verrückten Wissenschaftlers befreien musste und auf dem Weg dorthin besser nicht den Hamster in die Mikrowelle steckte. Oder das Jump n Run-Spiel Giana Sisters, deren Protagonistinnen stark an den Nintendo-Klempner Super Mario erinnerten. Viele Fans hatten auch Simulationen, etwa das mittelalterlich angehauchte Kaiser oder die Flugkämpfe in AceofAces.SelbstinheutigenTiteln sind viele Spielkonzepte wiederzufinden nur mit bedeutenden Verbesserungen bei Grafik und Sound. Wer von den meist minderjährigen Spielern kein Geld für Software ausgeben wollte, hatte auch so eine große Auswahl. Schnell habe sich eine illegale Subkultur der Cracker und Kopierer im Umfeld des C64 entwickelt, ohne dass die erwachsene Öffentlichkeit davon etwas mitbekommen hätte, schreibt der Journalist Christian Stöcker in seinem Buch Nerd Attack. Um das Urheberrecht scherte sich kaum jemand. Das kurbelte zumindest den Hardware-Verkauf an. Schätzungsweise 22 Millionen C64 gingen über die Ladentheken. Das Gerät von Commodore half dabei, den Rechner kinderzimmer- und später salonfähig zu machen. Doch ihm war das Schicksal vieler Technik-Neuheiten beschieden: Irgendwann sind sie hoffnungslos veraltert. Der Hersteller Commodore ging 1994 pleite und stellte die Produktion ein, sein beliebtestes Produkt verschwand mit der Zeit in den Kellern oder im Elektroschrott. Das heißt: Nicht ganz. Noch heute soll es ein paar Fans geben, die voll Nostalgie auf ihrem Brotkasten daddeln. Und auch auf den modernen Maschinen erfreut sich mancher an Kaiser, Maniac Mansion oder The Last Ninja : Emulationsprogramme schenken den Klassikern neues Leben. Die meisten Spiele gibt es kostenlos im Netz wie früher nicht legal, aber leicht zu bekommen. Mit dem Lebensgefühl der 80erund frühen 90er-Jahre versucht eine US-Firma wieder Geschäfte zu machen: Sie hat die Markenrechte für denc64gekauftundbietetnunimalten Design einen Rechner an, den C64x. An Bord des Retro-Rechners ist ein moderner Intel-Prozessor, der heutigen Aufgaben gewachsen ist. Der Clou: Wer seine Jugenderinnerungen aufleben lassen will, kann in den Klassikmodus wechseln.(dpa) Der C64 eroberte in den 80er Jahren weltweit vor allem die Kinder- und Jugendzimmer. Foto:dpa

18 BAYERISCHESIT-SICHERHEITSCLUSTER ANZEIGE THEMENSPEZIAL FEBRUAR 2012 SEITE 19 IT-Outsourcingmachtsichbezahlt R-KOM Datacenter Ostbayern bietet perfekte Infrastruktur und größte Sicherheit Geballte Kompetenz VON JEANNINE TIELING REGENSBURG. Das Outsourcing der eigenen IT stellt für alle Unternehmen eine zukunftsweisende, effiziente und sichere Alternative dar. Prozesse können effektiver und flexibler gestaltet werden, vielfach wird die Qualität gesteigert, Ausfallrisiken werden minimiert und Kosten gesenkt. Schließlich spart die Auslagerung von Servern und Festplatten nicht nur Platz, sie setzt in den Betrieben häufig auch Ressourcen frei, da sich die Mitarbeiter wieder mehr auf das Kerngeschäft konzentrieren können. Wir bieten der Wirtschaft in der Region eine Heimat für ihre zentrale, unternehmenskritische EDV. Versorgten in der Vergangenheit viele Dienstleister von unseren Rechenzentren aus das weltweite Internet mit Anwendungen, so werden heute zunehmend unternehmensinterne EDV-Systeme bei uns eingestellt, beschreibt der Geschäftsführer der R-KOM, Alfred Rauscher, das Anliegen des Telekommunikationsunternehmens. Mit dem Datacenter Ostbayern hat die R-KOM einen Meilenstein für die IT-Sicherheit in der gesamten Region gesetzt. Im Mai 2011 ging das Rechenzentrum eines der modernsten Hochsicherheits-Rechenzentren in Süddeutschland im Stadtosten Regensburgs in Betrieb, nachdem sein Vorgänger voll ausgelastet war. IT-Spezialisten der R-KOM, Martin Weickmann und Jürgen Mayerhofer (v. li.), überprüfen die Verkabelung im Datacenter Ostbayern. Foto: R-KOM Die Kunden von R-KOM schätzten die betriebssichere Umgebung und die leistungsfähige Kommunikationsanbindung in unmittelbarer Nähe zu ihrem Unternehmensstandort, berichtet Rauscher weiter. Ferner erfüllten die Rechenzentren der R-KOM jegliche Anforderungen, die der Gesetzgeber an die IT-Sicherheit und den Datenschutz stellt. Dazu gehören beispielsweise gesicherte Zugänge und spezielle Zugangsberechtigungen, der allumfassende physikalische Schutz, aber auch eine Notstromversorgung sowie eine energieeffiziente Klimatisierung, ergänzt Key Account Manager Martin Weickmann. Nur so können wir einen effektiven und vor allem sicheren Umgang mit den uns anvertrauten Systemen garantieren, verspricht er. Das Datacenter Ostbayern ist äußerst platzoptimiert angelegt, wodurch Energie- und Betriebskosten gespart werden. Auf 120 Quadratmetern Fläche beherbergt das Rechenzentrum 40 Rack-Stellplätze, in denen Unternehmen ihre Server unterbringen können. Oft nutzen auch IT-Systemhäuser unsere bestehende Infrastruktur mit all ihren Vorteilen und lagern die IT ihrer Kunden in greifbare Nähe zu uns aus, erklärt IT-Spezialist Weickmann. Auch um direkte Anbindung der hausinternen IT zu den ins Datacenter Ostbayern ausgelagerten Servern brauchen sich die Kunden der R-KOM nicht zu kümmern. Diese stellt die R-KOM über ihr eigenes, kostengünstiges Glasfasernetz her. Zurzeit durchläuft das Datacenter Ostbayern eine TÜViT-Zertifizierung, die für viele IT-Themen mittlerweile einen entscheidenden Faktor darstellt: Das Sicherheitsniveau der IT-Infrastruktur des Rechenzentrums wird anhand verschiedener Bewertungskriterien systematisch überprüft. Das Gütesiegel dürfte sicherlich auch ein Anreiz für neue Kunden sein, denn gerade für Betreiber von IT-Systemen kann sich eine Zertifizierung positiv auf das Rating eines Unternehmens auswirken. In einer neuen Themenspezial-Serie präsentieren sich das ganze Jahr über Unternehmen des IT-Sicherheitsclusters in der Wirtschaftszeitung. Das Bayerische IT-Sicherheitscluster fungiert als Netzwerk, in dem sich zum Einen Unternehmen der IT-Wirtschaft sowie Unternehmen, die Sicherheitstechnologien nutzen, zusammengeschlossen haben. Zum Anderen gehören Hochschulen, Weiterbildungseinrichtungen und Juristen dazu. Das Cluster fördert Kooperationen, informiert über IT-Sicherheitsrisiken und Lösungen, präsentiert die IT-Sicherheitskompetenz seiner Mitglieder, bindet Unternehmensneugründungen in das Netzwerk ein und unterstützt die IT-Sicherheitsforschung und -ausbildung. Der Fokus liegt dabei auf den Bereichen IT-Security, Datenschutz, Automotive Safety und Sicherheitstechnik. Ein großes Ziel ist eine allgemeine Verbesserung der Informationssicherheit in mittelständischen Unternehmen. Dem Bayerischen IT-Sicherheitscluster sind derzeit über 65 Unternehmen sowie fünf Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Bayern und Österreich angeschlossen. Es betreibt Geschäftsstellen in Regensburg, Augsburg und Nürnberg.