Bernhard und Elisabeth Försters NUEVA GERMANIA in Paraguay. Eine antisemitische Utopie

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Bernhard und Elisabeth Försters NUEVA GERMANIA in Paraguay. Eine antisemitische Utopie"

Transkript

1 Bernhard und Elisabeth Försters NUEVA GERMANIA in Paraguay Eine antisemitische Utopie Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien Daniela Kraus im Dezember 1999 Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

2 INHALTSVERZEICHNIS Einleitung Voraussetzungen 1. Antisemitismus im Deutschland der 1870/80er Jahre 1.1 Wirtschaftliche Ursachen: der Börsenkrach 1.2 Stoecker und Treitschke Protagonisten 2. Bernhard Försters Rolle in der Berliner Bewegung 2.1 Försters Weltanschauung Försters Antisemitismus und seine Auffassung vom deutschen Volk Was hebt das deutsche Volk von allen anderen ab? Der Verfallsprozeß Das Judentum als Gegenpol 2.2 Försters Lösungsansätze - seine politischen Aktivitäten Der Deutsche Volksverein Bockversammlung und Reichshallenrede Die Antisemitenpetition von 1880/ Handgreiflichkeiten: Die Kantorowicz-Affäre Antisemitische Kongresse Exkurs: Die Reaktion auf die antisemitischen Feindseligkeiten 2.3 Persönliche Folgen der Agitation und der Anlaß zur Auswanderung: das Disziplinarverfahren gegen Bernhard Förster 3. Elisabeth Nietzsche 3.1 Die Schwester 3.2 Der Bruch mit Nietzsche "Diese verfluchten Antisemiten-Fratzen sollen nicht an mein Ideal greifen!" Bernhard Förster und Richard Wagner 3.3 Elisabeth Nietzsche und Bernhard Förster 3.4 Warum ist Elisabeth Nietzsche von der Vertrauten ihres Bruders zur Gefährtin Bernhard Försters geworden? Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

3 Nueva Germania 4. Idee und Planung 4.1 Paraguay: Einwanderung 4.2 Kolonialenthusiasmus im Deutschen Reich 4.3 Bernhard Försters Ideal eines Neu-Deutschland 4.4 Försters erste Paraguay-Reise Die letzten Tage im Deutschen Reich 5. Endlich! Auf nach Amerika 5.1 Der Landkauf 5.2 Am 1. Oct beginnt der Geschäftsbetrieb 5.3 "Aber freilich es kostet auch ein unglaubliches Geld, das hätte ich auch nicht vorher gedacht." Der Grundstein für das Scheitern Finanzielle Verpflichtungen Infrastrukturkosten Einnahmequellen 5.4 Die Fehler in der Wahl des Kolonisationsgebietes 5.5 Die"geistigen Söhne R. Wagners" Siedlerlisten Die Auswanderungsmotivation Oscar Erck, Fritz Neumann, Franz Kaiser, Familie Reichert Alltag in Neu Germanien 5.6 Wie lebten Elisabeth und Bernhard Förster? Was waren die Aufgaben, die Elisabeth Förster zu erledigen hatte? Und was tat Förster? "Die Ehe ist doch für mich ein gar zu gefahrvolles Meer gewesen" 5.7 Försters Tod 6. Försters Hinterlassenschaft Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

4 Epilog Abbildungen Abbildungsverzeichnis Quellen- und Literaturverzeichnis Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

5 Diese Dissertation enstand mit Hilfe eines Doktoratsstipendiums der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

6 Einleitung Amerika zog im 19. Jahrhundert Millionen europäischer Auswanderer an. Die Gründe für die Emigration waren mannigfaltig: Abenteuerlust, Hoffnung auf Wohlstand, Unzufriedenheit in der Heimat. Organisierte Gruppenwanderung hatte oftmals einen ideologischen Hintergrund. Eine Gruppe Australier wollte in Paraguay eine sozialistische Utopie verwirklichen, die Mennoniten strebten nach religiöser Autonomie wurde im Zentrum Paraguays von einem Deutschen eine Kolonie mit dem programmatischen Namen Nueva Germania gegründet. Hier sollte ein Gemeinwesen entstehen, als dessen Vorbild eine ideologisch erhöhte germanische Vergangenheit diente. Dieser Plan entstand vor dem Hintergrund einer populären Zeitströmung, die sich ihrer Unzufriedenheit nicht anders als durch reaktionäre Vergangenheitsbeschwörung und Erhöhung der eigenen Identität durch Ablehnung des Fremden zu erwehren wußte. Die verschiedensten Spielarten sozialer, wirtschaftlicher und politischer Unzufriedenheit fanden sich in einer Weltanschauung zusammen, in der die Ablehnung des Judentums als Verkörperung aller Mißstände bei gleichzeitiger Aufwertung des Deutschtums eine Schlüsselposition einnahm. Zur gleichen Zeit mehrten sich im Deutschen Reich jene Stimmen, die eine gezielt gelenkte Auswanderung zur Wahrung des Deutschtums und zum Nutzen der Heimat forderten. Die Gründung der Kolonie Nueva Germania verdeutlicht beispielhaft die Feindbilder und Wunschträume der reformerischen antisemitischen Bewegung der 1880er Jahre. Nueva Germania sollte die Verwirklichung eines Weltbildes möglich machen. Der Initiator dieses Unternehmens, Bernhard Förster, war nicht nur ein Mitläufer der Bewegung, er war einer der 1 siehe zu Nueva Australia Harold V. LIVERMORE, New Australia, in: The Hispanic American Historical Review, 1950, ; und zu den Mennoniten Günther J. BERGMANN, Auslandsdeutsche in Paraguay, Brasilien, Argentinien, Bad Münstereifel 1994, Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

7 prominenten Protagonisten ihres politischen Flügels. Zum Verständis der Geisteshaltung, die Nueva Germania zugrunde liegt, untersuche ich im ersten Teil dieser Arbeit die Ansichten und die Persönlichkeit Bernhard Försters. Das Zusammenspiel von Försters Konstitution mit den antifortschrittlichen Strömungen der Zeit wird so die Entstehung Nueva Germanias verständlich machen. Anhand seiner Schriften soll ein Eindruck von Försters Weltbild entstehen, dessen Mangel an Originalität und Tiefe zugunsten eines populistischen Radikalismus ins Auge sticht. Mit der Beschreibung von Försters Agitation und ihren Folgen für seine Biographie will ich weiters die Konturen seiner Person nachzeichnen. Obwohl dieser Mann sich als unbeirrbaren Idealisten betrachtete, beeinflußten auch persönliche Überlegungen seine endgültige Entscheidung zur Auswanderung nachhaltig. Letzteres gilt in besonderem Ausmaß auch für seine Frau Elisabeth Förster (die sich später als Nachlaßverwalterin ihres Bruders Förster-Nietzsche nannte), in deren Motiven zur Beschreitung des Weges als "Koloniemutter" sich ebenfalls die Umbruchstimmung der Zeit spiegelt. Ohne diese praktisch veranlagte Gefährtin wäre es dem träumerischen Förster nicht gelungen, seinen Plan zu realisieren. Die Auswanderung war für sie einerseits eine Flucht aus der ihr vorbestimmten Frauenrolle im kleinstädtischen bürgerlichen Pastorenmilieu, dessen Werten sie trotzdem verhaftet blieb, und andrerseits die persönliche Konsequenz des Bruches mit ihrem Bruder Friedrich Nietzsche, dessen zersetzende Kritik an ebendiesen bürgerlichen Moral- und Wertvorstellungen das weitere Zusammenleben der vordem eng verbundenen Geschwister unmöglich machte. Nur das Wechselspiel von Zeitgeist, politischer Realität und individuellen Charakteren konnte zur Verwirklichung dieser eigenartig anmutenden Koloniegründung führen. Im zweiten Teil der Arbeit will ich verdeutlichen, wie Förster sich sein rückwärtsgewandtes Utopia in Südamerika vorstellte und warum sich gerade Paraguay als Ort seiner Wahl Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

8 anbot. Es sei vorweggenommen, daß Försters Pläne wegen der finanziellen und geographischen Voraussetzungen von Anfang an zum Scheitern verurteilt waren. Leidtragende des Unternehmens waren jene Auswanderer, die auf ein besseres Leben in Übersee gehofft hatten. Mit einer Beschreibung des Alltags der Kolonisten und des Ehepaars Förster werde ich die Abweichung der Realität von den hochtrabenden Plänen des Gründers deutlich machen. Das Scheitern dieses Experiments zeigt die Schwächen einer Bewegung, die ihrem Selbstverständnis nach reformerisch wirken wollte. Ihre Träger glaubten, diesen Anspruch durch die Bestimmung von Schuldigen und deren Ausscheiden aus der Gesellschaft statt auf dem Weg einer fundierten Analyse bestehender sozialer Verhältnisse erfüllen zu können. In der Literatur konnte ich mich auf folgende Vorarbeiten stützen, wobei allen bisherigen Darstellungen Nueva Germanias eine Vernachlässigung des paraguayanischen Hintergrunds und des Siedleralltags in Nueva Germania gemein ist: 1932 erschien Erich F. Podachs Versuch einer der Tradition des Weimarer Nietzsche-Archivs widersprechenden historischen Untersuchung zum biographischen Umfeld Friedrich Nietzsches. Darin widmet Podach ein Kapitel "Bernhard und Eli Förster" 2, wo er sich vor allem gegen die Gleichsetzung der Philosophie Nietzsches mit den Ideen dessen Schwagers Förster wendet war Elisabeth Förster-Nietzsche als Leiterin des Nietzsche- Archivs in Deutschland hochangesehen. Podach zeigte mit einer Darstellung der Ideologie Bernhard Försters und der Begebenheiten in Paraguay die Schattenseiten Elisabeth Förster-Nietzsches. Seine Arbeit war Grundlage aller folgenden Darstellungen und diente auch für diese Untersuchung als Ausgangspunkt. Podach hatte noch den heute nicht mehr auffindbaren Nachlaß der "Kolonialgesellschaft für Paraguay, Chemnitz", die in enger Verbindung zu Nueva Germania stand, zur Verfügung. Seine Darstellung ist, soweit ich es überprüfen konnte, genau und quellengetreu. Freilich hatte Podach keinen 2 Erich F. PODACH, Gestalten um Nietzsche, Weimar 1932, Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

9 Zugang zu den Unterlagen des Nietzsche-Archivs (umso erstaunlicher das Wissen, das er hatte), außerdem war seine Arbeit von dem Vorhaben getragen, Elisabeth Förster-Nietzsche als leichtfertige Kolonisatorin zu entlarven und den über Förster beförderten antisemitischen Einfluß auf Nietzsche aufzuzeigen. Damit wird das Bild Elisabeth und Bernhard Försters etwas einseitig. H. F. Peters` Biographie "Zarathustra`s Sister. The Case of Elisabeth and Friedrich Nietzsche" 3 wurde 1977 in New York publiziert. Die Darstellung Nueva Germanias ( ) ist wie das gesamte Werk von der Tendenz, Elisabeth Förster- Nietzsche als "böse Antisemitin" einzustufen, geprägt und in der Quellenwiedergabe ziemlich unzuverlässig erschien in Leipzig Ben Macintyres "Vergessenes Vaterland" 4, auf dem auch die BBC-Dokumentation "Nietzsches kleine Schwester" von Candida Pryce-Jones basiert. Macintyre folgt im historischen Teil seines kurzweiligen Reiseberichts den Arbeiten Podachs oder Peters`, was im zweiten Fall große Ungenauigkeiten bedingen kann, auch die Angaben zu Paraguay beinhalten einige Fehler. Auf Basis einer sehr plakativen Darstellung fällt Macintyre das Urteil über einen "reinen" Nietzsche und eine böse Schwester. 5 Den einzigen Versuch, Elisabeth Förster-Nietzsche nicht auf die Rolle der Fälscherin und Antisemitin zu reduzieren, unternahm bislang Klaus Goch mit einem "Biographischen Porträt" 6. Bei seinem gelungenen Versuch, ein differenzierteres Bild von Elisabeth Förster-Nietzsche zu zeichnen, geht er auf zehn Seiten auch auf Nueva Germania ein, wobei seine Darstellung aber auf Podach und Peters basiert und somit Raum für weitere Forschung läßt. 3 Deutsch: H. F. PETERS, Zarathustras Schwester, München Ben MACINTYRE, Forgotten Fatherland. The search for Elisabeth Nietzsche, London In der BBC-Dokumentation "Nietzsches kleine Schwester" werden die heutigen Bewohner Nueva Germanias in dieses Schema einbezogen und als degenerierte Idioten dargestellt. 6 Klaus GOCH, Elisabeth Förster-Nietzsche. Ein biographisches Porträt, in: Luise F. PUSCH, Schwestern berühmter Männer, Frankfurt/Main Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

