Ärzteblatt. Baden-Württemberg. der ärztlichen Körperschaften. Amts- und Mitteilungsblatt ISSN Foto: Stadt Ludwigsburg Ludwigsburg

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1 ISSN Ärzteblatt Baden-Württemberg E Jahrgang Gentner Verlag Amts- und Mitteilungsblatt der ärztlichen Körperschaften Foto: Stadt Ludwigsburg Ludwigsburg

2 Inhalt Ärzteblatt Baden-Württemberg EDITORIAL KAMMERN UND KV VERMISCHTES FORTBILDUNG WIRTSCHAFT INDUSTRIENACHRICHTEN TERMINE BEKANNTMACHUNGEN IMPRESSUM Wie lange wollen wir noch das EBM-Spektakel ertragen? fragt Dr. med. Anne Gräfin Vitzthum. Sie will die Kostenerstattung und vom Freiberufler zum Freiheitskämpfer werden. Zum Qualitätssicherung zytologischer Untersuchungen schreibt der Leiter der Abteilung für Fortbildung und Qualitätssicherung der LÄK, Matthias Felsenstein Unruhe in den Zentren für Psychiatrie Altersgrenze für die Versicherung von Ärzten in der Versorgungsanstalt ist rechtmäßig Bericht über die Kinder-Uni-Medizin am Mannheimer Uniklinikum Kurse der Managementakademie im 4. Quartal 2007 FSME und Borreliose Öffentlich empfohlene Schutzimpfungen in Baden-Württemberg Ludwigsburg In Ludwigsburg sollte ursprünglich nur ein Lustschloss entstehen. Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg wollte sich hier auf dem Erlachhof bei Jagden und in den Sommermonaten aufhalten. Doch dann beschloss er, ganz nach absolutistischer Manier, dem 1704 begonnenen Schloss eine Stadt anzugliedern lud er zur Ansiedelung ein. Als besondere Anreize bot er kostenlose Bauplätze und Baumaterial sowie 15 Jahre lang Steuerfreiheit. Doch erst mit dem herzoglichen Versprechen, in Ludwigsburg auch zu residieren, wurde mit dem Bau der Stadt begonnen. Ludwigsburg ist heute vor allem für sein Residenzschloss, eine der größten Barockanlagen Europas, bekannt. Hier können die prächtig ausgestatteten Appartements und eine Palette an Museen besucht werden. Aber auch in der historischen Innenstadt gilt es, eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten aus der Entstehungszeit des Schlosses zu entdecken. Auf dem Marktplatz, der von Arkaden gesäumt wird, findet sich ein Brunnen mit der Statue des Stadtgründers Eberhard Ludwig. Hier stehen sich auch zwei große Barockkirchen gegenüber: die katholische Pfarrkirche und die evangelische Stadtkirche (Foto: Stadt Ludwigsburg). In der direkten Umgebung gibt es außerdem eine Reihe weiterer interessanter Gebäude: die Geburtshäuser des Arztes und Dichters Justinus Kerner sowie des Schriftstellers und Pfarrers Eduard Mörike. Die Baden-Württembergische Bank bietet auch in Ludwigsburg eine ganzheitliche Betreuung für Heil- und Freiberufler. VermögensManager Andreas Wehmann berät Sie gerne bei Vermögens- und Finanzangelegenheiten. Sie erreichen ihn in der Wilhelmstraße 18, Ludwigsburg oder telefonisch unter ( ) , per Fax ( ) sowie im Internet unter ÄBW

3 Editorial Vom Freiberufler zum Freiheitskämpfer Dr. med. Anne Gräfin Vitzthum Am 28. Juni 2007 stellte der KBV-Chef Dr. Andreas Köhler in einer Informationsveranstaltung für die Delegierten der Vertreterversammlungen der KVBW und der KV Rheinland-Pfalz die Neuordnung der vertragsärztlichen Vergütung vor. Wenn Sie, liebe Kollegen, anwesend gewesen wären, hätten Sie den Glauben an eine bessere Praxiszukunft verloren und die Hoffnung die ja bekannterweise zuletzt stirbt, dass sich nur das Geringste bessern wird. Das Geld soll der Leistung folgen steht auf Seite 79 des Folienvortrages. Und auf den 78 Seiten davor sucht man vergeblich nach Erklärungen, wie das denn passieren soll. Es wird bundeseinheitliche Orientierungspunktwerte mit Zuund Abschlägen für Unter- und Überversorgung geben. Das heißt: Weg mit den Punkten aus Praxen von Stadtgebieten hin aufs Land, weg mit den Punktwerten vom Süden zu subventionierten Punktwerten im Norden und Osten. Ist das rechtlich haltbar? Es soll Pauschalen geben, die gekürzt werden, wenn zum Beispiel der Patient in einem Quartal den Arzt wechselt. Die Frage ist nur, ob der Patient Ihnen das verrät Der Orientierungsfallpunktwert soll 3,73 Cent betragen. Nordwürttemberg hatte vor der Fusion der baden-württembergischen KVen 4,9 Cent Punktwert. 