RenditeWerk. Zur Pflege des Stiftungsvermögens PORTRÄTS: STIFTUNGSFONDS DES JAHRES

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1 RenditeWerk Zur Pflege des Stiftungsvermögens RenditeWerk Sonderveröffentlichung PORTRÄTS: STIFTUNGSFONDS DES JAHRES Larissa Mönch LAM-Stifterfonds UI: Ein funktionierendes Gespann MEAG FairReturn: Der absolut Erfolgreiche BKC Treuhand Portfolio: Streng nachhaltig Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen: Der schwarze Schwan RenditeWerk, das unabhängige emagazin mit den besten Ratschlägen zur Pflege des Stiftungsvermögens.

2 RenditeWerk +++ Sonderveröffentlichung +++ Stiftungsfonds des Jahres 2015 Seite 3 Die Stiftungsfonds des Jahres Ausgezeichnete Orientierung! Kein Zweifel, Stiftungsfonds ist eine Fondskategorie der Stunde. Gegenwärtig sind in den 40 meist defensiven Mischfonds, die speziell für die Bedürfnisse von Stiftungen konzipiert sind, 6,5 Mrd. Euro investiert. Vor einem Jahr waren es noch mindestens zwei Mrd. Euro weniger. Fast im Monatstakt machen Vermögensverwaltungen, Privatbanken und nun auch Family Offices neue Stiftungsvehikel auf. Zurecht: Stiftungen, die noch vor kurzem nur in Kategorien von Mündelsicherheit und Festgeld gedacht haben, beginnen sich für die Produkte, die zumeist bis zu einem Drittel des Vermögens in Aktien investieren dürfen, zu interessieren. Aber auch Privatanleger schätzen zunehmend die Vorteile von Stiftungsfonds, weil sich das Risikoprofil des Durchschnittsanlegers denen der Stiftungen anzunähern scheint. Stiftungen die Auswahl der bestgeeigneten Fonds zu erleichtern, ist eine der zentralen Aufgaben von RenditeWerk. Seit fünf Jahren informieren wir zweimonatlich über Stiftungen in Deutschland über neue Trends und Altbewährtes in Sachen Anlage. Auf unserer Website (www. renditewerk.net) bieten wir Übersichten wie die Deutschlandkarte der Vermögensverwalter oder die Tabelle aller Stiftungsfonds. Orientierung wollen wir auch mit unserer Sammlung von Musterportfolios für kleine, mittlere und große Stiftungen geben. Seit vier Jahren gehört die Auszeichnung Stiftungsfonds des Jahres zum Angebot. Die Redaktion von RenditeWerk sucht dafür nach den aussichtsreichsten vier Stiftungsfonds. Wir prämieren drei defensive Mischfonds und eine offensivere Beimischung. Für die Auswahl ist dabei weniger die Performance der Vergangenheit ausschlaggebend (natürlich kann es nie schaden, einen Beleg für die Ertragskraft der Strategie liefern zu können) als vielmehr die Aussicht auf einen stabilen und hohen Ertrag bei geringer Verlustwahrscheinlichkeit in der mittleren Zukunft (von zwei bis sechs Jahren). Die Jury bewertet die (subjektive) Wahrscheinlichkeit, dass Fonds auf mittlere Frist von zwei bis sechs Jahren in der Lage sein werden, stabile und möglichst überdurchschnittliche Erträge zu generieren. Fonds mit einer klaren strategischen Fokussierung, mit einem erfahrenen (Risiko-)Management, mit nachgewiesener Ertragskraft und niedrigen Kosten scheinen dafür besonders geeignet. Von Bedeutung ist auch die Berücksichtigung ethischer, ökologischer oder sozialer Faktoren im Investmentprozess. In dieser Sonderveröffentlichung möchten wir Ihnen gerne die vier ausgezeichneten Stiftungsfonds des Jahres 2015 etwas näher vorstellen. Sie finden auf den nächsten Seiten Portraits, bei denen es uns darum ging, jeweils einen wesentlichen Erfolgsfaktor näher zu beleuchten. Wir hoffen, Sie damit neugierig zu machen. Bitte wenden Sie sich für eine Beratung und Aufklärung an den Vermögensberater ihres Vertrauens oder direkt an die betreffenden Fondsgesellschaften. In vielen Fällen kommen die Anbieter den Stiftungen bei den Konditionen der Anlage ganz individuell entgegen Herzlich Ihr Elmar Peine Impressum: RenditeWerk Herausgeber: Dr. Elmar Peine (ViSdP) Redaktion: Lutz Siebentag Artdiektion: Mika Schiffer Berlin, Fichtestr. 23 Tel

