Pitfalls des Steuerrechts bei Arztpraxen

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1 2. Godesberger Strahlentherapie Seminar in Bonn Bad Godesberg am 19. November 2005 Pitfalls des Steuerrechts bei Arztpraxen

2 Themen: Steuerfallen eine Betrachtung unter temporären Aspekten Die Halbwertszeit deutscher Steuergesetzes ist noch kürzer als die der für diese verantwortlichen Politiker Andere Aspekte: Kurzfristige Gewinnbeeinflussung Umsatzsteuerrisiken Stille Reserven sichern (bei Erbauseinandersetzungen, Scheidungen, )

3 Steuerung der Steuerlasten Eingrenzung des Themas Langfristige (mehrperiodische) Aspekte im Vordergrund Hier: betriebswirtschaftliche Steuer-Aspekte Keine Auflistung denkbarer Steuerfallen

4 1) Inhärenz von Finanzierung und steuerlicher Abschreibung Anamnese Junge Praxis (Existenzgründung) umfangreiche Geräteinvestitionen / ggf. entgeltlicher Praxiswert Offensive Abschreibungspolitik Fiktiv: 8 x / 2,0 Mio Defensive Tilgungspolitik Fiktiv: 12 x / 2,0 Mio

5 1) Inhärenz von Finanzierung und steuerlicher Abschreibung - linearer Abschreibungsverlauf Abschreibungs-/Kreditverläufe Jahre Invest.-Buchwert/Rest Kredit-Valuta/Rest Abschreibg.-Überhang

6 1) Inhärenz von Finanzierung und steuerlicher Abschreibung - linearer Abschreibungsverlauf + Sonderabschreibung (20%) Abschreibungs-/Kreditverläufe Jahre Invest.-Buchwert/Rest Kredit-Valuta/Rest Abschreibg.-Überhang

7 1) Inhärenz von Finanzierung und steuerlicher Abschreibung - degressiver Abschreibungsverlauf + Sonderabschreibung Abschreibungs-/Kreditverläufe Jahre Invest.-Buchwert/Rest Kredit-Valuta/Rest Abschreibg.-Überhang

8 1) Inhärenz von Finanzierung und steuerlicher Abschreibung - Syptome / Spätfolgen Steuersatz Jahr 9 Jahr 10 Jahr 11 Jahr 12 kumul. Tilgung (nicht durch Abschr. gedeckte) zu "verdienende" Steuer zu "verdienender" Gewinn 46,5%

9 1) Inhärenz von Finanzierung und steuerlicher Abschreibung - Prophylaxe / Rücklagenbildung (lineare Abschreibung) Rücklagenverlauf (incl. 3 % Zinsen) Jahre Jahre

10 1) Inhärenz von Finanzierung und steuerlicher Abschreibung - Prophylaxe / Rücklagenbildung (degress( degress.. + Sonderabschr.) Rücklagenverlauf (incl. 3 % Zinsen) Jahre Jahre

11 2) Lebensversicherungs-Finanzierung Versprechen und Wirklichkeit Anamnese Junge Praxis (Existenzgründung) umfangreiche Geräteinvestitionen / ggf. entgeltlicher Praxiswert (2,0 Mio ) Defensive Tilgungspolitik Einsatz von Lebensversicherungen 12 Jahre / 15 Jahre / 20 Jahre

12 2) Lebensversicherungs-Finanzierung Versprechen und Wirklichkeit mögliche Finanzierungslücken (12 Jahre) Versicherungslücke Auf zinsung 7% Jahre Auf zinsung 5,5% Auf zinsung 4%

13 2) Lebensversicherungs-Finanzierung Versprechen und Wirklichkeit mögliche Finanzierungslücken (15 Jahre) Versicherungslücke Aufzinsung 7% Aufzinsung 5,5% Jahre Aufzinsung 4%

14 2) Lebensversicherungs-Finanzierung Versprechen und Wirklichkeit mögliche Finanzierungslücken (20 Jahre) Versicherungslücke Jahr Jahre Aufzinsung 7% Aufzinsung 5,5% Aufzinsung 4%

15 2) Lebensversicherungs-Finanzierung Versprechen und Wirklichkeit Prophylaxe / Therapie Übersicht: Versicherungsspiegel Altverträge positiv: 4% Garantieverzinsung aktuelle Bestrebung: 2,25% Verlustfreier (vorzeitiger) Ausstieg? Steuerfalle: 12. Jahr abwarten! Verlustfreie Beitragsfreistellung? Anforderung vorgenannter Daten