50 Minuten Arzt-Arbeitszeit werden mit 11,95 Euro veranschlagt. 61,05 Euro gibt es für alle Arzthelferinnen und technische Leistungen. Das alles muss praxisbezogen sauber kalkuliert werden. Wie kommt man zu einem solchen Stundenlohn, wo doch die Handwerksmeisterstunde in der Regel schon mit 80, Euro berechnet wird. Gar nicht erwähnen möchte ich den Stundensatz Ihres Computerspezialisten. Das bestehende bundesweite Gesundheits-Finanzvolumen wurde durch die bundesweite Gesamtleistungsmenge dividiert und so dieser Orientierungspunktwert ermittelt. Folgt das Geld jetzt der Leistung, oder wird nicht wieder die Leistung dem Geld angepasst? Kennen Sie Grouper-Hierarchiestufen? Grouper bestimmt die Veränderung der Morbiditätsstruktur bei der Bemessung der Gesamtvergütung. So ist zum Beispiel ein männlicher 67-jähriger Patient mit 0,3 Kostengewicht berechnet, bei akutem Myokardinfarkt kommen 0,8 Punkte hinzu, bei zusätzlicher Herzinsuffizienz noch einmal 0,6 Punkte das gibt ein relatives Kostengewicht von 1,7. Und so soll jeder Versicherte unserer Praxis berechnet werden! Man glaubt es nicht! Viel Arbeit für viele Menschen. Die Frage ist, was hat der Arzt und was der Patient davon. Upgraden ist vorprogrammiert, so wie der Mehltau der Zusatzdiagnosen im Rahmen der DRG-Kodierung der Kliniken. Und sollten Sie zu viele Patienten betreuen, zu viele Leistungen erbringen, zu hohe Fallzahlzuwächse haben, dann wird natürlich wieder mengengesteuert und abgestaffelt. Auch hier folgt das Geld der Leistung nicht! Die Budgetierung bleibt nur eben in Euro. Eine Ausnahme gibt es: Die Bewertungen für psychotherapeutische Leistungen haben eine angemessene Bewertung je Zeiteinheit zu gewährleisten. Wie haben unsere Kollegen der sprechenden Medizin das nur geschafft? Soweit ich erinnere, soll deren Punktwert bei 5,21 Cent liegen. Ich gönne es ihnen! Aber ich frage mich, wo ist der Unterschied zur übrigen niedergelassenen oder ermächtigten Medizin? Und schließlich gibt es in diesem Werk der Neuordnung der vertragsärztlichen Vergütung noch eine empirische vs. normative Kalkulation im Standard-Bewertungssystem (STABS genannt) zur Bewertung ärztlicher Leistungen. Hausärzte und Fachärzte sollen Pauschalen mit Zuschlägen für Multimorbidität und/oder Investition oder persönlicher Qualifikation bekommen. Alles muss nachgewiesen und geprüft werden auch das ist nichts wesentlich Neues. Haben Sie überhaupt irgendetwas Erhellendes bei dieser Neuordnung der vertragsärztlichen Vergütung entdeckt? Nach Dr. Köhler ist diese EBM-Reform die derzeit einzige Chance auf eine verbesserte Vergütung. So werden wir seit Jahren hingehalten und um einen angemessenen Lohn für unsere Arbeit betrogen. Sie, liebe Kollegen, müssen sich bald entscheiden, wie lange Sie diese immer wiederkehrenden EBM-Spektakel ertragen wollen. Ich für meinen Teil war mir nach diesem KBV-Informationsnachmittag sehr sicher, dass es mir reicht. Ich möchte Kostenerstattung und vom Freiberufler zum Freiheitskämpfer werden. Dieses ganze Werk ist für die Kollegen und und das sage ich ganz bewusst auch für die Verwaltungsangestellten unserer Kassenärztlichen Vereinigung eine Zumutung. Nur fachübergreifend gemeinsam und durch verbindliches Handeln lässt sich diese sinnlose EBM-Neuordnung verhindern! Unsere KBV-Führung wird sie umsetzen wenn wir sie lassen. Dr. med. Anne Gräfin Vitzthum 448 ÄBW