10 Neben diesen Arbeiten aus dem Umkreis der Nietzsche- Forschung gibt es zu Nueva Germania nur eine Arbeit Hannu Salmis, der über die Beschäftigung mit Wagner auf Förster gestoßen ist. 7 In seinem Aufsatz finden sich interessante Hinweise auf den Einfluß der Weltanschauung Richard Wagners auf Förster, zur Geschichte Nueva Germanias selbst bezieht sich Salmi lediglich auf die Schriften Försters und Elisabeth Förster-Nietzsche. Aus dem Bereich der Antisemitismusforschung gibt es keine Arbeiten über Nueva Germania. Bernhard Förster wird einige Male am Rande im Kontext der frühen antisemitischen Bewegung erwähnt, was insofern erstaunt, als er als Initiator der sogenannten Antisemitenpetition an Bismarck die spektakulärste politische Aktion der Zeit geliefert hat. Auch was die Forschung zur deutschsprachigen Auswanderung betrifft, gibt es keine über Marginalien hinausgehende Beschäftigung mit Nueva Germania. Insgesamt ist die Literatur zur deutschen Immigration in Lateinamerika mit Vorsicht zu genießen, da ein beträchtlicher Teil der Arbeiten von Autoren mit nationalen Tendenzen geschrieben ist, sodaß die Verherrlichung der deutschen Leistungen im Vordergrund steht. 8 Als Grundlagen meiner Untersuchung bearbeitete ich die Schriften Bernhard Försters, in einem geringeren Ausmaß jene Elisabeth Förster-Nietzsches, und stützte mich vor allem auf die Bestände 72 und 100 des Goethe- und Schiller-Archivs (GSA), Weimar, sowie die Archivalien des Polizeipräsidiums Berlin und des Königlichen Provinzial-Schul-Kollegiums im Brandenburgischen Landeshauptarchivs (BLHA), Potsdam, und die Akten des Deutschen Kolonialvereins zu Nueva Germania im Deutschen Staatsarchiv. (Siehe Quellenverzeichnis.) Im Archivo 7 Hannu SALMI, Die Suche nach dem germanischen Ideal. Bernhard Förster als Wegbereiter des Wagnerismus, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 6/1994, vergl. z. B. Hartmut Fröschle (Hg.), "Die Deutschen in Lateinamerika, Schicksal und Leistungen", Tübingen/Basel Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

11 Nacional de Asunción finden sich leider keine Unterlagen zu Gründung und Bestehen von Nueva Germania. 9 Ich möchte an dieser Stelle zu bedenken geben, daß im GSA in etwa eingegangene sowie circa ausgegangene Briefe an/von Elisabeth Förster-Nietzsche archiviert sind. Hinzu kommt die Korrespondenz Bernhard Försters, für die ich keine Zahlen angeben kann, aber immerhin sind Briefe von 354 verschiedenen Absendern im Findbuch aufgelistet. Des weiteren finden sich zum Teil ungeordnete Unterlagen zu Nueva Germania, die Notizzettel, Manuskripte, Skizzen, Zeitungsausschnitte, Pläne, Schuldner-, Gläubiger-, Siedler-, Haushalts-, Einkaufslisten und anderes mehr umfassen. Bis zu einem gewissen Grad ist die Überlieferung dieser Quellen vom Zufall beeinflußt. Teile von Elisabeth Förster- Nietzsches Unterlagen gingen ihrer eigenen Angabe nach in Paraguay verloren. Dazu kommt noch die Möglichkeit, daß gewisse Aufzeichnungen mit Absicht der Überlieferung entzogen wurden. Ordentlich geführte Geschäftsbücher über Nueva Germania finden sich im GSA zum Beispiel überhaupt nicht. Des weiteren konnte ich im Rahmen dieser Arbeit nur einen Bruchteil der Korrespondenzen bearbeiten. Daraus folgt, daß dem Zufall der Überlieferung ein weiterer Filter vorgesetzt wurde, nämlich der meiner persönlichen Auswahl aufgrund meines Interesses bzw. meiner Vermutungen, wo Hinweise zu finden seien. Am Ausgangspunkt meiner Arbeit stand mein Vorverständnis der handelnden Personen, des historischen Kontextes und der Bedeutung dieser Geschichte. Von diesem Vorverständnis ausgehend schlug ich zum Teil bewußt, zum Teil unbewußt verschiedene Wege in meiner Forschung ein. Erst in der Auseinandersetzung mit den Quellen und ihrer Einbettung in ihre kulturelle, geographische, zeitliche und soziale Entstehungsgeschichte konnte ich verschiedene Perspektiven einnehmen, die die Geschichte Nueva Germanias vorerst einmal für mich selbst verstehbar machten. Da ich das Geschehen also zuallererst mir selbst erklären mußte, konnte die Darstellung 9 schriftliche Auskunft vom Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

12 dieser Geschichte nur eine durch und durch subjektive, von meiner zeitlichen Perspektive und meinen Wertvorstellungen getragene, werden. (Selbst bei Berücksichtigung derselben Quellen werden zwei Historiker zwei verschiedene Geschichten schreiben.) Die Beurteilung der Quellen kann nur interpretativ sein und unterlag im Wechselspiel von Erforschendem und Erforschtem mehrmaligen Gewichtsverlagerungen. Besonders schwierig ist natürlich die Beurteilung der Motivationen und Handlungsweisen von Personen. Dabei stellte sich mir unter anderen die Frage nach der Möglichkeit, überhaupt in die Gedankenwelt anderer Menschen Einblick zu bekommen, zumal derer einer anderen Zeit. Des weiteren fragte ich mich an meinem eigenen Beispiel, wie weit die Beurteilung eines Menschen nur aufgrund seiner schriftlichen Äußerungen möglich ist (auch wenn dieselben vor hundert Jahren umfangreicher und bedeutender als heute waren). Ich möchte daher festhalten, daß meine Darstellung unbedingt als vorläufig zu betrachten ist. Viele interessante Aspekte mußten zugunsten des Erzählstrangs aufgegeben werden. Das Thema (wie vermutlich jeder Forschungsgegenstand) bietet Anknüpfungspunkte in unzählige verschiedene Richtungen, sowohl zeitlich und geographisch als auch von der Betrachtungsweise her. Die Seiten, von denen ich Nueva Germania beleuchtet habe, ließen sich um höchstinteressante Aspekte ergänzen (z.b. die Wahrnehmung der Deutschen durch die paraguayanische Bevölkerung oder Elisabeth Förster-Nietzsches ablehnende Haltung gegenüber der Frauenemanzipation im Gegensatz zu ihrer Lebensweise). Zu der Notwendigkeit, das Thema permanent nach außen zu begrenzen, gesellt sich das Problem der Abgrenzung im Detail. Als Beispiel sollen die Berichte über die antisemitischen Versammlungen in den Akten der Geheimen Politischen Polizei dienen, die über die von mir gesuchten Informationen zu Förster hinaus sowohl eine Vorstellung von der Atmosphäre dieser Veranstaltungen als auch von der Arbeitsweise der Polizei geben. Beide Bereiche haben aber mit dem eigentlichen Untersuchungsgegenstand zu wenig zu tun, um ausführlich beschrieben zu werden, weswegen sie nur unter bestimmten Aspekten verwertet werden. Diese Berichte geben nun aber - Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

13 nicht nur inhaltlich, sondern auch durch ihre Sprache und durch ihre physische Präsenz - einen viel unmittelbareren Einblick in die Vergangenheit als historische Darstellungen. Das läßt den Wunsch, sie in eine solche zu verwandeln, zeitweise absurd erscheinen. Diese notwendigen Einschränkungen in Breite und Tiefe führen notwendigerweise zu ständiger Vereinfachung. Ich war darum bemüht, meine Darstellung durch Angabe der Quellen nachvollziehbar zu machen. Die Schlüsse, die ich zog, erschreckten mich oftmals durch ihren Bezug zu persönlichen Erfahrungen und durch ihre Parallelen zur Gegenwart. Noch immer wird in der Politik die Idee einer vermeintlichen Abstammungsgenossenschaft strapaziert, dient dieses Konstrukt der Erklärung von wirtschaftlichen und sozialen Mißständen durch Vereinfachung komplexer Zusammenhänge und Schaffung von Feindbildern. Nach wie vor erfolgt so die Selbsterhöhung der Mehrheit zuungunsten von Minderheiten. So wird aus erstens der Verkürzung verzweigter Gegebenheiten auf ein "Gut-Böse"-Schema und aus zweitens der Erhöhung des Wertes der eigenen Gruppe durch ihre Einordnung auf der Seite des "Guten" eine Ideologie geschaffen. Gleichzeitig werden unfundierte Schuldzuweisungen als konstruktive, neuartige Politik, die sich für die "kleinen Leute" gegen das Establishment einsetzt, verkauft. Durch das Schüren der Angst vor der Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation oder des sozialen Ansehens, die durch sich verändernde Lebenswelten entsteht, wird um Wählerschaft geworben. Dabei werden jeweils jene Stimmungen in der Bevölkerung aufgegriffen und jene Feindbilder zum Mittel populistischer Politik gewählt, die den größten Zustrom erwarten lassen. Leider erfolgt heute wie damals von Seiten der anderen Parteien keine dezidierte Ablehnung dieser Strategie. Im Gegenteil wird versucht, den geweckten Ressentiments in der eigenen Politik Rechnung zu tragen. Diese Vorgangsweise führt heute wie damals zu einer Integration dieses Gedankenguts in das herrschende Wertesystem und steigert dadurch längerfristig Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

14 die Bereitschaft zu seiner Akzeptanz. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

15 VORAUSSETZUNGEN 1. Antisemitismus im Deutschland der 1870/80er Jahre 10 Am 3. Juli 1869 wurde im Norddeutschen Bund das Gesetz zur Judenemanzipation erlassen. Zwei Jahre später erlangte die jüdische Bevölkerung im April 1871 mit der Gewährung gleicher Rechte im gesamten geeinigten Deutschen Reich de jure die Gleichstellung. 11 Damit war nach beinahe hundertjähriger Diskussion der Prozeß der Gleichstellung der deutschen Juden vorerst abgeschlossen. 12 De facto wurde die Gleichstellung in vielen Bereichen behindert, wie die anhaltende Diskussion um den Aufstieg von Juden im Militärdienst, an Hochschulen und in der Justiz beweist. Ebensowenig änderte die neue gesetzliche Lage auf längere Sicht die Akzeptanz der jüdischen Minderheit in der Bevölkerung. Die Entwicklung der Gesetzeslage über die Rechte der Juden war in Deutschland durch besondere Belastungen gekennzeichnet gewesen. 13 Im Gegensatz zu Frankreich, wo die Emanzipation durch die Revolution in einem Zug durchgeführt worden war, setzte die deutsche Politik auf eine schrittweise Gleichstellung. Dadurch existierte in der deutschen Politik ein Jahrhundert lang eine "Judenfrage". Darüberhinaus war die 10 siehe dazu: Wolfgang BENZ, Werner BERGMANN (Hg.), Vorurteil und Völkermord. Entwicklungslinien des Antisemitismus, Freiburg/Breisgau 1997; Werner BERGMANN, Völkischer Antisemitismus im Kaiserreich, in: Handbuch zur "Völkischen Bewegung", hg. von Uwe Puschner, Walter Schmitz und Justus H. Ulbricht, München/New Providence/London, 1996; Shmuel ETTINGER, Vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Die Neuzeit, in: Geschichte des jüdischen Volkes, hg. von H. H. BEN-SASSON, München 1992, insb ; Werner JOCHMANN, Gesellschaftskrise und Judenfeindschaft in Deutschland , Hamburg 1988; Paul MASSING, Vorgeschichte des politischen Antisemitismus, Hg. von M. Horkheimer/Th. Adorno, Frankfurt am Main 1959; Peter PULZER, The Rise of Political Anti-Semitism in Germany & Austria, Harvard University Press, Cambridge, Massachusetts Zur Emanzipationsfrage siehe Reinhard RÜRUP, Emanzipation und Antisemitismus. Studien zur "Judenfrage" in der bürgerlichen Gesellschaft, Göttingen 1975; Jacob KATZ, Out of the Ghetto. The Social Background of Jewish Emancipation, , Cambridge, Mass Zur Emanzipation bis 1860 siehe: Rainer ERB, Werner BERGMANN, Die Nachtseite der Judenemanzipation. Der Widerstand gegen die Integration der Juden in Deutschland , Berlin RÜRUP, Emanzipation und Antisemitismus, Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

