Übersicht über die Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung

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1 1 Gesundheitswesen im Umbruch Wettbewerbsvorteile durch neue Technologien und Kooperationen Szczecin, 29. November 2006 Übersicht über die Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung Thomas Keck Abteilung Rehabilitation Erstellt: Ref. 8011, Grundsatzreferat Recht der Rehabilitation und Teilhabe am Arbeitsleben

2 2 Gliederung Geschichte, Aufgaben und Struktur der Rentenversicherung Rehabilitation in Deutschland Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung Leistungen zur Medizinischen Rehabilitation Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

3 3 Geschichte der deutschen Sozialversicherung 1881: Kaiserliche Botschaft auf Vorschlag von Reichskanzler Otto v. Bismarck Gründung einer gesetzlichen Unfallversicherung und einer Alterssicherung für Arbeiter

4 4 Geschichte der Deutschen Sozialversicherung 1883: Krankenversicherungsgesetz 1889: Invaliditäts- und Alterssicherungsgesetz 1912: Gründung Reichsversicherungsanstalt für Angestellte 1953: Gründung Bundesversicherungsanstalt für Angestellte Okt 2005: Organisationsreform; Zusammenschluss zur Deutschen Rentenversicherung

5 5 Aufgaben der Deutschen Rentenversicherung Soziale Sicherung durch Rentenzahlung Im Alter (ab 65 Jahre, ab 2012 schrittweise Anhebung auf 67 Jahre) Für Hinterbliebene (Witwen, Waisen) Bei Verlust oder teilweiser Minderung der Erwerbsfähigkeit Rehabilitation

6 6 Struktur der Deutschen Rentenversicherung (seit ) Träger Versicherte* Rentner** Rehabilitanden*** Deutsche RV Bund 18,3 Mio. 9,5 Mio Deutsche RV Knappschaft Bahn - See 0,7 Mio. 1,2 Mio Regionalträger 15,8 Mio. 13,1 Mio Quelle: VDR Statistik * nur aktiv Versicherte ** alle Rentenarten *** nur medizinische Rehabilitation

7 7 Was heißt Rehabilitation? Rehabilitation = Wiederherstellung von (Körper-) Funktionen Rehabilitation = Integration in: - Erwerbsleben (medizinische und berufliche Reha.) - Familie (medizinische Rehabilitation) - Gesellschaft (soziale Rehabilitation) Rehabilitation = Teilhabe von Menschen mit Behinderungen

8 8 Leistungsträger für Rehabilitation in Deutschland Träger Anzahl der Träger Ziele der Reha Ausgaben 2005 Deutsche Rentenversicherung 18 Wiederherstellung Erwerbsfähigkeit ca. 4,0 Mrd. Euro Gesetzliche Krankenversicherung ca. 280 Vermeidung von Pflegebedürftigkeit und Behinderung ca. 2,4 Mrd. Euro* Gesetzliche Arbeitslosen versicherung 1 Vermeidung von Arbeitslosigkeit Ca. 0,5 Mrd. Euro** Gesetzliche Unfallversicherung 55*** Beseitigung von Gesundheitsschäden nach Arbeitsunfall oder Berufskrankheit Ca. 3,1 Mrd. Euro * Leistungen zur med. Reha und Prävention ** nur Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben *** ohne Unfallkassen des Bundes, der Länder und Gemeinden

9 9 Ziel der Rehabilitation der Rentenversicherung Adressaten: Erwerbstätige Versicherte Ziel: Dauerhafte Eingliederung in Beruf und Erwerbsleben Leistungsspektrum der Rehabilitation entscheidend! Bei Erfolglosigkeit der Rehabilitation = Anspruch auf Rente wegen Erwerbsminderung Grundsatz Rehabilitation vor Rente Prinzip der Risikozuordnung

10 10 Voraussetzungen für Reha-Leistungen durch die Rentenversicherung Erfüllung von Anwartschaftszeiten Reha-Bedarf = Erhebliche Gefährdung der Erwerbsfähigkeit wegen Krankheit oder Behinderung Reha-Fähigkeit = Körperliche und seelische Belastbarkeit für Rehabilitation Reha-Prognose = Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit erscheint möglich Antrag

11 11 Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe der Rentenversicherung Leistungen zur medizinischen Rehabilitation Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (= berufliche Rehabilitation) Übergangsgeld (Lohnersatzleistungen) Sonstige und ergänzende Leistungen (z.b. Nachsorge)

12 12 Ausgaben der Deutschen Rentenversicherung Bund für Rehabilitation (im Jahr 2005; in Mio. Euro) Med. Reha LTA Entgeltersatzleistungen

13 13 Medizinische Rehabilitation: Anträge und Bewilligungen Anträge Bewilligungen

