Bernhard und Elisabeth Försters NUEVA GERMANIA in Paraguay. Eine antisemitische Utopie

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1 Bernhard und Elisabeth Försters NUEVA GERMANIA in Paraguay Eine antisemitische Utopie Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien Daniela Kraus im Dezember 1999 Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

2 INHALTSVERZEICHNIS Einleitung Voraussetzungen 1. Antisemitismus im Deutschland der 1870/80er Jahre 1.1 Wirtschaftliche Ursachen: der Börsenkrach 1.2 Stoecker und Treitschke Protagonisten 2. Bernhard Försters Rolle in der Berliner Bewegung 2.1 Försters Weltanschauung Försters Antisemitismus und seine Auffassung vom deutschen Volk Was hebt das deutsche Volk von allen anderen ab? Der Verfallsprozeß Das Judentum als Gegenpol 2.2 Försters Lösungsansätze - seine politischen Aktivitäten Der Deutsche Volksverein Bockversammlung und Reichshallenrede Die Antisemitenpetition von 1880/ Handgreiflichkeiten: Die Kantorowicz-Affäre Antisemitische Kongresse Exkurs: Die Reaktion auf die antisemitischen Feindseligkeiten 2.3 Persönliche Folgen der Agitation und der Anlaß zur Auswanderung: das Disziplinarverfahren gegen Bernhard Förster 3. Elisabeth Nietzsche 3.1 Die Schwester 3.2 Der Bruch mit Nietzsche "Diese verfluchten Antisemiten-Fratzen sollen nicht an mein Ideal greifen!" Bernhard Förster und Richard Wagner 3.3 Elisabeth Nietzsche und Bernhard Förster 3.4 Warum ist Elisabeth Nietzsche von der Vertrauten ihres Bruders zur Gefährtin Bernhard Försters geworden? Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

3 Nueva Germania 4. Idee und Planung 4.1 Paraguay: Einwanderung 4.2 Kolonialenthusiasmus im Deutschen Reich 4.3 Bernhard Försters Ideal eines Neu-Deutschland 4.4 Försters erste Paraguay-Reise Die letzten Tage im Deutschen Reich 5. Endlich! Auf nach Amerika 5.1 Der Landkauf 5.2 Am 1. Oct beginnt der Geschäftsbetrieb 5.3 "Aber freilich es kostet auch ein unglaubliches Geld, das hätte ich auch nicht vorher gedacht." Der Grundstein für das Scheitern Finanzielle Verpflichtungen Infrastrukturkosten Einnahmequellen 5.4 Die Fehler in der Wahl des Kolonisationsgebietes 5.5 Die"geistigen Söhne R. Wagners" Siedlerlisten Die Auswanderungsmotivation Oscar Erck, Fritz Neumann, Franz Kaiser, Familie Reichert Alltag in Neu Germanien 5.6 Wie lebten Elisabeth und Bernhard Förster? Was waren die Aufgaben, die Elisabeth Förster zu erledigen hatte? Und was tat Förster? "Die Ehe ist doch für mich ein gar zu gefahrvolles Meer gewesen" 5.7 Försters Tod 6. Försters Hinterlassenschaft Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

4 Epilog Abbildungen Abbildungsverzeichnis Quellen- und Literaturverzeichnis Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

5 Diese Dissertation enstand mit Hilfe eines Doktoratsstipendiums der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

6 Einleitung Amerika zog im 19. Jahrhundert Millionen europäischer Auswanderer an. Die Gründe für die Emigration waren mannigfaltig: Abenteuerlust, Hoffnung auf Wohlstand, Unzufriedenheit in der Heimat. Organisierte Gruppenwanderung hatte oftmals einen ideologischen Hintergrund. Eine Gruppe Australier wollte in Paraguay eine sozialistische Utopie verwirklichen, die Mennoniten strebten nach religiöser Autonomie wurde im Zentrum Paraguays von einem Deutschen eine Kolonie mit dem programmatischen Namen Nueva Germania gegründet. Hier sollte ein Gemeinwesen entstehen, als dessen Vorbild eine ideologisch erhöhte germanische Vergangenheit diente. Dieser Plan entstand vor dem Hintergrund einer populären Zeitströmung, die sich ihrer Unzufriedenheit nicht anders als durch reaktionäre Vergangenheitsbeschwörung und Erhöhung der eigenen Identität durch Ablehnung des Fremden zu erwehren wußte. Die verschiedensten Spielarten sozialer, wirtschaftlicher und politischer Unzufriedenheit fanden sich in einer Weltanschauung zusammen, in der die Ablehnung des Judentums als Verkörperung aller Mißstände bei gleichzeitiger Aufwertung des Deutschtums eine Schlüsselposition einnahm. Zur gleichen Zeit mehrten sich im Deutschen Reich jene Stimmen, die eine gezielt gelenkte Auswanderung zur Wahrung des Deutschtums und zum Nutzen der Heimat forderten. Die Gründung der Kolonie Nueva Germania verdeutlicht beispielhaft die Feindbilder und Wunschträume der reformerischen antisemitischen Bewegung der 1880er Jahre. Nueva Germania sollte die Verwirklichung eines Weltbildes möglich machen. Der Initiator dieses Unternehmens, Bernhard Förster, war nicht nur ein Mitläufer der Bewegung, er war einer der 1 siehe zu Nueva Australia Harold V. LIVERMORE, New Australia, in: The Hispanic American Historical Review, 1950, ; und zu den Mennoniten Günther J. BERGMANN, Auslandsdeutsche in Paraguay, Brasilien, Argentinien, Bad Münstereifel 1994, Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

7 prominenten Protagonisten ihres politischen Flügels. Zum Verständis der Geisteshaltung, die Nueva Germania zugrunde liegt, untersuche ich im ersten Teil dieser Arbeit die Ansichten und die Persönlichkeit Bernhard Försters. Das Zusammenspiel von Försters Konstitution mit den antifortschrittlichen Strömungen der Zeit wird so die Entstehung Nueva Germanias verständlich machen. Anhand seiner Schriften soll ein Eindruck von Försters Weltbild entstehen, dessen Mangel an Originalität und Tiefe zugunsten eines populistischen Radikalismus ins Auge sticht. Mit der Beschreibung von Försters Agitation und ihren Folgen für seine Biographie will ich weiters die Konturen seiner Person nachzeichnen. Obwohl dieser Mann sich als unbeirrbaren Idealisten betrachtete, beeinflußten auch persönliche Überlegungen seine endgültige Entscheidung zur Auswanderung nachhaltig. Letzteres gilt in besonderem Ausmaß auch für seine Frau Elisabeth Förster (die sich später als Nachlaßverwalterin ihres Bruders Förster-Nietzsche nannte), in deren Motiven zur Beschreitung des Weges als "Koloniemutter" sich ebenfalls die Umbruchstimmung der Zeit spiegelt. Ohne diese praktisch veranlagte Gefährtin wäre es dem träumerischen Förster nicht gelungen, seinen Plan zu realisieren. Die Auswanderung war für sie einerseits eine Flucht aus der ihr vorbestimmten Frauenrolle im kleinstädtischen bürgerlichen Pastorenmilieu, dessen Werten sie trotzdem verhaftet blieb, und andrerseits die persönliche Konsequenz des Bruches mit ihrem Bruder Friedrich Nietzsche, dessen zersetzende Kritik an ebendiesen bürgerlichen Moral- und Wertvorstellungen das weitere Zusammenleben der vordem eng verbundenen Geschwister unmöglich machte. Nur das Wechselspiel von Zeitgeist, politischer Realität und individuellen Charakteren konnte zur Verwirklichung dieser eigenartig anmutenden Koloniegründung führen. Im zweiten Teil der Arbeit will ich verdeutlichen, wie Förster sich sein rückwärtsgewandtes Utopia in Südamerika vorstellte und warum sich gerade Paraguay als Ort seiner Wahl Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