16 Politik der einzelnen deutschen Staaten sehr unterschiedlich. Solange aber in den Nachbarstaaten noch eine rückständige Gesetzgebung in Kraft war, konnten vereinzelte Emanzipationsversuche nicht fruchten. Eine neue, "aufgeklärte", also nicht mehr rein religiös definierte Judenfeindschaft fand ihre Anfänge im deutschen Idealismus und läßt sich von Kant, Herder, Hegel und Fichte bis in die Mitte des Jahrhunderts verfolgen. 14 Seit der Revolution war die Judenfeindschaft durch Werke wie Paul de Lagardes "Deutsche Schriften", Otto Naudhs "Die Juden und der deutsche Staat" oder Gobineaus "Essai sur l'inégalité des Races" und deren Rezeption (z.b. durch Wagner, siehe unten) wach gehalten und in eine neue Richtung gelenkt worden, hatte aber bis zum Börsenkrach 1873 zu wenig öffentliche Resonanz, um eine breite Bewegung loszutreten. Die Zuerkennung der vollen bürgerlichen Rechte an die jüdische Bevölkerung war im Wechsel zu einer kapitalistischen bürgerlichen Gesellschaft nur eine Reform von vielen, die im Zuge der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Neuorientierungen der liberalen Epoche durchgeführt wurden. Das Ziel der Emanzipationspolitik war gewesen, die Juden gesellschaftlich zu integrieren. Die Juden Europas waren überzeugt gewesen, daß mit der rechtlichen Gleichstellung die "jüdische Frage" gelöst sei. Integration war aber sowohl für Politiker und Beamte als auch für große Teile der Öffentlichkeit gleichbedeutend mit Assilimation. Als Preis für die rechtliche Gleichstellung sollte die Identität als soziale Gruppe aufgegeben werden. Die tonangebenden Werte waren im Deutschen Reich bis zur konservativen Wende 1878/79 von liberalen bürgerlichen Ideen und Normen geprägt. Dadurch wurde eine offene Diskriminierung auf Grund der religiösen Orientierung nicht mehr toleriert. Die traditionellen Stereotype gingen in modernisierter Form in der "neuen" Ideologie der Antisemiten auf. Ihre 14 Paul Lawrence ROSE, Revolutionary Antisemitism in Germany. From Kant to Wagner, Princeton, N.J., Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

17 Gegenpositionen zur herrschenden liberalen Position nicht nur in der Frage der jüdischen Emanzipation ließen die Antisemiten in ihrer Selbstwahrnehmung als Revolutionäre gegen das gesellschaftliche System erscheinen, obwohl sich ihre Ideologien explizit auf eine gemeinsame Vergangenheit als Abstammungsgemeinschaft richteten. Erklärtes politisches Ziel der neu orientierten Antisemiten war die Aberkennung der emanzipatorischen Rechte, in antisemitischer Diktion die "Entmachtung des Judentums". Der Begriff "Antisemitismus" wird als politische Kategorie ab dem Ende der 1870er Jahre verwendet. Im Umkreis des Journalisten Wilhelm Marr geprägt, diente er zur Selbstbezeichnung jener politisch-sozialen Bewegung, die die vermeintliche Macht des Judentums als Hauptursache ökonomischer, sozialer und kultureller Mißstände ansah. Der in der Presseabteilung des Auswärtigen Amts beschäftigte Journalist Moritz Busch hatte als erster die Idee einer politischen Organisation, deren einziger Zweck der radikale Antisemitismus sein sollte, ausgesprochen. In diesem Sinne gründete Wilhelm Marr 1879 die "Antisemiten-Liga", deren Ziel es war, nichtjüdische Deutsche jeder Herkunft zusammenzubringen, um das deutsche Vaterland vor der "totalen Judaisierung" zu retten. "Ich bin überzeugt, ich habe ausgesprochen, was Millionen Juden im stillen denken: Dem Semitismus gehört die Weltherrschaft" 15. Marr, ein erfolgloser Journalist, bediente sich, um dem entgegenzuwirken, eines rassisch definierten Antisemitismus und einer radikalen Sprache. Sein Rassismus lehnte sich an Eugen Dühring an. Dühring ("Die Judenfrage als Frage des Rassencharakters und seine Schädlichkeit für die Völker-Existenz, Sitte und Kultur", Berlin 1881) führte alle "jüdischen" Eigenschaften auf die Rasse zurück und sah als einzige Möglichkeit zur 15 Wilhelm MARR, Der Sieg des Judenthums über das Germanenthum. Vom nicht confessionellen Standpunkt aus betrachtet, Bern 1879, 46ff., zit. nach Thomas NIPPERDEY, Reinhard RÜRUP, "Antisemitismus", in: Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache, hg. von Otto Brunner, Werner Conze und Reinhart Koselleck, Bd. 1, Stuttgart 1972, 137. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

18 Rettung der "besseren" Völker eine rigide Ausnahmegesetzgebung mit dem letzten Ziel, das deutsche Reich "judenfrei" zu machen. Marr übersteigerte diese Vorstellungen noch dahingehend, daß er behauptete, die Juden wollten das Germanentum besiegen. 16 Die neugeschaffene Selbstdefinition als "Antisemiten" sollte die Distanz zur traditionellen religiös argumentierten Judenfeindschaft signalisieren. 17 Die Trennungslinie verlief nun nicht mehr zwischen christlich und jüdisch, sondern zwischen germanisch und jüdisch. Die ursprünglich auf der Suche nach einer naturwissenschaftlichen Klassifizierung der Menschheit zu Beginn des 19. Jahrhunderts getroffene Einteilung der Menschen in Rassen übernahm durch die Vorstellung einer Übereinstimmung der physisch definierten Rasse mit der kulturellen Kategorie Volk eine ideologische Rolle. Im Gegensatz zu den Kolonialländern, in der sie die Trennung von Herren- und Sklavenvölkern rechtfertigen sollte, diente die Rassentheorie in den deutschen Staaten in erster Linie der Integration. Erst nach der Reichsgründung wurde verstärkt der Aspekt des "Fremden" und als dessen Inbegriff die Juden betont. 18 Die vergleichende Sprachwissenschaft suchte in Folge der Entdeckung der Verbindungen verwandter Sprachen seit Ende des 18. Jahrhunderts nach dem Stammesursprung, dem "Urvolk". Der Ausdruck "semitisch" war ebenso wie "indogermanisch" bald in den Geisteswissenschaften, vor allem der Ethnologie, als nicht nur unterscheidender, sondern vor allem wertender Terminus in 16 zu Marr siehe: Mosche ZIMMERMANN, Wilhelm Marr, The Patriarch of Antisemitism, New York/Oxford 1986, (hebräische Ausgabe 1982). 17 siehe dazu: Werner BERGMANN, Völkischer Antisemitismus im Kaiserreich, in: Handbuch zur "Völkischen Bewegung", hg. von Uwe Puschner, Walter Schmitz und Justus H. Ulbricht, München/New Providence/London, Zu einer einheitlichen Einteilung des Antisemitismus in seine verschiedenen Strömungen konnte man sich bisher nicht einigen. Meiner Meinung ist dieses Unterfangen auch nahezu unmöglich, da gerade diese Strömung Menschen mit verschiedensten Ideen in der Suche nach einem Feindbild vereinheitlichte. 18 Rolf Peter SIEFERLE, Rassismus, Rassenhygiene, Menschenzuchtideale, in: Handbuch zur völkischen Bewegung, , hg. von Uwe Puschner, Walter Schmitz und Justus H. Ulbricht, München 1996, Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

19 Gebrauch. 19 Die Völker der indogermanischen Sprachgruppe wurden in einer schwärmerischen Identifikation mit der vorderasiatischen/indischen Herrschergruppe der Arier (Sanskrit für "edel") gleichgesetzt. Solche Ungenauigkeiten in der Begriffsbildung führten zu Schwierigkeiten und damit zu weiteren spekulativen Konstrukten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging der Begriff "Semit" in den allgemeinen Sprachgebrauch der Gebildeten und der Politik ein. Immer häufiger wurde er in der Alltagssprache von der sprachwissenschaftlichen Bedeutung abweichend als modisches Synonym für "Jude" verwendet. Der Begriff zielte auf eine Bestimmung der Abstammung ab. Neben diesem Gebrauch wurde "Semit" oder "Jude" als abwertende Bezeichnung benutzt, und zwar auch für Nichtjuden. 20 Joseph Arthur Comte de Gobineaus "Essai sur l'inégalité des races humaines" (Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen, 4 Bde., ) hatte mit seinem Rassenstandpunkt großen Einfluß auf die ideologische Diskussion. Seiner Ansicht nach standen am Beginn der menschlichen Entwicklung die drei Rassegruppen "weiß, gelb und schwarz" mit sehr unterschiedlichen körperlichen, aber auch geistigen Qualitäten, die im Laufe der Geschichte durch Mischung einen Prozeß durchlaufen, der zwar zu Vielfalt, aber zu stetiger Degeneration geführt hätte. Selbstverständlich nahm in der Wertordnung die weiße Rasse den höchsten Platz ein, ihr attestierte Gobineau ein Maximum an Schönheit, Geisteskraft und Stärke, und als einziger die Fähigkeit zu Kultur. Gobineau erhob den Anspruch, mit seiner Theorie den Lauf der Geschichte einzig durch das Prinzip der Rasse zu erklären und so auch die zukünftige Entwicklung vorhersehen zu können. Gobineaus Meinungen sind insofern für Bernhard Förster bedeutend, als sie auf dem Umweg über Richard Wagners 19 im Folgenden nach der Definition von Thomas NIPPERDEY/Reinhard RÜRUP, "Antisemitismus", in: Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache, Bd. 1, Stuttgart 1972, Thomas NIPPERDEY/Reinhard RÜRUP, "Antisemitismus", in: Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache, Bd. 1, Stuttgart 1972, 135. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

20 Rassentheorien sein Denken bereits vor der breiten Gobineau- Rezeption in Deutschland 21 beeinflußt haben. Im Gegensatz zu Gobineaus resignativer Haltung hielt Wagner eine Regeneration für möglich. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war der Stern der wissenschaftlichen rassentheoretischen Weltdeutung bereits wieder im Sinken. Kulturalistische Erklärungen traten in den Vordergrund, die Rassentheoretiker bildeten vorerst nur eine "sektiererische Außenseiterszene" 22, die sich wenig um wissenschaftliche Ergebnisse kümmerte und nur mehr ideologisierte. Allerdings war der vage Rassebegriff tief in den Wortschatz und die Vorstellungswelt eingedrungen. 1.1 Wirtschaftliche Ursachen: der Börsenkrach Die dem Börsenkrach 1873 folgende Depression verhalf den radikalen Randgruppen zu steigender Popularität, die die wirtschaftlichen Probleme aus ihrem Kontext lösten und vereinfachten, indem sie einen Schuldigen an den Pranger stellten. Die "Gründerkrise", eine weltweite Überproduktionskrise, die durch Spekulationen ausgelöst wurde und vom Wiener Börsenkrach im Mai 1873 ihren Ausgang nahm, erfaßte das Deutsche Reich stärker als andere europäische Staaten. Die deutsche Wirtschaft war seit Mitte des Jahrhunderts durch die ihren Nachholbedarf rasant aufholende fortschreitende Industrialisierung rasch gewachsen, was zu einem überhöhten Optimismus und dem Gründungs-Boom in den frühen siebziger Jahren führte. Diese Entwicklung wurde durch die schnelle Leistung der französischen Reparationszahlungen von 1871 und die Einführung der Goldwährung verstärkt. Ökonomisch unerfahrene Bevölkerungsteile erhofften in völliger 21 Durch Ludwig Schemann, einen Freund R. Wagners, der in Bayreuth Einfluß hatte, Rolf Peter SIEFERLE, Rassismus, Rassenhygiene, Menschenzuchtideale, in: Handbuch zur völkischen Bewegung, , hg. von Uwe Puschner, Walter Schmitz und Justus H. Ulbricht, München 1996, 441. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

