Protokoll der Einwohnergemeindeversammlung

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1 Protokoll der Einwohnergemeindeversammlung Datum: Donnerstag, 30. Juni 2011 Ort: Zeit: Vorsitz: Protokoll: Stimmenzähler Mehrzweckhalle Fuchsrain, Möhlin Uhr bis Uhr Fredy Böni, Gemeindeammann Dieter Vossen, Gemeindeschreiber Nicole Jirasko, Andreas Burckhardt, Uli Frei, Pia Lichtin Präsenz: Stimmberechtigte gemäss Stimmrechtsregister 6278 Für die endgültige Beschlussfassung der Sachgeschäfte erforderliche Stimmenzahl (20 %) 1256 Anwesend laut Ausweiskontrolle 197 Absolutes Mehr 99 Sämtliche Beschlüsse unterstehen - mit Ausnahme der Einbürgerungen - dem fakultativen Referendum. 76

2 Traktandenliste 1. Protokoll 2. Einbürgerungen 3. Rechnung 2010 / Rechenschaftsbericht 4. Kreditabrechnungen a) Landkauf und Projektierung Doppelkindergarten Breiti 2 b) Schulbauten Primar- und Bezirksschule - Schulpavillon Fuchsrain - Umbau Zeichensaal Fuchsrain in zwei Schulzimmer - Umbau Truppenunterkunft Schallen in Zeichensaal 5. Kreditbegehren über Fr für Aufstockung Schulpavillon 2 Fuchsrain 6. Kreditbegehren über Fr für die Studie «Turnraumplanung Steinli» 7. Kreditbegehren Ausbau und Sanierung Haldenstrasse a) Fr für die Strassensanierung inkl. Strassenentwässerung b) Fr für die Erweiterung und Erneuerung der Wasserleitung 8. Verschiedenes Aktenauflage Die Gemeindeversammlungsunterlagen lagen vom 01. bis 30. Juni 2011 in der Abteilung Kanzlei und Dienste zur Einsichtnahme durch die Stimmberechtigten öffentlich auf. Ebenfalls konnten die meisten Unterlagen während dieser Zeit auf der Homepage heruntergeladen werden. Gemeindeammann Fredy Böni begrüsst die anwesenden Einwohnerinnen und Einwohner zur Gemeindeversammlung. Willkommen geheissen werden auch die Vertreter der Presse. Mit Ausnahme der Abstimmungen über die Einbürgerungen unterstehen sämtliche Beschlüsse dem fakultativen Referendum. 77

3 1. Protokoll der letzten Versammlung vom 9. Dezember 2010 Das Protokoll der letzten Einwohnergemeindeversammlung wurde durch die Finanzund Geschäftsprüfungskommission geprüft. Der Gemeinderat sowie die Finanz- und Geschäftsprüfungskommission beantragen dieses zu genehmigen. In der Versammlungsvorlage sind die gefassten Beschlüsse aufgeführt. Keine Wortmeldungen. Antrag: Abstimmung: Das Protokoll der Einwohnergemeindeversammlung vom 9. Dezember 2010 sei zu genehmigen. In offener Abstimmung wird das Protokoll mit einer grossen Mehrheit genehmigt. 2. Einbürgerungen Gemeindeammann Fredy Böni verweist auf die einzelnen Einbürgerungsgesuche in der Botschaft und stellt fest, dass in der Vergangenheit stets geheim über die Einbürgerungen abgestimmt wurde und der Gemeinderat dies auch in Zukunft so handhaben und der Versammlung beantragen möchte. Sollte jemand mit diesem Vorgehen nicht einverstanden sein, müsste er einen Antrag stellen. Der Vorsitzende stellt die einbürgerungswilligen Personen kurz vor. Die Diskussion ist dazu jeweils offen. Das Wort zu dem zur Diskussion gestellten geheimen Abstimmungsverfahren wird nicht benützt, weshalb der Vorsitzende die Zustimmung der Versammlung voraussetzt. Kein Referendum Die Beschlüsse über die Zusicherung des Gemeindebürgerrechts unterstehen in jedem Fall nicht dem fakultativen Referendum. Dies ergibt sich aus dem Urteil des Bundesgerichtes, wonach über Einbürgerungen nicht an der Urne entschieden werden darf. Für die heutige Gemeindeversammlung wurden insgesamt 7 Gesuche um Zusicherung des Gemeindebürgerrechts eingereicht. Nach Prüfung der Gesuchsteller durch die Einbürgerungskommission und den Gemeinderat musste 1 Gesuch wegen ungenügender Sprachkenntnisse zurückgestellt werden. 78

4 2.1 Bewerber: Fernando Girisha Mario Adresse: Kraftwerkstrasse 58 Geburtsjahr: 1989 Staatsangehörigkeit: Sri Lanka Beruf: Student In der Schweiz seit: 1992 In Möhlin seit: 2005 Keine Wortmeldungen. Abstimmungsergebnis: Eingelangte Stimmzettel 194 Leere Stimmzettel 8 Ungültige Stimmzettel -- In Betracht fallende Stimmzettel 186 Davon haben gestimmt mit Ja 154 Nein Bewerberin: Mateo Reyes Daibelis Adresse: Vogelsangweg 1 Geburtsjahr: 1990 Staatsangehörigkeit: Dominikanische Republik Beruf: Sachbearbeiterin In der Schweiz seit: 2000 In Möhlin seit:

5 Keine Wortmeldungen. Abstimmungsergebnis: Eingelangte Stimmzettel 193 Leere Stimmzettel 8 Ungültige Stimmzettel -- In Betracht fallende Stimmzettel 185 Davon haben gestimmt mit Ja 150 Nein Bewerberin: Merklinger Jana Adresse: Vogesenstrasse 10 Geburtsjahr: 1995 Staatsangehörigkeit: Deutschland Beruf: Sekundarschülerin In der Schweiz seit: Geburt In Möhlin seit: Geburt Keine Wortmeldungen. Abstimmungsergebnis: Eingelangte Stimmzettel 194 Leere Stimmzettel 13 Ungültige Stimmzettel -- In Betracht fallende Stimmzettel 181 Davon haben gestimmt mit Ja 165 Nein 16 80

