Asus WL-HDD entfesselt

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1 Die Asus WL-HDD ist eine kleine und kostengünstige Wireless- Storage-Einheit mit einer 2,5 -Festplatte, die als Dateiserver in einem kleinen WLAN-Netzwerk eingesetzt werden kann. Die originale Firmware von Asus bleibt weit hinter den Möglichkeiten zurück, die diese kleine Box zu leisten vermag. Der folgende Beitrag beschreibt, wie man mit der alternativen Firmware von Oleg die Leistungsfähigkeit der WL-HDD steigern kann und wie der Bridge- Mode zu einer FritzBox inklusive Roaming eingerichte wird. Autor: Norbert Walter 2006 Asus WL-HDD entfesselt Mit der aktuellen Firmware von Oleg lässt sich die Asus WL-HDD zu einer leistungsfähigen Wireless-LAN- Multifunktionseinheit im Home-Office-Bereich aufrüsten. Folgende Funktionen sollen mit einer WL-HDD und einer FritzBox realisiert werden: WL-HDD als: Samba-Dateiserver mit 40 GB Festplatte (38 GB für Dateien, 2 GB für Programme) Drucker-Server über USB Telnet und SSH-Zugang zur Administration AccessPoint für WLAN-Geräte mit WEP-Verschlüsselung Bridge-Mode-Client per WLAN zu einer FritzBoxFon-WLAN Roaming zwischen WL-HDD und FritzBox im WLAN FTP-Server Erweiterung der WL-HDD mit zusätzlichen Programmen über ipkg-archiv Sleep-Modus mit SpinDown für Festplatte nach vorgegebener Idle-Time Deaktivierte Firewall FitzBoxFon-WLAN als: Internet-Router Firewall zum Schutz vor Angriffen aus dem Internet AccessPoint für WLAN-Geräte mit WEP-Verschlüsselung Bridge-Mode-Master für Asus WL-HDD DHCP-Server für automatische IP-Vergabe im Roaming-LAN/WLAN-Netz VoIP-Gateway für Telefonate über das Internet Die Anleitung unterteilt sich in mehrere Bereiche, die im Einzelnen ausführlich beschrieben werden: Darstellung der Hardware WL-HDD Unterschiede zwischen Original-Firmware (Asus) und Firmware von Oleg b Installation der neuen Firmware (Oleg) Festplatten-Einbau, Partitionierung und Formatierung Grundkonfiguration für WLAN und Bridge-Mode Konfiguration der FitzBoxFon-WLAN für den Bidge-Mode und Roaming Einrichtung Post-Boot-Funktionalität für diverse Systemdienste Einrichtung Samba-Server Einrichtung Drucker-Server Einrichtung FTP-Server Aktivierung SSH-Zugang Einrichtung ipkg-archiv Installation und Konfiguration von hdparm für Festplatten-Sleep-Modus Änderung der Firewall-Einstellungen Erfahrungsbericht Bekannte Probleme und Fehler mit Olegs Firmware Ausblick auf weitere Möglichkeiten 1/20

2 Für die Installation und Konfiguration der jeweiligen Dienste sollte man Erfahrungen zu Linux mitbringen und Kenntnisse im Bereich WLAN haben. Es ist hilfreich, wenn ein Laptop oder ein Desktop mit WLAN- und LAN- Funktionalität zur Verfügung steht, damit im Bedarfsfall per LAN weitergearbeitet werden kann. Es wird vorausgesetzt, dass die FritzBoxFon-WLAN bereits konfiguriert ist und einen Internetzugang ermöglicht. Ebenso sollte man einen Telnet-, SSH- und FTP-Clienten einsatzbereit haben sowie die Asus-Tools von der Installations-CD installiert haben. Ich habe mich dazu entschlossen diese Anleitung zu schreiben, da ich selbst viel Zeit und Mühe in die gesamte Konfiguration gesteckt habe, die ich anderen damit ersparen möchte. Den Großteil der Informationen habe ich dem Portal wl500g.info entnommen und hier kompakt zusammengestellt. In den Foren wird oftmals der Gesamtzusammenhang nicht erklärt, so dass man selten weiß, wie die Dinge funktionieren und vor allem, wie das Zusammenspiel der jeweiligen Komponenten läuft. Mit dieser Anleitung möchte ich Klarheit schaffen. Die Firmware von Oleg hat noch wesentlich mehr Funktionen, wie Web-Kamera, WaveServer, Internetrouter etc, auf die nicht weiter eingegangen wird, da ich sie selbst nicht benötige. Weiterhin möchte ich allen danken, die mit eigenen Beiträgen zum besseren Verständnis beigetragen haben. Einen ganz besonderen Dank an Oleg für seine Firmware, mit der die Hardware optimal nutzbar wird und mit der ich die Funktionalität selbst gestalten kann. 1. Hardware WL-HDD Asus hat mit der WL-HDD einen kompakter Linux-Kleinserver für den Home-Officebereich hergestellt. Die Box ist vornehmlich dazu gedacht, eine Festplatte mit Samba in einem WLAN oder LAN zur Verfügung zu stellen. Aufgrund der fortgeschrittenen Miniaturisierung lässt sich solch ein Server in einem 2,5 -Gehäuse unterbringen, ist mit einer aktuellen Laptop-Festplatte fast lautlos und verbraucht zudem weniger als 10W Leistung. Das macht die Box so interessant, da sie einen großen Server für einfache Anwendungen durchaus schon ersetzen kann. Natürlich müssen auch ein paar Abstriche bezüglich Leistungsfähigkeit als Dateiserver gemacht werden. Aber für den Homebereich ohne all zu große Anforderungen ist die WL-HDD vollkommen ausreichend. Asus hat basierend auf einer MIPS-Referenzhardware verschiedene Router-Modelle wie z.b. den WL-500g und unter anderem auch die WL-HDD erstellt. Grundsätzlich basieren alle Systeme auf einer ähnlichen Basishardware. Bilder: Hardware Folgende Komponenten sind in der WL-HDD eingebaut: MIPS-CPU 200 MHz 16 MB RAM 4 MB Flash 1x IDE Ultra DMA 100 für 2,5 HDD bis 40 GB 1x USB Vers.1.2, 1 MB/s 1x Ethernet 10/100 Mbit/s 1x WLAN 54 Mbit/s Als Software läuft das Open-Source-Betriebssystem Linux in der MIPS-Version mit Busybox als Toolbox. 2/20