21 Überschätzung der Profitmöglichkeiten durch Aktienbeteiligungen zu raschen Gewinnen zu kommen. Dazu zählten auch Bildungsbürger, die durch die Zunahme der Wichtigkeit von Wirtschaft und Industrie zusätzlich in eine Identitätskrise gerieten. 23 Vom Börsenkrach besonders betroffen war die Eisenindustrie, was zu einer erheblichen Zahl von Entlassungen führte; die Landwirtschaft litt unter der verminderten Kaufkraft; die kleinen Anleger mußten Kapitalverluste hinnehmen. Das schnelle Wachstum hatte soziale Übergangsprobleme verursacht, deren Lösungen nicht mithalten konnten und die eine allgemeine Verunsicherung verursachten. Deshalb fielen die Reaktionen auf den Börsenkrach zum Teil überzogen aus; Unsicherheit, Unzufriedenheit und Pessimismus griffen um sich. Darüberhinaus war mit der Einführung der Gewerbefreiheit (1869 im Norddeutschen Bund, 1872 für das gesamte Reich) die Macht der Zünfte weitgehend zusammengebrochen, was im Mittelstand für weitere Verunsicherung sorgte. 24 Die Benennung eines Sündenbocks schien die Krise für manche Menschen leichter begreifbar zu machen. Da von der beruflichen Struktur und der politischen Orientierung der jüdischen Oberschicht her eine Identifikation zwischen Modernisierung, Kapital und Judentum begünstigt werden konnte, lag es bei einer undifferenzierten Sichtweise offensichtlich nahe, die Rolle des Sündenbocks abermals den Juden zuzuschieben. 25 Wie Parlamentarismus und Liberalismus galt das Börsenwesen den Antisemiten als vorwiegend jüdisches Übel: "Nicht nur in Berlin, Wien, Frankfurt a. M. [...] sind die Börsianer zu neun Zehntel Juden resp. getaufte Juden: auch an den Börsen von London und Paris dominiren die Juden [...]. Ich stehe aber nicht an, auch zu behaupten: von den Gründungen der Schwindelperiode in Deutschland fallen gut 90 Prozent auf die 23 JOCHMANN, Gesellschaftskrise, Heike HOFFMANN, Völkische Kapitalismus-Kritik, in: Handbuch zur Völkischen Bewegung, , hg. von Uwe Puschner, Walter Schmitz und Justus H. Ulbricht, München 1996, RÜRUP, Emanzipation, 87ff. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

22 Juden" 26, schrieb Otto Glagau in seiner in der 'Gartenlaube' veröffentlichten und später als Buch einflußreich gewordenen Artikelserie "Der Börsen- und Gründungsschwindel in Berlin". Glagau war einer der meistgelesenen antisemitischen Autoren der 70er Jahre. Sein Slogan "Die soziale Frage ist wesentlich Judenfrage" sprach besonders die vom Wirtschaftsliberalismus benachteiligten Gruppen wie Kleinunternehmer, Handwerker, Gewerbetreibende und Bauern an. Otto Glagau stand der katholischen Zentrumspartei nahe und schloß sich später mit Bernhard und Paul Förster, Otto Böckel 27, Max Liebermann von Sonnenberg, Theodor Fritsch und A. König 28 zur "Deutschen Sieben" zusammen, aus der 1881 der Deutsche Volksverein entstehen sollte. Die Kapitalismuskritik brachte in Verbindung mit der Festmachung eines Schuldigen die Angst vor den Neuerungen des industriellen Zeitalters in ihrer antimodernen Tendenz auf den Punkt. Förster stand Glagau in der Heftigkeit seiner antikapitalistischen Kritik nicht nach: "Zunächst hat dieser Götzendienst, der Tanz um's goldene Kalb, zur Entstehung des Kapitalismus geführt, der uns vernichtet, wenn wir nicht ihn vernichten. Mit dem Kapitalismus aber Hand in Hand geht die Verachtung ehrlicher Arbeit." 29 Der Kapitalismus war für Förster das Grundübel der Zeit. Er war es, der die deutschen Ideale zerstörte und verhinderte. "Entweder bringen wir dieses Judenthum mit der Verehrung des Goldenen Kalbes aus uns heraus, oder wir sind rettungslos verloren und - verdienen es, verloren zu sein! Wer da um schnödes Gold die Schirmung der deutschen Cultur preisgiebt, verräth sein Vaterland, wird zum Verräther an dem Heiligsten des deutschen Volkes. Wir 26 Otto GLAGAU, Der Börsen- und Gründungsschwindel in Berlin. Leipzig 1876, S XXIV, zit. n. Hermann GREIVE, Geschichte des modernen Antisemitismus in Deutschland, Darmstadt 1983, Bibliothekar, Sammler von Volkssagen ("Die Juden - Könige unserer Zeit", "Die Quintessenz der Judenfrage", Marburg ), kandidiert in Marburg für die Antisemiten, wird von Stoecker und auch Fritsch wegen seiner "linken" Forderungen angegriffen; siehe PULZER, The Rise of Political Anti- Semitism, 102ff wurde Böckel in Hessen als erster Antisemit in den Reichstag gewählt. JOCHMANN, Gesellschaftskrise, Gründer des Vereins "Rabattsparmarke". 29 FÖRSTER, Das Verhältniss des modernen Judenthums zur deutschen Kunst, Berlin 1881, 52. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

23 lesen in den alten Gesetzbüchern, dass bei den Ostgothen der, welcher sein Vaterland dem Feinde verrieth, gehängt ward, und zwar an einem dürren Baum. - Ich glaube nicht, dass der furchtbare Winter dieses Jahres so viel Bäume dürr gemacht hat, dass ein Jeder Verräther unter uns Deutschen seinen Galgen fände. Denn ich wiederhole es: Diese Phrasendrescher im Parlament und sonst wo, diese Broschürenschreiber, - sie sind Marionetten, - und den Beweger des goldenen Drahtes - wir kennen ihn!" 30 Die deutschen Juden waren politisch überproportional dem linken Lager zugeneigt bzw. dort politisch engagiert (z.b. Marx, Lassalle, Singer als Sozialisten; Lasker und Bamberger als Liberale), sie waren auf Grund der historischen Entwicklung verhältnismäßig stark im Bankwesen, im Handel und der Presse vertreten, lebten zu einem höheren Anteil in Großstädten, waren sozial und räumlich mobiler als der Durchschnitt. 31 Die daraus erklärbare Identifikation von Judentum und Modernität, die sich im Laufe der Emanzipationsdiskussion unter dem Eindruck des Wandels des traditionellen Judentums und den daraus entstehenden kulturellen und soziologischen Besonderheiten entwickelt hatte, fand in antimodernen Kreisen besondere Resonanz, die zu einer Subsumierung aller als negativ empfundenen Zeiterscheinungen als "jüdisch" führen konnte. Der Rückgriff auf vorhandene Vorurteile und den christlichen Judenhaß ersetzte dabei jede Form von sachlicher Argumentation. Damit wurde aber von einer Grundlage ausgegangen, die sowieso nur mehr eine negative Beurteilung des Judentums möglich machte. Die Ausweitung der Diskussion auf nahezu alle Lebensbereiche führte schließlich zu einer Überhöhung der Judenfrage auf eine den Bereichen Religion, Wirtschaft und Politik übergeordnete 30 FÖRSTER, Judenthum, siehe dazu J. TOURY, Soziale und politsche Geschichte der Juden in Deutschland Zwischen Revolution, Reaktion und Emanzipation, Düsseldorf 1977; ders., Die politischen Orientierungen der Juden in Deutschland, Tübingen 1966; Hermann GREIVE, On Jewish Self-Identification. Religion and Political Orientation, in: LBIYB XX, 1975, 35-46; Shulamit VOLKOV, Die Juden in Deutschland , München 1994, 42ff. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

24 Ebene als prinzipiellen Gegensatz von "Deutschtum" und "Judentum". Die moderne Form der Judenfeindschaft präsentierte sich als umfassende Weltanschauung auf der Grundlage von Rassentheorien, Geschichts- und Gesellschaftsanalysen. Tatsächlich wurden gesellschaftliche Mißstände aber nicht einer kritischen Analyse unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen unterzogen, sondern lediglich nach Schuldzuweisungen gesucht. Diese bündelten sich in einer konservativen Revolution gegen das vorherrschende liberale Emanzipations- und Fortschrittsmodell, dem eine Reihe von "Anti-Haltungen" entgegengesetzt wurde: der politische Antisemitismus definierte sich als bürgerliche Gegenbewegung zur Moderne, als antisozialistisch (was eine sozialrevolutionäre Richtung im antisemitischen Lager nicht ausschloß), antikapitalistisch, antiemanzipatorisch und antiliberal. Schließlich wurde in einem weiteren Vereinfachungsschritt das abgelehnte System personifiziert, indem es mit dem Judentum gleichgesetzt wurde. "'Semitismus' war Synonym oder Ursache für den Kapitalismus, für die aus den Bindungen von Zünften, Ständen und Kirchen sich befreiende bürgerlich-liberale Gesellschaft, für ihre antagonistische und pluralistische Struktur, für die Auflösung der Tradition, für die Traditionskritik der Literaten, für die Macht der Presse, für linksliberale, aufklärerische und westlich-demokratische, ja auch schon für sozialistische Ideen, für den 'Materialismus' und die 'Veräußerlichung' der Zivilisation, schließlich für den vermeintlichen Mangel an nationaler Integration, an wahrem Deutschtum im Reich von 1871." 32 Gleichzeitig mit der inhaltlichen Ablehnung der Moderne bediente sich die Bewegung moderner Mittel: sie machte sich die Rassetheorie zueigen; und trug ihrer Form nach Züge der Moderne: sie organisierte sich in politischen Parteien, war populistisch, nutzte eigene Medien zur Verbreitung ihrer 32 Thomas NIPPERDEY/Reinhard RÜRUP, "Antisemitismus", in: Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache, Bd. 1, Stuttgart 1972, 136. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

25 Ideologie, wollte die Massen mobilisieren. Jene Unzufriedenen, denen die oberflächliche Schuldzuweisung an eine Gruppe befriedigendes Welterklärungsmodell war, fanden mit dem Gegenbegriff "Antisemitismus" ein neues Schlagwort für ihre Weltanschauung. Als Magnet für wirtschaftlich und sozial vermeintlich Benachteiligte erkannt, wurde der Antisemitismus bald auch seitens der Katholiken im Umkreis der Zentrumspartei instrumentalisiert und gewann in der protestantischen konservativen Politik an Bedeutung. 33 Die Ultramontanen machten das Judentum aufgrund seiner Verbindung mit dem Liberalismus für Bismarcks antikatholische Haltung im Kulturkampf verantwortlich erschien in der ultrakonservativen Kreuzzeitung eine antisemitische Artikelserie über "Die Aera Bismarck, Delbrück und Camphausen", die den Eindruck vermitteln sollte, daß Bismarck im Schlepptau jüdischer Financiers eine Politik betreibe, die die Juden bevorzuge. Dabei sparte die Kreuzzeitung nicht mit antijüdischen Stereotypen. Diesen Kurs nahm auch die "Germania", die Zeitung des Zentrums, auf. Ihre Leitartikelserie über die Judenfrage unterstellte den Juden, Rom vernichten zu wollen und durch ihre Börsengeschäfte Deutschland indirekt zu regieren. Die Argumentation der "Germania" nahm bereits die Programme der Antisemitenparteien vorweg Stoecker und Treitschke Ab 1879 wurden die ersten Vereine gegründet, die den Antisemitismus in den Mittelpunkt ihrer Programme stellten. 35 Durch die Wahlniederlage der Nationalliberalen und der Fortschrittspartei bei den Reichs- und Landtagswahlen von 1878 und 1879 war die Position der politisch überwiegend liberal 33 zur Haltung des Zentrums zum Antisemitismus siehe Uwe MAZURA, Zentrumspartei und Judenfrage 1870/ Verfassungsstaat und Minderheitenschutz, Mainz Kurt WAWRZINEK, Die Entstehung der deutschen Antisemitenparteien, Berlin 1927, 12ff. 35 BERGMANN, Antisemitismus im Kaiserreich, 452f. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