4 Kammern und KV Qualitätssicherung zytologischer Untersuchungen im Rahmen der Früherkennung des Zervixkarzinoms Einsendung der zytologischen Befunde 2006 an die LÄK Deutliche Verbesserungen in Baden-Württemberg Autor: M. Felsenstein Die Landesärztekammer führt seit 1997 eine Qualitätssicherung zytologischer Untersuchungen auf der Basis der Leitlinie zur Qualitätssicherung zytologischer Untersuchungen im Rahmen der Früherkennung des Zervixkarzinoms der Bundesärztekammer durch fanden sich bei 8616 Frauen mit PAP III-V in der histologischen Kontrolle 1492 negative Befunde, 3176 leichte oder mittlere Dysplasien, 3085 schwere Dysplasien oder Karzinome in situ und 863 Zervixoder Korpuskarzinome. Die Entdeckung möglichst vieler Karzinome durch die Früherkennung bei einer geringstmöglichen Zahl falsch positiver Befunde bleibt ein anhaltendes Ziel dieser Qualitätssicherung wurden bei PAP V in 84,57 Prozent der Fälle Karzinome histologisch bestätigt, 2002 bereits 88,81 Prozent. Gleichzeitig konnte der Anteil falsch positiver Befunde in dieser Gruppe von 4,95 Prozent auf 2,28 Prozent gesenkt werden. Die inzwischen eingeführten Impfungen gegen humane Papillomaviren (HPV), die von der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut für Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren empfohlen werden, sind ein weiterer wichtiger Beitrag zur Reduzierung des Zervixkarzinoms. Das Zervixkarzinom stellt weltweit immer noch die zweithäufigste Krebsart bei Frauen dar Frauen starben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Deutschland 2004 an dieser Erkrankung. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland hinter Dänemark an der Spitze der Länder mit den höchsten Inzidenzraten. Die Impfung kann die Früherkennungsuntersuchungen nicht ersetzen. HPV-Viren sind zwar ein wichtiger Risikofaktor, aber nicht der einzige. Darüber hinaus enthält der Impfstoff nicht alle HPV-Typen, es gibt unvollständige Impfungen, Impfversager u. a. m. Die Früherkennungsuntersuchung bleibt deshalb unvermindert wichtig. Bei dem erhofften Rückgang der Häufigkeit des Zervixkarzinoms kann es allerdings aus methodischen Gründen zu einem unerwünschten Anstieg von falsch positiven Screening-Ergebnissen bei geimpften Kohorten kommen. Das Robert Koch-Institut fordert deshalb zu Recht eine enge Verzahnung beider Maßnahmen, die gleichzeitig Gegenstand von Forschung und Entwicklung sein sollten. Dies unterstreicht einmal mehr die Bedeutung dieser Qualitätssicherung der LÄK. Unbedingt verstärkt werden muss die Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen, die allgemein bei ca. 50 Prozent der betroffenen Frauen stagniert. Bei der externen Qualitätssicherung der Ärztekammer Mecklenburg- Vorpommern wird u. a. der Zusammenhang zwischen invasiven Zervixkarzinomen und der Teilnahme an der Früherkennung untersucht. Bei 265 Fällen von invasiven Zervixkarzinomen fanden sich 153 Frauen (58 Prozent), die gar nicht, und 66 Frauen (25 Prozent) die nur unregelmäßig zytologisch untersucht worden waren (insgesamt 83 Prozent). Nach der Leitlinie der Bundesärztekammer muss der zytologisch tätige Arzt die Jahressammel- und Feinstatistik bis spätestens 9 Monate nach Jahresabschluss erstellen, also für das Jahr 2006 bis Ende September Nach 5 der Berufsordnung der Landesärztekammer Baden- Württemberg vom , zuletzt geändert durch Satzung vom , sind Ärzte verpflichtet, die von der Landesärztekammer eingeführten Maßnahmen zur Sicherung der Qualität der ärztlichen Tätigkeit durchzuführen und der Landesärztekammer die hierzu erforderlichen Auskünfte zu erteilen. Wir bitten deshalb alle Ärzte, die diese zytologischen Untersuchungen durchführen, uns die von der Arbeitsgruppe Qualitätssicherung zytologischer Untersuchungen der LÄK geforderten Daten von 2006 über den LÄK- Erfassungsbogen zu übermitteln. Dieser steht zum Herunterladen auf der Homepage der LÄK unter 20/qualitaetssicherung/zytologie.pdf zur Verfügung oder kann bei Herrn Pullwitt, Telefon (07 11) , Fax -82, -Adresse: angefordert werden. Wir bitten um die Zusendung der ausgefüllten LÄK-Erfassungsbogen bis spätestens 31. Oktober Matthias Felsenstein Leiter der Abteilung Fortbildung und Qualitätssicherung ÄBW

