Pressedienst der Versicherungswirtschaft Pressekonferenz Kreditversicherung am 15. Dezember 2011 in Köln

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1 Pressedienst der Versicherungswirtschaft Pressekonferenz Kreditversicherung am 15. Dezember 2011 in Köln Ralf Meurer, Vorsitzender der Kommission Kreditversicherung des GDV Es gilt das gesprochene Wort Sehr geehrte Damen und Herren, herzlich willkommen zur diesjährigen Pressekonferenz der privaten Kreditversicherer. Die privaten Kreditversicherer so steht es in Ihrer Einladung zur heutigen Konferenz sind stabile Partner deutscher Unternehmen. Sie unterstützen den Aufschwung von mittelständischen Betrieben und Großunternehmen und tragen somit ihren Beitrag zum Wachstum Deutschlands bei. Auf unsere Unterstützung und Partnerschaft können unsere Kunden vertrauen. Wir haben aus der letzten Krise gelernt und seither eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, die unseren Kunden mehr Entscheidungssicherheit und Transparenz geben. Dazu später mehr, lassen Sie uns zunächst einen Blick auf wesentliche Entwicklungen der Kreditversicherungswirtschaft im Kalenderjahr 2011 werfen: Die seit dem vergangenen Jahr sehr kräftige Konjunkturbelebung in Deutschland schwächt sich zusehends ab. Wichtige Stimmungsindikatoren der deutschen Wirtschaft, wie der Geschäftsklimaindex des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung oder der Index des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), haben sich seit der Jahresmitte 2011 signifikant verschlechtert. Maßgeblicher Auslöser dafür war der Vertrauensverlust im Zusammenhang mit der Europäischen Schuldenkrise im Sommer dieses Jahres. Die Staatsschuldenprobleme im Euroraum überlagern die bis dato günstigen Fundamentalfaktoren der deutschen Wirtschaft in zunehmendem Maße und belasten die Konjunkturperspektiven. Wesentliche Wachstumsimpulse gehen im kommenden Jahr von der Binnennachfrage aus. Das Auslandsgeschäft dürfte sich 2012 leicht negativ entwickeln. Angesichts der stark erhöhten globalen Abwärtsrisiken erwarten die Kreditversicherer in den nächsten zwei Jahren einen volatilen Konjunkturverlauf für Deutschland. Das Wachstum wird sich nach unserer Prognose vorübergehend markant abschwächen: Nach einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 3,0 Prozent in 2011 prognostizieren wir für 2012 nur noch ein Plus von 0,8 Prozent. Die privaten Kreditversicherer unterstützen die deutsche Wirtschaft in diesem bewegten Umfeld. Für das Jahr 2011 zeigen die aktuellen Geschäftszahlen der Kreditversicherungswirtschaft eine erfreuliche Entwicklung: 1

2 Erfreuliche Geschäftsentwicklung 2011 Die Nachfrage nach Kreditversicherungsschutz steigt: Unsere Beitragseinnahmen in der Kredit-, Kautions- und Vertrauensschadenversicherung werden laut Hochrechnung 2011 voraussichtlich ein Plus von 4 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro verzeichnen (2010: 1,5 Mrd. Euro). Der Schadenaufwand wird angesichts der Insolvenz des großen Druckmaschinenherstellers manroland im Vergleich zum Vorjahr steigen voraussichtlich auf 700 Mio. Euro (2010: 658 Mio. Euro). Daraus ergibt sich eine Schadenquote von 44 Prozent (Vorjahr 43,1 Prozent). Die Schaden-Kosten-Quote nach Abwicklung wird voraussichtlich bei 58 Prozent liegen (Vorjahr 56,9 Prozent). Lassen Sie mich kurz die Entwicklung der einzelnen Sparten der Kreditversicherung in den ersten drei Quartalen skizzieren: Delkredereversicherung: weiterer Anstieg des Deckungsvolumens Im Kerngeschäft der Kreditversicherer, der Delkredereversicherung, ist in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres ein merkliches Beitragswachstum von drei Prozent zu beobachten. Hier spiegelt sich deutlich der Anstieg des versicherten Handelsvolumens infolge des bis dato sehr positiven Konjunkturverlaufs wider. Die Delkredereversicherung umfasst gut 55 Prozent der Beitragseinnahmen der Kreditversicherer. Das Deckungsvolumen ist seit Beginn des Jahres 2011 um neun Prozent auf rund 339 Mrd. Euro (Vorjahr rund 312 Mrd. Euro) gestiegen. Damit erreicht es seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahre 2002 seinen Höchstwert. Die Beitragseinnahmen wachsen also in weitaus geringerem Maße als die gewährten Deckungssummen, sodass das Prämienniveau sinkt. Das kommt unseren Kunden zugute: Die Prämien für Kreditversicherungen sind 2011 im Schnitt um fünf Prozent gesunken. Das heißt, dass der Kunde für die gleiche Prämie mehr Deckung erhält. So sicherten die Kreditversicherer 2011 für eine Million Euro Beitrag Warenkredite von 524 Mio. Euro ab das sind über fünf Prozent mehr als im Vorjahr (2010 bekamen die Kunden für den gleichen Beitrag 497 Mio. Euro Absicherung). Für 2012 werden stabile Preise erwartet. Die Leistungsseite weist für die ersten drei Quartale eine erfreuliche Entwicklung auf: Der Schadenaufwand für Versicherungsfälle ging um 8 Prozent auf 196 Mio. Euro zurück. Bis Ende September blieben größere Insolvenzen aus. Die unterjährige Schadenquote der Delkredereversicherung lag damit Ende September bei 30 Prozent. Inzwischen hat jedoch wie Sie wissen der Druckmaschinenhersteller manroland Insolvenz angemeldet. In wirtschaftlich guten Zeiten wird ein großes Unternehmen mit Beschäftigten insolvent an diesem Beispiel wird die Bedeutung der Kreditversicherung für die Zulieferer sehr deutlich. Die Insolvenz eines Unternehmens dieser Größenordnung wirkt sich natürlich auf den Schadenaufwand der Delkredereversicherung im 4. Quartal aus; allerdings lässt sich das Ausmaß heute noch nicht ganz genau beziffern. Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir für 2011 von einer nahezu stabilen Schadenentwicklung im Vergleich zum Vorjahr aus. Perspektivisch erwarten wir für die Delkredereversicherung nochmals höhere Deckungssummen und wieder höhere Schadenquoten. 2

3 2011 stellte der Kreditversicherungsmarkt einmal mehr unter Beweis, dass er intakt und krisenresistent ist: Reibungslos und zur vollen Zufriedenheit der Kunden übernahmen die privaten Kreditversicherer die staatlichen Deckungen in der Exportkreditversicherung. Sie erinnern sich, dass im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise der Bund auf Basis einer Ermächtigung der EU-Kommission Ende 2009 vorübergehend wieder kurzfristige Exportdeckungen für EU- und Kern-OECD-Länder übernehmen durfte. Ziel war es, die deutsche Exportwirtschaft mit der Absicherung kurzfristiger Exportkredite zu unterstützen, soweit der private Kreditversicherungsmarkt diese wegen des krisenbedingt erhöhten Ausfallrisikos nicht mehr zur Verfügung stellen konnte. Exakt vor einem Jahr hatten sich die privaten deutschen Kreditversicherer verpflichtet, alle vom Bund gedeckten kurzfristigen Exportforderungen gegenüber Abnehmern in Kern-OECD- und EU-Ländern für die Dauer von mindestens sechs Monaten zu marktüblichen Preisen zu übernehmen. Ausgenommen waren lediglich Deckungen für Lieferungen nach Bulgarien, Rumänien, Island, Lettland und Litauen. Seit Beginn 2011 sind die Kreditversicherer in diesen fünf Ländern wieder mit deutlich gestiegenen Deckungsvolumina vertreten. Dementsprechend prüfen die Kreditversicherer die Übernahme der noch bis Jahresende 2011 vom Bund gedeckten Limite in diese