Der Inhouse-Lawyer als Krisenmanager im Datenschutz. Dr. Tobias Hemler General Counsel DACH/TT Amadeus Germany GmbH

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1 Der Inhouse-Lawyer als Krisenmanager im Datenschutz Dr. Tobias Hemler General Counsel DACH/TT Amadeus Germany GmbH 11 1

2 You can't defend. You can't prevent. The only thing you can do is detect and respond. Bruce Schneier (*1963) American cryptographer & computer security specialist 2

3 Cat & Mouse Game 3

4 The Hackers Motivation just 4 fun cheap travel sabotage phising data collection defacing botnets damage to image criminal gain 4

5 Ruin the Hackers Business Case! IDS / IPS Firewalls Web Application Firewall Filter Technology 5

6 Ablauf Unmittelbare, schnelle Information an die Rechtsabteilung notwendig! Panne nach der Panne: Information kommt bei der Rechtsabteilung erst Tage später an Können Informations-und Reaktionsfristen noch eingehalten werden? Test: Sind Sie im Unternehmen richtig aufgestellt? 6

7 Planung und Ablauf der Kundenkommunikation Klärung so schnell wie möglich Krisenstab bilden Kommunikation Verträge prüfen (welche Zusicherungen gibt es? SLA?) Checkliste für Informationen der Aufsichtsbehörden 7

8 Klärung so schnell wie möglich: 1. Was ist passiert? Von wem? 2. Seit wann? 3. Welche Daten sind betroffen? 4. Sind personenbezogene Daten dabei? 5. Sind Kreditkarten betroffen? 6. Wer betreibt das Rechenzentrum? 7. Wie hat das Unternehmen davon erfahren? 8. Besteht die Gefahrenlage weiter? Wie? Von Wem? 9. Maßnahmen zur Minderung negativer Folgen? 8

9 Planung und Ablauf der Kundenkommunikation Klärung so schnell wie möglich Krisenstab bilden Kommunikation Verträge prüfen (welche Zusicherungen gibt es? SLA?) Checkliste für Informationen der Aufsichtsbehörden 9

10 Krisenstab bilden Geschäftsführung Operations Development Legal Externer Support notwendig: Kanzlei / forensisches Unternehmen Public Relationship(ggf. externe Krisenprofis hinzuziehen) IT Security Datenschutzbeauftragter Notfall/Krisenplan gemäß BDSG (Teil der sog. Organisatorisch Technische Maßnahmen) 10

11 Planung und Ablauf der Kundenkommunikation Klärung so schnell wie möglich Krisenstab bilden Kommunikation Verträge prüfen (welche Zusicherungen gibt es? SLA?) Checkliste für Informationen der Aufsichtsbehörden 11

12 Kommunikation Wichtig: 1. Keine Korrespondenz, Pressemitteilung, offiziellen Telefonate mit betrieblichen Datenschutzbeauftragten von Kunden oder Behörden ohne Beteiligung der Rechtsabteilung/Datenschutzbeauftragten. 2. Abstimmung von Krisen Q & A Aufklärung soweit möglich + sinnvoll Vertrauen schaffen (Message wenn möglich: Situation ist unter Kontrolle) Hilfestellung geben z. B. wenn 11-Verhältnis: Musterschreiben für die Auftraggeber zur Erfüllung der Informationspflicht Deeskalierung (Shit Storm vermeiden!!!) Beruhigung der Öffentlichkeit 12

13 Kommunikation Presse Briefing Kanalisierung, Meinungsführerschaft übernehmen Kernbotschaften übermitteln Situation ist im Griff Kreis der Betroffenen ist klein etc. Ziel der Pressearbeit Raus aus der Presse Management von Selbstdarstellung abhalten, sofern Neigung besteht! Nur gravierende Fehler korrigieren (Rechtsabt. sollte presserechtlichen Maßnahmen nur als ultimaratio ergreifen, meist folgt sonst der Shit Storm). 13

14 Kommunikation 3. Klären wer zu informieren ist: a) Polizei (Cyber Crime Abteilungen der LKA, nicht lokale Kripo) Zusammenarbeit erhöht Chance der Schadensminderung, Ergreifung Polizei, Dein Freund und Helfer! Strafanzeige stellen b) Aufsichtsbehörden Personenbezogene Daten? ( 42a BDSG; TMG, TKG, EU-VO) c) Interne Stellen Konzernabteilungen Aufsichtsrat Investoren d) Kreditkartengesellschaften Kreditkartendaten betroffen 14