5 Kammern und KV Unruhe in den Zentren für Psychiatrie Nicht ganz ohne Stolz vermeldete der Marburger Bund Baden-Württemberg vor kurzem, dass es gelungen sei, für die Zentren für Psychiatrie des Landes Baden-Württemberg mit dem zuständigen Arbeitgeberverband einen TV-Ärzte ZfP abzuschließen. Das Tarifwerk orientiert sich an den Regelungen für die Universitätskliniken. Die Tinte der Unterschriften unter diesem Tarifvertrag war kaum getrocknet, da zeigten sich nach Information des MB bereits in einigen Zentren die ersten Anwendungsschwierigkeiten. In Emmendingen, in Calw und auf der Reichenau wolle der Geschäftsführer Professor Seelos durchsetzen, dass die vereinbarte Vergütungsstruktur mit vier Entgeltgruppen nicht wirksam wird, sondern lediglich nach den zwei untersten Gruppen bezahlt wird und Fachärzte gegebenenfalls Zulagen erhalten können. In den anderen Zentren für Psychiatrie scheine dieses böse Beispiel inzwischen Schule zu machen. Der Marburger Bund hat beim Arbeitgeberverband des öffentlichen Dienstes des Landes Baden-Württemberg dagegen protestiert, dass gegen Buchstaben und Geist des Tarifvertrags verstoßen wird. Tarifiert wurde ein Vergütungssystem mit vier Entgeltgruppen. Vor die Wahl gestellt, ob ein Zulagenmodell oder eine direkte Anlehnung an den Tarifvertrag der Universitätskliniken gewünscht wird, entschied sich der Marburger Bund eindeutig gegen ein Zulagenmodell. Es darf deshalb auch nicht nachträglich durch die Hintertür eingeführt werden. Professor Seelos will die Differenz zwischen der zweiten und dritten Vergütungsgruppe mit unterschiedlich hohen Zulagen teilweise auffüttern bei entsprechendem Wohl verhalten der Ärzte. Den Oberarzt und den Stellvertreter des Chefarztes soll es im tariflichen Sinne gar nicht mehr geben. In der Reduzierung der Entgelttabelle auf die zwei untersten Vergütungsgruppen zeige sich eine besondere Geringschätzung gegenüber den ärztlichen Leistungsträgern des mittleren Managements. Man könne in jedem besseren Buch für Personalführung nachlesen, dass so etwas zur Demotivation führt. Dem Arbeitgeberverband, mit dem der Marburger Bund den Tarifvertrag abgeschlossen hat, könne es eigentlich nicht gleichgültig sein, was bei der Umsetzung des neuen Rechts passiert. Sonst kämen schnell Zweifel auf, ob dieser Tarifpartner verlässlich ist. Übrigens: Das Land Baden- Württemberg hat in diesem Arbeitgeberverband die Stimmenmehrheit. Veranstaltungshinweis Das Unternehmen Erhardt moderne Bürowelt veranstaltet im Rahmen ihrer X-ray-lounge (Forum für Fachärzte) verschiedene Fachvorträge für Ärzte: Anwenderbericht digitales Röntgensystem Displays in der digitalen Radiologie und im medizinischen Einsatz Ärztliches Werberecht Was ist zulässig? Absicherung von Investitionen in der Praxis Basel II Auswirkungen für die Arztpraxis Die Baden-Württembergische Bank (BW-Bank) wird bei dieser Veranstaltung über Basel II und die Auswirkungen für die Arztpraxis informieren. Im Anschluss an die Vorträge können die Teilnehmer kulinarische Köstlichkeiten (Buffet) und Live-Musik genießen und sich in entspannter Atmosphäre mit Kolleginnen und Kollegen sowie den verschiedenen Referenten austauschen. Freitag, 19. Oktober 2007 ab Uhr in Karlsruhe Anmeldeschluss: Montag, 15. Oktober 2007 Eintritt: 29, Euro Information und Anmeldung: Erhardt moderne Bürowelt, Herr Gürkan Sivrikaya, Telefon (07 21) BW-Bank Karlsruhe, Herr Bernd Kirchstetter, Telefon (07 21) Polemik gegen Ärzte in Ulm Wenn am Universitätsklinikum Ulm ab 2008 Hauswirtschafts- und Transportdienste in eine externe Dienstleistungsgesellschaft ausgelagert werden, sind hieran nicht die Ärzte schuld. Dies