3 LAM-Stifterfonds-Universal +++ DE000A0JELN1 Seite 4 Ein funktionierendes Räderwerk Auf der Suche nach der Erklärung für einen erfolgreichen Fonds Der LAM Stifterfonds ist das derzeit erfolgreichste Produkt seiner Klasse. Über fünf Jahre hat keiner der defensiv ausgelegten Anlagevehikel das Stiftungsvermögen so vermehrt wie er. Und das Beste daran: Seine Anlagerichtlinien zwingen den Fonds zu einer besonders konservativen Anlagestrategie. Welche Faktoren erklären den Erfolg des LAM-Stifterfonds? Ein Gespräch mit den Verantwortlichen. Glück? Ja sicher, sagt Michael Woischneck. Gehört auch dazu. Der Mann, der für die Aktienauswahl im LAM-Stifterfonds zuständig ist, sitzt an einem kleinen Cafe-Tisch in einer Jugendstilvilla in Berlin - und lächelt. Kein Manager möchte seinen Erfolg gerne mit dem Faktor Glück erklärt wissen, trotzdem bleibt Woischneck entspannt. Er weiß: Seine Strategie geht seit fast zehn Jahren auf; zehn Jahre ohne ein einziges negatives Jahr mit weit überdurchschnittlichen Erträgen. Das kann niemand allein mit Glück erklären. die Bedürfnisse von Stiftungen zugeschnitten. Fachlichen Input hat man damals auch von den Oetker Stiftungen und einigen anderen Stiftungen aus dem Kundenkreis des Bankhaus Lampe (gehört zur Oetker-Gruppe) erhalten. Erfolgsduo: Stifterfonds-Manager Lochten (links) und Woischneck Neben ihm sitzt Susanne Korhammer, eine ausgebildete Stiftungsberaterin, die den institutionellen Vertrieb organisiert. Seit einem Jahr rennen ihr Stiftungen und auch Private die Bude ein, dies hat das Fondsvermögen von 25 auf über 100 Millionen Euro anschwellen lassen. Unser Fonds ist von Anfang an stiftungsgerecht konzipiert. Das spielt sicher eine Rolle, sagt sie. Tatsächlich wurde die Strategie vor knapp zehn Jahren zunächst als Spezialfonds exklusiv auf Dass dieser Zuschnitt stimmt, zeigt sich auch daran, dass die Anlagerichtlinien bis heute nicht geändert werden mussten, obwohl sie deutlich von denen vergleichbarer Produkte abweichen. So darf der Fonds nur etwa 25 Prozent seines Vermögens in Aktien investieren. Bei den Konkurrenten sind es oft 30 Prozent und mehr. Fast noch schwerer wiegt, dass man nur in hochsichere Investmentgrade-Anleihen investieren darf und nur in Papiere, die auf Euro lauten. Wir haben das Thema Sicherheit von Anfang an bewusst höher gehängt, sagt Erwin Lochten, der Co-Manager des Fonds und zuständig für die Anleihenseite. Umso überraschender, dass man damit mehr Gewinn gemacht hat als die Konkurrenz. Ganz erhebliche Anteile zum Gesamtergebnis hat die Anleihenseite beigesteuert. Im

4 LAM-Stifterfonds-Universal +++ DE000A0JELN1 Seite 5 vergangenen Jahr etwa hat der 70prozentige Rentenanteil elf Prozent Rendite erwirtschaftet. Wir haben alles ausgenutzt, sagt Lochten stolz. Kein Zweifel: Der Fonds hat profitiert von der allgemeinen Tendenz sinkender Zinsen, die sich vor allem am langen Ende, also bei Anleihen mit besonders langen Restlaufzeiten, kurssteigernd bemerkbar gemacht hat. Genau in den langen Laufzeiten war Lochten in den vergangenen Jahren häufig investiert. Zurzeit segelt der Fonds mit der maximalen Aktienquote über die Börsensee und hat 2015 schon jede Menge Performancepunkte an Bord geholt. Über neun Prozent Rendite waren