UBSimpulse. Philip Bucher im Bann des Hopfens. für KMU. TECHNOLOGIETRANSFER Gemischtes Doppel

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1 UBSimpulse für KMU TECHNOLOGIETRANSFER Gemischtes Doppel IM GESPRÄCH Hans Hess über die Trendwende in der Industrie AUSGABE 3 / DEZEMBER 2014 Aufgefallen Philip Bucher im Bann des Hopfens

2 2 Editorial Neuland erkunden Wer neue Ideen erfolgreich vermarkten will, braucht findige Köpfe und ein striktes Inno vationsmanagement. Man kann auch einen Tech nologietransfer wagen was für viele Unternehmer Neuland ist. Wir zeigen, wie das geht. Auch wer in Zukunft mit Schweizer Qualität punkten will, muss sich stets neu erfinden, um im veränderten Marktumfeld zu bestehen, wie wir im Gespräch mit Hans Hess erfahren. Übrigens, auch UBS betritt Neuland. Die Bank verändert ihre rechtliche Struktur und firmiert in der Schweiz ab Mitte 2015 als UBS Switzerland AG. Damit er füllen wir die Anforderungen der Finanzmarktaufsicht. An der Art und Weise, wie wir Sie beraten, oder an den Produkten, die wir anbieten, ändert sich grundsätzlich nichts. Einige wenige UBS-Kunden werden in Zukunft neben UBS Switzerland AG auch Dienstleistungen von UBS AG erhalten und werden darüber von ihrem Kundenberater informiert. Sie müssen also nichts unternehmen. 6 Gemischtes Doppel Technologietransfer: wie die Bieler Cendres+Métaux SA mit dem Berner Inselspital einen neuartigen Dia lyseport für Nierenpatienten entwickelt und dafür den Swiss Technology Award 2014 gewinnt. Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen. Christine Novakovic Leiterin Firmen- und institutionelle Kunden und Investment Bank Schweiz PS: Wie gefällt Ihnen UBS impulse? Einfach ein Mail an schicken. UBS impulse können Sie online abonnieren auf oder fragen Sie Ihren Kundenberater. 26 Bierrevoluzzer Philip Bucher will die Art und Weise, wie wir Schweizer Bier konsu mieren und über das Gebräu reden, verändern eine sanfte Bierrevolution. UBS impulse Für KMU DEZEMBER 2014

3 Inhalt 3 In Kürze 4 Mehr Sicherheit im Internet Frauenpower in KMU UBS mehrfach ausgezeichnet UBS-Angebot in Fernost ausgebaut Wirtschaft und Politik 6 Gemischtes Doppel Technologietransfer: wie zwei Schweizer KMU das Knowhow von Hochschulen und Universitäten nutzen. 18 Ohne Bargeld zahlen Dienstleister müssen mit der Zeit gehen: Hansjörg Wallisers Kunden zücken einfach die Karte, um ihre Gleitschirm-Tandemflüge zu bezahlen. 12 Analyse: Europapolitik Am Verhältnis der Schweiz zu Europa scheiden sich die Geister. Die entscheidende Frage: Worauf gründet das Erfolgsmodell Schweiz? 14 Im Gespräch: «Swiss Made» Hans Hess und Christine Novakovic über die Trendwende in der Schweizer Industrie. Cover: Jos Schmid, Porträtillustration: Elizabeth Traynor, Illustration: Laurie Rollitt, Bilder: Thomas Stöckli, Jos Schmid, Gerry Amstutz 14 «Unumkehrbare Trendwende» Swissmem-Präsident Hans Hess diskutiert mit Christine Novakovic über neue Qualitätsanforderungen in der Industrie und die Notwendigkeit, langfristige Partnerschaften einzugehen. Unternehmen 17 Familienunternehmen Neue Regeln für die Verwaltung von Familienvermögen. 18 Lösung: SumUp PIN+ Wie das preisgekrönte mobile Kartenterminal in der Praxis funktioniert. 20 Lösung: 50 Jahre UBS Leasing Leasing lohnt sich. Zum Jubiläum gibts ein Sonderangebot. 22 Wissen: Rechtsformen Beim Entscheid über die Rechtsform einer Firma sollte längerfristig gedacht werden. Persönlich 24 Meine Sicht: Christoph Erb Das duale Bildungssystem hält die Arbeitslosenquote tief. 26 Aufgefallen: Philip Bucher Wie ein Quereinsteiger den Biermarkt aufmischt und dabei nichts dem Zufall überlässt.

4 4 IN KÜRZE Mehr Sicherheit im Internet Cyberkriminalität verursacht bei Unternehmen grosse Schäden. Ein Sicherheits-Check sowie Tipps für sicheres E-Banking und Mobile Banking lohnen sich. kriminellen. Schweizer Onlineangebote gelten daher als vergleichsweise sicher und vertrauenswürdig. Das trifft insbesondere auf UBS e-banking und Mobile Banking zu, die dank Log-in mit Passwort, Anmeldung via Access Cards oder Kartenleser die höchsten Sicherheitsstandards bieten und diesbezüglich kontinuierlich weiterentwickelt werden. Damit die Schweiz auch in Zukunft Cyberkriminellen möglichst wenig Angriffsflächen bietet, haben führende Vertreter der Schweizer Wirtschaft, darunter UBS, die Swiss Internet Security Alliance (SISA) gegründet. Ziel dieser Vereinigung ist es, die langjährige Erfahrung ihrer Mitglieder im Umgang mit Sicherheit im Internet zu bündeln und die Cyberkriminalität in Schranken zu halten. Investitionen in die IT-Sicherheit zahlen sich aus: Gemäss einer neuen Studie bringen sie in drei Jahren eine Rendite von 25 Prozent. H ackerangriffe, Phishing, Schadsoftware wie Viren, Würmer oder Trojaner: Im Internet lauern zahlreiche Gefahren. Eine Studie des Londoner Center for Strategic and International Studies, die bisher umfangreichste ihrer Art, beziffert die durch Cyberkriminalität verursachten Schäden weltweit auf rund 400 Milliarden Dollar Tendenz steigend. Da Staaten und Unternehmen keine Daten liefern, basieren die Zahlen auf Schätzungen und sind mit Vorsicht zu geniessen. Schweizer Onlineangebote sind relativ sicher Fest steht allerdings, dass vor allem Industriestaaten betroffen sind und mehr als die Hälfte aller Schäden Unternehmen betrifft. Ihnen werden mit Vorliebe Betriebsgeheimnisse und -strategien sowie Daten zu Innovationen gestohlen. Die gute Nachricht der Studie: Investitionen in die IT-Sicherheit zahlen sich aus, denn der Return pro Dollar beträgt in drei Jahren geschätzte 1.25 Dollar. Unternehmen in der Schweiz sind glücklicherweise deutlich weniger häufig Opfer von Cyber- Swiss Security Check Konkret bietet die SISA mit dem Swiss Se curity Check eine praktische Möglichkeit, die Verletzlichkeit der eigenen IT-Systeme zu testen. Der Swiss Security Check schützt auf drei Ebenen: Innert weniger Sekunden erfahren Anwender, ob sie veraltete oder falsch konfigurierte Software einsetzen und so ein Sicherheitsrisiko eingehen. Besteht der Verdacht auf eine Schadsoftwareinfektion, unterstützt ein Malware Cleaner bei der Diagnose und Beseitigung der Probleme. Ein Cyber-«Impfstoff» vervollständigt den Schutz und hält elektronische Schädlinge fern. Neben dem Verwenden stets aktueller Browser und Virenschutzprogramme gibt es eine Reihe weiterer Verhaltensweisen, die mehr Sicherheit im Internet und speziell im E-Banking bieten. Dazu zählen Limiten für Kartenzahlungen, sofortiges Sperren gestohlener Kredit- und Prepaidkarten, das Beenden von E-Banking-Sitzungen durch Log-out oder die laufende Kontrolle von Konten und Transaktionen durch Mobile Banking. Sicherheitstipps von UBS UBS hat alles, was Sie für mehr Sicherheit im Onlinebanking wissen müssen, in neun wertvollen Tipps verpackt. So können Sie die Vorteile von UBS e-banking und Mobile Banking auch künftig sicher nutzen und Ihre Finanzgeschäfte ohne böse Überraschungen jederzeit einfach und flexibel erledigen. Alle Sicherheitstipps von UBS auf und mehr zum Swiss Security Check auf Bild: Jason Allen, Getty UBS impulse Für KMU DEZEMBER 2014