6 2.4 Bewerberin: Merklinger Lisa Adresse: Vogesenstrasse 10 Geburtsjahr: 1992 Staatsangehörigkeit: Deutschland Beruf: Gymnasiastin In der Schweiz seit: Geburt In Möhlin seit: Geburt Keine Wortmeldungen. Abstimmungsergebnis: Eingelangte Stimmzettel 194 Leere Stimmzettel 6 Ungültige Stimmzettel -- In Betracht fallende Stimmzettel 188 Davon haben gestimmt mit Ja 170 Nein Bewerber: Salii Arton mit Kind Ezana Adresse: Breitistrasse 12 Geburtsjahre: 1986 und 2011 Staatsangehörigkeit: Mazedonien Beruf: Isolierspengler In der Schweiz seit: 1995 In Möhlin seit:

7 Keine Wortmeldungen. Abstimmungsergebnis: Eingelangte Stimmzettel 192 Leere Stimmzettel 9 Ungültige Stimmzettel -- In Betracht fallende Stimmzettel 183 Davon haben gestimmt mit Ja 141 Nein Bewerber: Toccariello Carlo Adresse: Neumattstrasse 21 Geburtsjahr: 1996 Staatsangehörigkeit: Italien Beruf: Bezirksschüler In der Schweiz seit: Geburt In Möhlin seit: 1999 Keine Wortmeldungen. Abstimmungsergebnis: Eingelangte Stimmzettel 194 Leere Stimmzettel 7 Ungültige Stimmzettel - In Betracht fallende Stimmzettel 187 Davon haben gestimmt mit Ja 163 Nein 24 82

8 Antrag: Allen aufgeführten Bürgerrechtsbewerber-/innen sei das Gemeindebürgerrecht der Gemeinde Möhlin zuzusichern. 3. Rechnung 2010 / Rechenschaftsbericht Vizeammann und Ressortchef Lukas Fässler erläutert und würdigt das gute Rechnungsergebnis zusammenfassend, wie dieses auch unter den Erläuterungen zu den Verwaltungsrechnungen in der Botschaft dargestellt ist, und präsentiert im Detail, wie es aus den Sachgruppen der Verwaltungsrechnung und der Investitionsrechnung zum vorliegenden Resultat gekommen ist. Speziell wird mit einigen Folien auf die finanzielle Lage der Gemeinde hingewiesen. Daniel Jirasco, Präsident Finanz- und Geschäftsprüfungskommission: Die Finanz- und Geschäftsprüfungskommission hat die Jahresrechnung für das Rechnungsjahr 2010 eingehend geprüft. Wie bereits im Vorjahr wurden die Aufgaben im Zusammenhang mit der Rechnungsprüfung zwischen der externen Revision, d.h. der Firma Gruber + Partner und der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission aufgeteilt. Bei der Prüfung der Jahresrechnung stand die Finanz- und Geschäftsprüfungskommission in engem Kontakt mit dem Gemeinderat und der Finanzverwaltung. Für die vollständige Beantwortung unserer Fragen und die transparente Informationserstattung möchte ich mich namens der Kommission beim Gemeinderat und bei der Abteilung Finanzen an dieser Stelle ausdrücklich bedanken. Insgesamt ist es dem Gemeinderat und der Abteilung Finanzen gelungen, in einem schwierigen Umfeld eine gute Jahresrechnung vorzulegen. Das aktuelle Umfeld wird uns die Aufgabe, die Gemeindefinanzen im Lot zu halten, jedoch nicht einfacher machen. Daher werden wir auch in den kommenden Jahren darauf achten müssen, die Ausgaben in Grenzen zu halten, ohne notwendige Investitionen zu vernachlässigen. Wir haben uns vergewissern können, dass der Gemeinderat die finanzpolitischen Aspekte und die künftigen Entwicklungen, welche finanzpolitisch in nächster Zukunft auf uns zukommen, sehr ernst nimmt und hier vorsichtig und vorausschauend handelt. Die im Rechnungsjahr 2010 beschlossene Plafonierung des Nettoaufwandes sowie die Budgetierung für das Jahr 2011 sind beste Beispiele hierfür. Die Aufgabe der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission besteht darin, die Jahresrechnung zu prüfen und zu beurteilen. Für den Inhalt und das Ergebnis der Jahresrechnung ist der Gemeinderat verantwortlich. Bei unserer Beurteilung haben wir uns auf die Prüfungsergebnisse der externen Revisionsstelle gestützt. Die externe Revision hat die Bestandesrechnung, die Investitionsrechnung sowie die Abteilung 9 «Steuern» der laufenden Rechnung geprüft. Wir haben die Detailkonti und Zusammenzüge sowie die übrigen Angaben der Jahresrechnung auf der Basis von Stichproben geprüft. Aufgrund dieser Prüfungen bestätigen wir, dass die Buchhaltung sauber und übersichtlich geführt ist, dass die Bestandesrechnung und die Verwaltungsrechnung mit der Buchhaltung übereinstimmen und dass die Buchführung, die Darstellung der 83

9 Vermögenslage und die Jahresrechnung den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Wir empfehlen daher der Einwohnergemeindeversammlung die Genehmigung der Jahresrechnung. Nachdem die frei gegebene Diskussion nicht benützt wird, lässt der Präsident der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission, Herr Daniel Jirasko, über die Jahresrechnung 2010 abstimmen. Antrag: Die Finanz- und Geschäftsprüfungskommission empfiehlt die Jahresrechnung 2010 zu genehmigen. Abstimmung: In offener Abstimmung wird die Jahresrechnung 2010 mit einer grossen Mehrheit genehmigt. 4. Kreditabrechnungen Vizeammann Lukas Fässler erläutert die Kreditabrechnungen. Es wird auch auf die Bemerkungen zu den Abrechnungen in der Botschaft verwiesen. Kreditabrechnungen a) Fr. 960' für Landkauf und Projektierung Doppelkindergarten Breiti 2 Beschluss Gemeindeversammlung vom Aktivierung auf Konto CHF 88' Aktivierung auf Konto CHF 767' Aktivierung auf Konto CHF 57' Total Bruttoanlagekosten CHF 913' Verpflichtungskredit CHF 960' Kreditunterschreitung CHF - 46' (Abweichung: 4.84 %) Einnahmen Dritte CHF 0.00 Einnahmen Beiträge Kanton und Bund CHF 0.00 Nettoinvestitionen CHF 913'