26 orientierten Judenschaft geschwächt worden. Die antiliberale Haltung und Agitation des Kanzleramtes nach Bismarcks Kurswechsel 1878/79 boten der "Berliner Bewegung" darüber hinaus beste Voraussetzungen. Die Zahl derer, die aus bloßem Opportunismus ihre konservative Grundhaltung und die Ablehnung des Liberalismus entdeckten, war groß. 36 Im Zentrum dieser Bewegung stand der Hofprediger Wilhelms I, Adolf Stoecker, der die "Christlich-Soziale Arbeiterpartei" gründete, mit der er ursprünglich eine Alternative zur religionskritischen Arbeiterbewegung schaffen wollte. 37 Er trat für das Zunftwesen und für Luxusbesteuerung ein, übernahm einige Forderungen wie direkte Einkommens- und Erbschaftsbesteuerung und Arbeitszeitregulierung von der Arbeiterbewegung, andere Programmpunkte überschnitten sich mit den Zielen der katholischen Zentrumspartei: Sonntagsarbeitsverbot und Einschränkung der Frauen- und Kinderarbeit. Stoeckers Politik blieb vorerst erfolglos: bei den Reichstagswahlen 1878 erhielt Stoecker in den drei Bezirken, in denen seine Partei antrat, nur 1421 von Stimmen (2,65 %). 38 Stoecker stellte bald fest, daß Reden mit antisemitischer Argumentation regen Zulauf fanden. Weniger die ursprüngliche Zielgruppe Stoeckers, die Arbeiter, sondern der unzufriedene Mittelstand garantierte Stoecker reichlich Zuhörerschaft. Stoecker konzentrierte seine verbalen Angriffe nicht mehr auf die durch Bismarcks Sozialistengesetz 39 (1878) ohnehin in ihren Handlungsmöglichkeiten eingeschränkten Sozialisten, sondern auf das liberale Lager und das Judentum JOCHMANN, Gesellschaftskrise, zu Stoecker siehe Günter BRAKELMANN, Martin GERSCHAT, Werner JOCHMANN (Hg.), Protestantismus und Politik. Werk und Wirkung Adolf Stoeckers, Hamburg 1982; zur Rolle der protestantischen Tradition für den modernen politischen Antisemitismus siehe JOCHMANN, Gesellschaftskrise und Judenfeindschaft, siehe Franz MEHRING, Geschichte der deutschen Sozialdemokratie, Berlin 1960, ; WAWRZINEK, Antisemitenparteien, 22, n vgl. dazu Heinrich August WINKLER, Vom linken zum rechten Nationalismus. Der deutsche Liberalismus in der Krise von 1878/79, in: Geschichte und Gesellschaft 4 (1978), Richard S. LEVY, The Downfall of the Anti-Semitic Political Parties in Imperial Germany, New Haven and London 1975, 17ff. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

27 Einer der prominentesten Männer in der Diskussion um den neuen Antisemitismus war der Historiker Heinrich von Treitschke. War Stoecker der Auslöser des aufflammenden Antisemitismus des Mittelstandes, so konnte Treitschke die Vorreiterrolle in gebildeten Kreisen für sich in Anspruch nehmen. Er löste im November 1879 mit dem ersten Beitrag einer Artikelserie in den von ihm herausgegebenen Preußischen Jahrbüchern 1879/80 den sogenannten "Berliner Antisemitismusstreit" 41 aus: "der Instinkt der Massen hat in der That eine schwere Gefahr, einen hochbedenklichen Schaden des neuen deutschen Lebens richtig erkannt; es ist keine leere Redensart, wenn man heute von einer deutschen Judenfrage spricht." 42 Treitschkes Analyse der politischen Lage löste eine Debatte in akademischen Kreisen aus, die sich über ein Jahr hinzog. Im Gegensatz zu den bisher genannten Agitatoren Marr, Glagau und Stoecker gehörte Treitschke der intellektuellen und akademischen Elite des Deutschen Reichs an. Er war Professor für Geschichte in Berlin und - zuerst nationalliberales, dann parteiloses - Mitglied des Reichstags von 1871 bis Treitschkes Nationalkonzept schloß in der Tradition der deutschen Romantik die Mehrheit der deutschen Juden aus der Konzeption von Volk aus. Er löste eine Debatte aus, die zur Spaltung des Bildungsbürgertums führte. Treitschke distanzierte sich dabei von der Berliner Bewegung, sprach aber unter Berufung auf den "Instinkt der Massen" dem Antisemitismus deshalb Berechtigung zu, weil er eine schwere Gefahr für das Deutsche Reich richtig erkannt habe: "Was wir von unseren israelitischen Mitbürgern zu fordern haben, ist einfach: sie sollen Deutsche werden, sich schlicht und recht als Deutsche fühlen - unbeschadet ihres Glaubens und ihrer alten heiligen Erinnerungen, die uns allen ehrwürdig sind; denn wir wollen nicht, daß auf die Jahrtausende germanischer 41 Siehe dazu Walter BOEHLICH (Hg.), Der Berliner Antisemitismusstreit, Frankfurt/Main "Unsere Aussichten", Preußische Jahrbücher 44, 1879, , zit. n. Boehlich, Antisemitismusstreit, 7. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

28 Gesittung ein Zeitalter deutsch-jüdischer Mischcultur folge." 43 Gleichzeitig sprach sich Treitschke gegen die aus dem Osten einwandernden Juden aus und schürte damit das negative Ostjudenbild im Deutschen Reich. 44 Bis in die späten 70er Jahre war der radikale Antisemitismus eine gesellschaftlich wenig anerkannte Randerscheinung gewesen. Antijüdisches Ressentiment hatte sich in der Verwendung von - weitgehend unwidersprochenen - negativen Stereotypen geäußert. Die Bedeutung von Treitschkes Äußerungen liegt darin, daß er damit die Judenfeindschaft in "gutbürgerlichen" Kreisen salonfähig machte, die sich vom "Radauantisemitismus" seiner Form wegen distanzierten, ihn aber inhaltlich entschuldigten. So gestand Treitschke der Bewegung Berechtigung zu, da es ein Gewinn sei, "daß ein Uebel, das Jeder fühlte und Niemand berühren wollte, jetzt offen besprochen wird. [...] Bis in die Kreise der höchsten Bildung hinauf, unter Männern, die jeden Gedanken kirchlicher Unduldsamkeit oder nationalen Hochmuths mit Abscheu von sich weisen würden, ertönt es heute wie aus einem Munde: die Juden sind unser Unglück!" 45 Treitschkes Aufforderung an die Studenten, die von Förster initiierte Antisemitenpetition zu unterstützen, zeigte große Wirkung: fast die Hälfte aller Berliner Studenten unterschrieb. Obwohl sich Treitschke ursprünglich nicht als Parteigänger der Antisemiten sah, versteifte er sich in der Abwehr der gegen ihn gerichteten Vorwürfe immer mehr auf eine Position, die sich jenseits einer Tatsachenargumentation auf gefühlsbetonte Hetzrhetorik beschränkte. Demgemäß fühlten sich auch die radikalen Antisemiten bemüßigt, auf Treitschkes Seite in die Auseinandersetzung einzusteigen, was den Tonfall der öffentlichen Auseinandersetzung weiter verschärfte. 43 "Unsere Aussichten", Preußische Jahrbücher 44, 1879, , zit. n. Boehlich, Antisemitismusstreit, zum Ostjudenbild siehe: Massimo FERRARI ZUMBINI, Große Migration und Antislawismus: Negative Ostjudenbilder im Kaiserreich, in: Jahrbuch für Antisemitismusforschung 3, 1994, "Unsere Aussichten", Preußische Jahrbücher 44, 1879, , zit. n. Boehlich, Antisemitismusstreit, 11. Daniela Kraus, Nueva Germania in Paraguay, Wien

Massimo Ferrari Zumbini. Gründerjahre des Antisemitismus: Von der Bismarckzeit zu Hitler

Massimo Ferrari Zumbini. Gründerjahre des Antisemitismus: Von der Bismarckzeit zu Hitler Massimo Ferrari Zumbini DIE WURZELN DES BÖSEN Gründerjahre des Antisemitismus: Von der Bismarckzeit zu Hitler Vittorio Klostermann Frankfurt am Main INHALT ZUR EINFÜHRUNG I. DIE JUDEN IM KAISERREICH 17

Mehr

Demokratie im antiken Athen eine Erfindung von epochaler Bedeutung

Demokratie im antiken Athen eine Erfindung von epochaler Bedeutung Inhaltsverzeichnis Demokratie im antiken Athen eine Erfindung von epochaler Bedeutung Auf einen Blick 12 Demokratie im antiken Athen 13 Die Demokratie in Athen im Urteil der Zeitgenossen 31 Methode: Interpretation

Mehr

Die rheinbündischen Reformen: Das Ende des Alten Reiches und die Gründung des Rheinbundes

Die rheinbündischen Reformen: Das Ende des Alten Reiches und die Gründung des Rheinbundes Geschichte Thorsten Kade Die rheinbündischen Reformen: Das Ende des Alten Reiches und die Gründung des Rheinbundes Napoleon als Motor der Modernisierung? Studienarbeit Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung

Mehr

über das Maß der Pflicht hinaus die Kräfte dem Vaterland zu widmen.

über das Maß der Pflicht hinaus die Kräfte dem Vaterland zu widmen. Sperrfrist: 16. November 2014, 13.00 Uhr Es gilt das gesprochene Wort. Grußwort des Staatssekretärs im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler, bei der

Mehr

Geschichte des jüdischen Volkes

Geschichte des jüdischen Volkes Geschichte des jüdischen Volkes Von den Anfängen bis zur Gegenwart Unter Mitwirkung von Haim Hillel Ben-Sasson, Shmuel Ettinger s Abraham Malamat, Hayim Tadmor, Menahem Stern, Shmuel Safrai herausgegeben

Mehr

Georg Simmel, Rembrandt und das italienische Fernsehen

Georg Simmel, Rembrandt und das italienische Fernsehen Geisteswissenschaft Marian Berginz Georg Simmel, Rembrandt und das italienische Fernsehen Studienarbeit Marian Berginz WS 04/05 Soziologische Theorien Georg Simmel, Rembrandt und das italienische Fernsehen

Mehr

Zur Entstehungsgeschichte von Thomas Morus' Utopia und Niccolo Machiavelli's Der Fürst

Zur Entstehungsgeschichte von Thomas Morus' Utopia und Niccolo Machiavelli's Der Fürst Politik Frank Hoffmann Zur Entstehungsgeschichte von Thomas Morus' Utopia und Niccolo Machiavelli's Der Fürst Studienarbeit Inhaltsverzeichnis 1.Einleitung...S. 2 2.Die Renaissance... S. 3 3. Das Leben

Mehr

Geschichte und Geschehen Ausgabe A für Nordrhein-Westfalen

Geschichte und Geschehen Ausgabe A für Nordrhein-Westfalen Geschichte und Geschehen Ausgabe A für Nordrhein-Westfalen Ihr Planer für Band 2 (2009) Kernplan Geschichte Gym./Sek. I Zentrale Inhalte in den Jgs. 7/8 Geschichte und Geschehen (Ausgabe A) Band 2 Fakultative

Mehr

Schulcurriculum Geschichte (Stand: August 2012) Klasse 11/ J1 (2-stündig)

Schulcurriculum Geschichte (Stand: August 2012) Klasse 11/ J1 (2-stündig) Schulcurriculum Geschichte (Stand: August 2012) Klasse 11/ J1 (2-stündig) Inhalte Kompetenzen Hinweise Themenbereich: 1. Prozesse der Modernisierung in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft seit dem 18.

Mehr

2. Reformation und Macht, Thron und Altar. Widerständigkeit und Selbstbehauptung

2. Reformation und Macht, Thron und Altar. Widerständigkeit und Selbstbehauptung 1517 2017 Reformationsjubiläum in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz 2. Reformation und Macht, Thron und Altar Widerständigkeit und Selbstbehauptung Widerständigkeit und

Mehr

Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus: Erläuterungen zu Joseph von Eichendorff: Das lyrische Schaffen

Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus: Erläuterungen zu Joseph von Eichendorff: Das lyrische Schaffen Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form Auszug aus: Erläuterungen zu Joseph von Eichendorff: Das lyrische Schaffen Das komplette Material finden Sie hier: Download bei School-Scout.de

Mehr

Teil IV: Jüdische Existenz in Deutschland nach 1945: Geschichtliche Entwicklungen und (religions-) soziologische Aspekte

Teil IV: Jüdische Existenz in Deutschland nach 1945: Geschichtliche Entwicklungen und (religions-) soziologische Aspekte Teil IV: : Geschichtliche Entwicklungen und (religions-) soziologische Aspekte 0 Hinführung 1 1945-1952: Das Ende einer Epoche und ein nachhaltig beschädigter Neuanfang 1.1 Als Displaced Persons (DP) in

Mehr

Faschismus und Anti-Faschismus in Großbritannien

Faschismus und Anti-Faschismus in Großbritannien Englisch Florian Schumacher Faschismus und Anti-Faschismus in Großbritannien Studienarbeit Inhaltsverzeichnis I. Der Faschismus in Großbritannien vor 1936... 2 1. Die Ausgangssituation Anfang der zwanziger

Mehr

Unterrichtsentwurf: Die Ideologie des Nationalsozialismus

Unterrichtsentwurf: Die Ideologie des Nationalsozialismus Geschichte Andreas Dick Unterrichtsentwurf: Die Ideologie des Nationalsozialismus Weltanschauung - Grundprinzip und gesellschaftliche Ordnung Unterrichtsentwurf RUPRECHT-KARLS-UNIVERSITÄT HEIDELBERG Historisches