5 5 Bild: Fotolia, wootthisak Frauenpower in Schweizer KMU F rauen spielen in kleinen und mittleren Schweizer Unternehmen eine ganz zentrale Rolle. Deren Stellung in KMU zu verbessern, ist das Hauptanliegen der KMU Frauen Schweiz. Dieses Netzwerk mit arbeitender Partnerinnen und selbstständiger Unternehmerinnen steht dem Schweizerischen Gewerbeverband sgv nahe und setzt sich seit 20 Jahren dafür ein, dass die Leistungen von Frauen in Wirtschaft und Gesellschaft bekannt gemacht werden und mehr öffentliche Anerkennung finden. UBS unterstützt die KMU Frauen Schweiz und gratuliert zum Jubiläum. Anmelden für Swiss Economic Award 2015 D ie Anmeldefrist für den Swiss Economic Award 2015 läuft bis 30. Januar Der bedeutendste Jungunternehmerpreis der Schweiz wird jährlich in den Kategorien Produktion / Gewerbe, Hightech / Biotech und Dienstleistung an herausragende Schweizer Jungunternehmen vergeben. Die Preisverleihung findet am 5. Juni im Rahmen des Swiss Economic Forum statt. UBS ist beste Bank für Cash Management A uch 2014 wird UBS als «Best Domestic Cash Manager Switzerland» ausgezeichnet. Der Award wird jedes Jahr von der renommierten britischen Finanzzeitschrift Euromoney aufgrund einer Umfrage bei Finanzverantwortlichen von Schweizer Unternehmen vergeben. UBS hat diesen Award seit 2011 zum vierten Mal in Folge erhalten. Mehr zu den Auszeichnungen von UBS auf Angebot in Fernost ausgebaut UBS bietet in Singapur und Hongkong ab sofort umfassende Dienste für Unternehmen mit Niederlassungen in der Region Asien-Pazifik an. I Komplettes Angebot in den boomenden Wirtschaftsmetropolen Asiens: die Skyline von Singapur mit dem Marina Bay Sands Hotel. nternational tätige Unternehmenskunden von UBS werden nicht nur in der Schweiz betreut. Auch in den wichtigen Exportmärkten Deutschland, USA und in der Region Asien-Pazifik unterhält die Bank Geschäftsstellen vor Ort. An den Stand orten in Singapur und Hongkong unterstützt die Bank ihre Kunden bereits seit Längerem mit Dienst leistungen für Zahlungsverkehr und Fremdwährungen einschliesslich Währungsabsicherungen, Kreditkonten und Kredit- oder Bankgarantien. Seit Oktober bietet UBS in Hongkong und Singapur nun zusätzlich auch verschiedene Varianten von Akkreditiven und Dokumentarinkasso an. Kompletter Service vor Ort Schweizer Unternehmen oder deren Tochtergesellschaften in Fernost können damit neben Zahlungsverkehr und Finanzierungen ab sofort auf ein vollständiges Angebot für die Beurteilung und Absicherung von Zahlungs-, Währungs- und Kreditrisiken in den Absatzmärkten der Region Asien-Pazifik zugreifen. Dabei werden unsere Unternehmenskunden vor Ort ohne Zeitverschiebung persönlich betreut. Je nach Bedarf steht ihnen in der Re gion eine Reihe von UBS-Spezia listen zur Verfügung, welche sie beraten und ihre Dienstleistungen auf die spezifischen Bedürfnisse des Unternehmens zuschneiden können. Das ermöglicht es international tätigen Schweizer Firmen mit Niederlassungen in der Region Asien-Pazifik, ihre Geschäfte in verschiedenen Währungen zu führen und lokale oder internationale Zahlungen sowie Währungs- und Investitionstransaktionen über Konten bei UBS in Singapur oder Hongkong abzuwickeln. Mehr Informationen zu den Angeboten in der Region Asien-Pazifik erhalten Sie mit einer Mail an

6 6 Wirtschaft und politik Gemischtes Doppel Metallindustrie trifft Universitätsspital zwecks Technologietransfer: Herausgekommen ist ein neuartiger Dialyseport für Nierenpatienten. Jost Dubacher (Text) und Laurie Rollitt (Illustration) UBS impulse Für KMU DEZEMBER 2014

7 7 C ochleaimplantate verbinden den Hörnerv mit der Aussenwelt. Dazu bohrt der Chirurg ein Loch in den Schädel, führt ein Bündel Elektroden zur Hörschnecke und befestigt den Sprachprozessor, das Mikrofon und die Batterie hinter dem Ohr an der Schädeldecke. Die Operation ist in der Hals-Nasen- Ohren-Chirurgie (HNO) seit 30 Jahren etabliert und verursacht den Trägern der Implantate kaum Beschwerden. Der Grund: Hinter dem Ohr liegt die Haut praktisch auf dem Knochen; es gibt dort kaum entzünd liches Gewebe. Davon können die Ärzte auf einer Dialysestation nur träumen. Vor allem bei Nierenpatienten, denen im Hals- oder Brustbereich ein Katheter gesetzt wurde, ist das Entzündungsrisiko an der Einstichstelle erheblich. Im Berner Inselspital liegen Dialysestation und HNO-Klinik quasi über die Strasse. Doch es bedurfte einer internen Weiterbildung, um den Funken springen zu lassen. Ein Wort gab das andere und schliesslich stellten sich die versammelten Fachärzte einen Dialyseport hinter dem Ohr vor: eine fest verankerte metallische Schnittstelle zwischen Katheter und Dialysegerät Transferprojekte pro Jahr «Die Idee war zu gut, um sie versanden zu lassen», erinnert sich Dominik Uehlinger, einer der damals Anwesenden und Chefarzt für extrakorporale Blutreinigungsverfahren am Inselspital. Die Experten beauftragten das Competence Center for Medical Technology (CCMT), eine gemeinsame Stiftung der Universität Bern und der Berner Fachhochschule, mit der Suche nach einem geeigneten Industriepartner. Für ein Universitätsspital wie die Insel ist derlei Routine. Die Vereinigung Swiss Tech nology Transfer (switt) schätzt, dass an den Schweizer Hochschulen und Universitäten jährlich rund 4000 Wissens- und Technologietransferprojekte (WTT) initiiert werden. Von Bern nach Biel: Dort produziert die Cendres+Métaux SA Präzisionskomponenten für die Uhren-, Schmuck- und Medtechindustrie. Verwaltungsrat und Management haben soeben beschlossen, das Traditionsunternehmen neu auszurichten und die Innovationstätigkeit zu verstärken (siehe Kasten «Industrielles Urgestein»).