10 b) Fr. 1'030' für Primar- und Bezirksschule (Schulpavillon Fuchsrain, Umbau Zeichnungssaal Fuchsrain in Schulzimmer, Umbau Truppenunterkunft Schallen in Zeichnungssaal) Beschluss Gemeindeversammlung vom Aktivierung auf Konto CHF 891' Total Bruttoanlagekosten CHF 891' Verpflichtungskredit CHF 1'030' Kreditunterschreitung CHF - 138' (Abweichung: %) Einnahmen Dritte CHF 0.00 Einnahmen Beiträge Kanton und Bund CHF 0.00 Nettoinvestitionen CHF 891' Die Minderaufwendungen sind zum grössten Teil auf die kostengünstigeren Arbeitsvergaben gegenüber dem Kostenvoranschlag sowie der Wiederverwendung von altem Schulmobiliar zurückzuführen. 85

11 Daniel Jirasco, Präsident Finanz- und Geschäftsprüfungskommission: Namens der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission möchte ich zu den uns zur Prüfung vorgelegten Kreditabrechnungen wie folgt Stellung nehmen: Die Finanz- und Geschäftsprüfungskommission hat die Kreditabrechnungen zum Landkauf und Projektierung Doppelkindergarten Breiti und zur Primar- und Bezirksschule geprüft. Wir konnten erfreut zur Kenntnis nehmen, dass in beiden Fällen der bewilligte Kredit nicht ausgeschöpft werden musste. Die Aufgabe der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission besteht darin, die Kreditabrechnungen zu prüfen und zu beurteilen. Für den Inhalt und das Ergebnis der Kreditabrechnungen ist der Gemeinderat zuständig. Die Prüfung der Kreditabrechnungen erfolgte auf der Basis von Stichproben. Aufgrund dieser Prüfungen bestätigen wir, dass die Rechnungen detailliert, übersichtlich und einwandfrei geführt sind, dass alle von uns überprüften Belege ordnungsgemäss verbucht sind und dass in beiden Fällen die Unterschreitungen der Kredite begründet wurden und wir diese Begründungen nachvollziehen können. Wir empfehlen daher der Einwohnergemeindeversammlung, die beiden Kreditabrechnungen zum Landkauf und Projektierung Doppelkindergarten Breiti und zur Primar- und Bezirksschule zur Annahme. Ich schlage vor, die beiden Kreditabrechnungen in einer Abstimmung zu genehmigen. Verlangt jemand, dass wir über die beiden Kreditabrechnungen getrennt abstimmen? Nachdem das Wort nicht verlangt wird, lässt der Präsident der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission darüber abstimmen. Antrag: Den vorstehenden Kreditabrechnungen Positionen a) und b) sei die Genehmigung zu erteilten. Abstimmung: In offener Abstimmung wird den vorstehenden zwei Kreditabrechnungen mit grossem Mehr zugestimmt. 5. Kreditbegehren über Fr für die Aufstockung des Schulpavillons Fuchsrain 2 Gemeinderätin Bernadette Kern erläutert die neue Gesamtsituation über die Schulraumplanung und den Schulraumbedarf mittels speziellen Folien. Anschliessend erläutert sie das Kreditbegehren im Detail mittels Präsentation. Markus Fäs, Präsident SP Möhlin: Besten Dank für die Ausführungen von Gemeinderätin Bernadette Kern. Ich möchte im Namen der SP Möhlin folgendes zu Protokoll geben: Die Gründe für den Verpflichtungskredit, so wie ihn Bernadette Kern präsentiert hat, scheinen uns stichhaltig und zwingend. Die Gespräche mit dem Schulpflegepräsidenten und einzelnen Lehrern, welche von dieser Erweiterung betroffen wer- 86

12 den, haben uns davon überzeugt, dass diese sinnvoll und nötig ist. Was uns halt einmal mehr stört, ist, dass dieses Geschäft notfallmässig bewilligt werden muss, ansonsten wir nachher in einen «Hammer» laufen werden. Frau Kern hat es gesagt und ich möchte sie auch gerne daran erinnern, dass wir vor anderthalb Jahren diesen Pavillon bewilligt haben. Der Pavillon wurde in diesem Schuljahr in Betrieb genommen. Das Schuljahr ist noch nicht einmal fertig und nun müssen wir schon über eine Aufstockung befinden. Wir haben vor anderthalb Jahren die mangelnde Schulraumplanung kritisiert, anscheinend wurde hier nicht nachgebessert. Wir anerkennen die Schwierigkeiten der Schulraumplanung. Die Gründe, welche von Frau Kern genannt wurden, die interkommunalen mit den Gemeinden im Möhlintal ist eine Schwierigkeit. Trotzdem darf es unserer Meinung nach nicht dazu führen, dass alle 2 Jahre wieder für eine Pavillonerweiterung oder für einen neuen Pavillon ein notfallmässiger Kredit gesprochen werden muss. Diese Pavillons sind in erster Linie eine Landverschwendung, sind nicht schön und letztendlich sind sie unserer Meinung nach eine Geldverschwendung, weil sie nicht nachhaltig sind. Aus diesen Gründen wünschen wir, dass der Gemeinderat dies ernst nimmt und jetzt schaut, was auf uns zukommt. Die Gründe, welche von Frau Kern genannt wurden, Kleeblatt, das Modell 6/3, welches demnächst zur Abstimmung gelangt, hat jetzt alles keine Rolle gespielt. Es waren andere Gründe wie scheinbar wachsende Schülerzahlen und andere Lernformen. Vor anderthalb Jahren hat man dies ja schon gesehen und gewusst. Die Schulraumplanung muss deshalb dringendst nachgebessert werden. Gemeinderätin Bernadette Kern: Ich möchte betonen, dass es sich beim Pavillon um einen hochwertigen Bau handelt. Man weiss, dass sehr viele Gemeinden auf diese Bauweise zurückgreifen, weil sie relativ schnell realisiert werden kann und trotzdem eine sehr gute Qualität aufweist. Wir haben vor anderthalb Jahren, als wir den Kredit für den Pavillon beantragt haben, eigentlich bereits gewusst, dass wir wieder in Raumnot gelangen werden. Wir wussten aber damals noch nicht, was die mit den Talgemeinden ergeben werden. Wir haben aber vorsorglich den Pavillon so gebaut, dass man ihn problemlos aufstocken kann. Darum ist er vielleicht auch ein wenig teurer geworden. In diesem Sinne haben wir bereits vorausgedacht. Dr. Edgar Knecht, Schulpflegepräsident: Ich war froh, dass ich mich mit Markus Fäs einmal intensiv über dieses Geschäft habe unterhalten können, denn es ist wirklich eine komplexe Sache. Es ist klar, dass wir alle gerne ein neues Schulhaus gebaut hätten. Aber unter den Planungsvoraussetzungen des Kantons war dies schlicht nicht möglich. Wenn wir nicht wissen, wieviele Jahre Primarschule und wieviele Jahre Oberstufe, was für eine Oberstufe, welche mit dem Tal verhängt ist und wenn man nicht weiss, was in der Oberstufe wo geführt wird, dann können wir nicht einfach Schulhäuser ins «Blaue» hinaus bauen. Ich habe schon einmal an der a.o. Gemeindeversammlung darauf hingewiesen, dass dies mit dem Schülerwachstum insofern schwierig ist, sofern man den Rand des Glases erreicht hat es wenig braucht, dieses zum Überlaufen zu bringen. Ich halte ein vom datiertes Blatt in Händen. Wenn man dieses projeziert und genau betrachtet, sieht man, dass man die Planung in 3 Phasen vorgesehen hat. Aber diese 3 Phasen sind alle mit grossen Unsicherheiten behaftet. Und als letztes Beispiel um aufzuzeigen wie schwierig sich die Schulraumplanung gestaltet: die Schulpflege hat an und für sich vor anderthalb Jahren beschlossen, integrative Schulung einzuführen. Dafür wären 2 bis 3 Schulzimmer notwendig gewesen. Es hat sich jedoch in diesen anderthalb Jahren herausgestellt, dass der Kanton noch nicht soweit ist. Die Schulpflege hat deshalb vor zehn Tagen beschlossen, diese Einführung zu sistieren, weil man einfach noch nicht soweit ist 87