erklärte der Landesvorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Dr. Josef Ungemach, in Stuttgart. Der Marburger Bund hat im vergangenen Jahr zusammen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder ein neues Tarifwerk für die Universitätskliniken geschaffen. Es brachte eine lange überfällige Aufbesserung der Arztgehälter. Dennoch sind laut Ungemach noch nicht alle Vorgaben des neuen Tarifrechts umgesetzt, und längst nicht jede geleistete ärztliche Überstunde wird korrekt abgegolten. Der Sprecher der Ärztegewerkschaft nannte es empörend, dass Rainer Schoppik, der kaufmännische Direktor der Uniklinik Ulm, bei der Personalversammlung und gegenüber der Presse erklärt hatte, die Ausgliederung von Hauswirtschaftsund Transportpersonal sei nötig, weil die Ärzte zu teuer geworden seien. Die Äußerung Schoppiks sei ein Versuch, Zwietracht zwischen den Beschäftigtengruppen zu säen, so Ungemach. Nichts wird besser, so der Marburger Bund-Vorsitzende, wenn man erst jahrelang die Ärzte demotiviert und dies jetzt beim übrigen Personal fortsetzt. Aus ärztlicher Sicht gebe es gute Argumente dafür, auf externe Dienstleister zu verzichten. 450 ÄBW

6 Vermischtes Altersgrenze für die Versicherung von Ärzten in der baden-württembergischen Versorgungsanstalt ist rechtmäßig Ärzte, die am das 45. Lebensjahr bereits vollendet hatten, haben auch zukünftig keinen Anspruch auf Aufnahme als Pflichtmitglied in die baden-württembergische Versorgungsanstalt für Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte. Dies hat die 5. Kammer des Verwaltungsgerichts Karlsruhe nunmehr entschieden und die Klage einer 1957 geborenen Ärztin abgewiesen. Diese hatte 1987 ihre Approbation erlangt, jedoch nach Kindererziehungszeiten und anderweitiger Tätigkeit erstmals 2005 ihren Beruf als Ärztin aufgenommen. Die baden-württembergische Versorgungsanstalt für Ärzte hatte den Antrag der Klägerin aus dem Jahre Er geht nach Hessen Dr. Michael Lutz-Dettinger wechselt in den Justizvollzug des Landes Hessen. Er wird seine bisherige Tätigkeit als Leitender Arzt im Justizvollzug von Baden-Württemberg, zuletzt in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim, beenden und übernimmt ab September 2007 die Stelle des Ärztlichen Direktors am Zentral-Krankenhaus für den hessischen Justizvollzug in Kassel. Durch diesen beruflichen Wechsel wird er auch seine Tätigkeit als Delegierter/Ersatzdelegierter in der Bezirksärztekammer Nord-Württemberg beenden. Ich habe mit den Ärzten Baden-Württembergs in den vergangenen 26 Jahren gerne zusammengearbeitet und mich auch als Delegierter/Ersatzdelegierter sowohl über mehrere Jahre in der Bezirksärztekammer Nord-Württemberg wie auch über einige Jahre in der Landesärztekammer Baden-Württemberg gerne eingesetzt. Meine Tätigkeit dort hat mir viel Freude bereitet, und ich möchte mich bei allen Kolleginnen und Kollegen für die gute und freundliche Zusammenarbeit sehr herzlich bedanken. Ich wünsche den Ärzten Baden-Württembergs weiterhin guten Erfolg und auch viel Freude bei ihrer Arbeit. Dr. Michael Lutz-Dettinger Leitender Medizinaldirektor 2005 auf Aufnahme als Versicherungsmitglied unter Hinweis auf die nach ihrer Satzung bestehende Altersgrenze von 45 Jahren für Neumitglieder abgelehnt. Hiergegen hatte die Klägerin Klage erhoben und insbesondere geltend gemacht, die Ablehnung verstoße gegen den allgemeinen Gleichheitssatz. Es liege eine Diskriminierung im Vergleich zu Ärzten vor, die zunächst im EU- Ausland tätig gewesen seien und für die die Altersgrenze nicht gelte. Auch werde sie als Frau durch diese Regelung in verfassungswidriger Weise benachteiligt. Wie das Verwaltungsgericht nunmehr entschieden hat, verstößt die Altersgrenze von 45 Jahren für Pflichtmitglieder nicht gegen den verfassungsrechtlichen Gleichheitssatz und ist auch sonst nicht zu beanstanden. Die Festlegung