3 2. Unterschiede zwischen Original-Firmware (Asus) und Firmware von Oleg Die Original-Software von Asus unterscheidet sich hinsichtlich Funktionalität von Olegs Frimware. Oleg hat aufbauend auf der Asus-Firmware eine eigene Firmware erstellt. Seine Leitmotive waren eine verbesserte Hardwareausnutzung, mehr Funktionen und Beseitigung von Asus-Firmwarefehlern. Während Asus auf eine einfache Bedienung für User mit geringen Vorkenntnissen setzte, spricht Olegs Firmware mehr den Linux-Profi an, der weiß wie man Linux konfigurieren muss, um mehr rauszuholen. Zudem hat er mit einem Telnet- und SSH-Zugang die Grundlagen für eine eigene vollständige Linux-Konfiguration geschaffen. Die nachfolgende Tabelle enthält eine Gegenüberstellung der vorhandenen Funktionen der jeweiligen Firmwareversionen. Funktion Asus-Firmware Oleg-Firmware b (WL-HDD) Samba-Dateiserver ja Ja Verwendeter Dateisystem-Typ EXT3 (bei unformatierter Festplatte) EXT3 Unterstützte Dateisystem-Typen EXT2, EXT3, FAT16, FAT32, NTFS EXT2, EXT3, FAT16, FAT32, NTFS (lesend) (lesend) Journaling Dateisystem standard Ja Ja Laufwerke für Dateiserver per Web Ja Nein einstellbar Zugriffsrechte für Dateiserver per Web Ja Nein einstellbar FTP-Server Ja Ja Zugriffsrechte für FTP-Server per Web Ja Ja einstellbar NFS-Server nein Ja WLAN-AccessPoint-Mode Ja Ja WLAN-Bridge-Mode ja Ja WLAN-Hybrid-Mode (AccessPoint + ja Ja Bridge) WLAN-Client-Mode ja Ja Zugangsschutz über MAC-Adress-Prüfung Ja Ja USB-Memory-Automounter Ja Ja Automatische Festplattenkonfiguration Ja Nein Festplatten-Automounter Ja Ja Webbasiertes Tool zur Festplatteneinrichtung Ja Nein Auto-Kopierfuktion für USB auf HDD Ja Nein WLAN WEP-,WPA-Verschlüsselung Ja Ja WPK-PSK-Verschlüsselung Ja Ja Radius-Autentifizierung nein Ja DHCP-Server Ja Nein Internet-Router-Funktionalität Nein (nur bei WL-HDD) Nein (nur bei WL-HDD) Integrierte Firewall Ja (ist deaktiviert) Ja (ist deaktiviert) Webbasiertes Tool für Firewall- nein Nein Einstellungen WLAN b/g, 10/54 Mbit/s Ja Ja Einstellung Senseleistung WLAN nein Ja Web-Kamera-Funktionalität nein Ja IPV6-Unterstützung nein Ja Real-Time-Clock mit Internetupdate- Ja Ja Funktion Drucker-Server nein Ja Telnet nein Ja SSH nein Ja Wave-Server für Soundausgabe nein Ja Firmwareupdate per Webinterface Ja Ja Sicherung der Einstellungen in Datei nein Ja Sicherung des FlashFS in Datei nein Ja Rücksicherung der Einstellungen aus Datei nein Ja Systemkommando per Webinterface Ja Ja Grundbedienung per Webinterface Ja Ja Ipkg-Funktionalität (vorbereitet, erfordert nein Ja USB-Memory-Stick) SNMP-Funktionalität nein Ja Tebelle: Vergleich der Funktionalitäten Wie der Tabelle zu entnehmen ist, hat Olegs Firmware mehr Funktionen als die original Asus-Firmware. Dafür fehlen ein DHCP-Server und ein automatisches Tool zur Festplatteneinrichtung. Der Dateiserver ist nur in einer sehr einfachen Form implementiert. Diese Positionen erfordern dann Handarbeit und Linux-Wissen. Es wird 3/20

4 aber das sichere EXT3-Journaling-Dateisystem eingesetzt, das am geeignetsten für diese Art der Anwendung ist. Zur Firmware von Oleg gibt es nur eine kurze Installationsbeschreibung, während Asus ein ausführliches Handbuch erstellt hat. Die Grundkonfiguration kann auch dem Asus-Handbuch in großen Teilen entnommen werden. Wer eine deutsche Dokumentation Sucht, kann diese bei Yakumo unter finden, da sie ein baugleiches Modell unter der Bezeichnung Yakumo Wireless Storage 60 anbieten. Die größten Argumente für Olegs Firmware sind der Telnet bzw. SSH-Zugang und die Möglichkeit per ipkg- Packetmanagement komfortabel neue Software aufzuspielen. Damit lässt sich die WL-HDD-Hardware für fast alle Dinge missbrauchen und Linux als Betriebssystem macht dies alles erst möglich. Des weiteren sein darauf hingewiesen, dass Olegs Firmware für verschiedene Hardware (Router, WL-HDD) erhältlich ist und sich im Detail zu anderen versionsgleichen Firmwareständen unterscheiden kann. Dies ist bedingt durch die verschiedenen Hardwareausstattungen, da bei einigen Modellen mehr Speicher, Flash und andere Ports zur Verfügung stehen. 3. Installation der neuen Firmware (Oleg) Die neue Firmware von Oleg wird einfach über die Web-Konfigurationsoberfläche unter dem Menüpunkt System Setting->Firmware_Upgrade durchgeführt. Dazu wird eine TRX-Datei benötigt, die die Firmware enthält. Diese Datei läd man über den Softwareselektor von herunter und entpackt die ZIP-Datei. Bevor das Upgrade eingespielt wird, sollte man die WL-HDD unter System_Setting-> Factory_Default in den Grundzustand versetzen. Nachdem die Firmware mit einem automatischen Reboot aktiviert wurde, erscheint ein neues Login-Fenster und fordert zur Passworteingabe auf. Da mit dem Firmwarewechsel eine neue Standard-IP-Adresse vergeben wird und kein DHCP-Server zur Verfügung steht, scheitert das Login. Zum Ermitteln der IP-Adress einfach das Asus Utility-Tool Device Discovery von der Asus-Treiber-CD verwenden. Nach einem Flashvorgang sollte die IP- Adresse auf oder nach einem Factory Default auf stehen. Danach müssen noch die Netzwerkeinstellungen auf dem Laptop auf folgende statische IP-Adressen eingestellt werden: IP-Adresse: (freie IP-Adresse verwenden) Netmask: Gateway: (IP-Adresse der WL-HDD) DNS-Server: (IP-Adresse der WL-HDD) Nach der Änderung den Laptop neu booten, um die ARP-Auflösung zu aktualisieren. Anschließend kann man sich unter in die Box unter dem User: admin und dem Passwort: admin einloggen. Im WLAN ist die WL-HDD unter der SSID default sichtbar. Als erstes sollte man der Box einen Host-Namen unter IP_Config->LAN spendieren. Vergisst man dies, kann später bei der Samba-Konfiguration der Samba-Server nicht anlaufen. Zusätzlich sollte die automatische IP-Vergabe über Get IP Automatically mit no abgestellt werden. So ist die WL-HDD immer unter einer festen IP-Adresse erreichbar. Damit ist dann das Firmware- Upgrade abgeschlossen. Bild: IPConfigLAN 4/20