13 und die Rahmenbedingungen dazu noch nicht stimmen. Wir müssen im Moment einfach mit sehr vielen ungewissen Faktoren planen. Im Weiteren ist auch entscheidend, was und wo man baut. Wir glauben, dass wir planmässig im Bereich der Mitte des Dorfes etwas realisieren mussten, denn in diesem Gebiet gibt es keine Landreserven, die es erlauben würden, ein neues Schulhaus zu bauen. So wie es wird, sind dies keine Provisorien. Das was wir jetzt in einer 1. Etappe realisiert haben und das, was wir in der 2. Etappe realisieren werden, sind Räumlichkeiten, welche wir sehr gut gebrauchen können und sicher einige Jahre durch unsere Schülerinnen und Schüler benützt werden können. Die Volksabstimmung hat immer noch nicht stattgefunden. Dass heisst wir müssen so planen, dass wir eventuell 5 Jahre Primarschule und 4 Jahre Oberstufe haben. Dann haben wir ein Problem bei der Bezirksschule, denn die Bezirksschule ist am Überlaufen. Der Zeichnungssaal ist voll ausgelastet. Eine Klasse mehr bedingt, dass wir einen neuen Raum für das Zeichnen benötigen. Oder es kommt die Variante 6 Jahre Primarschule und 3 Jahre Oberstufe. Dann benötigen wir zusätzlichen Raum für die Primarschule und der Raum für die Bezirksschule reicht knapp. Weil wir beide Varianten zu planen haben, haben wir diese am gleichen Ort zu planen. Aus diesen Gründen macht jetzt die Aufstockung des Pavillons Sinn, auch wenn ich ihnen gestehen muss, dass auch ich lieber ein neues Schulhaus gehabt hätte. Aber ich glaube, dies ist zweckmässig, sinnvoll und auch vom ökonomischen Standpunk aus betrachtet etwas, was für die Gemeinde Möhlin tragbar ist. Gemeindeammann Fredy Böni: Ich möchte dem Vorwurf einfach noch entgegnen, dass wir nicht planen würden. Wir befassen uns seit dem Jahr 2006 intensiv mit der Schulraumplanung. Wir hatten ein Bildungskleeblatt, welches aufgebauscht und Studien gemacht wurden. Wir mussten planen, sollte dieses Bildungskleeblatt angenommen werden und dann reagieren können, da die Einführungsfrist sehr schnell vorgesehen war. Das Resultat der Abstimmung ist Ihnen ja bekannt. Und dann ist nichts mehr gegangen. Jetzt hat man es neu angepackt und die Planung musste nun wieder aufgenommen werden. Die Gemeinde Möhlin hat keine Raumreserven, um kleine Schwankungen aufnehmen zu können, wie dies Dr. Edgar Knecht bereits gesagt hat. Die Volksschule Aargau ist aufgegleist, gleichzeitig verbunden mit einer Reduktion der Schülerzahl auf die einzelnen Schulen. Dies bedeutet wiederum eine Herausforderung, sollten die Schülerzahlen gesenkt werden. Die Aufstockung des Pavillons ist ein Notfall. Der Gemeinderat hat sich dies auch lange überlegt. Aber wir kamen zur Auffassung, dass wir die Schulpflege jetzt unterstützen müssen und Ihnen diesen Vorschlag unterbreiten sollten. Es erfolgen keine weiteren Wortmeldungen. Antrag: Abstimmung: Für die Aufstockung des Schulpavillons Fuchsrain 2 mit zwei Schulzimmern sei ein Verpflichtungskredit von Fr zu bewilligen. In offener Abstimmung wird der Kredit mit grosser Mehrheit genehmigt. 88