Länder. Kautionsversicherung: nochmaliger Beitragssprung Unsere zweitgrößte Sparte, die Kautionsversicherung, hat sich auffallend positiv entwickelt. Nachdem sie schon im vergangenen Geschäftsjahr einen kräftigen Beitragssprung vollzogen hat, stiegen die Beitragseinnahmen in den ersten drei Quartalen 2011 erneut um 11 Prozent. Die Kautionsversicherer haben in diesem Zeitraum Bürgschaften mit einem Gesamtvolumen von rund 33 Mrd. Euro übernommen; das ist ein Zuwachs von fünf Prozent. Haupttreiber des Geschäftes sind der Maschinen- und Anlagenbau sowie der Bausektor. Hier zeigt sich sehr deutlich, dass die Kreditversicherer die deutsche Wirtschaft unterstützen. Denn die Unternehmen haben ihr Finanzierungsspektrum um alternative Möglichkeiten erweitert und greifen neben der Finanzierung mit Bankbürgschaften zunehmend auf die Kautionsversicherer zu. Die Kautionsversicherung ist inzwischen bei vielen Unternehmen ein wesentlicher Finanzierungsfaktor. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren weiter beschleunigen, insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau. Der Schadenaufwand für Versicherungsfälle betrug in der Kautionsversicherung Ende September 2011 wie im Vorjahr 79 Mio. Euro. Die unterjährige Schadenquote blieb mit 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Besonders hier wird sich im 4. Quartal die Insolvenz von manroland niederschlagen. Insgesamt erwarten wir für 2011 eine höhere Schadenquote als im Vorjahr. Perspektivisch prognostizieren die Kautionsversicherer für die Bauindustrie ein Abflachen der Nachfrage im Laufe des kommenden Jahres. Für den Maschinen- und Anlagenbau sehen wir auch 2012 eine gute Auftragslage. Die Maschinen- und Anlagenbauer selbst erwarten nach eigenen Angaben 2012 das dritte Wachstumsjahr in Folge. 3

4 Vertrauensschadenversicherung: leichtes Beitragsplus bei stabilem Schadenaufwand Auch die Vertrauensschadenversicherung verzeichnete in den ersten drei Quartalen 2011 ein Wachstum der Bruttobeiträge. Mit rund 136 Mio. Euro stiegen sie um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Schadenaufwand stieg um ein Prozent. Die unterjährige Schadenquote liegt aktuell bei 45 Prozent. Sowohl die Schadendaten der Versicherer als auch Ergebnisse neuer, unabhängiger Studien zur Wirtschaftskriminalität belegen einen Anstieg der durchschnittlichen Schadenhöhe bei Wirtschaftsdelikten. Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit haben gezeigt, dass Schäden durch Wirtschaftsdelikte selbst gesunde Unternehmen schlagartig in eine Schieflage führen können. Der Bedarf nach diesem Versicherungsschutz ist größer denn je. Das Wachstum der Vertrauensschadenversicherung orientiert sich nicht an der volkswirtschaftlichen Entwicklung sondern am erhöhten Risikobewusstsein der Kunden. Entwicklung der Insolvenzen: Stabilisierung auf hohem Niveau Im Zuge des dynamischen Konjunkturaufschwungs ging im vergangenen Geschäftsjahr die Zahl der Unternehmensinsolvenzen bereits um 2,1 Prozent auf rund zurück. Für das laufende Jahr ist mit einem verstärkten Rückgang zu rechnen: Nach letzten Angaben des Statistischen Bundesamtes nahm die Zahl der Firmeninsolvenzen im Zeitraum Januar bis September um 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ab. Für das Gesamtjahr 2011 gehen die Kreditversicherer in ihrer neuen Insolvenzprognose für Deutschland von einem Rückgang von 4,7 Prozent auf aus erwarten wir, dass sich die Zahl der Insolvenzen auf diesem Niveau stabilisiert. Allerdings bleibt die absolute Anzahl im historischen Vergleich hoch, wie ein Blick auf die zweite Hälfte der neunziger Jahre zeigt, als der