8 8 Wirtschaft und Politik Angestrebt werden unter anderem die Entwicklung und Vermarktung eigener Produkte in der Medizinaltechnik. Jetzt kommt zusammen, was zusammenpasst: Denn Cendres+Métaux steht aufgrund der geografischen Nähe zu Bern, der spezifischen Fertigungsund Materialkompetenz sowie ihrer Erfahrung in der Medizinaltechnik ganz oben auf der Suchliste des CCMT. Glücksfall mit Marktpotenzial «Ein Glücksfall», kommentiert der heutige CEO von Cendres+Métaux, Claudio Penna. Die Bieler nahmen Kontakt mit der Gruppe um Dominik Uehlinger auf und es zeigte sich schnell, dass das angedachte Dialyseimplantat perfekt in die neue Produktstrategie passen würde. Es gibt weltweit ungefähr Nierenpatienten, bei denen gemäss aktuellem Wissensstand die Einsetzung eines im Knochen verankerten Dialyseports medizinisch sinnvoll wäre. Mit einem als realistisch erach teten Endverkaufspreis im vierstelligen Bereich resultiert ein potenzielles Marktvolumen, das zwar stattlich, aber für ein KMU noch zu bewältigen ist. «WTT-Projekte waren Neuland für uns», sagt Claudio Penna. Und trotzdem ging es im Sommer 2009 los. Das Projekt erhielt den Namen «Bone- Anchored Port» (BAP) und beschäftigt Industrielles Urgestein Wer einen neuen Markt erobern will, muss investieren. Claudio Penna, CEO Cendres+Métaux SA, Biel seither ein Dutzend Mitarbeiter in Biel und Bern, die Hälfte davon in Vollzeit. Bei Cendres+Métaux übernahm Raïna Rasper die Projektleitung. Fortan traf sich die Betriebswirtin regelmässig mit dem Dialysespezialisten Dominik Uehlinger und den involvierten HNO-Chirurgen. «Zu unseren wichtigsten Aufgaben gehörte die Definition der Teilprojekte», erklärt Rasper. Zunächst war da die Frage nach Umfang und Grösse des Ports. Die ersten Modelle aus Biel waren zu mächtig. «Die HNO-Chirurgen mussten so viel Knochensubstanz ausfräsen, dass die Die Cendres+Métaux SA zählt zu den traditionsreichsten Unternehmen der Stadt Biel. Mit 430 Mitarbeitern ist der 1885 gegründete Betrieb auch einer der grössten Arbeitgeber. Zwei Drittel des Umsatzes erwirtschaftet die Firma mit metallischen Präzisionskomponenten für die Medizinaltechnik und die Dentalprothetik. Aus Silber, Gold oder Platin gefertigte Konstruktionselemente für Zahnaufbauten werden über eigene Tochterfirmen auch in der EU und in Asien vertrieben. Grundlage der Aktivitäten bilden die Raffinierung und Legierung von Edelmetallabfällen aus der Schweizer Uhrenindustrie. Doch die Edelmetallverarbeitung ist seit der Jahrtausendwende im Umbruch: Anbieter aus Tieflohnländern drängen auf den Markt, die Substitution durch neue Materialien schreitet voran und stark schwankende Edelmetallkurse erschweren längerfristige Planungen. Bei Cendres+Métaux verfolgt man deshalb seit 2009 eine neue Strategie, die auf drei Pfeilern ruht. Erstens sollen laufende Investitionen in Prozesse und Anlagen helfen, die bestehenden Marktpotenziale besser auszuschöpfen. Zweitens soll das Angebot erweitert werden, unter anderem mit Hochleistungspolymeren. Und drittens will man ins wertschöpfungsstarke Marktsegment der Anwendungen im zentralen Blutkreislaufsystem vor stossen. Der Bone-Anchored Port ist ein erster Schritt in diese Richtung. Er wurde am 20. November mit dem renommierten Swiss Technology Award 2014 belohnt. Schädel einbrachen», erinnert sich Uehlinger. Ein weiteres Laborprojekt widmete sich den Blutströmen in Port und Katheter. Ein Dialysegerät reinigt etwa 400 Milliliter Blut pro Minute. So viel muss auch das Implantat von der Grösse eines Zweifrankenstücks durchleiten können, und zwar ohne dass Gerinnsel oder Verstopfungen auftreten. Interkulturelle Mediation Während die Techniker Schritt für Schritt vorankamen, besprach die Projektleitung die administrativen Belange des gemeinsamen Projekts. Viel Gesprächsstoff gaben die Dokumentations- und Qualitätsanforderungen für die Marktzulassung, denn der neue Port gehört zu den streng regulierten Medizinprodukten der Klasse III. Ebenfalls ein wiederkehrendes Thema: die Publikationspolitik des Inselspitals. «Als Mediziner und Wissenschafter will ich neue Erkenntnisse schnell mit meinen Fachkollegen teilen», meint Uehlinger. Er hat aber Verständnis für Cendres+Métaux. Dem Unternehmen lag daran, das Know-how geheim zu halten, um es später patentieren zu können. «Schliesslich versprachen uns die Forscher, in ihren wissenschaftlichen Publikationen möglichst wenig tech nische Details preis zugeben», erzählt Raïna Rasper. In den Labors trug die Verzahnung des Engineerings mit der medizinischen Grundlagenforschung und der ärztlichen Praxis unterdessen Früchte. Zum Beispiel bei der Entwicklung des Deckels, der den Port bei Nichtgebrauch hermetisch schliesst. Die Techniker aus Biel dachten zunächst an eine Silikonfolie. Der Dialysespezialist erkannte jedoch schnell, dass diese Lösung für den Patienten zu Problemen führen könnte. In einem Venenkatheter, der über dem Herzen liegt, herrscht Unterdruck. Bei jeder Manipulation besteht die Gefahr, dass die Folie eingesogen wird. Heute wird der Port stabil verschlossen. Innovation im Praxistest Gut vier Jahre nach dem Projektstart ist der BAP funktionstüchtig. Unterdessen befindet sich auch das Zubehör Verbrauchsmaterialien wie Deckel, Verbindungsstücke und Wechselventile in Biel am Lager. Zurzeit werden Nierenpatienten gesucht, UBS impulse Für KMU DEZEMBER 2014

9 9 Wissens- und Technologietransfers erwünscht Die Kommission für Technologie und Innovation (KTI) ist die zentrale Förderagentur für Innovationen des Bundes. Ihre Hauptaufgabe besteht in der finanziellen Unterstützung von F+E-Projekten mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft. Drei Instrumente stehen zur Verfügung: Förderprojekt. Antragsteller ist immer die am Projekt beteiligte Hochschule oder Universität. Wird ein Projekt bewilligt, übernimmt die KTI maximal 50 Prozent der Kosten. Das Geld fliesst ausschliesslich an den Hochschulpartner, der damit in erster linie Personalaufwände bestreiten kann. Der durchschnittliche Förderbeitrag liegt bei Franken. Voucher. Wenn ein Unternehmen auf der Suche nach einem geeigneten akademischen Partner ist, besteht die Möglichkeit, bei der KTI einen Voucher in Höhe von maximal Franken zu beantragen. Die Gutschrift kann in jeder beitragsberechtigten Forschungsinstitution eingelöst werden. Innovationsscheck. Auch Vorabklärungen zu möglichen Innovationsprojekten kosten Geld. Mit einem Innovationsscheck über 7500 Franken kann ein Unternehmen die hochschulseitigen aufwendungen abdecken. Nähere Informationen liefern in jedem Fall die Innovationsmentoren der KTI. Die Beratung ist für den Unternehmer kostenlos. Bilder: Rolf Neeser, Inselspital Bern welche die klinischen Anforderungen er füllen und mutig genug sind, die Innovation zu testen. Deren Feedbacks und die klinischen Daten werden Swissmedic zugestellt, wo über die definitive Zulassung entschieden werden muss. In einem zweiten Schritt wird es schlussendlich darum gehen, auch die Krankenkassen vom Nutzen des Dialyseports zu überzeugen und sie auf eine Kostenübernahme zu verpflichten. Zeit für eine Zwischenbilanz. Claudio Penna wägt nüchtern ab. Auf der Sollseite steht eine vergleichsweise aufwendige Projektorganisation, auf der Habenseite der Vorstoss in neue technische Dimensionen. «Allein», so Die Idee war zu gut, um sie versanden zu lassen. Prof. Dr. Dominik Uehlinger, Inselspital Bern ETH-Ingenieur Penna, «hätten wir dieses Projekt nie gestemmt.» Vier Millionen Franken hat Cendres+Métaux bisher in den BAP gesteckt. Eine weitere Million, verteilt auf drei Förderprojekte, stellte die Kommission für Technologie und Innovation KTI zur Verfügung. Geld, welches an das Inselspital floss und dort zur Deckung der Sach- und Personalaufwendungen beitrug. 110 Millionen für Förderprojekte Der Bone-Anchored Port ist kein Einzelfall. Die Innovationsagentur des Bundes unterstützt jedes Jahr zwischen 300 und 400 Forschungs- und Entwicklungs-(F+E-)Projekte lag das F+E-Budget bei rund 110 Millionen Franken, die zum grossen Teil an Innovationsvorhaben mit KMU-Beteiligung gegangen sind (siehe «Wissensund Technologietransfers erwünscht»). Bei Cendres+Métaux lief die Förderung im Frühling aus. Die anstehenden klinischen Tests in der Insel und einigen anderen Spitälern müssen die Bieler selbst tragen. Ins Geld gehen neben der Schulung des medizinischen Personals vor allem die Behandlungskosten und die Nachsorge der Patienten. Aber für Claudio Penna steht fest: «Wer einen neuen Markt erobern will, muss investieren.» Wissenschaftlich begleitet wird die klinische Phase von Dominik Uehlinger. Dieser hegt keinerlei Zweifel, dass sich der medizinische Nutzen einstellen wird. Dass die Ports funk- tionieren, hat er schon bewiesen. Seine Studie zur «Hämodynamik und Fliesscharakteristik eines neuen Dialyseports» erschien vor Kurzem in einer Fachpublikation der angesehenen American Society for Artificial Internal Organs. Riesenerleichterung für Betroffene Uehlinger ist vom Potenzial des neuartigen Implantats überzeugt. Mit einem einfach zu handhabenden, fest installierten Port könnten Dialysepatienten ihr Blut künftig vermehrt zu Hause reinigen. «Es wäre eine enorme Erleichterung für die Betroffenen», betont der Nierenspezialist. «Heute müssen sie dreimal pro Woche für vier Stunden ins Spital kommen.» Bis 2017 sollte die klinische Phase abgeschlossen und die Marktzulassung erreicht sein. Dann wird es darum gehen, die Innovation international zu vermarkten. Raïna Rasper führt derzeit Gespräche mit international tätigen Distributoren. Jetzt gilt es, die Serienfertigung vorzubereiten. Im Moment beanspruchen Fräsen, Veredeln und Reinigen eines einzelnen Implantats etwa eine Stunde. Zu lange für ETH-Ingenieur Claudio Penna. Er setzt seinen Ingenieu ren ein ehrgeiziges Ziel: «Wir müssen es in 15 Minuten schaffen.»