14 6. Kreditbegehren über Fr für die Studie «Turnraumplanung Steinli» Vizeammann Lukas Fässler stellt das Kreditbegehren mittels einer Präsentation im Detail vor. Er orientiert über die aktuelle Situation der Planung und über die Gründe für eine Erweiterung des Turnraumbedarfs. Die Arbeitsgruppe Schulraumplanung hat verschiedene Varianten bezüglich der Realisierung einer neuen Turnhalle geprüft. Die Erweiterung der bestehenden Steinli-Sporthalle in eine Dreifachturnhalle musste u.a. aus statischen Gründen und von der Grösse der einzelnen Hallen wegen fallengelassen werden, da diese nicht den geforderten Normen entsprächen. Der Umbau käme im Rahmen einer Grobkostenschätzung auf ca. Fr. 1,5 Mio. zu stehen, was nicht im Verhältnis zum Nutzen stehen würde. Bei Variante 2, Doppelturnhalle mit einem Modularbau würde der Bedarf der Schule zwar gedeckt, hingegen der Vereine nicht. Eine Erhebung durch die Vereine, welche die Hallen jetzt belegen, hat gezeigt, dass der Bedarf bei 148 Flächen liegt. Total stehen jedoch aktuell nur 90 Flächen zur Verfügung. Beim Bau einer 2-fach Halle hätte man noch 28 Flächen und bei einer 3- fach Halle 13 Flächen zu wenig. Der Bedarf der Vereine bei einer 2-fach-Turnhalle würde somit nicht gedeckt. Er erläutert im Detail die Vorteile einer 3fach-Halle gegenüber einer 2-fach-Halle. Aus all diesen Überlegungen hat sich die Arbeitsgruppe einstimmig für den Bau einer 3-fach-Turnhalle entschieden und der Gemeinderat hat diesem Entscheid zugestimmt. Es ist geplant, den Projektierungskredit im Juni 2012 und den Baukredit im Dezember 2012 zu beantragen. Im August 2015 sollte schlussendlich die Halle fertig erstellt sein. Wir sind überzeugt, mit dieser Planung etwas Gutes erreichen zu können. Andreas Fischer Bargetzi, Grüne Möhlin: Wir von den Grünen haben uns eingehend mit diesem Geschäft auseinandergesetzt. Sport ist wichtig und Vereine haben eine grosse integrative Wirkung gerade in einem Dorf wie Möhlin, welches mit einem derart starken Wachstum konfrontiert ist. Wir möchten deshalb diesen Kredit unterstützen, möchten aber den Stimmberechtigten zu denken geben, dass wir hier von einem Geschäft reden, welches Fr. 7,5 Mio. kosten wird. Gemäss meinen Recherchen liegen wir damit eher noch an der unteren Grenze. Die 3-fach-Turnhallen, welche in letzter Zeit in der Umgebung gebaut wurden, kosteten zwischen Fr. 7,5 Mio. und Fr. 12 Mio..Die Halle kann also durchaus noch höhere Kosten verursachen. Ich möchte deshalb die Vereine ermutigen, dass sie sich auf die Suche nach Drittmitteln machen. Ich kenne ein Beispiel aus Dagmarsellen, welche vor ca. 15 Jahren eine neue Dreifachturnhalle benötigten. Der TV Dagmarsellen hat sich bereit erklärt, an diesen Bau etwas beizusteuern. Durch ihr Netzwerk haben sie Sponsoren gesucht, welche namhafte Beiträge geleistet haben. Es ist z.b. für einen Turnverein viel leichter, Sponsoren zu suchen als für eine Gemeinde. Ich möchte den Turnverein und auch Volley Möhlin ermuntern zu überlegen, wie sie etwas dazu beisteuern könnten. Denn die Vereine wissen, dass die Gemeinde eigentlich nur eine Zweifachturnhalle benötigte, welche 20% günstiger wäre als die jetzt vorgeschlagene. Ich habe lange in Basel Volleyball gespielt. Dass Vereine während der Woche und auch an Wochenenden die Hallen gratis benutzen können, ist keine Selbstverständlichkeit. Das mag hier und in der Umgebung so sein. In Basel hingegen muss jeder Stunde, welcher der Vereine die Halle benutzt, egal ob Junioren oder Erwachsene, bezahlt werden. Dies ist ein massiver Betrag, den die Vereine jedes Jahr an die Stadt Basel zu zahlen ha- 89

15 ben. Wir haben hier den Luxus, dass die Vereine die Anlagen gratis benützen dürfen. Ich finde dies richtig, aber ich erwarte, dass sich die Vereine überlegen, wie sie ihren Beitrag dazu leisten können. Vizeammann Lukas Fässler: Wir sind in der Phase der Grobkostenschätzung. Die Kostenschätzung hat einen Genauigkeitsgrad von +/- 20%, wie Grobkostenschätzungen immer haben. Was wir sicher prüfen, ist die Zusprechung von Geldern von der Sport-Toto-Gesellschaft. Es ist tatsächlich so, dass es für die Vereine in unserer Gemeinde bezüglich der Anlagennutzung attraktiv ist. Wir haben uns diesbezüglich im Gemeinderat auch schon darüber unterhalten, ob es richtig ist, den Vereinen die Anlagen weiterhin gratis zur Verfügung zu stellen. Wir sind aber bis heute der Meinung, dass dies unser Beitrag an eine gesunde Entwicklung unserer Jugend ist. Ich war vor zwei Wochen mit meinen Kindern an einem Schülerturnier im Steinli mit über 700 Personen, welche miteinander gespielt haben. Es ist richtig und wichtig, dass man diesen Zusammenhalt und das Miteinander fördert, sei das über Sport oder Musik usw.. Aber selbstverständlich müssen wir auch schauen, dass wir das ganze auch finanzieren können, wie ich es bei der Darstellung der Rechnung erwähnt habe. Wir setzen uns sehr seriös mit den zukünftigen Finanzströmen auseinander und diskutieren diesbezüglich auch Lösungsansätze. Gemeindeammann Fredy Böni: Sie haben es gehört und sie haben sich auch schon länger zumindest geistig mit diesem Projekt beschäftigen können. Wir haben nämlich in den Finanzplanungsunterlagen in den vergangenen 5 Jahren diese Halle immer wieder aufgeführt und wir müssen diese nun einfach bauen oder zuminderst vorerst einmal planen. Es ist ein Kraftakt für die Gemeinde Möhlin, da hat Herr Fischer absolut recht. VA Lukas Fässler hat es gesagt, dass es uns auch bezüglich der Integration geht. Es geht aber nicht nur um die Neuzuzüger, es sind auch sehr viele im Tal, welche hier zur Schule gehen und sich in Vereinen integrieren können. Und es ist nicht nur der Turnverein, es ist auch Volley Möhlin, der Damenturnverein, der Frauenturnverein, stattliche Vereine, welche die Hallen einmal benützen möchten. Wir meinen, dass dies wieder ein Schritt in die Zukunft ist. Hier kann ich das Argument von Herrn Fäs vielleicht aufnehmen, dass dies sicher eine weitsichtige Planung ist. Es erfolgen keine weiteren Wortmeldungen. Antrag: Abstimmung: Für den Studienauftrag «Turnraumplanung Steinli» sei ein Verpflichtungskredit von Fr inkl. MWST zu bewilligen. In offener Abstimmung wird der Kredit mit grosser Mehrheit genehmigt. 90