5 4. Festplatten-Einbau, Partitionierung und Formatierung 4.1. Einbau Der Festplatteneinbau in die Box erfolgt nach den Beschreibungen des Asus-Handbuchs. Am besten eine nicht partitionierte und nicht formatierte Festplatte verwenden, da sie noch nach unseren Wünschen partitioniert und formatiert wird. Nur in Ausnahmefällen FAT-partitionierte Festplatten verwenden, da das Linux-eigene EXT3 Dateisystem alle Linux-Funktionen unterstützt und zudem ein Jounaling Filesystem bietet, das bei versehentlichen Spannungsausfällen die Festplatte in einem konsistenten Zustand hält. An dieser Stelle eine Warnung: Das EXT3-Dateisystem hält zwar die Festplatte in konsistentem Zustand, jedoch sind Datenverluste nicht vermeidbar, wenn die Box nicht ordnungsgemäß vor der Spannungsabschaltung heruntergefahren wird. Es wird dann nur der letzte verfügbare Zustand im Journal wiederhergestellt und das kann unter Umständen ein alter Zustand sein. Hier noch ein Tipp: 2,5 -Festplatten können mit einem speziellen Adapter auch an ganz gewöhnlichen IDE-Schnittstellen in einem Desktop angeschlossen werden. So kann man mit fdisk unter Windows alle Partitionen löschen Partitionierung Nachdem die Festplatte eingebaut ist, kann sie als Device von Linux unter /dev/discs/disc0/disc angesprochen werden. Zur Partitionierung der Festplatte loggt man sich mit Telnet unter der IP_Adresse in die Box ein und beendet den Samba- und FTP-Server, damit die Verbindungen zu den Devices gelöst werden. #killall smbd #killall nmbd #killall stupid-ftpd #umount xxx (Samba) (Samba) (FTP) (xxx = Ziel-Einhängepunkt der Festplatte, siehe #mount) Danach rufen wir das Partitioniertool fdisk auf. # fdisk /dev/discs/disc0/disc Mit n kann eine neue Partition angelegt werden. Es sollten 3 Partitionen mit folgenden Größen erstellt werden: Partition 1 48 MB Swap-Partition primäre Partition ID82 Partition MB Linux (Programme) primäre Partition ID83 Partition 3 38 GB Linux (Daten) primäre Partition ID82 Die Partition 1 dient als Swap-Speicher zur Auslagerung von Speicherseiten und entspricht der vierfachen Speichergröße des RAM. Partition 2 ist die Partition für nachträglich installierte Programme und Partition 3 ist die Datenpartition für den Datei- und FTP-Server. Der Partitionstyp von Partition 1 muss noch mit t auf Typ 82 gesetzt werden. Nachdem alle Partitionen erstellt wurden, müssen die Einstellungen in der Partitionstabelle mit w gespeichert werden. Mit p kann man sich jederzeit den aktuellen Stand der Partitionierung ansehen. Damit die Partitionstabelle wirksam wird, muss die Box neu gebootet werden. #reboot Danach müssen die jeweiligen Partitionen noch formatiert werden. Unter Linux stehen jetzt folgende Devices zur Verfügung: /dev/discs/disc0/part1 Partition 1 /dev/discs/disc0/part2 Partition 2 /dev/discs/disc0/part3 Partition Formatierung Mit folgenden Befehlen wird die Swap-Partition formatiert und aktiviert: #mkswap /dev/discs/disc0/part1 #swapon /dev/discs/disc0/part1 5/20

6 Mit folgenden Befehlen werden die Partitionen 2 und 3 mit dem EXT3-Journaling-Filesystem formatiert: #mke2fs j /dev/discs/disc0/part2 #mke2fs j /dev/discs/disc0/part3 Dieser Vorgang kann etwas länger dauern. Nach Abschluss der Partitionierung muss die Box neu gebootet werden. #reboot Danach erkennt Linux die Partitionen und mountet sie selbständig. Die Partitionen werden folgendermaßen gemountet: /dev/discs/disc0/part1 -> Swap /dev/discs/disc0/part2 -> /tmp/harddisk /dev/discs/disc0/part3 -> /tmp/harddisk/part1 Die mount-punkte sind noch nicht korrekt eingestellt und werden später noch verändert. Momentan ist die Partitionen 3 noch nicht im Netzwerk sichtbar, da der Samba-Server nicht aktiviert ist. 5. Grundkonfiguration für WLAN und Bridge-Mode Vorweg möchte ich noch einige Besonderheiten bei der Nutzung eines WLAN mit der WL-HDD aufmerksam machen. Die WL-HDD reserviert für das WLAN grundsätzlich den IP-Adressbereich X. Dieser IP- Adressbereich kann über die Web-Bedienoberfläche nicht geändert werden. Es lässt sich zwar für das LAN die IP-Adresse manuell ändern, jedoch hat dies keinen Einfluss auf den WLAN-IP-Adressbereich. Damit später das Roaming richtig funktioniert, müssen in der WL-HDD die IP-Adressen des LAN- und WLAN-Bereiches im selben IP-Adressraum liegen. Gleiches gilt auch für die FritzBox. Zusätzlich ist darauf zu achten, dass die gleiche LWAN-Kanalnummer in der WL-HDD und FritzBox verwendet werden, damit der Bridge-Mode funktioniert. Grundsätzlich sollten für eine maximale räumliche Abdeckung des WLAN-Netzes nur im b- Modus mit 11 Mbit/s betrieben werden. Höhere Datenraten mit g bei 54 Mbit/s sind zwar auch möglich, jedoch sind dann die Reichweiten der AccessPoints und die Bridge-Reichweite zwischen der WL-HDD und der FritzBox stark eingeschränkt. Das WLAN-Netz wird so aufgebaut, dass im gesamten Netz die gleichen IP-Adressen verwendet werden. Die WL-HDD stellt eine permanente mit WEP abgesicherte Brückenverbindung zur FritzBox her und fungiert selbst noch als AccessPoint für das WLAN. Die FritzBox fungiert wie üblich als Internet-Router und stellt den DHCP- Server für das gesamte LAN und WLAN zur Verfügung. Zusätzlich ist die FritzBox ebenfalls AccessPoint für das WLAN. Die nachfolgende Tabelle enthält alle wesentlichen Einstellungen: FritzBoxFon-WLAN WL-HDD LAN/WLAN-Client Geräte-IP-Adresse X (auto) Sub-Netmask (auto) Gateway vom Provider zugewiesen (auto) DNS vom Provider zugewiesen nicht erforderlich (auto) DHCP-Server aktiv ( ) nicht aktiv nicht erforderlich WLAN-Channel 4, fix 4, fix 4 (auto) WEP 128 Bit aktiv, OpenSystem Aktiv, OpenSystem Aktiv, OpenSystem WEP-Key SSID Wireless Wireless Wireless WLAN-Modus WDA Bridge, Hybrid Client Tabelle: Netzwerkeinstellungen für Bridging und Roaming 6/20