es für den Aktienanteil bis Mitte Februar, fast vier Prozent Plus macht das für den Gesamtfonds. Die Manager, die beide schon seit dem Start der Stiftungsstrategie an Bord sind, funktionieren als Gespann ganz offenbar gut. Ihre Anlagestile ergänzen sich und sorgen dafür, dass, wenn schon nicht mehr im Gesamtmarkt, dann doch wenigstens in ihrem Fonds die klassische Rollenverteilung zwischen Renten und Aktienanlagen funktioniert. Laufen die Renten, bleiben Aktien eher zurück, geht bei den Festverzinslichen wenig, dann funktionieren die Aktienmärkte. Das Gesamtergebnis stimmt, jedenfalls bis heute. Das Duo funktioniert wohl auch deswegen so gut, weil die Rollen klar verteilt und die Gestaltungsspielräume sauber definiert sind. Alle sechs Monate bekommen wir unsere jeweiligen Risikobudgets zugewiesen, sagt Lochten. In der Regel werden kalkulatorisch fünf Prozent des Gesamtvermögens riskiert. 30 Prozent dieser Summe darf üblicherweise die Rentenseite mit Lochten einsetzen, 70 Prozent Aktienmann Woischneck. Die Welten bleiben strikt getrennt. Eine Quersubventionierung gibt es nicht. Wenn mein Risikobudget aufgebraucht ist, kann ich nicht zum Kollegen gehen und sagen, gib mir mal was von Dir, stellt Woischneck klar. Im Moment ist eine Risikoreduktion sowieso kein Thema für den Aktienmann. Die Märkte laufen und so kann er die Einsätze noch etwas nach oben ziehen. Eine komfortable Situation. Eine eindeutige Antwort auf die Frage nach dem Erfolgsfaktor findet sich auch nach zwei längeren Gesprächen und manchem Dokumentenstudium nicht. Wie so oft ist die Realität offenbar zu komplex für einfache Antworten. Aber einige Faktoren, die den Erfolg begünstigen, lassen sich ausmachen: Die Konzeption des Fonds unter starker Berücksichtigung der Interessen und Wünsche nahestehender Stiftungen, die lang- jährige Erfahrung mit der Strategie, das unternehmerische Umfeld der mittelständisch geprägten Bank, die Expertise der Manager in ihren Märkten, die Rollenverteilung im Management, die Märkte, das Glück richtiger Entscheidungen, Fazit: Fünf gute Gründe für Stiftungen, zu investieren oder investiert zu bleiben. Fehlt eigentlich nur noch ein gutes Nachhaltigkeitskonzept. (ISIN: DE000A0JELNI) usw. Eine schwer zu durchschauende Erfolgskonstellation, meint auch Michael Woischneck und lächelt wieder: Wenn es einfacher wäre, könnten es andere so leicht nachmachen. 1.Stiftungsfonds des Jahres: LAM-STIFTERFONDS-UNIVERSAL Das Urteil der Jury Der Stiftungsfonds des Bankhauses Lampe ist und bleibt unser erster Stiftungsfonds. Er überzeugt uns weiterhin in vielen Bereichen. Erstens liegen die Erträge wieder in der oberen Hälfte der Vergleichsgruppe. Über die letzten sechs Jahre wurde eine Durchschnittsperfomance von fast sechs Prozent erzielt. Zweitens hält der Fonds glaubhaft sein Versprechen ein, rote Zahlen zum Jahresende zu vermeiden. Auch im Krisenjahr 2011 wurde der (nominale) Werterhalt des Stiftungsvermögens gesichert. Drittens überzeugt die Kostenseite mit einem günstigen laufenden Kostensatz von rund 0,8 Prozent, der auch nicht durch zusätzliche Gewinnbeteiligungen erhöht wird. Viertens kommt der Fonds weiterhin mit einer eher unterdurchschnittlichen Aktienquote zurecht. Zum Halbjahr 2014 betrug der Aktienanteil ausweislich des Jahresberichtes 18 Prozent. Mehr als zehn Prozent des Vermögens steckten zu dem Zeitpunkt gar in sicherem Cash. Fünftens hat der Fonds jetzt auch eine sehr gesunde Größe, die weitere Kostenvorteile bringen dürfte und auch aus der Sicht der Vermögensaufteilung vorteilhaft erscheint.