Mehr

kultur- und sozialwissenschaften

kultur- und sozialwissenschaften Helga Grebing Überarbeitung und Aktualisierung: Heike Dieckwisch Debatte um den Deutschen Sonderweg Kurseinheit 2: Preußen-Deutschland die verspätete Nation? kultur- und sozialwissenschaften Das Werk ist

Mehr

Die Religionssoziologie Max Webers

Die Religionssoziologie Max Webers Geisteswissenschaft Andreas von Bezold Die Religionssoziologie Max Webers Studienarbeit Die Religionssoziologie Max Webers Hausarbeit als Leistungsnachweis im Grundstudium des Nebenfaches Soziologie an

Mehr

Russische Philosophen in Berlin

Russische Philosophen in Berlin Russische Philosophen in Berlin Julia Sestakova > Vortrag > Bilder 435 Julia Sestakova Warum wählten russische Philosophen vorzugsweise Berlin als Ziel ihres erzwungenen Exils? Was hatte ihnen das Land

Mehr

Die Forderungen der Handwerker und deren Umsetzung in der Revolution von 1848/49

Die Forderungen der Handwerker und deren Umsetzung in der Revolution von 1848/49 Geschichte Antje Urbank Die Forderungen der Handwerker und deren Umsetzung in der Revolution von 1848/49 Studienarbeit - Die Handwerkerbewegung im 19. Jahrhundert - Die Forderungen der Handwerker und

Mehr

Begriff der Klassik. classicus = röm. Bürger höherer Steuerklasse. scriptor classicus = Schriftsteller 1. Ranges

Begriff der Klassik. classicus = röm. Bürger höherer Steuerklasse. scriptor classicus = Schriftsteller 1. Ranges Klassik (1786-1805) Inhaltsverzeichnis Begriff der Klassik Zeitraum Geschichtlicher Hintergrund Idealvorstellungen Menschenbild Dichtung Bedeutende Vertreter Musik Baukunst Malerei Stadt Weimar Quellen

Mehr

Karl Marx ( )

Karl Marx ( ) Grundkurs Soziologie (GK I) BA Sozialwissenschaften Karl Marx (1818-1883) Kolossalfigur des 19. Jahrhunderts 1. Historischer Materialismus 2. Arbeit als Basis der Gesellschaft 3. Klassen und Klassenkämpfe

Mehr

Inhalt. Vorwort Inhalt Abkürzungsverzeichnis Einleitung... 15

Inhalt. Vorwort Inhalt Abkürzungsverzeichnis Einleitung... 15 Inhalt Vorwort... 5 Inhalt... 7 Abkürzungsverzeichnis... 13 1 Einleitung... 15 2 Auslandsdeutschtum und Außenkulturpolitik bis 1945... 43 2.1 Auswanderung und Nation im 19. Jahrhundert... 43 2.1.1 Erfindung

Mehr

Grundbegriffe der romantischen Poesie

Grundbegriffe der romantischen Poesie Grundbegriffe der romantischen Poesie Romantisch leitet sich von den Begriffen Roman oder Romanze ab und meint das Wunderbare, Abenteuerliche, Sinnliche und Schaurige. Die Romantiker interessieren sich

Mehr

Rassismus in der Gesellschaft

Rassismus in der Gesellschaft Geisteswissenschaft Anonym Rassismus in der Gesellschaft Examensarbeit Universität Paderborn Fakultät für Kulturwissenschaften Institut für Humanwissenschaften Fach: Soziologie Rassismus in der Gesellschaft

Mehr

I. Der Auftakt der Romantik

I. Der Auftakt der Romantik I. Der Auftakt der Romantik Das Zeitalter der Romantik Jugend, Lebenskraft, ein großzügiges Bekenntnis zur Kunst, übertriebene Leidenschaften. Begleitet von Erregung, Irrtümern und Übertreibung eine an

Mehr

Geschichte. Benjamin Pommer. Johannes Gutenberg. Der Erfinder und Unternehmer als Initiator der Medienrevolution. Studienarbeit

Geschichte. Benjamin Pommer. Johannes Gutenberg. Der Erfinder und Unternehmer als Initiator der Medienrevolution. Studienarbeit Geschichte Benjamin Pommer Johannes Gutenberg Der Erfinder und Unternehmer als Initiator der Medienrevolution Studienarbeit Johannes Gutenberg Der Erfinder und Unternehmer als Initiator der Medienrevolution

Mehr

Grundkurs Q 1/1 Nationalismus, Nationalstaat und deutsche Identität im 19. und 20. Jahrhundert Ein deutscher Sonderweg?

Grundkurs Q 1/1 Nationalismus, Nationalstaat und deutsche Identität im 19. und 20. Jahrhundert Ein deutscher Sonderweg? Grundkurs Q 1/1 Nationalismus, Nationalstaat und deutsche Identität im 19. und 20. Jahrhundert Ein deutscher Sonderweg? Vorhabenbezogene Konkretisierung: Unterrichtssequenzen Zu entwickelnde Kompetenzen

Mehr

Geschichte kompakt KLAUSUR. Industrialisierung. Übungsklausur von

Geschichte kompakt KLAUSUR. Industrialisierung. Übungsklausur von KLAUSUR Geschichte kompakt Industrialisierung Übungsklausur von www.geschichte-abitur.de Geschichte kompakt Ferdinand Lassalle: Aus dem Arbeiterprogramm (1862) Insofern aber und insoweit die unteren Klassen

Mehr

Die dunkle Spur im Denken

Die dunkle Spur im Denken I, Markus Kneer Die dunkle Spur im Denken Rationalität und Antijudaismus 2003 Ferdinand Schöningh Paderborn München Wien Zürich Inhaltsverzeichnis Vorwort 11 Einleitung 13 1. Umriß und Begründung des Forschungsgegenstands

Mehr

Die Biographie Georg Büchners. Unter Berücksichtigung ihrer Bezüge zu Woyzeck

Die Biographie Georg Büchners. Unter Berücksichtigung ihrer Bezüge zu Woyzeck Die Biographie Georg Büchners Unter Berücksichtigung ihrer Bezüge zu Woyzeck Inhaltsangabe - Zeiteinordnung - Biographie - Kindheit - Studium - Zeit bis zu seinem Tod - Wichtige Werke Büchners - Entstehung

Mehr

Beobachtung und fachliche Reflexion von Kindverhalten

Beobachtung und fachliche Reflexion von Kindverhalten Beobachtung und fachliche Reflexion von Kindverhalten In der öffentlichen Diskussion über Notwendigkeit und Richtung einer Reform der frühpädagogischen Praxis in Kindertageseinrichtungen stehen zurzeit

Mehr

Wie wählte Rinteln? Thomas Gräfe. Reichstagswahlen im Wahlkreis Kassel I, im Kreis Rinteln und in der Stadt Rinteln

Wie wählte Rinteln? Thomas Gräfe. Reichstagswahlen im Wahlkreis Kassel I, im Kreis Rinteln und in der Stadt Rinteln Geschichte Thomas Gräfe Wie wählte Rinteln? Reichstagswahlen im Wahlkreis Kassel I, im Kreis Rinteln und in der Stadt Rinteln 1867-1912 Wissenschaftlicher Aufsatz Thomas Gräfe Wie wählte Rinteln? Reichstagswahlen

Mehr

Über Juden und Deutsche

Über Juden und Deutsche Julius H. Schoeps Über Juden und Deutsche Historisch-politische Betrachtungen 2., überarbeitete und erweiterte Neuauflage O Georg Olms Verlag Hildesheim Zürich New York 2010 Einleitung 9 i. DER SCHWIERIGE

Mehr

Jahresplan für Geschichte Gymnasium Klasse 8 mit Geschichte und Geschehen

Jahresplan für Geschichte Gymnasium Klasse 8 mit Geschichte und Geschehen Jahresplan für Geschichte Gymnasium Klasse 8 mit Geschichte und Geschehen Obligatorische Daten und Begriffe sind gelb unterlegt. Geschichte und Geschehen B3 Bildungsstandards Klasse 8 2. Entwicklung des

Mehr

Deutschland im 19. Jahrhundert

Deutschland im 19. Jahrhundert Manfred Görtemaker Deutschland im 19. Jahrhundert Entwicklungslinien Bundeszentrale für politische Bildung Inhalt I. Das Zeitalter der Französischen Revolution 14 Zeittafel 14 1. Die geistige Vorbereitung

Mehr

Inhaltsverzeichnis Israel - Land der Hoffnung, Land des Leids Vorwort Neuanfang im Heiligen Land Aufstieg nach Jerusalem Wir sind ein Volk

Inhaltsverzeichnis Israel - Land der Hoffnung, Land des Leids Vorwort Neuanfang im Heiligen Land Aufstieg nach Jerusalem Wir sind ein Volk Inhaltsverzeichnis Israel - Land der Hoffnung, Land des Leids Vorwort Neuanfang im Heiligen Land Aufstieg nach Jerusalem Die erste Einwandererwelle Wir sind ein Volk Theodor Herzl erfand in Europa den

Mehr

Sonderwegs-These

Sonderwegs-These Debatte, wie das Kaiserreich zu beurteilen und der deutsche Nationalstaat in die Geschichte einzuordnen sei, ist verknüpft mit der These vom deutschen Sonderweg die Sonderwegs-Debatte lief in 4 Phasen

Mehr

Folgen der Französischen Revolution : Nationalismus und Nationalstaatsbildung in Europa

Folgen der Französischen Revolution : Nationalismus und Nationalstaatsbildung in Europa Folgen der Französischen Revolution : Nationalismus und Nationalstaatsbildung in Europa Gliederung Einleitende Worte Definition des Nationalismus Merkmale Französische Revolution Folgen der Revolution

Mehr

Friedrich II.: Mit dem roi philosophe zum aufgeklärten Staat?

Friedrich II.: Mit dem roi philosophe zum aufgeklärten Staat? Geschichte Annegret Jahn Friedrich II.: Mit dem roi philosophe zum aufgeklärten Staat? Studienarbeit Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung... 2 2 Die europäische Aufklärung im 18. Jahrhundert... 3 2.1 Christian

Mehr

Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus: Das 19. Jahrhundert - Das müssen Schüler in der Oberstufe wissen

Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus: Das 19. Jahrhundert - Das müssen Schüler in der Oberstufe wissen Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form Auszug aus: Das 19. Jahrhundert - Das müssen Schüler in der Oberstufe wissen Das komplette Material finden Sie hier: School-Scout.de Titel: Das

Mehr

VI. Moderne wertorientierte Volkspartei

VI. Moderne wertorientierte Volkspartei VI. Moderne wertorientierte Volkspartei 177 VI. Moderne wertorientierte Volkspartei 179 Die CSU ist die moderne wertorientierte Volkspartei Die CSU sieht sich in der Verantwortung für alle Menschen und

Mehr

3) Faktoren der Frühindustrialisierung 3.1. Pionier und Nachzügler/Industrialisierung der Regionen

3) Faktoren der Frühindustrialisierung 3.1. Pionier und Nachzügler/Industrialisierung der Regionen 3) Faktoren der Frühindustrialisierung 3.1. Pionier und Nachzügler/Industrialisierung der Regionen Hinsichtlich des technologischen Entwicklungsstandes, der Mechanisierung, der Maschinenausstattung, der

Mehr

Die Epoche des Realismus von mit Fokussierung auf Theodor Fontanes Effi Briest

Die Epoche des Realismus von mit Fokussierung auf Theodor Fontanes Effi Briest Germanistik Nils Peters / Linus Beyer Die Epoche des Realismus von 1848-1890 mit Fokussierung auf Theodor Fontanes Effi Briest Facharbeit (Schule) Epochenreferat REALISMUS VON 1848-1890 Facharbeit mit

Mehr

der die und in den von zu das mit sich des auf für ist im dem nicht ein eine als auch es an werden aus er hat daß sie nach wird bei

der die und in den von zu das mit sich des auf für ist im dem nicht ein eine als auch es an werden aus er hat daß sie nach wird bei der die und in den von zu das mit sich des auf für ist im dem nicht ein eine als auch es an werden aus er hat daß sie nach wird bei einer um am sind noch wie einem über einen so zum war haben nur oder

Mehr

Judenhut und Gelber Fleck

Judenhut und Gelber Fleck Geschichte Lisa Rommeiß Judenhut und Gelber Fleck Ursachen und Wirkung der Kennzeichnungsbestrebungen von Juden in Mittelalter und Neuzeit Studienarbeit Otto-Friedrich-Universität Bamberg Fakultät Geistes-

Mehr

Kapitalismus pur als jene zum Zuge kommen lassen, die gegen Spekulanten und

Kapitalismus pur als jene zum Zuge kommen lassen, die gegen Spekulanten und Der Geist des Widerspruchs martin dornis, 30.4.2011 1 Kommunismus scheint heute mehr als diskrediert. Niemand will die Revolution. Und jene, die sie wollen sind oft grußlicher als die Verteidiger des Bestehenden.