16 7. Kreditbegehren für den Ausbau und die Sanierung Haldenstrasse a) Fr für die Strassensanierung/-entwässerung b) Fr für die Erweiterung/Erneuerung Wasserleitung Gemeinderat Thomas Freiermuth erläutert das Kreditbegehren anhand einer Präsentation im Detail. Er weist insbesondere auf die Projektänderung im Bereich ausserhalb des Baugebietes hin, welche aus zeitlichen Gründen nicht mehr in der Botschaft dargestellt werden konnte. Auf Anregung der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission soll der kombinierte Fuss- und Veloweg ausserhalb des Baugebietes nun der Hangkante entlang geführt werden. Diese neue Linienführung wurde einstimmig durch die Verkehrkommission gutgeheissen. Gemeinderat Thomas Freiermuth erläutert die markanten Vorteile, welche sich durch die neue Linienführung des kombinierten Fuss- und Veloweges ergeben. Bernhard Scholl, FDP Möhlin: Ich rede im Namen von Markus Böhringer, Präsident der FDP Möhlin, welcher heute abend verhindert ist. Ich möchte zu diesem Geschäft Folgendes sagen: Wir haben am 15. Juni dieses Geschäft mit den anderen Traktanden diskutiert und sind zum Schluss gekommen, dass das Projekt bezüglich der 3 ersten Ziele, welche in der Botschaft definiert sind, nämlich die Verkehrssicherheit für Fussgänger und Radfahrer auf der Haldenstrasse und in die Einmündung, die Aufwertung der Buslinie 89, dies ist die Linie Rheinfelden in die Industrie Möhlin und zurück, nicht genügend ist. Wir haben darum in der Partei beschlossen, einen Rückweisungsantrag für dieses Geschäft zu stellen. Jetzt haben Sie heute abend gehört, dass nach 2 Jahren Planung nun eine bessere Lösung vorliegt. Das ist eine brauchbare und pragmatische Lösung, hat aber immer noch die «Kröte», dass wenn man vom Wolfgalgen kommt und links abbiegen möchte, dies immer noch nicht geht. Ich habe auch keine Lösung und ich verlange hier nicht ein 2 Millionen-Kredit für eine Unterführung für Velos oder Fussgänger. Ein Kreisel würde die Sache auch nicht gerade besser machen, zudem würde der Kanton dies nicht erlauben. Das andere ist das Buskonzept, das gefällt mich noch nicht. Die Bushaltestellen sind jetzt langsam am richtigen Ort, aber der Bus steht immer noch inmitten der Strasse und die Leute stehen in Regen draussen. Ich weiss nicht genau, wie das dort gelöst wird. Wir stellen heute abend keinen Rückweisungsantrag. Wir sehen ein, dass dies nun die bessere Lösung ist und vermutlich die Pragmatischste ist und wir hoffen, dass der Gemeinderat über das Buskonzept noch ein wenig nachdenkt. Gemeinderat Thomas Freiermuth: Zum Buskonzept kann gesagt werden, dass die Leute sicher nicht im Regen stehen werden. Es ist vorgesehen einen Unterstand zu erstellen wo die Leute vom Regen geschützt werden; dasselbe gilt für den Abgang beim Friedhof. Andreas Fischer Bargetzi, Grüne Möhlin: Wir von den Grünen haben dieses Projekt ebenfalls sehr genau angeschaut und wir möchten eigentlich den Rückweisungsantrag wirklich stellen. Wir sind zwar nicht prinzipiell gegen jeglichen Strassenbau und wir sehen ein, dass die Haldenstrasse dringend saniert werden muss. Aber wir haben das Gefühl, dass an diesem Projekt noch einiges verbessert und geändert 91

17 werden kann. Wir sind nicht einmal überzeugt, ob es dort einen Radweg braucht. Ich weiss nicht, wer die Hinausfahrt auf der Haldenstrasse benutzen soll. Es ist jetzt schon eng zwischen dem Hang und dieser Schallschutzmauer und ich denke, dass es vielleicht eine bessere Lösung gibt, wenn man z.b. die Rheinfelderstrasse ausbauen würde und vorne dann eine Einmündung machen würde in den bestehenden Veloweg. Das mag von den Grünen ein wenig komisch tönen aber wir sind von diesem Veloweg nicht überzeugt. Und zweitens kostet die Strasse nicht 3 Millionen sondern 3,5 Millionen, weil der Gemeinderat ja die Liegenschaft für Fr gekauft hat. Dieser Kauf wurde wohlgemerkt an einer früheren Gemeindeversammlung nicht genehmigt und der Gemeinderat hat dann später diese Liegenschaft in seiner Kompetenz einfach erworben. Und wenn ich dieses Projekt jetzt betrachte mit dieser neuen Einmündung stellt sich die Frage, was wir mit diesem Flecken Land dort machen. Dies verliert total den Wert, dort kann man nichts mehr Sinnvolles bauen. Wer will schon zwischen diesen Strassen bauen. Denn die Rheinfelderstrasse wird ja nicht aufgehoben, sie wird nur geschlossen und bleibt weiterhin bestehen, damit zu der Holzhandlung weiterhin angeliefert werden kann. Also auch hier wieder eine halbe Million mehr für die Strasse, damit wir eine neue Einmündung haben in die Breiti. Wir haben auch das Gefühl, dass dieses Projekt im Hinblick auf eine allfällige Einzonung im Gebiet Breiti gedacht wäre. Mit einer Rückweisung des Projektes kann man jetzt einmal zuwarten bis man weiss, was in der Breiti wirklich passieren wird. In einem späteren Zeitpunkt können wir immer noch zu einem besseren Projekt ja sagen. In diesem Sinne stellen wir einen Rückweisungsantrag zu diesem Projekt. Gemeinderat Thomas Freiermuth: Vielleicht kurz zu der Situation, dass man mit diesem Land nichts mehr anfangen könne. Dem ist natürlich nicht so, auch wenn die Strasse dort hindurch führt. Was Peter Gebert in den nächsten 4 oder 5 Jahren macht, ist auch noch nicht bekannt. Er benötigt natürlich diese Strasse im Moment noch, weil er hier sein Gewerbe betreibt. Dass heisst, dass diese Strasse verkehrstechnisch nur noch für Peter Gebert von Bedeutung ist und für die andere Liegenschaft. Bezüglich des Radweges kann gesagt werden, dass ich hier jede Woche einmal hindurch fahre und dabei nicht der Einzige bin. Wir wissen, dass diese Strasse von Radfahrern nicht hoch frequentiert wird. Aber von der Enge her kann gesagt werden, dass die Strasse vorher mit einer Fahrbahnbreite von 7,5 Metern geplant war. Durch die Verlegung des Radweges auf die andere Seite beträgt die Fahrbahnbreite noch 6 Meter. Dann kommt noch der Grünstreifen von 1,5 Metern dazwischen und der kombinierte Rad- und Fussgängerweg von 2,5 Meter Breite. Wir haben das Gefühl, dass man mit diesem Grünstreifen sauber von der Fahrbahn getrennt wird. Robert Mahrer: Ich möchte zuerst etwas Positives sagen. Ich möchte dem Gemeinderat danken, dass er hier gratis Wasser verteilen lies. Scheinbar hat es genützt, als ich einmal etwas darüber gesagt habe. Ich bin jetzt natürlich überrascht worden von dieser neuen Variante, welche nun vorgestellt wurde. Ich halte mich an die Broschüre, welche ich erhalten habe und auf dies reagiere ich. Ich möchte betonen, dass ich nichts gegen den Ausbau der Haldenstrasse habe, nur habe ich etwas dagegen, wie man es macht. Dass die Strasse saniert werden muss, weiss man schon lange. Ich frage die zuständigen Leute der Gemeinde, warum man die Baubewilligung für die Überbauung Ambiente erteilt hat, bevor die Strasse fertig ausgebaut wurde. Normalerweise erstellt man zuerst die Infrastruktur, da gehört auch der Strassenbau dazu. Erst dann erteilt man die Baubewilligung. Mir tun die Bewohner dort leid, welche den Lärm, den Gestank und den Staub während dem Ausbau dieser Strasse auszuhalten 92