10 10 Wirtschaft und Politik «Am Ende entscheidet der Markt» Von der Theorie in die Praxis: Christian Schaub, CEO des ETH-Spin-offs Redbiotec, über Wissenschafter, die Firmen gründen, und über den Umgang mit Risikokapitalgebern. Jost Dubacher (Interview) und Laurie Rollitt (Illustration) UBS impulse Für KMU DEZEMBER 2014

11 11 Bild: Redbiotec H err Schaub, ist ein ETH- Patent eine Lizenz zum Gelddrucken? Christian Schaub: Wo denken Sie hin! Wenn dem so wäre, würden sich wohl die meisten Studenten mit einer Lizenz oder einem Patent selbstständig machen. Als Aussenstehender hat man den Eindruck, es herrsche ein Hype rund um die sogenannten Spin-offs, also Ausgründungen von Hochschulen. Von einem Hype oder Boom würde ich nicht sprechen, eher von einem Phänomen, das in einer innovationsgetriebenen Volkswirtschaft unverzichtbar ist. Unsere Hochschulen sind Brutstätten der Kreativität. Die Spin-offs, die dort entstehen, transferieren wissenschaftliche Ideen auf den Markt und loten ihr kommerzielles Potenzial aus. Es handelt sich um eine logische Ergänzung zu den F+E-Projekten zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Sie selbst verfügten bereits über unternehmerische Erfahrung, als Sie vor acht Jahren mithalfen, Redbiotec zu gründen. Was reizte Sie an der Firma? Wir hatten eine Technologie, die es erlaubt, fremdes Erbmaterial in tierische Zellen zu schleusen. Bei den Wirtszellen handelt es sich meist um Zellen von Insektenlarven. Sie produzieren dann exakt die von uns gewünschten komplexen Proteine. Diese wiederum können zu Bestandteilen neuartiger Therapeutika und Impfstoffe werden. Welches Geschäftsmodell ver folgen Sie mit Redbiotec? Wir entwickeln Impfungen gegen Herpesviren und Grippe. Wenn unsere Wirkstoffkandidaten in Tieren funktionieren, lizenzieren wir sie an grosse Pharmafirmen aus. Sie beschäftigen gut 15 Biologen, Biochemiker und Verfahrenstechniker. Seit 2009 haben Sie mehr als zehn Millionen Franken Risikokapital aufgenommen, unter anderem über die Initiative «Wachstum für KMU», die Jungfirmen mit Investoren in Kontakt bringt. Was versprechen Sie Ihren Geldgebern? Dass wir ihr Engagement respektieren und uns mit Leidenschaft für ihre Zielerreichung einsetzen, nämlich das eingesetzte Kapital zu vermehren. Für junge Biotech- oder Internetfirmen werden enorme Summen bezahlt. Unternehmer in weniger angesagten Branchen könnten neidisch werden Es gilt zu berücksichtigen, dass ein Biotech unternehmen schon zwei, drei oder noch mehr Finanzierungsrunden hinter sich hat, wenn es an eine Grossfirma verkauft wird oder an die Börse geht. Das meiste Geld erhalten übrigens diejenigen Investoren, die sich für den Fall des Scheiterns vertraglich gegenüber den Gründern absichern. Risikokapitalgeber setzen immer auf mehrere Pferdchen, der Unternehmer sitzt nur auf einem. Christian Schaub, CEO Redbiotec Mit anderen Worten: Junge Wissenschafter gehen mit einer Spin-off-Gründung erhebliche Risiken ein? Tatsächlich investieren sie enorm viel Zeit und Energie in ihre Firmen. Sie arbeiten 60 Stunden in der Woche, haben oft über Jahre kaum Ferien und stehen materiell mit nichts da, falls das Projekt fehlschlägt. Denn eins ist klar: Business Angels und Risikokapitalgeber setzen immer auf mehrere Pferdchen, der Unternehmer sitzt nur auf einem. Sie geben an der ETH und an der Universität Zürich Marketing- und Strategiekurse in Entrepreneurship- Programmen. Sind sich Ihre Studenten dieser Tatsachen bewusst? Durchaus. Die Probleme beginnen nach dem Sprung in die Selbstständigkeit. Es besteht die Gefahr, dass die Gründer den Überblick verlieren, da viel auf sie einprasselt, wenn sie den geschützten Rahmen der Hochschule verlassen. Sie müssen neben der Fortsetzung ihrer wissenschaftlichen Arbeit plötzlich Geschäftsmodelle entwickeln und am Markt testen, Geld auftreiben, Leute anstellen und etliches mehr. Wie leicht fällt es jungen Wissenschaftern, betriebswirtschaftlich zu handeln? In einer ersten Phase sind viele Gründer zu technikverliebt. Sie überlegen sich, was theoretisch möglich wäre, anstatt herauszufinden, was der potenzielle Anwender in seinem Alltag wirklich braucht. Am Ende entscheidet immer der Markt, also die Zahlungsbereitschaft der Kunden, über den Wert einer Idee. Das Unterstützungsangebot für Gründer ist reichhaltig. Stiftungen geben zinslose Kredite, Kantone, Gemeinden und Private richten Gründerund Technoparks ein. Wie sinnvoll sind diese Initiativen? Sie werden von den Jungunternehmen als Starthilfe genutzt. Sie können aber auch dazu führen, dass sich die jungen Leute in einer falschen Sicherheit wiegen oder sich blenden lassen. Der Gewinn eines Start-up-Preises bringt mich zwar in die Zeitung, aber er sagt wenig über die kommerzielle Zukunft meiner Innovation aus. Wie lautet die wichtigste Botschaft, die Sie Ihren Studenten mitgeben? Dass Unternehmer zu sein auch in hochinnovativen Branchen in erster Linie Knochenarbeit bedeutet. Man muss führen, kontrollieren, Prozesse installieren, verkaufen und dabei permanent nach Marktführerschaft streben.