7 Bild: IPConfigLAN Bild: WirelessInterface Bild: WirelessBridge 7/20

8 Bild: WirelessAdvanced (unverändert) Bild: IPConfigMiscellaneous (Timeserver) Mit diesen Einstellungen ist die WLAN-Grundkonfiguration abgeschlossen. Solange die FritzBox noch nicht für den Bridge-Mode konfiguriert ist, kann man sich nur mit statisch vergebenen IP-Adressen an der WL-HDD anmelden, da der DHCP-Server der FritzBox noch nicht erreichbar ist. 6. Konfiguration der FitzBoxFon-WLAN für den Bridge-Mode und Roaming Wie in der Einleitung beschrieben, wird die FritzBox als Internet-Router, DHCP-Server und Bridge eingesetzt. Es wird davon ausgegangen, dass die FritzBox bereits konfiguriert ist und eine Internetverbindung aufgebaut werden kann. Details sind der Dokumentation der FritzBox zu entnehmen. Damit die Bridge-Funktionalität genutzt werden kann muss die Firmware als Version oder höher auf der FritzBox laufen. Grundsätzlich muss die Box so eingestellt werden, wie unter Abschnitt 5 und Tabelle 1 beschrieben wurde. Zusätzlich sollte unter System->Ansicht die Expertenansicht aktiviert sein, damit weitere Konfigurationseinstellungen der FritzBox angezeigt werden. Für das WLAN-Roaming muss die Geräte-IP-Adresse unter System->Netzwerkeinstellungen->IP-Adressen auf die IP-Adresse geändert werden und der DHCP-Server aktiv sein. 8/20

9 Bild: SystemNewIPAdr Die IP-Adersse sollte nicht geändert werden, da sie eine der wenigen freien IP-Adressen ist, die nicht vom DHCP-Server oder vom System belegt ist. Nach einem Neustart sollte die FritzBox nun unter der neuen IP-Adresse laufen und auch dem WLAN der neue IP-Adressbereich zugewiesen werden. Bei der FritzBox ist darauf zu achten, dass die Box so konfiguriert ist, dass sowohl das LAN als auch das WLAN im selben IP- Adressbereich liegen (siehe System->Netzwerkeinstellungen->IP-Adressen). Um die Bridge-Funktionalität zu aktivieren, muss eine versteckte Konfigurationsseite auf der FritzBox mit folgendem Link aufgerufen werden. Zuvor sollte man sich jedoch in der FritzBox eingeloggt haben. Die WLAN-Repeater-Funktionalität muss aktiv sein und auf WDA-Master stehen. Unter MAC-Adressen der Repeater muss die MAC-Adresse der WL-HDD eingetragen sein. Zusätzlich muss die FritzBox und die WL- HDD auf dem gleichen Kanal senden und das gleiche Verschlüsselungsverfahren mit gleichem Schlüssel verwenden. Bild: Repeater 9/20

10 Bild: Repeater Achtung! Nachdem alle Einstellungen zum WDS durchgeführt worden sind, deaktiviert sich das WLAN der FritzBox aufgrund eines Fehlers automatisch. Es muss daher unter WLAN die Option WLAN aktivieren wieder gesetzt werden, um das WLAN einzuschalten. Nachdem diese Einstellungen durchgeführt worden sind, sollte sich die WL-HDD automatisch anmelden und eine Bridge mit der FritzBox aufbauen. Ob die funktioniert hat, kann man unter WLAN->Monitor prüfen. Dort sollte die WL-HDD unter der entsprechenden MAC-Adresse als Repeater (Slave) sichtbar sein. Ab jetzt kann auch über die WL-HDD ins Internet gegangen werden. Clients die sich über WLAN anmelden, sollten jetzt vom DHCP-Server der FritzBox eine IP-Adress-Satz automatisch zugewiesen bekommen. Bewegen sich die Clients zwischen den WLAN-Bereichen der FritzBox und der WL-HDD, so wechseln sie automatisch zum stärksten AccessPoint, den sie erreichen können und melden sich dort an. Die Bridge-Funktionalität ist von AVM undokumentiert und versteht sich als Betaversion. Vermutlich wird diese Funktionalität in einer späteren und neueren Firmwareversion enthalten sein. Aktuell konnte ich keine Instabilitäten im Dauerbetrieb mit der WL-HDD feststellen. Selbst das gelegentliche Ausschalten der WL-HDD stört die FritzBox nicht. Die WL-HDD meldet sich immer wieder automatisch und ordnungsgemäß an. Eine Sache ist noch wichtig! Sollte die Brückenverbindung abreißen, so kann man sich zwar noch als Client über WLAN an der WL-HDD anmelden, bekommt aber keine IP-Adresse mehr zugewiesen, da der DHCP-Server der FritzBox nicht mehr erreichbar ist. Daher ist auch die Web-Konfigurationsoberfläche der WL-HDD nicht mehr erreichbar. Will man wieder einen Zugriff auf die WL-HDD haben, so müssen die IP-Adressen in den Netzwerkeinstellungen des Clients statisch vergeben werden. Zusätzlich kann in WinXP auch eine Alternative Konfiguration mit festen IP-Adressen in den Netzwerkeinstellungen unter IP-Eigenschaften eingestellt werden, die im Falle des DHCP-Server-Ausfalls benutzt wird. Die Brückenverbindung kann abreißen, wenn ein fremder AccessPoint auf der gleichen Kanalnummer sendet und damit die eigene Kommunikation stört. Bevor die Kanalnummer vergeben wird, sollte man daher mit einem WLAN-Netzwerk-Sniffer nach fremden AccessPoints Ausschau halten und deren Kanalnummer ermitteln. Grundsätzlich sollte man für optimale Datenraten 5 Kanäle Abstand zu fremden AccessPoints halten. Das Problem mit dem DHCP-Server kann ebenfalls vermieden werden, indem man grundsätzlich mit statischen IP-Adressen arbeitet. Dazu muss dann der DHCP-Server in der FritzBox abgestellt und alle IP-Adressen manuell vergeben werden. 7. Einrichtung Post-Boot-Funktionalität für diverse Systemdienste Die Post-Boot-Funktionalität dient zum Integrieren von Systemdiensten für den Boot-Prozess. Standardmäßig ist diese Funktionalität ungenutzt. Erst durch das Anlegen einer ausführbaren Skript-Datei mit dem Namen postboot im Verzeichnis /usr/local/sbin/ ist die Funktionalität nutzbar. Zum Erstellen der Datei logt man sich per Telnet in die Box ein. Als erstes legt man das fehlende sbin-verzeichnis unter /usr/local an: #chdir /usr/local #mkdir sbin Dann wird die Datei post-boot mit Skript-Kopf erzeugt. Dabei wird der Befehl echo benutzt, der Text in die 10/20