5 MEAG FairReturn Seite 6 Seite 6 Der absolut Erfolgreiche Der MEAG FairReturn hat (beinahe) ein Alleinstellungsmerkmal unter den deutschen Stiftungsfonds eine ausgefeilte Absolute-Return-Strategie. S tiftungen sind anspruchsvolle Anleger. Mit ihrem unendlichen Anlagehorizont könnten sie eigentlich alle zwischenzeitlichen Verluste aussitzen, müssten also auf die Volatilität, d.h. die Schwankungen der Ergebnisse, keine Rücksicht nehmen. Gleichzeitig aber haben Stiftungen auch jährliche Zahlungsverpflichtungen und sind gesetzlich zum Kapitalerhalt verpflichtet. Die schwarze Null muss also stehen. Eine hybride Ausgangsbasis, ideal geeignet für eine Absolute-Return-Strategie, meint die MEAG. nen vier Jahren einen Durchschnittsertrag von deutlich über fünf Prozent generiert, zusammengenommen über 22 Prozent. Die MEAG ist der Vermögensverwaltungsarm eines der größten Versicherungskonzerne der Welt, Munich Re. Für ihre Mutter und andere Kunden verwaltet die MEAG fast 250 Mrd. Euro an Vermögen. Fondsmanager Stefan Amenda Seit 13 Jahren wendet sie die Absolute-Return-Strategie schon für die Stiftung ihrer Mutter an, die Münchener-Rück-Stiftung. Keines der Jahre hat die Strategie mit einem Minus beendet, sagt Stefan Amenda. Der Portfolio- manager steuert den Publikumsfonds MEAG FairReturn, der die Absolute-Return-Strategie für Stiftungen seit 2010 umsetzt. Immer, auch in schwierigen Börsenjahren, brachte der MEAG FairReturn positive Erträge. Immer lagen die Erträge über der Inflationsrate. Im Krisenjahr 2011, als zwei von drei Stiftungsfonds das Jahr mit Vermögensverlusten abschlossen, war der MEAG FairReturn der erfolgreichste Fonds seiner Klasse. Das Management hat in den vergange- Was ist Absolute Return? Ganz einfach, sagt Amenda. Unser Ziel beim MEAG FairReturn ist es, einen stetigen positiven Ertrag auf Jahressicht sowie einen langfristig hohen Wertzuwachs zu erwirtschaften. Dem Risikomanagement kommt hierbei eine zentrale Bedeutung zu: Wir riskieren in einem Jahr nicht mehr als wir an sicheren Erträgen zu vereinnahmen glauben. Zu Jahresbeginn kalkuliert das Management die festen Erträge aus Zinsen, Dividenden und anderen Quellen. Dann wird das so kalkulierte Risikobudget auf die unterschiedlichen Anlageklassen wie zum Beispiel Aktien (im Normalfall 10-15%), Staatsanleihen, Unternehmensanleihen oder Anleihen von Schwellenländern aufgeteilt. Durch die breite Diversifikation der Anlagen ist eine hohe Stabilität der Wertentwicklung des Fonds gewährleistet. Der Halbjahresbericht 2014 etwa weist aus, dass auch

6 MEAG FairReturn Seite 7 ein Teil des Portfolios in brasilianischen, polnischen oder litauischen Anleihen sowie etwa in italienischen Aktien gehalten wurde. Auch auf Fremdwährungen wie den ungarischen Forint oder den mexikanischen Peso setzt das Portfolio Management als Beimischung. Laufen die Risikopositionen gut, kann man sie mit jedem neuen Vermögensgewinn ein wenig ausbauen. Laufen sie schlecht, müssen die Risikopositionen bei Erreichen der Verlustschwellen konsequent gestoppt werden. Dies geschieht so rechtzeitig, dass der Fonds das Jahr mit einem positiven Ergebnis beenden sollte. Die Strategie hört sich einfach an. Aber wirklich einfach war die Umsetzung noch nie. Die schlechten Börsenjahre 2008 und 2011 ließen viele der Absolute-Return-Fonds, die ihre Risikobudgets nicht diszipliniert genug bewirtschaftet haben, regelrecht abstürzen. Nicht selten waren zweistellige Verluste zu beklagen. Die MEAG-Strategie hat diese zwei schwierigen Jahre gut, also mit schwarzen Zahlen, überstanden. Ein Verlustjahr will Fondsmanager Amenda dennoch auch in seinem Fonds nicht gänzlich ausschließen. Das Problem: Durch die Niedrigzinsphase fallen die wirklich sicheren Erträge (etwa von Bundesanleihen) mittlerweile so gering aus, dass mit den so definierten Risikobudgets nur geringe Bewegungsmöglichkeiten für das Management bestehen. Um weiter ansprechende Renditen versprechen zu können, hat die MEAG ihren Absolute-Return-Ansatz 2013 unter die Lupe genommen und noch einmal weiterentwickelt. Man ist jetzt präziser und nutzt gleichzeitig die Vorteile der Streuung noch konsequenter. Risikobudgets werden nicht mehr nur für das gesamte Vermögen, sondern für jede einzelne Assetklasse gebildet. Gleichzeitig