(xjt) Glasfaser ist die Zukunft Datenübertragung in Lichtgeschwindigkeit Hightech in allen Bereichen Datacenter auf dem neuesten Stand der Technik REGENSBURG. , Recherche und Einkauf im Internet, elektronischer Datenaustausch mit Kunden und Lieferanten: Für die meisten Unternehmer wäre eine Arbeitswelt ohne diese heute selbstverständlichen Annehmlichkeiten kaum vorstellbar. Immer komplexere Anwendungen sorgen für ein exponentielles Wachstum des Datentransfers. Schon eine kleine Funktionsstörung des Kommunikationsanschlusses kann zum Image-, Kunden- und Umsatzverlust führen. Bei der Kommunikationsanbindung sind daher Stabilität und Bandbreite der Verbindung ausschlaggebend. Wer die schnellste Verbindung haben möchte, braucht die Glasfaser, erklärt Diana Thaler von Glasfaser Ostbayern, einer Produktsparte des Regensburger Telekommunikationsunternehmens R-KOM. Schon seit 1997 ist es mit der Glasfaser für Geschäftskunden auf dem Markt. Vor gut drei Jahren hat das Unternehmen begonnen, ein Glasfasernetz auch für den Wohnbestand zu installieren. Bis dato sind mehr als 7000 Wohneinheiten an das Netz von Glasfaser Ostbayern angeschlossen. Künftig werden noch größere Datenmengen übertragen werden als heute, alles muss immer schneller gehen. Deshalb wird die Glasfaser schon in wenigen Jahren unverzichtbar sein, prognostiziert die Expertin und warnt davor, dass die physikalische Leistungsgrenze der Kupferkabel bei DSL bald erreicht sein werde. Deshalb würden Mieter und Käufer von Eigentumswohnungen oder Gewerbeimmobilien in Zukunft vermehrt auf eine Ausstattung mit Glasfaser achten, welche eine Vielfalt an Multimedia-Anwendungen einschließlich Fernsehen biete.(xjt) In den nächsten Jahren will Glasfaser Ostbayern sein Netz ausbauen. Foto: Glasfaser Ostbayern REGENSBURG. Das Datacenter Ostbayern setzt in allen Bereichen auf den neuesten Stand der Technik. So wird es über das örtliche Mittelspannungsnetz mit Strom versorgt. Zwei Transformatoren mit jeweils 630kVA reduzieren die ankommende Spannung. Bei einem Netzausfall sichert diese Leistung eine Netzersatzanlage, deren Diesel-Motor schon nach wenigen Sekunden anspringt. Die Überbrückung der Startzeit übernimmt eine unterbrechungsfreie Stromversorgungsanlage mit Batteriepufferung, damit der Betrieb des Rechenzentrums keinesfalls unterbrochen wird. Für optimale klimatische Verhältnisse im Inneren des Datacenters sorgt eine energiesparende Technik, die mit einem Konzept der freien Kühlung einhergeht. Bis zu einer gewissen Grenze wird die kühle Außentemperatur zur Kälteerzeugung genutzt. Reicht sie nicht mehr aus, schaltet modernste Regelungstechnik die Kompressorkühlung zu. In der eigentlichen IT-Fläche des Datacenter Ostbayern erfolgt die Kühlung nach dem Kalt- und Warmgangprinzip. Die IT- und Technikräume sind als separate Brandabschnitte ausgeführt. Die unterschiedlichen Löschbereiche werden durch eine Brandmelde- und Löschsteuerzentrale überwacht. Wird ein Brand erkannt, tritt sofort ein Löschmittel aus. Ein Monitoringsystem kontrolliert darüber hinaus alle betriebsrelevanten Werte und Störungen. Ein Kontrollsystem regelt und dokumentiert den Zugang für berechtigte Personen über elektronische Transponder und den persönlichen Fingerabdruck. Zusätzlich wird das Gebäude rund um die Uhr videoüberwacht, außerdem verfügt es über eine Einbruchmeldeanlage.(xjt) Datacenter Ostbayern SparenSie durchdie AuslagerungIhrerServer Energie- undbetriebskosten. ProitierenSiejetztvonallen technologischenmöglichkeiten eines modernen Datencenters. Telefon, Internet, TV/Radio Unser neues Glasfasernetz bringt Kommunikation in Lichtgeschwindigkeit in jedeshaus. Telefonieren, fernsehen und schnelles Internet: BessereQualität und sensationell günstiger Preis. Jetzt informieren: bis zu 100 Mbit/s Jetzt informieren: Ein Produkt der Facebook: fb.com/glasfaserostbayern Ein Produkt der

19 SEITE 20 FEBRUAR 2012 DER BÜCHERMARKT WIRTSCHAFTSZEITUNG SEITE 21 INTERVIEW ANTON NEUGIRG, LEITER BUCHHANDLUNGEN BEI PUSTET DieSpreuwirdsichvom Weizen trennen Anton Neugirg leitet beim Regensburger Familienunternehmen Friedrich Pustet den Bereich Buchhandlungen mit zehn Filialen in ganz Bayern. Er muss auf den wachsenden digitalen Markt reagieren. Macht Sie der wachsende Markt für E-Books nervös? Nein, der macht mich grundsätzlich gar nicht nervös. Der Umsatzanteil liegt immomentbeicircaeinbis1,3prozent. Zieht man lieber ein Buch aus dem Regal wie hier bei Pustet oder lädt man eine Datei für den E-Reader herunter? Die Mehrheit der Deutschen bevorzugt nach wie vor die Papierversion. Umblätternoderlieber Seitenwischen? Versandbuchhandel und E-Books im Kommen: Die Buchhandelsbranche macht sich fit für die Zukunft VON LUISE FRANK FRANKFURT AM MAIN. Das leise Rascheln beim Umblättern einer Seite, der Geruch von druckfrischem Papier, ein schönes Bild auf dem Cover, der Anblick von bunten Buchrücken in einemregal wirdalldaseinestages der Vergangenheit angehören? Die Deutschen erweisen sich als besonders bibliophil und kritisch gegenüber elektronischen Büchern, doch auch hierzulande erobert sich der Lesestoff aus Bits und Bytes immer mehr Marktanteile. Den klassischen Sortimentsbuchhandel treiben vor allem zwei Sorgen um: zum einen die deutlichen Umsatzzuwächse des Versandbuchhandels und zum anderen die langsam, aber stetig anwachsende Beliebtheit der E-Books. Derzeit kaufen die Deutschen nach wie vor am liebsten ein Buch aus Papier und zwar in der Buchhandlung. Von den 9,7 Milliarden Euro Gesamtumsatz, die der Buchhandel 2010 in Deutschland erzielen konnte, entfielen 4,9 Milliarden (50,6 Prozent) auf den Sortimentsbuchhandel. Aber der Versand holt kräftig auf: 1,6 Milliarden Euro Umsatz 2010 bedeuten ein Umsatzplus von 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz des Sortimentsbuchhandels sank im gleichen Zeitraum um 2,8 Prozent. DieBranchewillsichaufdieveränderten Vorzeichen einstellen. Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse im Oktober gaben der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und seine Wirtschaftstochter, die MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH, bekannt, dass auch die stationären Buchhändler vermehrt online verkaufen werden. Für den Börsenverein ist es eine wichtige Zukunftsaufgabe, die Rahmenbedingungen für den Kulturstandort Buchhandel zu erhalten, sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins. Der Verband setzt sich dafür ein, dem Buchhändler vor Ort mit maßgeschneiderten Angeboten Wege indiezukunftzuebnen. Die durchdachte Kombination von lokaler Nähe und Vertrieb von Büchern über das Internet bietet für den Buchhändler vor Ort einzigartige Chancen, seine Beziehung zum Kunden auszubauen und zu festigen, so Skipis. Der Buchhändler kennt seine Kunden persönlich. Wenn dieser direkte Kontakt mit dem richtigen Angebot ergänzt wird, ist das der perfekte Weg in die Zukunft. Er ist überzeugt, dass das neue Angebot der Marketing und Verlagsservice des Buchhandels GmbH ein zukunftsweisendes Komplett-Paket für den digitalen Vertrieb biete. Leseerlebnis Buch Mit den MVB-Webshops und dem neuen internetfähigen E-Reader Liro Color präsentierte Ronald Schild, Geschäftsführer der MVB, eine kombinierte Online-Lösung für den Buchhandel. Mit unseren Angeboten können kleinere und mittlere Buchhändler eine Online-Offensive starten, so Schild. Mit den MVB Webshops richten sich Buchhändler ihren eigenen individuellen Internet-Shop ein, über den sie Bücher, E-Books und Audio- Books verkaufen und den sie auf Wunsch mit zusätzlichen Modulen und Services ausstatten können. Ob die Kunden dann das regionale Versandportal oder einen Branchenriesen wie Amazon bevorzugen, wird die Zukunft zeigen. Für die nahe Zukunft rechnet die Branche zudem mit einem deutlichen Verkaufszuwachs der elektronischen Bücher. Auf dem amerikanischen Markt hat dieser Durchbruch bereits stattgefunden. So hat Amazon in den USA im vergangenen Jahr bereits mehr E-Books für das bei Amazon erhältliche Lesegerät Kindle abgesetzt als Taschenbücher. Die deutschen Leser stehen dem neuen Medium E-Reader kritischer gegenüber machten E-Books nur 0,5 Prozent des Käufer-Buchmarktes aus. Eine Studie, die der Börsenverein des Deutschen Buchhandels bei der Gfk in Auftrag gegeben hat, belegt den Hang der Deutschen zum bedruckten Papier: So sagten 85 Prozent der Befragten: Ich liebe gedruckte Bücher zu sehr, das Gerät reicht nicht an das Leseerlebnis heran. Der Anblick des gut gefüllten Bücherregals war für 86 Prozent der Befragten ein Argument gegen elektronische Bücher. Dass E- Books günstiger als Bücher auf Papier angeboten werden können, ist für etwas mehr als die Hälfte (56 Prozent) von Bedeutung. Fazit: 82 Prozent wollen weiterhin ausschließlich oder weitgehend gedruckte Bücher lesen; lediglich zwei Prozent der Leser geben an, weitgehend E-Books zu kaufen. Sowohl E- Book als auch gedrucktes Buch kommen für sieben Prozent in Frage. Wie sich diese Zahlen entwickeln werden, können aber derzeit nicht einmal Experten verlässlich einschätzen. Wird die Skepsis gegenüber E-Books anhalten oder wird sich die neue Technologie durchsetzen? Für Letzteres spricht die hohe Zahl von verkauften E-Readern im Weihnachtsgeschäft. Bei Amazon beispielsweise war der firmeneigene Reader Kindle das meistverkaufte Produkt im Weihnachtsgeschäft. Auch beim Weltbild-Verlag waren vor Weihnachten E-Reader und E- Books sehr gefragt. Die zahlreichen frisch gebackenen Reader-Besitzer werden erwartungsgemäß auch E- Books dafür kaufen. Dennoch liegt der Marktanteil von E-Books in Deutschland aktuell erst bei etwas über einem Prozent. Die Downloads zeigen, dass nicht die Bestseller-Titel aus dem Printbereich heruntergeladen werden, sondern vor allem Günstiges: Klassiker und Sonderangebote. Offenbar sind vielen Lesern die Preise zu hoch. Sachliteratur digital gefragt Der aktuelle Fantasy-Bestseller Eragon Das Erbe der Macht kostet zum Beispiel im Kindle-Shop 19,99 Euro. Das gedruckte Buch gibt es für 24,99 Euro. Dafür hat man ein schön gestaltetes Hardcover mit 960 Seiten in der Hand. Das Gefühl, ein hochwertiges Produkt zu besitzen, scheint bei einem gedruckten Buch ausgeprägter zu sein als bei einer heruntergeladenen Datei. Ein Bereich, in dem sich E- Books hingegen schon durchgesetzt haben, sind wissenschaftliche Veröffentlichungen. Hier wird inzwischen viel als E-Book beziehungsweise Zeitschriften als E-Paper gekauft. Die Beliebtheit elektronischer Bücher hängt auch von den Geräten ab. Die Nutzer-Gemeinde spaltet sich in Nutzer von E-Readern, die ausschließlich zum Lesen bestimmt sind, und ipads, die multimediale Anwendungen ermöglichen. Während die Hersteller von Readern ihre Geräte auf den Markt drücken(amazon zum Beispiel mit einem Weihnachtsangebot für den Kindle), versucht Apple es anders: Es gibt Hinweise, dass die Firma großflächig Schulen mit ipads und elektronischen Schulbüchern ausstatten will. Wirtschaftstitel erobern das Bestsellerregal Das Interesse an Streitschriften und Ratgeberliteratur ist durch die aktuelle politische Lage stark gestiegen OSTBAYERN. Die Eurokrise sowie die zunehmende Komplexität der Finanzmärkte lassen die Oberpfälzer Leser bei Wirtschaftsthemen verstärkt zu Ratgeber- und Wut - Literatur greifen. Kleine Streitschriften mit Titeln wie Wir sind viele, Stoppt das Euro-Desaster oder Rettet unser Geld verkaufen sich bei den Buchhändlern ausgesprochen gut. Bei einer Umfrage in den hiesigen Buchläden kristallisierte sich jedoch ein absoluter Renner heraus: Cashkurs von Dirk Müller. Expertentipps für