15 Kommunikation 4. Informationspflicht wann: a) besondere Art personenbezogener Daten ( 3 IX BDSG) Rasse, ethnische Herkunft, politische Überzeugung, Gesundheit, Sexualleben b) Berufsgeheimnisse c) Daten über Straftaten, Ordnungswidrigkeit d) Bank-/Kreditdaten 5. Wenn zahlreiche Kunden betroffen sind: a) Prüfen, ob eine Callcenter-Nummer geschaltet wird b) Einrichten einer Sonderseite i.r. des Internetauftritts 15

16 Kommunikation Personenbezogene Datenverarbeitung fremde Daten eigene Daten Datenverarbeitung im Auftrag ( 11 BDSG) Information an den AG Funktionsübertragung Information an den Landesdatenschutz- Beauftragten ( 42a BDSG) Information der Betroffenen ( 42a BDSG) 16

17 Kommunikation 6. Form der Information der Betroffenen: a) Direkt per , Anruf, Brief oder b) Halbseitige Anzeige in zwei überregionalen Tageszeitungen Frist der Benachrichtigung Unverzüglich Einzelfallabhängig i. d. R. nicht länger als 2 Wochen Verstoß: Bußgeld bis zu Euro ( 42II, Nr. 7 Abs. 3 BDSG) 17

18 Kommunikation 1) Deutschland: Besondere Vorschriften für TK-Unternehmen: 15a TMG 93 III TKG Verweis auf 42a BDSG Verletzung Personenbezogener Daten Information an Bundesnetzagentur Information an Bundesdatenschutzbeauftragten Information der Betroffenen 18

19 Kommunikation 2) EU Besondere Vorschriften für TK-Unternehmen: Seit unmittelbar für öffentlich zugängliche Betreiber von Telekommunikationsdiensten gilt: VO (EU) 611/2013: 24 Stunden Meldepflicht Zuständige nationale Datenschutzbehörde = Landesdatenschutzbeauftragter Form: Online-Standardformular Betroffene: Wenn nachteilige Beeinträchtigung der Privatsphäre zu befürchten (nicht der Fall bei Verschlüsselung und wenn diese noch intakt). Vorteil wenn PCI-DSS eingehalten. Beeinträchtigung ist gegeben, wenn kompromittierte Daten: Finanzielle Information enthalten Standort-/Adressdaten betreffen zu Rufschädigung oder Physischer Schädigung führen könnten 19

20 Planung und Ablauf der Kundenkommunikation Klärung so schnell wie möglich Krisenstab bilden Kommunikation Verträge prüfen (welche Zusicherungen gibt es? SLA?) Checkliste für Informationen der Aufsichtsbehörden 20

21 Vertragsprüfung Schadenersatz Vertraglich geregelt? Gesetzliche Regelung Versicherungen ggf. informieren Policen prüfen Fristen beachten 21

22 Planung und Ablauf der Kundenkommunikation Klärung so schnell wie möglich Krisenstab bilden Kommunikation Verträge prüfen (welche Zusicherungen gibt es? SLA?) Checkliste für Informationen der Aufsichtsbehörden 22

23 Checkliste für Information der Aufsichtsbehörden 1. Wer hat was getan? 2. Welche Daten sind wem zur Kenntnis gelangt? 3. Wie ist die unrechtmäßige Übermittlung/Kenntniserlangung der Daten erfolgt? 4. Wie und wann hat die verantwortliche Stelle Kenntnis erlangt (interner oder externer Hinweis?) 5. Auswirkungen für Betroffene 6. Empfehlungen für Maßnahmen zur Minderung nachteiliger Folgen 7. Darstellung der bisherigen Schutzmaßnahmen 23

24 The day after Chancen nutzen!! Sofern Rechtsabteilung nicht optimal aufgestellt war Chance nutzen Bereitschaft Verbesserungen von Datenschutz und Datensicherheit zu finanzieren ist jetzt besonders hoch Gefahr, dass die Aufsichtsbehörde den Hackerangriff zum Anlass eines Audits nimmt, ist gegeben Überprüfung der organisatorisch, technischen Maßnahmen (OTMs) 24

25 Kundenaudits anlässlich des Hackerangriffs anstatt Audittourismus einen Datenschutztag für alle interessierten Kunden: Präsentationen Führung durch das RZ Kleingruppen mit Führungskräften der IT-Operatings 25

26 Conclusion there will always be mice! we constantly improve. we are well prepared. 26

27 Questions????????? 27

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