8 anbot. Es sei vorweggenommen, daß Försters Pläne wegen der finanziellen und geographischen Voraussetzungen von Anfang an zum Scheitern verurteilt waren. Leidtragende des Unternehmens waren jene Auswanderer, die auf ein besseres Leben in Übersee gehofft hatten. Mit einer Beschreibung des Alltags der Kolonisten und des Ehepaars Förster werde ich die Abweichung der Realität von den hochtrabenden Plänen des Gründers deutlich machen. Das Scheitern dieses Experiments zeigt die Schwächen einer Bewegung, die ihrem Selbstverständnis nach reformerisch wirken wollte. Ihre Träger glaubten, diesen Anspruch durch die Bestimmung von Schuldigen und deren Ausscheiden aus der Gesellschaft statt auf dem Weg einer fundierten Analyse bestehender sozialer Verhältnisse erfüllen zu können. In der Literatur konnte ich mich auf folgende Vorarbeiten stützen, wobei allen bisherigen Darstellungen Nueva Germanias eine Vernachlässigung des paraguayanischen Hintergrunds und des Siedleralltags in Nueva Germania gemein ist: 1932 erschien Erich F. Podachs Versuch einer der Tradition des Weimarer Nietzsche-Archivs widersprechenden historischen Untersuchung zum biographischen Umfeld Friedrich Nietzsches. Darin widmet Podach ein Kapitel "Bernhard und Eli Förster" 2, wo er sich vor allem gegen die Gleichsetzung der Philosophie Nietzsches mit den Ideen dessen Schwagers Förster wendet war Elisabeth Förster-Nietzsche als Leiterin des Nietzsche- Archivs in Deutschland hochangesehen. Podach zeigte mit einer Darstellung der Ideologie Bernhard Försters und der Begebenheiten in Paraguay die Schattenseiten Elisabeth Förster-Nietzsches. Seine Arbeit war Grundlage aller folgenden Darstellungen und diente auch für diese Untersuchung als Ausgangspunkt. Podach hatte noch den heute nicht mehr auffindbaren Nachlaß der "Kolonialgesellschaft für Paraguay, Chemnitz", die in enger Verbindung zu Nueva Germania stand, zur Verfügung. Seine Darstellung ist, soweit ich es überprüfen konnte, genau und quellengetreu. Freilich hatte Podach keinen 2 Erich F. PODACH, Gestalten um Nietzsche, Weimar 1932, Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

9 Zugang zu den Unterlagen des Nietzsche-Archivs (umso erstaunlicher das Wissen, das er hatte), außerdem war seine Arbeit von dem Vorhaben getragen, Elisabeth Förster-Nietzsche als leichtfertige Kolonisatorin zu entlarven und den über Förster beförderten antisemitischen Einfluß auf Nietzsche aufzuzeigen. Damit wird das Bild Elisabeth und Bernhard Försters etwas einseitig. H. F. Peters` Biographie "Zarathustra`s Sister. The Case of Elisabeth and Friedrich Nietzsche" 3 wurde 1977 in New York publiziert. Die Darstellung Nueva Germanias ( ) ist wie das gesamte Werk von der Tendenz, Elisabeth Förster- Nietzsche als "böse Antisemitin" einzustufen, geprägt und in der Quellenwiedergabe ziemlich unzuverlässig erschien in Leipzig Ben Macintyres "Vergessenes Vaterland" 4, auf dem auch die BBC-Dokumentation "Nietzsches kleine Schwester" von Candida Pryce-Jones basiert. Macintyre folgt im historischen Teil seines kurzweiligen Reiseberichts den Arbeiten Podachs oder Peters`, was im zweiten Fall große Ungenauigkeiten bedingen kann, auch die Angaben zu Paraguay beinhalten einige Fehler. Auf Basis einer sehr plakativen Darstellung fällt Macintyre das Urteil über einen "reinen" Nietzsche und eine böse Schwester. 5 Den einzigen Versuch, Elisabeth Förster-Nietzsche nicht auf die Rolle der Fälscherin und Antisemitin zu reduzieren, unternahm bislang Klaus Goch mit einem "Biographischen Porträt" 6. Bei seinem gelungenen Versuch, ein differenzierteres Bild von Elisabeth Förster-Nietzsche zu zeichnen, geht er auf zehn Seiten auch auf Nueva Germania ein, wobei seine Darstellung aber auf Podach und Peters basiert und somit Raum für weitere Forschung läßt. 3 Deutsch: H. F. PETERS, Zarathustras Schwester, München Ben MACINTYRE, Forgotten Fatherland. The search for Elisabeth Nietzsche, London In der BBC-Dokumentation "Nietzsches kleine Schwester" werden die heutigen Bewohner Nueva Germanias in dieses Schema einbezogen und als degenerierte Idioten dargestellt. 6 Klaus GOCH, Elisabeth Förster-Nietzsche. Ein biographisches Porträt, in: Luise F. PUSCH, Schwestern berühmter Männer, Frankfurt/Main Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

10 Neben diesen Arbeiten aus dem Umkreis der Nietzsche- Forschung gibt es zu Nueva Germania nur eine Arbeit Hannu Salmis, der über die Beschäftigung mit Wagner auf Förster gestoßen ist. 7 In seinem Aufsatz finden sich interessante Hinweise auf den Einfluß der Weltanschauung Richard Wagners auf Förster, zur Geschichte Nueva Germanias selbst bezieht sich Salmi lediglich auf die Schriften Försters und Elisabeth Förster-Nietzsche. Aus dem Bereich der Antisemitismusforschung gibt es keine Arbeiten über Nueva Germania. Bernhard Förster wird einige Male am Rande im Kontext der frühen antisemitischen Bewegung erwähnt, was insofern erstaunt, als er als Initiator der sogenannten Antisemitenpetition an Bismarck die spektakulärste politische Aktion der Zeit geliefert hat. Auch was die Forschung zur deutschsprachigen Auswanderung betrifft, gibt es keine über Marginalien hinausgehende Beschäftigung mit Nueva Germania. Insgesamt ist die Literatur zur deutschen Immigration in Lateinamerika mit Vorsicht zu genießen, da ein beträchtlicher Teil der Arbeiten von Autoren mit nationalen Tendenzen geschrieben ist, sodaß die Verherrlichung der deutschen Leistungen im Vordergrund steht. 8 Als Grundlagen meiner Untersuchung bearbeitete ich die Schriften Bernhard Försters, in einem geringeren Ausmaß jene Elisabeth Förster-Nietzsches, und stützte mich vor allem auf die Bestände 72 und 100 des Goethe- und Schiller-Archivs (GSA), Weimar, sowie die Archivalien des Polizeipräsidiums Berlin und des Königlichen Provinzial-Schul-Kollegiums im Brandenburgischen Landeshauptarchivs (BLHA), Potsdam, und die Akten des Deutschen Kolonialvereins zu Nueva Germania im Deutschen Staatsarchiv. (Siehe Quellenverzeichnis.) Im Archivo 7 Hannu SALMI, Die Suche nach dem germanischen Ideal. Bernhard Förster als Wegbereiter des Wagnerismus, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 6/1994, vergl. z. B. Hartmut Fröschle (Hg.), "Die Deutschen in Lateinamerika, Schicksal und Leistungen", Tübingen/Basel Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