wurde die Zahl der investierbaren Anlagemöglichkeiten noch einmal erweitert. Die eigentliche Bewährungsprobe für Absolute-Return-Strategien wird nach Ansicht des Fondsexperten und Finanzredakteurs Arne Gottschalck in den nächsten Jahren kommen immerhin könnte dann der Rückenwind aus steigenden Aktien- und Anleihenkursen ausbleiben. Für die eher rentenorientierte Absolute- Return-Strategie der MEAG dürfte insbesondere die Zinswende herausfordernd sein. Doch Amenda ist optimistisch, auch in so einem Szenario schwarze Zahlen zum Jahresende zu erreichen. Viele Stiftungen, aber auch immer mehr private Anleger scheinen davon auch überzeugt zu sein. In nur wenigen Jahren sammelte der MEAG Fair- Return schon über 500 Millionen Euro ein. 2. Stiftungsfonds des Jahres: MEAG FaiReturn Das Urteil der Jury Seit vier Jahren ist der MEAG FairReturn jetzt einer der Stiftungsfonds des Jahres. Die Begründung für uns ist immer gleich geblieben und das Fondsmanagement bestätigt sie Jahr für Jahr aufs Neue. Ganz vorn steht die für viele Stiftungen überaus wichtige Wertsicherungskonzeption. Mit einer ausgefeilten Absolute-Return-Architektur hat der Fonds im Segment der Stiftungsfonds ein Alleinstellungsmerkmal. Bislang gelang es dem Fondsmanagement Jahr für Jahr verlässlich, rote Zahlen zu vermeiden. Kein Konkurrent ist in der Konstanz der Erträge so vorbildlich wie der FairReturn. Das liegt auch an dem für gewöhnlich nicht über 15 Prozent steigenden Aktienanteil. Im Jahr 2014, das einen ordentlichen realen Ertrag von knapp vier Prozent erzielte, stellte man sich besonders breit auf mit Anleihen unter anderem aus Brasilien, Litauen und Polen. Vereinzelt wurden auch Fremdwährungsanleihen ins Depot aufgenommen. Uns beeindruckt neben der Konstanz der Erträge auch der Nachhaltigkeitsansatz des Fonds, der mithilfe der renommierten Agentur oekom research umgesetzt wird. Und das Ganze kostet laufend komplett weniger als ein Prozent jährlich. Fazit: Ein Fonds, der alles hat, was eine Stiftung braucht.

7 BKC Treuhand Portfolio I +++ ISIN DE000A0YFQ92 Seite 8 BKC Treuhand Portfolio: Nachhaltig erfolgreich! Der Stiftungsfonds der Bank für Kirche und Caritas in Paderborn nimmt das Thema Nachhaltigkeit sehr ernst. Wer war die erste Bank in Deutschland, die ihre Einlagen vollständig auf Nachhaltigkeit umgestellt hat? Richtig, die Bank für Kirche und Caritas in Paderborn. Im Ostwestfälischen verwaltet das Institut, das zur genossenschaftlichen Bankengruppe gehört, seit über 40 Jahren kirchliches Vermögen. Eigentlich selbstverständlich für eine so geprägte Bank, dass die Berücksichtigung von ethischen und auf die Bewahrung der Schöpfung ausgerichteten Kriterien eine wichtige Frage bei der Vermögensstrukturierung ist. Die BKC ist das Thema gründlich angegangen und hat mit Dr. Helge Wulsdorf in der Stabsstelle Nachhaltige Geldanlage einen engagierten Sachverwalter gefunden. Wulsdorf ist Bankkaufmann und promovierter Sozialethiker. Er bereitet das Thema nicht nur für den Anlageprozess der BKC-Gelder auf. Er hilft auch Stiftungen ganz individuell, eine Art Nachhaltigkeits-Fußabdruck zu erstellen, sucht dann gemeinsam nach Möglichkeiten der Verbesserung. Bei der Erarbeitung von nachhaltig geprägten Stiftungs-Anlagerichtlinien steht er ebenfalls - und kostenlos, wie die BKC betont, zur Verfügung. Dr. Helge Wulsdorf: Nachhaltigkeit gehört zur Risikovorsorge Wulsdorf setzt nicht allein auf eine Ausschlussliste, auf der Namen von Staaten, Unternehmen und Produkten stehen, in die man nicht investieren will. Er verwendet als zweites Standbein den Best in Class Ansatz, nach dem für Unternehmen gemessen an Konkurrenten - positive und negative Nachhaltigkeitsaspekte aufgeführt werden und dem Management die Entscheidungsfindung über eine Investition erleichtern sollen. Beide Listen zusammen schaffen ein durchaus ambitioniertes Korsett. Mehr als ein Drittel aller grundsätzlich für uns investierbaren Wertpapiere dürften etwa im Nachhaltigkeitsfilter hängen bleiben, schätzt er. Neben den üblichen Ausschlusskriterien wie der Produktion von Rüstungsgütern oder der Praxis von Tierversuchen (für Kosmetika) sind Länder (-Anleihen) tabu, deren Anteil an Atomkraft mehr als 25 Prozent bei der Stromerzeugung ausmacht (wie Frankreich) oder die die Todesstrafe in den letzten fünf Jahren vollzogen haben (wie Japan, die USA und China). Es werden keine Agrarrohstoffderivate gekauft (man will nicht mit Lebensmitteln spekulieren) und vom Hochfrequenzhandel hält man sich auch fern. Auf der Positivliste können Unternehmen Pluspunkte sammeln, wenn sie zum Beispiel gesellschaftliches Engagement zeigen, sich für den Schutz des Artenreichtums einsetzen oder Corporate Governance Richtlinien einhalten. Ist die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten ein Vorteil oder eine Belastung für die (Performance-)Entwicklung des BKC