jährliche Durchschnitt bei rund Insolvenzen lag. Laut dem jüngsten Gutachten des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung entwickelt sich die Konjunktur in den wichtigsten europäischen Handelspartnern Deutschlands im laufenden Jahr uneinheitlich. Danach beträgt der Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes 2011 in Frankreich 1,8 Prozent, in den Niederlanden 1,7 Prozent, in Großbritannien 0,9 Prozent und in Italien 0,8 Prozent. Für 2012 erwartet der Sachverständigenrat ein geringeres Wachstum, so beispielsweise in Frankreich 1,1 Prozent, in den Niederlanden nur noch 0,6 Prozent und in Großbritannien nur 0,8 Prozent. Italien gleitet mit voraussichtlich -0,3 Prozent in die Rezession. Dieses Marktumfeld spricht für die Kreditversicherungswirtschaft: Denn in wirtschaftlich schwierigen Zeiten steigt die Nachfrage nach Kreditversicherungen. Unternehmen suchen zunehmend Deckung, weil das Risiko des Zahlungsausfalles höher ist. Nach offiziellen Angaben summierten sich in Deutschland die zu den Firmeninsolvenzen angemeldeten Forderungsausfälle von Januar bis September 2011 auf 15,3 Mrd. Euro. Die Verluste dürften im Gesamtjahr nach unserer Schätzung etwa die 22 Mrd.-Euro-Marke erreichen. Wir hoch das Risiko von Folgeinsolvenzen ist, zeigt das aktuelle Beispiel von manroland. 4

5 Kreditversicherer haben aus der Krise gelernt Wie Sie wissen, sahen sich die Kreditversicherer noch vor zwei Jahren einer harschen Kritik ausgesetzt. Wir haben daraus Lehren gezogen und seitdem eine Vielzahl an Maßnahmen für unsere Kunden ergriffen. 1. Es wurden Warnfristen eingeführt. Entscheidend für den Kunden ist die frühzeitige Kommunikation zwischen ihm und seinem Kreditversicherer. Anders als in der letzten Krise informieren Kreditversicherer inzwischen ihre Kunden rechtzeitig bevor sie möglicherweise bei Vertragspartnern mit erheblichen Schwierigkeiten eine Deckungszusage einschränken oder zurückziehen. In der Regel 30 Tage vorher, so hat der Kunde Zeit zu reagieren. 2. Die Risikomodelle wurden verbessert. Die Kreditversicherer haben die Bonitätsprüfungen durch zusätzliche Daten weiter verbessert, um noch differenzierter agieren zu können. Wir schauen bspw. bei den Kunden unserer Versicherungsnehmer nicht nur auf die Bilanz, sondern zusätzlich auf Zwischen- und Planzahlen sowie die Belastbarkeit der Hausbankbeziehung. 3. Wir sorgen für mehr Transparenz. Die Anbieter stellen ihren Kunden mehr Informationen über ihre Vertragspartner zur Verfügung, bspw. die Ergebnisse der Bonitätsprüfung. Die Kunden erhalten auf diese Weise als Frühwarnsystem wichtige Informationen über den Handelspartner, womit sie ggf. die Geschäftsbeziehung mit diesem auf den Prüfstand stellen können. Da der Kunde stets eine Eigenbeteiligung trägt, honoriert er durchaus, wenn sein Kreditversicherer die Deckung senkt, weil das Risiko zu groß wird. Diese kontinuierliche Bonitätsprüfung und das Risiko-Monitoring sind neben dem Deckungsschutz selbst wesentliche Leistungsbausteine der Kreditversicherer für ihre Kunden. Dass die Kreditversicherer mit den ergriffenen Maßnahmen Erfolg haben, zeigen aktuelle Beispiele: Für Lieferungen in Regionen mit gestiegenem Ausfallrisiko, wie Nordafrika oder Japan, haben die Kreditversicherer zu jeder Zeit ausreichenden Versicherungsschutz aufrechterhalten und sich eng mit ihren Kunden abgestimmt. Die Limite wurden von den Unternehmen gehalten. So ist beispielsweise das Exposure der Kreditversicherer für Japan heute das gleiche wie vor der Krise. Wenn die Risiken in einem Land zunehmen, intensivieren wir unsere Risikoanalysen. Zugleich pflegen wir