11 Ausgabekonsole schreiben kann. Durch pipen (eine Art der Ausgabeumleitung bzw. Verkettung mit >>) wird statt dessen in die Datei post-boot geschrieben. Achtung! Den Befehl nicht mehrfach ausführen, da sonst fortlaufend der Inhalt am Ende der Datei angefügt wird. #echo #!/bin/sh >> /usr/local/sbin/post-boot Und jetzt noch post-boot ausführbar gesetzt: #chmod 755 /usr/local/sbin/post-boot Das Post-Boot-Skript enthält zur Zeit noch keine Anweisungen. Alle Startanweisungen können in dieses Skript geschrieben werden und werden dann beim Boot-Prozess ausgeführt. Zu erst erzeugen wie einen Eintrag zum aktivieren der Swap-Partition: #echo swapon /dev/discs/disc0/part1 >> /usr/local/sbin/post-boot Unsere zweite Anweisung soll die Partition 2 entgegen dem Automatikmodus in das Verzeichnis /opt einhängen, damit später das ipkg-archiv ein beschreibbares Verzeichnis vorfindet: #echo mount t ext3 /dev/discs/disc0/part2 /opt >> /usr/local/sbin/post-boot Jetzt müssen noch die Änderungen am Dateisystem und die Datei post-boot resistent in den Flash-Speicher kopiert werden, damit nach einem Neustart alle Änderungen wirksam werden können. Wer in das Verzeichnis /usr wechselt, wird mit #ls al feststellen, dass das Verzeichnis local ein symbolischer Link auf das Verzeichnis /tmp/local ist. Das ist also ein RAM-Bereich, dessen Inhalt nach einem Neustart verloren geht. Folgende Befehle bewirken eine resistente Speicherung im Flash: #flashfs save #flashfs commit #flashfs enable Diese drei Befehle müssen immer ausgeführt werden, wenn Änderungen an temporären Dateien (z.b. post-boot) vorgenommen wurden, die sich im Verzeichnis /tmp befinden. Ab jetzt wird der neue Flash-Inhalt beim Bootvorgang in den RAM-Bereich kopiert und dort das post-boot- Skript ausgeführt. Nach einem Neustart der Box sind die Partitionen nun folgendermaßen gemountet: /dev/discs/disc0/part1 -> Swap /dev/discs/disc0/part2 -> /opt /dev/discs/disc0/part3 -> /tmp/harddisk Mit cat kann man sich den Inhalt der Datei post-boot ansehen. Er sollte jetzt so aussehen: #cat /usr/local/sbin/post-boot #!/bin/sh mount -t ext3 /dev/discs/disc0/part2 /opt 8. Einrichtung Samba-Server Die Einrichtung des Samba-Servers für das Datei-Sharing im Netz ist recht einfach. Man findet auf der Web- Konfigurationsoberfläche unter USB_Application->Samba die nötigen Einstellungen. Man muss nur Enable Samba Demo mode auf yes setzen und einen Workgroup-Namen seiner Wahl vergeben. 11/20

12 Bild: USBApplication Samba Das man diese Funktion unter USB findet, hat den Hintergrund, dass auch USB-Memory-Sticks als Festplatte eingesetzt werden können. Ursprünglich war die Funktion für die Router-Modelle gedacht, die keine Möglichkeit für einen Festplattenanschluss bieten. Bei der WL-HDD ist es bei dieser Bezeichnung geblieben. Es ist auch ein Doppelbetrieb mit Festplatte und USB-Memory-Stick möglich. Sogar mit einem USB-Cardreader für mehrere Speichermedien kann man arbeiten. Ebenso ist es möglich, eine externe USB-Festplatte auf diese Art ins Netz zu bringen. Die Bezeichnung Demo-Mode weist darauf hin, dass der Dateiserver nur mit Grundfunktionalitäten gestartet wird. Es erfolgt keinerlei User-Autentifizierung gegenüber dem Dateiserver. Somit kann jeder auf den Dateiserver zugreifen, der zum Netzwerk Zugang hat. Die Original-Asus-Firmware bietet dagegen eine differenziertere Einstellung der Zugriffsrechte mit Userverwaltung über die Web-Konfigurationsoberfläche. Das ist bei Olegs Firmware auch möglich, nur muss dann die Datei /etc/smb.conf bearbeitet werden. Dazu ist aber Wissen zur Konfiguration eines Samba-Servers nötig, auf das ich hier nicht weiter eingehen möchte. Windows-User im Netzwerk können jetzt unter \\ \share das freigegebene Netzwerkverzeichnis als Netzlaufwerk im Wondows-Dateimanager unter Extras->Nertlaufwerk_verbinden einbinden. Windows ist beim erstmaligen Andocken des Laufwerks recht störrisch, da es den Dateiserver noch nicht kennt. Man sollte unter Suchen->Computer_oder_Personen nach der WL-HDD im Netz unter der IP suchen lassen. Sobald die WL-HDD gefunden wurde, lässt sich auch das Netzlaufwerk einbinden. Eine Besonderheit hat der Demo- Samba-Server. Auf das sichtbare Verzeichnis share kann nur lesend zugegriffen werden. Es gibt noch ein unsichtbares Verzeichnis mit dem Namen \\ \share$, auf das man lesend und schreibend zugreifen kann. Prinzipiell könnte man auch noch weitere Netzlaufwerke im Samba-Server erstellen, die dann eine wesentlich gezieltere Unterteilung der Laufwerke zulassen würde. Ebenso könnte mit der Vergabe von Passwörtern der definierte Zugriff geregelt werden. Wie schon gesagt, muss man dazu die Datei /etc/smb.conf ändern. Die Asus- Firmware bietet dagegen diese Funktionalität standardmäßig über die Web-Oberfläche an. 9. Einrichtung Drucker-Server Eine der wichtigsten Funktionen von Olegs Firmware ist der Drucker-Server. Alle Clients im Netzwerk können einen an der WL-HDD angeschlossenen Drucker gemeinsam verwenden. Diese Funktionalität wird nicht über Samba realisiert, sondern über einen speziellen IP-Druckerport-Treiber mit Hilfe des p910nd-servers. Dieser empfängt Druckaufträge im RAW-Modus auf IP-Port 9100 und leitet sie an den USB-Port zum Drucker weiter. Bereits in der Grundeinstellung ist der Drucker-Server aktiviert. Unter SystemSetup->Services sind alle Einträge aktiviert. 12/20