Anleger Bei Bücher Pustet in der Regensburger Gesandtenstraße steht das 19,99 Euro teure Werk mit dem Untertitel So machen Sie das Beste aus ihrem Geld: Aktien, Versicherungen, Immobilien deshalb längst in der sogenannten Bestseller-Wand, statt nur in der Wirtschafts-Abteilung. Dirk Müller, Börsenexperte und beliebter Talkshow-Gast, klärt darin Fragen wie Woran erkenne ich eine riskante Anlage? oder Wie spare ichambesten?. In den vergangenen Wochen läuft bei Pustet ein dünnes, schwarzes Büchlein zum Preis von 4,90 Euro Cashkurs allerdings den Rang ab. Heribert Prantl hat mit seiner Streitschrift Wir sind viele Eine Anklage gegen den Finanzkapitalismus den Nerv der Leser getroffen. Derartige Streitschriften laufen bei allen Altersgruppen unglaublich gut, bestätigt die angehende Buchhändlerin Nina Wastl. Ein Trend, den auch Alexandra Stangl von der Weidener Buchhandlung Stangl und Taubald bestätigt: Die Leute setzen sich verstärkt mit Wirtschaftsthemen auseinander und wollen wissen, wohin es mit unserem Geld und unserem Wohlstand geht. Die Verkaufsschlager sind in ihrer Buchhandlung neben Cashkurs Hans-Olaf Henkels Buch Rettet unser Geld! Wie der Euro-Betrug unseren Wohlstand gefährdet (als Taschenbuch 8,99 Euro) und die Streitschrift Stoppt das Euro-Desaster vonmaxotte. Henkels Buch geht auch in der Amberger Buchhandlung Lieret oft über den Ladentisch. Aber auch Titel wie,freiheit statt Kapitalismus von Sahra Wagenknecht, oder,redet Geld, schweigt die Welt von Ulrich Wickert waren bisher sehr gefragt, erzählt Brigitte Lieret. Maria Rupprecht führt bayernweit 22 Filialen ihrer Buchhandlung Rupprecht, unter anderem auch in Weiden, Amberg, Schwandorf und Cham. Überall treibt die Menschen Unsicherheit, aber auch zunehmend die Wut über die Auswüchse in der Finanzwelt um. Das Thema humane Marktwirtschaft, beziehungsweise Ethik und Wirtschaft beschäftigt die Menschen sehr, sagt Maria Rupprecht. Neben Cashkurs stehen folgende Titel auf ihrer Verkaufs-Bestsellerliste: Anständig wirtschaften. Warum Ökonomie Moral braucht des Theologen Hans Küng (als Taschenbuch 9,99 Euro), Die Kunst, Menschen zu führen von Abtprimas Notker Wolf und Schwester Enrica Rosanna (12 Euro) sowie Gute Geschäfte Humane Marktwirtschaft als Ausweg aus der Krise von Franz Alt und Peter spiegel(16,95 Euro). Theologen melden sich zu Wort Obwohl diese Titel alle von Theologen geschrieben sind, laufen sie bei den Verlagen unter Wirtschaft, informiert die Unternehmerin. Gelesen werden disee Titel von allen Alters- und Gesellschaftsgruppen. Eine Foto: StefanKiefer.com Entwicklung, über die sich die bekennende Christin freut: Die Leute wissen, dass man in der Wirtschaft nicht nur auf Wachstum schauen kann, sondern auch eine soziale Verantwortung hat. Diese Diskussion ist unter den Menschen von selbst entbrannt und wir fördern sie mit diversen Veranstaltungen und Lesungen zu dem Thema. Mit profaneren Problemen schlagen sich dagegen die Kunden von Georg Kovac, Kundenbetreuer bei Pfaffelhuber in Regensburger, herum. Wie immer zum Jahreswechsel werden die jährlich neu erscheinenden Bücher Steuer-Sparbuch oder Taxman samt Software stark nachgefragt. Kovac: Das sind Sachbücher, um den Leuten ihre Steuererklärung zu erleichtern. Die braucht man jedes Jahr neu, weil sich die Gesetze so schnell ändern. Kommen auch Kunden, die im Januar panisch noch ihre alte Steuererklärung abgeben müssen? Georg Kovac lächelt vielsagend: Daskommtoftvor.DieLeutebrauchen dann aber die Vorgänger-Bücher.DiehabenwirmeistensaufLager oder können sie schnell bestellen. (med) Auf dem amerikanischen Markt ist man deutlich weiter. Rund 50 Prozent der verkauften Bücher waren im vergangenen Jahr digital. Rechnen Sie auch hier mit einem derartigen Anstieg? Der Markt wird sicher ansteigen. Da braucht man sich als stationärer Buchhändler nicht in die Tasche zu lügen. Es gab laut Verlagsangaben bereits im vergangenen Jahr auf geringem Niveau einensprungvon0,3auf1prozent.branchenkenner sprechen davon, dass es in den nächsten drei Jahren auf fünf bis zehn Prozent ansteigen könnte. Wobei ich da vorsichtig wäre. Die Verhältnisse inamerikalassensichnichteinszueins auf Deutschland übertragen. In den Vereinigten Staaten gilt es ganz andere Entfernungen zurückzulegen. Dagegen ist in Deutschland eine sehr gute Struktur des Sortimentsbuchhandels vorhanden. Man kann das ja auch an deranzahl der Buchhändler in Regensburg erkennen. AuchinjedemgrößerenDorfgibteseine Buchhandlung. Trotzdem, muss sich der Buchhandel vor dem digitalen Wandel fürchten? Wir verschließen davor auch nicht die Augen. Wir gehen sehr aktiv mit der Thematik um und bieten unseren Kunden Reader und E-Books an. Schließlich wollen natürlich auch wir am E-Book- Geschäft partizipieren. Welche Kunden kaufen bei Ihnen E-Books? Das geht quer durch alle Altersgruppen, ist aber vor allem das bürgerliche Publikum zwischen 40 und 65 Jahren. Publikum, das auch zum Buchkauf in unsere Läden kommt. Aber die Menge, die wir an E-Books verkaufen, befindet sich umsatzanteilig hinterm Komma. Das sind für uns noch keine nennenswerten Beträge, die wir umsetzen. WiegroßistfürsiedieKonkurrenzdurch den Online-Markt? Die Konkurrenz ist gewaltig. Wenn man sich die aktuellen Zahlen ansieht, dann wird es in diesem Jahr zum ersten Mal passieren, dass der klassische Sortimentsbuchhandel weniger als 50 Prozent Umsatzanteil hat und der Versandund Onlinebuchhandel an die 20 Prozent vom gesamten Buchumsatz erreicht. Ich glaube aber, dass sich das rasante Wachstum des Onlinebuchhandels entschleunigen wird. Dort hat man heuer im Weihnachtsgeschäft genauso Probleme gehabt wie im klassischen Buchhandel. Aber trotzdem: Der Internethandel hat dem Sortimentsbuchhandel einen gewissen Teil des Umsatzes weggenommen. WiewollenSiedieKundenzurückindie Buchhandlung locken? Die grundsätzliche Überlegung ist: Was kann einen Kunden dazu bewegen, nicht online zu kaufen? Zum einen kann ich dort das Buch haptisch in der Hand halten und reinlesen. Zum anderen kann man sich vor Ort durch unsere kompetenten Mitarbeiter beraten lassen. Wir sind nicht der Discounter