einen intensiven engen Austausch mit den Kunden, um sie kontinuierlich informiert zu halten und bedarfsgerecht gemeinsam zu agieren. Gerade bzgl. Japan und Nordafrika haben die Kreditversicherer ausgesprochen positive Rückmeldungen von den Kunden erhalten. Hier haben wir unter Beweis gestellt, dass wir den Kunden auch weiter als enge Partner zur Seite stehen. Private Exportkreditversicherung: Erweiterung des Katalogs marktfähiger Länder auf gesamte OECD sowie BRIC-Staaten Meine Damen und Herren, lassen Sie mich abschließend noch etwas zur privaten Exportkreditversicherung sagen. 5

6 Die EU-Kommission hat im Juli 2011 eine Konsultation zur Überprüfung der Ende 2012 auslaufenden Kommissionsmitteilung über die kurzfristige Exportkreditversicherung eröffnet. Die Kommissionsmitteilung dient insbesondere der klaren Abgrenzung zwischen privatem und staatlichem Kreditversicherungsmarkt. Der geltenden Mitteilung zufolge dürfen marktfähige Risiken grundsätzlich nicht durch staatlich unterstützte Exportkreditversicherungen gedeckt werden. Das Subsidaritätsprinzip ist aufrechtzuerhalten, ohne jedoch die Interventionsmöglichkeiten des Bundes zu beschränken. Eine vorübergehende staatliche Deckungsmöglichkeit sollte jedoch lediglich unter bestimmten zusätzlichen Voraussetzungen verfügbar sein. Als marktfähig gelten derzeit kurzfristige Exportkreditrisiken innerhalb der EU und der OECD-Kernländer, wobei kurzfristig eine Höchstrisikodauer von zwei Jahren bedeutet. Gegenstand der Konsultation sind insbesondere Fragen zum Geltungsbereich der Kommissionsmitteilung, zur Definition der marktfähigen Risiken und zu den Anforderungen an den Nachweis der Nichtverfügbarkeit privater Deckungen. Wir haben uns als Verband an dieser Konsultation beteiligt. Aus unserer Sicht hat sich die der Kommissionsmitteilung zu Grunde liegende Abgrenzung zwischen marktfähigen und nicht marktfähigen Risiken auf Länderbasis im Grundsatz bewährt. Wir können uns allerdings eine Erweiterung des Katalogs der marktfähigen Länder auf die gesamte OECD sowie die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) vorstellen. Die privaten Kreditversicherer begleiten ihre Kunden im gesamten OECD-Bereich und in den BRIC- Staaten mit Deckungen im Kurzfristgeschäft und tragen damit der positiven Entwicklung dieser Länder hin zu Schwellen- bzw. Industrieländern Rechnung. Wir sind in diesen Ländern durch eigene Gesellschaften, Niederlassungen oder Kooperationspartner vertreten und verfügen über hinreichend Expertise für die Risikobewertung der in diesen Ländern agierenden Unternehmen. Unser zunehmendes Engagement in den Emerging Countries spiegelt sich in der Entwicklung des Deckungsvolumens in der privaten Exportkreditversicherung wider. Sowohl für Asien mit den Wachstumsmärkten Indien und China als auch für Südamerika mit dem Wachstumsmarkt Brasilien sind die Deckungssummen im Zeitraum 2005 bis 2010 ganz beträchtlich angestiegen. In Asien stiegen sie in diesen fünf Jahren auf das Anderthalbfache, in Südamerika sogar auf das Zweieinhalbfache. Dabei wuchsen die Exportdeckungen zumeist sogar stärker als die Ausfuhrleistung der deutschen Wirtschaft. Meine Damen und Herren, Sie sehen, die privaten Kreditversicherer begleiten die deutschen Unternehmen sowohl im Binnen- wie im Außenhandel, im Geschäft mit Industrienationen wie mit wachstumsstarken Schwellenländern. Die private Kreditversicherungswirtschaft trägt damit einen wichtigen Teil zum Wachstum Deutschlands bei. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Ich freue mich auf Ihre Fragen. 6

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