Mehr

ERKLÄRUNG DER DEUTSCHEN BISCHÖFE ZUR PARTEIPOLITISCHEN TÄTIGKEIT DER PRIESTER

ERKLÄRUNG DER DEUTSCHEN BISCHÖFE ZUR PARTEIPOLITISCHEN TÄTIGKEIT DER PRIESTER ERKLÄRUNG DER DEUTSCHEN BISCHÖFE ZUR PARTEIPOLITISCHEN TÄTIGKEIT DER PRIESTER Vorwort Aus Sorge um die Schäden, die der Kirche aus der parteipolitischen Betätigung der Priester erwachsen, haben die deutschen

Mehr

meinungsraum.at Februar 2013 Radio Wien Politik und Demokratie

meinungsraum.at Februar 2013 Radio Wien Politik und Demokratie meinungsraum.at Februar 2013 Radio Wien Politik und Demokratie Seite 1 Inhalt 1. Studienbeschreibung 2. Ergebnisse 3. Summary 4. Stichprobenbeschreibung 5. Rückfragen/Kontakt Seite 2 Studienbeschreibung

Mehr

Pierre Bourdieu "Die männliche Herrschaft"

Pierre Bourdieu Die männliche Herrschaft Geisteswissenschaft Eva Kostakis Pierre Bourdieu "Die männliche Herrschaft" Studienarbeit Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung:... 2 2. Die Kabylei:... 3 3. Die gesellschaftliche Konstruktion der Körper:...

Mehr

Bildungsstandards für Geschichte. Kursstufe (4-stündig)

Bildungsstandards für Geschichte. Kursstufe (4-stündig) Stoffverteilungsplan und Geschehen Baden-Württemberg 11 Band 1 Schule: 978-3-12-430016-4 Lehrer: und Geschehen und Geschehen 1. Prozesse der Modernisierung in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft seit

Mehr

Geschichte betrifft uns

Geschichte betrifft uns Geschichte betrifft uns Allgemeine Themen Geschichte des jüdischen Volkes Seuchen in der Geschichte Sterben und Tod Frauenbewegung in Deutschland Polen und Deutsche Japan Mensch und Umwelt in der Geschichte

Mehr

Brechts Lehrstücke - Entstehung eines neuen Spieltypus unter besonderer Berücksichtigung der 'Maßnahme'

Brechts Lehrstücke - Entstehung eines neuen Spieltypus unter besonderer Berücksichtigung der 'Maßnahme' Germanistik Markus Bulgrin Brechts Lehrstücke - Entstehung eines neuen Spieltypus unter besonderer Berücksichtigung der 'Maßnahme' Studienarbeit Universität Karlsruhe Institut für Literaturwissenschaft

Mehr

Anti-Antisemitismus auf dem Prüfstand

Anti-Antisemitismus auf dem Prüfstand Geschichte Thomas Gräfe Anti-Antisemitismus auf dem Prüfstand Neue Studien über das Verhältnis von Sozialismus und Liberalismus zu Antisemitismus und Judentum Rezension / Literaturbericht Thomas Gräfe

Mehr

Geisteswissenschaft. Kevin Francke. Adorno - Freizeit. Studienarbeit

Geisteswissenschaft. Kevin Francke. Adorno - Freizeit. Studienarbeit Geisteswissenschaft Kevin Francke Adorno - Freizeit Studienarbeit Carl von Ossietzky Universität Oldenburg Einführung in Adornos Kritische Theorie Kevin Francke Magister, HF: Politikwissenschaft, 1. NF:

Mehr

"Moralische Wochenschriften" als typische Periodika des 18. Jahrhundert

Moralische Wochenschriften als typische Periodika des 18. Jahrhundert Medien Deborah Heinen "Moralische Wochenschriften" als typische Periodika des 18. Jahrhundert Studienarbeit Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Institut für Geschichtswissenschaft Veranstaltung:

Mehr

Vergleich künstlerischer, religiöser und gesellschaftlicher Motive in Goethes Prometheus und Ganymed

Vergleich künstlerischer, religiöser und gesellschaftlicher Motive in Goethes Prometheus und Ganymed Germanistik Susanne Fass Vergleich künstlerischer, religiöser und gesellschaftlicher Motive in Goethes Prometheus und Ganymed Examensarbeit Universität Mannheim Wissenschaftliche Arbeit im Fach Deutsch:

Mehr

Synopse zum Pflichtmodul Nationalstaatsbildung im Vergleich

Synopse zum Pflichtmodul Nationalstaatsbildung im Vergleich Synopse zum Pflichtmodul Nationalstaatsbildung im Vergleich Buchners Kolleg. Themen Geschichte Nationalstaatsbildung Wurzeln unserer Identität (ISBN 978-3-7661-7317-1) C.C.Buchner Verlag GmbH & Co. KG

Mehr

Bibeltexte erschließen im Religionsunterricht - ein kurzer Überblick

Bibeltexte erschließen im Religionsunterricht - ein kurzer Überblick Geisteswissenschaft Nicole Kandels Bibeltexte erschließen im Religionsunterricht - ein kurzer Überblick Studienarbeit Das Erschließen von Bibeltexten Warum ist die Bibel Bestandteil des Religionsunterrichts?...1

Mehr

Eugène Delacroix: Die Freiheit führt das Volk ( 1830 )

Eugène Delacroix: Die Freiheit führt das Volk ( 1830 ) 1815-1850 Eugène Delacroix: Die Freiheit führt das Volk ( 1830 ) Die politischen Verhältnisse könnten mich rasend machen. Das arme Volk schleppt den Karren, worauf die Fürsten und Liberalen ihre Affenkomödie

Mehr

Teilaspekt 4: Sozialökonomische und verfassungsrechtliche Entwicklungen in Europa im 19. Jahrhundert

Teilaspekt 4: Sozialökonomische und verfassungsrechtliche Entwicklungen in Europa im 19. Jahrhundert Teilaspekt 4: Sozialökonomische und verfassungsrechtliche Entwicklungen in Europa im 19. Jahrhundert Strukturierungsvorschlag gemäß Variante B Thema der Reihe: Europa im 19. Jh. Einheit oder Vielfalt?

Mehr

Unterrichtsvorhaben I:

Unterrichtsvorhaben I: Einführungsphase Lehrbuch Vorschläge für konkrete Unterrichtmaterialien Unterrichtsvorhaben I: Thema: Wie Menschen das Fremde, den Fremden und die Fremde wahrnahmen Fremdsein in weltgeschichtlicher Perspektive

Mehr

NATIONALISMUS, NATIONALSTAAT UND DEUTSCHE IDENTITÄT IM 19. JAHRHUNDERT 8

NATIONALISMUS, NATIONALSTAAT UND DEUTSCHE IDENTITÄT IM 19. JAHRHUNDERT 8 3 01 NATIONALISMUS, NATIONALSTAAT UND DEUTSCHE IDENTITÄT IM 19. JAHRHUNDERT 8 DIE DEUTSCHE NATIONALBEWEGUNG IN VORMÄRZ UND REVOLUTION (1815 1848) 10 Orientierung: Die deutsche Nationalbewegung in Vormärz

Mehr

Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus: Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert

Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus: Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form Auszug aus: Das komplette Material finden Sie hier: Download bei School-Scout.de Inhalt Seite Vorwort 5 1 Deutschland in den ersten 1½ Jahrzehnten

Mehr

Der Nahostkonflikt in Deutschland

Der Nahostkonflikt in Deutschland Berlin goes Gaza Der Nahostkonflikt in Deutschland FACH UND SCHULFORM Geschichte/Politische Bildung, 9. Klasse ZEITRAHMEN 4 x 45 min LEHRPLANBEZUG Der Nahostkonflikt: historische Dimensionen; Gründung

Mehr

Quelleninterpretation - Bericht eines Beteiligten über den Sturm auf die Bastille

Quelleninterpretation - Bericht eines Beteiligten über den Sturm auf die Bastille Geschichte Jacek Izdebski Quelleninterpretation - Bericht eines Beteiligten über den Sturm auf die Bastille In: Paschold Chris E., Gier Albert (Hrsg.): Die Französische Revolution. Ein Lesebuch mit zeitgenössischen

Mehr

WOLFRA MEYER zu UPTRUP. Kampf gegen die. jüdische Weltverschwörung" Propaganda und Antisemitismus der Nationalsozialisten bis METROPOL

WOLFRA MEYER zu UPTRUP. Kampf gegen die. jüdische Weltverschwörung Propaganda und Antisemitismus der Nationalsozialisten bis METROPOL WOLFRA MEYER zu UPTRUP Kampf gegen die jüdische Weltverschwörung" Propaganda und Antisemitismus der Nationalsozialisten 19 19 bis 194 5 METROPOL ... Inhalt.. I. Einleitung.... i i 2. Interpretationen des

Mehr

Vorwort 5. Inhalt 7. Abkürzungsverzeichnis Einleitung 15

Vorwort 5. Inhalt 7. Abkürzungsverzeichnis Einleitung 15 Inhalt Vorwort 5 Inhalt 7 Abkürzungsverzeichnis 13 1 Einleitung 15 2 Auslandsdeutschtum" und Außenkulturpolitik bis 1945 43 2.1 Auswanderung und Nation im 19. Jahrhundert 43 2.1.1 Erfindung der Auslandsdeutschen"

Mehr

Stoffverteilungsplan (2-stündige und 4-stündige Kursstufe)

Stoffverteilungsplan (2-stündige und 4-stündige Kursstufe) Stoffverteilungsplan (2-stündige und 4-stündige Kursstufe) Zeit für Geschichte für die Kursstufe in Baden-Württemberg - 11. Schuljahr, ISBN 978-3-507-36805-7 Dieser Stoffverteilungsplan zeigt lediglich

Mehr

Heinrich Heines Romanzero als Text des literarischen Biedermeier

Heinrich Heines Romanzero als Text des literarischen Biedermeier Germanistik Andrea Soprek Heinrich Heines Romanzero als Text des literarischen Biedermeier Studienarbeit Hauptseminar Das literarische Biedermeier - 'stille' Revolution? Sommersemester 2008 Heinrich Heines

Mehr

Der beständige Hass VON ANN-KATHRIN SEIDEL (TEXT) UND INA FUNK (GRAFIKEN) JUDENHASS

Der beständige Hass VON ANN-KATHRIN SEIDEL (TEXT) UND INA FUNK (GRAFIKEN) JUDENHASS so. JUDENHASS 2014 sind mehr Menschen nach Israel ausgewandert als in den vergangenen zehn Jahren. An der Spitze stehen jene Gegenden, in denen Juden am meisten unter Anschlägen leiden: Westeuropa und

Mehr

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Akademiebibliothek. Ausgewählte Literaturnachweise aus dem Bestand der Akademiebibliothek

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Akademiebibliothek. Ausgewählte Literaturnachweise aus dem Bestand der Akademiebibliothek Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften Akademiebibliothek Ausgewählte Literaturnachweise aus dem Bestand der Akademiebibliothek Max Albert Wilhelm Historiker Berlin 2002 Bibliothek der Berlin-Brandenburgischen

Mehr

Die offene Gesellschaft und ihre Feinde I Der Zauber Platons 10. Kapitel

Die offene Gesellschaft und ihre Feinde I Der Zauber Platons 10. Kapitel Die offene Gesellschaft und ihre Feinde I Der Zauber Platons 10. Kapitel Karl Raimund Popper 6. Auflage, 1980 Referentin: Tina Höhn Gliederung Sir Karl Raimund Popper Freiheit vs. Sicherheit Demokratie

Mehr

Transnationale Perspektiven im 19. Jahrhundert

Transnationale Perspektiven im 19. Jahrhundert Transnationale Perspektiven im 19. Jahrhundert Studien zum Identitätsbewusstsein politisch motivierter deutscher Auswanderer in die USA Bearbeitet von Steffen Wiegmann 1. Auflage 2014. Buch. XI, 299 S.