unter den Sortimentern. Wir arbeiten mit ausgebildeten Buchhändlern, die beraten können. Sie können nicht zu Amazon gehen und sagen: Die Oma hat ihren 70. Geburtstag, was empfehlen Sie denn? Pustet hat im November eine neue Website gelauncht, auf der man auch online Bücher bestellen kann. Damit wollen wir die netzaffinen Leser abholen mit einer ansprechenden Anton Neugirg leitet zehn Pustet- Buchhandlungen in Bayern. Foto: Pustet Seite, Kompetenz und einer schnellen Lieferung. So wollen wir den Kunden auch onlineans Unternehmenbinden undihm diemöglichkeit geben, seinen Bedarf an Literatur über einen lokalen Buchhändler abzudecken. Trotzdem: Der Mehrwert der Buchhandlungbleibt weiterhin die Atmosphäre.Dort hat man die Auswahl,kann jedes Buch in die Hand nehmen und ichhabefreundlichebuchhändler, die den Kunden gerne beraten. AberwiekommtmanmiteinerBücher-Pustet-Online-Seite gegen die gewaltige Konkurrenz von Amazon an? Amazon decktzunächstallesab. Aber wenn mansichdort zumbeispieldie Weihnachtsauswertung ansieht, bemerkt man, dass nur ein einziges Buch, nämlich Eragon,inden Top Ten der meistverkauften Artikel war.amazon ist inzwischen ein riesiger Gemischtwarenladen.Wir wollen im Segment Buch und Medien mit unserer Website regional undvor OrteineAlternativezuAmazon schaffen genauso zuverlässig, genauso schnell und auch mit portofreier Lieferung. Wir bieten die gleichen Serviceleistungen an,die Amazon auch bietet.nur bei uns kann man halt keine Waschmaschine kaufen.wir fokussieren unsauf unser Segment und bieten den Service, die Onlinebestellungen auch in der Buchhandlung abholen zu können WiesehenSiedenBuchmarktinzehnJahren? Sehr ausgedünnt. Ich sehe weitaus weniger Fläche, es werden sich nur Buchhandlungen durchsetzen, dieein schlagkräftiges Konzept haben und unverwechselbar sind. In den vergangenen Jahren haben irrsinnige Flächenerweiterungen stattgefunden.gerade die beiden großen KettenDBH und Thalia haben viel in Flächeninvestiert.Seitletztem Jahr rudern sie wieder zurück und verringern ihre Fläche wieder sukzessive. WieweitwirdsichdasdigitaleBuchdurchsetzen? Es wird sich auf jeden Fall durchsetzen. Es hat sich ja zum Beispielim Fachbuchbereich schon durchgesetzt. Das kann man zum Beispiel an den Universitäts-Bibliotheken und den dort bereits vorrätigen elektronischen Medien sehen. Es gibt längst auch Fachzeitschriften, die nur mehr als E-Paper existieren. Das Buch, das aktuell auf Ihrem Nachttisch liegt, ist das digital oder gedruckt? Ich hab mir vor Jahren einen der ersten E-Reader gekauft, der auf den Markt kam. Ich war vier Tage lang begeistert und dachte, ich werde in Zukunftnur noch E-Bookslesen.Aber die Begeisterung hat sehr schnell nachgelassen.ich finde es sinnlicher und schöner,ein gedrucktesbuch zu lesen.wennich viel mehr auf Reisenwäre,hätte dase-book durchaus seine Berechtigung. Es kann und wird beides nebeneinander existieren. Genauso wie der Internetbuchhandel neben dem stationären Sortiment bestehen kann. Aber es wird sich die Spreu vom Weizen trennen. DasInterviewführteMathiasWagner

20 SEITE 22 FEBRUAR 2012 WISSEN WIRTSCHAFTSZEITUNG Löhne, Rente, Steuern Mindestlöhne Für die rund Beschäftigten der Zeitarbeitsbranche gilt seit dem 1. Januar zum ersten Mal ein gesetzlicher Mindestlohn. Die Lohnuntergrenze beträgt jetzt in den alten Bundesländern 7,89 Euro, in den neuen Bundesländern 7,01 Euro. Dies gilt auch, wenn der Arbeitgeber seinen Sitz im Ausland hat. Am 1. November 2012 steigen die Mindestlöhne auf 8,19 Euro im Westen und 7,50 Euro im Osten. Die Geltungsdauer ist bis zum 31. Oktober 2013 befristet. Krankenkassen Seit 1. Januar stärkt das Versorgungsstrukturgesetz unter anderem die Rechte der gesetzlich Versicherten bei einer Insolvenz ihrer Krankenkasse. Im Falle eines Falles muss die Kasse die Versicherten künftig acht Wochen vor Schließung schriftlich informieren und sie beim Kassenwechsel unterstützen. Schwerbehinderte Arbeitgeber mit 20 und mehr Beschäftigten sind verpflichtet, mindestens fünf Prozent aller Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten zu besetzen. Geschieht dies nicht, muss der Arbeitgeber eine monatliche Ausgleichsabgabe leisten, die zum 1. Januar 2012 gestiegen ist: Arbeitgeber, die die Beschäftigungsquote nicht erfüllen, zahlen künftig pro nicht besetztem Pflichtarbeitsplatz zwischen 115 Euro (bei einer Schwerbehindertenquote von drei bis unter fünf Prozent) und 290 Euro (bei einer Quote von null bis zwei Prozent). Umsatzbesteuerung Die Regelung galt bisher befristet und wurde nun zum 1. Januar 2012 dauerhaft eingeführt: Kleine und mittlere Unternehmen profitieren weiterhin von einer Erleichterung bei der Umsatzsteuer. Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu Euro dürfen die so genannte Ist-Besteuerung in Anspruch nehmen. Das heißt, sie müssen die Umsatzsteuer erst dann ans Finanzamt abführen, wenn der Kunde die Rechnung tatsächlich bezahlt hat. Rentenversicherung Der Beitragssatz in der allgemeinen Rentenversicherung sinkt zum 1. Januar 2012 von 19,9 auf 19,6 Prozent. Arbeitnehmer und Arbeitgeber werdendamit,nachdenangabenderbundesregierung, um jeweils 1,3 Milliarden Euro entlastet. Der Gesetzgeber sieht vor, dass der Beitragssatz gesenkt werden muss, wenn die Nachhaltigkeitsrücklage das 1,5-fache der Monatsausgaben für die Rentenzahlung überschreitet. Die Nachhaltigkeitsrücklage, auch Schwankungsreserve genannt, wird von den Trägern der allgemeinen Rentenversicherung gebildet.