12 12 Wirtschaft und Politik Analyse: Europapolitik der Schweiz Zwei Welten prallen aufeinander Am Verhältnis der Schweiz zu Europa scheiden sich die Geister. Die zentrale Frage lautet: Worauf gründet das Erfolgsmodell Schweiz? D ie Annahme der Masseneinwanderungsinitiative machte klar, dass der Schweiz eine schicksalhafte Weichenstellung beim weiteren europapoli tischen Weg bevorsteht. Die bisher erfolgreiche Strategie der wirtschaftlichen Einbindung unseres Landes über ein Netzwerk bilateraler Verträge könnte bei rigoros implementierten Einwanderungskontingenten Schiffbruch erleiden. Lässt sich das Personenfreizügigkeitsabkommen mit der Europäischen Union (EU) nicht neu verhandeln, könnte die EU als Reaktion das gesamte Vertragswerk der Bilateralen I zu Fall bringen. Die Schweiz stünde europapolitisch vor einem Scherbenhaufen. Der Souverän soll nicht durch internationales (Völker-)Recht überstimmt werden. Eine weitere Eigenheit ist das Subsidiaritätsprinzip. Es besagt, dass politische und fiskalische Kompetenzen und Entscheide immer auf der tiefstmöglichen Ebene eines Staats wesens anzusiedeln sind. Darauf gründet auch der Standort- und Steuer wettbewerb unter Kantonen und Gemeinden. All diese Elemente erklären die politische Stabilität, die starke demokratische Kon trolle über den Staat und die vergleichsweise tiefe Steuerbelastung bei guter Qualität der öffentlichen Dienstleistungen. Die zentrale Frage bei der europapolitischen Weichenstellung lautet: Beeinträchtigt eine allenfalls automatische, kontinuierliche Anpassung Unabhängig und selbstbestimmt In der Frage des europapolitischen Wegs prallen zwei unterschiedliche Vorstellungen über die Grundpfeiler des Erfolgsmodells Schweiz aufeinander. Auf der einen Seite stehen die konservativen, teilweise isolationistischen Kräfte. Für sie gründet unser Erfolg auf der politischen Unabhängigkeit und vollständigen Selbstbestimmung durch das Schweizervolk. In dieser Weltsicht gilt es, eine Reihe spezifischer Eigenheiten des «Sonderfalls Schweiz» zu bewahren. Dazu zählt die direkte Demokratie, dank der auf fast allen politischen Ebenen das Stimmvolk der Souverän der Gesetzgeber in letzter Instanz ist. Mit oder ohne bilaterale Verträge? In der Europapolitik steht die Schweiz vor einer Weichenstellung von grosser Tragweite. UBS impulse Für KMU DEZEMBER 2014

13 13 Infothek Die nach dem EWR-Nein von 1992 aus der Not geborenen bilateralen Verträge waren ein goldener Mittelweg. UBS impulse für KMU UBS impulse für KMU können Sie bequem online abonnieren. Mehr Infos über unser Kundenmaga zin und den E-Newsletter auf unserer Website. Bild: KEYSTONE / Gaetan Bally, Porträtillustration: Elizabeth Traynor unserer bilateralen Verträge mit der EU die Erfolgsfaktoren wie direkte Demokratie, nationale Eigenständigkeit und hohe Diversität und damit den Wettbewerb der politischen Institutionen in der Schweiz? Europakritische Kreise befürchten, dass eine noch engere Einbindung an Europa diese Standortvorteile peu à peu aushöhlt. Diese Befürchtungen lassen sich nicht von der Hand weisen und sollten daher gründlich evaluiert werden. oder offen und integriert Die alternative Sichtweise auf die optimale Europapolitik erklärt den Erfolg der Schweizer Wirtschaft primär mit ihrer internationalen Offenheit sowie mit der starken Integration in die Weltwirtschaft und in den europäischen Binnenmarkt. Von dieser Integration profitieren demnach vor allem die exportorientierten Unternehmen, während die Öffnung der zuvor teils stark kartellisierten Binnenmärkte insbesondere den Konsumentinnen und Konsumenten zugutekommt. Eine Abkehr vom bilateralen Weg würde die Schweiz in die Isolation treiben. Die bisher hervorragend funktionierende Einbettung in die europäischen Absatz- und Zuliefermärkte wäre in gewissen Branchen gefährdet oder zumindest erschwert. Das bilaterale Abkommen über die technischen Handelshemmnisse etwa erlaubt es Schweizer Pharmaunternehmen, Medikamente, die in einem EU-Land zugelassen wurden, ohne weitere aufwendige Zulassungen auch in allen anderen EU-Staaten zu vertreiben. Bilaterale: der goldene Mittelweg Gemäss unserer Einschätzung waren die nach dem EWR-Nein von 1992 aus der Not geborenen bilateralen Verträge ein goldener Mittelweg zwischen den vorgenannten Sicht weisen. Sie ermöglichten der Schweiz eine hohe Integration im europäischen Binnenmarkt. Überdies bewahrte die Schweiz ihre Eigenständigkeit; der politische Einfluss von aussen war relativ gering. Mit der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative ist ein Scheitern des bilateralen Wegs dennoch nicht ausgeschlossen. Worum geht es also, wenn die Schweiz über ihre europapolitische Marschrichtung entscheiden wird? Im Wesentlichen gilt es, abzuwägen, welche Strategie für unser Land langfristig erfolgreicher ist: die Wahrung der wirtschaftspolitischen Unabhängigkeit, starke direktdemokratische und föderale Strukturen sowie ein ausgeprägter Standortwettbewerb im Innern? Oder die wirtschaftliche Öffnung und die Integration im EU-Binnenmarkt, allenfalls um den Preis der schleichenden Aufgabe von politischer Unabhängigkeit und Selbstbestimmung? Kontroverse politische Debatten Die wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Entwicklung eines Landes unter diesen beiden Szenarien über viele Jahre vorherzusehen, gestaltet sich praktisch unmöglich. Dem Entscheid, welcher der bessere Weg ist, werden lange und kontroverse politische Debatten vorangehen. Bis dahin kommt es darauf an, den bilateralen Mittelweg so lange wie möglich zu gehen oder gar weiterzuentwickeln. Daniel Kalt ist Chefökonom Schweiz bei UBS. UBS Outlook Schweiz Die vierteljährliche Konjunkturanalyse von UBS Chief Investment Office Wealth Management erläutert die wichtigsten Wirtschafts- und Finanzdaten und vertieft ein ak tuelles Thema. UBS outlook Thesen Die Analysten von UBS Chief Investment Office WM nehmen in jeder Aus gabe einen Wirtschafts zweig oder ak tuellen Trend un ter die Lupe. Bestellen Sie diese kostenlose Publi kation online. UBS investor s guide Jeden Monat erhalten aktive Anleger aktuelle Informationen und Prognosen, die sie bei ihren Anlageentscheidungen unterstützen. Fragen Sie Ihren Kundenberater. UBS Swiss Real Estate Bubble Index Der UBS Swiss Real Estate Bubble Index analysiert den Schweizer Immobilienmarkt und zeigt die wichtigsten re gionalen Entwicklungen auf. UBS research online Kundinnen und Kunden mit UBS e-banking bekommen im onlineportal von UBS Chief Investment Office WM aktuelle Analysen und Prognosen zu Zinsen, Währungen, Konjunktur, Aktien, Rohstoffen, Immobilien und so weiter. Fragen Sie ihren Kundenberater. UBS research audiocast Hören Sie die Ökonomen und Analysten von UBS im wöchentlichen Podcast zu den jüngsten Entwicklungen in Wirt schaft und Finanzen auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch.