der Altersgrenze halte sich im Rahmen des dem Satzungsgeber eingeräumten Gestaltungsspielraums. Dieser stehe vor der Aufgabe, einerseits für möglichst viele Berufsangehörige die Versorgung in einer leistungsfähigen Solidargemeinschaft zu begründen, andererseits habe er auch darauf zu achten, dass die Versorgungsanstalt nicht durch eine zu hohe Anzahl von Mitgliedern belastet werde, die alsbald Leistungen in Anspruch nehme könnten, ohne noch durch die Entrichtung von Beiträgen zur Leistungsfähigkeit der Vorsorgungsanstalt beizutragen. Dies gelte insbesondere auch deshalb, weil die Versorgungsanstalt für Ärzte die Altersversorgung und das Risiko des Eintritts der Berufsunfähigkeit auch dann alleine trage, wenn der Betreffende vorher in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen sei. Denn mangels einer gesetzlichen Grundlage gebe es keinen (anteiligen) Ausgleich von Versorgungslasten zwischen der gesetzlichen Rentenversicherung und der berufsständischen Versorgungsanstalt. Insofern bestehe auch ein Unterschied zu Staatsangehörigen eines anderen EU-Staats, die bei erstmaliger Ausübung der ärztlichen Tätigkeit in Baden-Württemberg nach Vollendung des 45. Lebensjahres aufgrund einer europarechtlichen Regelung in die Versorgungsanstalt aufgenommen werden müssen. Im Falle eines EU-Ausländers, der als Arzt von der Möglichkeit der Niederlassungsfreiheit Gebrauch gemacht habe, seien die bei ausländischen Versicherungs- und Versorgungsträgern erworbenen Anwartschaften zu berücksichtigen und es finde kraft gesetzlicher Anordnung ein Lastenausgleich zwischen den im Laufe seines Berufslebens für seine soziale Sicherung zuständigen Versicherungsträgern statt. Die Altersgrenze benachteilige die Kläger auch nicht gerade wegen ihrer Eigenschaft als Frau und Mutter. Es sei nicht ersichtlich, dass sie aufgrund der Erziehung ihrer Kinder und damit wegen eines überwiegend Frauen betreffenden Umstandes an einer früheren Aufnahme einer ärztlichen Tätigkeit vor Vollendung ihres 45. Lebensjahres gehindert gewesen sei. Im Übrigen sei die Klägerin im Hinblick auf ihre soziale Absicherung beim Eintritt von Berufsunfähigkeit oder im Alter nicht ohne Schutz. Sie sei aufgrund ihrer Tätigkeit als angestellte Ärztin gesetzlich pflichtversichert und erwerbe dort ihre Ansprüche. Verwaltungsgericht Karlsruhe, Urteil vom 26. Juni K 2394/05 (rechtskräftig) 452 ÄBW

7 Vermischtes Spannende Ausflüge in die Welt der Ärzte Die Kinder-Uni Medizin 2007 des Mannheimer Universitätsklinikums ist zu Ende gegangen. Alle vier Veranstaltungstage waren mit 150 Plätzen im großen Hörsaal ausverkauft und stießen auf große Begeisterung bei den jungen Teilnehmern. Einziger Wermutstropfen, so der ärztliche Koordinator und Moderator der Veranstaltung, Dr. Oliver Jandewerth (Universitätsklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin): Schade, dass wir so viele Kinder enttäuschen mussten, die keine Eintrittskarten mehr bekommen haben. Doch alle, die eine Karte ergattern konnten, hatten viel Spaß und lernten Einiges aus der weiten Welt der Medizin. Am ersten Vorlesungstag widmete sich zunächst der Anästhesist und Intensivmediziner, Dr. Harald Genzwürker, dem Wenn der Notarzt kommt. Er demonstrierte mit Hilfe seines Kollegen Dr. Jandewerth verschiedene kleinere Rettungsmaßnahmen wie die Beatmung mit Hilfe einer Atemmaske. Dr. Franz Metzger, Leiter des Geschäftsbereichs Unternehmensentwicklung, beantwortete anschließend in seiner Vorlesung die Frage Wie funktioniert unser Krankenhaus? Sein Assistent, der achtjährige Fabio, erklärte in einer in die Präsentation eingebauten Diashow verschiedene Abteilungen des Universitätsklinikums: vom Aufnahmebüro über das Krankenzimmer und die diagnostische Untersuchung bis zur Operation und zur Apotheke; er schilderte aber auch die Aufgaben der nicht-medizinischen Abteilungen