11 Nacional de Asunción finden sich leider keine Unterlagen zu Gründung und Bestehen von Nueva Germania. 9 Ich möchte an dieser Stelle zu bedenken geben, daß im GSA in etwa eingegangene sowie circa ausgegangene Briefe an/von Elisabeth Förster-Nietzsche archiviert sind. Hinzu kommt die Korrespondenz Bernhard Försters, für die ich keine Zahlen angeben kann, aber immerhin sind Briefe von 354 verschiedenen Absendern im Findbuch aufgelistet. Des weiteren finden sich zum Teil ungeordnete Unterlagen zu Nueva Germania, die Notizzettel, Manuskripte, Skizzen, Zeitungsausschnitte, Pläne, Schuldner-, Gläubiger-, Siedler-, Haushalts-, Einkaufslisten und anderes mehr umfassen. Bis zu einem gewissen Grad ist die Überlieferung dieser Quellen vom Zufall beeinflußt. Teile von Elisabeth Förster- Nietzsches Unterlagen gingen ihrer eigenen Angabe nach in Paraguay verloren. Dazu kommt noch die Möglichkeit, daß gewisse Aufzeichnungen mit Absicht der Überlieferung entzogen wurden. Ordentlich geführte Geschäftsbücher über Nueva Germania finden sich im GSA zum Beispiel überhaupt nicht. Des weiteren konnte ich im Rahmen dieser Arbeit nur einen Bruchteil der Korrespondenzen bearbeiten. Daraus folgt, daß dem Zufall der Überlieferung ein weiterer Filter vorgesetzt wurde, nämlich der meiner persönlichen Auswahl aufgrund meines Interesses bzw. meiner Vermutungen, wo Hinweise zu finden seien. Am Ausgangspunkt meiner Arbeit stand mein Vorverständnis der handelnden Personen, des historischen Kontextes und der Bedeutung dieser Geschichte. Von diesem Vorverständnis ausgehend schlug ich zum Teil bewußt, zum Teil unbewußt verschiedene Wege in meiner Forschung ein. Erst in der Auseinandersetzung mit den Quellen und ihrer Einbettung in ihre kulturelle, geographische, zeitliche und soziale Entstehungsgeschichte konnte ich verschiedene Perspektiven einnehmen, die die Geschichte Nueva Germanias vorerst einmal für mich selbst verstehbar machten. Da ich das Geschehen also zuallererst mir selbst erklären mußte, konnte die Darstellung 9 schriftliche Auskunft vom Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

12 dieser Geschichte nur eine durch und durch subjektive, von meiner zeitlichen Perspektive und meinen Wertvorstellungen getragene, werden. (Selbst bei Berücksichtigung derselben Quellen werden zwei Historiker zwei verschiedene Geschichten schreiben.) Die Beurteilung der Quellen kann nur interpretativ sein und unterlag im Wechselspiel von Erforschendem und Erforschtem mehrmaligen Gewichtsverlagerungen. Besonders schwierig ist natürlich die Beurteilung der Motivationen und Handlungsweisen von Personen. Dabei stellte sich mir unter anderen die Frage nach der Möglichkeit, überhaupt in die Gedankenwelt anderer Menschen Einblick zu bekommen, zumal derer einer anderen Zeit. Des weiteren fragte ich mich an meinem eigenen Beispiel, wie weit die Beurteilung eines Menschen nur aufgrund seiner schriftlichen Äußerungen möglich ist (auch wenn dieselben vor hundert Jahren umfangreicher und bedeutender als heute waren). Ich möchte daher festhalten, daß meine Darstellung unbedingt als vorläufig zu betrachten ist. Viele interessante Aspekte mußten zugunsten des Erzählstrangs aufgegeben werden. Das Thema (wie vermutlich jeder Forschungsgegenstand) bietet Anknüpfungspunkte in unzählige verschiedene Richtungen, sowohl zeitlich und geographisch als auch von der Betrachtungsweise her. Die Seiten, von denen ich Nueva Germania beleuchtet habe, ließen sich um höchstinteressante Aspekte ergänzen (z.b. die Wahrnehmung der Deutschen durch die paraguayanische Bevölkerung oder Elisabeth Förster-Nietzsches ablehnende Haltung gegenüber der Frauenemanzipation im Gegensatz zu ihrer Lebensweise). Zu der Notwendigkeit, das Thema permanent nach außen zu begrenzen, gesellt sich das Problem der Abgrenzung im Detail. Als Beispiel sollen die Berichte über die antisemitischen Versammlungen in den Akten der Geheimen Politischen Polizei dienen, die über die von mir gesuchten Informationen zu Förster hinaus sowohl eine Vorstellung von der Atmosphäre dieser Veranstaltungen als auch von der Arbeitsweise der Polizei geben. Beide Bereiche haben aber mit dem eigentlichen Untersuchungsgegenstand zu wenig zu tun, um ausführlich beschrieben zu werden, weswegen sie nur unter bestimmten Aspekten verwertet werden. Diese Berichte geben nun aber - Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

13 nicht nur inhaltlich, sondern auch durch ihre Sprache und durch ihre physische Präsenz - einen viel unmittelbareren Einblick in die Vergangenheit als historische Darstellungen. Das läßt den Wunsch, sie in eine solche zu verwandeln, zeitweise absurd erscheinen. Diese notwendigen Einschränkungen in Breite und Tiefe führen notwendigerweise zu ständiger Vereinfachung. Ich war darum bemüht, meine Darstellung durch Angabe der Quellen nachvollziehbar zu machen. Die Schlüsse, die ich zog, erschreckten mich oftmals durch ihren Bezug zu persönlichen Erfahrungen und durch ihre Parallelen zur Gegenwart. Noch immer wird in der Politik die Idee einer vermeintlichen Abstammungsgenossenschaft strapaziert, dient dieses Konstrukt der Erklärung von wirtschaftlichen und sozialen Mißständen durch Vereinfachung komplexer Zusammenhänge und Schaffung von Feindbildern. Nach wie vor erfolgt so die Selbsterhöhung der Mehrheit zuungunsten von Minderheiten. So wird aus erstens der Verkürzung verzweigter Gegebenheiten auf ein "Gut-Böse"-Schema und aus zweitens der Erhöhung des Wertes der eigenen Gruppe durch ihre Einordnung auf der Seite des "Guten" eine Ideologie geschaffen. Gleichzeitig werden unfundierte Schuldzuweisungen als konstruktive, neuartige Politik, die sich für die "kleinen Leute" gegen das Establishment einsetzt, verkauft. Durch das Schüren der Angst vor der Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation oder des sozialen Ansehens, die durch sich verändernde Lebenswelten entsteht, wird um Wählerschaft geworben. Dabei werden jeweils jene Stimmungen in der Bevölkerung aufgegriffen und jene Feindbilder zum Mittel populistischer Politik gewählt, die den größten Zustrom erwarten lassen. Leider erfolgt heute wie damals von Seiten der anderen Parteien keine dezidierte Ablehnung dieser Strategie. Im Gegenteil wird versucht, den geweckten Ressentiments in der eigenen Politik Rechnung zu tragen. Diese Vorgangsweise führt heute wie damals zu einer Integration dieses Gedankenguts in das herrschende Wertesystem und steigert dadurch längerfristig Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