18 haben. In der Broschüre steht geschrieben, dass von der Überbauung Ambiente bis zur Landstrasse ein Geh- und Veloweg realisiert werde. Das ist positiv und da habe ich nichts dagegen. Nur etwas stört mich, nämlich dass man 35 Meter vor der Landstrasse die Haldenstrasse von rechts nach links zu überqueren hat. Also hier begreife ich die Planer nicht. Dass die nicht sehen, wie gefährlich dies ist. Das ist unfallgefährlich, denn der Verkehr auf der Haldenstrasse nimmt stetig zu. Darum stelle ich den Antrag, dass man den Geh- und Veloweg rechts bis zur Landstrasse weiterführt und für die Fussgänger und Velofahrer eine Unterführung baut. Ich bin Velofahrer. Dann machen wir einmal etwas für die Verkehrssicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer. Ich weiss, es ist ein happiger Betrag, aber ein Menschenleben kann man nicht mit Geld abgelten. Denn die Landstrasse trotz der Schutzinsel zu überqueren, ist lebensgefährlich, meine Damen und Herren. Denn dort wird mit 80 bis 100 Km vom Wolfgalgen hinab auf diese Kreuzung gefahren. Ich habe einmal vor Jahren, als dieser schwere Unfall mit der Schülerin passierte, den Antrag in einem Leserbrief gestellt, dort Tempo 60 zu signalisieren, vom Kreisel bis zum Dorfeingang. Weder die Gemeinde noch der Kanton haben reagiert. Nehmen Sie sich ein Beispiel von Rheinfelden. Dort ist vom Salmen bis zum Salmenweiher Tempo 50 und vom Salmenweiher bis zum Kreisel Tempo 60 signalisiert. Diese Distanz ist zweimal länger und dort geht es scheinbar auch. Aber bei uns wurde nicht reagiert. Dieser Unfall hat mir schwer zu Denken gegeben. Ich bitte Sie, liebe Anwesende, dem Antrag zuzustimmen. Dann müssen wir uns später keinen Vorwurf gefallen lassen, wenn auf dieser Kreuzung ein schwerer Unfall passiert und dass es in Zukunft nicht heisst, Möhlin verblüht. Besten dank im Voraus für Ihre Unterstützung. Gemeinderat Thomas Freiermuth: Besten Dank für die Ausführungen. Zu der Querung 35 Meter vor der Einmündung ist zu sagen, dass wir dies nun ja geändert haben. Die Querung wird jetzt innerorts geplant. Die Querung der Landstrasse ist sicher gefährlich, das wissen wir. Ein Kreisel kommt für den Kanton aber nicht in Frage und eine Unterführung kostet einfach sehr viel Geld. Die geplante Insel wird natürlich den Verkehr beruhigen. Hansjörg Keller: Ich frage mich als einfacher Bürger, welcher jeden Tag dort hindurch fährt. Wieso kann man hier keinen Kreisel machen? Vorher ist ein Kreisel und oben war auch ein Kreisel geplant. Überall in der Schweiz werden Kreisel geplant und hier heisst es einfach lapidar, der Kanton will nicht. Das verstehe ich als einfacher Bürger nicht, weil beim anderen Kreisel, bei welchem wir am Morgen und am Abend immer Stau haben, der Veloweg auch in den Kreisel führt. Dort kann man problemlos als Fussgänger und Velofahrer die Strasse überqueren. Dies wäre die einfachere Lösung als die komplizierte Variante, welche heute vorliegt. Gemeinderat Thomas Freiermuth: Ich kann Ihnen versichern, dass wir den Kreisel auch gerne gehabt hätten. Der Kanton sagt einfach, dass der Kreisel zu nahe am anderen Kreisel zu stehen käme und da es eine Kantonsstrasse ist, hat der Kanton darüber zu entscheiden. Der Kanton behauptet, dass sich bei einem Kreisel der morgentliche Verkehr aus Möhlin und dem Tal noch mehr zurück stauen würde, als dies bereits beim jetzigen Kreisel beobachtet werden kann. 93