13 Bild: SystemSetupServices Jetzt muss nur noch ein Drucker am USB-Port der WL-HDD angeschlossen werden. Nach einem Neustart der Box sollte der Drucker erkannt werden. Ob dies funktioniert hat, kann man unter Status&Log->Status in der Übersicht zum Drucker einsehen. Unter Printer Modell sollte der Drucker jetzt zu sehen sein. Damit die Clients auf den Drucker zugreifen können, muss ein spezieller lokaler IP-Druckerport auf WinXP eingerichtet werden, dem dann der jeweilige Druckertreiber zugewiesen wird. Dazu geht man auf Start- >Einstellungen->Drucker_und_Faxgeräte und wählt lokalen Drucker hinzufügen : Danach wird ein neuer Anschluss mit dem Typ Standard TCP/IP Port erstellt: Jetzt wird die Adresse 192, als IP-Adresse vergeben und ein beliebiger Portname vergeben: 13/20

14 Danach wird der benutzerdefinierte Gerätetyp angewählt, bei dem der RAW-Modus aktiviert und die Portnummer 9100 eingetragen werden: Anschließend wird die Installation fertiggestellt. Danach wird der entsprechende Druckertreiber installiert und eine Testseite ausgedruckt: Nach der Installation erscheint ein zusätzlicher lokaler Drucker. Es ist zu beachten, dass der neue Drucker nicht als Netzwerkdrucker symbolisiert ist, sondern nur als lokaler Drucker angezeigt wird, obwohl über das Netzwerk gedruckt werden kann. 10. Einrichtung FTP-Server Der FTP-Server lässt sich ebenfalls unkompliziert einbinden. Unter USB_Applikation->FTP_Server muss nur noch ein Usernamen, ein Passwort und die gewünschten Zugriffsrechte gesetzt werden. Wer möchte, kann den Zugriff auf ganz bestimmte Computer beschränken. Dazu muss für jeden zulässigen Computer eine MAC- Adressse eingetragen werden. Die Konfiguration erfolgt analog zum Asus-Handbuch. Es ist zu beachten, dass bei der Verwendung von USB-Speichermedien die Laufwerke vor dem Entfernen vom USB-Port mit Eject ungemountet werden, da sonst der FTP-Server und dessen Verbindungen hängen bleiben. Gleiches gilt, auch für den Samba-Server. 14/20

15 Bild: USBApplicationFTPServer 11. Aktivierung SSH-Zugang Der SSH-Zugang zur Box bietet einen besseren Schutz vor Mitlauschern als bei Telnet, da eine abhörsichere Verbindung hergestellt wird. Bevor der SSH-Zugang genutzt werden kann, müssen verschiedene Schlüssel mit dem Programm dropbearkey erzeugt und im Verzeichnis /usr/local/etc/dropbear hinterlegt werden. Das fehlende Verzeichnis erzeugt man folgerdermaßen: #mkdir p /usr/local/etc/dropbear Die Schlüssel für DSS und RSA werden so angelegt: #dropbearkey t dss f /usr/local/etc/dropbear/dropbear_dss_host_key #dropbearkey t rsa f /usr/local/etc/dropbear/dropbear_rsa_host_key Nun muss der SSH-Server in das Startscript post-boot eingetragen werden: #echo dropbear >> /urs/local/sbin/post-boot Jetzt müssen die Änderungen an post-poot noch im Flash gesichert werden: #flashfs save #flashfs commit #flashfs enable Nun einen Neustart durchführen und danach startet der SSH-Server. Man kann sich jetzt mit dem SSH-Clienten Putty unter der IP mit dem entsprechenden Usernamen und dem Passwort einloggen. Bei der ersten Verbindung mit der Box bekommt man eine Meldung in Putty angezeigt, dass ein neuer Key verwendet wird, dessen Vertrauenswürdigkeit man bestätigen muss. 12. Einrichtung des ipkg-archivs Mit einem ipkg-archiv kann man neue Software auf der WL-HDD installieren. Ipkg ist ein sehr komfortables Paket-Archiv (Softwaretool), mit dem man über eine Internetverbindung auf ein Online-Archiv zur Softwareinstallation zugreifen kann. Das Archiv enthält alle verfügbaren Software-Pakete, die auf einer MIPS- Hardware laufen können. Es ist aber zu beachten, dass nicht jedes gelistete Paket auf der WL-HDD lauffähig ist. Dies hängt im besonderen Maße von der Hardwareausstattung der MIPS-Umgebung ab. Damit ipkg genutzt 15/20