14 14 Wirtschaft und Politik Im Gespräch: die Zukunft von Swiss Made «Nur auf Swiss Made zu setzen, wäre hoch riskant» Swissmem-Präsident Hans Hess diskutiert mit Christine Novakovic über neue Qualitätsanforderungen in der Industrie, das steigende Kostenbewusstsein und die Notwendigkeit, langfristige Partnerschaften einzugehen. Jörg Becher, Adrian Roost (Interview) und Gerry Amstutz (Bild) H err Hess, wo sehen Sie die grössten Stärken der Schweizer Industrie? Hans Hess: Die Schweizer Industrie produziert keine Autos und eher wenig Konsumgüter wie etwa Nespresso-Kapseln. Unsere Stärke liegt in der Herstellung industrieller Maschinen und Anlagen. Überdies sind viele industrielle KMU sehr stark in der Entwicklung und Fertigung qualitativ hochwertiger Zwischenfabrikate und Komponenten, die in Maschinen und Anlagen in- und ausländischer Kunden eingebaut werden. In der Industrie konzentrieren sich besonders KMU oft auf Spezialitäten und Marktnischen dies jedoch rund um den Globus. In diesen Marktnischen sind sie nicht selten Weltmarktführer und zeichnen sich durch hohe Innovation, Qualität, Effizienz und guten Service aus. Schweizer Qualität bleibt demnach gefragt? Hess: Ja, aber der Begriff hat in den vergangenen Jahren eine breitere Bedeutung als das traditionelle «Made in Switzerland» erlangt. Es gibt inzwischen eine Reihe von Attributen, die im Wett- bewerb viel wichtiger sind. Wer glaubt, allein das Herkunftslabel «Swiss Made» garantiere ihm eine gesicherte Zukunft, der fährt eine Hochrisikostrategie. Heute interessiert es nur noch die wenigsten Industrie kunden im Ausland, ob etwas in der Schweiz hergestellt wurde oder nicht. Was sie wollen, ist Innovation, Spitzenqualität, hohe Servicebereitschaft und ein gutes Preis-Leistungs- Verhältnis. Sind die Kunden noch bereit, für überdurchschnittliche Qualität auch mehr zu bezahlen? Christine Novakovic: Die Bereitschaft nimmt zusehends ab, weil die ausländische Konkurrenz nicht schläft. Deshalb müssen sich Schweizer Exporteure vermehrt darum bemühen, ihre Produktlieferungen mit darauf zugeschnittenen After-Sales-Dienstleistungen abzurunden oder zu erweitern. Angenommen, eine bestimmte Komponente geht kaputt. Dann ist es heute entscheidend, dem betroffenen Kunden gleich, ob sich dieser in China, Dubai oder Brasilien befindet möglichst schnell und unbürokratisch ein entsprechendes Ersatzteil liefern zu können. Hess: Früher war es normal, dass eine Firma, die ein qualitativ herausragendes Produkt anbot, am Markt zugleich einen deutlich höheren Preis durchsetzen konnte. Insofern findet derzeit eine Art Paradigmenwechsel statt: Schweizer Unternehmen müssen zwar weiterhin in der Lage sein, innovative, qualitativ hochstehende Produkte auf den Markt zu bringen. Sie müssen diese aber auch zu wettbewerbsfähigen Kosten fertigen können. Unternehmen, denen beides gelingt, haben im globalen Wettbewerb die besten Karten und erwirtschaften zudem noch gute Margen. Gerät der Produktionsstandort Schweiz damit nicht zwischen Hammer und Amboss? Novakovic: Fähige Unternehmer müssen in diesem Umfeld über sich hinauswachsen und bereit sein, gegebenenfalls völlig neue Wege zu gehen, indem sie sich etwa neue Märkte erschliessen und dafür vielleicht auch einmal Lehrgeld bezahlen. Eine zentrale Rolle spielen die Kundenbedürf nisse entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Vereinfacht gesagt, konnte man früher dem Kunden ein Produkt liefern und bekam UBS impulse Für KMU DEZEMBER 2014

15 15 Die Unternehmen müssen verstehen, welche Leistungen in der Wertschöpfungskette ihrer Kunden wichtig sind. Hans Hess, Präsident Swissmem Hans Hess ist Präsident von Swissmem, dem Verband der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, und zudem Verwaltungsrat der Schweizer Industrieunternehmen Kaba, Burckhardt Compression, Comet sowie Reichle & De-Massari. Christine Novakovic leitet bei UBS die Bereiche Firmen- und institutionelle Kunden und Investment Bank Schweiz.

16 16 Wirtschaft und Politik im Gegenzug dafür sein Geld. Heute sind Unternehmer gefordert, sich weitaus intensiver mit dem Geschäftsmodell ihrer Kunden zu be fassen und die eigenen Prozesse darauf abzustimmen. Um einen Abnehmer optimal zufriedenzustellen, muss die Integra tion in dessen Wertschöpfungskette möglichst schnell und reibungslos funktionieren. Muss ein Unternehmer also vermehrt auch die Abnehmer und Vertriebswege seiner Kunden im Auge behalten? Hess: Unbedingt. Je besser ein Unternehmen die Bedürfnisse seiner Kunden kennt und darauf eingeht, desto gefragter sind seine Produkte und Dienstleistungen. Genau das zeichnet viele Schweizer Firmen aus: Sie reagieren flexibel und können daher Kundenwünsche schnell, kreativ und lösungsorientiert erfüllen. Um das zu gewährleisten, müssen die Unternehmen aber erst einmal verstehen, welche Leistungen in der Wertschöpfungskette eines Kunden überhaupt wichtig sind. Wie geht das in der Praxis? Novakovic: Viele Abnehmer von Schweizer Produkten zielen heute darauf ab, Weiterentwicklungen gemeinsam mit ihren Schweizer Zulieferern voranzutreiben. Sie wissen um deren ausgeprägte Innovationskraft und das stetige Streben nach Verbesserung. So arbeiten die Entwicklungsteams auf Lieferanten- respektive Kundenseite immer öfter direkt zu sammen. Solche Kooperationen, welche in erster Linie die spezifischen Bedürfnisse eines Abnehmers zum Inhalt haben, führen zu einer überdurchschnitt lichen Kundenbindung. Letztlich geht es nicht mehr nur um den Verkauf eines Produkts, sondern um eine Partnerschaft, die dem Kunden das Leben erleichtert. Wir erleben heute eine Trendwende, die sich nicht mehr umkehren lässt. Christine Novakovic, Leiterin UBS Firmen- und institutionelle Kunden und Investment Bank Schweiz Wie stellt ein Schweizer Anbieter sicher, dass sich seine ausländischen Zulieferer an die gewünschten Qualitätsstandards halten? Hess: Ein Unternehmer muss sich sorgfältig ein oder zwei geeignete Partner aussuchen und diese mit der Zeit so weit bringen, dass sie die erforderlichen Qualitätsstandards selbstständig beherrschen. Das erreicht er am besten durch eine enge Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten. Und stellt sicher, dass Leistungsmerk male wie Qualität, Schnelligkeit oder Liefertreue, die der Kunde von einem Schweizer Anbieter erwartet, die gesamte Wertschöpfungskette durch ziehen. Das erfordert langfristige strategische Partnerschaften. Das tönt wie Customer Relationship Management mit umgekehrten Vorzeichen. Hess: Genau, man nennt es daher auch Supply Relationship Management. Gelingt es einem Unternehmen nicht, seine Zulieferer auf die eigenen Qualitätsstandards einzuschwören, dann reisst die Kette irgendwo und der Kunde ist mit der gebotenen Leistung nicht mehr zufrieden. Verfügen auch KMU über genügend Know-how und die nötigen personellen Ressourcen, um da mitzuhalten? Novakovic: Im Prinzip ist es, als würde ein Schweizer KMU mit seinen inländischen Kunden eine echte Partnerschaft anstreben, um sich in deren Wertschöpfungskette einzufügen. Heute gilt dies auch auf der Beschaffungsseite, nur sind die Rollen vertauscht: Das Schweizer KMU ist hier nicht der Lieferant, sondern der Kunde, welcher gewährleisten muss, dass er von seinem ausländischen Partnerunternehmen die erforderliche Qua lität geliefert bekommt. Das klingt einleuchtend. Gleichwohl tun sich viele KMU- Betriebe mit den neuen Anforderungen zunehmend schwerer. Novakovic: Als Bank beobachten wir, dass sich manche KMU genau in dem Moment schwertun, wenn sie gezwungen sind, ins Ausland zu expandieren, um beispielsweise vor Ort eine eigene Vertriebs- oder Produktionsgesellschaft zu gründen. Weil sie relativ klein sind, Die wenigsten Industriekunden im Ausland interessiert es, ob etwas in der Schweiz hergestellt wurde oder nicht. Hans Hess, Präsident Swissmem fällt es ihnen oft nicht leicht, im Ausland einen geeigneten Finanzdienstleister zu finden. Bei den meisten internationalen Banken fallen sie aufgrund ihrer geringen Grösse durch die Maschen. Deshalb setzt UBS alles daran, in den wichtigsten Auslandsmärkten mit ihren Basisdienstleistungen präsent zu sein. So müssen sich Schweizer KMU zumindest in Sachen Finanzierung nicht den Kopf zerbrechen, wenn sie ins Ausland gehen. Wo liegen, abgesehen von Finanzierungsfragen, die grössten Minenfelder für kleine und mittlere Firmen? Novakovic: Erfahrungsgemäss haben diejenigen Unternehmer die meisten Schwierigkeiten, welche die Veränderungen in ihrem Umfeld nicht wahrhaben wollen und deswegen zu lange zögern, um nötigenfalls auch drastische Massnahmen zu ergreifen. Im Übrigen kann die Einschätzung, bei den gegenwärtigen Entwicklungen handle es sich nur um vorübergehende Phä nomene, für ein Unternehmen fatale Folgen haben. Wir erleben heute eine Trendwende, die sich nicht mehr umkehren lässt. Um auch künftig erfolgreich zu sein, müssen sich gerade kleine und mittlere Unternehmen öffnen und geeignete Kooperationspartner suchen. Allein werden es viele unter den neuen Rahmenbedingungen nicht schaffen. UBS impulse Für KMU DEZEMBER 2014