Mehr

Das Modell der Gewaltenteilung nach Montesquieu

Das Modell der Gewaltenteilung nach Montesquieu Politik Michael Brandl Das Modell der Gewaltenteilung nach Montesquieu Studienarbeit 1.) Einleitung... 2 2.) Biographie... 2 3.) Das Englandkapitel in Vom Geist der Gesetze... 3 3.1.) Allgemeines... 3

Mehr

Stoffverteilungsplan. Pflichtmodul: Nationalsozialismus und deutsches Selbstverständnis

Stoffverteilungsplan. Pflichtmodul: Nationalsozialismus und deutsches Selbstverständnis Buchner informiert C.C.Buchner Verlag Postfach 12 69 96003 Bamberg Stoffverteilungsplan Pflichtmodul: Nationalsozialismus und deutsches Selbstverständnis Epoche: Perspektive: Kategorien: Dimensionen: Neuzeit

Mehr

nationalismus, nationalstaat und deutsche identität im 19. jahrhundert 8

nationalismus, nationalstaat und deutsche identität im 19. jahrhundert 8 3 01 nationalismus, nationalstaat und deutsche identität im 19 jahrhundert 8 Die deutsche nationalbewegung in vormärz und revolution (1815 1848) 10 Orientierung: Die deutsche Nationalbewegung in Vormärz

Mehr

Geschichtlicher Abriss 1815 bis 1871

Geschichtlicher Abriss 1815 bis 1871 Geschichtlicher Abriss 1815 bis 1871 1815 1815 1832 1833 1841 1844 1848 1862 1864 1866 1867 1870 1871 Der Wiener Kongress (1815) Nach Napoleon musste Europa neu geordnet und befriedet werden. Dazu kamen

Mehr

Adolf Hitler. Der große Diktator

Adolf Hitler. Der große Diktator Adolf Hitler Der große Diktator Biografie Die frühen Jahre Herkunft, Kindheit und erster Weltkrieg Aufstieg Polit. Anfänge, Aufstieg und Kanzlerschaft Der Diktator Politische Ziele und Untergang Hitlers

Mehr

Vorwort des Herausgebers 11 Aus Althussers Hinweis" zur 1. Auflage 13 [Aus Althussers Vorwort zur 2. Auflage] 15 Abkürzungen 17

Vorwort des Herausgebers 11 Aus Althussers Hinweis zur 1. Auflage 13 [Aus Althussers Vorwort zur 2. Auflage] 15 Abkürzungen 17 Inhalt Vorwort des Herausgebers 11 Aus Althussers Hinweis" zur 1. Auflage 13 [Aus Althussers Vorwort zur 2. Auflage] 15 Abkürzungen 17 I. Vom Kapital zur Philosophie von Marx Louis Althusser 19 II. Der

Mehr

wie könnten wir unsere Orientierung in dieser Zeit als Christen finden? Kann das Wort Gottes uns helfen und uns unsere Fragen beantworten?

wie könnten wir unsere Orientierung in dieser Zeit als Christen finden? Kann das Wort Gottes uns helfen und uns unsere Fragen beantworten? Die Freudenboten 1. Im Jahre 1993 schrieb der amerikanische Schriftsteller Samuel Huntington sein Buch Kampf der Kulturen. Dieses Buch spricht über den Konflikt zwischen den Kulturen als unvermeidliches

Mehr

Schulinterner Lehrplan

Schulinterner Lehrplan Fach Geschichte Abitur 2015 Jahrgangsstufe EF,1 Kursthema: Alltag, Gesellschaft und Staat im Europa der frühen Neuzeit: Ende des Mittelalters oder Beginn der Moderne? I. Politik-, Wirtschafts-, Sozial-,

Mehr

Amerikanisierung deutscher Unternehmen in den 50er Jahren

Amerikanisierung deutscher Unternehmen in den 50er Jahren Geschichte Julia Arndt Amerikanisierung deutscher Unternehmen in den 50er Jahren Studienarbeit Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung... 2 2. Begriff Amerikanisierung... 2 3. Durchbruch der Amerikanisierung

Mehr

Ergebnisbericht 2012/2013

Ergebnisbericht 2012/2013 Unterstellte Wirkungen Wirkungen von Unterstellungen Befragung von Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen des Forschungsprojekts Politische Kommunikation in der Online Welt Ergebnisbericht 0/0 Düsseldorf,.

Mehr

DIE FILES DÜRFEN NUR FÜR DEN EIGENEN GEBRAUCH BENUTZT WERDEN. DAS COPYRIGHT LIEGT BEIM JEWEILIGEN AUTOR.

DIE FILES DÜRFEN NUR FÜR DEN EIGENEN GEBRAUCH BENUTZT WERDEN. DAS COPYRIGHT LIEGT BEIM JEWEILIGEN AUTOR. Weitere Files findest du auf www.semestra.ch/files DIE FILES DÜRFEN NUR FÜR DEN EIGENEN GEBRAUCH BENUTZT WERDEN. DAS COPYRIGHT LIEGT BEIM JEWEILIGEN AUTOR. Meyer, J. W. und R. L. Jepperson 2005. Die "Akteure"

Mehr

Die Gesellschaftsstruktur des Kaiserreichs

Die Gesellschaftsstruktur des Kaiserreichs Die Gesellschaftsstruktur des Kaiserreichs Q: Schilder an einer Hauswand in Berlin, um 1900, als Spiegel der gesellschaftlichen Ordnung (aus: Zeitreise 4, S. 49) 1. Wie ist vermutlich das Verhältnis zwischen

Mehr

DIE FOLGEN DES ERSTEN WELTKRIEGES Im Jahr 1918 verlieren die Deutschen den Ersten Weltkrieg und die Siegermächte GROßBRITANNIEN, FRANKREICH und die

DIE FOLGEN DES ERSTEN WELTKRIEGES Im Jahr 1918 verlieren die Deutschen den Ersten Weltkrieg und die Siegermächte GROßBRITANNIEN, FRANKREICH und die DIE FOLGEN DES ERSTEN WELTKRIEGES Im Jahr 1918 verlieren die Deutschen den Ersten Weltkrieg und die Siegermächte GROßBRITANNIEN, FRANKREICH und die USA besetzten Deutschland. Deutschland bekommt im VETRAG

Mehr

Predigt zum Interview-Buch mit Papst Benedikt Letzte Gespräche Thema: Kirchensteuer

Predigt zum Interview-Buch mit Papst Benedikt Letzte Gespräche Thema: Kirchensteuer Predigt zum Interview-Buch mit Papst Benedikt Letzte Gespräche Thema: Kirchensteuer 1 Liebe Schwestern und Brüder, 1. Letzte Gespräche An diesem Freitag erschien in Deutschland ein Interview-Buch mit unserem

Mehr

Frankfurter Goethe-Haus - Freies Deutsches Hochstift : Goethe und das Geld. Der Dichter und die moderne Wirtschaft - Sonderausstellung

Frankfurter Goethe-Haus - Freies Deutsches Hochstift : Goethe und das Geld. Der Dichter und die moderne Wirtschaft - Sonderausstellung Sie sind hier: www.aski.org/portal2/ / 9: KULTUR lebendig / 9.9: KULTUR lebendig 2/12. Frankfurter Goethe-Haus - Freies Deutsches Hochstift : Goethe und das Geld. Der Dichter und die moderne Wirtschaft

Mehr

Jugendliche aus Sicht der Erwachsenen

Jugendliche aus Sicht der Erwachsenen Jugendliche aus Sicht der Erwachsenen Eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung in Kooperation mit Prof. Dr. Dr. Helmut Schneider (Steinbeis-Hochschule Berlin) Seite 2 Jugendliche aus Sicht der Erwachsenen

Mehr

Königs Erläuterungen und Materialien Band 176. Auszug aus: Friedrich Hebbel. Maria Magdalena. von Magret Möckel

Königs Erläuterungen und Materialien Band 176. Auszug aus: Friedrich Hebbel. Maria Magdalena. von Magret Möckel Königs Erläuterungen und Materialien Band 176 Auszug aus: Friedrich Hebbel Maria Magdalena von Magret Möckel Friedrich Hebbel: Maria Magdalena. Ein bürgerliches Trauerspiel in drei Akten. Mit Hebbels Vorwort

Mehr

Zitate-Steckbrief. Die größten Menschen sind jene, die anderen Hoffnung geben können. Jean Jaurès ( ), französischer Politiker

Zitate-Steckbrief. Die größten Menschen sind jene, die anderen Hoffnung geben können. Jean Jaurès ( ), französischer Politiker Zitate-Steckbrief Die größten Menschen sind jene, die anderen Hoffnung geben können. Jean Jaurès (1859 1914), französischer Politiker www.hypnoseausbildung-seminar.de Einleitung Die Worte einer großen

Mehr

Joachim Ritter, 1961 Aristoteles und die theoretischen Wissenschaften

Joachim Ritter, 1961 Aristoteles und die theoretischen Wissenschaften Aristoteles und die theoretischen Wissenschaften Die theoretische Wissenschaft ist so für Aristoteles und das gilt im gleichen Sinne für Platon später als die Wissenschaften, die zur Praxis und ihren Künsten

Mehr

5 Katholische Kirche in Deutschland zwischen Vormärz, Revolution von 1848 und Vatikanum I. Prof. Dr. Hubert Wolf

5 Katholische Kirche in Deutschland zwischen Vormärz, Revolution von 1848 und Vatikanum I. Prof. Dr. Hubert Wolf 5 Katholische Kirche in Deutschland zwischen Vormärz, Revolution von 1848 und Vatikanum I. 2 I. Kirchenpolitische und theologische Strömungen um 1830: eine kritische Zwischenbilanz 1. Aufklärer und Wessenbergianer

Mehr

Marxismus als Fundamentalismus?

Marxismus als Fundamentalismus? Geisteswissenschaft Hannah Melder Marxismus als Fundamentalismus? Rezension / Literaturbericht Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Kulturwissenschaftliche Fakultät Sommersemester 2006 Seminar

Mehr

"Der blonde Eckbert": Die Wiederverzauberung der Welt in der Literatur der Romantik

Der blonde Eckbert: Die Wiederverzauberung der Welt in der Literatur der Romantik Germanistik Jasmin Ludolf "Der blonde Eckbert": Die Wiederverzauberung der Welt in der Literatur der Romantik Studienarbeit Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung...2 2. Das Kunstmärchen...3 2.1 Charakteristika

Mehr

Inhaltsverzeichnis.

Inhaltsverzeichnis. Inhaltsverzeichnis Seite 1. Allgemeine Aufgabenbeschreibung 9 2. Die didaktische Struktur der Rahmenrichtlinien 12 2.1 Didaktische Konzeption Fünf Lernschwerpunkte als Strukturelemente 13 2.2 Beschreibung

Mehr

Die Soziologie und das Soziale

Die Soziologie und das Soziale Geisteswissenschaft Holger Michaelis Die Soziologie und das Soziale Eine Erklärung der bislang vergeblichen Versuche einer adäquaten Bestimmung des Gegenstandes der Soziologie Dr. Holger Michaelis Die

Mehr

Adenauers Außenpolitik

Adenauers Außenpolitik Haidar Mahmoud Abdelhadi Adenauers Außenpolitik Diplomica Verlag Haidar Mahmoud Abdelhadi Adenauers Außenpolitik ISBN: 978-3-8428-1980-1 Herstellung: Diplomica Verlag GmbH, Hamburg, 2012 Dieses Werk ist

Mehr

Expressionismus - Annäherung an eine Epoche

Expressionismus - Annäherung an eine Epoche Germanistik Verena Ronge Expressionismus - Annäherung an eine Epoche Zwischenprüfungsarbeit 2 Inhaltsverzeichnis Einleitung... 3 1. Der Expressionismus - Annäherung an eine Epoche... 4 1.1. Der Expressionismus

Mehr

Imperialismus und Erster Weltkrieg Hauptschule Realschule Gesamtschule Gymnasium Inhaltsfeld 8: Imperialismus und Erster Weltkrieg

Imperialismus und Erster Weltkrieg Hauptschule Realschule Gesamtschule Gymnasium Inhaltsfeld 8: Imperialismus und Erster Weltkrieg Imperialismus Hauptschule Realschule Gesamtschule Gymnasium Inhaltsfeld 8: Imperialismus Inhaltsfeld 6: Imperialismus Inhaltsfeld 8: Imperialismus 8. Inhaltsfeld: Imperialismus Inhaltliche Schwerpunkte

Mehr

Die Wiedergeburt eines "neuen Menschen" in der Renaissance

Die Wiedergeburt eines neuen Menschen in der Renaissance Geisteswissenschaft Nicole Borchert Die Wiedergeburt eines "neuen Menschen" in der Renaissance Exemplarische Betrachtungen in Philosophie, Kunst und Gesellschaft Studienarbeit Technische Universität Darmstadt

Mehr