14 die Bereitschaft zu seiner Akzeptanz. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

15 VORAUSSETZUNGEN 1. Antisemitismus im Deutschland der 1870/80er Jahre 10 Am 3. Juli 1869 wurde im Norddeutschen Bund das Gesetz zur Judenemanzipation erlassen. Zwei Jahre später erlangte die jüdische Bevölkerung im April 1871 mit der Gewährung gleicher Rechte im gesamten geeinigten Deutschen Reich de jure die Gleichstellung. 11 Damit war nach beinahe hundertjähriger Diskussion der Prozeß der Gleichstellung der deutschen Juden vorerst abgeschlossen. 12 De facto wurde die Gleichstellung in vielen Bereichen behindert, wie die anhaltende Diskussion um den Aufstieg von Juden im Militärdienst, an Hochschulen und in der Justiz beweist. Ebensowenig änderte die neue gesetzliche Lage auf längere Sicht die Akzeptanz der jüdischen Minderheit in der Bevölkerung. Die Entwicklung der Gesetzeslage über die Rechte der Juden war in Deutschland durch besondere Belastungen gekennzeichnet gewesen. 13 Im Gegensatz zu Frankreich, wo die Emanzipation durch die Revolution in einem Zug durchgeführt worden war, setzte die deutsche Politik auf eine schrittweise Gleichstellung. Dadurch existierte in der deutschen Politik ein Jahrhundert lang eine "Judenfrage". Darüberhinaus war die 10 siehe dazu: Wolfgang BENZ, Werner BERGMANN (Hg.), Vorurteil und Völkermord. Entwicklungslinien des Antisemitismus, Freiburg/Breisgau 1997; Werner BERGMANN, Völkischer Antisemitismus im Kaiserreich, in: Handbuch zur "Völkischen Bewegung", hg. von Uwe Puschner, Walter Schmitz und Justus H. Ulbricht, München/New Providence/London, 1996; Shmuel ETTINGER, Vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Die Neuzeit, in: Geschichte des jüdischen Volkes, hg. von H. H. BEN-SASSON, München 1992, insb ; Werner JOCHMANN, Gesellschaftskrise und Judenfeindschaft in Deutschland , Hamburg 1988; Paul MASSING, Vorgeschichte des politischen Antisemitismus, Hg. von M. Horkheimer/Th. Adorno, Frankfurt am Main 1959; Peter PULZER, The Rise of Political Anti-Semitism in Germany & Austria, Harvard University Press, Cambridge, Massachusetts Zur Emanzipationsfrage siehe Reinhard RÜRUP, Emanzipation und Antisemitismus. Studien zur "Judenfrage" in der bürgerlichen Gesellschaft, Göttingen 1975; Jacob KATZ, Out of the Ghetto. The Social Background of Jewish Emancipation, , Cambridge, Mass Zur Emanzipation bis 1860 siehe: Rainer ERB, Werner BERGMANN, Die Nachtseite der Judenemanzipation. Der Widerstand gegen die Integration der Juden in Deutschland , Berlin RÜRUP, Emanzipation und Antisemitismus, Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

16 Politik der einzelnen deutschen Staaten sehr unterschiedlich. Solange aber in den Nachbarstaaten noch eine rückständige Gesetzgebung in Kraft war, konnten vereinzelte Emanzipationsversuche nicht fruchten. Eine neue, "aufgeklärte", also nicht mehr rein religiös definierte Judenfeindschaft fand ihre Anfänge im deutschen Idealismus und läßt sich von Kant, Herder, Hegel und Fichte bis in die Mitte des Jahrhunderts verfolgen. 14 Seit der Revolution war die Judenfeindschaft durch Werke wie Paul de Lagardes "Deutsche Schriften", Otto Naudhs "Die Juden und der deutsche Staat" oder Gobineaus "Essai sur l'inégalité des Races" und deren Rezeption (z.b. durch Wagner, siehe unten) wach gehalten und in eine neue Richtung gelenkt worden, hatte aber bis zum Börsenkrach 1873 zu wenig öffentliche Resonanz, um eine breite Bewegung loszutreten. Die Zuerkennung der vollen bürgerlichen Rechte an die jüdische Bevölkerung war im Wechsel zu einer kapitalistischen bürgerlichen Gesellschaft nur eine Reform von vielen, die im Zuge der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Neuorientierungen der liberalen Epoche durchgeführt wurden. Das Ziel der Emanzipationspolitik war gewesen, die Juden gesellschaftlich zu integrieren. Die Juden Europas waren überzeugt gewesen, daß mit der rechtlichen Gleichstellung die "jüdische Frage" gelöst sei. Integration war aber sowohl für Politiker und Beamte als auch für große Teile der Öffentlichkeit gleichbedeutend mit Assilimation. Als Preis für die rechtliche Gleichstellung sollte die Identität als soziale Gruppe aufgegeben werden. Die tonangebenden Werte waren im Deutschen Reich bis zur konservativen Wende 1878/79 von liberalen bürgerlichen Ideen und Normen geprägt. Dadurch wurde eine offene Diskriminierung auf Grund der religiösen Orientierung nicht mehr toleriert. Die traditionellen Stereotype gingen in modernisierter Form in der "neuen" Ideologie der Antisemiten auf. Ihre 14 Paul Lawrence ROSE, Revolutionary Antisemitism in Germany. From Kant to Wagner, Princeton, N.J., Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