(xpf) Neues Jahr, neuer Kalender und einige Neuerungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Was ändert sich 2012? Das neue Jahr bringt für Unternehmer und Arbeitnehmer viele Neuerungen VON BIRGIT PFAUMANN BERLIN. Zum 1. Januar 2012 ist sie also Realität geworden: die Rente mit 67. Doch die kontrovers diskutierte Regelung ist nicht die einzige Änderung, die Wirtschaft und Arbeitsmarkt betreffen. Die wichtigsten Neuerungen auf einen Blick: Zugang zum Arbeitsmarkt Im Jahr 2007 sind Rumänien und Bulgarien der Europäischen Union beigetreten. Dennoch profitieren ihre Bürger noch nicht komplett von der Arbeitnehmerfreizügigkeit. So nutzt Deutschland die von der EU erlaubte Übergangsfrist von maximal sieben Jahren und öffnete den Arbeitsmarkt bisher nicht. Seit dem 1. Januar ist es allerdings für bestimmte Gruppen aus diesen Staaten einfacher, einen Job anzunehmen: Die Arbeitsgenehmigungspflicht entfällt für Akademiker, Auszubildende und Saisonarbeitskräfte, erklärt Stefan Hardege, Arbeitsmarktexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages(DIHK). Seitdem können sich Interessenten mit diesen Voraussetzungen einfach auf eine freie Stelle bewerben. Die Pflicht, bei der Arbeitsagentur eine Arbeitserlaubnis zu beantragen, entfällt. Saisonkräfte dürfen ohne Arbeitsgenehmigung bis zu sechs Monate im Jahr in der Land- und Forstwirtschaft, im Hotel- und Gaststättengewerbe, in der Obst- und Gemüseverarbeitung sowie in Sägewerken arbeiten. Außerdem wird bei Beschäftigungen in Ausbildungsberufen die Vorrangprüfung ausgesetzt. Der Bewerber braucht zwar eine Arbeitserlaubnis, die Arbeitsagentur muss aber nicht mehr prüfen, ob die Stelle auch an einen inländischen Bewerber vergeben werden könnte. Mit einem Ansturm an Bewerbern rechnen die Unternehmen nicht: Viele mobile, gut qualifizierte Fachkräfte aus den neuen EU-Ländern sind bereits in andere Staaten gegangen, weiß Stefan Hardege. Ab dem 1. Januar 2014 gilt für Bürger aus Rumänien und Bulgarien dann die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit. Elektronische Rechnungsstellung Das Steuervereinfachungsgesetz vom November 2011 enthält eine wichtige Änderung, die rückwirkend zum 1. Juli 2011 in Kraft getreten ist: Artikel 5 vereinfacht die elektronische Rechnungsstellung. Vor dem Stichtag mussten die Rechnungen mit einer elektronischen Signatur versehen sein oder in einem speziellen elektronischen Datenaustauschverfahren versandt werden, andernfalls war der Vorsteuerabzug in Gefahr. Jetzt macht der Gesetzgeber keine technischen Vorgaben mehr. Damit wird kleinen und mittleren Unternehmen der Einstieg in die elektronische Rechnungsstellung erleichtert, lobt Brigitte Neugebauer, Steuerexpertin des Deutschen Industrie- und Handelskammertages. Der Empfänger muss allerdings dem digitalen Versand zustimmen. Der Rechnungsempfänger ist zudem verpflichtet, ein sogenanntes innerbetriebliches Kontrollverfahren einzuführen und damit die Rechnung inhaltlich und formal zu prüfen. Wie er dies macht, kann er allerdings selbst festlegen. Zusätzlich müssen beide Seiten sicherstellen, dass die Rechnungen archiviert werden. Dafür müssen Bildoder Datenträger genutzt werden, deren Änderungsmöglichkeit ausgeschlossen ist. Ein Ausdrucken und Abheften wird von der Finanzverwaltung nicht anerkannt, warnt Neugebauer. Wie die Finanzverwaltung die Foto: Fotolia/a_korn neuen Vorschriften auslegt, wird das Bundesfinanzministerium in einem Anwendungsschreiben darlegen. Da diese Anwendungshinweise noch ausstehen, warten viele Unternehmen noch ab, bevor sie in die elektronische Rechnungsstellung einsteigen, so die DIHK-Expertin. Einführung der Rente mit 67 DieRentemit67wirdabdem1.Januar stufenweise eingeführt. Damit steigt für Versicherte ab dem Jahrgang 1947 die Regelaltersgrenze schrittweise von 65 auf 67 Jahre. Dies geschieht zunächst in Schritten von einem, ab 2024 in Schritten von zwei Monaten. Versicherte, die 1947 geboren wurden, könnenalsomit65jahrenundeinemmonat in Rente gehen. Für Versicherte des Jahrgangs 1948 sind es 65 Jahre und zwei Monate. Wer Jahrgang 1964 oder jünger ist, muss bis zum 67. Lebensjahr arbeiten. Arbeitnehmer, die vorher aufhören möchten, können dies tun, müssen aber, wie bisher auch, Abschläge in Kauf nehmen, erklärt Anne Zimmermann, Expertin für Soziale Sicherung im Deutschen Industrie- und Handelskammertag. Eine Ausnahme macht die neue Regelung: Wer 45 Jahre Pflichtbeiträge gezahlt hat, kann weiterhin mit 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen, so Zimmermann. Dabei werden Kindererziehungszeiten genauso angerechnet wie Pflegezeiten, der Wehrdienst oder Mini-Jobs. Wer über eine betriebliche Altersversorgung verfügt, sollte einen Blick in die Vertragsunterlagen werfen: Die Regelungen müssen überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Das betrifft beispielsweise die Angleichung der vertraglich festgehaltenen Altersgrenzen an die Regelaltersgrenze, so Zimmermann. Pflege, Kfz, Zuschuss Gründungszuschuss Im neuen Jahr wurde der Gründungszuschuss, der Arbeitslosen den Weg in die Selbständigkeit ebnet, in eine reine Ermessensleistung umgewandelt. Die Entscheidung, ob der Zuschuss gewährt wird, liegt damit bei der Arbeitsagentur. Um die Fördervoraussetzungen zu erfüllen, benötigt der Antragsteller künftig außerdem noch mindestens 150 Tage Restanspruch auf Arbeitslosengeld I bisher waren dies 90 Tage. Kfz-Steuer Seit dem 1. Januar gilt bei der Kfz- Steuer für Neuwagen ein niedrigerer Kohlendioxid-Grenzwert. Jetzt ist nur nocheinausstoßvon110grammpro Kilometer steuerfrei, anstatt wie bisher 120 Gramm. Für jedes zusätzliche Gramm werden zwei Euro fällig. Höchstens fallen allerdings 20 Euro mehr pro Fahrzeug an. Dies gilt zusätzlich zum Kfz-Steuer-Sockelbetrag, der sich aus der Kraftstoffart und dem Hubraum ergibt. Kinderbetreuungskosten Eltern können Kinderbetreuungskosten künftig einfacher von der Steuer absetzen: Die Neuregelung verzichtet auf die persönlichen Anspruchsvoraussetzungen bei Eltern, wie zum Beispiel Erwerbstätigkeit, Ausbildung, Krankheit oder Behinderung. Ab dem Veranlagungszeitraum 2012 müssen nur noch die Aufwendungen an sich belegt werden. Die dritte Seite der so genannten Anlage-Kind bei der Einkommensteuererklärung fällt damit weg. Lebensversicherung Bei Lebensversicherungen sinkt im neuen Jahr der staatlich festgelegte Garantiezins von 2,25 auf 1,75 Prozent. Wer 2012 einen neuen Vertrag abschließt, kann damit nur noch auf eine gesicherte Rendite von 1,75 Prozent bauen anstatt wie bisher auf 2,25. Die Absenkung des sogenannten Höchstrechnungszinses betrifft allerdings nur die Verträge, die ab dem 1. Januar 2012 neu abgeschlossen werden. Pflege Das neue Familienpflegegesetz erleichtert Arbeitnehmern die Pflege ihrer Angehörigen. Seit 1. Januar ist es möglich, die Arbeitszeit für höchstens zwei Jahreaufbiszu15StundenproWoche zu reduzieren sofern der Arbeitgeber einverstanden ist. Wechselt ein Arbeitnehmer von einer Vollzeit- in eine Halbzeitstelle, erhält er beispielsweise vom Arbeitgeber 75 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Nach der Rückkehr in den Vollzeitjob werden weiter nur 75 Prozent gezahlt, bis der Vorschuss abgearbeitet ist. Für ihre Vorleistung können Arbeitgeber beim Bundesamt für Familie ein zinsloses Darlehen beantragen.(xpf) DiemachenmeinePost. Undichdie wichtigendinge. ErwillsichaufseinKerngeschäftunddie wichtigendingeimlebenkonzentrieren. Deshalbkümmern wir voncitymail uns jetzt um die kompletteabwicklungseiner Post. WirübernehmenKurierfahrten,leerensein Postfach, organisierenseinedirectmailings. Undallesindzufrieden. Gleichanrufenundmehrerfahren:

21 WIRTSCHAFTSZEITUNG STANDORT-CHECK FEBRUAR 2012 SEITE 23 Die Kommune des Jahres Neumarkt erhält den Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis NEUMARKT. Die Stadt Neumarkt i. d. OPf. wurde mit dem Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Prämiert wurde Neumarkt in der Kategorie Kommunen für das Stadtleitbild Neumarkt Starke Stadt und für den Nachhaltigkeitsprozess, unter anderem in den Bereichen Bürgerengagement und Klimaschutz. Die Auszeichnung mit dem Namen Zeitzeichen wurde im Rahmen des Netzwerk21Kongresses in Hannover von Oberbürgermeister Thomas Thumann, Bürgermeisterin RuthDornerunddemLeiterdesBürgerhauses Ralf Mützel entgegengenommen. In der Laudatio von Dr. Ralf Bleicher, Jurymitglied und Vertreter des Deutschen Landkreistages, hieß es: Mit ihren Nachhaltigkeitsaktivitäten hat die Stadt sich bereits einen Namen gemacht! Über NachhaltigkeitwerdeinNeumarktnichtnurgeredet oder geschrieben. Nachhaltigkeit werde hier vielmehr von den Bürgerinnen und Bürgern, der Verwaltung, Verbänden, Vereinen und der Wirtschaft gelebt, motiviert durch eine konsequente Verankerung des Lokalen Agenda 21-Prozesses in den Verwaltungsstrukturen der Stadt und dem Bürgerhaus Neumarkt als Servicezentrale, Beteiligungsnetzwerk und Projektschmiede, so Laudator Dr. Bleicher. Für die vielfältigen Aktivitäten der Stadt Neumarkt im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung wurde der Stadt auch der Titel Offizielle Stadt der Weltdekade durch die Unesco verliehen. Zu den wichtigsten Projekten im Rahmen der Nachhaltigkeitsinitiative in den letzten Jahren gehören neben dem Bürgerhaus das Förderprogramm Energetisches Bauen und Sanieren einschließlich der Einrichtung einer bürgernahen Beratungsstelle, der Start einer E-Mobilitätskampagne sowie die Aktion Neumarkt Erste Fairtrade-Stadt Bayerns. Bereits 2010 war Neumarkt von der Stiftung Großer Preis des Mittelstandes die Auszeichnung Kommune des Jahres 2010 zugesprochen worden. Oberbürgermeister Thomas Thumann: Der Preis ist für uns ein großer Ansporn, auf diesem erfolgreichen Weg weiter zu gehen. Auch von oben wird Neumarkts klare, überschaubare Stadtstruktur sichtbar. INTERVIEW WOLFGANG WITTL, AMT FÜR WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG DER STADT NEUMARKT I. D. OPF. Neumarkt ist äußerst finanzstark Fotos: StadtNeumarkt Mansiehtes ihran:neumarktisteine starke Stadt. Partner der Wirtschaft Stadt lässt im Streben nach positiver Veränderung nicht nach NEUMARKT. Nur wenn ökologische, ökonomische und soziale Aspekte gut aufeinander abgestimmt werden, ist eine zukunftssichere und für die Lebensbedingungen folgender Generationen geeignete Entwicklung möglich : Wie der Neumarkter Oberbürgermeister Thomas Thumann erläutert, sei der prosperierende Aufstieg seiner Stadt untrennbar mit der unternehmerischen Leistung von Firmen und Betrieben verbunden, die Neumarkt als Firmensitz gewählt haben. Bionorica, Max Bögl, Dehn + Söhne, Klebl oder Pfleiderer seien Firmen mit Weltruhm, die stellvertretend für den Wirtschaftsstandort Neumarkt i. d. OPf. stehen. Um diese Entwicklung zeitgemäß und vorausschauend zu gestalten, gehe man bei der Nachhaltigkeit des Handelns voran. Dabei verstehen wir uns als Partner und Dienstleister für die Wirtschaft, betont das Stadtoberhaupt. Von der Beratung bis zur Suche nach geeigneten Gewerbeflächen reiche das Konzept. Zugleich müssten die günstigen Rahmenbedingungen für die hier ansässigen Gewerbebetriebe aufrecht erhalten und ständig verbessert werden. Als erste Stadt in Deutschland erhielt Neumarkt i. d. OPf. zweimal die Auszeichnung als Stadt der Weltdekade. Mit diesem Prädikat würdigt die UNESCO die Anstrengungen der Stadt zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung. Mit diesen Bemühungen thematisiert die Kommune eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, mit denen auch die Wirtschaft immer stärker befasst sei, nämlich die Nachhaltigkeit des Handelns und das Verantwortungsbewusstsein für die nächsten Generationen auf den unterschiedlichsten Handlungsfeldern. Vor allem aber darauf macht Oberbürgermeister Thumann besonders aufmerksam geht es darum, immer besser zu werden und im Streben nach positiver Veränderung nie nachzulassen. Dazu gehöre ganz oben auf der Agenda, optimale Voraussetzungen für langfristig sichere und zuverlässige wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Der Blick auf den stabil niedrigen Gewerbesteuerhebesatz, die ausgeglichenen kommunalen Finanzen und die sehr gute Infrastruktur in Neumarkt machen deutlich, dass hier in der Oberpfalz nach dieser Maxime gehandelt werde. ZugleichgebeesanvielenStelleninder Stadt Belege für die Einbindung der Bürger in diese Philosophie. Das Neumarkter Rathaus: Die Bürger der Stadt werden in die Stadtpolitik aktiv eingebunden. Was hat Neumarkt, was andere Standorte nicht haben? Wo liegen die Alleinstellungsmerkmale Ihrer Stadt? DieStadtNeumarkti.d.OPf.istnatürlich geographisch begünstigt durch diezentralelageinbayernunddienähe zum Großraum Nürnberg und den Städten Regensburg und Ingolstadt. Dieser Lagevorteil und die hervorragende Infrastruktur sind die Basis für ein starkes und vielfältiges Wirtschaftsleben. Hinzu kommt eine nachhaltig und effektiv arbeitende und denkende Stadtpolitik und Verwaltung, die dazu geführt hat, dass die Große Kreisstadt mit rund Einwohnern seit Jahrzehnten nahezu schuldenfrei ist und hohe Rücklagen ansammeln konnte. Und die Infrastruktur? Wo liegen da die Stärken Neumarkts? Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Nähe zur Stadt und Europäischen Metropolregion Nürnberg? Die Verkehrsinfrastruktur insbesondere die Lage direkt an der Autobahn A 3(Frankfurt-Nürnberg-Regensburg-Passau), die kurze Anbindung zur A 9(Berlin-München), die Bundesstraßen B 8 und B 299, die DB-Hauptstrecke Nürnberg-Regensburg und seit 2011 auch die S-Bahn-Anbindung nach Nürnberg ist herausragend gut. Die Verkehrsinfrastruktur der Stadt wird ergänzt durch das moderne Klinikum und die Vielzahl hervorragender und bestens ausgestatteter Kulturund Bildungseinrichtungen. Die Nähe zu den Zentren, insbesondere zur Metropole Nürnberg, ist kein Nachteil für die Stadt. Die gewollte und geförderte enge wirtschaftliche Verflechtung mit der Metropolregion hat Vorteile für beide Seiten. Es herrscht ein reger Austausch an Waren und auch an Arbeitskräften. Viele Unternehmen aus dem Großraum Nürnberg haben Produktionsstätten und Zulieferer in Neumarkt. Der Struktur eines Wirtschaftsstandortes kommt eine immer wichtigere Bedeutung zu. Wie ist die Branchen- und Firmenpalette Neumarkts zusammengesetzt? Die Baubranche war und ist einer der wichtigsten Zweige der Neumarkter Wirtschaft. Unternehmen wie Max Bögl, Klebl, Dehn und die Pfleiderer AG sind überregional bekannt. Wenn man jedoch die Aufteilung der Beschäftigten in den über 3200 Neumarkter Betrieben auf die verschiedenen Branchen genauer betrachtet, stellt man fest, dass nur noch sieben Prozent im Baubereich Arbeit finden. Mehr als 40 Prozent der Arbeitnehmer sind im Dienstleistungsbereich beschäftigt und hier wiederum fast15prozentinder öffentlichenverwaltung. Die Stellung der Stadt als zentraler Ort im Landkreis und in der Region wird hier deutlich sichtbar. Fast 30 Prozent der Beschäftigten sind im verarbeitenden Gewerbe tätig. Dies sind viele kleine und mittelständische Handwerksbetriebe und Industrieunternehmen, die eine weitere wichtige Säule der Wirtschaft der Stadt bilden. Hinzu kommt der Handelssektor, der 17 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Beschäftigung bietet. Insgesamt also eine vielfältige Branchenlandschaft, die gerade mit dieser Bandbreite zur Stärke und Robustheit des Wirtschaftsstandortes beiträgt. Wolfgang Wittl Foto: privat UndwiehochistdieZahlderArbeitsplätze? Wie viele Menschen pendeln zum Beispiel ein oder aus? Von den derzeit in Neumarkt gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Arbeitskräften sind 9930 Einpendler, die vor allem aus den umliegenden kleineren Kommunen nach Neumarkt zur Arbeit kommen Personen sind als Auspendler bei der Bundesagentur für Arbeit registriert, dies bedeutet einen Pendlerüberschuss zugunsten der Stadt von 3643 Arbeitskräften. Auch dies zeigt deutlich die zentrale Rolle der Stadt in der Region. Den öffentliche Abgaben, also der kommunale Steuerpolitik und letzten Endes der Finanzlage einer Stadt, kommt eine große Bedeutung zu. Wie ist Neumarkt hier aufgestellt? Die schon angesprochene nachhaltige und überlegte Politik der Stadt in den vergangenen Jahrzehnten hat dazu geführt, dass Neumarkt heute nahezu schuldenfrei und finanzstark ist. Dies ermöglicht es der Stadt auch, die Hebesätze für die Realsteuern, die nach wie vor die wichtigste Einnahmequelle der Kommunen bilden, sehr niedrig zu halten. Neumarkt i. d. OPf. hat heute im Vergleich die niedrigsten Hebesätze aller Großen Kreisstädte in Bayern mit 315 Prozent bei der Gewerbesteuer und 235 Prozent bei der Grundsteuer A beziehungsweise 275 Prozent bei der Grundsteuer B. Der KampfumdiebestenKöpfe ist längst entbrannt. Was hat sich die Stadt Neumarkt hier vorgenommen? Der Bedarf an gut ausgebildeten und qualifizierten Fachkräften wird als zentrales Thema in den nächsten Jahren gesehen. Die Stadt unterstützt die Unternehmer im Rahmen ihrer Möglichkeiten. So ist eine Job-Meile in der Innenstadt geplant, die den Unternehmen eine öffentliche Plattform bieten soll, um vor allem Jugendliche für das Berufsangebot der Betriebe zu interessieren. Zusammen mit dem Landkreis wird das Projekt Campus Neumarkt vorangetrieben. So konnte die private Hochschule für angewandtes Management im Schauturm auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände etabliert werden. Das Klinikum Neumarkt wird durch die Universität Erlangen-Nürnberg als Lehrkrankenhaus genutzt. Seit dem Jahr 2008 betreibt die Georg- Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg am Klinikum eine Außenstelle, an der der Studiengang Gesundheitsökonomie des Fachbereichs Betriebswirtschaft angeboten wird. Die Stadt Neumarkt hat weiterhin auf einem früheren Firmengelände mit mehreren Produktionshallen ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für Erneuerbare Energien eingerichtet, in dem auf rund 7500 Quadratmetern Hallenfläche zahlreiche innovative Firmen, Institute und Einrichtungen angesiedelt worden sind. Auch ein Teilbereich des Bayerischen Laserzentrums konnte dort untergebracht werden. Künftig werden in diesem Gebäude Wissenschaft, Forschung und die Praxisumsetzung in den Bereichen Erneuerbare Energien aus Sonne und Wind sowie der optischen Technologie vereint sein. Im Rahmen des Campus- Neumarkt wurde auch das Umweltinstitut der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Neumarkt angesiedelt. Diese Forschungseinrichtung arbeitet in einem Trakt des 2010 neu eröffneten Museums für historische Maybach- Fahrzeuge. UndwasbietenSiefürjungeLeute? Die Angebote gerade für junge Familien und junge Menschen, die Familien gründen wollen, werden stetig ausgebaut und verbessert. Als starke und vor allem lebenswerte Stadt werdenwirdazubeitragen,dassdieinder Zukunft dringend benötigten Fachkräfte hierher kommen und auch gerne in unsere Stadt bleiben. DasInterviewführteGerdOtto

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