wie der Küche, der Bettenzentrale und der Krankenhaus-Verwaltung. Zum Abschluss des ersten Kinder- Uni-Tages hatten die Kinder Gelegenheit, sich Einsatzfahrzeuge der Mannheimer Rettungsdienste anzuschauen und deren Ausstattung auszuprobieren ein Angebot, das bestens ankam. Der zweite Tag der Kinder-Uni Medizin stand im Zeichen der Entgiftung des Körpers: Von Dr. Achim Lusch (Urologische Universitätsklinik) lernten die Jung-Studierenden, wie unser Blut als menschliche Müllabfuhr Giftstoffe zu den Nieren transportiert. Die Harnblase beschrieb er als kräftigen, dehnbaren Muskel, der dafür sorgt, dass der Urin nicht unkontrolliert herausfließt. Auf besonders großes Interesse stieß der aktuelle Bezug zur Tour de France: Dr. Lusch erklärte, dass das Hormon EPO, das als Dopingmittel verwendet wird, eigentlich von der menschlichen Niere produziert wird und für die Produktion der roten Blutkörperchen zuständig ist. Die Leber, so erfuhren die Kinder-Uni-Teilnehmer von Professor Ulrich Böcker (II. Medizinische Universitätsklinik), erfüllt ihre Aufgaben komplett im Verborgenen dabei ist sie überlebenswichtig, denn sie ist das wichtigste Stoffwechselorgan und die größte Drüse des Menschen. Professor Böcker brachte natürlich auch zur Sprache, wie gefährlich es sein kann, zu viel Alkohol zu sich zu nehmen schon der tägliche Konsum von einem halben Liter Bier kann zu bleibenden Leberschäden führen, betonte Professor Böcker. In die Welt des Riechens und Schmeckens entführte der Hals- Nasen-Ohren-Arzt Dr. Joachim Maurer die jungen Besucher am dritten Kinder-Uni-Tag. Wer hätte schon gedacht, dass so viel von dem, was wir zu schmecken meinen, eigentlich ein Riecherlebnis ist? Raucher machen sich da das Leben selbst schwer, denn bei ihnen verschlechtert sich das Riechempfinden nach und nach. Passend zu diesem veranschaulichte der Kinderchirurg Dr. Ingo Jester Die Reise der Speise durch unseren Körper. Einige letzte Rätsel unseres Körpers hat die Medizin allerdings bis heute nicht gelöst etwa eine Antwort auf die Frage, warum wir überhaupt einen Blinddarm haben. Ganz besonders gut kam die von Dr. Jester initiierte Live-OP an, in der zwei Kinder- Uni-Studierende in echter OP-Kleidung mittels eines endoskopischen Trainingsgerätes versuchten, einen Teddybären von einer Tüte Gummibärchen zu befreien. Am vierten und letzten Kinder- Uni-Tag dieser Sommerferien widmeten sich Spezialisten des Mannheimer Universitätsklinikums zusammen mit den Kindern zwei weiteren wichtigen Organen unseres Körpers: Professor Dr. Hjalmar Kurzen (Universitätsklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie) berichtete über Die erstaunlichen Leistungen der Haut. Er warnte vor allem vor den Gefahren, die drohen, wenn wir uns zu lange in der Sonne aufhalten. In diesem Zusammenhang lernten die Kinder, dass es verschiedene Formen von UV-Strahlung gibt, die die Haut auf unterschiedliche Weise schädigen und dass 80 Prozent der Hautschäden vor dem 18. Lebensjahr verursacht werden. Der Anästhesist Privatdozent Dr. Thomas Luecke machte seine jungen Zuhörer mit den wunderbaren Fähigkeiten der Lunge vertraut. Unter anderem informierte er über die Krankheit Asthma und ließ die jungen Studierenden durch einen Strohhalm ausatmen, um ihnen eine Ahnung vom Gefühl Asthmakranker zu vermitteln, nicht frei atmen zu können. Darüber hinaus konnte man von Dr. Luecke erfahren, dass es verschiedene Ursachen für Asthma geben kann, zum Beispiel Allergien, Anstrengung oder auch zu große Kälte. dr. Bundesverdienstkreuz Der Stuttgarter Geschäftsführer und Verleger im Alfons W. Gentner Verlag, Erwin Fidelis Reisch, ist für sein ehrenamtliches Engagement im Verlagswesen auf nationaler und internationaler Ebene mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Im Gentner Verlag erscheint auch das Ärzteblatt Baden-Württemberg. Reisch ist Vorsitzender des Südwestdeutschen Zeitschriftenverlegerverbandes, Schatzmeister des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger und Schatzmeister des Zeitschriftenverleger-Weltverbandes mit Sitz in London, außerdem Ehrenmitglied der Vereinigungen in USA und China. ÄBW

