Gesellschaftliche Stigmatisierung und die Entstehung von Subkulturen - Dargestellt am Beispiel von S/M

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1 Geisteswissenschaft Wolfhardt Stöwsandt Gesellschaftliche Stigmatisierung und die Entstehung von Subkulturen - Dargestellt am Beispiel von S/M Diplomarbeit

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3 Wolfhardt Stöwsandt SoSe DIPLOMARBEIT SOZIOLOGIE Thema: GESELLSCHAFTLICE STIGMATISIERUNG UND DIE ENTSTEHUNG VON SUBKULTUREN - DARGESTELLT AM BEISPIEL VON S/M ( 1 ) Hamburg, S/M ist das gängige Kürzel für Sadismus und Masochismus, zusammengenommen dem "Sadomasochismus".

4 Inhaltsverzeichnis 0. Präambel Teil: Gesellschaftliche Stigmatisierung Einleitung Gesellschaft und Stigmatisierung Differenzierungen von Stigma bzw. Stigmatisierung Diskreditierte und diskreditierbare Personen Defektive und kulpative Stigmata In-group und out-group Orientierungen Der Begriff der Devianz Der Etikettierungsansatz Heimliche Devianz Primäre und sekundäre Devianz im labeling-ansatz Das Stufenmodell als "Karriere-Modell" Kritik am labeling-ansatz Selbststigmatisierung als Alternativkonzept Zusammenfassung von Teil Teil: Theorie(n) der Subkultur Einleitung Der Begriff der Kultur Von der Kultur zur Subkultur Der Begriff der Subkultur Differenzierungen von Subkulturen Progressive und regressive Subkulturen Unfreiwillige und freiwillige Subkulturen Jugendliche Subkulturen Entstehungsansätze von Subkulturen Externer und interner Nutzen von Subkulturen Identitätsbildung und Normen in einer Subkultur Zusammenfassung von Teil Stigmatisierung und die Entstehung von Subkulturen Teil: Sadomasochismus als Subkultur Einleitung Zur Begrifflichkeit von Sadismus/Masochismus Der Sadismus Der Masochismus Entstehungsansätze und Ursachen von S/M Die S/M-Szene als Subkultur Die heterosexuelle S/M-Szene Die schwule S/M-Szene Die lesbische S/M-Szene Die professionelle S/M-Szene Der Entstehungsweg der S/M-Karriere Schutz und Identität in der S/M- Szene S/M, Macht, Gewalt und Herrschaftsverhältnisse S/M und gesellschaftliche Stigmatisierung Zusammenfassung von Teil 3 und Fazit...49 Quellenverzeichnis...51 II

5 0. Präambel Diese Arbeit ist, wie es der Titel nahelegt, in drei Teile gegliedert. Im ersten Abschnitt wird die gesellschaftliche Stigmatisierung und im zweiten Teil die Theorie der Subkultur dargestellt. Im Anschluß wird zu klären sein in welcher Form zwischen den beiden Bereichen, im allgemeinen, ein Konnex besteht. Im letzten Teil wird am Beispiel der S/M-Szene obiger Zusammenhang gezeigt. Was diese Arbeit leisten kann: Neue Erkenntnisse werden hier nicht erarbeitet, weil für (z.b.) eine empirische Erhebung die Zeit nicht ausreicht. Vielmehr ist dies eine Sekundäranalyse die aufzeigen soll ob die sadomasochistische Subkultur, im speziellen, eine gesellschaftliche Stigmatisierung erfährt oder nicht. Daher werde ich, die meiner Meinung nach, für diesen Kontext entscheidenden Kriterien aus den Bereichen Stigmatisierung, Devianz und Subkulturen separieren, wobei einige Fragen offen bleiben müssen. 3

6 1. Teil: Gesellschaftliche Stigmatisierung 1.1. Einleitung Etymologisch betrachtet, ist der Begriff des Stigmas einerseits im religiösen Bereich zu verorten, und zwar als Wundmal Christi und andererseits als Brandmarkung von Sklaven im antiken Griechenland.( 1 ) Weiterhin gibt es in der Verbindung mit "stechen" oder "Stiche zufügen" die Bedeutung von "Tätowierung", als Narbung menschlicher oder tierischer Haut Mithilfe von Instrumenten wie Waffen, Loch- oder Brandeisen. Somit meint Stigma ursprünglich rein physische Merkmale in Form einer körperlichen Andersartigkeit oder Beschädigung.( 2 ) Zur heutigen, kurzen Definition von Stigmatisierung, ist ein Zitat aus Goffman's bekannter gleichnamiger Studie geeignet: "Stigma - die Situation des Individuums, das von vollständiger sozialer Akzeptierung ausgeschlossen ist."( 3 ) Daraus wird ersichtlich, daß gesellschaftliche Stigmatisierung einen sozialen Prozeß darstellt, der weitgehend fremdbestimmt ist. Das Stigmatisierung auch selbstbestimmt sein kann, wird in diesem Teil der Arbeit, unter anderem, herausgestellt (s.1.6.) Gesellschaft und Stigmatisierung In einer Gesellschaft werden an ihre Mitglieder bestimmte Erwartungen an das (Rollen) Verhalten und ebenso an die visuelle Erscheinung gerichtet, wie z.b. körperliche Unversertheit. Sie resultieren aus den sozialen Normen, welche eine anthropologische Voraussetzung für soziales Handeln darstellen.( 4 ) Zu ihnen gehören Attribute, die man bestimmten Kategorien von Menschen zuordnet und daher als gewöhnlich und natürlich empfindet. Betrachtet man z.b. einen Fremden, mit dem man evtl. interagieren möchte, 1 Vgl. z.b., Goffman, (1967) S.9 2 Vgl. Lipp, (1975) S.31 3 Goffman, (1967) S.7 4 Neben dem wertrationalen und traditionalem Handeln, aus der Typologie von Max Weber, unterscheidet er obendrein zweckrationales und affektuelles Handeln. Die Beiden zuletzt ge- 4

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