17 Gegenpositionen zur herrschenden liberalen Position nicht nur in der Frage der jüdischen Emanzipation ließen die Antisemiten in ihrer Selbstwahrnehmung als Revolutionäre gegen das gesellschaftliche System erscheinen, obwohl sich ihre Ideologien explizit auf eine gemeinsame Vergangenheit als Abstammungsgemeinschaft richteten. Erklärtes politisches Ziel der neu orientierten Antisemiten war die Aberkennung der emanzipatorischen Rechte, in antisemitischer Diktion die "Entmachtung des Judentums". Der Begriff "Antisemitismus" wird als politische Kategorie ab dem Ende der 1870er Jahre verwendet. Im Umkreis des Journalisten Wilhelm Marr geprägt, diente er zur Selbstbezeichnung jener politisch-sozialen Bewegung, die die vermeintliche Macht des Judentums als Hauptursache ökonomischer, sozialer und kultureller Mißstände ansah. Der in der Presseabteilung des Auswärtigen Amts beschäftigte Journalist Moritz Busch hatte als erster die Idee einer politischen Organisation, deren einziger Zweck der radikale Antisemitismus sein sollte, ausgesprochen. In diesem Sinne gründete Wilhelm Marr 1879 die "Antisemiten-Liga", deren Ziel es war, nichtjüdische Deutsche jeder Herkunft zusammenzubringen, um das deutsche Vaterland vor der "totalen Judaisierung" zu retten. "Ich bin überzeugt, ich habe ausgesprochen, was Millionen Juden im stillen denken: Dem Semitismus gehört die Weltherrschaft" 15. Marr, ein erfolgloser Journalist, bediente sich, um dem entgegenzuwirken, eines rassisch definierten Antisemitismus und einer radikalen Sprache. Sein Rassismus lehnte sich an Eugen Dühring an. Dühring ("Die Judenfrage als Frage des Rassencharakters und seine Schädlichkeit für die Völker-Existenz, Sitte und Kultur", Berlin 1881) führte alle "jüdischen" Eigenschaften auf die Rasse zurück und sah als einzige Möglichkeit zur 15 Wilhelm MARR, Der Sieg des Judenthums über das Germanenthum. Vom nicht confessionellen Standpunkt aus betrachtet, Bern 1879, 46ff., zit. nach Thomas NIPPERDEY, Reinhard RÜRUP, "Antisemitismus", in: Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache, hg. von Otto Brunner, Werner Conze und Reinhart Koselleck, Bd. 1, Stuttgart 1972, 137. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

18 Rettung der "besseren" Völker eine rigide Ausnahmegesetzgebung mit dem letzten Ziel, das deutsche Reich "judenfrei" zu machen. Marr übersteigerte diese Vorstellungen noch dahingehend, daß er behauptete, die Juden wollten das Germanentum besiegen. 16 Die neugeschaffene Selbstdefinition als "Antisemiten" sollte die Distanz zur traditionellen religiös argumentierten Judenfeindschaft signalisieren. 17 Die Trennungslinie verlief nun nicht mehr zwischen christlich und jüdisch, sondern zwischen germanisch und jüdisch. Die ursprünglich auf der Suche nach einer naturwissenschaftlichen Klassifizierung der Menschheit zu Beginn des 19. Jahrhunderts getroffene Einteilung der Menschen in Rassen übernahm durch die Vorstellung einer Übereinstimmung der physisch definierten Rasse mit der kulturellen Kategorie Volk eine ideologische Rolle. Im Gegensatz zu den Kolonialländern, in der sie die Trennung von Herren- und Sklavenvölkern rechtfertigen sollte, diente die Rassentheorie in den deutschen Staaten in erster Linie der Integration. Erst nach der Reichsgründung wurde verstärkt der Aspekt des "Fremden" und als dessen Inbegriff die Juden betont. 18 Die vergleichende Sprachwissenschaft suchte in Folge der Entdeckung der Verbindungen verwandter Sprachen seit Ende des 18. Jahrhunderts nach dem Stammesursprung, dem "Urvolk". Der Ausdruck "semitisch" war ebenso wie "indogermanisch" bald in den Geisteswissenschaften, vor allem der Ethnologie, als nicht nur unterscheidender, sondern vor allem wertender Terminus in 16 zu Marr siehe: Mosche ZIMMERMANN, Wilhelm Marr, The Patriarch of Antisemitism, New York/Oxford 1986, (hebräische Ausgabe 1982). 17 siehe dazu: Werner BERGMANN, Völkischer Antisemitismus im Kaiserreich, in: Handbuch zur "Völkischen Bewegung", hg. von Uwe Puschner, Walter Schmitz und Justus H. Ulbricht, München/New Providence/London, Zu einer einheitlichen Einteilung des Antisemitismus in seine verschiedenen Strömungen konnte man sich bisher nicht einigen. Meiner Meinung ist dieses Unterfangen auch nahezu unmöglich, da gerade diese Strömung Menschen mit verschiedensten Ideen in der Suche nach einem Feindbild vereinheitlichte. 18 Rolf Peter SIEFERLE, Rassismus, Rassenhygiene, Menschenzuchtideale, in: Handbuch zur völkischen Bewegung, , hg. von Uwe Puschner, Walter Schmitz und Justus H. Ulbricht, München 1996, Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

19 Gebrauch. 19 Die Völker der indogermanischen Sprachgruppe wurden in einer schwärmerischen Identifikation mit der vorderasiatischen/indischen Herrschergruppe der Arier (Sanskrit für "edel") gleichgesetzt. Solche Ungenauigkeiten in der Begriffsbildung führten zu Schwierigkeiten und damit zu weiteren spekulativen Konstrukten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging der Begriff "Semit" in den allgemeinen Sprachgebrauch der Gebildeten und der Politik ein. Immer häufiger wurde er in der Alltagssprache von der sprachwissenschaftlichen Bedeutung abweichend als modisches Synonym für "Jude" verwendet. Der Begriff zielte auf eine Bestimmung der Abstammung ab. Neben diesem Gebrauch wurde "Semit" oder "Jude" als abwertende Bezeichnung benutzt, und zwar auch für Nichtjuden. 20 Joseph Arthur Comte de Gobineaus "Essai sur l'inégalité des races humaines" (Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen, 4 Bde., ) hatte mit seinem Rassenstandpunkt großen Einfluß auf die ideologische Diskussion. Seiner Ansicht nach standen am Beginn der menschlichen Entwicklung die drei Rassegruppen "weiß, gelb und schwarz" mit sehr unterschiedlichen körperlichen, aber auch geistigen Qualitäten, die im Laufe der Geschichte durch Mischung einen Prozeß durchlaufen, der zwar zu Vielfalt, aber zu stetiger Degeneration geführt hätte. Selbstverständlich nahm in der Wertordnung die weiße Rasse den höchsten Platz ein, ihr attestierte Gobineau ein Maximum an Schönheit, Geisteskraft und Stärke, und als einziger die Fähigkeit zu Kultur. Gobineau erhob den Anspruch, mit seiner Theorie den Lauf der Geschichte einzig durch das Prinzip der Rasse zu erklären und so auch die zukünftige Entwicklung vorhersehen zu können. Gobineaus Meinungen sind insofern für Bernhard Förster bedeutend, als sie auf dem Umweg über Richard Wagners 19 im Folgenden nach der Definition von Thomas NIPPERDEY/Reinhard RÜRUP, "Antisemitismus", in: Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache, Bd. 1, Stuttgart 1972, Thomas NIPPERDEY/Reinhard RÜRUP, "Antisemitismus", in: Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache, Bd. 1, Stuttgart 1972, 135. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