17 unternehmen Regeln fürs Vermögen II Komplexe Vermögen von Familien mit vielfältigen Interessen sind nicht einfach zu verwalten. Family Offices und Stiftungen können helfen. 17 des komplexen Vermögens ersparen. Auch steuerliche Aspekte sprechen für eine Unternehmensstiftung. Stiftungen als kontrollierende Eigentümer von Unternehmen haben jedoch zwei gewichtige Nachteile: Erstens ist die Familie als ursprüng liche Eigentümerin ihrer Eigentums- und Überwachungsrechte weitgehend enthoben. Die Stiftung gehört sich schlussendlich selbst. Der Stiftungsrat verfügt über enormen Handlungsspielraum und lässt sich nur schwer von seiner Funktion entbinden. Anreiz- und Kontrollsysteme sind kaum verfügbar. Trotz Stiftungsaufsicht bleibt oft nur der Wunsch, dass sich die Stiftungsräte, besonders nach Ableben des Stifters, integer im Sinne der Begünstigten und für die effiziente Unternehmensführung einsetzen. Stiftungsräte sind quasi Manager ohne Eigentümer. Illustration: Adam Simpson, Porträtillustration: Elizabeth Traynor D ie Wealth Governance oder Verwaltung komplexer Vermögen von Unternehmen mit mehreren Familieneigentümern, die etwa Unternehmensbeteiligungen und Liegenschaften umfassen, ist anspruchsvoll (siehe dazu Beitrag in Ausgabe ). In der Praxis bieten sich Family Offices und Unternehmensstiftungen als Lösungsansätze an doch beide haben ihre Tücken. Family Office Ein Family Office bezeichnet eine Firma, die sich ausschliesslich um die Vermögensfragen der Unternehmerfamilie kümmert. Das bietet Vorteile wie Vertraulichkeit, massgeschneiderte Dienstleistung und Professionali sierung. Ein Family Office hilft auch, die Interessen der einzelnen Familienmitglieder zu koordinieren. Die Kosten eines Family Office sind aber nicht zu unterschätzen und rechnen sich nur bei sehr grossen Vermögen. Die Familie muss zudem sicherstellen, dass sich der Family Officer loyal zur Familie verhält, deren Interessen wahrt und seine Vertrauensposition nicht missbraucht. Somit kann die Familie zwar einen Teil der Aufgaben dele gieren, darf jedoch nie die Aufsicht über das Family Office und die Hauptanlagen aus der Hand geben. Unternehmensstiftung Familienunterhaltsstiftungen sind in der Schweiz verboten, um feudalistische Verhältnisse zu vermeiden. Einige Unternehmer sehen eine Unternehmensstiftung jedoch als Weg, um ihr Lebenswerk über ihren Tod hinaus zu sichern und Streit in der Familie zu verhindern. Sie möchten damit ihr Unternehmen vor dem Zugriff inkompetenter Familienmitglieder schützen oder den Familienmitgliedern die Verwaltung Wenig unternehmerische Freiheit Zweitens sind Stiftungen eng an die Verfolgung des Stiftungszwecks gebunden. Es lässt sich aber bei der Errichtung der Unternehmensstiftung nur begrenzt abschätzen, ob dieser Zweck auch in 25 Jahren noch sinnvoll ist. In einer stetigem Wandel unterworfenen Wirtschaftswelt kann ein gut gemeinter Stiftungszweck beispielsweise in einer bestimmten Branche aktiv zu sein und lokale Arbeitsplätze zu sichern die unternehmerische Handlungsfähigkeit behindern. Zudem sind Stiftungsräte von Gesetzes wegen gehalten, eher konservativ zu agieren. Aber Risiken einzugehen, stellt einen unverzicht baren Bestandteil jeder unternehmerischen Tätigkeit dar. Es bleibt unbestritten, dass Unternehmensstiftungen über ihre sozialen Tätigkeiten viel Gutes tun. Auch mag es Rechtsräume geben, in denen sich Stiftungen flexibler strukturieren lassen. Aber aus den genannten Gründen eignen sie sich nur beschränkt als Haupteigentümer von Unternehmen. Thomas Zellweger lehrt Betriebswirtschaft an der Universität St. Gallen und leitet dort das Center for Family Business.

18 18 Unternehmen Lösung: Kartenterminal SumUp PIN+ Ohne Bargeld zahlen Dienstleister müssen up to date sein. Hansjörg Wallisers Kunden können Gleitschirm-Tandemflüge bequem mit dem mobilen Karten terminal SumUp PIN+ bezahlen. Kaspar Meuli (Text) und Thomas Stöckli (Bilder) Allzeit bereit: Viele Touristen zahlen lieber mit Karte statt Bargeld. Wenn sie bei Hansjörg Walliser einen Tandemflug mit dem Gleitschirm erleben möchten, hat er das mobile Kartenterminal SumUp PIN+ im Fluggepäck dabei. B estes Flugwetter auf der First hoch über Grindelwald. Blauer Himmel, leichter Gegenwind und eine Postkartensicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Ein Gleitschirm nach dem anderen hebt vom Startplatz bei der Gondelbahnstation ab, wo auch der Tandemschirm von Hansjörg Walliser ausgebreitet im Gras liegt. Die Anweisungen an seinen Fluggast sind kurz und klar: «Eins, zwei, drei, joggen und einfach weitermachen, bis wir in der Luft sind.» Der Passagier wird an die Gurten geschnallt, ein letzter Tipp «Fotografieren ist okay, aber vergiss nicht, den Flug zu geniessen.» und los gehts. Kaum weiss der junge Mann aus Kalifornien, wie ihm geschieht, hebt der Schirm vom Boden ab, gewinnt an Höhe, der Pilot zieht nach rechts zum Bachläger-Wasserfall und dreht bald majestätisch seine Runden über dem Waldspitz. 20 Minuten später endet der Traum vom Fliegen mit einer sanften Landung auf der frisch gemähten Wiese neben dem Hotel Bodmi am Dorfrand von Grindelwald. «Eine supergute Sache!» Neuerdings steckt in der Jackentasche des ehemaligen Wettkampfpiloten ein zusätzliches Gerät: Neben dem Variometer, das Steigen und Sinken anzeigt, dem Smartphone als Kommunikationsmittel und der auf einer Stange montierten Kamera für die Erin nerungsbilder hat Walliser auch ein mobiles Kartenterminal dabei. Das handliche Gerät nennt sich SumUp PIN+ und überzeugt den Flugunternehmer rundum. «Eine supergute Sache, sen sationell!» Die meisten Touristen wollten heute bargeldlos bezahlen, erklärt er seine Begeisterung. «Wir bieten einen attraktiven Kundenservice und wollen diese Ansprüche erfüllen.» Tatsächlich: Nach der Landung erzählt der begeisterte Kalifornier, er und seine Freundin hätten beim Buchen des Flugs speziell nach den Zahlungsmöglichkeiten gefragt. «Wenn immer möglich, bezahlen wir mit Kreditkarte, denn als Tourist mit Bargeld ist man leichte Beute für Diebe.» UBS impulse Für KMU DEZEMBER 2014