16 werden kann, muss eine funktionsfähige Internetverbindung über die WL-HDD bestehen, um das Paket-Archiv aufbauen zu können. Später wird die Internetverbindung zum Laden der Software-Pakete benötigt. Die Besonderheit von ipkg ist, dass es bei der Installation eines Software-Paketes selbständig alle Abhängigkeiten zu anderen Paketen kennt und diese automatisch mitinstalliert. Dadurch entfällt die mühsame Fummelei mit den notwendigen Funktions-Bibliotheken und anderen Programmteilen. Olegs Firmware enthält für die Installation des ipkg-achivs ein Shell-Skript. Bevor es jedoch ausgeführt werden kann, müssen unter /opt zwei Verzeichnisse angelegt werden: #mkdir /opt/tmp #mkdir /opt/tmp/ipkg Diese beiden Verzeichnisse können nur angelegt werden, wenn unter /opt ein beschreibbares Dateiverzeichnis gemountet wurde. Dies hatten wir ja bereits durch einen Eintrag in das post-boot-skript veranlasst (siehe Punkt 6). Dort hatten wir die Partition 2 unter /opt eingehängt. Jetzt können wir das Shell-Skript ipkg.sh mit der Option update starten: #ipkg.sh update Damit wird ipkg aus dem Internet heruntergeladen. Danach können wir ipkg installieren: #ipkg.sh install ipkg Jetz muss noch die aktuelle Paket-Liste aus dem Internet heruntergeladen werden: #/opt/bin/ipkg update Anschließend befindet sich im Verzeichnis /opt/lib/ipkg/lists die Datei unslung, die Liste mit den verfügbaren Software-Paketen enthält. Mit cat kann dessen Inhalt eingesehen werden: #cat /opt/lib/ipkg/lists/unslung more Ein Software-Paket wird nun folgendermaßen installiert, indem der Paket-Name an die Anweisung /opt/bin/ipkg install angehängt wird. Möchte man den Texteditor nano installieren, dann sieht die Anweisung so aus: #/opt/bin/ipkg install nano Durch diese Anweisung wird nano aus dem Internet geladen und anschließend installiert. Die Programme sind dann meistens in den Verzeichnissen /opt/bin oder /opt/sbin installiert. Soll es wieder deinstalliert werden, so ist die remove-option anzuwenden: #opt/bin/ipkg remove nano 13. Installation und Konfiguration von hdparm für Festplatten-Sleep-Modus Wenn man die WL-HDD im Home-Bereich einsetzt, wird die Festplatte recht selten genutzt. Eine gute Idee wäre es, wenn sich die Festplatte selbständig im ungenutzten Zustand abschalten und automatisch bei Bedarf zuschalten würde. Damit kann Energie gespart und die Festplatte geschont werden. Zusätzlich verringert sich die Eigenerwärmung. Unverständlicherweise ist diese Funktionalität nicht in der original Asus-Firmware enthalten. Dank Olegs Firmware kann mit dem Software-Paket hdparm diese nützliche Funktionalität nachinstalliert werden. Die Software hdparm ist ein Tool zur Einstellung von Festplattenparametern. Als Voraussetzung sollte die ipkg-achivsoftware wie im Abschnitt 12 beschrieben, bereits installiert sein. Die Installation von hdparm geht folgendermaßen: #/opt/bin/ipkg install hdparm 16/20

17 Nach der Installation befindet sich im Verzeichnis /opt/sbin das ausführbare Programm hdparm. Mit dem folgenden Befehl und der Option S 120 kann die Festplatte dazu veranlasst werden, nach 10 min der Untätigkeit herunterzufahren. Sobald ein Festplattenzugriff erfolgt, fährt die Festplatte wieder an. #hdparm S 120 /dev/discs/disc0/disc Die Sleep-Time wird als vielfaches von 5s angegeben. Die Option S 120 entspricht daher 600s Sleep-Time. Diese Zeiteinstellung ist ein guter Wert, da unter Linux ein Festplatten-Cach existiert, der die Zugriffe nur bei fehlenden Seiten auf die Festplatte lenkt. Der Cach versucht, häufig benutzte Seiten im RAM zu halten und sich dort zu bedienen. Unglücklicherweise lässt sich dieser Befehl nicht auf externe USB-Laufwerke anwenden, da die nötigen Steuerbefehle nicht durch die USB-Verbindung geleitet werden können. Damit nach einem Reboot die Sleep-Time dauerhaft und automatisch eingestellt wird, schreiben wir den Befehlsaufruf in unser post-boot-skript (siehe Abschnitt 7). #echo hdparm S 120 /dev/discs/disc0/disc >> /usr/local/sbin/post-boot Jetzt müssen noch die Änderungen am Dateisystem und die Datei post-boot resistent in den Flash-Speicher kopiert werden: #flashfs save #flashfs commit #flashfs enable 17/20