14 14 Indikationsspektrum der medizinischen Rehabilitation 2005 andere Krankheiten 3% Krebserkrankungen 22% Kh. d. Stoffw./ Verdauungsorg. 4% Psych. Erkrankungen 14% Suchterkrankungen 3% Kh. d. Bewegungsorgane 38% Kh. d. Nervensystems 3% Kh. d. Kreislaufsystems 9% Kh. d. Atmungsorgane 4%

15 15 Indikationsentwicklung medizinische Rehabilitation Kh. der Bewegungsorgane Krebserkrankungen Psychosomatik/Sucht Herz-Kreislauf-Kh

16 16 Geschlechtsspezifische Unterschiede im Krankheitsspektrum der medizinischen Rehabilitation % 40% Männer n = Frauen, n = % 32% 30% 20% 10% 22% 23% 7% 4% 10% 16% 6% 12% 4% 4% 5% 3% 6% 6% 0% Neubildungen Sucht Psychosomatik Nervensystem Herz-/Kreisl.sys. Atmungsorgane Bewegungsorgane andere Krankh. Quelle: Infosys - Bewilligungen

17 17 Kapazitäten für medizinische Rehabilitation Stationäre Reha-Einrichtungen: 382* Ambulante Reha-Einrichtungen: 144 Durchschnittlich belegte Betten: ** *inkl. eigene Reha-Zentren ** inkl. Eigene Reha-Zentren und Kinder-Reha

18 18 Ambulante medizinische Rehabilitation Krebs Herz-/Kreislauf Sucht/Psychosom. Orthopädie Quelle: Infosys, Bewilligungs-Statistik

19 19 Steuerungsaufgaben der Rentenversicherungsträger Gesetzliche Vorgaben Bestimmung u.a. von Art und Umfang der Leistung Grundsatz: Rehabilitationsleistung im Inland Leistungsort im Ausland möglich wenn, Qualität, Wirksamkeit wie Inland > dabei wirtschaftlicher Entwicklung einheitlicher Vorgaben und Vertragsinhalte durch Rentenversicherungsträger

20 20 Inhalte einer medizinischen Rehabilitation (I) Beginn der Rehabilitation: Ärztliche Diagnostik, Behandlung und Beratung, Einstellung der Medikation Gemeinsame Festlegung der individuellen Ziele der Rehabilitation Erstellung des Rehabilitationsplanes

21 21 Inhalte einer medizinischen Rehabilitation (II) Hauptbestandteile: Physikalische Therapie (u. a. Krankengymnastik, Bewegungstherapie) Gesundheitstraining/Rückenschule Ernährungsberatung/Diätküche Psychologische Betreuung Soziale und berufliche Beratung (z.b. durch Reha-Berater vor Ort) Gesundheitsbildung (Förderung der Krankheitsbewältigung durch Schulung und Wissensvermittlung)

22 22 Inhalte einer medizinischen Rehabilitation (III) Abschluss: Abschlussgespräch beim zuständigen Reha-Arzt Sozialmedizinische Begutachtung Anregung von Nachsorgeleistungen (IRENA) Nach Ende unmittelbar: Stufenweise Wiedereingliederung Nachsorge (IRENA) Einleitung von LTA

23 23 Regelmäßige Dauer der medizinischen Rehabilitation (stationär und ambulant) Somatische Indikationen: 3 Wochen Psychosomatik: 4 6 Wochen Abhängigkeitserkrankungen: 8, 12, 16 Wochen Individuelle Anpassung der Verweildauer jederzeit nach Bedarf möglich!

24 24 Besonderheiten der medizinischen Rehabilitation - Zusammenfassung Rehabilitation erfolgt ganzheitlich Besondere sozialmedizinische Kompetenz erforderlich Durchführung in stationären Reha-Einrichtungen oder in ambulanten Reha-Zentren Breites Indikationsspektrum Bewilligung erfolgt regelmäßig für 3 Wochen

25 25 Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben Beispiele: Arbeitserprobung/Abklärung der beruflichen Leistung Berufsvorbereitung Qualifizierungsmaßnahmen (z.b. Umschulungen) Arbeitsplatzausstattungen (z.b. Arbeitsassistenz, Kraftfahrzeughilfen) Eingliederungszuschüsse Leistungen in Werkstätten für behinderte Menschen Mobilitätshilfen (z.b. Fahrkostenbeihilfe)

26 26 Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben: Anträge und Bewilligungen Anträge Bewilligungen

27 27 Rehabilitation lohnt sich! Leistungs- bzw. Erwerbsfähigkeit der Rehabilitanden wird gesteigert Befinden und Lebensqualität der meist chronisch Kranken wird verbessert Mehrheit der Rehabilitanden kann beruflich (wieder-) eingegliedert werden Ausgaben in anderen Sektoren des Gesundheitswesens werden verringert

28 28 Gesundheitswesen im Umbruch Wettbewerbsvorteile durch neue Technologien und Kooperationen Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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