16 3) Wachstumsprobleme zulässige Bilanzkosmetik Anamnese Junge Praxis (Existenzgründung) oder sprunghafte Erweiterung umfangreiche Geräteinvestitionen / ggf. entgeltlicher Praxiswert obligatorische Abschreibungspolitik Fiktiv: 8 x / 2,0 Mio Niedrige Anlaufgewinne (Verluste)

17 3) Wachstumsprobleme zulässige Bilanzkosmetik "Geldflüsse" Einnahmen Ausgaben Abschreibungen Überschuss / Unterdeckung

18 3) Wachstumsprobleme zulässige Bilanzkosmetik "Bilanz-Darstellung" Umsätze noch nicht abgerechnete Leistungen Kosten Abschreibungen Gewinn - bilanzorientiert

19 3) Wachstumsprobleme zulässige Bilanzkosmetik Gewinn - bilanzorientiert Überschuss / Unterdeckung. Gewinn-Differ. kumul.

20 3) Wachstumsprobleme zulässige Bilanzkosmetik Gewinn - bilanzorientiert Gewinn-Differ. kumul. Gewinn - Überschussrg.

21 3) Wachstumsprobleme zulässige Bilanzkosmetik Prophylaxe / Therapie Prüfen, ob Abschreibungen verdient werden Prüfen, ob Abschreibungen sich steuer-optimal auswirken Anhebung des Gewinns durch (freiwillige) Bilanzierung (freiwillig) so versteuerte Gewinne später als Umstellungsverluste dann mit Gewinnen (Darstellung notwendig)

22 4) Notwendigkeit: Finanzierungs- Übersichten laufend pflegen Verbindlichkeiten-Spiegel mit ausführlichen Daten sämtlicher Darlehensverträge anlegen Kündigungsrechte kontrollieren Öffentliche Kredite Zins-Cap Cap-Darlehen Achtung: nach 10 Jahren = Sonderkündigungsrecht ( 489 Abs.1 Nr.3 BGB) Kredite neu strukturieren / ggf. frühzeitig verhandeln Günstige Zins-Situation jetzt sichern!

23 5) Notwendigkeit: Planung der Altersvorsorge der Praxisinhaber ab 2005 neu: Alterseinkünftegesetz Höhere Absetzbarkeit von Beiträgen zu Versorgungseinrichtungen u.ä / Verheiratete 60% von / Verheiratete 100% von Höhere Versteuerung der Renten 2005 / Verheiratete 50% Steuerpflicht 2020 / Verheiratete 80% Steuerpflicht 2040 / Verheiratete 100% Steuerpflicht

24 5) Notwendigkeit: Planung der Altersvorsorge der Praxisinhaber

25 5) Notwendigkeit: Planung der Altersvorsorge der Praxisinhaber Prüfung der Ansprüche aus der Ärzteversorgung (neue Satzung?) Beratungsgespräch bei der ÄV Alternative Anlagen (Rentenvers..u.ä. u.ä.).) Risken beachten (hohe Aktienanteile?) Anpassungsmechanismen wie ÄV? Ausnutzung der Höchstbeitragszahlung (Verheiratete: jetzt (2025: )

26 6) Geplante Steueränderungen im Koalitionsvertrag (BStBK( v ) 2006: degressive Abschreibungen auf 30% 2007: Umsatzsteuersatz auf 19 % => höhere Praxisaufwendungen 2006: Pendlerpauschale =>Praxisinhaber 2006: private Steuerberatungskosten (nicht( Praxis) 2006: Streichung Sparerfreibetrag (1.370 / 2.740) 2007: Reichensteuer 45 % 2006: Kindergeld bis 25 J. (statt 27 J.) 2007: Erbschaftsteuerreform 2006: Abschaffung Eigenheimzulage Leg. Periode: private Veräußerungsgewinne Leg. Periode: Ehegattensplitting

27 Zielempfehlung und Wunsch: Planungssicherheit bei (leistungsgerechten!) Arzthonoraren Langfristige, ausgewogene Finanzierungsstrukturen Im Praxisumfeld Im Privatbereich Risikobewusstsein bei Kapitalanlagen

28 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Fragen und Anregungen Wirtschaftsprüfer / Steuerberater Am Rutenwall Dinslaken Tel / Fax

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