20 Rassentheorien sein Denken bereits vor der breiten Gobineau- Rezeption in Deutschland 21 beeinflußt haben. Im Gegensatz zu Gobineaus resignativer Haltung hielt Wagner eine Regeneration für möglich. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war der Stern der wissenschaftlichen rassentheoretischen Weltdeutung bereits wieder im Sinken. Kulturalistische Erklärungen traten in den Vordergrund, die Rassentheoretiker bildeten vorerst nur eine "sektiererische Außenseiterszene" 22, die sich wenig um wissenschaftliche Ergebnisse kümmerte und nur mehr ideologisierte. Allerdings war der vage Rassebegriff tief in den Wortschatz und die Vorstellungswelt eingedrungen. 1.1 Wirtschaftliche Ursachen: der Börsenkrach Die dem Börsenkrach 1873 folgende Depression verhalf den radikalen Randgruppen zu steigender Popularität, die die wirtschaftlichen Probleme aus ihrem Kontext lösten und vereinfachten, indem sie einen Schuldigen an den Pranger stellten. Die "Gründerkrise", eine weltweite Überproduktionskrise, die durch Spekulationen ausgelöst wurde und vom Wiener Börsenkrach im Mai 1873 ihren Ausgang nahm, erfaßte das Deutsche Reich stärker als andere europäische Staaten. Die deutsche Wirtschaft war seit Mitte des Jahrhunderts durch die ihren Nachholbedarf rasant aufholende fortschreitende Industrialisierung rasch gewachsen, was zu einem überhöhten Optimismus und dem Gründungs-Boom in den frühen siebziger Jahren führte. Diese Entwicklung wurde durch die schnelle Leistung der französischen Reparationszahlungen von 1871 und die Einführung der Goldwährung verstärkt. Ökonomisch unerfahrene Bevölkerungsteile erhofften in völliger 21 Durch Ludwig Schemann, einen Freund R. Wagners, der in Bayreuth Einfluß hatte, Rolf Peter SIEFERLE, Rassismus, Rassenhygiene, Menschenzuchtideale, in: Handbuch zur völkischen Bewegung, , hg. von Uwe Puschner, Walter Schmitz und Justus H. Ulbricht, München 1996, 441. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

21 Überschätzung der Profitmöglichkeiten durch Aktienbeteiligungen zu raschen Gewinnen zu kommen. Dazu zählten auch Bildungsbürger, die durch die Zunahme der Wichtigkeit von Wirtschaft und Industrie zusätzlich in eine Identitätskrise gerieten. 23 Vom Börsenkrach besonders betroffen war die Eisenindustrie, was zu einer erheblichen Zahl von Entlassungen führte; die Landwirtschaft litt unter der verminderten Kaufkraft; die kleinen Anleger mußten Kapitalverluste hinnehmen. Das schnelle Wachstum hatte soziale Übergangsprobleme verursacht, deren Lösungen nicht mithalten konnten und die eine allgemeine Verunsicherung verursachten. Deshalb fielen die Reaktionen auf den Börsenkrach zum Teil überzogen aus; Unsicherheit, Unzufriedenheit und Pessimismus griffen um sich. Darüberhinaus war mit der Einführung der Gewerbefreiheit (1869 im Norddeutschen Bund, 1872 für das gesamte Reich) die Macht der Zünfte weitgehend zusammengebrochen, was im Mittelstand für weitere Verunsicherung sorgte. 24 Die Benennung eines Sündenbocks schien die Krise für manche Menschen leichter begreifbar zu machen. Da von der beruflichen Struktur und der politischen Orientierung der jüdischen Oberschicht her eine Identifikation zwischen Modernisierung, Kapital und Judentum begünstigt werden konnte, lag es bei einer undifferenzierten Sichtweise offensichtlich nahe, die Rolle des Sündenbocks abermals den Juden zuzuschieben. 25 Wie Parlamentarismus und Liberalismus galt das Börsenwesen den Antisemiten als vorwiegend jüdisches Übel: "Nicht nur in Berlin, Wien, Frankfurt a. M. [...] sind die Börsianer zu neun Zehntel Juden resp. getaufte Juden: auch an den Börsen von London und Paris dominiren die Juden [...]. Ich stehe aber nicht an, auch zu behaupten: von den Gründungen der Schwindelperiode in Deutschland fallen gut 90 Prozent auf die 23 JOCHMANN, Gesellschaftskrise, Heike HOFFMANN, Völkische Kapitalismus-Kritik, in: Handbuch zur Völkischen Bewegung, , hg. von Uwe Puschner, Walter Schmitz und Justus H. Ulbricht, München 1996, RÜRUP, Emanzipation, 87ff. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

22 Juden" 26, schrieb Otto Glagau in seiner in der 'Gartenlaube' veröffentlichten und später als Buch einflußreich gewordenen Artikelserie "Der Börsen- und Gründungsschwindel in Berlin". Glagau war einer der meistgelesenen antisemitischen Autoren der 70er Jahre. Sein Slogan "Die soziale Frage ist wesentlich Judenfrage" sprach besonders die vom Wirtschaftsliberalismus benachteiligten Gruppen wie Kleinunternehmer, Handwerker, Gewerbetreibende und Bauern an. Otto Glagau stand der katholischen Zentrumspartei nahe und schloß sich später mit Bernhard und Paul Förster, Otto Böckel 27, Max Liebermann von Sonnenberg, Theodor Fritsch und A. König 28 zur "Deutschen Sieben" zusammen, aus der 1881 der Deutsche Volksverein entstehen sollte. Die Kapitalismuskritik brachte in Verbindung mit der Festmachung eines Schuldigen die Angst vor den Neuerungen des industriellen Zeitalters in ihrer antimodernen Tendenz auf den Punkt. Förster stand Glagau in der Heftigkeit seiner antikapitalistischen Kritik nicht nach: "Zunächst hat dieser Götzendienst, der Tanz um's goldene Kalb, zur Entstehung des Kapitalismus geführt, der uns vernichtet, wenn wir nicht ihn vernichten. Mit dem Kapitalismus aber Hand in Hand geht die Verachtung ehrlicher Arbeit." 29 Der Kapitalismus war für Förster das Grundübel der Zeit. Er war es, der die deutschen Ideale zerstörte und verhinderte. "Entweder bringen wir dieses Judenthum mit der Verehrung des Goldenen Kalbes aus uns heraus, oder wir sind rettungslos verloren und - verdienen es, verloren zu sein! Wer da um schnödes Gold die Schirmung der deutschen Cultur preisgiebt, verräth sein Vaterland, wird zum Verräther an dem Heiligsten des deutschen Volkes. Wir 26 Otto GLAGAU, Der Börsen- und Gründungsschwindel in Berlin. Leipzig 1876, S XXIV, zit. n. Hermann GREIVE, Geschichte des modernen Antisemitismus in Deutschland, Darmstadt 1983, Bibliothekar, Sammler von Volkssagen ("Die Juden - Könige unserer Zeit", "Die Quintessenz der Judenfrage", Marburg ), kandidiert in Marburg für die Antisemiten, wird von Stoecker und auch Fritsch wegen seiner "linken" Forderungen angegriffen; siehe PULZER, The Rise of Political Anti- Semitism, 102ff wurde Böckel in Hessen als erster Antisemit in den Reichstag gewählt. JOCHMANN, Gesellschaftskrise, Gründer des Vereins "Rabattsparmarke". 29 FÖRSTER, Das Verhältniss des modernen Judenthums zur deutschen Kunst, Berlin 1881, 52. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