8 Vermischtes Weitere Informationen erhalten Sie bei allen Bezirksdirektionen der KV Baden-Württemberg oder direkt bei der MAK, Postfach , Stuttgart, Telefon (07 11) , Fax -2 74, Erstellung und Pflege von Qualitätsmanagement-Dokumenten Di, , Mannheim (K131) Uhr, 75, Euro, 7 Punkte Praxisabgabe und -bewertung Mi, , Uhr Stuttgart (S26) Sa, , Uhr Karlsruhe (K27) jeweils 40, Euro, 3 Punkte Führungsgespräche zur erfolgreichen Mitarbeiterkommunikation Mi, , Reutlingen (R17) Uhr, 75, Euro, 5 Punkte Mit Patienten richtig gut umgehen Mi, , Freiburg (F47) Uhr, 75, Euro Basiskurs Qualitätsmanagement für Psychotherapeuten Fr/Sa, 12./ , Freiburg (F107) freitags, Uhr samstags, 9 17 Uhr 200, Euro, 20 Punkte Veranstaltungshinweis Die Baden-Württembergische Bank (BW-Bank) veranstaltet zwei Existenzgründer-Seminare für niederlassungswillige Ärzte. Termine: Donnerstag, 11. Oktober 2007 (19.00 Uhr) in Stuttgart Donnerstag, 18. Oktober 2007 (19.00 Uhr) in Heidelberg Adressen : BW-Bank Stuttgart, Kleiner Schlossplatz 11, Stuttgart BW-Bank Heidelberg, Poststraße 4, Heidelberg Seminarinhalte: Neugründung oder Übernahme Kooperationsformen Praxiswertermittlung Investitionsplanung Praxiskosten Finanzierung Öffentliche Fördermittel Absicherung der Existenz Die Teilnahme ist kostenlos. Information und Anmeldung: BW-Bank Stuttgart, Telefon (07 11) BW-Bank Heidelberg, Telefon ( ) Die Kurse der Management Akademie der KV Baden-Württemberg (MAK) im 4. Quartal 2007 Arbeitskreis Praxisgründung/Praxisführung (umfasst 8 Module) Beginn: Fr, , Mannheim (K31) Uhr Beginn: Do, , Reutlingen (R32) Uhr jeweils 200, Euro, 4 Punkte je Modul Fit für die Arztpraxis ein Angebot für Arzthelferinnen und Auszubildende (umfasst 2 Termine) Fr, und Fr, Freiburg (F66) Uhr, 150, Euro Qualitätsbeauftragte/r (Arztpraxis) (umfasst 4 Termine) Mi, Fr, Mi, Mi, jeweils Uhr Karlsruhe (K 111) 280, Euro, 28 Punkte Moderation von Teambesprechungen Di, , Ulm (R123) Di, , Freiburg (F124) Uhr, jeweils 40, Euro, 4 Punkte Selbstsicheres Auftreten und wirkungsvolles Vortragen Sa, , Stuttgart (S14) 9 18 Uhr, 135, Euro, 12 Punkte Intensivkurs Qualitätsmanagement (geht über vier Tage) Mo, Di, Mi, Fr, jeweils 9 18 Uhr Stuttgart (S109) 490, Euro, 48 Punkte Gut gerüstet für den Notfall? Di, , Karlsruhe (K120) Uhr, 75, Euro, 7 Punkte Existenzgründerseminar Sa, , Ulm (R20) 9 13 Uhr, 40, Euro, 5 Punkte Erfolgreiches Praxismanagement Mi, , Stuttgart (S22) Uhr, 40, Euro, 3 Punkte Die Praxis-Homepage im Internet Fr, , Freiburg (F34) Uhr, 40, Euro, 3 Punkte Moderatorentraining für Qualitätszirkel Fr/Sa, 16./ , Karlsruhe (K08) freitags, Uhr samstags, 9 17 Uhr 50, Euro, 20 Punkte Tipps zur erfolgreichen Ausbildung in der Praxis Mi, , Stuttgart (S64 II) Uhr, 75, Euro Terminorganisation in der Arztpraxis Mi, , Karlsruhe (K52) Uhr, 75, Euro Alles sauber, oder was? Hygiene in der Arztpraxis Di, , Freiburg (F117 II) Uhr, 75, Euro, 5 Punkte Patienten- und Zuweiserbefragungen erfolgreich durchführen Di, , Reutlingen (R128) Uhr, 40, Euro, 4 Punkte Der Arzt als Arbeitgeber Mi, , Reutlingen (R23) Uhr, 40, Euro, 3 Punkte Selbstmanagement und Stressbewältigung Mi, , Freiburg (F10) Uhr, 75, Euro, 7 Punkte Das Telefon die Visitenkarte der Praxis Mi, , Freiburg (F57 II) Uhr, 75, Euro EDV Windows, Grundkurs Mi, , Stuttgart (S69) Uhr, 75, Euro Textverarbeitung mit Word, Grundkurs Mi, , Stuttgart (S76) Uhr, 75, Euro Textverarbeitung mit Word, Aufbaukurs Mi, , Stuttgart (S79) Uhr, 75, Euro PowerPoint, Grundkurs Mi, , Stuttgart (S82) Uhr, 75, Euro 454 ÄBW

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