8 BKC Treuhand Portfolio I +++ ISIN DE000A0YFQ92 Seite 9 Treuhand Portfolio? Für den Fondsmanager Bernhard Matthes, der den Fonds seit einigen Jahren steuert, kann es eine erhebliche Herausforderung sein, wenn das taktische Anlageziel im Anleihenbereich wie aktuell die erste und zweite Reihe der Schwellenländer heißt. In die erste Reihe gehören nach landläufiger Meinung die sogenannten BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China. Außer in Brasilien lassen die Anlagerichtlinien aber momentan kein Staatsanleihen-Engagement zu. Weil auch Asien (mit Ausnahme zum Beispiel von Südkorea) weitgehend tabu ist, Südeuropa als Investment für Staatsanleihen wegen der unattraktiven Bewertung nicht in Frage kam, investierte man in Europa und sehr stark in Südamerika, kaufte brasilianische, chilenische, kolumbianische Anleihen und solche des peruanischen Staates. Ein Handicap nennen traditionsbewußte herkömmliche Investoren diese Einschränkung. Für Wulsdorf können Sie auch eine Hilfe sein. Sich auf Staaten und Unternehmen zu konzentrieren, die schon jetzt bewusst die Zukunftsweichen stellen, dürfte in der langen Frist eher renditefördernd sein, sagt er. Kurz- und Mittelfristig kann er auf eine ganze Reihe von Studien verweisen, die belegen, dass die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien bei der Auswahl der Investments jedenfalls keine performanceschädigenden Folgen haben. Außerdem, so Wulsdorf, habe das Fondsmanagement mit den Möglichkeiten, die die Nachhaltigkeitsdatenbank von Eiris bietet, ein zusätzliches Risikoscreening vor allem im Unternehmensbereich zur Verfügung. Man kann selbst in die Datenbank gehen und sich die Wirkung unterschiedlicher Nachhaltigkeitsfilter direkt ansehen oder das Profil eines der etwa Unternehmen, das als Investitionsziel in Frage kommt, ansehen. Gerade die sogenannten Corporate Governance Kriterien, die die Prinzipien guter Unternehmensführung beinhalten, erlauben Rückschlüsse auf die Vermeidung unnötiger Unternehmenskonflikte in der Zukunft, sagt er. Das Spitzenergebnis von 2014 will Wulsdorf nicht als Beleg für die überlegene Nachhaltigkeitsstrategie des BKC Treuhand Portfolios heranziehen. Dagegen spricht es aber wohl auch nicht. 3. Stiftungsfonds des Jahres: BKC Treuhandportfolio I Das Urteil der Jury Der BKC Treuhand ist deutlich offensiver als viele andere Produkte seiner Klasse. Das liegt nicht an dem an sich eher niedrigen Aktienanteil von normal etwa 15 Prozent, sondern an der erfreulich aktiven Anlagestrategie des Fondsmanagements, die etwa südeuropäische Anleihen ganz außen vor lässt, dafür größere Teile des Stiftungsvermögens in Chile, Mexiko oder Brasilien investiert. Insbesondere in 2014 wurde der Mut zur fokussierten Anlage von Fondsmanager Bernhard Matthes mit einer Spitzenperformance belohnt. Die Kehrseite dieses Investmentstils ist die Anfälligkeit für Ertragsschwankungen, die 2011 auch schon einmal zu negativen Renditen geführt haben. Neben der starken Perfomance insbesondere im zu Ende gegangenen Jahr überzeugt uns der Nachhaltigkeitsansatz der Bank für Kirche und Caritas, der aus einer katholisch-caritativen Sicht und mithilfe geschätzter Agenturen (Eiris; IMUG) in einem Universum von fast Unternehmen investiert. Unter Berücksichtigung des aktiven Anlagestils und des glaubhaften Nachhaltigkeitsansatzes ist der Fonds mit laufenden Kosten um 0,7 Prozent sehr attraktiv gepreist. Das gilt insbesondere, wenn weiter wie bisher auf die Erhebung einer Gewinnbeteiligung von 15 Prozent (auf Erträge über dem Vergleichsindex) verzichtet wird. Fazit: Ein Stiftungsfonds, der insbesondere bei den Faktoren Ertragsstärke, Kosten und Nachhaltigkeit überzeugt.