19 Roland Rehmann: Sind die Kosten für dieses neue Projekt, welches jetzt vorgestellt wurde, gleich hoch wie für das ursprüngliche Projekt. Stimmen diese Fr oder sind es dann nicht plötzlich Fr. 3,2 Millionen. Gemeinderat Thomas Freiermuth: Die Strasse wird wegen dieser Projektänderung auf keinen Fall teurer. Es gibt Einsparungen bei der Kofferung usw. Der beantragte Kredit wird nicht überschritten werden. Wolfgang Heger: Mir gehört das Land an der Haldenstrasse ab Einfahrt Villa Simsa bis zur Einmündung in die Haldenstrasse. Es stimmt, der Gemeinderat war bei mir um die «Variante rechts» mit mir zu besprechen. Von der «Variante links» höre ich hier zum erstenmal. Ich hätte gerne gewusst, wieviel Land ich abgeben muss bevor ich hier über eine neue Variante abstimmen kann. Gemeinderat Thomas Freiermuth: Es ist klar, dass für die neue Variante erneut Landverhandlungen aufgenommen werden müssen. René Berger, Abteilungsleiter Bau und Umwelt: Wie Sie vom Zeitplan her gesehen haben, war diese Projektüberarbeitung eine schnelle Aktion. Wir haben dem Gemeinderat unterbreitet, dass wir für den Strassenabschnitt, bei welchem die Landerwerbsverhandlungen mit Ihnen auch stattgefunden haben, im Nachgang zu dieser Versammlung wieder aufgenommen werden und das Projekt als Baugesuch neu aufgelegt wird. Das heutige Projekt ist im betroffenen Abschnitt auch nicht mehr rechtsgültig. Alle mit sämtlichen Grundeigentümern, welche dort betroffen sind, werden wieder geführt. Wolfgang Heger: Kann man denn schon abstimmen, wenn die noch nicht geführt sind? René Berger, Abteilungsleiter Bau und Umwelt: Wir stimmen nicht grundsätzlich über das Ausführungsprojekt ab, sondern über das grundsätzliche Projekt. Letztlich relevant ist für die Grundeigentümer eigentlich die Baugesuchsauflage, bei welcher der Grundeigentümer seine Rechte vollumfänglich wahrnehmen kann. Wolfgang Heger: Ich hätte trotzdem gerne gewusst, wie viele Quadratmeter ich abgeben muss. René Berger, Abteilungsleiter Bau und Umwelt: Ich muss Ihnen sagen, dass ich die Details nicht sagen kann. So wie ich es in Erinnerung habe, hat man einen Teillanderwerb von Ihnen und einen gewissen Ausgleich im oberen Bereich, aber die m2 kann ich Ihnen nicht sagen. 94

20 Gemeindeammann Fredy Böni: Grundsätzlich ist richtig, was gesagt wurde. Wir haben miteinander verhandelt und das Projekt hat nun eine Wendung genommen. Ich bin eigentlich stolz darauf, dass dies noch irgendwie möglich war. Es war wirklich so, dass eine gute Idee kam und das Projektierungsbüro dies in dieser Art nicht realisiert hat. Ich beauftragte nachher die involvierten Personen, diese Idee aufzunehmen. Nach meinem Dafürhalten ist es die bessere Lösung mit positiven Konsequenzen. Eine dieser Konsequenzen ist nämlich, dass die Strasse nicht mehr 7 Meter sondern 6 Meter breit wird und wir einen Grünstreifen zur Sicherheit der Fussgänger und dem Langsamverkehr erstellen. Beim Kanton haben wir auch abgeklärt, ob auf der Landstrasse im Bereich der Kreuzung eine 50er-Tafel gestellt werden könnte. Auch dies ist nicht möglich, weil im Ausserortsbereich keine 50er-Tafeln gestellt werden dürfen. Im Ausserortsbereich gilt Tempo 80. Die 50-er Tafel darf erst bei der Siedlung eingangs Dorf plaziert werden, so die Auskünfte der Verkehrsexperten aus Aarau. Der neueste Trend ist ja derjenige, dass man sämtliche Tafeln abschaffen möchte. Dies hoffe ich nicht, denn das würde nicht gut herauskommen. Wir haben mit allen Grundeigentümern bezüglich «dem alten Projekt» verhandelt. Das Projekt wurde nun neu überarbeitet und wir werden mit den betreffenden Personen neu verhandeln müssen. Natürlich ist es nicht üblich, dass wir ein Projekt ändern, wenn Sie bereits eine Botschaft haben. Wie gesagt, konnten wir diese aus zeitlichen Gründen nicht mehr ändern. Ich hoffe auf Ihr Verständnis und entschuldige mich bei den Landeigentümern, dass sie bis heute nichts von uns gehört haben. Robert Mahrer: Wir sind heute abend angenehm oder unangenehm überrascht worden von einem neuen Projekt. Das habe ich noch nie erlebt, dass eine Broschüre keine Gültigkeit mehr hat und der Gemeinderat umschwenkt und eine neue Variante vorstellt. Ich bin damit nicht einverstanden. Ich halte nach wie vor an meinem Antrag fest, dass rechts der Geh- und Radweg bis zur Landstrasse geführt wird und eine Unterführung für die Fussgänger und Radfahrer gebaut wird. Denken Sie ein wenig an die Zukunft. Der Verkehr nimmt immer mehr zu. Wenn wir das bauen, haben wir uns später keine Vorwürfe zu machen, dass wir nichts gemacht haben, wenn einmal schwere Unfälle an dieser Stelle passieren. Gemeindeammann Fredy Böni: Die Verkehrskommission hat sich nochmals intensiv mit dem neuen Projekt beschäftigt. Die Verkehrskommission kam zum Schluss, dass dies die bedeutend bessere Variante ist und hat dem Gemeinderat empfohlen, diese Variante heute auch vorzuschlagen. Wir haben versucht, die Sicherheit so gut als möglich zu berücksichtigen. Aber es tut mir auch leid, die Landstrasse gehört nicht uns. Bereits früher, als es um den Kreisel Chäppelichrüz ging, wurde mit dem Kanton über einen allfälligen Kreisel an diesem Ort verhandelt. Wir können uns nicht über die Landeigentümerin hinwegsetzen und sagen, wir machen das jetzt einfach. Uns ist es bewusst, dass es nicht die beste Lösung ist. Die Sicherste wäre eine Unterführung, doch wie gesagt, das kostet 2 Millionen mehr. Die zweitbeste Lösung wäre der Kreisel, welcher vom Kanton mehrmals abgelehnt wurde. Und die hier vorliegende, so meinen wir, ist die drittbeste Lösung, welche wir Ende 2012 realisieren könnten. 95

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