23 lesen in den alten Gesetzbüchern, dass bei den Ostgothen der, welcher sein Vaterland dem Feinde verrieth, gehängt ward, und zwar an einem dürren Baum. - Ich glaube nicht, dass der furchtbare Winter dieses Jahres so viel Bäume dürr gemacht hat, dass ein Jeder Verräther unter uns Deutschen seinen Galgen fände. Denn ich wiederhole es: Diese Phrasendrescher im Parlament und sonst wo, diese Broschürenschreiber, - sie sind Marionetten, - und den Beweger des goldenen Drahtes - wir kennen ihn!" 30 Die deutschen Juden waren politisch überproportional dem linken Lager zugeneigt bzw. dort politisch engagiert (z.b. Marx, Lassalle, Singer als Sozialisten; Lasker und Bamberger als Liberale), sie waren auf Grund der historischen Entwicklung verhältnismäßig stark im Bankwesen, im Handel und der Presse vertreten, lebten zu einem höheren Anteil in Großstädten, waren sozial und räumlich mobiler als der Durchschnitt. 31 Die daraus erklärbare Identifikation von Judentum und Modernität, die sich im Laufe der Emanzipationsdiskussion unter dem Eindruck des Wandels des traditionellen Judentums und den daraus entstehenden kulturellen und soziologischen Besonderheiten entwickelt hatte, fand in antimodernen Kreisen besondere Resonanz, die zu einer Subsumierung aller als negativ empfundenen Zeiterscheinungen als "jüdisch" führen konnte. Der Rückgriff auf vorhandene Vorurteile und den christlichen Judenhaß ersetzte dabei jede Form von sachlicher Argumentation. Damit wurde aber von einer Grundlage ausgegangen, die sowieso nur mehr eine negative Beurteilung des Judentums möglich machte. Die Ausweitung der Diskussion auf nahezu alle Lebensbereiche führte schließlich zu einer Überhöhung der Judenfrage auf eine den Bereichen Religion, Wirtschaft und Politik übergeordnete 30 FÖRSTER, Judenthum, siehe dazu J. TOURY, Soziale und politsche Geschichte der Juden in Deutschland Zwischen Revolution, Reaktion und Emanzipation, Düsseldorf 1977; ders., Die politischen Orientierungen der Juden in Deutschland, Tübingen 1966; Hermann GREIVE, On Jewish Self-Identification. Religion and Political Orientation, in: LBIYB XX, 1975, 35-46; Shulamit VOLKOV, Die Juden in Deutschland , München 1994, 42ff. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

24 Ebene als prinzipiellen Gegensatz von "Deutschtum" und "Judentum". Die moderne Form der Judenfeindschaft präsentierte sich als umfassende Weltanschauung auf der Grundlage von Rassentheorien, Geschichts- und Gesellschaftsanalysen. Tatsächlich wurden gesellschaftliche Mißstände aber nicht einer kritischen Analyse unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen unterzogen, sondern lediglich nach Schuldzuweisungen gesucht. Diese bündelten sich in einer konservativen Revolution gegen das vorherrschende liberale Emanzipations- und Fortschrittsmodell, dem eine Reihe von "Anti-Haltungen" entgegengesetzt wurde: der politische Antisemitismus definierte sich als bürgerliche Gegenbewegung zur Moderne, als antisozialistisch (was eine sozialrevolutionäre Richtung im antisemitischen Lager nicht ausschloß), antikapitalistisch, antiemanzipatorisch und antiliberal. Schließlich wurde in einem weiteren Vereinfachungsschritt das abgelehnte System personifiziert, indem es mit dem Judentum gleichgesetzt wurde. "'Semitismus' war Synonym oder Ursache für den Kapitalismus, für die aus den Bindungen von Zünften, Ständen und Kirchen sich befreiende bürgerlich-liberale Gesellschaft, für ihre antagonistische und pluralistische Struktur, für die Auflösung der Tradition, für die Traditionskritik der Literaten, für die Macht der Presse, für linksliberale, aufklärerische und westlich-demokratische, ja auch schon für sozialistische Ideen, für den 'Materialismus' und die 'Veräußerlichung' der Zivilisation, schließlich für den vermeintlichen Mangel an nationaler Integration, an wahrem Deutschtum im Reich von 1871." 32 Gleichzeitig mit der inhaltlichen Ablehnung der Moderne bediente sich die Bewegung moderner Mittel: sie machte sich die Rassetheorie zueigen; und trug ihrer Form nach Züge der Moderne: sie organisierte sich in politischen Parteien, war populistisch, nutzte eigene Medien zur Verbreitung ihrer 32 Thomas NIPPERDEY/Reinhard RÜRUP, "Antisemitismus", in: Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache, Bd. 1, Stuttgart 1972, 136. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

25 Ideologie, wollte die Massen mobilisieren. Jene Unzufriedenen, denen die oberflächliche Schuldzuweisung an eine Gruppe befriedigendes Welterklärungsmodell war, fanden mit dem Gegenbegriff "Antisemitismus" ein neues Schlagwort für ihre Weltanschauung. Als Magnet für wirtschaftlich und sozial vermeintlich Benachteiligte erkannt, wurde der Antisemitismus bald auch seitens der Katholiken im Umkreis der Zentrumspartei instrumentalisiert und gewann in der protestantischen konservativen Politik an Bedeutung. 33 Die Ultramontanen machten das Judentum aufgrund seiner Verbindung mit dem Liberalismus für Bismarcks antikatholische Haltung im Kulturkampf verantwortlich erschien in der ultrakonservativen Kreuzzeitung eine antisemitische Artikelserie über "Die Aera Bismarck, Delbrück und Camphausen", die den Eindruck vermitteln sollte, daß Bismarck im Schlepptau jüdischer Financiers eine Politik betreibe, die die Juden bevorzuge. Dabei sparte die Kreuzzeitung nicht mit antijüdischen Stereotypen. Diesen Kurs nahm auch die "Germania", die Zeitung des Zentrums, auf. Ihre Leitartikelserie über die Judenfrage unterstellte den Juden, Rom vernichten zu wollen und durch ihre Börsengeschäfte Deutschland indirekt zu regieren. Die Argumentation der "Germania" nahm bereits die Programme der Antisemitenparteien vorweg Stoecker und Treitschke Ab 1879 wurden die ersten Vereine gegründet, die den Antisemitismus in den Mittelpunkt ihrer Programme stellten. 35 Durch die Wahlniederlage der Nationalliberalen und der Fortschrittspartei bei den Reichs- und Landtagswahlen von 1878 und 1879 war die Position der politisch überwiegend liberal 33 zur Haltung des Zentrums zum Antisemitismus siehe Uwe MAZURA, Zentrumspartei und Judenfrage 1870/ Verfassungsstaat und Minderheitenschutz, Mainz Kurt WAWRZINEK, Die Entstehung der deutschen Antisemitenparteien, Berlin 1927, 12ff. 35 BERGMANN, Antisemitismus im Kaiserreich, 452f. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