9 Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen +++ ISIN DE000A1JSWP1 Seite 10 Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen: Die Väter des Erfolges. Günter Weispfennig, Frank Fischer und der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen. Die Erfolgsgeschichte des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen begann irgendwann in den achtziger Jahren in einer Frankfurter Weinstube. Dorthin lud Günter Weispfenning, ein bekannter Frankfurter Investor, einen jungen Mann namens Frank Fischer ein, der seit einiger Zeit sein Ansprechpartner bei ABN Amro war. Fischer war seinerseits neugierig, etwas über das Erfolgsrezept seines knapp fünfzigjährigen Kunden zu erfahren, seit er wenige Tage zuvor bei einer Depotprüfung entdeckt hatte, dass Weispfenning höchst erfolgreich an den Märkten agierte. Fischer brauchte nicht lange, um herauszufinden, dass Weispfenning, wie er selbst, ein Anhänger des Value-Investings war. Das, sagt er heute, hat uns von vorneherein verbunden. Vorrübergehend verloren sich die beiden wieder aus den Augen. Während Fischer bei Standard & Poors, dem berühmten Ratingunternehmen, tausende von Investmentfonds analysierte, wandelte Weispfenning weiter auf den Spuren von Benjamin Graham, dem Vater des Value-Investings. Getreu dem Value- Motto: Price is what you pay and value is what you pfenning gab seiner Stiftung ( 2 der Satzung) dagegen auf: Durch aktive Umschichtung soll dieses Vermögen in seinem Bestand erhalten und gemehrt werden. Frank Fischer (links) und Günter Weispfennig get suchte er nach unterbewerteten Unternehmen, die mehr an Wert enthielten, als man an der Börse für sie zahlen musste. Schon vorher hatte er die Share Value Stiftung gegründet. In die brachte er über die Jahre über 15 Mio. Euro in Form von Aktien ein. Ein Stiftungsvermögen, das nur aus Aktien besteht - ein Graus für Aufsichtsbehörden, die stabile Vermögenszuwächse erwarten. Zumal nicht etwa die großen Blue Chips aus dem DAX oder dem S&P 500, sondern kleine hässliche Nebenwerte vertreten waren. Aktien Nebenwerte - die riskanteste, wenn auch ertragreichste Anlageklasse überhaupt. Und Weispfenning brach dazu noch eine goldene Regel der Aktienanlage, die einst von André Kostolany propagiert wurde: Aktien kaufen und dann für Jahre nicht mehr antasten. Weis- Hin und her, so heißt ein geflügeltes Wort an der Börse, macht Taschen leer. Für die Share Value Stiftung stimmte das allerdings nicht. Im Gegenteil: Das Stiftungsrezept war so erfolgreich, dass das Vermögen bis heute nicht zuletzt durch die Kursgewinne der Aktieninvestments auf über 30 Millionen Euro angestiegen ist. Der Erfolg zeigte sich auch an dem immer größer werdenden Interesse anderer Stiftungen, das Weispfenning um 2005 dazu veranlasste, einen Fonds zu gründen. Er erinnerte sich an Fischer und engagierte ihn für das Management des Fonds. Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen ging im Jahr 2008 an den Start und - verlor gleich 22 Prozent. Für Nebenwerte kein besonders ungewöhnlicher Kursausschlag, Stiftungen allerdings waren solche Größenordnungen überhaupt nicht gewohnt. Fischer überlegte, wie man solche Aus-