19 19 Es geht ganz einfach: Der Anbieter verbindet SumUp PIN+ mit seinem Smartphone oder Tablet, der Kunde bestätigt die Zahlung mit seiner PIN, fertig. Hansjörg Walliser setzte als Inhaber der Firma Air-Sport im bernischen Niederbipp schon vor einigen Jahren auf mobile Kartenlesegeräte und war nur bedingt zufrieden. Bei Kreditkartengeräten musste er sich telefonisch vergewissern, dass die Karten tatsächlich gedeckt waren. Und ein mobiles Abrechnungsgerät für Debitkarten, das er sich später zulegte, empfand er als zu teuer. Es kostete mehrere Tausend Franken und brachte zusätzlich wiederkehrende Ausgaben für eine SIM-Karte. Umso mehr überzeugen ihn die Vorteile des mobilen Bezahlverfahrens, das UBS als erste Bank in der Schweiz zusammen mit SumUp, dem Spezialisten für Kartenzahlungssysteme, lanciert hat. Einfacher gehts nicht: den handlichen Kartenleser mit dem eigenen Smartphone oder Tablet verbinden, und schon können die Kunden bezahlen. Diese bestätigen die Transaktion mit PIN oder Unterschrift und erhalten auf Wunsch eine Quittung via oder SMS zugestellt. Und nicht zu ver gessen: Als SumUp-Benutzer fallen für Hansjörg Walliser keine monatlichen Kosten oder Mindestgebühren pro Transaktion an. Verrechnet wird nur eine Kommission (siehe Box). Nicht nur das Inkasso hat sich grundlegend verändert, seit der gelernte Spengler Hansjörg Walliser ins Gleitschirmbusiness eingestiegen ist. Als er 1989 seine Firma gründete, die neben Schulung auch Ausrüstung und Gleitschirmreisen anbot, lebte er gut in einer Nische. «Doch auf einmal fand ich mich in einem Verdrängungsmarkt wieder», zieht er Bilanz. «In der Schweiz existieren heute 115 Flugschulen; 50 wären genug für die Leute, die tatsächlich fliegen lernen wollen.» Neue Geschäftsfelder So hat der Berner für seine Firma, die mehrere Freelancepiloten beschäftigt, neue Geschäftsfelder aufgebaut: die Tandemflüge etwa, die heute rund einen Drittel zum Sommergeschäft von Air-Sport beitragen. Immer wichtiger werden auch Gruppenevents, zum Beispiel ein Tandemflug als Höhepunkt eines Firmenausflugs. «Ein gemeinsames Erlebnis weckt grosse Emotionen und verbindet ein Team.» An Bedeutung gewinnt zudem das Geschäft mit Fluggutscheinen. Die beinhalten zwar manchmal einen ganzen Tag in der Luft, doch Extras wie die Bergbahnen muss der Beschenkte selbst bezahlen. Auch in solchen Fällen, berichtet Hansjörg Walliser schmunzelnd, komme sein mobiles Bezahlgerät wie gerufen. Denn seine Kunden könnten alles bei ihm mit Karte bezahlen. SumUp PIN+ Master Award für SumUp PIN+ bei den Best of Swiss Apps 2014! Die Vorteile des mobilen Kartenterminals SumUp PIN+ auf einen Blick: Einfach installiert. In nur drei Schritten ist das mobile Karten terminal einsatzbereit: online registrieren auf SumUp- App auf Smartphone oder Tablet herunterladen und installieren. Fast wie Bargeld. Autorisierung und Zahlungen werden in Echtzeit verarbeitet. Die Auszahlung auf das UBS-Bankkonto erfolgt innert drei bis sechs Werktagen. transparenz. Elektronische Kaufund Transaktionsbelege für Kunden auf Wunsch per oder SMS. Günstige Konditionen. Für Zahlungen mit Kreditkarte fällt eine Kommission von 2,5, für Zahlungen mit Debitkarte von 1,5 Prozent des Rechnungsbetrags an. Exklusivangebot für UBS-Kunden. Noch bis 31. Dezember 2014 ist das mobile Kartenterminal SumUp PIN+ zum Vorzugspreis von 69 statt 99 Franken erhältlich. Mehr auf

20 20 Unternehmen Lösung: UBS Leasing Showtime mit Kalkül Um Superstars und Top events in Szene zu setzen, ist für Skynight oft nur das beste Equipment gut genug. Mit Leasing hat die Genfer Firma ihre Risiken fest im Griff. Kaspar Meuli (Text) und Cédric Widmer (Bilder) F ür einen Unternehmer im Showgeschäft wirkt das Büro von Nicolas Walser erstaunlich nüchtern. Mit einer Ausnahme: Eine leicht verblichene Grossaufnahme zeigt den Skynight-Chef in Jugendjahren auf Skiern beim Abstieg in einem steilen Couloir. Abenteuerlustig war der Physikstudent aber nie unüberlegt. Manchmal brauchte es drei, vier Anläufe, bis die Bedingungen für eine Extremabfahrt stimmten. Genauso risikobewusst wie früher in den Bergen verhält sich Nicolas Walser heute im Geschäftsleben. Investitionsentscheide für kostspielige Geräte werden genau abgewogen. «Neues Equipment schaffen wir nie aufs Geratewohl an. Am Anfang steht immer ein Kundenwunsch. Dann prüfen wir, ob mit Folgeaufträgen zu rechnen ist.» Bei der neuesten Grossanschaffung, einer 100 Quadratmeter grossen LED-Leinwand, stand fest, dass sie der belgische Popstar Stromae auf seiner Europatournee einsetzen würde. Erworben hat Skynight dieses rund eine Million Franken teure technische Wunderwerk über einen Leasingvertrag mit UBS eines von gegenwärtig 20 laufenden Leasings mit der Bank. «Wir müssen technisch top sein, manche unserer Kunden wollen stets die innovativsten Produkte», verrät Nicolas Walser. «Das zwingt uns, den Gerätepark laufend zu erneuern; mit Eigenmitteln allein könnten wir das nicht finanzieren.» Zudem passten die flexiblen Bedingungen und die massgeschneiderten Lösungen von UBS Leasing perfekt zu den Bedürfnissen seiner Firma. Geheimrezept moitié-moitié Über die Jahre hat sich bei Skynight folgende Praxis etabliert: Die eine Hälfte der Investitionen finanziert die Firma mit Leasing, die andere mit Eigenmitteln. Und: Alle geleasten Geräte werden vollständig amortisiert und gehören nach Ablauf des Vertrags dem Unternehmen. Am Firmensitz vor den Toren Genfs hat sich ein beeindruckender Gerätepark angesammelt. In einer gewaltigen Lagerhalle stapeln sich Gerüstelemente, Scheinwerfer, Ton anlagen und Hunderte von weiteren Utensilien, die eine perfekte Bühnentechnik erfordert, zum Beispiel ganze Batterien von Lautsprechern. 220 Stück hat Skynight geleast, als sie den Zuschlag zur Beschallung von vier Fussballstadien an der Euro 2008 erhielt. Seither sind 100 davon regelmässig am Montreux Jazz Festival im Einsatz und 88 der rund Franken teuren Boxen werden gerade für einen bedeutenden Klimakongress in Peru bereitgestellt. Die Anfänge des mittlerweile grössten Anbieters von Bühnentechnik in der Romandie reichen weit zurück. UBS impulse Für KMU DEZEMBER 2014

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