26 orientierten Judenschaft geschwächt worden. Die antiliberale Haltung und Agitation des Kanzleramtes nach Bismarcks Kurswechsel 1878/79 boten der "Berliner Bewegung" darüber hinaus beste Voraussetzungen. Die Zahl derer, die aus bloßem Opportunismus ihre konservative Grundhaltung und die Ablehnung des Liberalismus entdeckten, war groß. 36 Im Zentrum dieser Bewegung stand der Hofprediger Wilhelms I, Adolf Stoecker, der die "Christlich-Soziale Arbeiterpartei" gründete, mit der er ursprünglich eine Alternative zur religionskritischen Arbeiterbewegung schaffen wollte. 37 Er trat für das Zunftwesen und für Luxusbesteuerung ein, übernahm einige Forderungen wie direkte Einkommens- und Erbschaftsbesteuerung und Arbeitszeitregulierung von der Arbeiterbewegung, andere Programmpunkte überschnitten sich mit den Zielen der katholischen Zentrumspartei: Sonntagsarbeitsverbot und Einschränkung der Frauen- und Kinderarbeit. Stoeckers Politik blieb vorerst erfolglos: bei den Reichstagswahlen 1878 erhielt Stoecker in den drei Bezirken, in denen seine Partei antrat, nur 1421 von Stimmen (2,65 %). 38 Stoecker stellte bald fest, daß Reden mit antisemitischer Argumentation regen Zulauf fanden. Weniger die ursprüngliche Zielgruppe Stoeckers, die Arbeiter, sondern der unzufriedene Mittelstand garantierte Stoecker reichlich Zuhörerschaft. Stoecker konzentrierte seine verbalen Angriffe nicht mehr auf die durch Bismarcks Sozialistengesetz 39 (1878) ohnehin in ihren Handlungsmöglichkeiten eingeschränkten Sozialisten, sondern auf das liberale Lager und das Judentum JOCHMANN, Gesellschaftskrise, zu Stoecker siehe Günter BRAKELMANN, Martin GERSCHAT, Werner JOCHMANN (Hg.), Protestantismus und Politik. Werk und Wirkung Adolf Stoeckers, Hamburg 1982; zur Rolle der protestantischen Tradition für den modernen politischen Antisemitismus siehe JOCHMANN, Gesellschaftskrise und Judenfeindschaft, siehe Franz MEHRING, Geschichte der deutschen Sozialdemokratie, Berlin 1960, ; WAWRZINEK, Antisemitenparteien, 22, n vgl. dazu Heinrich August WINKLER, Vom linken zum rechten Nationalismus. Der deutsche Liberalismus in der Krise von 1878/79, in: Geschichte und Gesellschaft 4 (1978), Richard S. LEVY, The Downfall of the Anti-Semitic Political Parties in Imperial Germany, New Haven and London 1975, 17ff. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

27 Einer der prominentesten Männer in der Diskussion um den neuen Antisemitismus war der Historiker Heinrich von Treitschke. War Stoecker der Auslöser des aufflammenden Antisemitismus des Mittelstandes, so konnte Treitschke die Vorreiterrolle in gebildeten Kreisen für sich in Anspruch nehmen. Er löste im November 1879 mit dem ersten Beitrag einer Artikelserie in den von ihm herausgegebenen Preußischen Jahrbüchern 1879/80 den sogenannten "Berliner Antisemitismusstreit" 41 aus: "der Instinkt der Massen hat in der That eine schwere Gefahr, einen hochbedenklichen Schaden des neuen deutschen Lebens richtig erkannt; es ist keine leere Redensart, wenn man heute von einer deutschen Judenfrage spricht." 42 Treitschkes Analyse der politischen Lage löste eine Debatte in akademischen Kreisen aus, die sich über ein Jahr hinzog. Im Gegensatz zu den bisher genannten Agitatoren Marr, Glagau und Stoecker gehörte Treitschke der intellektuellen und akademischen Elite des Deutschen Reichs an. Er war Professor für Geschichte in Berlin und - zuerst nationalliberales, dann parteiloses - Mitglied des Reichstags von 1871 bis Treitschkes Nationalkonzept schloß in der Tradition der deutschen Romantik die Mehrheit der deutschen Juden aus der Konzeption von Volk aus. Er löste eine Debatte aus, die zur Spaltung des Bildungsbürgertums führte. Treitschke distanzierte sich dabei von der Berliner Bewegung, sprach aber unter Berufung auf den "Instinkt der Massen" dem Antisemitismus deshalb Berechtigung zu, weil er eine schwere Gefahr für das Deutsche Reich richtig erkannt habe: "Was wir von unseren israelitischen Mitbürgern zu fordern haben, ist einfach: sie sollen Deutsche werden, sich schlicht und recht als Deutsche fühlen - unbeschadet ihres Glaubens und ihrer alten heiligen Erinnerungen, die uns allen ehrwürdig sind; denn wir wollen nicht, daß auf die Jahrtausende germanischer 41 Siehe dazu Walter BOEHLICH (Hg.), Der Berliner Antisemitismusstreit, Frankfurt/Main "Unsere Aussichten", Preußische Jahrbücher 44, 1879, , zit. n. Boehlich, Antisemitismusstreit, 7. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

28 Gesittung ein Zeitalter deutsch-jüdischer Mischcultur folge." 43 Gleichzeitig sprach sich Treitschke gegen die aus dem Osten einwandernden Juden aus und schürte damit das negative Ostjudenbild im Deutschen Reich. 44 Bis in die späten 70er Jahre war der radikale Antisemitismus eine gesellschaftlich wenig anerkannte Randerscheinung gewesen. Antijüdisches Ressentiment hatte sich in der Verwendung von - weitgehend unwidersprochenen - negativen Stereotypen geäußert. Die Bedeutung von Treitschkes Äußerungen liegt darin, daß er damit die Judenfeindschaft in "gutbürgerlichen" Kreisen salonfähig machte, die sich vom "Radauantisemitismus" seiner Form wegen distanzierten, ihn aber inhaltlich entschuldigten. So gestand Treitschke der Bewegung Berechtigung zu, da es ein Gewinn sei, "daß ein Uebel, das Jeder fühlte und Niemand berühren wollte, jetzt offen besprochen wird. [...] Bis in die Kreise der höchsten Bildung hinauf, unter Männern, die jeden Gedanken kirchlicher Unduldsamkeit oder nationalen Hochmuths mit Abscheu von sich weisen würden, ertönt es heute wie aus einem Munde: die Juden sind unser Unglück!" 45 Treitschkes Aufforderung an die Studenten, die von Förster initiierte Antisemitenpetition zu unterstützen, zeigte große Wirkung: fast die Hälfte aller Berliner Studenten unterschrieb. Obwohl sich Treitschke ursprünglich nicht als Parteigänger der Antisemiten sah, versteifte er sich in der Abwehr der gegen ihn gerichteten Vorwürfe immer mehr auf eine Position, die sich jenseits einer Tatsachenargumentation auf gefühlsbetonte Hetzrhetorik beschränkte. Demgemäß fühlten sich auch die radikalen Antisemiten bemüßigt, auf Treitschkes Seite in die Auseinandersetzung einzusteigen, was den Tonfall der öffentlichen Auseinandersetzung weiter verschärfte. 43 "Unsere Aussichten", Preußische Jahrbücher 44, 1879, , zit. n. Boehlich, Antisemitismusstreit, zum Ostjudenbild siehe: Massimo FERRARI ZUMBINI, Große Migration und Antislawismus: Negative Ostjudenbilder im Kaiserreich, in: Jahrbuch für Antisemitismusforschung 3, 1994, "Unsere Aussichten", Preußische Jahrbücher 44, 1879, , zit. n. Boehlich, Antisemitismusstreit, 11. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

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