10 Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen +++ ISIN DE000A1JSWP1 Seite 11 schläge verringern könnte und fügte dem aktiven Value-Ansatz schließlich ein weiteres Element zu, das er Mr. Market nannte. Mister Market berücksichtigt das Verhalten der Marktteilnehmer, das Momentum, und es führt dazu, dass der Fonds nicht immer zu hundert Prozent in Aktien investiert sein muss, sondern in überkauften Phasen auch durchaus die Hälfte des Vermögens in Cash oder in Anleihen gehalten werden kann. Nachdem der Fonds Prozent und Prozent zulegen konnte, ging er mit diesem überarbeiteten Ansatz in das Jahr Die Auguren hatten in seltener Einigkeit Optimismus verbreitet. Nach der Überwindung der Immobilienkrise in den USA, so der allgemeine Tenor, würde man jetzt in die Zeit einer konjunkturellen Speedphase kommen und davon würden auch die immer noch günstig bewerteten Aktien profitieren. Fischer machte solch ein marktbreiter Optimismus eher skeptisch. Er wusste aus dem Behaviorismus, dass gerade in solchen Phasen Vorsicht geboten ist und stieg nach einem guten Jahresanfang an der Börse bald aus den Aktien so weit wie möglich aus. Genau richtig: Wenige Wochen später begannen die Kurse mit der Eurokrise marktbreit zu sinken und am Ende des Jahres hatten fast alle Aktienfonds Geld verloren. Der DAX hatte um 15 Prozent nachgegeben. Nur der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen stand mit einem sagenhaften Plus von 15,8 Prozent da. Seitdem hat der Fonds den Ruf, so etwas wie ein schwarzer Schwan zu sein, ein Aktien- Nebenwertefonds, der weniger verliert als die defensivsten Stiftungsfonds und mehr verdient als die offensivsten Stiftungsfonds, eine einmalige Verbindung von Value-Ansatz und Momentum- Analyse. Innerhalb von vier Jahren sind über 800 Millionen Euro in den Fonds geflossen und 2013 gewann er 16 und 13,2 Prozent hinzu. Der nächste Stiftungsfonds liegt in der 3-Jahreswertung mehr als 25 Prozentpunkte zurück war dann ein schwierigeres Jahr, in dem der Fonds die Investitionsquote sehr früh zurückgenommen hat und damit einen Teil des späten Aufschwungs am Aktienmarkt verpasste. Das für viele Stiftungen wichtigste Ziel hat er damit aber wieder erfüllt: Ein Jahr ohne Minus. Natürlich weiß auch Fischer, dass das nicht so bleiben muss, der Fonds auch ein Jahr im Minus beenden kann. Aber die Kombination von Value und Behaviorismus hat bislang noch nicht versagt. Und 2015 liegt der Fonds schon über 7 Prozent vorn... Sonderpreis: Stiftungsfonds des Jahres Beste Beimischung: Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen Das Urteil der Jury Auch in diesem Jahr haben wir uns für den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen als bester Beimischung im Stiftungsvermögensbereich entschieden. Mit dem Konzept hat Frank Fischer bewiesen, dass er Stiftungsvermögen substantiell mehren kann. In den vorvergangenen Jahren hat es der Nebenwerte-Fonds sogar vermocht, ohne ein Verlustjahr immer zweistellige Gewinne abzuliefern. Das Letztere ist zwar 2014 nicht gelungen, aber die Konzeption des Anlagevehikels stimmt: Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen ist im langfristig ertragreichsten Feld des Finanzmarktes, den Nebenwerten, unterwegs. Er präferiert den historisch wahrscheinlich erfolgreichsten Investmentansatz, das Value-Investing, mit dem unter anderem Warren Buffet Milliarden verdient hat. Er hat außerdem ein Bremssystem, das heißt, er muss nicht immer zu hundert Prozent in Nebenwerten investiert sein. Im vergangenen Jahr hielt Manager Frank Fischer auch mal nur die Hälfte des Vermögens in Aktien. Das ist zwar keine Garantie für die Vermeidung größerer Verluste in einem Nebenwertefonds muss man immer mit jährlichen Verlusten im zweistelligen Bereich rechnen aber es liefert die Anleger weniger den Unbillen des Marktes aus. Fazit: Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen wird Stiftungsvermögen sehr wahrscheinlich weiterhin überdurchschnittlich vermehren. (ISIN: DE000A1JSWP1)

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