18 14. Änderung der Firewall-Einstellungen Eine Besonderheit weist der Brige-Mode zwischen FritzBox und WL-HDD auf. Ein Client, der sich an der FritzBox angemeldet hat, kann nicht auf die WL-HDD zugreifen, da die Firewall oder das Routing der FritzBox keinen Datentransfer zur WL-HDD erlaubt. Für das Roaming ist das sehr schade, da dadurch der Zugriff zum Samba-Server, zum Drucker und auch alle anderen Dienste der WL-HDD für an der FritzBox eingebuchte Clienten geblockt sind. Wie man das abstellen kann, habe ich aktuell noch nicht herausgefunden. Nur soviel, man muss sich auf jeden Fall einen Telnet-Zugang zur FritzBox verschaffen, um an der Firewall und des Routings Änderungen vornehmen zu können. In der WL-HDD ist eine Firewall im Linuxkernel enthalten, die aber standardmäßig abgeschaltet ist. Alle Routings stehen auf Accept und es sind keine speziellen Einschränkungen definiert. Mit dem Befehl iptable L sind die Firewalleinstellungen einsehbar: #iptables L Chain INPUT (policy ACCEPT) target prot opt source destination Chain FORWARD (policy ACCEPT) target prot opt source destination Chain OUTPUT (policy ACCEPT) target prot opt source destination 15. Erfahrungsbericht Die Kombination aus WL-HDD und FritzBox wird bei mir dazu benutzt, einen DSL-Zugang, Filesharing und Druckersharing über zwei Etagen eines Hauses zu verteilen. Die WL-HDD fungiert dabei als Repeater der Fritzbox und versorgt eine Etage des Hauses. Diese Konstellation ist seit längerem im Einsatz und arbeitet sehr stabil, sowohl was die Datenraten angeht als auch die Dauerzuverlässigkeit. Auf dem Dateiserver sind alle zentralen Daten abgelegt, so dass verschiedene Clienten einheitlich auf die Daten zugreifen können. Aufgrund der guten räumlichen Abdeckung der AccessPoints wird eine sehr gute Verbindungsqualität erreicht. Dies wird zudem dadurch unterstützt, dass das WLAN nur mit 11 Mbit/s betrieben wird und entsprechend grössere Reichweiten erzielbar sind. Es ließ sich problemlos auch Video-Streaming über Dateisharing mit dem Mediaplayer unter Windows realisieren. Dabei wurden Videos im MPEG2-Format auf der WL-HDD abgelegt und über Samba freigegeben. Die Belastung beim Streaming lag für das WLAN bei 12% und für die WL-HDD bei 14%. Damit ist weder das Netzwerk noch die WL-HDD ausgelastet, ganz zu schweigen überlastet. Testweise habe ich mehrere Streams parallel laufen lassen, bei der die Auslastung linear skalierte. Typischerweisen können bis zu 3 unterschiedliche Streams gleichzeitig laufen ohne dass man an Leistungsgrenzen stößt, sofern eine sehr gute WLAN- Verbindungsqualität besteht. Gleiches gilt für Audio-Streams. Eine MP3-Sammlung lässt sich so ebenfalls Problemlos einbinden. Im Office-Bereich muss man mit gewissen Einschränkungen leben. Speziell bei der Verwendung von Word, Excel & Co. treten nervige Programmhänger mit Datenverlusten auf, falls die WLAN-Verbindung kurz- oder längerfristig abreißen sollte. Das Problem liegt an den Microsoft-Anwendungen, die bei gelegentlichen Verbindungsabbrüche des WLAN die Verbindung nicht wieder selbständig aufnehmen können. Um dies zu vermeiden, sollte man sich die betreffenden Dokumente lokal auf den Client ziehen und nach der Bearbeitung wieder auf der WL-HDD sichern. Aufgrund dieser Einschränkungen ist die Anwendung über WLAN nicht für den Business-Bereich geeignet und bleibt dem Home-Office-Bereich vorbehalten. Alternativ kann die WL-HDD aber über den Ethernet-Port in einem Netzwerk arbeiten und ist somit auch im Business-Bereich einsetzbar. Zusätzlich sollte das WLAN sehr sorgfältig geplant sein. Es ist ratsam, die Umgebung nach benachbarten störenden AsseccPoints abzusuchen und deren Kanalnummern und Datenraten zu ermitteln. Es ist ein Mindestabstand von 5 Kanälen zu benachbarten WLANs einzuhalten. Grundsätzlich sollte nur mit 11 Mbit/s wegen besserer Verbindungsqualität und höherer Reichweite gearbeitet werden. 18/20

19 Der Druckerserver arbeitet sehr zuverlässig und lässt sich auch nicht verwirren, wenn zwischenzeitlich der Drucker abgeschaltet wird. Das plug and play funktioniert im wahrsten Sinne. Durch den Sleep-Modus der Festplatte kann die WL-HDD durchaus im Wohn- und Schlafbereich eingesetzt werden, da sie bei Verwendung moderner Laptop-Festplatten fast unhörbar ist. Im Sleep-Modus ist die WL- HDD absolut geräuschlos. Selbst bei Druckaufträgen oder Andocken eines Netzlaufwerkes läuft die Festplatte nicht los und bleibt im Sleep-Modus. Damit steht einem Dauerbetrieb nichts mehr im Wege. 15. Bekannte Probleme und Fehler mit Olegs Firmware Hier habe ich einige mir bekannte Fehler in Olegs Firmware Version b aufgelistet. Die Liste ist vermutlich nicht vollständig, da mir nicht alle Fehler bekannt sind. Passwort kann nicht über Weboberfläche geändert werden (Änderung wird nicht übernommen, erst nach reboot geht es) Herunterfahren über Hardwaretaster funktioniert nicht (erneutes booten nach 20s) 16. Ausblick auf weitere Möglichkeiten Grundsätzlich kann man noch wesentlich mehr Erweiterungen mit ipkg einbinden. Nachfolgend sind nur ein paar Möglichkeiten als Anregung aufgelistet: Erweiterung der USB-Ports über einen USB-Hub Erweiterung für Speicherkarten über USB-Memory-Hub Webkameras Externe USB-Festplatte einbinden Apache-Webserver mit PHP Mail-Server Internet-Router Audio-Streaming-Server über PDA und WLAN für Anwendungen im Auto Video-Streaming via Datei-Sharing Netzwerk-Backup-Server auf interner oder externer USB-Festplatte CD-Server über USB-CD-ROM-Laufwerk Fazit Durch die neue Firmware von Oleg lässt sich die WL-HDD optimaler ausnutzen als mit der Asus-Firmware. Es stehen wesentlich mehr Funktionalitäten zur Verfügung. Die WL-HDD mit Olegs Firmware eignet sich vorzüglich für Anwendungen im Home-Bereich. Ob mit oder ohne Internetanbindung stellt sie wichtige Dienste wie Dateiserver, Druckerserver, FTP-Server u.a. per WLAN oder LAN zur Verfügung. Somit lassen sich Clients ohne großen Aufwand datentechnisch anbinden. Durch die kleinen Abmessungen der Box 180 x 90 x 25 mm kann sie überall aufgestellt und z.b. in einem Bücherregal versteckt werden. Dank der MIPS-CPU im Embedded-Design in Verbindung mit einer modernen 2,5 -Laptop-Festplatte verbraucht sie weniger als 10 W Leistung und erzeugt wenig Abwärme und ist fast geräuschlos. So kann sie selbst im Wohn- oder Schlafbereich eingesetzt werden. Im Bridge-Modus ist eine Ankopplung an andere AccessPoints wie z.b. eine FritzBox mit WEP-Verschlüsselung problemlos möglich. Die Konfiguration wird komfortabel über eine Weboberfläche vorgenommen. Für weitere Konfigurationen steht eine Telnet- oder SSH-Verbindung zur Verfügung. Mit dem nötigen Linux-Wissen können noch mehr Funktionalitäten bereitgestellt werden. Zudem erlaubt ein Paketmanager die Nachinstallation weiterer Software. Mit der WL-HDD lassen sich auch problemlos Video- oder MP3-Streams genießen ohne das WLAN oder die Box an ihre Leistungsgrenzen kommen. Wer möchte kann sogar einen Apache-HTTP-Server mit PHP- Funktionalität aufsetzen und damit einen eigenen kleinen Webserver betreiben. 19/20

20 Links: [1] Asus-Homepage: [2] Asus-Firmware : [3] Olegs Firmware: [4] Deutsche Dokumentation:http://www.yakumo.de/docs/dbl_ _27_1_yakumo_wireless_storage_60.pdf [5] Testbericht: [6] InternationalesUser-Forum: [7] FritzBox Repeater-Konfiguration: 20/20

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